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Offener Brief zum Kernkraftausstiegsbeschluss 2011 – Mit einem Brief von Jean Pütz

Sehr geehrter Herr Professor Thess,

soeben habe ich mit großen persönlichen Emotionen Ihren ‚Offenen Brief‘ an Professor Kleiner, den derzeitigen Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft und ehemaligen Präsidenten der DFG, gelesen. Sie bestätigen darin alles, was ich seit 50 Jahren als Wissenschaftsjournalist beobachtet habe. Mit ging es immer um die Unabhängigkeit der Wissenschaft, die sozusagen das Rückgrat unserer technischen Kultur darstellen muss. Das waren immer meine ethischen Vorgaben. Jetzt, im hohen Alter von 84 Jahren, bemühe ich mich immer noch, der Öffentlichkeit die Notwendigkeit und die Prägnanz von Wissenschaft zu vermitteln – insbesondere weil wir einen wissenschaftlichen Turmbau zu Babel gebaut haben, der durch die Schwachstellen, die Sie so treffend in Ihrem Brief offenbart haben, wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen kann.

Vielen Dank, dass Sie den Mut hatten, den Mainstream zu widersprechen. Ich habe zwar als Wissenschaftsjournalist seit den 1960er Jahren die Wissenschaftsberichterstattung der ARD vom WDR ausgehend mitbestimmen können – stets mit hohem Anspruch an Glaubwürdigkeit und Quellenseriosität. Aber seit etwa 30 Jahren fühle ich mich als einsamer Rufer in der Wüste. Meinem Currikulum entsprechend war ich Elektromechaniker, wurde Dipl. Ing. der Elektrotechnik, studierte für für das Lehramt mit zwei Staatsexamen, wurde Oberstudienrat in Physik und Mathematik. Parallel studierte ich acht Jahre lang Soziologie bei René König und Erwin K Scheuch. Letzterer hat mich durch die Setzung empirischer Schwerpunkte geprägt.

Als Quereinsteiger mit der mir vom WDR gewährten Chance, eine Naturwissenschaft und Technik-Redaktion nach meinem Gusto zu gründen, legte ich großen Wert auf Vermittlung von Wissenschaft und Technik für jedermann. Im Vordergrund stand bei mir immer, Zusammenhänge darzustellen gegen die Tendenz der Spezialisierung. So wurde ich auch Mitbegründer der Wissenschaftspressekonferenz WPK.org und war 14 Jahre ihr erster Vorsitzender. Dabei fiel mir immer mehr auf, dass die Politik starken Einfluss auf die Wissenschaft verübte. Der einzige Forschungsminister, der seinerzeit Ahnung hatte, war Professor Riesenhuber, dem ich auch heute noch hohen Respekt zolle. Das kulminiert heutzutage in einer völlig ahnungslosen Ministerin im  BMBF, Frau Karliczek, die völlig auf die Einflüsterungen ihrer Ratgeber angewiesen ist, doch Milliarden an Förderungen veranlasst, die immer mehr die Unabhängigkeit nicht nur der bundeseigenen Institute in wissenschaftlicher Hinsicht beeinflussen. Noch mehr gilt das für die Inkompetenz von Frau Svenja Schulze im Bundesumweltministerium. Beide sind für Entwicklung verantwortlich, die die Konkurrenzfähigkeit in Industrie und Technologie völlig infrage stellt.

So, nun komme ich zu meinem eigenem Problem:

Als ehemaliger Ingenieur für Energietechnik habe ich die Entwicklung und zunehmende Abstinenz von der Kernenergie mit Unbehagen beobachtet. Als Soziologe musste ich akzeptieren, dass eine kleine Gruppe von irrationalen Kernkraftgegnern die deutsche Öffentlichkeit so manipulierte, dass sie zu ‚verbrannten Erde‘ wurde. Schön, dass Sie mir jetzt klar gemacht haben, dass Frau Merkel sich von diesem völlig abwegigen Vergleich mit Fukushima zum Moratorium der Kernenergie sich veranlasst fühlte. Nun weiß ich, dass es der Ethik-Rat war, wie Sie das so treffend beschrieben. Doch Frau Merkel als Physikerin hätte es besser wissen müssen, denn die Probleme, die unserer Versorgung mit elektrischer Energie drohen, hätte sie voraussehen können. Ich habe zum Beispiel dem Fraunhofer-Institut für Energiesysteme in Kassel vorgeworfen, dass sie meine Kollegen irreführten, in dem sie behaupteten, die regenerative Versorgung mit elektrischer Energie sei möglich. Offenbar ist das auch die Meinung der Politiker. Gleiches gilt für das Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme in Freiburg, die durch ihren Pressesprecher in einer Radiosendung das Wunschdenken nährte, das sei durch Photovoltaik möglich. Offenbar fühlen sich viele Wissenschaftler und leider auch meine Kollegen in der Öffentlichkeit der Manie des political corectness verpflichtet – wes Brot ich ess, des Lied ich sing. So sehe ich das auch insbesondere heutzutage, wo die Milliarden von Geldern zur Förderung und Subventionierung die Wissenschaft regelrecht korrumpiert. In Ihrem Offenen Brief haben Sie mir das bewiesen. Eine einzige von mir bewusst naiv gestellte Frage wurde nie beantwortet: Wie lässt sich elektrische Energie in tausenden von Terawatt-Stunden zum jeder zeitigen Abruf wirtschaftlich und mit geringen Verlusten speichern. Dem ungebildeten Bürger wird populistisch, dafür haben wir ja Batterien – damit beruhigt er sich. Das ist die Rattenfänger-Methode der Grünen-Ideologie, Aber das Wunschdenken geht natürlich weiter.

Nun führen Sie ja Institutsleiter an der Universität zu Stuttgart für Energiespeicherung. Ich habe gute Beziehungen zum KIT, doch auch von dort bekomme ich keine Antwort auf diese Frage. Aber Sie können mir bestimmt eine Antwort zu geben, denn Sie scheinen unabhängig zu sein. Wie soll die Netzstabilität aufrecht erhalten werden mit sehr variablen regenerativen Einspeisungen – ab 2045 ja komplett – ohne Kernenergie aus Franzosen und Braunkohle-Strom aus Osteuropa. Ich habe ein Gesamt-Energie-Konzept entwickelt, welches aber heute mit dem Mainstream-Lösungen nicht vereinbar ist. Gerne würde ich einmal mit Fachleuten aus Ihrem offenbar unabhängigen Institut diskutieren. Im Mittelpunkt steht das regenerative Methanol, welches für mich die Zukunftsenergie darstellt.

Hier ein Link, in dem ich einen Brandbrief an die Leibniz-Gemeinschaft gesendet habe. Übrigens, der von Ihnen so gebrandmarkte Professor Kleiner hat mir persönlich geantwortet. Das wäre doch ein Ansatz.

Und hier der Link von meiner Homepage

Ihren Offenen Brief werde ich sowohl auf meiner wissenschaftlichen Homepage und als Link auf meinem Facebook-Kanal veröffentlichen

Mit freundlichen Grüßen
Jean Pütz

 

 

Sehr geehrter Herr Kollege Kleiner,

„wir haben unsere Arbeit in diesen zwei Monaten in aller Unabhängigkeit getan […] das möchte ich zu Beginn deutlich hervorheben und an dieser Stelle auch meinen Dank insbesondere für diese Unabhängigkeit, die wir genossen haben, an die Bundesregierung, die Bundeskanzlerin sagen.“ Diese Worte[1] sprachen Sie am 30. Mai 2011 auf der Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung des Abschlussberichts „Deutschlands Energiewende – Ein Gemeinschaftswerk für die Zukunft“.

