Archiv der Kategorie: Allgemein

CO2: Wertstoff im Kreislauf – Aus CO2 wird Methan

(pte) – Forscher der King Abdullah University of Science and Technoloy (KAUST)  können (CO2) in Methan, also synthetisches Erdgas, umwandeln. Dazu setzen sie wie üblich Wasserstoff ein, den ein mit Solarstrom versorgter Elektrolyseur produziert. Clou des Verfahrens ist ein Katalysator, dessen Wirkung durch das Licht der Sonne verstärkt wird. Er besteht aus nanometerfeinen Partikeln aus Nickel, die sich auf einer Unterlage aus Bariumtitanat befinden.

Hoher Wirkungsgrad
Das neue Verfahren absorbiert die Energie von Licht. Elektronen werden dadurch in einen hochenergetischen Zustand versetzt. Diese auch als „heiße Elektronen“ bekannten Teilchen regen die Verschmelzung von Wasserstoff und CO2 an. Es entsteht Methan, das bei der Verbrennung nur so viel Klimagas freisetzt, wie bei seiner Herstellung der Umgebungsluft entnommen wurde.

Die heißen Elektronen werden von allen Wellenlängen erzeugt, nicht nur von ultraviolettem Licht, wie es bei bisherigen Katalysatoren üblich ist. Das ist ein großer Vorteil, denn die Sonnenstrahlen bestehen lediglich zu vier bis fünf Prozent aus ultraviolettem Licht. Anders ausgedrückt, ist der Wirkungsgrad erheblich höher als bei bisher genutzten Reaktionen. Wie hoch er genau ist, verraten die Forscher nicht.

Umweltverträglicher Weg
„Wir sind der festen Überzeugung, dass unsere Strategie in Kombination ein nachhaltiger Weg sein könnte, um dieses schädliche Treibhausgas in wertvollen Kraftstoff umzuwandeln“, sagt Postdoc Diego Mateo. Außer als Treibstoff für Erdgasfahrzeuge ließe sich das Methan in Erdgasnetze einspeisen, was so zum Puffer für Solarenergie wird.

Die Forscher versuchen mit ihrer Technik nun weitere Produkte zu erstellen. „Wir wollen auch andere wertvolle Chemikalien wie Methanol herstellen“, sagt KAUST-Forschungsleiter Jorge Gascon. Methanol kann in speziellen Automotoren oder als Benzinzusatz genutzt werden. Um die Gewinnung von CO2 aus der Luft müssen sich die Forscher nicht kümmern. Dafür gibt es bereits etablierte Techniken, die ihren Energiebedarf mit Solarstrom decken. Anlagen des Schweizer Unternehmens Climeworks, das aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich hervorgegangen ist, werden bereits serienmäßig hergestellt.

08.02.21 Impfstoff Sputnik als Heilsbringer?

Sputnik als Heilsbringer? Die Russen nennen so ihren Impfstoff gegen Corona, der ist viel besser als sein Ruf.
Eine etwas provozierende Stellungnahme!
Morgen bin ich dran, ich werde in Köln geimpft. Für den Termin habe ich mir durch Hartnäckigkeit ,wie jede/r andere sorgen müssen. Dieser, gedankenlos von den Initiatoren erwartete Prozedur, hat mich schon geärgert, denn ältere Menschen können normalerweise nicht so einfach mit dem Computer umgehen. Das war aber leider der einzige Zugang der Erfolg verhieß.
Nun zu einem Thema, dass mir stärker die Zornesröte ins Gesicht trieb; ich meine das Gerangel um die Impfstoffverfügbarkeit. Die EU und die Bundesregierung wurden von dem Produzenten AstraZeneca regelrecht vorgeführt. Dabei gab es bereits einen Vektorimpfstoff der sogar viel effizienter ist als der, worum sich die Regierungen mit der englischen Firma gestritten haben.
Der Blick nach Russland hätte genügt. Stichwort Sputnik. Alles Weitere entnehmen Sie bitte meinem frei moderierten Video, anstelle langer Texte gilt das gesprochene Wort. Bin mal gespannt auf ihre Reaktionen. Dabei geht es auch um ein zukünftiges friedliches Verhältnis zu Russland. Putin hin und Putin her.
Jean Pütz
Folge 165: der Vernunft eine Chance.

