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Tesla verdient mit Umweltrechten und Spekulation

(Morning Briefing) – Bereits gestern hat Tesla seine Zahlen für das erste Quartal 2021 vorgelegt: Der Umsatz stieg um 74 Prozent auf 10,4 Milliarden, der Nettogewinn liegt bei 438 Millionen Dollar. Damit verzeichnet das Unternehmen seinen bislang höchsten Quartalsgewinn.

Drei Gründe erklären den neuen Rekord:

1. Allein in diesem Zeitraum lieferte das Unternehmen 184.800 Fahrzeuge aus und erzielte damit im Quartal einen Rekord. Im Gesamtjahr 2020 wurden lediglich 499.550 Fahrzeuge ausgeliefert. Vor allem das günstigere Model 3 sei bei den Kunden gut angekommen.

2. Durch den Verkauf von Emissionsrechten an andere Autobauer, die damit ihre CO2-Bilanz aufbessern, nahm Tesla weitere 518 Millionen Dollar ein – ein Anstieg von 46 Prozent, der den gesamten Nettogewinn übertrifft.

3. Tesla baut nicht nur Autos, sondern spekuliert auch mit Bitcoin. Fast ein Viertel des Quartalsgewinns beruht auf dem günstigen Kauf und dem teureren Verkauf der Kryptowährung.

Apropos Bitcoin: Die Kryptowährung erweist sich als Beziehungskiller. Rund 60 Prozent der von SurveyMonkey befragten Investoren gaben an, ihr Glaube an oder ihre Investition in Bitcoin habe sich negativ auf ihre persönlichen Beziehungen ausgewirkt. Je höher der Anteil des investierten Nettovermögens in die Kryptowährung, desto eher würden negative Auswirkungen auf das Beziehungsleben bestehen.

Der Grund: Wer an das Potenzial des neuartigen Geldes glaubt – oder gar investiert – wird von Kritikern mit Kopfschütteln begleitet. Die Kryptofans gelten den einen als genial und den anderen als deppert. Jeffrey Halley von der Brokerfirma Oanda erläutert den Mechanismus:

„Wenn eine Person in einer Beziehung in Kryptos investiert und der Partner ein vehementer Gegner ist, entstehen Belastungen. “

Elon Musk, der Erfinder und Propagandist von Tesla, vergiftet die Diskussion um die notwendige Klimarettung

Ist er aber auch eine ‚Umweltsau‘ – wegen der rücksichtslosen Vorgehensweise, in Brandenburg auf Umwelt-sensiblen Gelände eine Fabrik zu bauen ?

Bitte, sehen und hören Sie sich zunächst meinen Beitrag im Video an, und dann als Begleittext meine folgenden Ausführungen –

Einmal ein anderes Thema am Rande von Corona.

Um die weltweite Temperaturerhöhung in der Atmosphäre und auf dem Erdboden, auf dem wir leben, zu reduzieren, benötigen wir kreative Konzepte und keine populistischen, auf den ersten Blick überzeugenden Lösungen ohne Berücksichtigung von Nebenwirkungen und Risiken, denn der Bürger kann dabei nicht – wie es in der Arznei-Werbung heißt – den Arzt oder Apotheker fragen. Dazu bedarf es Fachleute und Institutionen, die Gesamt-Zusammenhänge überblicken, und nicht durch Subventionen gesponsert werden. Auf diese Weise ist der derzeit herrschende Mainstream entstanden, der sogar die Politiker zum Handeln ermuntert hat, was aber nicht zum eigentlichen Ziel führt, weltweit die Temperatur-Erhöhung auf unserem Globus auf 1,5° C zu begrenzen. Hoffentlich ist dieser Bummelzug noch nicht abgefahren und alternative, der wissenschaftlichen, technischen und Erfahrung-entsprechenden Logik gehorchenden Konzepte sind noch möglich, basierend auf weltweiter Zustimmung und Realisierbarkeit. Deutschland allein kann das Problem nicht lösen, so sehr es sich auch anstrengt. Es kommt auf weltweiten Konsens an. Viele in globalen Konferenzen gefasste Beschlüsse und Beschwörungen enden sonst in leeren Versprechungen.

Aber es ist fünf vor zwölf, die technischen Erfindungen, die unsere Vorväter gemacht haben, erleichterten uns extrem und haben uns zum Wohlstandgebracht. Der Verbrennungsmotor, ursprünglich erfunden von James Watt, hat – worüber heutzutage kaum noch jemand nachdenkt – die Maschinenarbeit viel, viel billiger gemacht als die der Sklavenarbeiter und der Leibeigenen. Plötzlich spielte das Individuum eine Rolle und es entstanden die Menschenrechte für jeden – ohne Ausnahme.

Ich habe hier schon öfters gepostet, dass ich für ein umfassendes zusammenhängendes Konzept plädiere, welches allerdings bisher nur von Ingenieuren, Physikern, Chemikern und nachdenklichen Wissenschaftlern, die ihr Handwerk verstehen, akzeptiert wird.

Ich verstehe sehr gut, warum der gradlinig denkende Bürger fordert, diesen Missetäter CO2 zu verbannen und die Produktion so schnell wie möglich einzustellen. Genau das ist die Botschaft, die die ‚Grünen‘ verbreitet haben, und auf der ihr großer Erfolg basiert..

Die großen Verdienste der ‚Grünen‘ für den Umweltschutz erkenne ich durchaus an. Sie haben dafür gesorgt, dass die Luft sauberer geworden ist – im Gegensatz zu anderen Ideologien, die u. a. für den Smog in den Städten verantwortlich waren und sind. Sie haben erkannt, dass die industrialisierte Landwirtschaft ohne sinnvolle Kontrolle und Einschränkung den Boden und die Artenvielfalt nachhaltig schädigt. Sie haben Pestizide berechtigt infrage gestellt, aber auch den Feinstaub als großes gesundheitliches Risiko identifiziert. Ihre Verdienste sind also so groß, dass ich verstehe, warum sie besonders in Deutschland so große Anhänger gefunden haben.

Meine Kritik setzt an, bei ihrem Bemühen, auch die Klimaproblematik weltweit in den Griff zu bekommen. Da wurden sie plötzlich populistisch und bauten auf dem geringen Wissen der Bürger für naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten auf.

Einverstanden, die Kohlekraftwerke wurden als CO2-Schleudern richtig erkannt und werden demnächst auf Grund der ‚Grünen‘-Initiative nur noch ein bescheidenes Dasein fristen. Ich hoffe, dass auch die Länder mitmachen, die immer noch auf Braunkohle oder Steinkohle setzen und heute noch Milliarden Tonnen CO2 in die Erdatmosphäre pusten, trotz aller Bekenntnisse auf den Klimakonferenzen. Aber die moderne Gesellschaft hat auf den elektrischen Strom gesetzt, ein Ausfall würde einen solch enormen Schaden erzeugen, dass diese Länder glauben, das nicht verantworten zu können. Gleiches gilt für die Nutzung der Kernenergie, die leider wieder im Aufwind ist. Deutschland hat dabei die Aufgabe zu beweisen, dass die Nutzung von Sonne und Wind eine Alternative ist. Es wird sicherlich schwer fallen, denn auch hier bestehen berechtigte Zweifel, ob dies bei uns möglich wird. Diesem Thema werde ich mich in weiteren Folgen widmen.

Aber schon 1990 habe ich in zwei Sendungen in der ARD bewiesen, dass, wenn anstelle des Verkehrs der enorme Energieverbrauch zum Heizen und Kühlen in unseren Gebäuden angegangen worden wäre – er bewirkt immerhin 40-50% des CO2-Ausstoßes in Deutschland – könnte man den unter Zuhilfenahme der Sonnen-Energie um mindestens 200-300 % reduzieren. Dann hätte man heutzutage keine Probleme mehr mit der Einhaltung der CO2-Grenze (‚Bilder aus der Wissenschaft‘, Thema: ‚Der Sonne eine Chance‘).

