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17.11.2019 Warum wird die Klimarettung scheitern?

Ich möchte nicht die Bevölkerungsexplosion in den nächsten 50 Jahre dafür verantwortlich machen.
Aber wenn selbst das umweltschutzwillige Deutschland nicht in der Lage ist zielführende Maßnahmen zu ergreifen, dann fragt man sich wo das irgendwo in der Welt funktionieren sollte. Und das, trotz zukünftigem Abbau von Hunderttausenden von Arbeitsplätzen in der deutschen Industrie, die derzeit noch Weltgeltung besitzt.

Das Augenmerk der Politik lag weitgehend auf dem Verkehrssektor. Den kann man allerdings allein nicht für die CO2 Misere verantwortlich machen aber insbesondere nicht der Bereich unserer privaten Autos.

Summa summarum sind also wir Bürger mit unserem privaten Mobilitätsbedürfnis bestenfalls mit 6 bis 8% am CO2 Ausstoß in Deutschland verantwortlich. Das hochgelobte reine Elektroauto mit der großen und schweren Batterie, hat eine solch schlechte Ökobilanz, dass diese Einführung niemals zur Klimaverbesserung beitragen wird. Aber es wird als Heilsbringer gehandelt und mit Milliarden Subventionen versehen. Es ist völlig unpraktisch und selbst mit besserer Infrastruktur wird es keinen Durchbruch erzielen. Allerdings bin ich durchaus ein Anhänger der Elektromobilität jedoch in Form von einer Hyper-Hybrid-Version, mit einem kleinen Lade-Motor, ohne Getriebe und nur einem Viertel der Batterie. Diese besondere Art des Hybrid kann auch mit regenerativen Treibstoff betrieben werden und zu Hause wenn die Infrastruktur vorhanden ist wie ein reines Elektroauto jederzeit geladen werden.

Aber das allein löst nicht die CO2 Problematik, denn demgegenüber steht der Energiebedarf zum Heizen und Kühlen unserer Häuser und Gebäude. Dieser ist mit einem Anteil von über 40% am CO2 Ausstoß beteiligt.
Wenn diese hohen Subventionen im Verkehrssektor in diesem Gebäudebereich geflossen währen, dann gäbe es kein Problem, die CO2 Grenzwerte der Zukunft einzuhalten.
Es gibt nämlich mittlerweile Möglichkeiten mit Hilfe kreativer Technik, dieses ohne Verlust an Behaglichkeit und Selbstbeschränkung zu erreichen.

Natürlich spielen da auch regenerative Energien eine sinnvolle Rolle, aber nicht nur, Wärme- und Kälteisolation von Fenstern und Wänden, aber auch Wärmerückgewinnung durch preiswerte Lüftungsventilatoren helfen enorm mit.

In meinem folgenden Beitrag weise ich auf eine besonders kreative und verblüffende Technik hin, die enormes CO2 Einsparpotential besitzt. Es ist kaum zu glauben, als Energiespeicher fungiert dort der Prozess des Einfrierens von Wasser also ein großer Behälter mit Eis. Über eine Wärmepumpe, die übrigens auch mit Gas betrieben werden kann und dann noch effizienter ist, lassen sich nachhaltig private Häuser oder auch große Gebäudekomplexe im Winter heizen und im Sommer kühlen. Physikalisch wird dabei die hohe Gefrier- bzw. Erstarrungsenergie und umgekehrt wieder die Energie zum Schmelzen (Verflüssigungsenergie), für das Energiespeichersystem genial ausgenutzt. Viel Spaß

Folge 46 . Mit Vernunft in die Zukunft, oder?

Wem die Funktionsweise des Energie Eis Speichers interessiert, dann klicken Sie hier.
Unter etlichen Videos habe ich das herausgesucht das den geringsten Werbeanteil besitzt.

Hier noch ein interessanter Beitrag aus der Deutschen Welle zum Unsinn des Elektroautos.

Heizen mit Eis – Energiequelle der Zukunft ? Mit Video

Unten finden Sie ein sehr anschauliches Video

Besonders innovativ ist die Nutzung eines Eisspeichers als Energiequelle. Dabei handelt es sich um eine Zisterne mit eingebauten Wärmetauschern, die im Garten vergraben und mit normalem Leitungswasser gefüllt wird.

Auf dem Dach des Hauses werden spezielle Solar-Luftabsorber angebracht, die Wärme aus der Umgebungsluft sowie aus der solaren Einstrahlung sammeln und sie dem Eisspeicher zuführen. Darüber hinaus bezieht der Eisspeicher Wärme direkt aus dem Erdreich.

Kristallisationsenergie zum Heizen nutzen
Wird über die Solar-Luftabsorber nicht genügend Energie bereitgestellt, so entzieht die Wärmepumpe dem in der Zisterne gespeicherten Wasser die zum Heizen und zur Warmwasserbereitung benötigte Energie. Sinkt die Temperatur dabei innerhalb der Zisterne auf den Gefrierpunkt, wird die Vereisung des Wassers zur weiteren Energiegewinnung genutzt – daher der Name Eisspeicher. Beim Übergang von Wasser zu Eis wird genauso viel Kristallisationsenergie frei, wie man für den umgekehrten Prozess – das Auftauen – benötigt. Bei der für Einfamilienhäuser üblichen Größe des Eisspeichers von zehn Kubikmetern Wasserinhalt entspricht das dem Energiegehalt von ca. 120 Litern Heizöl. Während jedoch Heizöl für die Wärmeerzeugung vollständig verbraucht wird, steht der Wasserinhalt des Eisspeichers durch Regeneration mit Energie aus Sonne und Luft nahezu unbegrenzt als Wärmequelle zur Verfügung.