 

23.01.21 Gehen unsere Bauern vor die Hunde?

Nicht nur Corona ist mit Nachwirkungen behaftet!
Zur Grünen Woche, die zwar nur virtuell stattfindet, aber eigentlich auch ein Medium war für Probleme die unsere Bauern angehen. Seinerzeit habe ich vor 3 Jahren der Firma Bayer Leverkusen ins Gewissen geredet. Leider hat selbst der Aufsichtsrat und der Vorstand das völlig verworfen, das Ergebnis ist dass Bayer nicht nur 60 Milliarden für eine marode Gentechnik Firma Monsanto bezahlt hat, sondern mittlerweile die Hälfte seines Börsenwert des inklusive eines Verlustes vom Renommee verloren hat. Vor 3 Jahren das muss man sich vorstellen und heute bestehen die gleichen Probleme bitte hören Sie sich mal meinen Beitrag an, es lohnt sich insbesondere wenn man bedenkt das die durch Bayer und Monsanto entstanden Probleme keineswegs gelöst sind.

Folge 32: der Vernunft eine Chance

Forscherinnen ausgezeichnet für Methode zur Genom-Editierung

(SWR 2) – Der diesjährige Nobelpreis für Chemie geht an die Französin Emmanuelle Charpentier und die Amerikanerin Jennifer A. Doudna. Sie erhalten den Preis für die Entwicklung von CRISPR /Cas9, einer Methode zur Genom-Editierung.

Mit der CRISPR/Cas – Technologie, die landläufig auch „Genschere“ genannt wird, könnten Forscher*innen mit hoher Präzision das Erbgut, also die die DNA, von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen verändern. Diese Technologie habe die Biowissenschaften revolutioniert, trage zu neuen Krebstherapien bei und könne möglicherweise dabei helfen, Erbkrankheiten zu heilen, heißt es in der Begründung des Nobelpreis-Komitees.

Scharlachbakterien haben Superkräfte
Die Französin Emmanuelle Charpentier, seit 2018 Gründungs- und geschäftsführende Direktorin der Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene, hat 2011 per Zufall entdeckt, dass Scharlachbakterien (Streptococcus pyogenes) Superkräfte besitzen. Einen Virusangriff überstehen sie mit einer ganz speziellen Taktik:

Wenn ein Virus ein Bakterium angreift, injiziert es sein Erbgut in die Bakterienzelle. Das Bakterium reagiert – und baut ein Stück der Virus-DNA in sein eigenes Erbgut ein. So erstellt das Bakterium ein Feindarchiv – es „merkt“ sich den Angreifer – und kopiert einen Strang der Virus-DNA. Diese Kopie dient nun als Vergleichsmuster. Es heftet sich an ein Enzym, das wie eine Schere DNA zerschneiden kann. Ein Abgleich mit dem Muster und die Genschere macht die DNA des Eindringlings unschädlich.

Austausch und Reparatur von Genen möglich
Ihre Entdeckung hat Emmanuelle Charpentier dann zusammen mit der US-amerikanischen Biochemikerin Jennifer Doudna so weiterentwickelt, dass dieser Abwehrmechanismus nun für ganz andere Zwecke genutzt werden kann.

In ihrer natürlichen Form kann die Genschere die DNA von Viren erkennen. Charpentier und Doudna konnten aber beweisen, dass die Genschere so kontrolliert werden kann, dass sie jedes DNA-Molekül an einer vorbestimmten Stelle schneiden kann. Und damit ist es möglich, den Code des Lebens neu zu schreiben.