In Ihrer damaligen Funktion als Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) repräsentierten Sie als einer von acht Professoren die Stimme der Wissenschaft in dem siebzehnköpfigen Gremium. Auf der Grundlage Ihres Berichts beschloss der Deutsche Bundestag am 30. Juni 2011 den Atomausstieg.

Am zehnten Jahrestag der Veröffentlichung Ihres Berichts wende ich mich als Fachkollege an Sie.

Im weiteren Sinne richtet sich dieser offene Brief an das gesamte Professorenkollegium der Ethikkommission: Neben dem Umformtechniker Matthias Kleiner von der TU Dortmund  an den Soziologen Ulrich Beck von der LMU München, an den Mikrobiologen Jörg Hacker von der Universität Würzburg, an den Forst- und Bodenwissenschaftler Reinhard Hüttl von der BTU Cottbus, an die Philosophin Weyma Lübbe von der Universität Regensburg, an die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin Lucia Reisch von der Copenhagen Business School, an den Soziologen und Risikoforscher Ortwin Renn von der Universität Stuttgart sowie an die Politikwissenschaftlerin Miranda Schreurs von der TU München.

In diesem Brief geht es nicht darum, ob der Atomausstieg „richtig“ oder „falsch“ war. Ich stelle vielmehr die Frage: Haben die acht Professoren – wie in Ihrer Presseerklärung gesagt – unabhängig votiert und sind damit dem Vertrauen gerecht geworden, welches die Gesellschaft beamteten Hochschullehrern auf Lebenszeit schenkt?

Obwohl Ihr Bericht schon zehn Jahre alt ist, halte ich diese Frage gerade jetzt für zeitgemäß. Viele Deutsche äußern angesichts der gegenwärtigen Pandemie- und Klimapolitik Zweifel an der Unabhängigkeit der Wissenschaft.

An einem solchen Zeitpunkt gilt es deshalb, aufmerksam in die Vergangenheit zu blicken und aus ihr zu lernen. Aus diesem Anlass habe ich die 115 Seiten Ihres Berichts mit zehnjährigem Abstand studiert. Dabei habe ich speziell die Frage beleuchtet, wie Sie bei Ihrer Arbeit in der Kommission den Leitlinien guter wissenschaftlicher Praxis Ihrer eigenen Organisation sowie den von den Kommissionsmitgliedern Hüttl und Renn mitgestalteten Leitlinien Politikberatung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gefolgt sind. Diese Grundsätze betrachte ich bei meiner politischen Beratungstätigkeit stets als Geschäftsgrundlage.

Die Ergebnisse meiner Überlegungen möchte ich zu sechs Thesen verdichten.

  1. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium verfügte nicht über hinreichende Fachkompetenz, um die Risiken eines Verbleibs in der Kernenergie gegenüber denen eines Ausstiegs umfassend und sachgerecht abzuwägen. Im Kollegium befand sich kein Kraftwerkstechniker, kein Elektro­techniker und keine renommierte Ökonomin. Bei der DFG wäre es undenkbar, etwa einen Sonder­forschungsbereich zu Pandemien von einer Gutachtergruppe ohne Virologen zu begutachten. Wie soll ein Gremium ohne spezifisches Fachwissen über Gefahrenanalysen von Kernkraftwerken, über die Stabilität von Stromnetzen sowie über materielle und immaterielle Kosten von Wind- und Kernenergie Risikoabwägungen zur Energieversorgung einer Industrienation vornehmen? Unabhängigkeit der Wissenschaft hätte nach meiner Meinung eine Ablehnung der Mitarbeit in einem Gremium mit ungenügender Interdisziplinarität erfordert.
  2. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium hat eine Aufgabenstellung mit politisch vorgegebenem Untersuchungsergebnis anscheinend widerspruchslos entgegengenommen. Dem Kapitel 2 „Anlass und Mandat“ fehlt eine professionell formulierte Aufgabenstellung. Es enthält lediglich den dürftigen Satz: „Die Bundesregierung hat die Ethik-Kommission Sichere Energieversorgung berufen, um die verantwortungsethischen Entscheidungsgrundlagen und ihre Schlussfolgerungen ganzheitlich zu betrachten.“ Unmissverständlich wird die Aufgabe hingegen im „Pressestatement[2] von Bundeskanzlerin Merkel, Bundeswirtschaftsminister Brüderle und Bundesumweltminister Röttgen zur Nutzung der Kernenergie in Deutschland“ vom 22. März 2011 formuliert: „Wie kann ich den Ausstieg mit Augenmaß so vollziehen, dass der Übergang in das Zeitalter der erneuerbaren Energien ein praktikabler ist, ein vernünftiger ist, und wie kann ich vermeiden, dass zum Beispiel durch den Import von Kernenergie nach Deutschland Risiken eingegangen werden, die vielleicht höher zu bewerten sind als die Risiken bei der Produktion von Kernenergie-Strom im Lande?“ Diese Aufgabenstellung macht klar, dass Ihre Kommission nicht das „Ob“, sondern lediglich das „Wie“ eines Kernenergie­ausstiegs zu beantworten hatte. Die im Raum stehende Risikoabwägung war damit anscheinend gegenstandslos. Wäre in meiner achtjährigen Amtszeit als gewählter Fachkollegiat bei einem Fördergesuch an die DFG eine Forschungshypothese in solch alternativ­loser Form vorgetragen worden, so hätte ich eine Ablehnung des Projektantrages empfohlen. Die Unabhängigkeit der Professoren der Ethikkommission hätte meines Erachtens durch Widerspruch zu dieser Aufgabenstellung glaubhaft gemacht werden können.
  3. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium hat nicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die politische Vorgabe durch ein Sondervotum zu einer ergebnisoffenen Aufgabe auszuweiten und die Risiken von Kernenergieausstieg versus Kernenergieverbleib aus ganzheitlicher Perspektive fachgerecht abzuwägen. Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis gelten nicht nur für den Forschungs­­betrieb. Sie werden von vielen Kollegen auch als Leitlinien für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft angesehen. Hierzu gehört die Maxime, lege artis – nach den Regeln der Kunst – zu arbeiten. Deren Berücksichtigung hätte erfordert, für jede der beiden Alternativen die Risiken systematisch zusammenzutragen und in einer Gesamtschau zu bewerten. In Ihrem Dokument fehlt hingegen die Abwägung zwischen dem Risiko eines schnelleren Klimawandels ohne Kernenergie und dem Risiko eines langsameren Klimawandels mit Kernenergie. Aber gerade diese Abwägung wäre für eine solche Analyse konstitutiv gewesen! Gute wissenschaftliche Praxis umfasst übrigens auch eine neutrale Darstellung gegensätzlicher Positionen in Wissenschaft und Gesellschaft. Mit den Worten „Hier stehen sich eine kategorisch ablehnende und eine relativierend abwägende Position gegenüber“ stellen Sie den Diskussionsstand einseitig zugunsten der Kernenergiegegner dar. Eine neutrale Formulierung hätte gelautet: „Hier stehen sich eine ablehnende und eine befürwortende Position gegenüber.“ Unabhängige Wissenschaft hätte einen politischen Beratungsauftrag vervollständigt und das gesellschaftliche Meinungsbild unparteiisch dargestellt.
  4. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium hat den internationalen Stand der Wissenschaft unberücksichtigt gelassen und dadurch einem nationalen Alleingang Deutschlands Vorschub geleistet. Wissenschaft ist international. Zu den Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis gehört die umfassende Würdigung sämtlicher weltweit vorliegenden Forschungsergebnisse, auch wenn diese zu eigenen wissenschaftlichen Ansichten im Widerspruch stehen. Dem Dokument fehlt vor diesem Hintergrund eine Einordnung in die internationale Forschung zur Ethik der Kernenergienutzung. Der Bericht erweckt konkret den Eindruck, es gäbe außerhalb Deutschlands keine ethischen Abwägungen zur Atomenergie. Sie sind der Öffentlichkeit eine Begründung schuldig geblieben, in welcher Hinsicht sich die ethischen Maßstäbe einer deutschen Professoren­gruppe etwa von denen einer französischen unterscheiden. Unabhängige Wissenschaft hätte gegenüber der Öffentlichkeit eine sachliche Begründung für eine deutsche Sonderperspektive gegeben und das Abweichen vom Grundsatz europäischer Einheit erklärt.
  5. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium hat anscheinend versäumt, bei der Formulierung des Abschlussberichts eine klare Trennung von Fakten und Meinungen durchzusetzen. Die Leser des Berichts haben das Recht zu erkennen, welche Aussagen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und wann es sich um persönliche Werturteile handelt. Die Vermengung von Fakten und Meinungen wird an folgendem Kernsatz des Berichts besonders deutlich: „Für die Kernenergie mit ihrem besonders hohen Katastrophenpotenzial ist es ethisch nicht hinnehmbar, die außerhalb dieser (gesetzten) Grenzen befindlichen und durch Fukushima belegten Ereignisabläufe der Havarie und Havarie-Folgen als ‚Restrisiko‘ abzutun.“ Würde es sich bei dieser Aussage um eine wissenschaftliche Erkenntnis handeln, so müsste daraus folgen, dass der Rest der Welt unethisch denkt und handelt. Glaubhafte Unabhängigkeit der Wissenschaft hätte erfordert, auf eine klare Kennzeichnung von Meinungen zu dringen.
  6. Das von Ihnen repräsentierte Kollegium hat einem Dokument zugestimmt, dessen Präsentationsform den Grundsätzen wissenschaftlichen Politikberatung nicht gerecht wird. Die Leitlinien Politikberatung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften aus dem Jahr 2008 besagen: „Werden Handlungsempfehlungen gegeben, so sind sie vom wissenschaftlichen Untersuchungsergebnis möglichst klar abzugrenzen.“ Dies ist im Bericht nicht geschehen. Anstatt strukturell zwischen Fragestellung, Voraussetzungen, Methoden, Ergebnissen, Schlussfolgerungen und Empfehlungen zu differenzieren, nimmt das Kapitel 3 „Gemeinschaftswerk Energiezukunft Deutschlands“ wesentliche Aussagen wie „Die Energiewende muss […] gestaltet werden“ vorweg. Dies passiert, bevor in Kapitel 4 „Ethische Positionen“ die Analyse erfolgt. Die Gliederung wird weder wissenschaftlichen Standards gerecht, noch besitzt sie einen für Außenstehende nachvollziehbaren roten Faden. Unabhängige Wissenschaft hätte auf eine klare und stringente Darstellungsform gedrungen.

