Archiv der Kategorie: Klassische Medizin

Polymerfaser formt kräftigen künstlichen Muskel

(pte/MIT) – Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine neue Art von Faser aus Polymerstoffen entwickelt, die sich bei Erhitzung zu einer Spirale zusammenziehen und einen sehr starken künstlichen Muskel bilden kann. Dieser Muskel könne laut den Forschern ein wichtiger Fortschritt für Roboter und Prothesen sein. Er sei leichter und reagiere schneller als bestehende Konzepte für künstliche Muskeln.

)

Gleiches Prinzip wie Gurkenpflanze
Das Forschungsteam orientierte sich bei den Fasern am Wachstum einer Gurkenpflanze. Aus dieser sprießen spiralförmige Ranken, die nach Objekten suchen, an denen sie die Pflanze nach oben ziehen können, damit sie möglichst viel Licht bekommt. Die Faser des MIT ist ebenfalls in eine Spirale gewunden, die sich bei Belastungen auseinander- und bei Erhitzung wieder zusammenzieht.

Um die Faser zu entwickeln, verbanden die Forscher zwei Polymerstoffe, die sich bei Hitze in unterschiedlichem Ausmaß zusammenziehen. Dank der Mischung des sehr steifen Polyethylen und dem deutlich dehnbareren Elastomer formt das Material bei Erhitzung eine Spirale, die eine hohe Zugkraft hat. Die Forscher hatten ursprünglich nicht damit gerechnet, dass die Faser bei Hitze zu einer so starke Kontraktion fähig ist. „Hier war viel glücklicher Zufall im Spiel“, freut sich MIT-Professorin Polina Anikeeva, die an der Entwicklung beteiligt war.

Faser hat große Zugkraft
Eine einzelne Faser kann das 650-Fache ihres eigenen Gewichtes heben. Im Experiment konnte sich die Faser 10.000 Mal strecken und wieder zusammenziehen, ohne ihre Stärke zu verlieren. Den Forschern zufolge sei es auch möglich, das Ausmaß zu bestimmen, in dem sich die Faser bei Hitze zusammenzieht. So könne man einen künstlichen Muskel, der die Faser enthält, durch Anwendungen zu Erhitzung automatisch kontrollieren.

Laut MIT-Postdoktorand Mehmet Kanik, der die Entwicklung der Faser leitete, eröffnen sich durch die Entdeckung, dass zwei Polymerstoffe mit unterschiedlichen Graden der Kontraktion bei Hitze Spiralen bilden, enorm viele Anwendungsmöglichkeiten. Alle möglichen Materialien könnten somit kombiniert werden, um kräftige Fasern zu entwickeln. „Die Stärke dieses Ansatzes ist seine Einfachheit“, meint Kanik.

Größte Gesundheitsstudie Deutschlands geht in die zweite Runde

(UKSH) – Am Studienzentrum Kiel haben rund 9.500 Menschen an der Basisuntersuchung der größten Gesundheitsstudie deutschlandweit teilgenommen. Nun beginnt die erste Nachuntersuchung der Studienteilnehmenden.

Warum wird der eine krank, die andere aber bleibt gesund? Welche Faktoren spielen bei Krankheitsentstehung und Gesunderhaltung eine Rolle? Ist es die Umwelt, das soziale Umfeld, die Situation am Arbeitsplatz oder sind es die Gene? Die Entstehung von Zivilisations- und Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes, Herzinfarkt und Demenz besser zu verstehen, ist das Ziel der größten Gesundheitsstudie deutschlandweit, der NAKO-Gesundheitsstudie (NAKO). Dr. Wolfgang Lieb, Professor an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Direktor des Instituts für Epidemiologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, leitet das Projekt am Standort Kiel.

Aus Kiel und der Umgebung haben insgesamt 9.500 Menschen an der Erstuntersuchung der NAKO teilgenommen. Damit ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Nun startet die NAKO in die zweite Runde. „Die Studienergebnisse sollen helfen, die Früherkennung, Diagnostik und Therapie vieler Zivilisationskrankheiten langfristig zu verbessern“, sagt Wolfgang Lieb. „Wir bedanken uns bei den Studienteilnehmenden aus Kiel und Umgebung, die uns diesem Ziel näherbringen und einen sehr wichtigen Beitrag zur Gesundheitsforschung in Deutschland leisten.“