Die Forscherinnen können diese Genscheren in abgewandelter Form auch in Zellen anderer Lebewesen einschleusen, die dann ganz gezielt fehlerhafte Stellen im Erbgut erkennen und die DNA genau hier zerschneiden. Mutierte Gene, die z.B. Krankheiten verursachen, können so ausgeschaltet werden. Mithilfe dieser Methode könnten nicht nur Gene zerschnitten, sondern auch repariert oder ausgetauscht werden.

Seit der Entdeckung der Genschere CRISPR/Cas durch Charpentier und Doudna im Jahr 2012 kam die Methode immer häufiger zum Einsatz. Dieses Werkzeug hat zu vielen wichtigen Entdeckungen beigetragen in der Grundlagenforschung und in der Praxis:

  • Pflanzenforscher konnten Pflanzen entwickeln, die gegenüber Schimmel, Schädlingen und Trockenheit unempfindlich sind
  • In der Medizin gibt es klinische Studien zu neuen Krebstherapien.
  • Erbkrankheiten könnten erstmals geheilt werden.

Diese genetischen Scheren haben in den Biowissenschaften eine neue Epoche eingeläutet und bringen der Menschheit in vielerlei Hinsicht „den größten Nutzen“, so die Aussage des Nobelpreiskomitees.

Ethische und medizinische Bedenken gegenüber CRISPR/Cas
Aber es gibt gegenüber der Genschere auch einige ethische und medizinische Bedenken. So hatte im Herbst 2018 ein chinesischer Forscher bekanntgegeben, dass er die Gene von zwei ungeborenen Mädchen verändert hat – mithilfe der Technik CRISPR/Cas.

Der chinesische Forscher He war vermutlich der erste, der mit der CRISPR/Cas Methode in die menschliche Keimbahn eingriff und dabei direkt das Erbgut veränderte. Die manipulierten Gene sind also in allen Zellen des Körpers und werden auch an spätere Nachkommen der Zwillinge weitergegeben. Der Forscher wollte mit dem Eingriff die Babys gegen eine HIV-Infektion immunisieren.

Emanuelle Charpentier, eine der Entdeckerinnen der Genschere CRISPR/Cas, sprach damals von einer roten Linie, die überschritten wurde. Außerdem ist das gentechnische Werkzeug CRISPR/Cas laut vielen Experten noch nicht so weit entwickelt, dass es sich zur Anwendung beim Menschen eignet. Hinzu kommen ethische Bedenken, ob man die Gene von Embryonen überhaupt verändern sollte. CRISPR/Cas ist also eine Methode, die zwar viele Möglichkeiten bietet, mit der aber auch verantwortungsvoll umgegangen werden muss.

Patentstreit noch nicht vorbei
Spannend bei der Vergabe des Preises an Charpentier und Doudna ist, dass sich die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hier in einen laufenden Patentstreit einmischt. Denn neben den beiden Forscherinnen gibt es noch weitere Kandidaten, die an der Entdeckung von CRISPR/Cas9 beteiligt waren, die jetzt leer ausgingen.

Dass CRISPR/Cas9 mit einem Nobelpreis geehrt wird, war aber vielen Experten klar – die Frage war nur wann. Toni Cathomen, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Gentherapie des Universitätsklinikums Freiburg sagte zu der Vergabe:

„Die Entdeckerinnen erhalten völlig zu Recht den Nobelpreis. CRISPR/Cas ist ein absoluter Glücksfall für die Lebenswissenschaften.“

Die Preisträgerinnnen
Emmanuelle Charpentier, geboren 1968 in Juvisy-sur-Orge, Frankreich. Abteilungsleiterin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig und Professorin an der Medizinischen Hochschule Hannover (2013-2015). Seit 2018 Gründungs- und geschäftsführende Direktorin der Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene.

Jennifer A. Doudna Cate, geboren 1964 in Washington D.C. Sie erwarb 1989 einen PhD an der Harvard University. Die Biochemikerin und Molekularbiologin ist seit 2003 Professorin an der University of California, Berkeley Doudna forscht außerdem seit 1997 für das Howard Hughes Medical Institut in Maryland, USA.

Mit Charpentier und Doudna teilen sich das erste Mal zwei Frauen den Chemienobelpreis. Sie sind außerdem erst die sechste und siebte Frau, die den Preis gewinnen.

