Archiv der Kategorie: Gedanken

Jean Pütz beim WDR – ein Zeitzeichen

Die TV-Karriere des Jean Pütz beginnt in einer Skatrunde. Anfang der 70er Jahre drischt der in Köln geborene Mathe- und Physiklehrer regelmäßig mit den WDR-Moderatoren Carmen Thomas und Klaus-Jürgen Haller Karten. Als der Sender den Aufbau einer naturwissenschaftlichen Redaktion plant, ist es Haller, der dem journalistisch interessierten Skatfreund bei den Verantwortlichen die Türen öffnet. Pütz überzeugt mit einem seltenen und fürs Fernsehen wertvollen Talent: Der 34-jährige Mathe-Pauker mit Diplomen als Nachrichteningenieur und Volkswirtschaftler weiß nicht nur, wovon er redet, er kann die kompliziertesten Dinge auch ebenso flockig wie verständlich erklären. Pütz erhält die Festanstellung als Redakteur und baut die neue Redaktion maßgeblich mit auf. Von seinen eigenen Interessen inspiriert, schneidert sich der Technik-Besessene ein völlig neuartiges Format auf den Leib, eine Sendung für Bastler, Tüftler und Wissbegierige: die „Hobbythek“. Am 22. Dezember 1974 läuft die erste Ausgabe zur besten Sendezeit im WDR Fernsehen.

Erklär-Sendungen heißen 1974 noch Telekolleg oder Schulfernsehen und sind vor allem eins: staubtrocken. Jean Pütz zeigt in seiner „Hobbythek“, dass es auch anders geht. Seiner Zeit weit voraus, erfindet er eine abwechslungsreiche Show, die Wissen schafft: quirlig, informativ und stets für ein breites Publikum verständlich. Dabei kommt Pütz in seinem rheinischen Sing-Sang gern „vom Hölzchen aufs Stöckchen“, vom Einfachen zum Komplizierten, vom Alltagsproblem zum Hochwissenschaftlichen. In den ersten Jahren steht der freundliche Schnauzbart noch gemeinsam mit Wolfgang Back vor der Kamera, der dann ab 1981 den hoch geschätzten „Computerclub“ präsentiert. Thematisch kennt Pütz keine Grenzen. Bei ihm lernen die Zuschauer ebenso Brot zu backen wie Pilze zu züchten oder Waschmittel und Kosmetika gesundheitsbewusst selbst herzustellen. Do-it-yourself heißt seine Devise: „Mein Prinzip ist, ich probiere alles aus und wenn ich das überlebe, mach ich daraus ne Sendung.“

Mit Gesundheitsthemen wie „Iss dich gesund bei Rheuma, Gicht und Knochenschwund“ oder „Gut gekaut ist halb verdaut“ gewinnt Pütz als WDR-Medizinmann vom Dienst ein Millionenpublikum. Nichts ist ihm zu anrüchig. So dringt er auch in der viel diskutierten Reihe „Rund um den Po“ tief in die Materie ein und macht zum Erstaunen der medizinischen Fachwelt die Bedeutung der Darmbakterien publik.Alles, was Pütz nach dem Motto „ich hab da mal was vorbereitet“ zusammen mixt, schraubt oder lötet, kann im Faltblatt „Hobbytipp“ nachgelesen werden, das die Zuschauer bei populären Themen bis zu 150.000 Mal anfordern. Zudem veröffentlicht der „Rheinische Düsentrieb“ (die tageszeitung) im Laufe der Jahre rund 80 Fachbücher, die insgesamt eine Auflage von über sechs Millionen Exemplaren erreichen. 2001 wird Jean Pütz als WDR-Redakteur pensioniert und macht hinter den Kulissen den Weg frei für seinen Zieh-Sohn Ranga Yogeshwar. Im März 2004 dann verabschiedet er sich auch als Moderator und schließt nach 345 Ausgaben seine „Hobbythek“. Kurz darauf startet der Unruheständler eine neue Medienkarriere: Im Kino-Hit „Findet Nemo“ leiht er dem sympathischen Fischlehrer Herr Rochen seine Stimme.

Stand: 22.12.09

Wie glaubwürdig ist Wissenschaft? Am Beispiel eines unsachlichen Angriffs auf den Impfbefürworter Ranga Yogeshwar

Lieber Ranga,

ich vermute, diesen Beitrag kennst Du. Die Vorwürfe, die an Dich gehen, könnte ich mir genauso anziehen. Auch ich muss mich mit notorischen Gegnern auseinandersetzen, aber wenn man sich das alles im Detail betrachtet, ist das eine Gemengelage, die sehr schwer auf zu bröseln ist. Eine Antwort darauf kann bestenfalls eine Doktorarbeit oder sogar eine Habilitations-Schrift bewältigen. Manches kann man nicht einfach so wegwischen, insbesondere weil Johannes Kreis ja auch der Methode der Wissenschaft näher kommt, indem er seine Fußnoten (links) mit angeblicher Relevanz setzt. Ich vermute, dass Du ihm deswegen auch noch nicht geantwortet hast. Du bist nun einmal jetzt der Prügelknabe – und nicht nur Du, sondern auch viele seriöse Wissenschaftsjournalisten. Dem müsste sich die Wissenschaftspressekonferenz entgegenwirken. Aber wer tut sich diese Arbeit an?

Trotzdem, Kreis als notorischer Impfgegner hat einige kritische Entwicklungen beschrieben, die die Relevanz und Glaubwürdigkeit der Wissenschaft unserer Gesellschaft infrage stellt. Auch ich bin der Meinung, dass durch ideologische Festlegung nach dem Motto: das nicht sein darf, was nicht sein kann, die Politik in der Bredoille ist. Um ihren angeblichen Lösungsweisheiten Nachdruck zu verleihen, wird gesponsert und gefördert auf Teufel komm raus. Das gilt insbesondere für die Klimarettung. Covid-19 müsste dem schon allein durch die Ebbe der Staatskassen Einhalt gebieten. Aber es wird so getan, als wenn der Topf unendlich groß wäre. Das ist eine Form des Populismus, der jeglichen finanzwissenschaftlichen Erkenntnissen widerspricht. Irgendwann wird es in einer Inflation sondergleichen enden.

Das gilt ausdrücklich nicht, was die Förderung der Wissenschaft zur Bewältigung der Corona-Pandemie anbetrifft. Die Gelder waren tatsächlich gut angelegt, denn die Methode des Impfens ist wohl die größte Errungenschaft, die die auf den Menschen bezogenen Wissenschaft historisch bewirkt hat. Wir haben uns seinerzeit gemeinsam durch die Erkenntnisse von AIDS und der Methode des Immunsystems fundamental auseinander setzten müssen, und waren damit die ersten, die dieser Seuche wissenschaftsjournalistisch auf den Grund gegangen sind. Daraus schöpfen Du und ich heute noch unsere Kompetenz.

Ganz klar, unser Immunsystem ist immer noch die beste Apotheke der Welt. Sie zu stimulieren – egal wie – ist die beste Förderung der Gesundheit für jedermann. Übrigens, meine damalige Hypothese (vor 40 Jahren), dass dabei auch das Darmmikrobiom im Rahmen der Immunabwehr eine entscheidende Rolle spielt, wird erst heute durch mannigfaltige Forschungen bestätigt. Sogar die Alterungsprozesse des Gehirns können dadurch beeinflusst werden. Diese wissenschaftliche Nachricht habe ich erst kürzlich auf meiner täglich aktualisierten Homepage www.jean-puetz.net  veröffentlicht. Genauso lässt sich unser Immunsystem durch Impfen stimulieren. Ich vergesse nie, dass der große Immunologe, Prof. Gerd Uhlenbrock, ein persönlicher Freund und heute noch hochrespektiert an der medizinischen Fakultät der Universität zu Köln mir einbläute: ‚Egal welche Impfung, ist stets eine Stimulierung des gesamten Immunsystems‘. Natürlich war er sich der Nebenwirkungen und Risiken bewusst, wie Du selbst ja leider auch in Erfahrung bringen musstest. Doch es kommt auf das große Ganze an, darin spielt sich die Krugs der aktuellen Diskussionen an. Jenseits aller wissenschaftlichen Pro und Contra: Der Mensch kann sehr schlecht mit Wahrscheinlichkeiten umgehen. Wenn die Erfolgsstory einer Impfung eindeutig nachweisen kann, dass das Risiko z. B. an einer Seuche zu erkranken, 1 Million zu 1 empirisch nachgewiesen ist, aber die Wahrscheinlichkeit, an der Seuche zu erkranken, 1000 zu 1 ist wie bei Covid-19, dann ist das für den Impfgegner keine Argument. Er kapriziert sich auf die Risiken und beißt sich an möglicherweise 10 bis 100 Ausfällen fest, z. B. Herzmuskelerkrankungen oder Thrombose, die bei Ungeimpften viel häufiger auftritt. So geschieht es psychologisch, dass wir mit so vielen Impfgegner und Impfverweigerern rechnen müssen.

Ein Mensch wie Kreis fühlt sich deswegen auch veranlasst, eine ungeheure Zeit und Arbeit in diese Beweisführung zu investieren. Alle diese vergessen, dass das Leben grundsätzlich ein Risiko darstellt und es darum geht, durch Verstand, Vernunft und entsprechendes Verhalten das Risiko zu minimieren. Ich erlebe das in eigener Erfahrung, meine sonst so intelligente Pina gehört zu dieser Gruppe. Noch die besten Argumente überzeugen sie nicht. Selbst die vielen Nachteile, die auf Ungeimpfte zurecht zukommen, veranlassen sie nicht zum Umdenken.

Du siehst, Johannes Kreis, der offenbar zu unserer Gemeinschaft der vernunftbegabten Bürger gehört, ist dieser Emotion erlegen. Trotzdem sollten in den Universitäten einmal Professoren das Problem aufgreifen, z. B. durch Vergabe von Doktorarbeiten oder Habilitationen.

Wir haben in letzter Zeit wenig Kontakt, weshalb sich unsere Emotionen voneinander entfernt haben. Ich meinte immer, Demokratie sei nur langfristig tragbar, wenn auch dem bildungsarmen Bürger zumindest ein geringes Verständnis von der Notwendigkeit von Wissenschaft und Technik vermittelt wird. Die Hobbythek war für mich nur am Rande ein ‚trojanisches Steckenpferd‘, das zu erreichen. Trotzdem werde ich heute noch als der Bastelonkel der Nation angesehen, obwohl ich die Redaktion Naturwissenschaft und Technik gegründet habe, mit dem Schwerpunkt, plausible und vorausschauende Wissenschaft und Technik zu vermitteln, manchmal – was die Themen anbelangt – um 10 bis 20 Jahre voraus, sh. ‚Digitaltechnik‘ (1973), ‚Ersatz von Hardware durch Software‘ (1978), vorausschauend die Klimakrise antizipierend und ihre mögliche Lösung 2 Folgen ‚Bilder aus der Wissenschaft (1990) und vieles andere mehr.