Bundesweit wurden im Rahmen dieser groß angelegten Langzeitbevölkerungsstudie insgesamt 200.000 Menschen zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren untersucht, zu ihren Lebensgewohnheiten und Vorerkrankungen befragt und werden nun langfristig wissenschaftlich begleitet. Alle vier bis fünf Jahre werden die Studienteilnehmenden erneut in den NAKO-Studienzentren untersucht und befragt, um herauszufinden, ob sich gesundheitlich etwas verändert hat. „Wir wollen verstehen, wie Krankheiten im Laufe des Lebens entstehen und was uns langfristig gesund hält“, so Professor Lieb. „Daher ist es sehr wichtig, dass möglichst viele Teilnehmende der Erstuntersuchung auch bei den Folgeuntersuchungen mitmachen.“

Seit Mai werden die Studienteilnehmenden der Erstuntersuchung daher erneut in das Studienzentrum am UKSH, Campus Kiel, eingeladen. In der Zweituntersuchung wird es neben bekannten Untersuchungen wie der Messung von Blutdruck und Puls, der Lungenfunktion und der Greifkraft auch neue Tests geben, beispielsweise eine Untersuchung der Sinnesorgane und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Helge Wulff ist einer der ersten Teilnehmenden der Zweituntersuchung: „Ich habe an der NAKO-Studie teilgenommen, um für die nachfolgenden Generationen, wie auch meine Tochter, einen Beitrag für ein besseres Gesundheitsverständnis zu leisten.“

Die Daten der NAKO dienen auch der Beantwortung nationaler und lokaler Forschungsfragen. So wird sich unter anderem auch zeigen, welche Erkrankungen besonders in Schleswig-Holstein häufig vorkommen.

Die NAKO ist ein von 27 Einrichtungen getragenes, interdisziplinäres Forschungsvorhaben. 2014 startete die erste Phase, die Basisuntersuchung aller Studienteilnehmenden. Die nun begonnene Zweituntersuchung läuft bis 2023. Gefördert wird die Zweituntersuchung am Standort Kiel mit 4,3 Millionen Euro durch das BMBF, die Helmholtz-Gemeinschaft, universitäre Partner und die Bundesländer.

Prof. Dr. Wolfgang Lieb

Knochen heilen mit Eierschalen ?

(pte) – Eierschalen könnten künftig zum Einsatz kommen, um Knochendefekte durch Unfälle, Kriegseinwirkungen, Krebs oder fortschreitendes Alter zu heilen, und zwar weitaus schneller als bisher. Ein entsprechendes Verfahren haben Forscher an der University of Massachusetts in Lowell entwickelt. Dabei entstehen mithilfe der Eierschalen und körpereigener Zellen Implantate, die für den Patienten gut verträglich sind.

Immunsystem akzeptiert Eierschalen
Das Team um Assistenzprofessorin Gulden Camci-Unal zerstampft die Eierschalen und vermischt sie mit einem Hydrogel, das ist ein Gemisch aus feinen Kunststoffteilchen, die kein Wasser enthalten, und Wasser. Dieses Gel ist ein Gerüst, auf dem sich im Labor Knochenzellen züchten lassen. Die Zellen werden dem Patienten entnommen, der die Knochenspende erhalten soll. Nach Abschluss der Kultivierung wird das Knochenstück implantiert.

Die Eierschalen, die vor allem aus Calciumkarbonat bestehen, verbessern die Fähigkeit der entnommenen Knochenzellen, zu wachsen und auszuhärten. Das beschleunigt den Heilungsprozess. Da die Zellen dem Patienten entnommen wurden, ist die Immunantwort des Körpers nach der Transplantation des neu gezüchteten Knochenteils gering oder bleibt ganz aus, obwohl Eierschalen ja Fremdkörper sind.

Kleine Entlastung für die Umwelt
„Wir sind die ersten, die Eierschalen-Teilchen einsetzen, um in einem Hydrogel Knochenzellen zu züchten“, so Camci-Unal. „Wir sind total begeistert von unserem Verfahren und haben bereits ein Patent beantragt.“ Sie glaubt, dass es auch auf anderem Weg genutzt werden kann. So ließen sich auch Knorpel für verschlissene Gelenke oder Zähne züchten. Selbst Sehnen sind mit dieser Technik herstellbar, sagt die Forscherin. Eierschalen könnten in Zukunft womöglich auch eingesetzt werden, um Proteine, Peptide, Wachstumsfaktoren, Gene und Medikamente zum Zielort im Körper zu transportieren.