Forscher berechnen mit Covid-19-Simulator Infektionsentwicklung für Lockdown-Szenarien

Die Hoffnung stirbt zuletzt, hoffentlich hat die Wissenschaft ausnahmsweise einmal unrecht!

Jean Pütz

(Uni Saarland) – Die Infektionszahlen im gesamten Bundesgebiet steigen rasant. Auch wenn der Teil-Lockdown nun schnell umgesetzt wird, lässt sich die starke Ausbreitung des Coronavirus nur mit Verzögerung ausbremsen. Wie die Infektionsentwicklung aussehen könnte, haben Forscher der Universität des Saarlandes jetzt in verschiedenen Szenarien durchgerechnet. Sie können damit zeigen, dass nur mit einer drastisch gesenkten Reproduktionszahl eine Überlastung der Krankenhäuser und Intensivstationen noch zu verhindern ist. Der dafür genutzte Covid-Simulator kann jetzt auch für einzelne Stadt- und Landkreise im ganzen Bundesgebiet die Infektionszahlen vorhersagen.

„Wir wissen aus der Entwicklung im Frühjahr, dass sich erhöhte Infektionszahlen erst mit mehrwöchiger Verzögerung auf die Belegung der Intensivstationen auswirken. Daher sind auch derzeit trotz anvisiertem Teil-Lockdown die Spitzenbelegungen erst zwischen Mitte November und Anfang Dezember zu erwarten. Mit unseren Simulationen mussten wir leider feststellen, dass unabhängig davon, wie stark man ab jetzt die weitere Ausbreitung des Coronavirus stoppen kann, im Dezember mindestens doppelt so viele Intensivbetten belegt sein werden wie zu Spitzenzeiten der ersten Welle“, sagt Thorsten Lehr, Professor für Klinische Pharmazie der Universität des Saarlandes. Gemeinsam mit seinem Team und Forscherkollegen hat er das mathematische Modell für den Online-Simulator entwickelt, das auf der Basis umfangreicher Daten präzise Ergebnisse für das gesamte Bundesgebiet liefert.

Nach Berechnungen der Wissenschaftler liegt derzeit die bundesweite mittlere Reproduktionszahl bei 1,43. Diese sagt aus, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt, derzeit übertragen also zehn Infizierte das Coronavirus auf etwas mehr als vierzehn Personen.  „Wenn es uns gelingen würde, den R-Wert wieder auf das gleiche Niveau wie bei dem ersten Lockdown im Frühjahr, also auf etwa 0,6 zu drücken, würde ein Monat nicht ausreichen, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Es gäbe auch dann noch bei über der Hälfte der Stadt- und Landkreise mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Schnitt der letzten sieben Tage gerechnet“, warnt Thorsten Lehr. Selbst bei dem sehr niedrigen und derzeit äußerst unrealistischen R-Wert von 0,3 lägen nach einem Monat noch knapp 20 Prozent der Stadt- und Landkreise über dem 7-Tages-Inzidenzwert von 50.

Im Rückblick konnten die Forscher genau sehen, wie sich die einschneidenden politischen Interventionen im Frühjahr, also Schulschließungen und Ausgehbeschränkungen, auf die Infektionszahlen auswirkten. Im Unterschied zu damals hat sich das Coronavirus jetzt jedoch flächendeckend in der Bevölkerung ausgebreitet. Zudem fallen die aktuell beschlossenen Maßnahmen weniger drastisch aus als im März, so dass die Wissenschaftler nicht vorhersagen können, wie gut diese das Infektionsgeschehen eindämmen können. „Wir haben daher verschiedene Reproduktionsraten durchgerechnet, um zu zeigen, wie sich die Spannweite von nur geringem Rückgang, also einem Wert von 1,1, auf eine extreme Drosselung auf 0,3, auf die Krankenhausbelegung auswirken würde“, erläutert Thorsten Lehr. Daraus ergeben sich die farbigen Kurven in den Schaubildern, die die durchschnittlich zu erwartenden Infektionsfälle und die Zahl der intensivmedizinisch zu behandelnden Covid-19 Patienten widerspiegeln.