Umweltbewusst und wirtschaftlich
Energiebewusst leben und Heizkosten sparen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Das auch aus gutem Grund, denn Heizung und Warmwasser machen in deutschen Haushalten zirka 70 Prozent des Energieverbrauchs aus. Deshalb entscheiden sich immer mehr Bauherren und Renovierer für die Kombination verschiedener regenerativer Energiequellen.

Primärquellenspeicher als Alternative zu Erdsonden und Erdkollektoren
Wärmepumpen haben seit einigen Jahren im Mix der jährlich installierten Wärmeerzeuger einen festen Platz eingenommen. So war 2010 jedes zehnte neu eingebaute Heizgerät eine Wärmepumpe. Das Eisspeicher-Konzept für die Erschließung und Nutzung der Naturwärme macht jetzt den Einsatz dieser Technologie noch attraktiver.

2019/11/18 Wissenschaftsjournalistisches Seminar an der Universität Freiburg

Das University College Freiburg und das Studium generale laden alle Interessierten zum Vortrag „Wissenschaftsjournalismus und Demokratie“ von mir ein.
Wann: 18.11.2019, 20:00 Uhr
Wo: Alte Universität, Hörsaal 1, Eingang Brunnenstraße, 79098 Freiburg

Vorbereitungstext zu meiner Vorlesung im Rahmen des Wissenschaftsjournalistischen Kurses an der Universität Freiburg:

Prof. Sabine Rollberg hatte mich für den 18. November 2019 dazu eingeladen
Einen guten Überblick über mein journalistisches Denken können interessierte Studenten und Besucher meiner Homepage im folgenden Text zusammengefasst erfahren.

Insbesondere möchte ich aufmerksam machen auf die Buttons: ‚Gedanken zur Zeit‘, aber auch ‚Lexikon der Wissenschaft‘, die viele Berichte der letzten 5 Jahre enthält und noch weiter zurück, denn ich unterhalte diese Seite seit mehr als 14 Jahren.
Vielleicht ist auch die Rubrik ‚Wissenschaft soeben eingetroffen‘ interessant, darein kommen sämtliche Beiträge, die mir als Journalist regelmäßig zugesendet werden und die ich auswähle und ggf. redaktionell überarbeite. Das sind immer nur 20 Artikel, aber im Überlauf geraten die dann in die Rubrik ‚Lexikon der Wissenschaft‘. An der Aktualisierung arbeite ich täglich über drei Stunden – ganz unter dem von mir selbst gesetzten Motto: ‚Wissen darf niemals nur Herrschaftswissen werden‘.

Als Redakteur, der die Redaktionsgruppe ‚Naturwissenschaft und Technik‘ am 01.01.1070 gegründet hat, wollte ich von Anfang an eher bildungsarme Schichten erreichen. Wohlwissend, dass in der Demokratie jede Stimme zählt und ich diesem Massenkommunikationsmittel Fernsehen die Aufgabe zuwies, den Zuschauern wenigstens die Notwendigkeit und Nutzen von Wissenschaft und Technik näher zu bringen. In diesem Zusammenhang schuf ich die Sendeform ‚Hobbythek‘, sozusagen als trojanisches Steckenpferd, dies zu vermitteln.

Heutzutage werde ich fast immer nur damit konfrontiert, aber selbstverständlich stand auch die Vermittlung von Wissenschaft und Technik in anderen Sendeformen im Vordergrund, z. B. größere Serien wie 1970 ‚Energie die treibende Kraft‘ (13 Folgen) – mein Erstlingswerk in Featureform, in dem ich zum ersten Mal den Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ erwähnte. Im nächsten Jahr folgte ‚Elektronik, eine Einführung‘ (mein Debüt als Moderator), in der ich den Übergang von der elektronischen Röhre zur Halbleitertechnik darstellte. Das Begleitbuch hat – inkl. Taschenbuchausgabe – über 600.000 Auflage erreicht.

Das digitale Zeitalter eröffnete ich schon 1973 mit der Sendereihe ‚Einführung in die Digitaltechnik‘ – ebenfalls von mir moderiert und vom VDI mit 4 Wochenendseminaren begleitet. Sie wurde in sämtlichen 3. Programmen mindestens 150 Mal wiederholt. Auch hierzu existierte ein Begleitbuch, welches ca. 200.000 mal verkauft wurde.
Weitere Sendereihen finden Sie auf meiner Homepage, z. B. ‚Die Welt des Schalls‘, ‚die Welt des Fernsehens‘ usw.

1975 bekam ich einen Sendetermin im 1. Programm der ARD (60 Min.) unter dem Titel ‚Aus den Augen in den Sinn‘ über optische Täuschungen. Die Publikumsresonanz übertraf sämtliche Erwartungen. Leichtsinnigerweise bot ich ein Begleittext an, welches von 40.000 Zuschauern angefordert wurde. Gott sei Dank erklärte sich mein damaliger Verlag (VGS Köln), den Druck und den Versand durchzuführen, denn in meinem Redaktions-Etat war das nicht vorgesehen.