Camci-Unal sieht zudem einen positiven Effekt für die Umwelt. Jährlich fielen Mio. Tonnen Eierschalen in Privathaushalten und der Lebensmittelindustrie an. Deren Umfunktionierung könne die Umwelt entlasten. Allerdings dürften sich nur kleine Mengen medizinisch nutzen lassen. Die Forscherin liebt ungewöhnliche Ansätze. Im vergangenen Jahr hatte sie mit ihrem Team Strukturen für das Wachstum von Biomaterialien entwickelt, die sich an der japanischen Papierfaltkunst Origami orientierten.
Wolfgang Kempkens

Künstliches Knie- und Hüftgelenk: Darauf muss man achten ! Mit einer Einleitung von Jean Pütz

Liebe Besucher meiner Homepage !

Vor zwei Jahren, getrieben durch Knie- und Hüftschmerzen, meinte mein Orthopäde, ich käme um eine entsprechende Operation nicht umhin, ein künstliches Knie- als auch Hüftgelenk einsetzen zu lassen.
Um das zu verhindern, ging ich regelmäßig zum Physiotherapeuten, allerdings ohne besonderem Erfolg, die Schmerzen blieben.
Also versuchte ich es mit schmerzlindernden Medikamenten. Morgens und abends nahm ich jeweils 600 mg Ibuprofen ein. Nach etwa zwei Monaten stellte mein Hausarzt fest, dass meine Nieren sehr geschädigt waren und ich Gefahr laufe, Dialyse-Patient zu werden.
Gott sei Dank erkannte dieser Arzt, dass es am Ibuprofen lag. Er verschrieb mir ein anderes Medikament und die Nieren regenerierten sich wieder. Es war also noch nicht zu spät.
Dabei erfuhr ich nebenbei, dass dieses Schicksal so manchem Sportler nicht erspart geblieben ist. Bei Sportarten, bei denen Schmerzen unvermeidlich sind, ist das leider heute noch ein probates Mittel, die Schmerzempfindlichkeit zu vermindern. Einige Sportler prozessieren sogar in diese Richtung.

Die Erlösung, was mich betrifft, kam unerwartet. Einer meiner guten Freunde aus jugendlichen Jahren, den ich zufällig traf, schickte mir ein geheimnisvolles Paket. Der Inhalt entpuppte sich als 500 g Hagebuttenpulver, das aus getrockneten und feingemahlenen Früchten der Heckenrose bestand. Als Kinder benutzen wir die Kerne als Juckpulver.
Zunächst war ich skeptisch und lies es unbeachtet liegen, bis meine Schmerzen mich dazu trieben, es zumindest einmal zu versuchen, obwohl ich im Internet keine seriöse Erklärung fand, dass es zur Behandlung von Gelenkschmerzen geeignet wäre.
Jeden Morgen nahm ich daraufhin zunächst einmal ohne besondere Erwartung einen gehäuften Teelöffel dieses Pulvers, eingerührt in ein wenig Joghurt oder Apfelmus. Wider allen Erwartungen waren nach acht Tagen meine Schmerzen wie weggeblasen. Selbst heute, nach mehr als einem Jahr, bin ich weitgehend schmerzfrei. Das gilt sogar für mein Schultergelenk, welches mich Jahrzehnte gepeinigt hat.
Daraufhin setzte ich eine private, nicht wissenschaftlich exakte Forschung an und verteilte an mir bekannte Leidensgenossen kleinere Mengen dieses Pulvers. Tatsächlich meldeten bis zu 80% eine Schmerzlinderung.
Den Tipp gebe ich auch deswegen weiter, weil Hagebuttenpulver ein normales Lebensmittel ist. Sehr vitaminhaltig und reich an sekundären Pflanzenstoffen, also praktisch ohne Risiko, es sei denn, der Körper reagiert allergisch auf diesen Stoff – allerdings sehr selten.
Außerdem ist es sehr preiswert. Ich beziehe es über das Internet. Da kosten 500 g zwischen 12,00 und 20,00 €, womit man drei Monate auskommt.

Klicken Sie auf dieser Homepage auf ‚Produkte‘. Da habe ich, wie früher bei den Hobbythek-Sendungen, dafür gesorgt, dass Sie es in kontrollierter Qualität beziehen können. Um Missverständnissen vorzubeugen, ich verdiene an diesem Produkt keinen Cent.

Dieser erstaunlichen Eigenschaft des Hagebuttenpulvers müsste sich im Übrigen die seriöse Forschung intensiv widmen. Aber ich weiß, dass die Forschung im Argen liegt – gerade was Naturstoffe anbelangt. Weil damit kein Geld zu verdienen ist, denn es lässt sich nicht patentieren. Das gilt auch für das vielseitig einsetzbare Teebaumöl, welches immer noch nicht als Medikament, sondern als ’nur für kosmetische Zwecke geeignet‘ verwendet werden darf. Diesem Thema habe ich mit einem Kollegen ein Hobbythek-Buch unter dem Titel ‚ Tausendsassa Teebaumöl‘ gewidmet, welches leider vergriffen ist, aber immer noch antiquarisch bezogen werden kann.