„Diese Simulationen machen sichtbar, dass die Wirkung der aktuellen Maßnahmen wahrscheinlich stärker sein müssten als bei dem ersten Lockdown im März. Nur so kann es gelingen, dass das Infektionsgeschehen wieder kontrollierbar wird“, unterstreicht Professor Lehr. Nach den niedrigen Covid-19-Zahlen im Sommer hatte sich die Infektionsdynamik Mitte September deutlich geändert, so dass es Anfang Oktober zu dem stark exponentiellen Anstieg der täglichen Fälle kam. “Bei diesem Wendepunkt, den wir auch in den Abbildungen markiert haben, spielte vermutlich eine entscheidende Rolle, dass die Gesundheitsämter nicht mehr bei allen Infizierten nachverfolgen konnten, wo diese sich angesteckt hatten und mit wem sie seitdem Kontakt hatten“, sagt Thorsten Lehr. Um diese so wesentliche Nachverfolgung wieder zu gewährleisten, sei es sinnvoll, die Zahlen auf täglich unter 2000 Neuinfizierte zu drücken. „Wenn es uns nicht gelingt, die Reproduktionszahl in den kommenden Wochen deutlich zu senken, wird dies unweigerlich zu einer extremen Belastung des Gesundheitswesens im Dezember führen. Möglicherweise wird es daher Ende November noch zu früh sein, um wieder zu einem ‚normalen‘ Alltag zurückzukehren“, warnt Thorsten Lehr.

Um die weitere Entwicklung mit präzisen Prognosen zu begleiten, haben die Saarbrücker Wissenschaftler die frei zugängliche Online-Plattform des Covid-Simulators jetzt noch weiter verfeinert, so dass man auch für alle Stadt- und Landkreise im Bundesgebiet die Infektionszahlen berechnen kann. „Wir erfassen dafür nicht nur die Zahl der Coronavirus-Patienten, ihre stationäre Behandlung und die Todesfälle, sondern analysieren auch die vorhandenen Kapazitäten in den Kliniken. So können wir sehr früh auch für einzelne Regionen vorhersagen, wie viele Krankenhausbetten, intensivmedizinische Plätze oder Beatmungsplätze für die jeweiligen Infektionszahlen benötigt werden“, erläutert Thorsten Lehr.

Die Saarbrücker Forscher veröffentlichen regelmäßig detaillierte Prognosen für alle Bundesländer, die der Politik und dem Gesundheitswesen als Entscheidungshilfe dienen sollen. Das Besondere des Covid-19-Simulators ist die breite Datenbasis, die für die aufwändigen Berechnungen verwendet wird: Neben den Erhebungen des Robert-Koch-Instituts sowie der Kreis- und Landesgesundheitsämter werden beispielsweise die recherchierten Corona-Fallzahlen der „Berliner Morgenpost“ ergänzt. Zudem werden klinische Daten von über 8000 stationär behandelten Covid-19-Patienten aus über 100 deutschen Kliniken und verschiedene Angaben der Gesundheitsministerien ausgewertet.

An dem Covid-19-Simulationsprojekt sind neben dem Team von Professor Thorsten Lehr auch Forscherinnen und Forscher am Universitätsklinikums des Saarlandes beteiligt. Dazu zählen die Teams um Professorin Sigrun Smola und Dr. Jürgen Rissland am Institut für Virologie, und um Professor Thomas Volk und Professor Sascha Kreuer am Institut für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie.

 

28.02.2020 Bedeutet ein Kopftuchverbot Rassendiskriminierung ?

Liebe Freunde,

Heute Morgen wurde im Deutschlandfunk eine Sendung ausgestrahlt, in der Muslime ihre Meinung über die Verhältnisse in Deutschland äußern konnten. Einige haben sich beschwert, besonders im Bezug zum Kopftuchverbot, das vom Bundesverfassungsgericht bei bestimmten Funktionen für Gerichts-Referendare verhängt worden ist. Meines Erachten wurde in diesem Zusammenhang einmal wieder das Wort Rassendiskriminierung zitiert.