Diese extreme Resonanz gab mir den Mut, die Hobbythek (sie ging im Dezember 1974 auf Sendung) ebenso mit schriftlichem Begleitmaterial, den sogenannten ‚Hobbytips‘, auszustatten – allerdings nur gegen Einsenden eines adressierten und frankierten Rückumschlags. Es ist kaum glaublich, 20 Mio. dieser gedruckten ‚Hobbytips‘ wurden in den 30 Jahren der Ausstrahlung angefordert. Nebenbei bemerkt: Das Öffnen und Eintüten der ‚Hobbytips‘ in die zugesandten Umschläge erfolgte In der Kölner JVA – dem sogenannten Klingelpütz‘ von Häftlingen, die zwar ganz selten, aber gelegentlich einen Kassiber herausschmuggelten.

1975 erfolgte in der ARD die von mir moderierte Sendung ‚Keiner raucht für sich allein – Raucher und Nichtraucher im blauen Dunst‘. Das war wohl der nachhaltigste Beitrag, denn alles, was wir damals darstellten, führte 25 Jahre später fast 100%ig zum gesetzlichen Verbot und zur Ächtung des Rauchens in der Öffentlichkeit.

Erwähnen möchte ich noch die Sendung – 1978 ebenfalls im 1. Programm – unter dem Titel ‚Intelligenz in Miniatur – Mikroprozessoren revolutionieren die Technik‘,. Für sie erhielt ich im darauffolgenden Jahr den damals einzig vergebenen Preis für Wissenschaftsjournalismus, den Batelle-Preis, der mit 10.000 DM dotiert war. Die Sendung beschrieb, was letztlich zum Erfolg der digitalen Technik geführt hat, den Ersatz von Hardware durch Software durch immer mehr und größere Kapazität der Informationen verarbeitenden Mikroprozessionen. Das betrifft sowohl die CPU, das logische Gehirn jeden Computers und Smartphones usw. und die enorme Entwicklung der Informations-Speicher. Bekanntlich lassen sich heutzutage auf einen Silizium-Chip, nicht größer als ein Daumennagel, über 500 Gigabit sicher abspeichern.

Anschließend entwickelte ich die ‚Wissenschaftsshow‘, eine neue Form unterhaltender Präsentation von Inhalten mit aktuellen Themen. Da die Arbeit überhand nahm, stellte ich zu meiner Unterstützung Ranga Yogeshwar ein. Er sollte anfangs nur Nachrichten aus der Wissenschaft sammeln, weil in meinem Etat das Geld fehlte, um teure Nachrichtenagenturen zu nutzen. Nach etwa drei Jahren bat ich ihn, mit mir gemeinsam die ‚Wissenschaftshow‘ zu moderieren, weil ich sehr früh sein Talent erkannte.

1990 übernahm ich zusätzlich – als Alexander von Cube in Pension ging – die Sendereihe im 1. Programm ‚Bilder aus der Wissenschaft‘, die Themen finden Sie auf meiner Homepage inkl. zwei extrem erfolgreicher Sendungen mit dem Titel ‚Der Sonne eine Chance‘, die seinerzeit bewies, dass vor allen Dingen in unseren Gebäuden mit der Energie geaast wurde und man diese Verluste mit technischer Intelligenz auf mindestens nur 5% reduzieren könnte. Die Architekten hielten mich für verrückt und meinten, das sei viel zu teuer. Vor 10 Jahren habe ich dann, weil die damals nicht absehbare Fotovoltaik hinzu kam, ganz persönlich zwei Energie-Plus-Häuser für mich und meine Familie realisiert. Übers Jahr berechnet gebe ich elektrische Energie ins Netz ab, so dass ich summa summarum inkl. Heizung und Stromverbrauch CO2-neutral lebe.

Diese Umweltsensibilität gilt übrigens für alle meine – manchmal sehr persönlich gefärbten – Beiträge. Die vielen Tipps – inkl. die für die Gesundheit – die ich verbreitete, habe ich auch persönlich sehr gut verwerten können. Wahrscheinlich verdanke ich dieser Tatsache meine im Sinne des Alten Testaments biblisches Alter von derzeit 83 Jahren körperliche und geistige Fitness. Tipps dazu finden Sie auch auf meiner Homepage und meinem Facebook-Auftritt

Als Homopolitikus beteilige ich mich insbesondere an Diskussionen rund um politische und ökologische Ideologien im Sinne einer liberalen Demokratie. Das gilt sowohl für Veranstaltungen, zu denen ich als Referent eingeladen werde, als auch für meine eher kabarettistischen ‚Pützmunter-Shows‘. Aber wirksamer sind meine Auftritte in den neuen sozialen Medien: Zunächst Facebook, indem ich niemals private Informationen poste, sondern immer nur, wenn mir extreme Widersprüche in Politik, Technik und Umwelt auffallen. Mich ärger vor allen Dingen, dass regelmäßig Nebenwirkungen und Risiken keine Berücksichtigung bei Gesetzgebung, Forderungen politischer Parteien und NGOs finden. Mit meiner offiziellen Seite bei Facebook informiere ich regelmäßig über 49.000 Abonnenten und erziele oft eine Reichweite von über 1 Mio. Facebook-Freunden. So nebenbei gesagt, das erspart mir den Psychiater.

Ihr Jean Pütz

09.11.2019 Es lebe die Freiheit ! Live von der Pützmunter-Show in Koblenz

Danke an die Bürger der DDR die seinerzeit den Mut hatten sich gegen ein Unrechtssystem aufzulehnen.
Was sagt uns das heute?