Welche Risiken – vielleicht nicht notwendige – künstliche Gelenke mit sich bringen, erklärt der folgende Bericht.
Ihr Jean Pütz

(Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e. V.) – Die Infektion eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenks gehört zu den gefürchtetsten Komplikationen in der Endoprothetik (1). Sie kann auch noch Jahrzehnte nach der Implantation auftreten – und zieht dann oft langwierige und aufwendige Behandlungen mit mehreren Operationen nach sich. Erreger aus einem Infektherd können sich über die Blutbahn auf das Implantat ausbreiten und dort vermehren. Träger von Gelenkprothesen sollten deshalb jedwede Infektion und Entzündung ernst nehmen und sich im Zweifel ärztlich beraten lassen, empfiehlt die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik. Die Fachgesellschaft rät, auch kleine Wunden, entstanden etwa beim Nägel schneiden, bei der Gartenarbeit, oder beim Spiel mit dem Haustier, immer sofort fachgerecht zu desinfizieren und im weiteren Heilungsverlauf im Auge zu behalten. Treten Beschwerden wie Rötung und Schwellung des Gelenks und vor allem anhaltende Belastungsschmerzen auf, sollten diese umgehend vom Arzt abgeklärt werden.

Mit etwa 440 000 Implantationen im Jahr gelten Hüft- und Knieprothesen als sichere und höchst erfolgreiche Maßnahmen zur Wiederherstellung von Schmerzfreiheit, Mobilität und sozialer Teilhabe. Dennoch erleiden etwa 0,5 bis zwei Prozent aller Patienten eine sogenannte periprothetische Infektion ihres Hüft- oder Kniegelenks (1). „Die Besiedelung mit schädlichen Bakterien kann sowohl in der frühen Phase nach der Operation als auch Monate bis Jahre danach auftreten“, sagt Professor Dr. med. Rudolf Ascherl, Präsident der AE und Direktor der Klinik für spezielle Chirurgie und Endoprothetik am Krankenhaus in Tirschenreuth. Dabei rufen die Erreger zunächst eine Entzündung in der Implantatumgebung hervor. Später löst sich der prothesentragende Knochen auf. Schmerzen und eine Lockerung des künstlichen Gelenks sind die Folge.

Neben den periprothetischen Infektionen, bei denen Bakterien bereits in seltenen Fällen im Rahmen der Operation eingebracht wurden, entstehen Implantatinfekte auch durch Zirkulation von Erregern im Blut. „Auslöser dieser über den Blutweg gestreuten Infektionen können größere Entzündungen, etwa von Blase oder Lunge sein“, sagt Professor Karl-Dieter Heller AE-Vizepräsident aus Braunschweig und Chefarzt der Orthopädischen Klinik am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig. Als weitere mögliche Ursachen kommen aber auch Bakterienquellen wie offene Beine (Durchblutungsstörungen), eine blutig verlaufende Zahnbehandlung, eine Darmspiegelung, bei der Polypen abgetragen werden, oder eine eher unscheinbare Verletzung beim Heimwerken in Frage“, so Ascherl, der auf die Behandlung von periprothetischen Infektionen spezialisiert ist.

„Trägt der Patient weitere Fremdkörper, etwa künstliche Herzklappen, die sich infiziert haben, können auch diese Keime auf die Gelenkprothese verschleppt werden.“

Normalerweise schützt das Immunsystem den Körper vor einer Ausbreitung von Infekten und eliminiert Keime, die über den Blutweg streuen. Ein Implantat ist jedoch ein unbelebter Fremdkörper. Er kann sich nicht selbst vor der Besiedelung mit Bakterien schützen (2). „Deshalb bleiben Bakterien dort bevorzugt haften. Da sie sich auf der künstlichen Oberfläche ungestört vermehren können, sind sogar schon verhältnismäßig wenige Keime in der Lage, eine ernsthafte Infektion auszulösen“, erläutert Ascherl die Problematik. Auf der Oberfläche der Prothesen beginnen sie bereits innerhalb von wenigen Tagen, einen Schleimfilm zu bilden. „Bakterien, die sich innerhalb dieses sogenannten Biofilms befinden, sind vor dem Angriff durch Antibiotika und des Immunsystems geschützt“, so der Orthopäde und Unfallchirurg weiter. Eine realistische Chance, die Infektion durch Antibiotika in den Griff zu bekommen, besteht deshalb nur in den ersten drei Wochen nach Beginn der Symptome.“ Umso wichtiger sei es, schnell eine Behandlung einzuleiten.