Natürlich hat auch der Verkehrssektor ein enormes Sparpotential, aber unsere privaten Autos machen höchstens 6-8% de CO2-Ausstoßes aus. Wenn man das berücksichtig, dann ist die Prahlerei von Elon Musk, bzgl. der Klimarettung durch das reine Elektro-Auto nicht mehr haltbar, im Gegenteil.

Ich kritisiere nicht nur, sondern mache auch Verbesserungs-Vorschläge. Zwei Prototypen, die von einer österreichischen Firma entwickelt wurden und ebenfalls nur von Elektro-Motoren angetrieben werden, beweisen die Tatsache, dass in Zukunft auch unsere privaten Autos CO2-neutral betrieben werden können. Wenn Sie sich darüber informieren wollen, schauen Sie sich die folgenden Links an:

Kollektiver Irrglaube, das E-Auto rettet nicht das Klima

Ist Elon Musk eine „Umweltsau“?

Folge 192 Der Vernunft eine Chance

Ist Deutschland als Industrieland noch zu retten?

Ein Diskussionsangebot an die Grünen und alle Bürger, die die Grünen wählen wollen, verbunden mit einem Rückblick auf meine letzten 52 Jahre als Wissenschafts- Journalist.

1969, also vor etwas mehr als 52 Jahren hat mir das damalige Westdeutsche Fernsehen eine große Chance eröffnet. Es bat mich, die Redaktion Naturwissenschaft und Technik zu gründen. Deshalb habe ich die Entwicklung der Wissenschaft am eigenen Leib sozusagen beruflich begleiten müssen. Es begann zu einer Zeit, als Radio und Fernsehen nur deshalb möglich waren, weil die energiehungrige elektrische Röhre erfunden war. Gleichzeitig entwickelte Konrad Zuse einen ersten Computer auf der Basis dieser elektronischen Röhren. Dann wurde der Transistor erfunden. Der basiert auf einem faszinierenden geheimnisvollen Element, dem Silizium. In Amerika entstand das Silicon-Valley, aber auch Deutschland hat einen erheblichen Beitrag zu dieser Technik beigetragen. Klar, dass ich als ehemaliger Geselle der Elektromechanik reagiert habe, um über dieses Thema unter dem Titel ‚Einführungen in die Elektronik‘ für jedermann verständlich über das aufkommende 3. Fernseh-Programm zu vermitteln.

Wenn ich heute zurückblicke, dann hat das den Nagel auf den Kopf getroffen, es folgte eine große Serie über die ‚Einführung in die Digitaltechnik‘. Sie wurde in allen 3. Programmen zu meinem größten Erstaunen über 200 mal wiederholt. Heute weiß ich warum, denn die gesamte Entwicklung des Computers, bis hin zum Internet, baute auf dem Digitalen auf – ja oder nein, „binär“, das war die Frage.

Während der letzten 50 Jahre hat sich das Wissen der Technik und auch die Ergebnisse der Wissenschaft exponentiell – um mehr als das Hundertfache – entwickelt und ist damit immer komplizierter geworden. Da war es selbst für einen Wissenschaftsjournalisten nicht einfach, dem nachzukommen und zu vermitteln. Das gilt besonders auch für das Verständnis der Bürger. Man kann diese Entwicklung natürlich rückwirkend kritisieren, aber damit steigt und fällt der Widerspruch vieler Menschen. Jeder nutzt die Erleichterungen, die die Technik gebracht hat, kann aber die Grundlagen dafür nicht verstehen. Das öffnet dem Populismus Tür und Tor.

Einverstanden, aber meine Meinung ist, dass wenn die Technik unbestreitbar ein wesentlicher Mitverursacher der Temperaturerhöhung des Weltklimas ist, dann muss die Technik auch herangezogen werden, das Problem zu lösen. Deswegen fordere ich Technologieoffenheit bei allem, was heute die Politik zur Lösung in Gesetzesform verankert. Nur mit Verboten und Subventionen lässt sich die existentielle Krise nicht lösen, das heißt, einfach nur die Entstehung von CO2 zu verbieten, reicht nicht aus. Dazu muss die deutsche florierende Industrie nicht dezimiert werden. Ganz wichtig, wir müssen die Staaten, die am meisten CO2 produzieren, in diese Maßnahmen mit einbeziehen. Deutschland allein kann die Welt nicht retten. Erfreulich Ist, dass sich diese Dramatik weltweit durchgesetzt hat. Man kann nur hoffen, dass die in den vielen Konferenzen gefassten Beschlüsse nicht nur Lippenbekenntnisse sind.

Darüber werde ich in Zukunft hier bei Facebook den Themenschwerpunk setzen, aber nicht nur kritisieren, sondern konkrete zum Teil schon realisierte Alternativ-Vorschläge machen, die die Nebenwirkungen und Risiken auf ein Minimum reduzieren. Für alles gibt es eine vernunftbetonte, der Logik gehorchende Lösung, das ist mein Konzept.
Ich würde mich sehr freuen, wenn mich die Grünen einmal einladen würden, die ich anfangs wegen ihrer großen Verdienste sehr geschätzt habe. Ich möchte sie bitten, mir die angeblichen Widersprüche meines Klimarettungs-Konzepts zu belegen. Das ist in sich selbst nach dem Prinzip des kleineren Übels realisierbar. Die Mehrzahl der fachkundigen Ingenieure, Physiker und Chemiker unterstützen mich hundertprozentig, haben aber kein Sprachrohr. Das gilt vor allen Dingen für die Abschaffung des Verbrennungsmotors, für den Umgang mit dem Wasserstoff, von dem ich überzeugt bin, dass er die Zukunftsenergie darstellt, und der Irrmeinung, wir könnten demnächst unseren enorm steigenden elektrischen Energieverbrauch nur aus Sonne und Wind speisen. Dabei wird der CO2-Anfall in Gebäuden durch die notwendige Energie zum Heizen und Kühlen, der zu fast 50% den Ausstoß bestimmt, vergessen. Auch das habe ich in meine Vorschläge eingearbeitet und die existierenden Widersprüche herausgestellt.

Warum ich wage, solche „besserwisserischen“ Vorschläge zu machen, habe ich in meinem frei-moderierten Video dargelegt. Bitte schauen Sie sich das an, bevor Sie Ihr Urteil fällen, es lohnt sich.

Ihr Jean Pütz

 

Thermische Großspeicher retten nicht unser Stromnetz – Ein Brief an das KIT

Diese Pressemitteilung ist mir aufgefallen, habe aber einige entscheidende und zeitweisende Einsprüche dagegen, die ich Ihnen unter dem Motto ‚Gedanken zur Zeit‘ nicht vorenthalten möchte:

Lieber Herr XXX (Pressesprecher mit Weiterleitung an die Wissenschaftler)

Ihre Forschungen unterstütze ich intensiv und finde diese neuen thermischen Speicher ganz hervorragend, obwohl die Idee ja schon lange bekannt ist und viel eher genutzt werden können. Aber es geschieht wieder etwas, was zeigt, dass auch Ihr Institut political correctness übt. Sie behaupten großspurig, das würde auch der Speicherung von elektrischer Energie Vorschub leisten, wissen aber ganz genau, dass zunächst die Umwandlung von elektrischer Energie in Wärme hervorragenden Wirkungsgrad bringt, wobei man da ja auch die direkt gewonnene Thermosolar-Energie z. B. über Solar-Kollektoren sogar noch effektiver nutzen könnte.