Du hast zu recht andere Schwerpunkte gesetzt. Dir ging es zwar auch um das Verständnis größerer Bürgerkreise, aber sprachst eher den Bildungsbürger an. Du weißt, nach der 99. Wissenschaftsshow empfahl ich Dir einen anderen Titel. Ich meinte ‚Quark‘ stellvertretend für Vollnahrungsmittel, Quark erzählen und die ‚Quarks‘ als das, was den Atomkern im Innern zusammen hält. Ihr nanntet es später ‚Quarks & Co‘, ok, aber der intellektuell Anspruch liegt bei diesem Titel viel höher. Natürlich bin ich stolz, dass Du einen solch großen Erfolg hast, das war selbstverständlich mediengerechter. Trotzdem wundere ich mich darüber, dass ‚Quarks‘ heutzutage komplett auf Political Correctness umgeschwenkt ist. Mein Hinweis in einem Brief an Fernsehdirektor Schönborn endete mit ein paar Links mit Themen, in denen er mir beweisen wollte, dass meine These nicht stimmt. Aber Briefe, die ich an die Reaktion geschickt habe, in denen ich den Bewies führte, wurde mir nie beantwortet. Wohlgemerkt, diese Redaktion habe ich gegründet, was hältst Du davon, ist das Stil? Ich weiß, Du bist nicht mehr verantwortlich, Du hast Dich aus den Zwängen einer schöngeistigen Tendenz befreit. Du bist ein gefragter Diskussionspartner in einer Medienlandschaft, die nicht mehr meine eigene ist. Ich begnüge mich heute bei Facebook mit einer Reichweite von 200.000, ohne persönliche Ambitionen, aber allein das Diskussionsforum der schriftlichen Kommentare der Bürger und die intensive Anteilnahme ist es Wert, einmal darauf zu schauen.

Ich bin gewöhnt zu beweisen, was ich sage, vermute aber, dass Du kein Facebook-Freund bist, deswegen hier der Link meines vorletzten Beitrags über meine Homepage, in dem ich biblisch magere Jahre voraussage.

https://jean-puetz.net/katastrophen-seuchen-klimawandel-buergerkriege-stehen-deutschland-und-europa-vor-biblisch-mageren-jahren

Meine Daten kannst Du natürlich über den direkten Facebook-Zugang prüfen. Hier der Link dazu

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=361128518713256&id=100044483317412

Herzliche Grüße
Dein Jean

Hier geht’s zum unglaubwürdigen Statement eines Querdenkers

 

 

 

Frank Wedekinds ‚Frühlingserwachen‘ heute

Brief an eine Freundin, deren Tochter mit Studenten in Freiburg im Studententheater Frank Wedekinds ‚Frühlingserwachen‘ realisiert hat. Interessant ist, dass es eine ‚Luxemburger Zeitung‘ war, die die Initiative für würdig befand, darüber zu berichten.

Liebe Sabine,

das Stück habe ich selbst nicht verfolgen können, denn ich bin ja in Apulien, aber das hat mir die Zeit geschenkt, den interessanten Artikel zu lesen. Wie kommt es dazu, dass eine mir unbekannte Luxemburger Zeitung ihre Recherchen bis Freiburg ausbreitet. Allerdings weiß ich, dass Freiburg auch viele Luxemburger Studenten beherbergt. Vielleicht liegt es daran.

 

Jetzt zum Inhalt:

1. Die Auswahl des Stücks – wobei Deine Tochter eine wesentliche Rolle gespielt hat – war schon sehr einfallsreich. Ich möchte nicht auf die tiefenpsychologische Problematik der Gesellschaft eingehen, weil die in ihrer Prüderie sogar die Zeit übertrifft, in der wir uns in unserem Alter mit der Bourgeoisie auseinandersetzen mussten. In der konkreten Unterdrückung von durchaus auch heute noch stattfindender Gewalt, steckt auch ein gesellschaftlicher Zündstoff , der auch uns Journalisten unsicher machen muss.

Die Fragen im Interview waren sehr klug gestellt, auch die Antworten Deiner Tochter interessant, wenn auch sehr vorsichtig, dass allein dies schon wieder die Verhältnisse unserer Zeit unsere Zeit widerspiegelt. Aber verständlich.

Das lässt mich in unsere Jugend zurückblicken. Im September werde ich 85 Jahre alt. Oft benutze ich das Bonmot vom Vorteil der ‚frühen Geburt‘ im ausgehenden verbrecherischen 3. Reich, welches als 100jährig angelegt war. Dass das heute schon wieder eine Rolle spielt, hätte ich als Rebell der 68er nie gedacht. Aber mittlerweile ist mir dieses Glück extrem bewusst, konnte ich doch auch in meinem journalistischen Alltag so reden, wie der Schnabel mir gewachsen war, so schreiben, ohne von oben Weisungen berücksichtigen zu müssen. Das war richtig die ‚Gnade der frühen Geburt. Wenn ich mir vorstelle, wie selbst heute im ‚Gender-, Feminismus- und Rassismus-Wahnsinn‘ jedes einzelne Wort auf die Waagschale gelegt wird und unabsehbare Konsequenzen haben kann, hätte ich früher gedacht, mir würden Ketten angelegt. Das alles in einer Zeit, in der viel wichtigere andere Probleme zu lösen sind. Ich habe den Eindruck, als befinden wir uns im vornehmen Salon der Titanic und streiten über die Gestaltung des abendlichen Dinner, und ob getanzt werden kann oder nicht. Der Salon befand sich bei der Titanic übrigens dort, wo die Übersicht nach draußen fehlte. Es war üblich zu schwelgen, zu kulturen und sich so satt zu essen, dass – wie heute – dem Übergewicht nicht mehr ausgewichen werden konnte, aber keiner bemerkte das. Die Schiffscrew hatte das Sagen, Widerspruch wurde verachtet.

Trotzdem großes Kompliment an die Initiative Deiner Tochter – der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Wenn Ihr einmal im Rheinland seid, lade ich Euch gerne zu mir ein. Ein Gästezimmer steht bereit, und die Pützerosa – eine Art Modell der Arche, gebaut auf Nachhaltigkeit, ist eine Reise wert.

Mit herzlichem Gruß auch an Deine Tochter

Dein Jean

(woxx) – Der Freiburger Interessenverband studentisches Theater (Fist*) fordert das Publikum in „Frühlings Erwachen – Eine Adaption Ihrer Wahl“ zum Handeln auf: Im digitalen Theatersaal entscheiden die Zuschauer*innen, welche Wendungen Frank Wedekinds Klassiker „Frühlings Erwachen“ nimmt. Maya Rollberg aus dem Regieteam spricht mit der woxx über die Textauswahl und unerwartete Reaktionen.

woxx: „Frühlings Erwachen – Eine Kindertragödie“ von Frank Wedekind ist ein Klassiker der deutschsprachigen Literatur des 19. Jahrhunderts. Warum dieses und kein anderes Stück für das interaktive Theaterprojekt des Fist*, Maya Rollberg?

Maya Rollberg: „Frühlings Erwachen“ beschreibt verschiedene Tragödien von Jugendlichen, die sich vor allem durch die gesellschaftliche Repression, die sie erfahren, entwickeln. Das Stück prangert die strukturelle Bevormundung und die damit einhergehende gesellschaftliche Tabuisierung vorrangig sexueller Themen an, welche dennoch häufig wie sprießende Pflanzen ihren Weg durch den Asphalt des augenscheinlich Gutbürgerlichen finden. Besonders die Jugend, die im Drama im Begriff ist sich, ihren Körper und ihr Umfeld unter den sehr repressiven gesellschaftlichen Umständen zu erkunden, verleiht ihren Krisen auf unterschiedliche und teilweise erschreckende Weise Ausdruck.

Habt ihr das Stück an die Gegenwart angepasst?

Der Text ist bis auf unseren Prolog nicht an die heutige Zeit angepasst. Die Stückwelt bleibt bis auf die Brüche mit den Interaktionen von der heutigen Zeit unberührt.

Die Jugend von heute hat aber vermutlich mit anderen Repressionen zu kämpfen als die des 19. Jahrhunderts.

Die Problematik ist nach wie vor so relevant wie noch vor 130 Jahren. Dies wurde auch in der Bearbeitung des Stücks deutlich, in dem viele Teammitglieder feststellen mussten, dass sie selbst Erfahrungen mit den Themen haben, die individuell verarbeitet werden müssen. Das hat uns oft vor Herausforderungen, aber auch vor viele Chancen gestellt.

Stichwort Herausforderungen: Auf der Website zu eurem Stück steht, dass die Premiere aufgrund unvorhersehbarer Reaktionen vom 23. auf den 29. Juli verschoben werden musste. Was ist vorgefallen?

Die Themen und Problematiken sind so heftig, dass es auch nach langer Bearbeitung zu unerwarteten Reaktionen kommen kann. Insbesondere wenn etwas mal anders läuft als geplant. Wir möchten das Ensemble schützen und dies nicht weiter erläutern, uns ist nur allen deutlich geworden, wie wichtig eine angebrachte Bearbeitung der Themen ist.

Was macht ihr, damit das gelingt?

Wir wollen in unserer Gruppe im Anschluss an die Produkion eine psychotherapeutische Begleitung durch Supervision durchführen. Wir haben die explizite Darstellung der Gewalt nun reduziert und damit den Schutz des Ensembles sichergestellt.

Wie viel Gewalt in dem Stück vorkommt, liegt am Ende wahrscheinlich auch an den Entscheidungen, die die Zuschauer*innen treffen. Gibt es eine Variante, die dem Originaltext treu bleibt?

Ein Handlungspfad kann gewählt werden, der tatsächlich genau das Originalstück nachstellt.

Und wie viele weitere Handlungsstränge sind möglich?

Dies möchten wir vorab nicht mitteilen. Es soll ja spannend bleiben (lacht).

Frühlings Erwachen – Eine Adaption 
Ihrer Wahl. Online auf der Website 
uni.theater/wedekindadaption 
vom 31. Juli bis zum 1. August, um 20 Uhr. Link zum Ticketkauf auf derselben Website.