Dazu möchte ich kurz Stellung nehmen: Ich warne davor, alles in einen Topf zu werfen. Selbstverständlich gilt bei uns grundgesetzlich verankert die Religionsfreiheit. Ich persönlich pflege engen Kontakt zu vielen Muslimen und habe Anfang der 80er Jahre in einer Hobbytheksendung ganz bewusst mit türkischen Landsleuten beim Fastenbrechen demonstrativ vor der Kamera ein Mahl eingenommen, bei dem nicht nur ein Hammel verspeist wurde. Damit wollte ich gegen die sich damals schon abzeichnende Fremdenfeindlichkeit ein Zeichen setzen.

Trotzdem warne ich davor, den Begriff Rassendiskriminierung und Rassenhass zu inflationieren, wie es häufig in der Presse und der Politik zu beobachten ist. Ich mache mir große Sorgen, dass das so manchen Bürger, der Ansätze von Fremdenfeindlichkeit entwickelt, in die Arme der AFD treibt. Klar, dass diese Partei, der es nicht gelingt, Anhänger des Faschismus aus ihren Reihen zu eliminieren, diese Verhältnisse gerne aufgreift, gegen den Islam im allgemeinen zu agitieren und darin eine Privilegierung dieser Religion sieht. Wir christlichen Deutschen würden ja auch nicht demonstrativ ein großes Kreuz auf der Brust tragen.

Folge 68 Mit Vernunft in die Zukunft, oder?

Medienschelte: Die ‚Oma als Umweltsau‘ als Prügelknabe

(Der Volksverpetzer) – Ja, noch einmal Umweltsau. Aber Rechte und Rechtsextreme können diesen einen ihrer größten medialen Manipulationserfolge der jüngsten Zeit nicht ruhen lassen. Und da dieses Narrativ immer noch so phänomenal falsch erzählt wird, auch von vielen Verteidiger*innen, habe ich dazu auch noch einiges zu sagen. Rechte und Rechtsextreme von AfD bis zu Nazi-Schlägergruppen haben am Samstag zu einer Anti-ÖR-Demo in Köln aufgerufen. “Gegen GEZ und gegen Instrumentalisierung von Kindern gegen ältere Menschen” in Köln gegen den WDR. Und ebenfalls die AfD protestierte auch in Baden-Baden vor dem SWR .

Zu der rechten Demo in Köln kamen zwischen 35 und 50 Demonstranten, auf der Gegendemo der Organisation „Köln gegen Rechts“ waren es hingegen rund 1500 Teilnehmende. Natürlich war das Umweltsau-Lied nur der Anlass, um wieder einmal die Abschaffung der Öffentlich-Rechtlichen zu fordern. Dies von Seiten der Rechtsextremen selbstverständlich mit dem Ziel, Misstrauen in die Medien allgemein zu streuen und insbesondere den ÖR, der weniger abhängig von wirtschaftlichen Interessen ist als Privatmedien. Studien zeigen, dass diese dadurch weniger anfällig für rechte Manipulationsversuche sind und gleichzeitig für die meisten Menschen eine zuverlässige Informationsquelle – und den Rechten damit ein Dorn im Auge.

Doch halt, ihr doofen Volksverpetzer, es sind nicht alle rechts!
Einen Vorwurf, den ich bei der ganzen Umweltsau-Hysterie bei jedem einzelnen unserer Artikel zu lesen bekommen habe, war, dass wir ja nicht differenzieren und alle, die das Video nicht gut fänden, gleich als Nazis brandmarken würden. Auch bei der rechten Demo in Köln geben sich einige Medien – sogar der WDR selbst – große Mühe, zu betonen, dass ja “nicht alle rechts” seien.