Den zweiten Schritt aber, Wärme wieder in Elektrische Energie umzuwandeln, kann ich nicht nachvollziehen. Wenn etwas den grün-orientierten Politikern nicht bewusst ist, dann ist es der 2. Hauptsatz der Thermodynamik. Mag sein, dass dieses Unwissen Ihnen viel Subventionen beschert, aber sie verschweigen, dass die Umwandlung von Wärme in elektrischen Strom diesem Gesetz unterworfen ist, und dass logischerweise ein ausgesprochen geringer Wirkungsgrad herauskommt, der niemals ausreicht, den Gau des elektrischen Netzes zu verhindern. Viel effizienter wäre, den nicht abzusetzenden Strom in überbordenden Sonne- oder Wind-Phasen in die Zukunftsenergie Wasserstoff umzusetzen. Aber ich sehe, Sie haben wieder viel Subventionen eingeheimst, ohne die Ministerin, die keine Ahnung hat, aufgeklärt zu haben. Sie hat das bestimmt nur deswegen prioritär begünstigt, weil sie diese Zusammenhänge nicht kennt. Abgesehen davon ist natürlich die Thermospeicherung eine tolle Sache. Nicht nur für Großgebäude, sondern in Eigenheimen könnte das enorm an der Energie sparen, die sowieso ursächlich für den CO2-Ausstoß verantwortlich ist, nämlich der gesamte Gebäude-Sektor mit fast 40-50% an CO2-Gesamtaufkommen beteiligt ist. Aber der Schwerpunkt liegt natürlich auf den 6-8%, den unsere persönlichen Automobile verpulvern. Sie schüren damit die Mär, dass es irgendwann einmal möglich ist, unseren gesamten elektrischen Energieverbrauch auf regenerative Energie umzustellen. Als Sachverständiger wissen Sie, dass das nie möglich sein kann, insbesondere, wenn jetzt durch E-Autos ein enormer elektrischer Energie-Anteil hinzu kommt. Der naturwissenschaftlich und elektrotechnisch nicht vorgebildete Bürger ist natürlich beeindruckt von der Meldung, dass es mittlerweile schon mögliche ist, 50-60% des Gesamtverbrauchs an elektrischer Energie durch regenerative Quellen zur Verfügung zu stellen. Dabei wird verschwiegen, dass elektrische Energie nicht einfach so hin und her geschoben werden kann. Wenn Sie wollen, kann ich Ihnen dazu ganz präzise Berechnungen liefern. Sie tun so, als das in Zukunft u. a. durch thermische Speicher ermöglicht würde, das ist grob fahrlässig und Bürgerbeschiss. Die einzige effektive rationelle Möglichkeit ist, Pumpspeicherwerke zu errichten, die aber in Deutschland auf Grund der Topographie und Bürgereinsprüchen nicht mehr möglich sind.

Das Ganze hefte ich stets ab unter dem Titel: Korruption der Wissenschaft durch Subventionen. Leider ist die CO2-Vermeidung nicht das einzige Beispiel. Wir brauchen Forschungsminister wie z. B. den ehemaligen Prof. Riesenhuber, mit dem ich früher sehr intensiven Kontakt hatte, der diesen Irrglauben verhindert hätte. Aber Frau Karliczek, die ich politisch schätze, ist damit völlig überfordert.

Ich erlaube mir, eine Kopie dieser Mail dem BMFT zukommen zu lassen. Fazit: Es gibt Bürger, die sich nicht so leicht hinters Licht führen lassen, aber die naturwissenschaftliche Schwarmintelligenz der Deutschen ist so abgesunken, dass nur noch populistische und plakative Politik eine Chance hat – das postfaktische Zeitalter ist eingetreten.

Lieber Heidelberger,
bitte leiten Sie diese Mail unbedingt an die zuständigen Wissenschaftler weiter. Ich hoffe, jemand antwortet mir wider meiner Erfahrung, aber meist ist Schweigen die Folge, wer hat schon die Fähigkeit, das zu überprüfen!

Nichts für Ungut

Ihr Jean Pütz

(KIT) – Windparks und Solaranlagen erzeugen in Deutschland jedes Jahr tausende Gigawattstunden Strom, der im Moment der Erzeugung nicht genutzt werden kann und abgeregelt wird. In anderen Momenten wiederum werden fehlende Kapazitäten mit Energie aus fossilen Quellen ersetzt. Ein Teil der Lösung könnten große elektrothermische Speicher sein, die zur Netzstabilität beitragen. Die Grundidee besteht darin, Strom in Wärme zu wandeln, diese Wärme in vergleichsweise preiswerten Speichern zu puffern und bei Bedarf wieder in Elektrizität umzuwandeln. „Durch Verwendung von Medien wie Salzschmelzen und flüssigen Metallen als Speicher- und Wärmetransportmedien können sehr hohe Temperaturen erreicht werden“, sagt Professor Thomas Wetzel, der am Institut für Thermische Energietechnik und Sicherheit (ITES) sowie am Institut für Thermische Verfahrenstechnik des KIT forscht. „Das erschließt neue Einsatzfelder für thermische Speicher in der Industrie und schafft ökologisch und ökonomisch nachhaltige Optionen für den klimafreundlichen Umbau der Energieversorgung.“

Wärmespeicher im industriellen Maßstab kommen bereits heute zum Einsatz: In der konzentrierenden Solarthermie wird Wärme in Salzschmelzen gespeichert und in Dampfkraftwerken in Strom umgewandelt. Im Verbundprojekt LIMELISA (steht für: Liquid Metal and Liquid Salt Heat Storage System) unterstützen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des KIT nun die Entwicklung thermischer Speicher der nächsten Generation, die speziell für den Strom-Wärme-Strom-Prozess ausgelegt werden. Sie konzentrieren sich dabei auf Flüssigmetalltechnologien, während am DLR mit Salzschmelzen gearbeitet wird. Koordiniert und ergänzt wird die Forschung vom Industriepartner KSB, einem international agierenden Hersteller von Pumpen und Armaturen, der schon seit den 1960er-Jahren Erfahrungen mit Flüssigmetallkreisläufen gesammelt hat.

Werkstoffe und Komponenten für hocheffiziente Energiespeicher

Konventionelle elektrothermische Speichersysteme arbeiten etwa auf Basis von Nitratsalz. Sie können unter anderem aufgrund der verwendeten Werkstoffe und Komponenten wie Pumpen und Ventile aber bislang nur bei Temperaturen von bis zu maximal 560 Grad Celsius betrieben werden. „Für die Rückverstromung mit konventionellen Dampfkraftwerken sind deutlich höhere Temperaturen notwendig“, sagt Projektleiterin Dr. Klarissa Niedermeier vom ITES. „Am KIT werden wir Schlüsselkomponenten in einem bis zu 700 Grad heißen Bleikreislauf testen.“ Der direkte Kontakt mit dem Flüssigmetall macht dabei spezielle Werkstoffe notwendig, die ebenfalls am KIT entwickelt und getestet werden. Am Institut für Hochleistungsimpuls- und Mikrowellentechnik arbeitet Dr. Alfons Weisenburger an diesen speziellen Stahlmischungen. „Konventionelle Methoden für den Korrosionsschutz reichen bei solchen Temperaturen nicht mehr aus“, erklärt er. „Wir nutzen unter anderem Aluminiumoxid als eine Art Schutzschild, um Pumpen und Armaturen zu schützen.“

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten auch in der Industrie

Ein großer Vorteil von thermischen Speicherlösungen sind ihre vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, auch im Dienste der Sektorenkopplung. Neben dem im Projekt LIMELISA verfolgten Strom-Wärme-Strom-Prozess können die dabei entwickelten Technologien auch dazu verwendet werden, Wärmenetze mit erneuerbarem Strom zu versorgen. In der Industrie wiederum können sie effizient Hochtemperatur-Prozesswärme liefern, wie sie in der Chemie- und Baustoffindustrie oder bei der Metallverarbeitung benötigt wird. „Aktuell wird dieser Hochtemperatur-Wärmebedarf überwiegend mit fossilen Energieträgern gedeckt“, sagt Dr. Walter Tromm, der Leiter des ITES. „Hochtemperatur-Wärmespeicher wären hier eine elegante Option, die zugleich die Nutzung regenerativer Energie für industrielle Schlüsselprozesse erschließt und das Problem der fluktuierenden Verfügbarkeit regenerativer Energiequellen löst“.