Bemühungen eines Bürgers, der sich um unsere Demokratie bemüht mit meine Stellungnahme

Lieber Herr Sommer,

viel schlimmer ist, dass Politiker, die ihrer Vernunft gehorchen und in der Lage sind, richtige logische Schlüsse zu ziehen, in Populismuszeiten keine Chance mehr haben, gewählt zu werden. Das gilt auch für die Bereitschaft, längere Abhandlungen zu lesen, selbst dann, wenn sie volkswirtschaftlich sinnvoll und wohlstanderhaltend sind. Auch Moderationen über 2 bis 3 Minuten nimmt die Schwarmintelligenz der Deutschen nicht mehr wahr – außer einer Bürger-Elite, die mit Vernunft betonten Ideen kaum Chancen bekommen. Selbst die Wissenschaft wird durch das Füllhorn der staatlichen Unterstützungen korrumpiert, und zum political correctness gedrängt. Das geht leider quer durch alle Parteien.

Früher habe ich geglaubt, Demokratie wäre in der Lage, Probleme zu lösen. Leider aber ist die ausgeartet in die Verfolgung von emotionalen, einseitigen Lösungen, wobei nur die Vielfalt zum Ziel führen würde. Als Beispiel nenne ich das Elektro-Auto. In Deutschland ist es überflüssig wie ein Kropf, aber dem unbedarften Bürger wird klargemacht, hinten kommt kein Abgas raus, also rettet es das Klima. Einzelne Personen bestimmen dann die Scene, wie Elon Musk, der für Kalifornien notwendige Elektro-Autos entwickelt hat, die Städte würden sonst im Smog ersticken. Das gilt besonders für die chinesischen Städte. Nachweislich ist das E-Auto ökologisch nicht zielführend, wird aber auch von der Presse zum Goldstandard erhoben. Nebenwirkungen und Risiken werden PR-Tricks völlig unterdrückt. Die florierende deutsche Automobil-Industrie ist darauf reingefallen, weil die EU ja den auf Eingaben deutscher Politiker nicht das einzelne Auto im Verbrauch reduzieren will, sondern auf den sogenannten Flottenverbrauch setzt. Fälschlicher Weise wird ein E-Auto als CO2-neutral gezählt und reduziert den durchschnittlichen Flottenverbrauch, damit die großen SUVs weiter verkauft werden können, die kurzfristig maximal fünf Jahre den Profit garantieren. Das wird von allen Parteien gut geheißen – außer der AFD, deren Aufkommen von allen Demokraten mit Recht als Katastrophe empfunden wird.

Ich schreibe Ihnen nur, weil ich Ihr gutgemeintes und wertvolles Engagement etwas eingrenzen möchte. Unserer Demokratie geht es nicht gut. Die dahinter stehende Selbstorganisation eines Volkes durch freie Demokratie wird immer mehr eingeengt. Corona ist nur ein Beispiel, aber auch der Tatsache geschuldet, dass der Bildungsstand unseres Volkes in Sachen Naturwissenschaften einen Tiefpunkt erreicht. Verschwörungstheoretiker aller Arten überdecken jegliche Art von Vernunft. Vielleicht können Sie das einmal in Ihren Kommentaren und Bemühungen einfließen lassen.

Ansonsten Hochachtung

(Wegen Makuladegeneration kann ich nicht mehr lesen und schreiben, aber diktieren. Bitte nehmen Sie mir gelegentliche Verständnis-Irritationen nicht übel)

Jean Pütz

(Demokratie Plus) – Am 26. September 2021 ist es wieder so weit. Ich freue mich jetzt schon darauf. Sie gehört zu den Ritualen von Wahlen ebenso wie Umfragen, Hochrechnungen und Straßeninterviews.

Die „Elefantenrunde“.

Niemand weiß genau, wer wann diesen Begriff prägte. Es gibt sie seit über einem halben Jahrhundert, mit im Grunde immer gleichem Konzept: Am frühen Wahlabend versammelt sich die Runde der Vorsitzenden aller im Bundestag vertretenen Parteien in einem Fernsehstudio und interpretiert die Wahlergebnisse.

Das ist schon allein deshalb immer wunderschön anzuhören, weil fast jedes Mal fast alle Parteien die Wahl im Grunde gewonnen haben – glaubt man deren Protagonist*innen. Es gab schon Abende, an denen ein (noch) amtierender Bundeskanzler als Einziger im Raum nicht realisieren wollte, dass seine Zeit abgelaufen war.

Köstlich klingen auch die in Variationen immer wieder dargebrachten Erklärungen, warum denn die reine Prozentzahl so enttäuschend ausfiel, wo doch im Grunde die übergroße Mehrheit der Wählerinnen und Wähler die Position der jeweiligen Partei teilen würde.

Meist seien die angeblich gerade an diesem Tag zu Hause geblieben. Wahlweise wegen zu guten oder zu schlechten Wetters, wegen der falschen Annahme, die Wahl sei ohnehin schon gewonnen oder verloren oder aus anderen, oft überraschend kreativen Gründen.

Eine krachende Wahlniederlage wird zumeist damit begründet, dass man seine – zweifellos klugen und mehrheitsfähigen Positionen – nicht genügend „vermitteln“ konnte.

Faktisch nie hört man den Satz: „Wir haben die Wahl verloren, weil die große Mehrheit der Wähler*innen unsere Ziele nicht teilt.“

Das ist tatsächlich nicht der politischen Rhetorik geschuldet, sondern einer Variante des Phänomens der verzerrten Wahrnehmung.

In der vergangenen Woche sprachen wir über die egocentric bias – kurz gesagt, die Überschätzung der eigenen Bedeutung für Prozesse und Ergebnisse. Wir haben gesehen, dass ein kluger Umgang mit diesem Phänomen zum Beispiel in Beteiligungsprozessen durchaus eine positive Wirkung haben kann.

Heute wollen wir uns eine andere Ausprägung dieser Verzerrung genauer anschauen.

Wir Menschen neigen nicht nur dazu, unsere eigene Rolle (im Positiven wie im Negativen) überzubewerten. Das gilt auch für unsere Sicht auf die Wirklichkeit. Wir glauben in der Regel nicht nur, dass wir Recht haben, wir glauben auch, dass weit mehr Menschen unsere Meinung teilen, als dies der Fall ist.

Verantwortlich dafür sind mehrere Effekte, die zwei wichtigsten sind das Phänomen der Verfügbarkeitsheuristik und die so genannte Bestätigungsverzerrung: die confirmation bias.

Letztere besagt im Grunde, dass wir aus einer Fülle von Informationen tendenziell intensiver jene wahrnehmen, die unsere Meinung bestätigen. Wir bevorzugen also, was uns bestätigt, indem

  • passende Informationen besser in Erinnerung bleiben,
  • passende Informationen höher gewertet werden als gegensätzliche,
  • Informationsquellen für unpassende Informationen gemieden werden.

Das allein verzerrt bereits unsere Wahrnehmung. Dazu kommt, wie wir diese – bereits vorselektierten – Informationen interpretieren.

Hier kommt die Verfügbarkeitsheuristik ins Spiel: Wir bewerten die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen je nach ihrer Verfügbarkeit.

Wenn ein Ereignis besonders spektakulär ist, wenn wir davon besonders viel in den Medien lesen, dann halten wir es für besonders häufig.

Und das gilt eben auch für Meinungen. Wir nehmen tendenziell eher zur Kenntnis, was uns bestätigt. Und wir neigen zusätzlich dazu, diese Bestätigungen auch noch für besonders repräsentativ zu halten.

Genau das ist das Geschäftsmodell der Sozialen Medien. Die dortigen Algorithmen checken für uns genau nach diesen Kriterien. Inhalte, die mit unseren Vorlieben korrespondieren, bekommen wir besonders häufig angezeigt, andere werden ausgeblendet. So wirken sie quasi als Katalysator und fügen dieser Verzerrung eine weitere Ebene hinzu:

Wir bekommen ein vorgefiltertes Abbild der Welt präsentiert, selektieren selbst noch einmal und das, was am Ende übrig bleibt, wird dann auch noch verallgemeinert.

Geht es um ganz unbequeme Wahrheiten, so steht am Ende dieser Verzerrungskette dann auch schon mal eine glatte Leugnung der Wirklichkeit. Der Klimawandel ist dann nur ein Fake, Corona eine Erfindung von Bill Gates und Flüchtlinge sind nur hier, um unsere Töchter zu vergewaltigen.

So extrem scheitert die Wirklichkeit nur an wenigen Menschen, aber wir alle sind von den Verzerrungen nicht gefeit. Wir alle unterliegen ihnen – in unterschiedlicher Intensität.

So entsteht am Ende des Tages gesellschaftliche Spaltung, durch Selbstbestätigungsblasen, deren Mitglieder nicht mehr in der Lage sind, mit Anderen wertschätzend zu diskutieren – die es ihnen ja auch nicht leicht machen, weil ihre Blase ihnen eine ganz andere Wirklichkeit vorspiegelt und möglicherweise beide davon überzeugt sind, die Meinung der „schweigenden Mehrheit“ zu teilen.

Schlimm? Sicher. Unlösbar? Keinesfalls. In der kommenden Woche schauen wir uns gemeinsam an, wie wir diese Verzerrungen in Diskursen – und in Beteiligungsprozessen – nicht nur berücksichtigen, sondern tatsächlich austricksen können.

Herzlichst, Jörg Sommer 

Methanol als Chance – Brief an den Präsidenten des Bundesumweltamtes, Prof. Messner

Sehr geehrter Professor Dirk Messner,

zunächst möchte ich Ihnen ein großes Kompliment aussprechen. Das beeindruckende Interview, welches Sie gestern dem Deutschlandfunk gewährt haben, hat Ihre Interessen und Ambitionen sehr gut wiedergegeben. Ich vermute, dass ich Ihnen als Gründer und langjähriger Leiter der Redaktion Wissenschaft und Technik im WDR-Fernsehen bekannt bin, Stichwort Hobbythek (trojanisches Steckenpferd), Wissenschaftsshow, Bilder aus der Wissenschaft und schon an der Wurzel des digitalen Zeitalters in den 70er Jahren: Sendereihen (je 13 Folgen) ‚Einführung in die Elektronik‘ und ‚Digitaltechnik, eine Einführung‘. Aber auch in den 90er Jahren habe ich ein Umweltmagazin, Thema: ‚Dschungel – Leben und leben lassen‘, entwickelt und moderiert. Nachdem ich mir Ihren Lebenslauf angeschaut habe, stellte ich fest, dass wir eine gewisse intellektuelle Verwandtschaft besitzen. Viele Ihrer Intentionen haben mich seit über 50 Jahren als Wissenschaftsjournalist ebenfalls getrieben – manchmal auch gegen die Volksmeinung – Mainstream genannt  – mit eigenem und früh erkannten Klimarettungs-Konzept.