Zusammenfassend komme ich zu dem Schluss, dass die drei Professorinnen und fünf Professoren der Ethikkommission dem Leitbild unabhängiger Wissenschaft nicht gerecht geworden sind. Sie haben sich allem Anschein nach vereinnahmen lassen und das politisch erwartete Ergebnis geliefert. Um das in der heutigen Zeit beschädigte Vertrauen der Bevölkerung in die Wissenschaft wiederzuerlangen, sollten sich alle Professoren auf die intellektuelle Freiheit besinnen, die der Staat ihnen durch den Beamtenstatus ermöglicht.

Mit freundlichen Grüßen,

André D. Thess

Professor für Energiespeicherung an der Universität Stuttgart

Artikel der NZZ zum Thema: Energiewende

Die Methode der beschlossenen Klimarettung, ein großer Betrug am deutschen Volk

Die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt stehen vor der Tür, ebenso wie die Bundestagswahlen.
Frage: Hat Deutschland im Zusammenspiel mit den anderen Ländern, eine Chance, die notwendige Klimarettung zum Ziel zu führen.
Meine vorsichtige Antwort: nicht mit Milliarden und Abermilliarden von staatlichen Subventionen, sie wirken wie eine Art von Korruption der Wissenschaftler, die so zum „political correctness“ veranlasst werden,
„ Wes Brot ich esse, des Lied ich singe“.
Das damit verbundene Wunschdenken, das heißt die Projektion in eine bessere Zukunft, nach dem Motto Wissenschaft kann alles lösen, wird auf lange Sicht die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie und unseren Wohlstand enorm beeinflussen. Wo bleiben eigentlich die versprochenen Arbeitsplätze z.B. in der Photovoltaik oder in der Automobilindustrie die auf das Elektroauto getrimmt werden soll?
Im Moment ist Daimler-Benz dran seine Diesel und Ottomotor Produktion nach China zu verlagern.
Gleichzeitig möchte ich mich für diese harten Worte entschuldigen, allerdings es sind mittlerweile so viel Millionen von Euros ausgegeben worden dass offenbar ein Rückschritt nicht mehr möglich ist. Die besten Vorschläge werden nicht mehr berücksichtigt bzw. derjenige der sie vorbringt wird als Außenseiter und Störer gebrandmarkt. das Mittelalter lässt schön grüßen.
Folge 200: Der Vernunft eine Chance.
Hier die Belege für meine Analysen: zunächst bitte ich Sie den mir zugesandten Essay, der auf der Analyse eines renommierten auch in der Politik bekannten Wissenschaftlers beruht. Er bestätigt meine schlimmsten Befürchtungen.

Regeneratives Methanol und EntwickluIngshilfe, eine Win-Win-Situation

Tesla und wie wie verdient der Konzern sein Geld

CO2 bewirtschaften statt verteufeln!

(pts) – Im Bestreben, das Pariser Klimaabkommen von 2015 zu erfüllen, streben insbesondere europäische Regierungen einen Totalverzicht auf die Nutzung fossiler Energieträger an. Diese Strategie ist jedoch – wie inzwischen selbst der Weltklimarat IPCC erkennen musste – auf diese Art und innerhalb der vorgegebenen Deadline von 2050 weder technisch noch finanziell realisierbar. Der IPCC regt deshalb an, das „Netto Null“-Ziel mit sogenannten „Negativ-Emissionen“ zu verfolgen. Was konkret bedeutet, dass der Atmosphäre CO2 entzogen und sequestriert wird. Und er schlägt dazu verschiedene Verfahren vor, die allesamt zwingend an der Kostenfrage scheitern müssen.

So ist es beispielsweise ein völlig abwegiges Konzept, CO2 integral von der Umgebungs- oder Verbrennungs-Abluft abzuscheiden und in erschöpften Erdöl-Lagerstätten einzulagern. Denn das Problem ist nicht der Sauerstoff, sondern dessen Verbindung mit Kohlenstoff und das sich daraus ergebende dreifache Volumen. Es grenzt somit an Schwachsinn, das volatile CO2-Gas zu sequestrieren, wenn man es zu erschwinglichen Konditionen in völlig unproblematischen Sauerstoff und stabilen Kohlenstoff trennen kann. Diese Technologie existiert tatsächlich. Sie wird vom Köhlergewerbe seit Jahrhunderten praktiziert und steht heute in einer modernisierten, umweltverträglichen und gut praktikablen Form zur Verfügung. Und sie ist nicht nur technisch beherrschbar und völlig ungefährlich, sondern auch absolut erschwinglich.