Bedeutung der sekundären Pflanzenstoffe in Gemüse, Früchten, Getreiden und Nüssen, aber auch in Honig und sonstigen Nahrungsmittel völlig unterschätzt – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Leider beginnt die Wissenschaft erst in letzter Zeit, diese sekundären Pflanzenstoffe ins Visier zu nehmen. Die Industrie hat daran wenig Interesse gezeigt, außer in der Werbung, die völlig überzeichnet wird. Gott sei Dank gibt es Industrie-unabhängige Forschungsinstitute.

Ich schlage vor, sich vor allen Dingen eine Substanz einmal vorzunehmen, die meinen Alltag im Alter entscheidend verbessert hat: Hagebuttenpulver, gewonnen aus den Früchten der wilden Rose. von meinem Orthopädie-Professor wurde mir mit 75 Jahren die Prognose eröffnet, dass ich demnächst dringend künstliche Hüft- und Knie-Gelenke bekommen müsste. Auch ein Knie-Operation am Meniskus brachte keine Linderung. Da ich das ablehnte, stellte ich mich darauf ein, Schmerzmittel – insbesondere Ibuprofen – mein Leben lang einnehmen zu müssen.

1. Ich warne dringend davor, Ibuprofen in größeren Mengen einzunehmen, denn nach einigen Monaten bekam ich große Probleme mit meinen Nieren. Mein Internist bescheinigte mir, dass diese kurz vor dem Versagen ständen. Er hatte mit das Schmerzmittel nicht verschrieben, welches ja auch u. a. Entzündungshemmend wirkt. Als ich ihm das beichtete, war der Übeltäter identifiziert. Ich hatte das Glück, dass sich die Nierenschäden wieder völlig zurück bildeten.

Später erfuhr ich, dass auch viele Sportler Ibuprofen  prophylaktisch einnehmen, weil sie glauben, dass dies die Schmerzgrenze erheblich reduziert und dadurch größere Leistungen möglich sind. Mittlerweile sind einige Gerichte mit dem Problem konfrontiert, die Ärzte für die Rezeptverteilung dingfest zu machen. Das ist allerdings sehr schwierig.

2. Ein Freund meinte, ich solle doch einmal das Hagebuttenpulver versuchen, dass hätte ihm geholfen. Als ungläubiger Thomas belächelte ich seinen Rat, fand ich doch nirgends in der Wissenschaft Belege dafür, dass dieses bei Gelenkproblemen helfen würde. Doch notgedrungen versuchte ich es doch. Morgens früh, einen gehäuften Teelöffel fachmännisch produziertes Hagebuttenpulver, eingerührt in meinen täglichen Früchtejoghurt, revolutionierte mein Leben. Nach zwei Monaten war ich schmerzfrei, und das nach fünf Jahren, weil der Körper sich offenbar  nicht daran gewöhnt und die Wirkung nachlässt. In alter Hobbythekmanier suchte ich nach einem verlässlichen Produzenten, denn es kommt nicht nur auf die Qualität der Hagebutten an, sondern ebenso auf die Produktionsmethode. Die Früchte der wilden Rose müssen geöffnet werden, die Kerne von den Juckhärchen entfernt und anschließend Schalen mit Fruchtfleisch und Kernen zu feinem Pulver vermalen werden, ohne Erhitzung.

Ich lernte einen Argentinier kennen, der aus Deutschland heraus seinen Landsleuten in der ärmsten Gegend Argentiniens, in Patagonien, mit einem Entwicklungsprojekt helfen wollte. Wo sollten diese wilden Heckenrosen natürlicher wachsen als in der unbelasteten Pampa? Dort wurde eine Fabrik errichtet, die diese Hagebuttenfrüchte optimal verarbeitet. Inkl. der Pflücker entstanden Arbeitsplätze für über 400 Menschen.

Wie in den früheren Hobbythek-Sendungen, in denen ich solche Projekt öfters startete, wurden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die Produkte sind für jedermann preislich erschwinglich und helfen garantiert allen Beteiligten im Sinne des fairen Handels. Die Online-Firma, zu der ich unmittelbaren Zugang habe: ‚Jean Pütz Produkte‘, an der ich garantiert nicht beteiligt bin, sozusagen als Nachfolgerin der ehemaligen Hobbythek-Zutaten, erklärte sich bereit, dieses Projekt zu unterstützen und bietet dieses Hagebuttenpulver aus Patagonien extrem preiswert an: 500g für knapp unter 12,00 Euro. Damit kann ein normaler Verbraucher drei Monate auskommen.

Übrigens, ich nehme die doppelte Menge, weil der Südwestfunk in einer Sendung Hagebuttenpulver als Super-Food bezeichnet hat, weil es neben den sekundären Pflanzenstoffen einen Vitamin-Cocktail beinhaltet, der offenbar insgesamt das Immunsystem stärkt. Dabei schließe ich den Placeboeffekt aus, denn über die Firma gelang es mir, eine persönliche Forschung zu betreiben. In hunderten von Briefen und vielen Proben, die ich an meine persönlichen Freunde,  gebracht habe, wurde mir mit großer Begeisterung die Wirkung bestätigt. Ein Brief eines Kölner Freundes geht mir nicht aus dem Gedächtnis. Er schrieb mir, dass er enorm von Corona profitiert hätte. Er hatte schon einen Operations-Termin zum künstlichen Ersatz seiner Hüfte. Doch wegen Überbelegung der Intensiv-Station des Krankenhauses wurde dieser Termin auf den Sankt-Nimmerleinstag verlegt. So wie ich, griff er zum Hagebuttenpulver, welches ich ihm gegeben hatte. Jetzt ist er schmerzfrei.

Damit wir uns recht verstehen: Das ist zwar keine Forschung mit wissenschaftlichen Anspruch. Doch bei so vielen Rückmeldungen halte ich es umso dringlicher, dass sich die Forschung dem annimmt. Offenbar ist die heilende Wirkung besonders intensiv bei Arthrose in größeren Gelenken wie Knie, Hüfte, Schulter – leider nicht bei Schmerzen an der Wirbelsäule.

Bitte verstehen Sie diese Meldung nicht als eine Art Hintertür, aber es ist genau das, was mich früher in der Hobbythek als Ratgeber angetrieben hat. Von den vielen Rohstoffen, die ich zur Realisierung der Rezepte empfohlen habe, verdiente ich nie einen Pfennig bzw. Cent. Das wurde sogar gerichtlich bestätigt.

Ihr Jean Pütz

Hier nun ein objektiver Beitrag der Bundeszentrale für Ernährung über die Bedeutung der sekundären Pflanzenstoffe

(BZfE) – Endlich ist der Frühling da. Wenn die Temperaturen allmählich steigen, es länger hell bleibt und überall grünt und sprießt, wächst meist auch die Lust auf frisches saisonales Gemüse und Obst. Passend dazu lockt das erste regionale Frühlingsgemüse auf dem Wochenmarkt, im Supermarkt und bald auch aus dem eigenen Garten. Das Gute daran: Wer jetzt auf Bärlauch, Radieschen, Spinat, Spargel oder Rhabarber setzt, sorgt für Abwechslung und vielfältigen Genuss und tut gleichzeitig seinem Körper Gutes. Denn Gemüse und Obst der Saison liefern neben Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen weitere wertvolle Inhaltstoffe – die sekundären Pflanzenstoffe. Sie stehen für den typischen Duft von Kräutern wie Rosmarin und das herrliche Aroma von Früchten wie Erdbeeren und sind als natürliche Farbstoffe nicht zu übersehen.

Carotinoide beispielsweise färben Lebensmittel orange bis leuchtend rot und Anthocyane kräftig blau-violett. Ihre Wirkung blieb lange Zeit unentdeckt. Mittlerweile haben Wissenschaftler allerdings erkannt, dass sie in vielerlei Hinsicht für unsere Gesundheit wichtig sind.

Es gibt zahlreiche Hinweise, dass sekundäre Pflanzenstoffe unter anderem das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen verringern, den Cholesterinspiegel und Blutdruck senken und das Immunsystem stärken können. Sie helfen vermutlich, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken, Entzündungen zu hemmen und uns vor Bakterien zu schützen.