Die Parteien behaupten stets, die Maßnahmen müssten sozialverträglich sein. Doch in meiner Abschätzung sind die teils mit Milliarden Subventionen geförderten und Gesetzes-Charakter erhaltenen Lösungsansätze summa summarum in der ausschließlich deutschen Version nicht zielführend, und beruhen teilweise auf einem Wunschdenken, das angebliche Ergebnisse der Wissenschaft und Technik vorwegnimmt. Vom deutschen Territorium aus ist in dieser strikten Begrenzung – auch schon aus physikalischen und soziologischen  Gründen – eine Reduktion der Welttemperatur nicht erreichbar, es sei denn, wir erweitern dies nicht nur auf Europa, sondern beziehen insbesondere die ärmeren Entwicklungs- und Schwellen-Länder in einer Win-Win-Konzeption mit ein.

Schon seit meiner Pensionierung im WDR, verknüpfe ich auch nicht nur von mir entwickelte Lösungsansätze mit Forderungen an die Politik und Gesellschaft und mische mich engagiert in die Diskussion ein. Um nicht ausschweifend zu werden, begrenze ich mich in meiner Mail an Sie auf eine Idee, die ich auf Grund von Forschungen des Leibniz-Instituts verfolgt habe. Den Instituten in Rostock und Strahlsund ist es gelungen, der von mir so deklarierte Zukunftsenergie ‚grüner Wasserstoff‘ in viel besser händelbares Methanol unter ebenfalls solarem Einfluss völlig regenerativ zu verwandeln. Als Physiker und Ingenieur erscheint mir Methanol in jeglicher Hinsicht fast alle fossilen Brennstoffe ersetzen zu können, und zwar ohne Milliarden Investitionen in die Anwendung. Selbst der Verbrennungsmotor würde wieder die in der Technik so wichtige Funktion behalten, und zwar unter erheblicher Verbesserung des thermodynamischen Wirkungsgrades. Das Hoffen auf die Entwicklung von leistungsfähigen Brennstoffzellen wird die Entwicklung nicht hemmen können, denn der  mit regenerativem Methanol betriebene alte Otto-Motor zeitigt auf Grund der Möglichkeit wesentlich höherer Explosions-Temperaturen im Zylinder bessere Wirkungsgrade, ist viel preiswerter und sofort verfügbar als Kombination mit einem intelligenten Generator und Elektro-Motoren als alleiniger mechanischer Antrieb. Ein sogenanntes Hyper-Hybrid-System, nicht zu verwechseln mit dem Überflüssigen Plug-in-Hybrid. Mit nur einem Siebtel der Batterie-Kapazität eines E-Autos, macht er sogar die individuell notwendige E-Mobilität der Zukunft für jedermann kostengünstig erschwinglich.  Eine kleine Technologie-Schmiede in Österreich hat zwei reale Prototypen entwickelt, die in Sachen Ökologie jedes Batterie-schwere E-Auto in den Schatten stellen, alles mit vorhandenen, sozial-verträglichen Ressourcen.

Sie werden es kaum glauben, auch die Wärme- und Kälte-Erzeugung in den Gebäuden und Privat-Häusern kann regeneratives Methanol  – teils mit vorhandenen technischen Geräten – erfüllen. Der Schwachsinn, wertvollen elektrischen Strom demnächst dafür zu verhunzen – selbst mit elektrischen Wärmepumpen – wäre damit obsolet. In der Beurteilung dieser Situationen kommt mir meine ehemalige Eigenschaft als Dipl. Ing der Elektrotechnik und Oberstudienrat für Mathematik und Physik zugute.

Bleibt natürlich die Frage, woher soll das Methanol kommen. Natürlich reicht die Kraft der Sonne in Deutschland oder Europa nicht aus, um aus Wasserstoff und dem Wertstoff CO2 im Recycling Methanol zu produzieren. Das ist für mich als engagierter ehemaliger Entwicklungshelfer die große Chance für die Länder, die viel mehr verwöhnt durch die Sonne werden als wir. Hinzu kommt, dass die Fotovoltaik demnächst auf eine extrem preiswerte Perowskit-Solarzelle zurückgreifen kann. Die anfangs technischen Probleme hat die Wissenschaft gelöst. Sie sind nicht nur kostengünstig in der Herstellung, die Perowskit-Methode fußt auch auf grenzenlos zur Verfügung stehenden Materialien.

Bleibt noch das Problem, dass die Notwendigkeit besteht, auf grenzenlose Boden-Flächen zurückgreifen zu können. Da viele Entwicklungsländer gerade jetzt im Zusammenhang mit der Klimakrise an Wüsten grenzen, stehen diese dort in großem Ausmaß zur Verfügung. Natürlich müssen dann auch an Ort und Stelle die Fabriken errichtet werden, die unmittelbar das Methanol in zwei Stufen produzieren: zunächst den grüne Wasserstoff und anschließend das regenerative Methanol, welches leicht überall hin transporteiert werden kann. Dieses Methanol würde auch sämtliche Erdöl-Raffinerien in Zukunft überflüssig machen.

Lieber Professor Dr. Messner,

ich bin kein Spinner, sondern halte eine Optimierung der bisherigen Maßnahmen für dringend notwendig. Besteht die Möglichkeit, einen Arbeitskreis zu schaffen, der dies unter die Lupe nimmt und nicht von vornherein die Möglichkeit dieser Idee infrage stellt. Die hunderte von Milliarden Subventionen, die in die bisherigen Maßnahmen geflossen sind, werden leider auch ein Hemmschuh sein. Wer gibt schon gerne zu, dass er sich finanziell, politische und soziologisch in einer Sackgasse verrannt hat? Nach dem Interview mit Ihnen, welches ich mit großem Interesse verfolgt habe, bin ich sicher, dass Sie dies nicht ad acta legen. Gerne bin ich bereit, überall hin zu kommen, wohin Sie es wünschen, allerdings verfüge ich über eine technische Ausrüstung, so dass ich jederzeit erreichbar bin.

Übrigens aus Überzeugung leben alle meine unmittelbaren Familien-Angehörigen CO2-neutral. Das Mehrfamilienhaus in dem mein Sohn Jörn, Professor für Biochemie an der Universität zu in Straßburg, lebt, verfügt mitten in der Stadt über eine elektrische Wärmepumpe, allerdings mit französischem Atomstrom gespeist. in meinem Mehrfamilienhaus in Köln habe ich eine 5,5KW-Kleinheiz-Kraftwerk installiert. Auf dem Land – einem 4 ha-Areal, leben wir in zwei Einfamilien-Energie-Plus-Häusern, die ich selbst konstruiert und umgebaut habe, das eine mit einer Gas-Wärme-Pumpe und großen Dachflächen, bestückt mit Fotovoltaik und Solarthermie, das andere, in dem ich persönlich wohne, mit einer Pelletheizung und natürlich auch Fotovoltaik und Solarthermie. Die Lüftung in beiden Häusern arbeitet mit Wärme-Rückführung. Außerdem verfügen beide Häuser über eine 10-Kubikmeter fassende Zisterne mit eigener Brauchwasser-Leitung. Selbstverständlich achte ich auch auf Biodiversität mit kleinem Öko-Wald, Streuobst-Wiese und einem großen Areal bienenfreundlicher Blumen für meine fünf Bienenstöcke.

Kurzum, ich bin auf den Klimawandel gerüstet, aber möchte, dass meine Kinder und Kindeskinder die gleichen Chancen haben wie meine Generation, die als Jugendliche noch den zweiten Weltkrieg erleben musste. Sie können verstehen, dass ich  auch großen Wert auf sozialen Frieden liberale Demokratie für die Zukunft lege, die mir meine Karriere vom Handwerker ausgehend ermöglicht hat.

In der Anlage finden Sie meine virtuelle Visitenkarte mit allen meinen Daten. Darin enthalten ist auch der Link meiner seit über 15 Jahren installierten wissenschaftlichen Homepage, www.jean-puetz.net , die von mir täglich aktualisiert wird. Unter einer Art ‚hippokratischem Eid‘ mit strikter Trennung von Nachricht und Kommentar und Quellenseriosität.

Hochachtungsvoll

Ihr Jean Pütz

 

Mein Brief an einen ehemaligen Sachverständigen der Bundesregierung

Brief eines glücklicherweise machtlosen Wissenschaftsjournalisten, der sich der Vernunft verpflichtet fühlt, an einen Wissenschaftler, der ehemals im Beratergremium der Bundesregierung fungierte, aber ebenso den mangelnden Einfluss der Logik beklagt, auf dessen Einladung in sein Institut an der Universität zu Stuttgart. Er hatte einen offenen Brief an die Wissenschafts-Gremien geschrieben

Lieber Professor,

vielen Dank für Ihre prompte Antwort, dank auch für die Übermittlung Ihres Kommentars in der NZZ. Ich bin natürlich im Konzert der Wissenschaftler eine Quantité négligeable, das heißt, ich bin kein Wissenschaftler, sondern versuche die Wissenschaft so zu übersetzen, dass auch normale Menschen daran teilhaben können. Grundsätzlich sind wir Brüder im Geiste. Ich frage mich natürlich, warum unsere logischen Ansätze mit sehr viel Energie gespickt, so wenig Resonanz finden. Im Parallel-Studium habe ich 8 Jahre lang in der Volkswirtschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln vor allem empirische Soziologie studiert, weil ich als kriegsgeschädigter Jüngling, groß geworden in Luxemburg, wissen wollte, wie es überhaupt möglich sein konnte, dass ein zivilisiertes Volk, welches die Deutschen durchaus auch im Kaiserreich waren, einen solch verbrecherischen und psychopatischen nur Lautsprecher wie Hitler  eine Chance gegeben haben. Aus dieser Erkenntnis resultiert auch mein soziales und politisches Engagement – selbst im hohen Alter. Die Schlüsse, die ich daraus gezogen habe, auch wenn das an Sisyphus grenzt, bestimmen mein Handeln. Von Anfang an, als der WDR mir die Chance gab – ich war Studienrat für Mathematik und Physik an einer Berufsfachschule – habe ich mich eingesetzt für die Vermittlung von Verständnis für wissenschaftlich-technische fundamentale Tatbestände für jedermann – wohl unterscheidend zwischen populär und populistisch.