Die Rede ist von der Biopyrolyse, mit deren Hilfe sich aus Biomasse aller Art (vom Holz über die Ernteabfälle, Essensreste und den Gartenabraum bis hin zum Klärschlamm) Wärme und Biokohle gewinnen lässt. Dabei entspricht jedes Kilo Biokohle der Menge an Kohlenstoff, die bei der Verbrennung von 1 Kilo Heizöl oder Diesel in der Form von CO2 freigesetzt wird. Ein perfekter Kreislauf also, der das Übermass an Kohlenstoffdioxid, das durch die Nutzung gewaltiger Mengen fossiler Brenn- und Treibstoffe laufend in die Atmosphäre gelangt, vollständig neutralisieren und dadurch den aus dem Lot geratenen natürlichen Kohlenstoff-Kreislauf wiederherstellen kann.

Und das Beste dabei: Gemäss einer Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich steht weltweit genügend ungenutzte Biomasse für eine vollständige Kompensation aller verbrauchten fossilen Energieträger zur Verfügung und die Kosten der Rückführung des Kohlenstoffs schlagen mit lediglich 40 bis 50 Euro pro Tonne CO2 zu Buche. Mit jenem Betrag somit, der vom US-Nobelpreisträger Prof. William D. Nordhaus als wirtschafts- und sozialverträglich bezeichnet wurde.

Paradox erscheint, dass diese disponible und rasch umsetzbare Technologie, die bereits vor über 10 Jahren von den beiden britischen Universitäten Edinburgh und Newcastle in einer Studie als Königsweg beschrieben wurde – einem Paper nota bene, welches bei den meisten Umweltämtern, Klima-Organisationen und universitären Instituten für Klima und Umwelt unbeachtet herumliegt – beharrlich ignoriert wird. Ganz offensichtlich deshalb, weil Regierung, Parlament und Administration heute weitaus stärker an einer Bewirtschaftung denn an einer Lösung der grossen Probleme unserer Zeit interessiert sind.

Die Energie-, Umwelt- und Klima-Fachleute der im deutschen Sprachraum grenzübergreifend engagierten Arbeitsgemeinschaft Innovationscontainer haben deshalb den Entschluss gefasst, durch die Gründung und den Aufbau einer genossenschaftlich strukturierten NGO in dieser Frage selbst aktiv zu werden.

Das entsprechende Engagement bildet auch Gegenstand einer Buchpublikation unter dem Titel „CO2 bewirtschaften statt verteufeln!“, die mit Blick auf die bevorstehende Abstimmung über das neue schweizerische CO2-Gesetz erscheint. Deren wichtigste Inhalte können in der Webdomain eingesehen werden, wo auch Angaben zur in Gründung begriffenen „Genossenschaft zur Förderung des Kohlenstoff-Kreislaufs und des CO2-Recyclings KOBEREC“ zu finden sind.

Bill Gates, Wohltäter der Menschheit oder Scharlatan?

Bill Gates ist in das Spektrum der Verschwörungstheoretiker geraten, Er soll Bestandteil der Weltregierung sein, die die Menschheit vernichten will. Dass er aber auch ein normaler Mensch ist und den Hebel an globale Missstände setzt, soll der folgende Beitrag beweisen, den ich Ihnen deshalb nicht vorenthalten will.

Ihr Jean Pütz

Lange Zeit galten Bill und Melinda Gates als das Vorzeige-Ehepaar unter den Superreichen. Jetzt lassen sich die beiden nach 27 Jahren Ehe scheiden. Bill soll unter anderem eine Affäre mit einer Microsoft-Kollegin gehabt haben. Damit reiht er sich ein in eine Liste an berühmten Personen, die durch eine Affäre ihr Ansehen verloren.

Die Scheidung von Bill und Melinda Gates warf Fragen auf. Das Wall Street Journal berichtete nun, der Microsoft-Gründer solle vor etwa 20 Jahren eine Affäre mit einer Mitarbeiterin des Konzerns gehabt haben. Sie sei nicht nur der Grund für die Scheidung, sondern auch der Grund, warum Bill Gates 2019 sein Verwaltungsratsmandat bei Microsoft niederlegte.

Schon so manchem Prominenten hat eine Affäre den Ruf oder gleich die Ehe gekostet. Wir haben für euch ein paar der berühmtesten Fälle aufgelistet.

Mit einem Gesamtvermögen von mehr als 200 Milliarden US-Dollar ist der Amazon-Gründer Jeff Bezos einer der beiden reichsten Menschen des Planeten. Außerdem rief er das private Raumfahrtunternehmen „Blue Origin“ ins Leben. 2019 machte er allerdings vor allem durch seine Scheidung Schlagzeilen. Als seine Gattin MacKenzie Scott und er sich öffentlich trennten, wurde kurz darauf bekannt, dass Bezos eine außereheliche Affäre mit der Moderatorin Lauren Sánchez hatte – auch Sánchez war zu diesem Zeitpunkt noch verheiratet. Nachdem beide dann eine Scheidung hinter sich brachten, wurden sie offiziell ein Paar.

MacKenzie Scott behielt 25 Prozent der von ihr und Jeff Bezos gehaltenen Amazon-Anteile und hält dadurch noch Aktien im Wert von aktuell 35,6 Milliarden Dollar.

Als „Conan, der Barbar“ oder „Terminator“ wurde er zum Filmstar, acht Jahre lang war er zudem der Gouverneur des US-Bundesstaats Kaliforniens. Doch auch „Arnie“, wie ihn seine Fans nennen, blieb seiner Ehefrau nicht treu. Seit 1986 war er mit der Journalistin Maria Shriver verheiratet, einer Nichte von US-Präsident John F. Kennedy. Das Paar hat vier gemeinsame Kinder, doch nach 25 Jahren gaben beide plötzlich die Scheidung bekannt. Den Grund gestand „Arnie“ der Öffentlichkeit: Er hatte eine langjährige Liaison mit der Hausangestellten Mildred Patricia Baena – und war der Vater ihres zu dem Zeitpunkt 14-jährigen Sohnes.

In seiner Autobiographie „Total Recall: Autobiographie – Die wahre Geschichte meines Lebens“ bezeichnete Schwarzenegger die Affäre später selbst als „Fehltritt“.

 

Religion und Krieg im Nahen Osten

Michael hoting schrieb mir auf meinen Beitrag bei Facebook über Religion und den Krieg zwischen Hamas und Israel.
Mal was zum nachdenken….