Rund 10.000 dieser Gesundheitshelfer kommen in unserer Nahrung vor; allerdings sind längst noch nicht alle identifiziert. Enthalten sind sie in Gemüse und Obst sowie in Hülsenfrüchten, Getreide und Nüssen. Wer jetzt bei den kulinarischen Frühlingsboten zugreift und auch sonst gerne farbenfrohe Mahlzeiten genießt, kann gleichzeitig das gesundheitsfördernde Potenzial der sekundären Pflanzenstoffe für sich nutzen.

Welche Gruppen an sekundären Pflanzenstoffen es gibt, in welchen Lebensmitteln sie vorkommen und welche gesundheitlichen Wirkungen ihnen zugeschrieben werden, erfahren Sie in einem neuen Beitrag vom Bundeszentrum für Ernährung.

HKW als Klimaretter – mit Verbrennungsmotor und Brennstoffzelle

(BKWK) – Mit 125 KWK-Anlagen von der Brennstoffzelle mit 1,5 kWel bis zum Biogas-BHKW mit 1.200 kWel liefert das kommunal von den Landkreisen Mainz-Bingen, Bad Kreuznach und Alzey-Worms getragene Unternehmen nun blauen Strom und blaue Wärme in Schulen, Verwaltungsgebäude, Wohnquartiere und weitere Versorgungsobjekte. Blaue Kälte für die Sektkühlung eines Weingutes im Wonnegau über eine Adsorptionskältemaschine ist auch schon dabei und soll weiter ausgebaut werden. Der Geschäftsführer der EDG, Christoph Zeis, ist ein überzeugter, unermüdlicher und tatkräftiger Macher in Sachen dezentraler Kraft-Wärme-Kopplung, schon viele Jahre im Vorstand des B.KWK und hier aktuell Sprecher des Beirates Grundsatzfragen.

„Kraft-Wärme-Kopplung nimmt im Energiesystem der Zukunft eine entscheidende Rolle ein, wenn wir uns nach dem Ausstieg aus der Atomkraft auch von Kohleverstromung verabschieden. KWK-Anlagen sind das Paradebeispiel der Sektorenkopplung, denn sie verbinden den Strommarkt mit dem Wärmemarkt und verknüpfen beide mit dem Gasmarkt, der auf Sicht durch Biomethan und Wasserstoff immer grüner werden wird. KWK wird im Transformationsprozess sowohl die positive Residuallast übernehmen, wenn die volatile Wind- und Sonnenstromerzeugung nicht ausreicht als auch die negative Residuallast ausgleichen, wenn der Überschussstrom für Power-to-Heat in Speichern oder in Wärmepumpen zum Einsatz in Wärmenetzen Verwendung findet. Hocheffiziente KWK ist der ideale und dauerhafte Partner der Erneuerbaren Energien auch über das Jahr 2050 hinaus im hier dargelegten symbiotischen Sinne zur Erreichung der Pariser Klimaschutzziele“, so Zeis in seiner kraftvollen Argumentation.

B.KWK-Präsident Claus-Heinrich Stahl hat die EDG mit ihrem Sitz im rheinhessischen Nieder-Olm jetzt zur feierlichen Übergabe der Zertifikate „Blauer Strom®“, „Blaue Wärme®“ und „Blaue Kälte®“ besucht und sich ein Bild von der Philosophie des Unternehmens sowie seiner Arbeitsweise für Energieeinsparung, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien gemacht: „Was Christoph Zeis hier mit ´seiner` EDG nach der Gründung im Jahr 1998 in nunmehr 23 Jahren aufgebaut hat, ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Energiewende auf dezentraler, kommunaler Ebene mittels Contracting-Modellen geht. Das bestätigt sich auch mit dem Energy-Efficiency-Award, den die EDG als Preisträger nach 2019 auch 2020 von der dena erhalten hat. So könnte es eigentlich überall in Deutschland gemacht werden, um unsere nationalen Klimaschutzziele auf der Zeitachse auch schnellstmöglich zu erreichen“, so Stahl in Verbindung mit seinen Glückwünschen zur Zertifizierung Blaue Energie für die EDG.

Wie mit Russland umgehen: Extreme geschriebene Kommentar-Resonanz auf meinen Beitrag: Gerät Deutschland wegen des Konflikts Russland – Ukraine in Kriegsgefahr?

Hier finden Sie meinen Beitrag

Den folgenden Auszug aus Morning Briefing von Gabor Steingart vom 22.04.2021 möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Da stimme ich ausnahmsweise einmal Gregor Gysi von der Partei ‚Die Linke‘ (ehemals PDS) zu, mit der ich normalerweise  nicht übereinstimme.

Wogegen ich mich intensiv wende sind die Analysen von Robert Röttgen von der CDU (ehem. Volkspartei). Beide Podcast werde ich nachliefern.

Jean Pütz

(Morning Briefing) – In Deutschland herrscht keine Einigkeit darüber, wie mit dem schwierigen Nachbarn Russland zu verfahren ist. Im Osten unseres Landes gibt es traditionell den Wunsch nach Dialog, Zusammenarbeit und einer harmonischen Sonderbeziehung, jenseits der NATO. Gregor Gysi, der außenpolitische Sprecher der Linkspartei im Bundestag, sagt im heutigen Morning Briefing Podcast:

Man erreicht humanistische Gesten, gerade bei autoritären Strukturen, nur dann, wenn man auf sie zugeht, mit ihnen vernünftig redet. “

Wir brauchen wieder die Stunde der Diplomatie und nicht die Stunde des Militärs.

In Westdeutschland hingegen wird Putin seit jeher skeptischer gesehen. Merkels diplomatische Offensive gegenüber Putin, die in der Ost-Ukraine einst den Waffenstillstand brachte und die bei der Gas-Pipeline auf Vertragstreue pocht, gerät in den eigenen Reihen unter Druck. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses Norbert Röttgen sagt

Wir sehen Aggression auf der einen Seite und beantworten sie mit einem Megawirtschaftsprojekt für Gazprom, von dem wir in Deutschland und Europa gar keinen Vorteil haben. “

Der Drohung Putins müsse man geschlossen entgegentreten

Wenn Gewalt und militärische, völkerrechtswidrige Gewaltanwendung akzeptiert wird als Teil der Außenpolitik in Europa, dann hätten wir wieder einen neuen, gespaltenen Kontinent. Dann würde Gewalt herrschen und dem müssen wir entgegentreten. “

Röttgen thematisiert auch die Einmischung russischer Stellen in den bundesdeutschen Wahlkampf:

Russland ist aktiv in der manipulativen Einwirkung in die demokratischen Prozesse des Westens. Das zählt zu seiner destabilisierenden Außenpolitik. “

Fazit: Diese Debatte über den richtigen Umgang mit Putin muss geführt werden – auch in Deutschland. Wer schweigt, stimmt zu.

Deshalb: Putins Russlands – wohin steuert der Westen?

Hämorrhoiden – ein Volksleiden. Muss das sein? – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Die anschließende Pressemitteilung widmet sich endlich der Forschung auf breiter Ebene dieser quälenden Erscheinung am After. Ich weiß nicht, ob diese wissenschaftlichen Ergebnisse Ihnen, liebe Leser, ganz persönlich helfen. bisher war man ja auf wohlmeinende Ratschläge angewiesen, die durchaus Sinn hatten. Allerdings darf das Hämorrhoiden selbst bei leichten Schmerzen nicht unterschätzt werden. Ich empfehle Ihnen unbedingt ärztlichen Rat.

Da ich selbst ab meinem 30. Lebensjahr darunter gelitten habe, habe ich natürlich sehr viel recherchiert und letztlich sogar in meinem sehr erfolgreichen Hobbythekbuch ‚Darm und Po‘ (200.000 Aufl.) ein ganzes Kapitel gewidmet. Leider ist es vergriffen, aber in bekannten Antiquariatsquellen erhältlich und heute noch lesenswert. Wie ich aus Ihren Zuschriften weiß, hat es auch viele Menschen aufgeklärt, sich möglichst regelmäßig einer ärztlichen Darmuntersuchung (Koloskopie) zu unterwerfen. Auf den ersten Blick ist das unangenehm, aber vielen hat es das Leben gerettet, denn der häufig vorkommende Darmkrebs ist, wenn er früh genug erkannt wird, nicht nur durch operativen Eingriff heilbar und keinesfalls heutzutage Todesurteil. Auch die Co-Autorin des Buches und ich, wir haben von dieser Einsicht profitiert.