„Patienten mit einem künstlichen Gelenk sollten deshalb ihr Leben lang ihren Körper von Kopf bis Fuß besonders aufmerksam pflegen“, so Ascherl. Und er betont: „Schmerzen am operierten Gelenk sind immer ein Alarmzeichen und müssen umgehend vom Arzt abgeklärt werden.“

Die anspruchsvolle Behandlung eines Protheseninfektes setze sehr viel Erfahrung voraus. Zudem sei eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen, etwa Mikrobiologen, Infektiologen, Internisten, Orthopäden und Fachpflegekräften wesentlich, betont der Experte. „Am besten sind Betroffene deshalb in einem spezialisierten Zentrum aufgehoben“, sagt auch Professor Carsten Perka, Generalsekretär der AE und Ärztlicher Direktor des Centrums für Muskuloskeletale Chirurgie, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Charité. Doch die adäquate Versorgung sei unterfinanziert, so Ascherl weiter: „Die wenigen Zentren, die sich hierzulande dieser Patienten noch annehmen, weisen jährliche Finanzierungslücken in Millionenhöhe auf.“ Hier müsse von der Politik dringend nachgebessert werden, fordert der Präsident der AE.

Klangstimulation ist gut für das Gedächtnis

(pte) – Sanfte Klangstimulation verbessert laut einer Studie der Northwestern University den Tiefschlaf oder langsamwelligen Schlaf bei Personen mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung. Bei ihnen besteht das Risiko von Alzheimer. Teilnehmer, deren Gehirne am besten auf die Stimulation ansprachen, wiesen am Folgetag eine verbesserte Gedächtnisantwort auf. Laut Forschungsleiter Roneil Malkani könnte damit ein wichtiger therapeutischer Ansatz gefunden worden sein.

Tiefschlaf für Gedächtnis wichtig
Tiefschlaf ist für die Gedächtniskonsolidierung von entscheidender Bedeutung. Mehrere Schlafstörungen wurden bei Personen mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung bereits nachgewiesen. Zu den am stärksten ausgeprägten Veränderungen gehört die Verringerung des Zeitraums, der im Tiefschlaf verbracht wird. Da an dieser Studie nur neun Teilnehmer beteiligt waren und die Reaktion auf die Behandlung unterschiedlich war, wurde die Verbesserung des Gedächtnisses nicht als statistisch signifikant angesehen.

Es gab jedoch einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Verbesserung des Tiefschlafs durch Klang und dem Gedächtnis. Je ausgeprägter die Verbesserung des Tiefschlafs war, desto besser war auch die Gedächtnisantwort am nächsten Tag. Laut Malkani legen die in den „Annals of Clinical and Translational Neurology“ veröffentlichten Forschungsergebnisse nahe, dass eine Verbesserung der Schlafqualität ein neuer Ansatzpunkt zur Vermeidung einer Demenz ist.

Tests mit Wortpaaren durchgeführt
An der Studie nahmen Personen mit einer leichten kognitiven Einschränkung teil. Sie verbrachten im Abstand von rund einer Woche zwei Nächte im Schlaflabor. Alle wurden in einer Nacht mit einer Klangstimulation behandelt und in der anderen nicht. Die Reihenfolge der Nächte wurde nach dem Zufallsprinzip bestimmt. Das Gedächtnis wurde in der Nacht vorher und am folgenden Morgen getestet. Die Forscher verglichen dann die Unterschiede.

Bei den Teilnehmern wurde ihre Erinnerung an 44 Wortpaare getestet. Jene Personen, die nach der Klangstimulation über eine Verbesserung von 20 Prozent oder mehr bei der langsamen Wellenaktivität verfügten, erinnerten sich am nächsten Morgen an rund zwei Wörter mehr. Eine Person mit einer Erhöhung um 40 Prozent erinnerte sich sogar an neun Wörter mehr. Die Klangstimulation bestand aus kurzen Impulsen von rosa Rauschen.

Das System überwachte die Gehirnaktivität der Teilnehmer. Wachte eine Person auf, wurde die Einspielung beendet. Laut Malkani könnte damit ein möglicher Behandlungsansatz gefunden sein, der sich jede Nacht einsetzen lässt. In einem nächsten Schritt sollen diese Tests bei einer größeren Personengruppe und mehrere Nächte durchgeführt werden. Ziel ist es, die Forschungsergebnisse zu bestätigen und herauszufinden, wie lange die Wirkung anhält.

Diabetes Typ 1 – nun heilbar ?