Politische Systeme die auf Kommunismus oder Faschismus aufbauen sind extrem instabil. Sie nehmen den Menschen jeglichen Entscheidungsspielraum. Nur mit unmenschlichen Sanktionen sind sie auf die Dauer aufrechtzuerhalten, aber irgendwann lassen sich die Bürger das nicht mehr gefallen, sie lehnen sich auf, oder die Verhältnisse landen im schlimmsten Fall in einem Weltkrieg.
Das ist doch heute noch die große Gefahr. Kriege waren oft in der Vergangenheit ein übliches Mittel um die Bürger nach innen zu disziplinieren, „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich“ und der hat keine Existenzberechtigung.

Autokraten aller Länder nutzen auch heute noch dieses Mittel wie die Geschichte beweist. Hass schüren und ausgrenzen, das ist das Wundermittel dieser Verbrecher. Die waren Helden der Geschichte, sind diejenigen die den Mut und die Zivilcourage aufgebracht haben sich dagegen aufzulehnen. „Sie leben hoch“ die Bürger der damaligen DDR den das gelungen ist. Vergessen dürfen wir aber auch nicht diejenigen die das mit ihrem eigenen Leben oder mit langjährigen Gefängnisstrafen bezahlt haben.

Das sollten sich alle insbesondere die jungen Menschen hinter die Ohren schreiben, die wieder glauben das Wunschdenken in Richtung Faschismus oder Kommunismus, aber auch übertriebene grüne Ideologien eine Lösung der heutigen Probleme darstellen.
Gleichzeitig appelliere ich aber auch an die Regierungen aller demokratischen Länder und an deren Parlamentarier: Wenn ihr ein Gesetz verabschiedet, dann bedenkt stets auch die Nebenwirkungen und Risiken. Wer das vernachlässigt landet im Populismus.

Folge 47. Mit Vernunft in die Zukunft, oder ?

06.11.2019 Meinungsfreiheit in Deutschland ?

Müssen wir uns wieder auf die drei Affen gefasst machen ? „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“…

Dass dies mittlerweile so weit wäre, behauptet die AFD. Nun habe ich da meine eigenen Erfahrungen gemacht. Mein letzter Kommentar hier bei Facebook hat offenbar die Bürger aktiviert die glauben sie würden mit ihrer AFD Affinität ausgrenzen.

Dabei habe ich nicht sie persönlich angesprochen sondern nur die Verhältnisse in Thüringen, bei denen man eine gewisse faschistische Affinität nicht leugnen kann.
Die Wehleidigkeit scheint mittlerweile so überhand zu nehmen, dass sie glauben sie müssten bei auch nur dem kleinsten Widerspruch, teilweise in langen schriftlichen Erörterungen, widersprechen. Es waren über 400 dieser Kommentare und ich möchte mich hiermit offiziell entschuldigen dass ich nicht jedem antworten kann. Aber signifikant ist das schon. Da schweigt des Sängers Höflichkeit.

Dass allerdings der Zuspruch andersdenkender Facebook Freunde bei weitem überwiegt – das sieht man an den über 500 Icons von Daumen hoch bis Herz.

Trotzdem hat mich das Thema „Meinungsfreiheit“ nicht ruhen lassen und so habe ich ein tolles Interview im Deutschlandfunk gefunden.
Ich kann das vor allen Dingen jedem empfehlen der glaubt unsere Demokratie wäre durch Mangel an Meinungsfreiheit in Gefahr.

Klicken Sie einfach Hier und gönnen Sie sich die Viertelstunde.

Herzlichst ihr Jean Pütz

90 Jahre TELI und wer Jean Pütz den Psychiater ersetzt …

(TELI) – Die Jubiläumsveranstaltung am 6. November 2019 ist eine gute Gelegenheit, um darüber zu spekulieren, wie die TELI auch in Zukunft mithelfen kann, die öffentlichen Debatten noch intensiver zu bereichern, die nach Wegen aus perfekten Problemen suchen. Perfekte Probleme sind solche, die schlimmer werden, wenn man sie zu lösen versucht.

Die enorme Technikaffinität der Gesellschaft wird überschattet, vielleicht sogar untergraben von Geschäftsmodellen und politischen Praktiken, die den Nutzen von Technik vielfach fragwürdig, ja sogar gefährlich erscheinen lassen. Es sind diese wirtschaftlichen Verwertungszwänge, die den Nährboden für Mythen, Verschwörungstheorien und sogar Lügen bilden.

Genau da sieht die TELI ihre Aufgabe, den Menschen zu helfen, über selbst gezogene Horizonte weit hinauszudenken und die Möglichkeiten von Technik, aber auch die Grenzen ihrer Verwertung aufzuzeigen.

Einst wurde die TELI als Gesprächsraum für Technikjournalisten und Pressesprecher von damals besonders innovativen Unternehmen gegründet. Doch seitdem hat sich die TELI zu einer populären Dialogplattform entwickelt, deren Mitglieder auch eigenständig wissenschaftliche und technische Fakten in Medien und der Öffentlichkeit verbreiten. Sie verliert dabei nie die kritische Würdigung neuer Entwicklungen aus den Augen. Das ist eine Rolle, die sie sich bereits vor Jahrzehnten zugedacht hat, lange vor theoretischen Überlegungen zu Technikfolgenabschätzungen (https://www.teli.de/die-teli/ziele/).

Konsequenterweise sind die Mitglieder der TELI inzwischen keineswegs nur Journalisten, Pressesprecher und Kommunikatoren, sondern auch aktive Forscher und kritische, interessierte Laien. Geschuldet ist diese Öffnung natürlich auch den dramatischen Wandlungen in der Medienwelt und in der Forschungslandschaft.