1. Die Juden haben in Palästina kein Land geraubt.
2. Die aus Europa eingewanderten Juden haben ihr Land meist von Osmanen und Arabern gekauft oder unwirtliche, unbewohnte Gebiete erschlossen(Tel Aviv).
3. Palästina gehörte nicht den Palästinensern.
4. Das Gebiet heißt Palästina, weil es der römische Kaiser Hadrian im 2. Jahrhundert n. Christus nach den Feinden der Juden so benannte, den Philistern (Goliath).
5. Die heutigen Palästinenser sind Araber, von 1516 bis 1917 war das Gebiet Teil des Osmanischen Reiches – es heißt auch Laurence von Arabien und nicht Laurence von Palestina.
6. Im 19. und 20. Jahrhundert wanderten zeitweise mehr Araber nach Palästina ein als Juden. 1880 siedelten dort rund 450 000 Araber und 15 000 Juden. Heute leben in Israel bereits über 8 Mio. Menschen.
7. Im Sechs-Tage-Krieg (1967) hat Israel Ost-Jerusalem und die Westbank nicht von Palästinensern erobert, sondern von Jordanien, das beide seit 1948 besetzt hielt.
8. Die palästinensischen Führer haben mehrfach das Angebot ausgeschlagen, einen eigenen Staat zu gründen – das erste kam von der Uno (1947), 2000 Bill Clinton und das bislang letzte vom israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert (2007).
9. Die palästinensischen Führer von Fatah und Hamas wollen erklärtermaßen keinen Frieden mit Israel, sondern die Juden vertreiben. Anmerkung: Gemäss Charta der Hamas ist das Ziel die Zerstörung Israels und nach Flugblatt 65 aus dem Jahr 1990 ausdrücklich die Tötung aller Juden – ohne Ausnahme.
10. Mahmud Abbas, Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, regiert ohne demokratische Legitimation – bereits im 15. Jahr, obwohl er nur für vier Jahre gewählt wurde.
11. Im Gegensatz zu vielen Behauptungen sind die meisten Israelis nicht das was man als Europläisch/Kaukassischer Typ bezeichnet – sprich das „white supremacy“ Geschwurbel ist völliger Blödsinn und dient nur dazu, sich etablierte Feindbilder nutzbar zu machen.
12. Bereits der Prophet hat den jüdischen Stamm der Banu vernichtet und alle Juden ohne Rücksicht auf Verluste vertrieben – diese Progrome gingen durch die Bank so weiter. Egal ob in Arabien oder auf dem Gebiet der Mahgreb Staaten. Im Gegensatz zu den Juden hatten z.b. Kurden, Jesiden usw. nie eine Chance sich in einem Staat zu organisieren und zu verteidigen – die Folgen merken diese bis heute. Von den Armeniern ganz zu schweigen…
13. Der Prozess um die Wohnungsräumungen (vier Parteien) läuft bereits ab 2008 und wurde dort in erster Instanz entschieden, sprich das israelische Rechtssystem hat mehr als 10 Jahre gebraucht um es letztendlich zu klären. Aus diesen Wohnungen wurde im 20. Jahrhundert Juden vertrieben und diese sind entsprechend die ursprünglichen legalen Eigentümer.
14. Israel ist eine starke, lebhafte und wehrhafte Demokratie, was man von allen arabischen Nachbarn nun nicht unbedingt behaupten kann.

Nur als kleine Lektion, als Deutschland sich nicht mit den Gegebenheiten abfinden konnte – wurde es danach im zweiten Weltkrieg in Schutt und Asche gelegt. Israel wird und kann sich nur verteidigen, denn man weiß aus der Erfahrung und auch aus der aktuellen Geschichte, welches Los einen sonst erwartet… Wie gesagt, dafür muss man sich nur aktuell das anschauen – was mit Kurden und Jesiden passiert, aber das scheinen einige „Aktivisten“ ja auszublenden oder nehmen es billigend in kauf..

Viren in unseren Genen: Aktiviert schädigen sie die Gehirnentwicklung

(Helmholtz) – Forschende konnten erstmals zeigen, dass die Aktivierung bestimmter humaner endogener Retroviren, die sich in unseren Genen befinden, die Gehirnentwicklung massiv beeinträchtigt. Diese Erkenntnis könnte dabei helfen, die Forschung an Therapien für neurodegenerative Erkrankungen voranzutreiben. Die Studie entstand in einer internationalen Zusammenarbeit unter Leitung des Helmholtz Zentrums München.

Seitdem sich unsere Vorfahren vor Jahrmillionen mit Retroviren infizierten, tragen wir Elemente dieser Viren in unseren Genen – bekannt als humane endogene Retroviren oder kurz HERVs. Diese Viruselemente haben ihre Fähigkeit zur Replikation und Infektion im Laufe der Evolution verloren, sind jedoch fester Bestandteil unseres Erbguts. Tatsächlich besitzt der Mensch fünfmal mehr HERVs als codierende Gene.  Die bisherige Forschung konzentrierte sich stark auf die Korrelation von HERVs und Krankheiten. Deshalb untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler HERVs meist in Proben von erkrankten Personen. Obwohl diese Studien wichtig sind, lassen sie keine Rückschlüsse darauf zu, ob HERVs die Ursache oder die Folge der Erkrankungen sind.

Neue Technologien ermöglichen Forschenden heute einen tieferen Einblick in die Mechanismen von HERVs und deren Funktion. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen ist es der Virologin Michelle Vincendeau* nun erstmals gelungen, die negativen Auswirkungen einer Aktivierung von HERVs für die menschliche Gehirnentwicklung nachzuweisen.

Aktivierung von HERV schädigt die Gehirnentwicklung
Mithilfe der CRISPR-Technologie aktivierten die Forschenden eine spezielle Gruppe von HERVs** in menschlichen embryonalen Stammzellen und entwickelten daraus Nervenzellen (Neuronen). Die viralen Elemente wiederum aktivierten spezifische Gene, darunter klassische Entwicklungsfaktoren, die an der Gehirnentwicklung beteiligt sind. Im Bereich der kortikalen Neuronen, also der Nervenzellen in unserer Großhirnrinde, führte dies zu einem kompletten Funktionsverlust der Neuronen. Sie entwickelten sich völlig unterschiedlich als gesunde Neuronen dieser Hirnregion – sie hatten ein deutlich kürzeres Axon (Nervenzellenfortsatz) und die Axone waren weniger verzweigt. Somit beeinträchtigt die Aktivierung einer spezifischen HERV-Gruppe die Entwicklung kortikaler Neuronen und damit die gesamte Gehirnentwicklung.

Klinische Bedeutung
Da neurodegenerative Erkrankungen oft mit der Aktivierung mehrerer HERV-Gruppen in Verbindung stehen, ist der negative Einfluss der HERV-Aktivierung auf die Entwicklung kortikaler Neuronen eine wesentliche Erkenntnis. Es ist bereits bekannt, dass Umweltfaktoren wie Viren, Bakterien und UV-Licht verschiedene HERVs aktivieren können und damit möglicherweise zum Ausbruch von Krankheiten beitragen. Die neuen Erkenntnisse machen HERVs für die klinische Anwendung noch interessanter. Das Ausschalten bestimmter viraler Elemente könnte ein neues Forschungsfeld für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen eröffnen. In einem nächsten Schritt wird die Gruppe am Helmholtz Zentrum München die Auswirkungen einer Deaktivierung von HERVs in Proben von Neuronen erkrankter Personen untersuchen.

Neue Pfade für die Grundlagenforschung
Darüber hinaus liefern die Forschungsergebnisse wichtige Hinweise darauf, dass epigenetische Mechanismen die Virenelemente in der gesunden Gehirnentwicklung unter Kontrolle halten. Michelle Vincendeau vermutet sogar eine funktionelle Rolle der kontrollierten HERVs für die normale Entwicklung des Gehirns. „Wir tragen diese Elemente seit rund 40 bis 70 Millionen Jahren in uns. Wir nehmen an, dass ihr Vorhandensein für unsere natürlichen Prozesse relevant ist, sonst hätten wir sie im Laufe der Evolution nicht so lange behalten“, sagt Vincendeau. Weitere Grundlagenforschung in diese Richtung wird neue funktionelle Rollen von HERVs aufzeigen.

* Michelle Vincendeau leitet die Forschungsgruppe für humane endogene Retroviren am Institut für Virologie des Helmholtz Zentrums München. Ein Teil der Daten aus der aktuellen Studie entstanden im Rahmen ihrer vorherigen Forschungsprojekte am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York. Für diese Arbeit hat sie auch mit Forschenden der Technischen Universität München und der Universität des Saarlandes zusammengearbeitet.