Ich sah voraus, dass die Expansion der Fülle der wissenschaftlichen Ergebnisse für Folgen haben müsste, wenn sich das Volk ausklingt. So wurde ich zu einer Art Prophet, der mit ‚Einführung in die Elektronik‘ (1972) den Übergang von der Röhre zum Transistor für Leute wie ich – ich war ja einmal Elektromechaniker, verständlich machte. Gegen den Spott meiner Kollegen aus der Kultur produzierte ich sogar bei den Nachbarkollegen in der Erwachsenen-Fortbildung die Sendung ‚Digitaltechnik, eine Einführung‘, weil mir natürlich als Ingenieur die Konsequenzen der Digitalisierung schon sehr früh bewusst waren. Eher gezwungenermaßen habe ich mich als Moderator selbst mit eingebracht, weil keiner dazu bereit war oder sich gebärdeten wie eine Art Opernsänger. Alles andere habe ich sozusagen 20 Jahre voraus prophezeit, der Übergang von der Hardware zur Software usw. Alles eigentlich für meine Kollegen, die Handwerker, nicht für die Akademiker.  Dass mir die Umwelt besonders am Herzen lag sieht man daran, dass ich meine erste Sendereihe unter dem physikalisch nicht ganz korrekten Titel ‚Energie, die treibende Kraft‘, 13 Folgen, 1969 als Autor geschrieben habe – drei Jahre vor der Veröffentlichung des ‚Club of Rome‘. Es waren Feature-Beiträge, unmoderiert mit vielen Schlüssel-Experimenten, damals noch mit handgemachten Video-Tricks, ohne Computer. Sie wurde Ende 1970 ausgestrahlt. Der zentrale Begriff war Nachhaltigkeit, dass unsere Kinder und Kindeskinder die gleichen Chancen behalten wie unsere Generation.

Übrigens, diese Serie wurde in allen dritten Programmen wiederholt und hatte den positiven Effekt: meine Kollegen in der Abteilung Wissenschaft und Kultur waren überrascht ob des Erfolgs, inklusive Chefs hatte ich daraufhin 30 Jahre lang  freie Bahn, meine Themen selbst bestimmen zu können. Ich bedaure alle Kollegen, die heute gewissen politischen und Erfolgs-Zwängen unterworfen sind. Nur selten kann man den Journalismus noch als frei bezeichnen. Der WDR hat z. B. einen extrem grünen Anstrich bekommen, so werde ich als Gründer der Redaktionsgruppe völlig negiert. Ich vermute, dass Ihnen, lieber Professor, ähnlich geht, obwohl Sie einmal als Medienberater der Bundespolitik unentbehrlich waren. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt und vielleicht kann ich Sie ein wenig beraten nach dem Prinzip ‚wie sage ich es meinem Kinde?‘, damit die Bürger ‚vor lauter Bäumen noch den Wald erkennen‘ können.

Ihren Artikel in der NZZ fand ich hervorragend, aber er war mit so vielen Informationen bespickt, dass ein nicht geschulter Mensch die Essenz daraus erkennen konnte. Ich glaube, die Entfremdung der Bürger, was die Populisten á la Trump bis zum letzten ausnutzen, liegt auch daran, dass wir Akademiker – insbesondere die Wissenschaftler – vielleicht sogar notwendigerweise, zu Art Parallelgesellschaft mutieren.

Gerne komme ich nach Stuttgart, freue mich auf die Begegnung und hoffe darauf, vielleicht eine Strategie zu entwickeln, wie wir die schlimmsten Folgen der politischen Traum-Tänzerei begrenzen können, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ich bin beidseitig geimpft und die Inzidenz ist so niedrig, dass wir eine Begegnung schon im Juni wagen können. Mein Sohn Joern, Professor für Biologie an der Universität in Straßburg, sagte mir, dass die Franzosen schon lange wieder Präsenz üben. Die Online-Methode kommt mir langsam zu Hals heraus.

Viele Grüße   Jean Pütz

Bürgerbetrug zur notwendigen Klimarettung und Abhilfe

Wem ist bewusst, was dem Verbraucher wegen vergeblicher Klimarettung alles zugemutet wird ?

(Warnung im Vorfeld: Der Autor dieses Kommentars ist ein entschiedener Gegner der faschistischen AFD, genauso wie der aus der DDR herüber geretteten Partei ‚Die Linke‘, die ihr Heil immer noch in der Kollektivierung der Wirtschaft und Gesellschaft suchen. Er setzt auf ‚ökologische und soziale Marktwirtschaft. Als Klimaschützer der ersten Stunde lebt er mit seiner ganzen Familie heute schon Klima-neutral und hat nur das umgesetzt, was er in seinen Fernsehsendungen empfohlen und propagiert hat.)

Vorwort: Mein Kommentar möchte aufklären, damit später niemand behaupten kann, er hätte es nicht gewusst, es geht nämlich unserer Demokratie an den Kragen

Regierung und Politiker, die für die Inhalte des schon beschlossenen und nachträglich verschärften Klimaschutzgesetzes verantwortlich sind, ebenso wie die grünen Einflüsterer, werden bei Eintritt der langfristigen Ergebnisse dieser Entscheidungen weg vom Fenster sein, oder schon lange abgewählt . Sie wussten nicht was sie tun, insbesondere weil die Einseitigkeit der Beschlüsse keinerlei Alternativen mehr zulässt. Wer übernimmt dann die Verantwortung, wenn die Folgen offensichtlich werden? Eins ist jedenfalls klar, wir müssen alle den Gürtel enger schnallen, unser Wohlstand geht hops und trotzdem wird mit diesen Maßnahmen aus Deutschland heraus die Erderwärmung nicht einmal um Bruchteile eines Grad Celsius verbessert, das ist sogar noch optimistisch gerechnet. Die Ursache liegt vor allen Dingen besonders darin, dass die gutgläubige Vorbildfunktion für die Welt völlig ins Leere greifen wird. Zwar scheint es so zu sein, dass die EU diese Maßnahmen aufgegriffen hat. Sie hat sogar zugestimmt, dass das Erdgas ab 2030 abgeschafft werden soll, obwohl immer noch um Lagerstätten zwischen Türkei und Griechenland oder im Südchinesischem Meer sogar mit Kriegsdrohung gestritten wird. Gleiches gilt für die Ostsee-Pipeline von Russland nach Deutschland. Erdgas sorgt jedenfalls derzeit noch für unser Wohlbefinden in Gebäuden, Miets- und privat Häusern in kalten und auch heißen Jahreszeiten. Viele Staaten, auch in Europa,  haben ganz andere Voraussetzungen als wir Deutschen. Frankreich, mit seinen vielen Kernkraftwerken, verfügt im Übermaß an elektrischer Energie auch zum Heizen.  Die süd-europäischen Staaten sind von der Sonne verwöhnt – ideal für die Fotovoltaik –  und in Ost-Europa schwören alle noch auf Kohle-Verbrennung.

Bei uns glaubt man im Wunschdenken, ausreichend regenerativen Strom erzeugen zu können, um damit das Erdgas zu ersetzen und die Gebäude mit elektrischem Strom heizen und kühlen zu können. Einfach lächerlich. Wieso ausgerechnet das Erdgas, welches nur wenig CO2 produziert, als Missetäter verschwinden soll, müssen die Berater-Gremien einmal erklären. Offenbar ist bei der Auswahl dieser Personen alles berücksichtigt worden, nur nicht deren Fachkompetenz. Es scheint, dass sie nach dem Prinzip entschieden haben, was nicht sein darf, das nicht sein kann.
Ganz klar, die zunehmende Erderwärmung muss gestoppt werden, wenn unser Globus für Menschen noch bewohnbar bleiben soll, aber die Einfalt dieser Entscheidungen muss der Vielfalt weichen. Wo  sollen die Hunderttausende von Terawatt-Stunden regenerative Energie herkommen, wenn jetzt auch noch die Gebäude mit elektrischem Strom beheizt werden müssen. Selbst Milliarden von Euro an Investitionen in die Infrastruktur der Gebäude, um die als einzig seligmachende elektrischen Wärmepumpen zu installieren, machen den enormen Bedarf an elektrischer Energie nicht geringer. Das gilt vor allen Dingen für Miets- und Privat-Häuser, Schulen und Bürogebäude. Wer soll die daraus resultierenden erheblich höheren Betriebskosten bezahlen? Der Staat hat nach Corona keine Reserven mehr. Die Hausbesitzer winken ab, denn sie werden ja schon durch die hohen Investitionen belastet. Die Mieter? die werden das nicht hinnehmen, denn schon jetzt sind sie häufig völlig überfordert. Doch stur wird auf das Datum 2030 gepocht.
‚Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht‘ (Heinrich Heine). Das alles, um CO2-Ausstoß zu vermeiden. Eine Möglichkeit des Recyclings dieses Wertstoffs ist völlig verworfen worden. So scheint das Schicksal seinen Lauf zu nehmen.
Das wird politische Konsequenzen haben, die auf lange Sicht den Rechtstaat gefährden. Derzeit sind etwa 2% der Bevölkerung zum Einsatz gegen den Klimawandel aktivierbar. Das sind die Überzeugungstäter inkl. NGOs, die sich allerdings lautstark bemerkbar machen. In der grünen Partei haben sie ihre Heimat gefunden. Die ‚Bündnis 90/Die Grünen‘ haben im Moment Oberwasser, weil die wenigsten der schweigenden Mehrheit sich der Konsequenzen dieser nur auf Deutschland bezogenen Folgen bewusst sind. Aber selbst Populismus wird später den Zorn und Unmut nicht mehr bremsen können. Ob das dann alles friedlich abläuft, ist die Frage und das einzige Risiko dieser gesetzlichen und kaum mehr reversiblen Maßnahme

Ich habe mir erlaubt, dazu eine Alternative zu entwickeln. Allerdings war es notwendig, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, sogar über die Grenzen Europas hinweg. Dass damit auch die Länder im Begriff  der wirtschaftlichen Entwicklung in einer WIN-WIN-Situation erheblich gestützt werden können, das ist den Propagandisten, die die Volksmeinung bzw. den Mainstream bestimmen, offenbar bisher noch nicht aufgefallen.
Auch die Technik wird dazu einen erheblichen Beitrag leisten können, denn die bisher auf Silizium basierenden Solarzellen werden sich erheblich verbilligen, wenn die sogenannte Perowskit-Methode zur Erzeugung von Solarstrom Raum greift. Das könnte auch den weltweiten Schrei nach der Kernenergie zum Schweigen bringen. Die meisten Entwicklungsländer liegen in Bereichen, die von der Sonne verwöhnt werden, Solarstrom wird dann die kostengünstigste Möglichkeit sein, um z.B. an Ort und Stelle – nicht nur bei uns – Wasserstoff und in der zweiten Stufe grünes Methanol zu erzeugen. Methanol ist praktisch verflüssigter Wasserstoff, der nicht nur als universale Alternative zu fossilen Brennstoffen geeignet ist, sondern auch wie Erdöl Produkte, ohne Milliarden Investitionen in Infrastruktur, eingesetzt werden kann.