Die vier Protagonisten auf dem Podium der TELI-Jubiläumsveranstaltung am 6. November 2019 sind in den gesellschaftlichen Debatten über Wissenschaft, Forschung und Technik halb so lange aktiv, wie die TELI jetzt alt ist. Sie erfuhren, wie es dazu kam, dass die Welt mit Klimawandel, Umweltverschmutzung, steigender Armut und unbehandelten Krankheiten aus dem Ruder lief – obwohl das Wissen seit vielen Jahrzehnten allgemein bekannt und weit verbreitet ist. Aus dieser Erfahrung heraus können sie vielleicht aber auch Wege aufzeichnen, komplexe Probleme zu lösen, wobei es für komplexe Probleme eben auch keine einfachen Lösungen gibt.

Kommen Sie also zum Empfang aus Anlass des 90-jährigen Bestehens der TELI am 6. November 2019, lassen Sie sich inspirieren und lernen Sie anregende Menschen kennen – und feiern Sie mit

Jean Pütz, das prominenteste TELI Mitglied, blickt uns im aktuellen Stern aus seinem Gartenstrandkorb entgegen. Genau so, wie wir ihn 30 Jahre lang in der WDR-Hobbythek kennengelernt haben, mit Einstein-Zottelkopf und markantem Schnauzer.

Der heute 82-Jährige, mit dessen Kult-Sendung  („Ich hab da mal was vorbereitet“) viele von uns wissenschaftlich-technisch sozialisiert worden sind, ist wie eh und je umtriebig wie kein Anderer.

Im Stern (#30/2019) steht er zu seinem lebenslangen Credo, authentisch zu bleiben – und in seinem Kölschen Sing-Sang seine laute Stimme gegen Öko-Missstände zu erheben. Den Diesel hält er für den effizientesten Verbrennungsmotor seit Erfindung der Dampfmaschine und viel nachhaltiger als Elektroantriebe mit der ressourcen-fressenden Akku-Technik. Die Grünen zeiht er des Wunschdenkens und einer katastrophalen Politik.

Der meinungsfreudige Mann ist einer der großen wissenschaftlich-technologischen Influencer in diesem Lande. Sein Facebook Konto, dem er täglich drei Stunden Arbeit mit neuen Debattenbeiträgen widmet, hat 40.000 Follower. „Facebook erspart mir den Psychiater“, sagt er im Stern-Interview. Wenn er die Widersprüche der Politik in sich hineinfräße, hätte er ein Problem. „Nee nee, dat muss raus!“

Seine tragende Rolle sieht er als Hofnarr. Immerhin habe er „die närrische Reifeprüfung bestanden“. „Hofnarren waren hochintelligent und befugt, dem Souverän die Leviten zu lesen. Das mache ich.“

„Dran bleiben!“, lieber Jean Pütz, rufen Ihnen die TELIaner zu. Wir brauchen mehr von Ihrem Kaliber!

Wolfgang Goede

02.11.2019 Warum sind die Bürger die Faschismus wählen nicht ganz bei Sinnen ?

Als großer Anhänger der liberalen Demokratie versuche ich hier eine Analyse des Zeitgeistes und dessen Nebenwirkungen und Risiken.
Warum entscheiden sich immer mehr Wähler für extreme Parteien ? Dazu gehören für mich sowohl die „Linke“, als auch die rechte „AFD“.
Das ist nicht nur ein Phänomen hier in Deutschland, sondern überzieht mittlerweile die ganze globale Parteienlandschaft.
Die Wahl in Thüringen hat’s mal wieder bewiesen. Dabei möchte ich die Wähler, die sich z.B. für die Partei von Ministerpräsident Ramelow entschieden haben, in Schutz nehmen. Ramelow hat deshalb in Thüringen als Pragmatiker wirtschaftliche Erfolge erzielt, weil er nicht mehr der linken Ideologie der üblichen Parteifunktionären erlegen ist.
Ganz anders die Wähler der AFD. Sie wussten das Björn Höcke gerichtsnotorisch ein Faschist genannt werden darf. Trotzdem haben sie in Scharen diese Partei gewählt, weil sie glaubten nur so ihrem Ärger über Missstände in Deutschland kundzutun. Warum das an Dummheit grenzt versuche ich in meinem Kommentar zu belegen.
Ihr Jean Pütz

Folge 45 . Mit Vernunft in die Zukunft oder??

Ein Bericht über Quantencomputer – Mit kritischem Leserbrief von Mathematiker Prof. Dr. Ulrich Trottenberg

Anders als im Leitartikel „Digitales Wettrüsten von Andrian Kreyevom vom 25.10.2019″ unterstellt, gibt es allein in Deutschland sicher Tausende von Wissenschaftlern, die über die quantenphysikalischen Prinzipien des Quantencomputing gut informiert sind, u. a.  alle Physiker, Mathematiker und Informatiker, die sich mit dem Gebiet der Quantenmechanik systematisch beschäftigt haben oder beschäftigen. Und es trifft gerade nicht zu, dass sich die beiden für Quantencomputer fundamentalen Quantenphänomene, die Superposition und die Verschränkung, der menschlichen Logik entziehen, wie der Autor es formuliert. Diese Phänomene mögen sich der Anschauung und der Intuition (der meisten Menschen) entziehen; sie lassen sich aber mathematisch, und genau das heißt ja mit menschlicher Logik präzise erfassen. Es ist schade, dass ein so prominent platzierter Artikel in der SZ die quantenphysikalischen Zusammenhänge eher verdunkelt als erhellt.
Prof. Dr. Ulrich Trottenberg
Fraunhofer-Institut für Algorithmen und
Wissenschaftliches Rechnen (SCAI)
Institutsleiter (emeritus)
Schloss Birlinghoven
D-53754 Sankt Augustin

Wasserverbrauch für die Erzeugung unserer Lebensmittel im Rahmen weltweiter Wasserknappheit – Mit einem Statement von Jean Pütz

Dass im Zuge des Klimawandels sich die Wüsten vergrößern, sich die Niederschlagsgebiete verändern und sehr ungleichmäßig werden von lokalem Starkregen, eng begrenzten Schauern bis hin zu gefährlichen Überschwemmungen.