Kiri, ein Wunderbaum, der alles leichter macht – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Diesen Kiribaum, der in der Universität zu Bonn aus dem japanischen Ur-Kiribaum entwickelt wurde, hat erstaunliche Eigenschaften. Sein Holz ist leichter als Balsaholz, doch genau so stabil wie Pappel-Holz. Mittlerweile gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch in Spanien große Plantage. Dieser Baum wächst pro Jahr angeblich 2,5 Meter und – wenn er richtig behandelt wird – wachsen seine ersten Äste erst ab 4 Metern Höhe, was ihn zu einem idealen Nutzbaum macht. Z. B. im anschließenden Beitrag kann man damit Paddelboote bauen.

Ich selbst habe 14 dieser Bäume eingepflanzt, noch sind sie sehr klein, aber sie bilden im Moment nach schlechtem Wetter blaue Blüten und die Blätter kommen auch schon. Ich bin gespannt und werde weiter darüber berichten.

Jean Pütz

(KiriNews) – Mit unserem Kiriholz haben zwei Bootsbauer aus Kiel das wohl nachhaltigste Stand-up-Paddleboard der Welt gebaut. Das „Ray Eco“ – schnell, leicht und stabil – besteht zu 95 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Der wichtigste davon: Kiriholz von unserer Anbaufläche in Ladenburg (Baden-Württemberg).

Wir haben den beiden dafür extra lange Kiriholzbohlen zur Verfügung gestellt – mehr als 4,50 Meter maßen sie. Peter Diessenbacher, Gründer und Geschäftsführer der WeGrow-Gruppe, ist von dem Ergebnis angetan: „Wir als Kiriholzpioniere sind stolz darauf, als Kooperationspartner einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung dieses nachhaltigen Sportgeräts zu leisten. Das Board sieht toll aus, ist superleicht und macht einen sehr stabilen Eindruck.“

Holz statt Glas- und Kohlefasern – und Fanatic als Marktpartner

Das nachhaltig angebaute Kiriholz ersetzt bei dem Stand-up-Paddlingboard die sonst üblichen Glas- oder Kohlefasern. Auch der Kern – bei gewöhnlichen Boards aus Schaum – besteht aus einer Spantenstruktur aus Kiri. Für Kiri entschieden sich die Boardbauer unter anderem wegen der herausragenden Ökobilanz des Baumes. Er bindet außergewöhnlich viel CO2, verbraucht vergleichsweise wenig Wasser – und das Holz ist im Gegensatz zu anderen Holzarten seewasserbeständig.

Vermarktet wird das Board vom renommierten Markenhersteller Fanatic, der seit rund 30 Jahren Bretter für den Wassersport produziert. Es wird das nachhaltigste Produkt der SUP-Linie sein. „Wassersportartikel sind reine Luxusprodukte, die kein Mensch zwingend benötigt. Daher ist es hier umso wichtiger, ein kritisches Auge auf den Ressourcenverbrauch und die Auswirkungen auf die Umwelt zu haben“, sagt Michael Walther, einer der Board-Bauer.

Keine Marketing-Geschichte, sondern wirklich nachhaltig und umweltverträglich

Walther und sein Partner legten während des gesamten Produktionsprozesses Wert auf Nachhaltigkeit und umweltverträgliche Bio-Öle und Pigmente. Das Board soll während seines vollständigen Lebenszyklus einen minimalen Einfluss auf die Natur haben. Den Konstrukteuren war wichtig, dass es keine Marketinggeschichte wird, die sauber aussieht, aber bei genauerer Betrachtung kaum Vorteile gegenüber herkömmlichen Boards bietet.  Profi-Sportler Michael Walther wird das Kiriboard demnächst auf mehreren Touren prüfen, um sicherzustellen, dass es allen Anforderungen gewachsen ist. Wir sind gespannt auf seinen Bericht!

Auch wenn Wassersportgeräte nur einen kleinen Nieschen-Anwendungsbereich von Kiriholz darstellen, so zeigt dieses Projekt dennoch sehr anschaulich wie vielseitig einsetzbar und nachhaltig unser Holz ist.

 

Gentherapie lässt Blinden wieder sehen

Update: Ein 58-jähriger Mann, der durch eine degenerative Erbkrankheit erblindet war, konnte dank einer innovativen Technik, die Gentherapie und Lichtstimulation kombiniert, sein Sehvermögen teilweise wiedererlangen.

(Sorbonne) – Mit Hilfe einer optogenetischen Therapie haben Forscher das Sehvermögen eines erblindeten Mannes teilweise wieder hergestellt. Der 58-Jährige hatte aufgrund der erblichen Erkrankung Retinitis pigmentosa vor 40 Jahren nach und nach sein Augenlicht verloren. Für die experimentelle Therapie machten die Forscher bestimmte Zellen in seinem Auge mithilfe eingeschleuster Gene lichtempfindlich. Zusätzlich entwickelten sie eine spezielle Brille, die Licht in der richtigen Wellenlänge auf die Netzhaut wirft. Damit gelang es dem Mann nach mehrmonatigem Training, Formen zu erkennen und Gegenstände zu identifizieren. Die Fallstudie zeigt das Potenzial der Optogenetik und gibt Hoffnung auf zukünftige Therapien.

Wer unter der genetischen Krankheit Retinitis pigmentosa leidet, verliert nach und nach das Augenlicht. Ursache sind verschiedene Mutationen, die dafür sorgen, dass die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut zerstört werden. Rund 40.000 Menschen in Deutschland sind von der neurodegenerativen Krankheit betroffen. Zur Behandlung gibt es verschiedene Forschungsansätze – darunter Stammzelltherapien und implantierbare Netzhaut-Chips. Zugelassen ist bislang eine Gentherapie, die im Frühstadium der Erkrankung Patienten mit einer bestimmten Mutation helfen kann. Da die Krankheit jedoch durch verschiedene Mutationen verursacht werden kann, fehlt bislang eine Therapie für den Großteil der Patienten.

Gentherapie macht Zellen lichtempfindlich

Ein Team um José-Alain Sahel von der Sorbonne Université in Paris hat nun einen Behandlungsansatz erprobt, der unabhängig von der Art der zugrunde liegenden Mutation Besserung verspricht. Dazu setzten die Forscher auf Methoden der Optogenetik. Dabei wird mit Hilfe eines viralen Vektors Erbgut in Zellen eingeschleust, das diese lichtempfindlich macht. Das Virus dient dabei als Genfähre, um das neue Erbmaterial an den gewünschten Ort zu bringen. In der Forschung wird die Technik bereits seit rund 20 Jahren eingesetzt, um mit Lichtimpulsen Reaktionen in Zellen auszulösen. Sahel und seine Kollegen haben nun das therapeutische Potenzial der Optogenetik ausgelotet.

Für ihre Machbarkeitsstudie injizierten sie einem 58-jährigen Mann, bei dem vor 40 Jahren Retinitis pigmentosa diagnostiziert wurde, virale Vektoren ins Auge, die das Genmaterial für ein lichtempfindliches Protein namens ChrimsonR mitbrachten. Dieses sogenannte Kanalrhodopsin bildet Ionenkanäle in der Zellmembran. Wird es durch Licht angeregt, öffnen sich die Kanäle und sorgen dafür, dass Signale an die nachgeschalteten Zellen im Gehirn weitergeleitet werden. Auf diese Weise machte Sahels Team die Gliazellen im Auge des Erblindeten lichtempfindlich – Zellen, die sonst keine optischen Signale aufnehmen.