Die technischen und ökologischen Voraussetzungen für die Verwandlung von grünem Wasserstoff in regeneratives Methanol sind erst kürzlich ausgerechnet in Deutschland sowohl in Instituten der Leibniz-Gemeinschaft als auch in den Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft entwickelt worden. Offenbar hat sich das bei den maßgeblichen Politikern noch nicht herumgesprochen. Wenn Sie mich fragen, ist das eine großartige Möglichkeit zu realisieren. Dabei können geschlossen Maßnahmen behilflich sein – das eine tun und das andere nicht lassen.
Quintessenz: die Lösung der globalen Erwärmung der Atmosphäre, kann nur mit permanenter Offenheit für neue Technologien erfolgen, sich zu früh festzulegen und auf Wunschdenken zu setzen ist kontraproduktiv.
Die Hoffnung stirbt zuletzt

Jean Pütz

Klimarettung mit regenerativem Methanol – ein globales Konzept! Ein Brief von Jean Pütz

Hier zunächst zum Artikel „Grünes Methanol“

Eine Mail an die Leibnitz-Gemeinschaft zu einem Seminar zum Thema: ‚Wo steht heute die Energiewende?‘

Auf diese Mail hat sogar schon der Präsident der Leibnitz-Gemeinschaft, Professor Kleiner, geantwortet. (s.u.)
Der Brief richtete sich zunächst an den Pressesprecher der Leibnitz-Gemeinschaft, enthält aber das Gesamt-Konzept zur globalen Lösung zur CO2-neutralen Lösung der Klimaerwärmung – weitab vom Wunschdenken und beruhend auf einer genialen Entwicklung (Erfindung) des Leibnitz-Instituts Strahlsund.

Lieber Herr Pütz,

besten Dank für Ihren wertvollen Hinweis! Die Konversion von Wasserstoff und CO2 in Methanol und auch der Weg zurück ist nun überhaupt keine Spinnerei und Methanol hat auch aus meiner Sicht ein hohes Potential, ein Energieträger der Zukunft zu sein – und dies insbesondere in der von Ihnen angesprochenen globalen Kooperation. Diese ist auch dringend notwendig, weil der menschengemachte Klimawandel ein globale Herausforderung und Krise ist, die letztlich auch nur global zu lösen ist.

An den technisch-wissenschaftlichen Fragestellungen in diesem Feld arbeiten verschiedene Forschungsgruppen, ganz voran auch unser Leibniz-Institut LIKAT in Rostock mit Matthias Beller, einem der weltweit renommiertesten Katalyse-Chemiker. Sie können dies in dem beigefügtem Papier nachlesen.

Ihr Matthias Kleiner
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Professor Matthias Kleiner
Präsident der Leibniz-Gemeinschaft

Lieber Herr Herbort-von Loeper,

ich habe eine inständige Bitte: Auch wenn es in sämtlichen Mainstreamdiskussionen nicht berücksichtigt wird und leider viele Institute, selbst Helmholtz, wegen der üppigen staatlichen Förderung auf political correctness geschaltet haben. Ich will mich auf das Wesentliche beschränken.

Es ist reines Wunschdenken, dass die Energieversorgung in Zukunft in Deutschland ausschließlich aus regenerativen Quellen durch einheimische Solarthermie, Fotovoltaik, Wind-Energie und Wasserkraft bedient werden könnte. Selbst für die elektrische Energie trifft das wegen des Widerstands gegen neue Hochspannungstrassen, Windparks und Anlegen neuer Pumpspeicherwerke nicht zu. Die Fotovoltaik kann zwar noch erweitert werden, aber Deutschland hat das Pech, sich in einem Klimabereich zu befinden, in dem die Sonne nur temporär, also nicht besonders intensiv aktiv ist. Natürlich müssen alle Anstrengungen erfolgen, um das Maximum zu erreichen. Deswegen schlage ich ein weltumspannendes Ausgleichs-System vor. Zentrale Rolle spielt dabei der solare Wasserstoff. Hierzulande wird er nur diskutiert, um überschüssige Energie von Sonne und Wind, die temporär den Bedarf übersteigt, zu speichern. Aber auch da ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Uniformierten Bürgern wird weißgemacht, Die Energie des Wasserstoffs könnte man eins zu eins in Strom umwandeln, das wird auch noch geglaubt, weil das Wissen um den 2. Hauptsatz der Thermodynamik sehr wenig verbreitet ist. Für die meisten Schüler ist zum Beispiel Entropie ein Unwort, welches sie nicht begreifen.

Also ganz klar, um Wasserstoff in Strom zu verwandeln, entstehen große Verlust und auch die Brennstoffzelle ist diesen Gesetzen unterworfen und nicht besser als ein Verbrennungsmotor, insbesondere angetrieben durch Methanol. Doch das wird in der Mainstream-Diskussion unterdrückt.

Ganz klar, solarer Wasserstoff ist der Energieträger der Zukunft, aber schwer händelbar und nur unter Verflüssigung bei -252°C oder unter sehr hohem Druck speicherbar. Aber Physik und Chemie bieten eine Alternative.  Wasserstoff kann unter Mitwirkung der Sonnenenergie und Kohlenstoff in Form von CO2 in Alkohole verwandelt werden. Bekanntlich ist Alkohol flüssig, besonders interessant ist das Methanol. Wenn Sie mich fragen, das ist der Energieträger, der alle fossilen Treibstoffe ersetzen kann.

Übrigens: Wegen seiner hohen Klopffestigkeit kann er bei wesentlich höheren Explosions-Temperaturen z. B. in Otto-Motoren in Bewegungs-Energie und über einen Generator in elektrischen Strom umgesetzt werden. Das bedeutet nach dem 2. Hauptsatz der Energie, dass mit ihm extrem hohe Wirkungsgrade erreicht werden, jedenfalls selbst in Otto-Motoren wesentlich mehr als der Diesel, das heißt über 50%. In Hochtemperatur-Brennstoffzellen ist dieser Wirkungsgrad schon spitze.

Bleibt noch das Problem, dass CO2 bei der Produktion von regenerativem Methanol beteiligt werden muss. Theoretisch könnte das sogar aus der Atmosphäre gewonnen werden – eine Art CO2-Senke. Praktisch lässt es sich aber auch aus unvermeidbaren Verbrennungsprozessen problemlos abscheiden, unter geringem Druck verflüssigen und in einer Art Kreislauf recyclen.

So, und nun meine Idee, die mir als engagierter Entwicklungs-Stratege gekommen ist: Oft ist es so, dass die Entwicklungsländer, insbesondere in Afrika, über viel mehr Sonnenergie verfügen, als die Industrieländer, die sich bekanntlich in den mittleren Breiten angesiedelt haben.  Wie wäre es, wenn in diesen Ländern große, sozial-verträgliche Industriezweige etabliert würden, die dieses Methanol in großer Menge produzieren könnten. Auch die Industrie in unseren Breiten ist historisch dort entstanden, wo zunächst Wasserkraft genutzt werden konnte. Aber richtig ging es erst dort los, wo fossile Energieträger abgebaut werden konnten. Das gilt zumindest für Europa. Nun weiß ich als Soziologe, dass das einen langen Prozess nach sich zieht. Aber uns Europäern würde das schon heute nutzen, denn das Manko, welches  bei uns Mitteleuropäern besteht, ausreichend regenerative Energien zur Verfügung zu haben, könnte durch globalen Methanol-Handel ergänzt werden. Ich bin um so mehr von dieser Möglichkeit überzeugt, als die bisher Erdöl produzierenden Länder mit fliegen Fahnen ebenfalls diese Chance wahrnehmen würden. Die haben genügend Kapital, um bei der Finanzierung entscheidende Impulse zu setzen – eine Win-Win-Strategie im wahren Sinne des Wortes, denn Methanol kann ohne Änderung der Infrastruktur überall dort eingesetzt werden, wo heutzutage Milliarden an Investitionen notwendig würden, um die treibende Kraft der fossilen Treib- und Brennstoffe zu ersetzen. Das gilt sowohl für den Wärmemarkt, auf den z. B. unsere Gebäude zum Heizen und Kühlen angewiesen sind, als auch dem Verkehr, für den eine Industrie-mordende Revolution nicht nötig wird.

Übrigens, in Mecklenburg-Vorpommern gibt es kluge Ingenieure, die helfen werden, das alles von der Theorie in die Praxis zu führen. Es lohnt sich deshalb, den Inhalt des anliegende PDFs zu würdigen.

Lieber Herr Herbort-von Loeper,
bitte tun sie das nicht ab als die Idee eines Spinners. In meinem Vorleben war ich einmal Dipl. Ing. der Elektrotechnik, Oberstudienrat in Physik und Mathematik mit nebenbei abgeschlossenem Studium der Soziologie.

Ich weiß, die Themen solcher  Veranstaltungen werden früh abgestimmt, aber vielleicht können Sie diese Idee noch dazwischen zu schieben.

Wenn nicht, wäre ich Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir meine Denkfehler mitteilen würden.

Mit freundlichen Grüßen
Jean Pütz

Irrsinn des Elektro-Autos – Ein Brief von Jean Pütz

Lieber Professor Wellnitz,

mein Name ist Jean Pütz, Dipl. Ing. der Elektrotechnik und seit 50 Jahren Wissenschaftsjournalist, der sich den Ergebnissen der Science-Community verschrieben hat. Außerdem habe ich 1969 im WDR-Fernsehen die Redaktion Naturwissenschaft und Technik gegründet und war bis 2001 der verantwortliche Redaktionsgruppenleiter. Die Redaktion besteht heute noch und produziert das bekannt Wissenschaftsmagazin ‚Quarks‘ als Fortführung meiner von mir moderierten ‚Wissenschaftsshow‘.

Heute bemühe ich mich über meine eigenen Kanäle in den sozialen Medien Widersprüche in Technologie, politischen Umsetzungen und dabei entstehendes Wunschdenken – insbesondere was die Klimarettung – aufzudecken. Damit wir uns recht verstehen, ich bin engagierter Umweltschützer und lebe CO2-neutral, weil ich alles umgesetzt habe, was ich 1990 in der ARD im Rahmen ‚Bilder aus der Wissenschaft‘ in zwei Sendungen mit dem Titel ‚Der Sonne eine Chance‘ gefordert habe. Wäre die Politik damals auf die enorme Energie-Verschwendung und dem daraus resultierenden CO2-Ausstoß eingegangen, gäbe es heute keine Probleme mit der Einhaltung der CO2-Wert in Deutschland. Leider waren es auch die Architekten, die dagegen Sturm liefen mit dem Argument, das sei viel zu teuer.
Dabei spielen auch Verbrennungsmotoren in Kleinheizkraftwerken und Wärmepumpen eine wesentliche Rolle. Ich bewies, dass man mit technischen Maßnahmen und Vernunft den Energieverbrauch um 90% reduzieren könnte. Das wäre eine erkleckliche Menge geworden, weil damals wie heute Gebäude dafür verantwortlich sind, dass etwas 40-50% an der CO2-Bilanz Deutschlands darin bestehen. Stattdessen hat die Grünen-Ideologie sich populistisch auf den Verkehr gestürzt und will den Verbrennungsmotor abschaffen, obwohl unsere Privat-Autos nur 6-8% am CO2-Ausstoß beteiligt waren und sind.
In Ihrem Beitrag sprechen Sie von 16%. Gestatten Sie mir, dass ich das anzweifle und dagegensetze, dass der Gesamt-Verkehr inkl. Flugzeuge, Schiffe, LKWs und der notwendige öffentliche Verkehr insgesamt nur 20% ausmacht.