Gestatten Sie mir aber einen Tipp zum Thema Hämorrhoiden über das hinaus, was in der unten stehenden wissenschaftlichen Meldung beschrieben wird: Ich selbst bin das Leiden vor etwa 20 Jahren durch Eigeninitiative losgeworden, weil ich unter sehr hartem Stuhl litt. Das ist kein Beinbruch, aber wenn der Kot heraus soll, oft nur unter kräftigen Nachhelfen, entstehen kleinere Risse in der Haut des Afters. Insbesondere, wenn es nicht täglich klappt, wird der Darminhalt durch die Darmwände so entwässert, dass er diese feste Konsistenz annimmt. In dem Buch habe ich auch ausführlich beschrieben, dass der Kot beim gesunden Menschen mindestens zu 50% aus abgestorbenen Darmbakterien besteht. Diese sogenannte Darmflora ist für unsere Gesundheit extrem wichtig, was Immunologen erst vor etwa 10 Jahren wissenschaftlich herausgestellt haben.

Der Darm ist auch die Ausgangsquelle unseres Immunsystems. Man kann sogar freimütig behaupten, ist der Darm gesund, ist der Mensch gesund. Doch eins ist dringend zu berücksichtigen: Diese Darmbakterien, auch wenn sie extrem nützlich sind, z. B. sogenannte Coli-Bakterien, dürfen auf keinen Fall in den Blutkreislauf gelangen, da erzeugen sie Blutvergiftungen. Daher ist es so gefährlich, wenn der Blinddarm sich entzündet und einen Durchbruch verursacht und die Darmbakterien in den Bauchraum geraten.

Die Mediziner behaupten sogar, dass der gesamte Verdauungstrakt vom Mund bis zum Austritt eigentlich gar nicht zum Körper gehört. Umso wichtiger ist die Gesundheit der Darmwände, die als Filter die nötigen Nahrungsbestandteile passieren lassen. Im Magen wird die Nahrung zur Verdauung vorbereitet und die Enzyme der Verdauungsflüssigkeiten aus der Bauchspeicheldrüse zerlegen unseren Lebenstreibstoff so, dass seine kalorienhaltigen Bestandteile ebenso wie Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe uns das Leben ermöglichen.

Wenn dieser bakterienstrotzende Kot am After durch feine Risse in den Blutkreislauf gerät, erzeugt er dort Wunden. So war das jedenfalls bei mir der Fall, so dass sich regelrechte Ausstülpungen gebildet haben, die entfernt werden mussten. Verhindert habe ich dass dann durch extreme Hygiene nach jedem Stuhlgang. Entschuldigen Sie, dass ich Ihnen die folgende Prozedur nicht vorenthalten kann. Oft bleiben Kot-Reste am Ausgang hängen, die diese schmerzhaften Entzündungen verursachen. Sie müssen peinlichst durch Waschen entfernt werden. Dazu hilft mir eine milde Flüssigseife, die nicht brennt,  und natürlich viel Wasser. Bitte nicht nur äußerlich, sondern durchaus den Finger, der nicht umsonst Stinkefinger heißt – verwenden. Überall dort, wo ich konnte, habe ich mir ein Bidet angeschafft. In Frankreich ist das üblich, aber leider gibt es viele Hotels, die darauf aus Kostengründen verzichtet haben. Dann muss man es halt etwas umständlich am Waschtisch besorgen.

Ich habe in meinem Leben von diesen Maßnahmen so profitiert, dass ich das Ihnen nicht vorenthalten wollte. Meine Frau meint, ich hätte ein stark entwickeltes Helfersyndrom, sorry, hier stehe ich und kann nicht anders. Jetzt kann ich Ihnen nur noch in Zukunft gesunden Po wünschen.

Ihr Jean Pütz

(Uni Kiel) – DNA-Analysen von fast einer Million Menschen erlauben internationalem Forschungsteam unter Beteiligung des Exzellenzclusters PMI Einblicke in Krankheitsmechanismen der bisher kaum erforschten Volkskrankheit

Hämorrhoiden sind blutgefüllte Polster am Ende des Verdauungstraktes, die dazu dienen den After zu verschließen und den Stuhlgang zu kontrollieren. Umgangssprachlich bezeichnet man mit Hämorrhoiden oft auch die krankhafte Vergrößerung und Ausstülpung dieser Polster. Bei dieser formal als Hämorrhoidalleiden bezeichneten Erkrankung schwellen die Hämorrhoiden an, was zu Juckreiz, Brennen und Blutungen führen kann und den Alltag teilweise massiv einschränkt. Häufig bleibt es bei einer milden Ausprägung, die mit konservativen Maßnahmen behandelt werden kann. Fortgeschrittene, symptomatische Stadien hingegen sind mit erheblichen Einschränkungen verbunden und erfordern dann eine chirurgische Behandlung. Die Erkrankung wurde bereits in der Antike beschrieben und betrifft heute Schätzungen zu Folge einen großen Teil der Bevölkerung, auch wenn hierzu genaue Angaben fehlen. Trotzdem ist das Hämorrhoidalleiden wenig erforscht – möglicherweise auch, da es ein Tabuthema ist, über das nur ungerne gesprochen wird. Sowohl die genauen molekularen Mechanismen als auch die Gründe, warum nur manche Menschen ein ausgeprägtes Hämorrhoidalleiden entwickeln, sind bisher ungeklärt. Zu möglichen Risikofaktoren zählen vermehrtes Sitzen, Übergewicht, ballaststoffarme Ernährung, übermäßig lange Toilettengänge oder zu starkes Pressen sowie das Heben von schweren Gegenständen. Allerdings gibt es bisher dazu keine eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung des Exzellenzclusters „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) konnte nun anhand von genetischen Analysen wichtige Erkenntnisse über dieses Volksleiden liefern. Ihre Ergebnisse haben sie heute in der renommierten Fachzeitschrift Gut veröffentlicht.

Die Forschenden haben dazu Erbinformationen von 218.920 Patientinnen und Patienten mit Hämorrhoidalleiden und 725.213 Vergleichspersonen untersucht. Sie griffen dabei auf eingelagerte Proben aus verschiedenen großen populationsbasierten Kohorten zurück, also für die Gesamtbevölkerung repräsentative Sammlungen von Bioproben. Durch die Analysen konnten sie 102 Regionen im menschlichen Genom identifizieren, die Gene enthalten, die zu einem erhöhten Risiko für Hämorrhoidalleiden beitragen – also sogenannte Risikogene. Bis dahin war noch kein einziges Risikogen bekannt.

Hinweise zu Krankheitsmechanismen

Zusätzlich haben die Forschenden Zellen aus Hämorrhoiden-Gewebeproben analysiert, die bei Operationen entnommen worden waren. Dabei haben sie die Proteinprodukte, für die die neu entdeckten Risikogene kodieren, direkt im menschlichen Hämorrhoidalgewebe nachgewiesen und damit gezeigt, in welchen Bereichen die Risikogene aktiv sind. Dadurch konnten sie erstmals Hinweise darauf finden, welche Funktionen bei der Erkrankung möglicherweise gestört sind und zu den Symptomen führen. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Hämorrhoidalleiden zumindest teilweise aus einer Fehlfunktion der glatten Muskulatur, der Blutgefäße und des Bindegewebes in diesem Bereich resultiert. Damit haben wir erste Hinweise auf mögliche Krankheitsmechanismen dieser bisher so unzureichend charakterisierten Volkskrankheit. Langfristig könnte das bei der Entwicklung zusätzlicher nicht-invasiver Therapieoptionen helfen“, sagt einer der federführenden Autoren, Professor Andre Franke, Mitglied im Exzellenzcluster PMI und Direktor des Instituts für Institut für Klinische Molekularbiologie (IKMB) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel. Bisher werden Hämorrhoidalleiden schwereren Grades überwiegend chirurgisch, also durch Entfernen des überschüssigen Gewebes entfernt. Ein besseres Krankheitsverständnis könnte zukünftig auch zur Entwicklung von Therapien beitragen, die direkt an möglichen Ursachen ansetzen.