Sehen mit Spezialbrille

Nach viereinhalb Monaten, als sich die ChrimsonR-Produktion in den Zellen stabilisiert hatte, begannen die Forscher mit dem Probanden das Sehtraining. Da ChrimsonR nur auf gelb-oranges Licht reagiert und dieses eine höhere Intensität haben muss, als es bei normalen Helligkeitsverhältnissen vorkommt, entwickelten die Forscher eine spezielle Brille, bei der eine Kamera die Umgebung aufnimmt, das Bild in Echtzeit in gelb-oranges Licht der richtigen Stärke umwandelt und auf die Netzhaut wirft. Und tatsächlich: Nach sieben Monaten des Trainings gelang es dem Probanden mit Hilfe der Brille, im Labor und im Alltag Gegenstände zu identifizieren, zu zählen und gezielt zu berühren.

Im EEG zeigte sich wie erhofft, dass das Sehzentrum im Gehirn aktiviert wurde, während der Proband mit seiner Spezialbrille dabei zusah, wie die Forscher einen Becher auf einen Tisch stellten und wieder entfernten. Nebenwirkungen traten während der Studie nicht auf. „Die Studienergebnisse beweisen das Wirkkonzept, dass eine optogenetische Gentherapie zur partiellen Wiederherstellung von Sehfähigkeit machbar ist“, sagt Co-Autor Botond Roska von der Universität Basel. Mehr als grobe Formen kann der Proband allerdings nicht erkennen und auch dafür musste er zunächst lernen, seine Umgebung mit Kopfbewegungen visuell abzutasten. Denn da nur ein kleiner Teil der Zellen in seinem Auge durch die Therapie lichtempfindlich wurde, ist sein Sichtfeld sehr begrenzt.

Noch nicht anwendungsreif

„Eine Expression von Photorezeptoren in Sekundärzellen der Retina wird nie die volle Sehfähigkeit zurückbringen können. Allerdings ist die Tatsache, dass ein optogenetisch behandelter Patient sich in seiner Umgebung visuell orientieren und die Zebrastreifen auf der Straße zählen kann, sicherlich ein toller Erfolg und ein Gewinn an Lebensqualität“, kommentiert der Neurowissenschaftler Peter Hegemann von der Humboldt-Universität zu Berlin, der nicht an der Studie beteiligt war. Ein klinischer Einsatz sei dennoch bislang nicht absehbar. Zunächst müsse die Technologie in weiteren Studien geprüft und verbessert werden. Wünschenswert sei zum Beispiel, dass die lichtempfindlichen Proteine gleichmäßiger über die Netzhaut verteilt sind und dass sie besser auf natürliches Licht reagieren. Im aktuellen Experiment war der Patient auf die Spezialbrille angewiesen.

Auch die Autoren der Studie betonen, dass noch viel Forschungsarbeit notwendig ist, bevor die Therapie Patienten angeboten werden kann. In einem nächsten Schritt wollen sie das Verfahren mit weiteren Probanden testen und weiterentwickeln.

Regeneratives Methanol rettet das Klima und unseren Wohlstand, ohne Verbots- Ideologien „nur mit Vernunft“!

Aus Deutschland heraus kann die Atmosphären-Temperatur nicht auf notwendige weitere 1,5 °C begrenzt werden.

Zur Mutlosigkeit besteht aber kein Anlass. Deutsche Ingenieurskunst und Kreativität helfen besser als alle bisherigen geplanten und realisierten Maßnahmen.

Wenn wir die Welt von der Notwendigkeit und Möglichkeit bestimmter Maßnahmen überzeugen können, haben wir eine Chance, das notwendige Ziel zu erreichen. Unsere Industrie zu ruinieren ist keine Lösung.
Der Deutschen- und Europapolitik ins Gewissen. Ich hoffe mein frei moderierter Kommentar wird Sie davon überzeugen, ebenso wie die folgenden Links:

Vor und Nachteile des Methanols mit genauen Daten

Meine Mail an die Leibniz-Gemeinschaft, die die Umsetzung von Solar-Wasserstoff in Methanol ermöglicht hat