Nun hat man sich, wie Sie ganz richtig schreiben, auf das rein Batterie-betriebene Elektro-Auto versteift, welches nicht nur Sie und ich, sondern fast alle fachkundigen Ingenieure als Mogelpackung begreifen. Das Volk hat das gefressen, weil angeblich hinten nichts raus kommt. Seit Jahren habe ich mich schon mit allen Möglichkeiten dagegen gewendet.

Vor 12 Jahren habe ich sogar der Kölner Firma Ford ein mit kleinem Lademotor versehenes Hyper-Hybrid-Auto empfohlen, was ausschließlich von Elektromotoren angetrieben werden sollte. Es benötigt nur 1/7 der Batterie und hat ansonsten sämtliche Eigenschaften eines reinen E-Autos, es fährt sich auch genauso, wie die österreichische Firma Obrist mit zwei existierenden und realen Prototypen bewiesen hat. Sie aber um 250 kg leichter als z. B. der Mittelklassewagen von Tesla. Worüber niemand nachdenkt, die entsprechende Reifenreibung und deren Abrieb verringert sich proportional wegen des kleineren Gewichtes, also auch entsprechend weniger Mikroplastik, der in die Weltmeere abgeschwemmt wird. Die Firma Obrist, eine Technologie-Schmiede, verspricht, dass ein solches HyperHybrid-Auto nicht mehr kostet als herkömmlich Verbrenner: Kleinwagen bis 10.000 €, Mittelklasse bis 20.000 €.

Warum die Industrie bisher nicht darauf eingegangen ist, ist mir genau so spanisch wie Ihnen, der Sie ja eindeutig die ökologischen Nachteile eines Batterie-getriebenen Autos bewiesen. Aber das alles scheint dem Volk so plausibel zu sein, dass es diesen Protagonisten glaubt, obwohl das E-Auto viele Nachteile im Gebrauch besitzt. Dass die EU-Grenzwerte, die ja auf den unsäglichen Flottenverbrauch dabei eine Rolle spielen, wird den mit 9.000 € korrumpierten Käufern nicht bewusst, weil sie glauben, damit unser Klima zu retten.
Was Sie übrigens noch nicht mit einbezogen haben, dass auch die Zukunftsenergie Wasserstoff viel zu schlecht händelbar und gefährlich ist, um ihn als Gas in den täglichen Gebrauch über zu führen.

In meinem Antwortschreiben an den Freund, der mir Ihren Kommentar zusandte, habe ich mein Gesamt-Energie-Konzept einmal dargestellt. Es baut aus Wasserstoff gewonnenem rein regenerativen Methanol auf. Für mich ist das Energie-Träger der Zukunft, der die kostspielige Revolution des gesamten Energiesektors verhindert. Methanol kann fast alle fossilen Energieträger ersetzen, was auch dem vernachlässigten Wärmemarkt zugute kommt. Nun ist das kein Wunschdenken, sondern deutscher Erfindergeist hat es möglich gemacht, nach dem durch Solarstrom gewonnenen Wasserstoff in der zweiten Stufe sofort Methanol zu erzeugen. Beides finden Sie in dem beigefügten PDF, beachten Sie darin die beiden enthaltenen Links. Die Technologie existiert also schon, gleichseitig würde sie die Entwicklungshilfe auf sozial verträgliche realistische Beine stellen.
Was halten Sie von diesem Konzept?

Ihr Jean Pütz

Irrsinn des Elektro-Autos:
Professor Jörg Wellnitz von der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) und Inhaber einer Professur in Melbourne, hat sich akribisch mit allen Aspekten der E-Mobilität auseinandergesetzt. Das Ergebnis: „Sie kann und wird nie so kommen, wie von Industrie und Politik prognostiziert. In der Volksmeinung ist E-Mobilität eine tolle Sache“, sagt der Professor, „aber sie macht überhaupt keinen Sinn, wenn man sich alle Aspekte des Themas einmal vor Augen führt.“ Für gerade einmal 16 % des klimaschädlichen Kohlendioxidausstoßes ist der Autoverkehr verantwortlich. „Belastender ist da ja schon die Massentierhaltung und die landwirtschaftliche Monostruktur“, so Wellnitz. Von den großen Containerschiffen auf den Weltmeeren ganz zu schweigen. 330 dieser Schiffe gebe es aktuell. 15 von ihnen produzierten so viel CO2 wie alle 750 Millionen Autos zusammen. Vom Flugverkehr und den großen Kreuzfahrtschiffen ebenso ganz zu schweigen…. „Bis eine Batterie für einen Tesla gebaut ist, kann man 8 Jahre lang mit einem Verbrennungsmotor fahren (bzw. 200.000 km), um die gleiche Umweltbelastung zu erzielen“, so Wellnitz.

Denn seiner Meinung nach ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Strom zum Aufladen der Batterien – der zudem in der Hauptsache alles andere als sauber produziert wird – ebenso besteuert wird wie Benzin oder Diesel. Und dann lägen die Kosten für ein Elektroauto bei rund 800 Euro pro Monat. Und der hat aufgrund der möglichen Ladezyklen eines Akkus in 8 Jahren fast nur noch Schrottwert. Und das weiß die Autoindustrie nicht? „Alle wissen es“, sagt Jörg Wellnitz, „aber es geht weder um die Umwelt, noch um die Kunden.“ Warum Hersteller wie Audi, BMW und andere derzeit Milliarden in die neue Technologie investieren, liege ganz wo anders. „Zum einen lassen sich Milliarden an EU-Fördergeldern kassieren. Daneben bewahren E-Autos die großen Hersteller vor Strafzahlungen wegen Nichterreichens der europäischen Klimavorgaben, da sie mit angeblichen Zero-Emissionsmodellen den Flottenmix nach unten drücken. „Es geht selbstredend auch um das Markenimage, um ein grünes Mäntelchen und um Technologiekontrolle.“ Man baue die E-Autos im Wissen, dass sie alles andere als die automobile Zukunft seien. „Es zu machen ist billiger, als es nicht zu machen“, hat mir mal ein Automanager gesagt ! „Es ist sinnlos, aber es kostet weniger.“ Und – so ganz nebenbei – geht es natürlich auch darum, noch mehr Autos zu verkaufen. 1,6 Milliarden Fahrzeuge gibt es heute bereits weltweit.

80 Millionen werden pro Jahr produziert. Die E-Autos sind für die Hersteller kein Ersatz für Verbrenner, sondern ein Zusatzgeschäft, um als Zweit-oder Drittfahrzeug noch mehr Autos an den Mann zu bringen. Doch dieses Zusatzgeschäft stößt an seine Grenzen, wenn es um die benötigen Rohstoffe für den Bau von Akkus geht, deren Abbau in Chile (Lithium) und Zentralafrika (Kobalt) nicht nur extrem umweltunverträglich ist und in weiten Teilen mit unvertretbarer Kinderarbeit einher geht. „Würde Audi den A4 in großer Serie rein elektrisch bauen, müssten sie den halben Weltmarkt an Kobalt leerkaufen.“ Bei VW – so Wellnitz– habe man so eine Rechnung schon mal aufgemacht und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Konzern für seine Produktion von E-Autos rund 130.000 Tonnen Kobalt benötigen würde. Die Weltproduktion jedoch liegt derzeit bei 123.000 Tonnen ! Und die meisten Schürfrechte liegen in China, was, wie Professor Fritz Indra sagt, der auch mal bei Audi beschäftigt war, „einen veritablen Wirtschaftskrieg auslösen kann“. „Die Chinesen haben sich in Afrika weitgehende Schürfrechte gesichert. Kobalt wird zum Beispiel im Kongo teils unter brutalsten Bedingungen von Kindern aus dem Boden gekratzt“, so Indra. „Man braucht zudem Graphit, Mangan und Lithium. Bei all diesen Themen begeben wir uns voll in eine chinesische Abhängigkeit, wir müssen das alles von den Chinesen kaufen.“ Wie für Professor Jörg Wellnitz liefert auch für „Verbrennerpapst“ Indra das Elektroauto „in einer gesamtheitlichen Betrachtung“ keinen Beitrag zum Klimaschutz. Wellnitz, für den der Dieselmotor nach wie vor der sauberste und umweltfreundlichste Antrieb ist, macht noch eine andere bemerkenswerte Rechnung auf: Ein Auto-Akku liefert 100 Wattstunden Leistung pro kg Gewicht, ein Benziner 12.000 Wattstunden und Wasserstoff (für Wellnitz der Treibstoff der Zukunft) 33.000 Wattstunden Leistung pro kg Gewicht. Würde man eine aufrichtige Ökobilanz aufmachen, basierend auf Preis, Bauraum und Leistung, dann „kommt hinten der Ottomotor raus oder ein kleiner Diesel“, sagt Jörgj Wellnitz. Und: „Das Wasserstoffauto wird ganz sicher kommen.“ Bitte weiter verbreiten, denn diese Informationen lesen SIE ( und wir alle !) nicht in der westeuropäischen E-Motor-Jubel-Presse.

Lieber Jürgen,
herzlichen Dank für den außerordentlich tollen Artikel. Wir haben telefoniert und Du willst mir noch die Quelle bekannt geben. vor mehr als einem Jahrzehnt habe ich darauf immer wieder hingewiesen. Es sind nicht 16%, sondern nur 6-8%. Alles andere kann ich 100% unterstreichen. Offenbar hat sich jetzt die CDU vom Verbot des Verbrennungsmotors verabschiedet. Zum ersten Mal hat Laschet den Mut, das öffentlich zu verkünden. Für mich ist Wasserstoff auf jeden Fall die Zukunftsenergie, aber sehr schlecht händelbar. Nun hat eine Ostdeutsche Firma eine Methode gefunden, den unter Einfluss von solarem Strom in Methanol zu verwandeln, weil Wasserstoff schwer händelbar und ein gefährliches Gas ist.
Hier der Link zu dem Beleg, den ich in den Arealen gefunden habe:
https://www.mdr.de/wissen/faszination-technik/wie-aus-wind-fluessiger-strom-wird-100.html

Ich bin noch am Recherchieren, wie hoch der Gesamtwirkungsgrad ist. Aber meine Idee, riesige Fabriken in von der Sonne verwöhnten Entwicklungsländern zu errichten, sozial-verträglich auch als ideale Entwicklungshilfe, könnte bewirken, dass Methanol mehr noch als Wasserstoff zum Energieträger der Zukunft wird. Er könnte alle fossilen Energieträger ersetzen, ohne dass die Industrie zu einer extrem kostenträchtige Revolution genötigt wird. Das würde dem Staat auch Abermilliarden von Subventionen, die leider heute schon den Bundeshaushalt der Zukunft belasten. Diese Revolution würde auch uns Verbrauchern erspart bleiben. Verbesserung der Energieeffizienz auf dem Wärmemarkt z. B. durch Methanol-angetriebene Otto-Motoren für Wärmepumpen und Kleinheizkraftwerken tun ihr Eigenes dazu. Etwas, was im Moment im Mainstream völlig vergessen wurde. So lässt sich meines Erachtens die Klimawende vom Wunschdenken in die Realität setzen.