Hohes Erkrankungsrisiko frühzeitig erkennen

Aus den identifizierten Risikogenen haben die Forschenden sogenannte polygene Risikoscores (PRS) berechnet. Diese Werte geben für Kombinationen mehrerer Risikogene jeweils das Risiko für ein Hämorrhoidalleiden an. Um diese rechnerisch gewonnenen Risikoscores zu testen und ihre Korrektheit zu bestätigen, haben sie diese an genetischen Daten von Patientinnen und Patienten überprüft, die nicht in der ursprünglichen Analyse eingeschlossen waren. Die Erkrankten, die alle schwerere Ausprägungen des Hämorrhoidalleidens hatten, waren klinisch ausführlich charakterisiert, so dass die Risikoscores mit den realen klinischen Daten abgeglichen werden konnten. Es zeigte sich, dass höhere Werte tatsächlich mit einem erhöhten Risiko korrelieren: Bei den analysierten 180.435 zusätzlichen Personen wiesen diejenigen, die besonders jung erkrankten oder häufiger operiert werden mussten, besonders hohe Werte an Risikoscores auf. „Zukünftig könnten diese Angaben uns dabei helfen, Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Ausprägungen frühzeitig zu identifizieren und genauer zu begleiten. Auch könnten die so identifizierten Personen möglicherweise besonders von einer präventiven Lebensweise profitieren“, sagt einer der Co-Autoren, Professor Volker Kahlke, niedergelassener Proktologe in Kiel, von dessen Patientinnen und Patienten ein großer Anteil der zur Validierung genutzten Proben stammen.

Hämorrhoiden offenbar spezifisch für den Menschen

Nicht nur das Hämorrhoidalleiden war bisher wenig erforscht. Auch über die Hämorrhoiden selbst ist bisher nur wenig bekannt. Die Co-Autoren Professor Thilo Wedel und Professor Francois Cossais, Direktoren des Anatomischen Institutes der CAU, haben daher zusätzlich zum Hämorrhoidalleiden beim Menschen vergleichende Untersuchungen an verschiedenen Tierarten durchgeführt, um zu klären, ob bei diesen solche analen Blutgefäßschwellkörper ebenfalls vorhanden sind. Wedel beschäftigt sich schon seit langem mit dem anatomischen Aufbau des Enddarms und des darin eingelagerten Hämorrhoidalplexus. Nun hatte er die Gelegenheit, erstmals Gewebeproben eines Gorillas und eines Pavians zu analysieren. „Während der Mensch über sehr gut entwickelte Hämorrhoidalpolster verfügt, sind diese beim Gorilla und Pavian zunehmend geringer ausgeprägt und bei der Maus gar nicht mehr zu finden, wie wir zeigen konnten. Wahrscheinlich ist dies dem aufrechten Gang des Menschen geschuldet, bei dem ein sicherer Analkanalverschluss besonders wichtig ist,“ fassen Wedel und Cossais zusammen.

Die EU schlägt nachhaltige Finanzregeln vor – doch diese stoßen auf Kritik

Die EU-Kommission will mit einem Paket von Verpflichtungen grüne Investments stark fördern. Kritiker warnen vor Eingriff in die Freiheit von Unternehmen.

Die EU schlägt nachhaltige Finanzregeln vor – doch diese stoßen auf Kritik

Die EU-Kommission will mit einem Paket von Verpflichtungen grüne Investments stark fördern. Kritiker warnen vor Eingriff in die Freiheit von Unternehmen.

Presseerklärung der EU-Kommission
EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis (l.) und Mairead McGuinness, EU-Kommissarin für Finanzdienstleistungen, haben ihr Paket für nachhaltige Finanzen in Brüssel präsentiert.

Brüssel An Selbstlob sparte die EU-Kommission für ihren umfangreichen Vorschlag für nachhaltige Finanzregeln nicht. Mit diesem komplizierten Regelwerk – Taxonomie genannt – sollen Unternehmen, Versicherer und Banken zu mehr grünen Investitionen bewegt werden.

„Europa gehört zu den Ersten, die sich auf nachhaltige Finanzierung konzentrieren“, sagte der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis. Die Kommissarin für Finanzdienstleistungen, Finanzstabilität und Kapitalmarktunion, Mairead McGuinness, sprach von „bahnbrechenden Vorschlägen“. Mit der Taxonomie sollen Investoren künftig besser erkennen können, welche Finanzprodukte in der EU dem Klimaschutz tatsächlich nutzen.

Die komplizierten Regeln, die unter der Führung Dombrovskis’ und seiner Kollegin McGuinness entwickelt wurden, sollen in Zukunft sogenanntes Greenwashing ausschließen. „Die neuen Bestimmungen werden eine grundlegende Wende im Finanzwesen herbeiführen“, war sich Kommissarin McGuinness sicher.

Das Paket besteht aus einer „delegierten Verordnung“ zur EU-Klimataxonomie, die Investitionen in nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten fördert. Darüber hinaus ist eine Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der Unternehmen geplant. Die neue Direktive will künftig fast 50.000 Unternehmen in der EU zu detaillierten Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung zwingen. Bisher waren es nur 11.000 Unternehmen.

THEMEN DES ARTIKELS

CSU

Grüne

Europäische Union

Anlagestrategie

Umweltschutz

Energie- und Umweltpolitik

Ursula von der Leyen

Die Kommission schlägt nicht nur die Entwicklung von Standards für Konzerne, sondern künftig auch die Entwicklung „verhältnismäßiger Standards“ für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor. Für nicht börsennotierte KMU sind die Standards aber noch freiwillig.

Reaktionen auf Paket kritisch

Außerdem sind noch sechs „delegierte Änderungsrechtsakte“, unter anderem zur Anlage- und Versicherungsberatung, von der Kommission vorgesehen. Sie sollen dafür sorgen, dass beispielsweise Banken und Versicherer die Nachhaltigkeit in ihre Kundenberatung aufnehmen.

Die Reaktionen auf das vorgestellte Taxonomie-Paket fielen in Brüssel am Mittwoch überwiegend kritisch aus. Zu den Plänen der Kommission für ein nachhaltiges Finanzwesen sagte der CSU-Europaabgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecher der EVP-Fraktion, Markus Ferber: „So, wie die Kommission das Thema angeht, besteht die große Gefahr, dass sich die vielen einzelnen Puzzlestücke am Ende nicht zu einem schlüssigen Gesamtbild fügen und die Regeln für alle Beteiligten nicht mehr anwendbar sind.“

Obwohl der letzte Aktionsplan zur nachhaltigen Finanzierung noch nicht mal abgearbeitet sei, bringe die Kommission schon den nächsten Schwung an Vorschlägen auf den Weg.

Im Europaparlament wird befürchtet, dass mit den Kommissionsvorschlägen zusätzliche Bürokratie auf die Unternehmen zukommt. „Das Versprechen der EU-Kommission, die Taxonomie-Verordnung als eine einfache, anwendungsfreundliche Orientierungshilfe zu gestalten, ist nicht eingelöst worden“, sagte die Vizepräsidentin des Europaparlaments, Nicola Beer (FDP), dem Handelsblatt in Brüssel.

„Klare Kriterien, fit für die Praxis ohne zusätzliche Bürokratielast für kleine und mittlere Unternehmen, das war der Maßstab, und da bleiben wir leider weit abgeschlagen.“ Denn anders als die Kommission glauben zu machen versuche, seien die Auswirkungen der Taxonomie nicht auf die Anlageseite beschränkt sondern würden über die Finanzierung von Investitionen tief in die Kreditvergabe an Unternehmen eingreifen.