Das alles Bedarf einer vorrausschauenden Planung und Vorsorge. Ohne weiter auf dieses Problem einzugehen frage ich mich allerdings, warum die früher als wichtige Wasserspender überall verbreitete Methode des Zisternenbaus fast völlig in Vergessenheit geraten ist. Selbst in südlichen Ländern, das weiß ich aus persönlicher Erfahrung, vergammeln die meisten noch existierenden Zisterne, nachdem Stadt und Land auf diesen Lebenssaft aus Leitungen gesetzt haben. Wie einfach ist es, sämtliche Dachflächen über teilweise selbstreinigende Filter in die Zisterne zu entwässern.

Ich selbst habe vor 10 Jahren diese Methode wieder hervorgekramt und insgesamt 10 cbm Zisterne aus Beton in die Erde versenkt. Zusätzlich habe ich eine dritte Leitung in meinem Energie-Plus-Haus verlegt, die z. B. das Wasser für die Toiletten-Spülung liefert. Zapfstellen im Außenbereich liefern kostenlos Wasser für meine kleingärtnerischen Ambitionen.
Manchmal reicht allerdings auch eine große Regentonne, wenn es nur um die Bewässerung z. B. im Schrebergarten geht. Als Kind musste ich – wie viele Menschen in Afrika – das Gießwasser aus einem Dorfbrunnen zapfen und in den fast ein Kilometer entfernten Garten schleppen. Das war zwar Bodybuilding par excellence, aber als Kind verfluchte ich das so sehr, dass ich schon damals auf die Idee kam, ein fast 500 Liter großes Weinfass aufzustellen, die den Regen auffing, der auf das kleine Dach des Gartenhäuschen fiel, doch das reichte bei weitem nicht aus.
Sie können sich vorstellen, dass ich ein Fan der Zisterne geworden bin und meine, dass sie heute wieder überall angesagt ist – auch in der Stadt und zumindest bei Neubauten mit zusätzlicher dritter Gebrauchsleitung vorgesehen werden sollte. Das verstehe ich auch unter Nachhaltigkeit
Ihr Jean Pütz

Ohne Wasser gibt es keine Lebensmittel. Wie groß der Bedarf für einzelne Produkte ist, hängt von vielen Faktoren ab – vor allem vom Standort.

(BZL) – 123 Liter beziehungsweise eine gefüllte Badewanne Wasser verbraucht jeder von uns in Deutschland täglich – zum Duschen, Kochen oder Trinken. Dieser sogenannte direkte Wasserverbrauch ist aber längst nicht alles.

Tag für Tag kommen nach Angaben des Umweltbundesamts pro Kopf mehr als 3.900 Liter dazu. Diese enorme Menge Wasser verbrauchen wir indirekt durch den Konsum von Gütern aus Industrie und Landwirtschaft. Denn in jedem Produkt steckt sogenanntes virtuelles Wasser, das bei der Produktion verbraucht wurde. Das gilt auch für unsere Lebensmittel.

Wie viel Wasser für die Produktion unserer Nahrung benötigt wird, hat das Water Footprint Network (WFN) untersucht, ein gemeinnütziges internationales Netzwerk, das Akteure aus Forschung, Unternehmen, Politik und Nichtregierungsorganisationen zusammenbringt.  Das Ergebnis fällt von Lebensmittel zu Lebensmittel sehr unterschiedlich aus.

So benötigt man zum Beispiel für die Erzeugung von einem Kilogramm Kartoffeln im weltweiten Durchschnitt etwa 290 Liter Wasser. Um die gleiche Menge Rindfleisch zu erzeugen, wird mehr als die 50-fache Menge verbraucht, nämlich über 15.400 Liter.Für die Erzeugung von einem Kilo Schweinefleisch wird zwar weniger als die Hälfte an Wasser verbraucht, aber immer noch knapp 30-mal mehr als für die Erzeugung eines Kilos Tomaten.

Gemüse sticht Fleisch
In der Regel liegt der Wasserverbrauch für die Erzeugung tierischer Lebensmittel deutlich höher als beim Anbau pflanzlicher Nahrung. Der Grund ist einfach: Nutztiere brauchen viel Futter, für dessen Erzeugung in der Regel große Mengen an Wasser benötigt werden. So stammen von den genannten 15.400 Liter Wasser für ein Kilogramm Rindfleisch 99 Prozent aus der Futtererzeugung.

Aber die verbrauchten Wassermengen allein sagen noch nichts über die Nachhaltigkeit der Erzeugung aus. Entscheidend ist letztlich, woher das Wasser kommt.

Vereinfacht gesagt gibt es zwei Wasserquellen in der Landwirtschaft, die man als blaues oder grünes Wasser bezeichnet. Blaues Wasser stammt aus Flüssen und Seen oder aus dem Grundwasser. Es wird zur Bewässerung einzelner Kulturen und zum Tränken der Tiere genutzt.