(pte) – Diabetes-1-Patienten können künftig Langerhans-Inseln, die Insulin produzieren, von beliebigen Spendern, selbst von Tieren, transplantiert werden. Auch Immunsuppressiva sollen überflüssig sein, weil die Immunabwehr des Körpers gegen die fremden Zellen nichts ausrichten kann. Denn sie sind mit einem Hydrogel umhüllt, das Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) entwickelt haben.

Gute Barriere für Immunzellen
Das neue Gel lässt Sauerstoff und andere Moleküle passieren, sodass die Inseln versorgt werden und überleben können. Es lässt auch das lebenswichtige Insulin passieren, wehrt jedoch Immunzellen und Antikörper ab, die körperfremdes Gewebe und Zellen normalerweise rigoros zerstören. Das Gel besteht aus wasserlöslichen Kunststoffpartikeln und Natriumalginat, das aus den Zellwänden der Braunalge gewonnen wird.

Weltweit wird seit einiger Zeit nach Möglichkeiten gesucht, transplantierte Inseln vor den Angriffen der Immunabwehr zu schützen, ohne deren Angriffslust durch Medikamente zu lähmen. Derartige Immunrepressiva können fatale Wirkungen haben, weil sie in diesem Stadium auch andere Krankheitserreger weitgehend gewähren lassen. Das Team um Sandrine Gerber hat das mit dem Hydrogel geschafft, indem es weitere Wirkstoffe hinzufügte, darunter den Entzündungshemmer Ketoprofen.

Kein Warten auf Organe und Zellen
Getestet wurde das Gel von auf Inseltransplantation spezialisierten Medizinern des Universitätsklinikums Genf (HUG) und der Diabetes-Forschungsgruppe InsuLéman . Das HUG gehört zu weltweit zehn Zentren, in denen auch tierische Zellen transplantiert werden.

Die Lizenz, das Gel zu produzieren, erhielt das Genfer Jungunternehmen Cell-Caps, dem auch Gerber angehört. „Wir müssen noch Tests machen, um die Langzeitwirkung des Gels zu prüfen“, so die Forscherin. „Außerdem brauchen wir eine zuverlässige Quelle für Inselzellen.“ Es könne noch einige Jahre dauern, bis das Gel routinemäßig eingesetzt wird. Die Hülltechnik hat das Potenzial, auch bei anderen Transplantationen zu helfen. Dadurch würde die oft endlose Wartezeit auf passende Organe und Zellen drastisch verkürzt.

Mangelnde Mundgesundheit löst Krebs aus

(pte) – Erkrankungen im Mund erhöhen das Risiko für Leberkrebs um 75 Prozent, so Forscher der Queen’s University Belfast in einer Langzeitstudie mit 469.000 Briten. Zu den Risikofaktoren gehören schmerzendes oder häufig blutendes Zahnfleisch, Geschwüre im Mund und lockere Zähne. Die Forscher versuchten Zusammenhänge zwischen den Risikofaktoren im Mund und verschiedenen Krebsarten nachzuweisen, darunter Erkrankungen des Dickdarms, des Enddarms, der Bauchspeicheldrüse und eben der Leber.

4.069 Probanden erkrankt
Fündig wurden sie nur im so genannten hepatobiliären System, das Leber, Gallenwege und Gallenblase umfasst. „Erkrankungen im Mundbereich hat man bisher vor allem mit Herzerkrankungen, Schlaganfällen und Diabetes in Verbindung gebracht“, sagt Haydée WT Jordão vom Zentrum für öffentliche Gesundheit der Universität. Jetzt kommt das Krebsrisiko hinzu.

Während der Studie, die über einen Zeitraum von sechs Jahren lief, erkrankten 4.069 Probanden an Leberkrebs. 13 Prozent davon berichteten von gesundheitlichen Problemen im Mundbereich. Das Team um Jordão stellte darüber hinaus fest, dass vor allem jüngere, weibliche und sozioökonomisch benachteiligte Probanden von Gesundheitsproblemen im Mundbereich betroffen sind. Außerdem die, die wenig Gemüse und Obst verzehren.

Ursache noch nicht geklärt
Der Grund dafür, dass mangelnde Mundgesundheit einen Zusammenhang mit Leberkrebs hat, ist noch nicht erfasst. Eine mögliche Erklärung sei der potenzielle Einfluss des Mikrobioms – also der Gesamtheit der Mikroorganismen – im Mund und im Darm, so die Expertin. Die Leber sei daran beteiligt, Bakterien aus dem Körper zu entfernen. Wenn sie angegriffen sei, reduziere sich die Funktion. Mikroorganismen können mehr Schaden anrichten.