Auch, was die Elektromobilität anbelangt, habe ich ja ein Konzept, welches nicht nur für unsere PKWs geeignet, enorme Energiemengen zu sparen. Stichwort: HyperHybrid.
Hier ein Link von meinem letzten Facebook-Kommentar, in dem ich den Parteien ins Gästebuch schreibe:
https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=312622850230490&id=100044483317412

Bist Du bereit mitzukämpfen?

Thermische Großspeicher retten nicht unser Stromnetz – Ein Brief an das KIT

Diese Pressemitteilung ist mir aufgefallen, habe aber einige entscheidende und zeitweisende Einsprüche dagegen, die ich Ihnen unter dem Motto ‚Gedanken zur Zeit‘ nicht vorenthalten möchte:

Lieber Herr XXX (Pressesprecher mit Weiterleitung an die Wissenschaftler)

Ihre Forschungen unterstütze ich intensiv und finde diese neuen thermischen Speicher ganz hervorragend, obwohl die Idee ja schon lange bekannt ist und viel eher genutzt werden können. Aber es geschieht wieder etwas, was zeigt, dass auch Ihr Institut political correctness übt. Sie behaupten großspurig, das würde auch der Speicherung von elektrischer Energie Vorschub leisten, wissen aber ganz genau, dass zunächst die Umwandlung von elektrischer Energie in Wärme hervorragenden Wirkungsgrad bringt, wobei man da ja auch die direkt gewonnene Thermosolar-Energie z. B. über Solar-Kollektoren sogar noch effektiver nutzen könnte.

Den zweiten Schritt aber, Wärme wieder in Elektrische Energie umzuwandeln, kann ich nicht nachvollziehen. Wenn etwas den grün-orientierten Politikern nicht bewusst ist, dann ist es der 2. Hauptsatz der Thermodynamik. Mag sein, dass dieses Unwissen Ihnen viel Subventionen beschert, aber sie verschweigen, dass die Umwandlung von Wärme in elektrischen Strom diesem Gesetz unterworfen ist, und dass logischerweise ein ausgesprochen geringer Wirkungsgrad herauskommt, der niemals ausreicht, den Gau des elektrischen Netzes zu verhindern. Viel effizienter wäre, den nicht abzusetzenden Strom in überbordenden Sonne- oder Wind-Phasen in die Zukunftsenergie Wasserstoff umzusetzen. Aber ich sehe, Sie haben wieder viel Subventionen eingeheimst, ohne die Ministerin, die keine Ahnung hat, aufgeklärt zu haben. Sie hat das bestimmt nur deswegen prioritär begünstigt, weil sie diese Zusammenhänge nicht kennt. Abgesehen davon ist natürlich die Thermospeicherung eine tolle Sache. Nicht nur für Großgebäude, sondern in Eigenheimen könnte das enorm an der Energie sparen, die sowieso ursächlich für den CO2-Ausstoß verantwortlich ist, nämlich der gesamte Gebäude-Sektor mit fast 40-50% an CO2-Gesamtaufkommen beteiligt ist. Aber der Schwerpunkt liegt natürlich auf den 6-8%, den unsere persönlichen Automobile verpulvern. Sie schüren damit die Mär, dass es irgendwann einmal möglich ist, unseren gesamten elektrischen Energieverbrauch auf regenerative Energie umzustellen. Als Sachverständiger wissen Sie, dass das nie möglich sein kann, insbesondere, wenn jetzt durch E-Autos ein enormer elektrischer Energie-Anteil hinzu kommt. Der naturwissenschaftlich und elektrotechnisch nicht vorgebildete Bürger ist natürlich beeindruckt von der Meldung, dass es mittlerweile schon mögliche ist, 50-60% des Gesamtverbrauchs an elektrischer Energie durch regenerative Quellen zur Verfügung zu stellen. Dabei wird verschwiegen, dass elektrische Energie nicht einfach so hin und her geschoben werden kann. Wenn Sie wollen, kann ich Ihnen dazu ganz präzise Berechnungen liefern. Sie tun so, als das in Zukunft u. a. durch thermische Speicher ermöglicht würde, das ist grob fahrlässig und Bürgerbeschiss. Die einzige effektive rationelle Möglichkeit ist, Pumpspeicherwerke zu errichten, die aber in Deutschland auf Grund der Topographie und Bürgereinsprüchen nicht mehr möglich sind.

Das Ganze hefte ich stets ab unter dem Titel: Korruption der Wissenschaft durch Subventionen. Leider ist die CO2-Vermeidung nicht das einzige Beispiel. Wir brauchen Forschungsminister wie z. B. den ehemaligen Prof. Riesenhuber, mit dem ich früher sehr intensiven Kontakt hatte, der diesen Irrglauben verhindert hätte. Aber Frau Karliczek, die ich politisch schätze, ist damit völlig überfordert.

Ich erlaube mir, eine Kopie dieser Mail dem BMFT zukommen zu lassen. Fazit: Es gibt Bürger, die sich nicht so leicht hinters Licht führen lassen, aber die naturwissenschaftliche Schwarmintelligenz der Deutschen ist so abgesunken, dass nur noch populistische und plakative Politik eine Chance hat – das postfaktische Zeitalter ist eingetreten.

Lieber Heidelberger,
bitte leiten Sie diese Mail unbedingt an die zuständigen Wissenschaftler weiter. Ich hoffe, jemand antwortet mir wider meiner Erfahrung, aber meist ist Schweigen die Folge, wer hat schon die Fähigkeit, das zu überprüfen!

Nichts für Ungut

Ihr Jean Pütz

(KIT) – Windparks und Solaranlagen erzeugen in Deutschland jedes Jahr tausende Gigawattstunden Strom, der im Moment der Erzeugung nicht genutzt werden kann und abgeregelt wird. In anderen Momenten wiederum werden fehlende Kapazitäten mit Energie aus fossilen Quellen ersetzt. Ein Teil der Lösung könnten große elektrothermische Speicher sein, die zur Netzstabilität beitragen. Die Grundidee besteht darin, Strom in Wärme zu wandeln, diese Wärme in vergleichsweise preiswerten Speichern zu puffern und bei Bedarf wieder in Elektrizität umzuwandeln. „Durch Verwendung von Medien wie Salzschmelzen und flüssigen Metallen als Speicher- und Wärmetransportmedien können sehr hohe Temperaturen erreicht werden“, sagt Professor Thomas Wetzel, der am Institut für Thermische Energietechnik und Sicherheit (ITES) sowie am Institut für Thermische Verfahrenstechnik des KIT forscht. „Das erschließt neue Einsatzfelder für thermische Speicher in der Industrie und schafft ökologisch und ökonomisch nachhaltige Optionen für den klimafreundlichen Umbau der Energieversorgung.“

Wärmespeicher im industriellen Maßstab kommen bereits heute zum Einsatz: In der konzentrierenden Solarthermie wird Wärme in Salzschmelzen gespeichert und in Dampfkraftwerken in Strom umgewandelt. Im Verbundprojekt LIMELISA (steht für: Liquid Metal and Liquid Salt Heat Storage System) unterstützen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des KIT nun die Entwicklung thermischer Speicher der nächsten Generation, die speziell für den Strom-Wärme-Strom-Prozess ausgelegt werden. Sie konzentrieren sich dabei auf Flüssigmetalltechnologien, während am DLR mit Salzschmelzen gearbeitet wird. Koordiniert und ergänzt wird die Forschung vom Industriepartner KSB, einem international agierenden Hersteller von Pumpen und Armaturen, der schon seit den 1960er-Jahren Erfahrungen mit Flüssigmetallkreisläufen gesammelt hat.

Werkstoffe und Komponenten für hocheffiziente Energiespeicher

Konventionelle elektrothermische Speichersysteme arbeiten etwa auf Basis von Nitratsalz. Sie können unter anderem aufgrund der verwendeten Werkstoffe und Komponenten wie Pumpen und Ventile aber bislang nur bei Temperaturen von bis zu maximal 560 Grad Celsius betrieben werden. „Für die Rückverstromung mit konventionellen Dampfkraftwerken sind deutlich höhere Temperaturen notwendig“, sagt Projektleiterin Dr. Klarissa Niedermeier vom ITES. „Am KIT werden wir Schlüsselkomponenten in einem bis zu 700 Grad heißen Bleikreislauf testen.“ Der direkte Kontakt mit dem Flüssigmetall macht dabei spezielle Werkstoffe notwendig, die ebenfalls am KIT entwickelt und getestet werden. Am Institut für Hochleistungsimpuls- und Mikrowellentechnik arbeitet Dr. Alfons Weisenburger an diesen speziellen Stahlmischungen. „Konventionelle Methoden für den Korrosionsschutz reichen bei solchen Temperaturen nicht mehr aus“, erklärt er. „Wir nutzen unter anderem Aluminiumoxid als eine Art Schutzschild, um Pumpen und Armaturen zu schützen.“

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten auch in der Industrie

Ein großer Vorteil von thermischen Speicherlösungen sind ihre vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, auch im Dienste der Sektorenkopplung. Neben dem im Projekt LIMELISA verfolgten Strom-Wärme-Strom-Prozess können die dabei entwickelten Technologien auch dazu verwendet werden, Wärmenetze mit erneuerbarem Strom zu versorgen. In der Industrie wiederum können sie effizient Hochtemperatur-Prozesswärme liefern, wie sie in der Chemie- und Baustoffindustrie oder bei der Metallverarbeitung benötigt wird. „Aktuell wird dieser Hochtemperatur-Wärmebedarf überwiegend mit fossilen Energieträgern gedeckt“, sagt Dr. Walter Tromm, der Leiter des ITES. „Hochtemperatur-Wärmespeicher wären hier eine elegante Option, die zugleich die Nutzung regenerativer Energie für industrielle Schlüsselprozesse erschließt und das Problem der fluktuierenden Verfügbarkeit regenerativer Energiequellen löst“.