Grünes Wasser umfasst natürliche Niederschläge wie Regen oder Schnee. Der Boden speichert einen Teil dieser Niederschläge und die Pflanzen nehmen es in der Wachstumsphase auf. Im Gegensatz zum blauen Wasser wird das grüne Wasser ständig auf natürlichem Wege nachgeliefert. Die Landwirtschaft entzieht es nicht dem natürlichen Kreislauf. Deshalb ist ein hoher Anteil an grünem Wasser gut für die Wasserbilanz eines Lebensmittels und blaues Wasser eher ungünstig.

Regional sticht exotisch
Die Menge an grünem Wasser ist allerdings je nach Klimazone sehr unterschiedlich. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern bietet Deutschland günstige klimatische Bedingungen für die Landwirtschaft. Mit durchschnittlich 700 bis 800 Liter Niederschlag pro Quadratmeter fällt bei uns fast überall genug Regen, so dass Landwirtinnen und Landwirte in Deutschland nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes fast ausschließlich grünes Wasser (knapp 99 Prozent) nutzen.

Nur rund zwei Prozent der landwirtschaftlichen Flächen werden demnach bewässert. Vom landesweit entnommenen blauen Wasser verbrauchen die deutschen Landwirtinnen und Landwirte lediglich 1,3 Prozent. Damit zählt die Landwirtschaft bei uns zu den Wirtschaftsbereichen mit dem geringsten Bedarf an Grund- und Oberflächenwasser.

Global sieht das allerdings ganz anders aus. Allein in Europa gehen laut der Europäischen Umweltagentur bereits 24 Prozent der Wasserentnahmen auf das Konto der Landwirtschaft, weltweit sind es sogar 70 Prozent. Weltweit stammen gut 40 Prozent aller Lebensmittel von bewässerten Flächen, berichtet die Welternährungsorganisation FAO.

Die Höhe des Wasserverbrauchs ist also vor allem eine Frage des Standortes und der Produktionsbedingungen vor Ort. So verbrauchen Landwirtinnen und Landwirte in Deutschland dank unseres Klimas beim Anbau von einem Kilogramm Weizen nur etwa 40 Prozent der Wassermenge (1.440 Liter), die weltweit dafür benötigt wird. Mit 465 Litern Wasser wird dieses Getreide nach Angaben des Water Footprint Network in der Slowakei am effizientesten und in Somalia mit 18.000 Litern am aufwändigsten produziert.

Genau hinschauen bei Lebensmitteln aus dem Ausland
Durch den Klimawandel dürfte jedoch auch bei uns die künstliche Bewässerung zukünftig zunehmen. Doch schon jetzt ist unser Verbrauch an blauem Wasser viel höher. Der Grund sind bewässerungsintensive Lebensmittel, die wir aus dem Ausland beziehen. Mehr als die Hälfte unseres Wasserverbrauchs in Deutschland stammt aus importierten Waren.

Mit 21.000 Liter Wasser für ein Kilogramm Bohnen ist unser geliebter Kaffee ganz vorne mit dabei. Er kommt vorwiegend aus Brasilien. In jeder Tasse stecken 140 Liter Wasser, die dort für den Anbau und die Verarbeitung der Bohnen verbraucht wurden. Brasilien ist ohnehin das Land, aus dem wir am meisten virtuelles Wasser importieren. Dazu tragen neben Kaffee besonders Rindfleisch und Soja bei, das größtenteils als Tierfutter verwendet wird.

Das ist einer der Gründe, warum der sogenannte Wasserfußabdruck für jeden Bundesbürger größer ist als im globalen Durchschnitt. Laut Water Footprint Network liegt dieser Wert für Deutschland bei 1.545 Kubikmeter Wasser pro Kopf und Jahr, während der weltweite Durchschnittswert bei 1.240 Kubikmetern liegt.

Berechnungen des Statistischen Bundesamtes haben ergeben, dass Deutschland im Jahr 2010 für die inländische Erzeugung an pflanzlichen Rohprodukten rund 50 Milliarden Kubikmeter Wasser eingesetzt hat. Demgegenüber stehen 103 Milliarden Kubikmeter virtuelles Wasser, das mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Ernährungsgütern importiert wurde. Von diesen indirekten Wasserimporten entfielen 95 Prozent auf grünes und 5 Prozent auf blaues Wasser.

Entscheidend für unseren Wasserverbrauch ist also nicht nur, ob wir Gemüse oder Fleisch in unseren Einkaufskorb legen, sondern auch, woher es kommt und ob es am Ort der Erzeugung intensiv bewässert werden musste. Beim täglichen Lebensmitteleinkauf kann also jeder von uns seinen individuellen Wasserfußabdruck verbessern, indem wir vermehrt Lebensmittel mit einem niedrigen Wasserverbrauch kaufen und solche vermeiden, für deren Bewässerung in Trockenregionen viel kostbares blaues Wasser eingesetzt werden muss.

Neue Strategien gegen die Antibiotikakrise

(uni-kiel) – Kieler Forschungsteam untersucht, welche evolutionären Mechanismen sich für nachhaltige Antibiotikatherapien nutzen lassen

Eine der gravierendsten Gefahren für die öffentliche Gesundheit weltweit geht von Antibiotika-resistenten Krankheitserregern aus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor dem bevorstehenden Beginn einer postantibiotischen Ära, in der eigentlich harmlose Infektionen nicht mehr behandelbar seien und erneut zu den häufigsten nicht-natürlichen Todesursachen werden könnten.