Eine andere mögliche Erklärung seien die Essgewohnheiten von Menschen mit oralen Beschwerden. Sie nähmen mehr weiche Nahrung zu sich, die zu wenig Nährstoffe enthalten. Leberkrebs ist in der EU eine der häufigsten Todesursachen. Pro Jahr sind es 60.000 Menschen, die daran sterben. Jordão glaubt, dass die Hälfte der Erkrankungen vermeidbar sei, wenn die Risiken minimiert würden, zu denen Übergewicht, Rauchen, Alkoholgenuss und jetzt auch mangelnde Mundgesundheit gehörten.

Steroide riskant bei entzündlichen Krankheiten – Mit einem Vorwort von Jean Pütz

Liebe Besucher meiner Homepage,
das wichtigste Steroid ist das Cholesterin in allen seinen Wirkungen und Nebenwirkungen. Dieses ist in tierischen aber nicht in pflanzlichen Fetten und Ölen  enthalten. Aber auch Stoffe, die auf Cholesterin aufbauen nennt man Steroide z. B. das männliche  Testosteron, das u. a. in der Prostata gebildet wird. Synthetisch hergestelltes Testosteron und Verwandte sind nicht nur wirksame Medikamente, sondern befinden sich auch in vielen  Muskelaufbau-Präparaten und  angeblichen Stärkungs- und Doping-Mitteln, die vielfach in Fitness-Studios gereicht werden.
Ihr Jean Pütz

(pte) – Steroide bei Partienten mit entzündlichen Erkrankungen wie Polymyalgia rheumatica und/oder Riesenzellarteriitis erhöhen laut einer Studie der University of Leeds das Risiko einer Infektion deutlich. Dieses nimmt laut den in „CMAJ“ veröffentlichten Studienergebnissen mit der Höhe der Dosis zu.

70 Prozent mehr Infektionen
Die groß angelegte Studie mit fast 40.0000 erwachsenen Patienten mit Polymyalgia rheumatica oder Riesenzellarteriitis belegt ein erhöhtes absolutes Infektionsrisiko bei der Einnahme von oralen Steroiden. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag bei 73 Jahren. Das Risiko einer Infektion nahm mit höheren Dosierungen zu. Es war auch bei geringen täglichen Dosen von weniger als fünf mg Prednisolon erhöht.

Laut Forschungsleiterin Mar Pujades-Rodriguez war das Risiko der Patienten während der Einnahme der Steroide um 50 Prozent erhöht. „Die Erhöhung des Risikos reichte von 48 Prozent bei Pilzinfektionen bis zu 70 Prozent bei bakteriellen Infektionen. Mit 56 Prozent litten mehr als die Hälfte der Patienten während der 138.412 Personenjahre des Follow-ups unter Infektionen. Mit 27 Prozent kam es am häufigsten zu Infektionen der unteren Atemwege. Neun Prozent erkrankten an einer Bindehautentzündung und sieben Prozent an Gürtelrose.

Mehr Informationen über Risiken
Mit 27 Prozent wurde mehr als ein Viertel der Patienten ins Krankenhaus eingeliefert. Sieben Prozent starben binnen einer Woche nach der Diagnose einer Infektion. Laut den Studienautoren sollten Patienten und Ärzte über das Infektionsrisiko informiert, Symptome identifiziert und rasch behandelt werden. Dazu gehörten auch rechtzeitige Impfungen und die Dokumentation einer Vorgeschichte chronischer Infektionen wie Gürtelrose. Sie schlagen vor, dass Schätzungen des Ausmaßes des Risikos in Zusammenhang mit der Dosierung für Entscheidungsträger nützlich sein können, um den Einsatz von Glukokortikoid sparenden Medikamente bei Patienten mit diesen entzündlichen Erkrankungen zu beurteilen.

 

E-Zigaretten auch nicht ohne: Neue Gesundheitsaspekte

(pte) – Das Dampfen von E-Zigaretten mit Nikotin beeinträchtigt den Abtransport von Schleim aus den Atemwegen, wie eine Studie der University of Kansas , der University of Miami  und des Mt. Sinai Medical Center zeigt. Werden menschliche Zellen im Labor dem Dampf mit Nikotin ausgesetzt, führt das zu einer eingeschränkten Fähigkeit, Schleim oder Auswurf über die Oberfläche zu bewegen.