Irrsinn des Elektroautos

Klimawandel weltweit, ohne Subventionen und Verbote

Dank deutscher Ingenieurkunst!
Die derzeitigen Maßnahmen, das Klima der Welt zu retten, laufen trotz gutgemeinter Billiarden schwerer Subventionen ins Leere.
Populistisch behaupten, insbesondere jetzt vor den Bundestagswahlen, die Grünen, das wäre möglich. Fast alle Parteien sind darauf eingestiegen, mit Ausnahme der FDP und jetzt ganz aktuell sogar auch die CDU. Armin Laschet hat sich offenbar von dem Dogma, den Verbrennungsmotor abzuschaffen, verabschiedet. Ob das nützlich ist für die nächste Bundestagswahl, wird sich zeigen. Das Problem ist, dass der Populismus die Bürger und viele Entscheider in der Wirtschaft so in die Nähe der grünen Verbots-Ideologie gelenkt hat, dass mit Vernunft und einer unabhängigen Analyse nicht mehr viel zu machen ist. Sich gegen diesen Mainstream zu wenden, ist für die Parteien ein großes Risiko.
Damit wir uns recht verstehen, ich bin keine Cassandra, die alles in Grund und Boden stampft und nur den Untergang prophezeit. Dass aber Hopfen und Malz noch lange nicht verloren ist, möchte ich mit meinem frei-moderierten Beitrag beweisen. Bitte schauen und hören Sie sich diesen zunächst einmal an.
Den folgenden Text nehmen Sie als Begleitmaterial, so wie ihn früher immer zu meinen Sendungen gegen Einsendung eines frankierten und an sich selbst adressierten Umschlags geliefert habe. Das kostete aber immerhin das Briefmarkenporto, hier bekommen sie alles umsonst.
Das alles sind keine Behauptungen, die ich selbst erfunden habe, sondern sie beruhen auf meinen Gedanken und seriösen Recherchen unter Zuhilfenahme von Wissenschaft und Technik. Sie ist mein Zeuge ganz nach meinem Motto: Der Vernunft eine Chance.
Also: Allgemein wird ja behauptet, es gäbe zu den Maßnahmen, die zum Teil schon Gesetzeskraft erhalten haben, keine Alternative. Was ich stark moniere ist, dass die Risiken und Nebenwirkungen ausgeblendet wurden. Wenn die Politik dies konsequent verfolgt, insbesondere nach den Bundestagswahlen, dann braucht Deutschland einen guten Schutzengel. Der von der vorherigen Generation erarbeitete Wohlstand für jedermann ist in Gefahr. Ganz klar, die Explosion der technischen Möglichkeiten in den letzten 150 Jahren, insbesondere die Verwendung fossiler Energie-Lieferanden wie Kohle, Erdöl und Gas, was die Natur in Jahrmilliarden Jahren tief in der Erdoberfläche abgespeichert hat, ist für den Klimawandel verantwortlich. Daran gibt es keine Zweifel. Die anvisierten Ziele sind also unausweichlich, aber die Technik hat die Misere verursacht, jetzt muss die Technik helfen, das Problem zu lösen. Die Verteufelung bestimmter Technologien – wie z. B. in dem Apodict, den Verbrennungsmotor bis 2050 abzuschaffen, ist völlig kontraproduktiv und extrem einseitig.
Ganz klar, der Ausbau der regenerativen Energiequellen muss mit allen Mitteln forciert werden. Das liefert uns die Sonne in Hülle und Fülle und damit verbunden auch der Wind. Auch die Schwerkraft hilft uns dabei, in dem Wolken Regen in die Atmosphäre bringen, der fällt dann auf Berge und liefert Wasserkraft, wenn er in Stauseen aufgefangen wird. Die Schwerkraft hilft auch bei der relativ verlustarmen Speicherung von elektrischer Energie durch Pumpspeicherwerke.
Da gibt es aber ein Problem. Deutschland allein ist nicht von der Sonne verwöhnt. Auch der Bau von Windrädern findet bei den Bürgern nicht immer Zuspruch. Gut, die Alternative, große Windparks in der Nord- und Ostsee zu errichten, erzeugt etwas weniger Widerstand. Aber da gibt es wieder enormen Widerspruch, diesen dort erzeugten Strom über Hochspannungsleitungen nach Süddeutschland zu lenken. Das wäre dann tatsächlich regenerativer Strom. Doch das kann noch Jahre dauern und reicht bei weitem nicht aus, den erhöhten Bedarf von schweren Automobil-Batterien zu befriedigen. Allein schon das bewirkt in den nächsten Jahren, dass das so gepriesene Elektro-Auto enorme Umwelt-Ressourcen frißt. Nicht zu sprechen von den katastrophalen sozialen und ökologischen Problemen, die die Gewinnung der Rohstoffe für den Lithium-Ionen-Akkumulator in den Herkunftsländern erzeugt.
Also, wir einigen uns darauf: Das Elektro-Auto löst keine Klimaprobleme. Trotzdem ist die Elektromobilität in modifizierter Form ein Hoffnungsträger.
Stichwort: regeneratives Methanol. Die Klimakrise ist nur zu bewältigen, wenn Deutschland hilft, Technologien zu entwickeln, die es allen Ländern inkl. denen der der 3. – oder besser – 1. Welt ermöglicht, ohne zu viel Kapital- und Ressourcen-Einsatz die CO2-Abgase zu kontrollieren. Da kann selbst ganz Europa mit maximal 10% Anteil am Weltaufkommen nichts ändern. Auch noch so gut meinende Entwicklungspolitik hilft da nicht viel. Ich nehme einmal bewusst die Länder wie Indien und China aus, die sowieso in der CO2-Vermeidungs-Politik ihr eigenes Süppchen kochen. Aber auch sie könnten vom Methanol als zukünftigen Alleskönner profitieren.
Meine Zuversicht hat folgenden Grund: Bei der Klimarettung spielt der grüne Wasserstoff, erzeugt durch klassische Elektrolyse mit Fotovoltaik-Strom und Wind-Energie, eine entscheidende Rolle. Aber Wasserstoff ist, obwohl das grüne Gesundbeter verneinen, ein problematisches Gas. Viel flüchtiger als Erdgas und gefährlicher, wie der Physiklehrer in der Schule mit großem Knall durch Explosion in einem Luftballon beweisen konnte. Es lässt sich zwar in umgebauten Erdgasleitungen oder in neuen Pipelines transportieren und verteilen, aber das bedeutet hohe Kapitalinvestitionen in die Infrastruktur. Gut, Gas lässt sich immer – mit Ausnahme von Helium – durch Abkühlen und Druck verflüssigen. Doch ausgerechnet Wasserstoff hat da die unangenehme Eigenschaft, erst dann in den flüssigen Zustand überzugehen, wenn es auf -252°C abgekühlt wird. Das bedeutet nicht nur hoher Energiebedarf, sondern es muss danach in extrem dichten Thermobehältern aufbewahrt werden. Also, um es konkret ohne großen Aufwand zu speichern, muss es komprimiert werden, und zwar auf einen unfassbaren Maximaldruck von 700 bis 800 bar. Auch das birgt Gefahren. Es ist zwar händelbar durch hohe Investitionen in Tankstellen, aber, woran kaum gedacht wird, für die Kompression benötigt es viel Energie.
Wenn es gewandelt werden soll in elektrischen Strom, spielt wieder die Physik mit. Selbst in modernsten Brennstoffzellen fallen bis zu 50% in Form von Wärme-Energie-Abfällen an.
So, und nun kommt die Erlösung: Deutscher Erfindergeist hat es möglich gemacht, eine Hightech-Methode zu entwickeln, die den Wasserstoff im übertragenem Sinne verflüssigt, und zwar am besten an Ort und Stelle, wo Sonnenstrom über die Elektrolyse ihn erzeugt und dann in einer zweiten Stufe wieder unter Einwirkung von Sonnen-Energie und mit Hilfe von Katalysatoren, direkt Methanol produziert. Dabei ist sogar der Wertstoff CO2 beteiligt. Er kann aus der Atmosphäre gewonnen werden oder leicht abzufangen aus Abgasen von nicht vermeidbaren Erdgas-Kraftwerken im regenerativem Kreislauf. Diese Technologie entstand im ostdeutschen Leibniz-Institut Strahlsund und Rostock. Sie muss nun nur noch im großen Maßstab entwickelt werden. Als Standort dieser riesigen Fabriken eignen sich ideal sonnenverwöhnte Entwicklungsländer in der Nähe von Wüsten, z. B. in Afrika rund um die Sahara. Das sind mit die ärmsten Länder auf unserem Globus. Das wäre die ideale Entwicklungshilfe, denn Energievorkommen hatte historisch immer eine nachfolgende Industriealisierung zur Folge. Wir müssen nur darauf achten, dass dies in Anbetracht der dortigen Verhältnisse sozialverträglich erfolgt. Auch die in dieser Gegend angesiedelten Erdöl-Lieferanten sollten an einer solchen Entwicklung sehr interessiert sein. Diese Länder sind leicht von der Notwendigkeit, Methanol zu produzieren, zu überzeugen. Denn wenn Erdöl weltweit verboten würde, fänden sie dort die Alternative. Kapital haben sie ja genug. Das dies hoffentlich keine Zukunftsvision bleibt und relativ schnell umgesetzt werden könnte, das wäre auch eine Aufgabe, und zwar im Eigeninteresse, für unsere auf umweltbedachten Industrieländer.
Der Grund: Methanol ist in der Lage, überall dort, wo heutzutage fossile Brennstoffe bzw. Treibstoffe eingesetzt werden, diese ohne große Umbauten zu ersetzen. Der Kapitalbedarf dafür ist jedenfalls wesentlich geringer, als die beabsichtigte technische Revolution weltweit auszulösen. Nach Corona ist in allen Länder der Staatssäckel so gelehrt, dass weitere Subventionen ohne Inflation und Entwertung des Geldes nicht möglich ist. Auch der bisher vernachlässigte Energiebedarf in unseren Gebäuden und Häusern könnte mit sinnvollen Energiesparmaßnahmen flankiert werden. Auch der Verbrennungsmotor macht sich dabei sehr nützlich, z. B. in existierenden oder neu zu errichtenden Methanol-betriebenen Kleinheizkraftwerken, die nicht nur Wärme erzeugen, sondern auch Stromlieferanten sind. Das gilt auch für mit Methanol-betriebene und Wärmepumpen für Klimaanlagen usw. die im Winter Wärme und im Sommer Kälte liefern. Besonders interessant deshalb, weil solche Wärmepumpen etwa das dreifache aus dem Brennstoff herausholen, als die Natur in ihn gespeichert hat (umgekehrtes Kühlschrank-Prinzip). Kurzum, alles das bringt in Gebäuden nachweislich ein CO2-Einsparpotetial von über 50%. Wenn dann auch noch unsere Privat-PKWs auf HyperHybrid-Elektromobilität umgestellt würden, wäre das Ziel der noch einmal auf 2045 reduzierten CO2-Neutralität spielend zu erreichen.
Folge 198 Der Zukunft eine Chance