Die jahrzehntelange Nutzung verschiedener Antibiotika als Standardtherapie hat das Spektrum wirksamer antibakterieller Medikamente stark reduziert. Gleichzeitig wird die Entwicklung neuer Medikamente teilweise zurückgefahren oder ganz eingestellt. Ursache ist die schnelle Evolution von Antibiotika-Resistenzen, die antibakterielle Medikamente innerhalb kurzer Zeit wirkungslos werden lassen. Forschende verfolgen daher seit einigen Jahren das Ziel, die Wirksamkeit der noch bestehenden Wirkstoffe zu erhalten oder sogar zu verbessern.

An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) forscht die Arbeitsgruppe Evolutionsökologie und Genetik intensiv an evolutionsbasierten Strategien, um durch die Kombination von Wirkstoffen bakterielle Krankheitserreger besser zu bekämpfen und gleichzeitig die Resistenzbildung zu hemmen. Ein vielversprechendes Prinzip, das die Forschenden im Rahmen des Kiel Evolution Center (KEC) nutzen wollen, ist die sogenannte kollaterale Sensitivität. Dieser Fachausdruck beschreibt das Auftreten von vorteilhaften, evolutionären ‚Kosten‘ für die Entwicklung einer Antibiotikaresistenz, die immer dann entstehen, wenn die Evolution der Resistenz gegen einen Wirkstoff den Krankheitserreger gleichzeitig hochempfindlich gegen ein zweites Medikament werden lässt.

Am Beispiel des Bakteriums Pseudomonas aeruginosa haben die Forschenden dieses Prinzip nun anhand von Evolutionsexperimenten im Labor hinsichtlich seiner Stabilität und damit perspektivisch seiner nachhaltigen Nutzbarkeit im künftigen Behandlungsalltag untersucht. In einer jetzt vorgelegten Arbeit konnte das KEC-Forschungsteam zeigen, dass die wirksame Bekämpfung des Krankheitskeims bei gleichzeitiger Hemmung der Resistenzbildung vor allem von der Reihenfolge der Wirkstoffgabe und ihrer jeweiligen Wirkungsweise abhängen. Die neuen Forschungsergebnisse veröffentlichte das Kieler Team heute (29. Oktober) im Wissenschaftsjournal eLife.

Bleibt die Behandlungsempfindlichkeit der Bakterien stabil?

In einer vor zwei Jahren erschienenen Studie hatte die CAU-Arbeitsgruppe erstmals systematisch die Auswirkungen verschiedener Formen der kombinierten Antibiotika-Gabe auf die evolutionäre Anpassung von Krankheitserregern untersucht. Auch damals untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Krankheitskeim Pseudomonas aeruginosa, der insbesondere für Patientinnen und Patienten mit geschwächtem Immunsystem gefährlich ist. Sie konnten dabei das Prinzip der kollateralen Sensitivität erstmals auch für diesen Keim beschreiben. „Auf Basis dieser Vorarbeiten wollten wir nun herausfinden, ob sich dieses vielversprechende Prinzip auch unter wechselnden Bedingungen bestätigen lässt und ob die Sensitivität des Keimes infolge der kombinierten Medikamentengabe dauerhaft stabil bleibt“, betont CAU-Professor und KEC-Sprecher Hinrich Schulenburg.

In der nun vorgelegten Arbeit konnten die Kieler Forschenden in umfangreichen Laborexperimenten zeigen, dass es von mehreren Faktoren abhängt, ob die kollaterale Sensitivität zu therapeutischen Zwecken genutzt werden kann: Insbesondere die Abfolge und Kombination der eingesetzten Antibiotika, aber auch die evolutionären Kosten für das Bakterium und die an der Resistenzbildung beteiligten genetischen Mechanismen entscheiden über die dauerhafte Wirksamkeit. „Die Anpassungsfähigkeit des Krankheitskeims war insbesondere dann stark gehemmt, wenn der Medikamentenwechsel von einem sogenannten Aminoglykosid hin zu einem Betalactam, also einem Penicillin-ähnlich Wirkstoff erfolgte,“ erläutert Dr. Camilo Barbosa, Erstautor der Studie. In diesem Fall konnten sich die Keime nicht anpassen und starben durch die kombinierte Wirkstoffgabe eher ab. Bei anderen Wirkstoffkombinationen und -wechseln gelang es den Krankheitserregern hingegen, zum Teil multiple Resistenzen auszubilden. Zusätzlich spielen die evolutionären Kosten der Resistenzevolution eine wichtige Rolle für den Therapieerfolg.

Grundlage für evolutionsbasierte Antibiotikatherapien

Die neuen Forschungsergebnisse aus dem KEC zur Wirkstoffkombination und der Stabilität der kollateralen Sensitivität könnten in Zukunft die Entwicklung neuartiger und nachhaltiger Antibiotika-Therapien erlauben. Die Effekte des Wechsels bestimmter Wirkstoffklassen und die Auswirkung der evolutionären Kosten auf die Resistenzentwicklung belegen eindrucksvoll, wie wichtig es ist, evolutionäre Prinzipien bei der Ausarbeitung neuer, nachhaltiger Therapieansätze zu berücksichtigen. „Diese aussichtsreichen evolutionsbasierten Strategien werden wir für einen möglichen Einsatz an Patientinnen und Patienten weiterentwickeln und finden hierfür im Rahmen gleich mehrerer Kieler Forschungsverbünde und in Zusammenarbeit mit den dort beteiligten Kolleginnen und Kollegen aus der Klinik fantastische Voraussetzungen“, blickt Schulenburg voraus.

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