Politische Steuerung von Geschäftsmodellen

Es drohe eine politische Steuerung von Geschäftsmodellen und Lebensentwürfen, warnte die liberale Europapolitikerin eindringlich. Um nicht mit einem Schlag Arbeitsplätze gerade im Mittelstand zu gefährden, müsse sehr kurzfristig dafür gesorgt werden, dass die Berichtspflichten entschlackt werden und diese vor allem nicht schon für 2021 rückwirkend ab dem 1. Januar 2022 vorgeschrieben sind.

Auch der CSU-Europapolitiker Ferber sieht die zunächst noch freiwilligen Reporting-Regeln für mittelständische Unternehmen kritisch: „Was heute freiwillig ist, wird morgen verpflichtend. Diese Hintertür sollten wir definitiv geschlossen lassen“, warnte der einflussreiche Parlamentarier. „Wir müssen aufpassen, dass der Mittelstand nicht über die Lieferkette ohnehin in den Anwendungsbereich gezogen wird.“

Auch die geplante verpflichtende Abfrage von Nachhaltigkeitspräferenzen bei der Beratung für Anleger durch Banken stößt auf Ablehnung im EU-Parlament. Nach Meinung von Kritikern dürfen Kunden nicht in Produkte gedrängt werden, die nicht für sie geeignet sind.

Die EU-Kommission verteidigte sich am Mittwoch, dass die Vorschläge zur Taxonomie „lebend“ seien und je nach wissenschaftlichen und technischen Erkenntnissen geändert würden.

Geld soll in Richtung Nachhaltigkeit

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hatten sich die EU-Institutionen – Parlament, Rat und Kommission – auf das EU-Klimaschutzgesetz endgültig geeinigt. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und ihr für den Green Deal zuständiger Stellvertreter Frans Timmermans haben am Mittwoch die erzielte politische Einigung auf das Gesetz begrüßt.

Das Gesetz verpflichtet die EU darauf, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen und ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 zu senken. „Unser politisches Versprechen, bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu werden, ist nun auch eine rechtliche Verpflichtung. Dieses Gesetz schreibt rechtsverbindlich fest, dass die EU bis spätestens 2050 klimaneutral sein muss“, sagte von der Leyen.

Die EU steht daher mächtig unter Druck, das Geld in nachhaltige Projekte umzulenken. Um die Treibhausgase radikal zu senken, braucht sie nach eigenen Angaben jährliche Investitionen von 350 Milliarden Euro. Mit einem Rahmen für ein nachhaltiges Finanzwesen will sie nun das Investorengeld in großem Maßstab umleiten. Deshalb macht die EU-Exekutive Tempo.

Die vorgeschlagene „delegierte Verordnung“ zur EU-Klimataxonomie wird von Parlament und Mitgliedstaaten in den nächsten vier Monaten geprüft. Insider in Brüssel erwarten um den Vorschlag der Kommission zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der Unternehmen intensive Diskussionen mit den Europaabgeordneten und den Regierungen der Mitgliedstaaten. Die sechs „delegierten Änderungsrechtsakte“ beispielsweise in der Anlage- und Versicherungsberatung dürften laut Kommission bereits ab Oktober 2022 Anwendung finden.

Spätere Reglungen

Wie erwartet, hat die EU-Exekutive unterdessen Investitionen in Gas und Atomenergie von einer Regelung ausgenommen. Sie sollen zu einem späteren Zeitpunkt nach einer tieferen Prüfung geregelt werden.

Dafür gab es Kritik von Rasmus Andresen, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament. Andresen sprach von einer „herben Enttäuschung“ und nannte die Entscheidung „zukunftsfeindlich“.

Lob gab es hingegen aus der EVP, der größten Fraktion im Europaparlament, für die Entscheidung. „Bioenergie, Gas und Kernenergie in einem eigenen separaten Rechtsakt zu regeln gibt die Chance für eine schnellere und effizientere Energiewende. Ich bin deshalb dankbar, dass die Kommission die auch von uns vorgebrachte Kritik gehört hat und somit einen technologieneutralen Ansatz wählt“, sagte Markus Pieper (CDU), parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Gruppe.

Nicht nur das EU-Parlament, sondern auch zahlreiche Mitgliedstaaten – insbesondere aus Osteuropa – sehen Gas weiter als unverzichtbare „Übergangstechnologie“.

20.04.21 Treibt der Konflikt zwischen Russland und Ukraine Europa in einen Krieg?

Aktuell: Deutschland übernimmt routinemäßig den Vorsitz im Europarat. Eine Chance, mit Russland zu verhandeln?

Wieso gibt es deutsche Politiker, die sich nicht zurückhalten und Russland immer wieder verbal angreifen. Wir handeln und verhandeln mit so vielen Schurkenstaaten, warum muss es ausgerechnet Russland sein, welches wir wegen mangelnder demokratischer Grundprinzipien verdammen? Ohne Russland kein Frieden in Europa.

Gott sei Dank ist die Ukraine noch nicht Mitglied der NATO, aber sie verlangt permanent nach Waffenlieferung. Kein Wunder, dass Russland – auch als Drohgebärde – Truppen an der Grenze zusammenzieht. In meinem moderierten Beitrag versuche ich zu erklären, warum die Krim für Russland strategisch unentbehrlich ist und in einer Schnaps-Idee von Chruschtschow, als die Ukraine noch dem Staatenbund der UDSS angehörte, der Ukraine zugeschrieben wurde. Man kann durchaus die Frage stellen, ob die spätere Wiedereingliederung völkerrechtliche Relevance hat. Aber durch die vielen Sanktionen, die der Westen danach gegen Russland verhängt hat, ist nicht nur das Verständnis Putins für die westliche Politik vergiftet, sondern auch umgekehrt. Meines Erachtens ist so auch der Krieg um Donbass entstanden.

Im Beitrag wird auch erklärt, warum westliche Versprechungen an Gorbatschow, als Deutschland vereint wurde und die UDSSR zerfiel, hinterlistig hintertrieben wurden, als die Oststaaten und das Baltikum nach ihrer Unabhängigkeit in die NATO einbezogen wurden. Die Folge: Heute steht sie unmittelbar vor Russlands Grenzen. Hat das nicht auch völkerrechtliche Konsequenzen? Klar, dass dieses Misstrauen Putin dazu animiert hat, auf viele Menschenrechte, die der Westen gerechterweise verlangt, zu verzichten.

Geschichtlich war die Bevölkerung Russlands so wieso nicht nur erst seit Stalin, sondern auch schon unter den Zaren, die Zwangsherrschaft und extreme Ungerechtigkeit gewöhnt. Nur wenige Bürger lehnen sich deshalb nach dem Prinzip der Demokratie dagegen auf. Da ist es nur ein kurzer Weg zur Verdammung der sogenannten Dissidenten ins Straflager à la Gulag. Ohne diese Politik, so denkt Putin, würde Russland ins Chaos stürzen.

Übrigens, wo bleiben parallel da Sanktionen gegen Erdogan, der Hunderttausende politisch Andersdenkende nach dem schwachbrüstigen Putsch ins Gefängnis gesteckt hat, nicht zu sprechen von den Verbrechen, die er gegen das kurdische Volk begeht. Die Verhältnisse in China möchte ich überhaupt nicht erwähnen, mittlerweile sind wir wirtschaftlich davon so abhängig, dass Deutschland sich einen Zwist mit China nicht mehr leisten kann. Ob das langfristig den Frieden erhält, ist auch die Frage.

In diesem Grundverständnis muss mit Putin verhandelt werden. Nachdem Russland wegen der Krim zunächst aus dem Europarat heraus geschmissen wurde, ist es jetzt wieder Mitglied. Es wird Zeit, dass Deutschland die Chance des Vorsitzes nutzt, um die dringendsten Kriegsgefahren abzuwenden.

Jean Pütz

Folge 190, der Vernunft eine Chance.