Zilienschlagfrequenz leidet
Die Forscher konnten diese sogenannte mukoziliäre Dysfunktion auch bei lebenden Schafen nachweisen, deren Atemwege ähnlich wie beim Menschen auf den Dampf von E-Zigaretten reagieren. Die mukoziliäre Dysfunktion ist ein Merkmal zahlreicher Lungenerkrankungen, wie Asthma, COPD und Mukoviszidose. Das Dampfen mit Nikotin beeinträchtigt die Zilienschlagfrequenz, dehydriert die Atemwegsflüssigkeit und führt dazu, dass der Schleim zähflüssiger oder klebrig wird. Diese Veränderungen machen es für die Bronchien schwieriger, Infektionen oder Verletzungen abzuwehren.

Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass junge Nutzer von E-Zigaretten, die zuvor nie geraucht haben, über ein erhöhtes Risiko einer chronischen Bronchitis verfügen. Charakteristisch für diese Krankheit ist die chronische Produktion von Schleim, die sich auch bei Rauchern beobachten lässt. Laut Seniorautor Matthias Salathe von der University of Kansas bestätigen die jetzt im „American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine“ veröffentlichten Daten nicht nur diese Ergebnisse, sondern erklären sie auch.

Bronchien länger belastet
Das Dampfen kann mehr Nikotin in die Atemwege transportieren als das Rauchen einer Zigarette. Außerdem ist laut Salathe die Aufnahme in den Blutstrom langsamer. Damit werden die Atemwege möglicherweise länger hohen Nikotinkonzentrationen ausgesetzt. Die Studie hat auch gezeigt, dass Nikotin diese negativen Auswirkungen durch das Stimulieren des Ionenkanals TRPA1 hervorruft.
Das Blockieren von TRPA1 verringerte die Auswirkungen des Nikotins auf den Abtransport von Schleim. Das galt für die Zellkulturen und die Schafe. Salathe betont, dass das Dampfen nicht, wie vielfach von Anfängern angenommen, harmlos ist. „Zumindest steigt dabei das Risiko einer Bronchitis. Unsere Studie könnte gemeinsam mit anderen sogar infrage stellen, ob E-Zigaretten für Raucher eine Alternative zur Schadensbegrenzung sein können.“

Ausgewogene Ernährung: Frohe Botschaft für uns Männer

(BZfE) – Gesund altern, bedeutet auch mobil sein und für sich selbst
sorgen zu können. Wenn sich ältere Männer ausgewogen ernähren, bleiben
sie eher fit und entwickeln seltener körperliche Einschränkungen. Das
lässt eine Studie des “Brigham and Women’s Hospital”in Boston, USA
vermuten. Die Mediziner hatten die Daten von über 12.000 Männern aus den
Jahren 2008 bis 2012 ausgewertet. Zu Beginn der Untersuchung waren sie
über 60 Jahre alt und körperlich fit.

Die Probanden protokollierten regelmäßig ihre physischen Fähigkeiten.
Der Fokus lag auf alltäglichen Dingen wie sich Baden und Anziehen, um den
Block spazieren, mehr als anderthalb Kilometer gehen, Kniebeugen machen,
Treppen steigen und Besorgungen im Supermarkt erledigen. Die
Nahrungsqualität wurde anhand von elf verschiedenen Kategorien beurteilt.
Wenn viel Obst, Gemüse, Vollkorn, Nüsse und Hülsenfrüchte gegessen
wurden und der Verzehr von zuckerhaltigen Getränken und Fruchtsaft, rotem
und verarbeitetem Fleisch gering war, gab es besonders hohe Werte auf der
Punkte-Skala.

Mit einem hohen Punktewert blieben die Probanden eher mobil. Die
Wahrscheinlichkeit für altersbedingte, körperliche Beeinträchtigungen
war bei einer hohen Nahrungsqualität um 26 Prozent geringer –
unabhängig von Alter und Energieaufnahme. Ein insgesamt positives
Ernährungsmuster hatte dabei einen größeren Einfluss als einzelne
Nahrungskomponenten.

Da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt, können keine
ursächlichen Beziehungen nachgewiesen werden. Aus diesem Grund sind die
Resultate mit Vorsicht zu interpretieren. Es wäre auch möglich, dass
bessere körperliche Fähigkeiten eine gesunde Ernährung begünstigen.
Allerdings gibt es gute Gründe für die positive Wirkung einer
ausgewogenen Kost. Wer viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Fisch und
Vollkorn isst, hat geringere Entzündungswerte im Blut. Antioxidanzien in
Obst und Gemüse reduzieren das Risiko für chronische Erkrankungen wie
Herz-Kreislauf-Beschwerden und erhöhen damit die Chancen für körperliche
Fitness im Alter, schreiben die Wissenschaftler im „Journal of Nutrition,
Health and Aging“.