Was ich mit Absicht nie getan habe. Aber ich nehme an, wenn man unsere vielen Texte dazu absichtlich falsch interpretiert, muss man sich nicht mit der darin enthaltenen Analyse auseinander setzen. Was ich gesagt habe: Eine Netzwerkanalyse hat gezeigt, dass rechte Accounts durch gezielte Troll-Attacken das Narrativ zu verbreiten versuchten, dass das WDR-Video über Umweltsau keine Satire sei, sondern eine ernst gemeinte Beleidigung aller Omas, was natürlich Unsinn ist. Sie simulierten einen Shitstorm, den der WDR fatalerweise ernst nahm und durch das sofortige Löschen des Videos zu allem Übel auch noch legitimierte.

Als das schnelle Löschen des Umweltsau-Videos und die Entschuldigung des Intendanten Buhrow die Kritik und das rechte Narrativ vermeintlich bestätigten, weitete sich diese falsche Interpretation weit über rechte Kreise hinaus aus – Erst Recht, weil das Original-Video nicht mehr zu finden war und viele aus Unwissenheit oder Opportunismus dieses rechte Narrativ akzeptierten. Das ging soweit, dass ich mir beim Schreiben des ersten Artikels selbst nicht ganz klar war, wofür das Video stehen sollte.

Das Problem dabei: Natürlich wurde später der große Teil der Entrüstung und der Kritik nicht von Rechtsextremen formuliert. Aber da war das Video bereits gelöscht und die erste Entschuldigung formuliert. Und auch jetzt noch glauben viele, das Video habe sich über klimaschädliches Verhalten von älteren Menschen lustig machen wollen – selbst wenn sie der Meinung sind, Satire dürfe das! Wer in Artikeln oder Kommentaren immer noch diese Kritik wiederholt, dem muss ich leider sagen:

Du bist auf ein rechtes Narrativ hereingefallen!
Und wirklich, ich beschuldige hier niemandem, heimlich eine Nazi-Agenda zu haben. Entgegen der Reputation in manchen Kreisen schwingen wir hier nicht leichtfertig die Nazi-Keule, wann immer es uns passt. Viele, die am zweiten Tag des OmaGates Kritik an der vermeintlichen Beleidigung von älteren Menschen übten, sind ganz sicherlich nicht rechts. Da waren CDU, SPD und FDP-Politiker*innen dabei, die immer klare Kante gegen Rechts zeigen und die ich unter anderem dafür auch schätze.

Und klar, wenn wirklich eine echte Oma beleidigt worden wäre, dann wäre das mindestens ungeschickt. Aber selbst wenn man es als überspitzte Kritik an der älteren Generation versteht – was auch viele Verteidiger*innen des Videos tun – ist es wirklich absolut harmlos. Und wäre auch nicht wirklich falsch. Die “Oma”-Generation ist nicht so umweltfreundlich, wie eine Gastautorin in dem Alter hier beschrieben hat – oder einfach die Statistik zeigt

Das unverzügliche Löschen des Videos und das schnelle Nachgeben Buhrows sind völlig überzogen und im Gegenteil sogar gefährlich. Wie leicht der ÖR bei rechter Hysterie einknickt, dazu habe ich hier schon mehr geschrieben:

Das alles wäre schon schlimm genug, die die rechte Hysterie, die Morddrohungen und jetzt sogar rechte Demonstrationen in Köln und Baden-Baden und die Proteste und die Drohungen von AfD-Politikern gegen Journalist*innen kein bisschen rechtfertigen würden! Bestenfalls könnte man sich darauf einigen, unterschiedliche Geschmäcker zu haben, aber die Existenzberechtigung des Umweltsau-Videos nicht anzuzweifeln. Ich selbst mochte das Video auch zu keinem Zeitpunkt, wie ich stets betont habe. Sofern man kein Rechtsextremer ist, aber über die reden wir hier jetzt mal gar nicht. Doch es noch viel gravierender, denn dann würde man immer noch auf eine rechte Manipulation hereinfallen!

Video sollte Kritik an FFF-Generation üben
Ich hatte es in älteren Artikel und Tweets schon ein paar Mal anklingen lassen, aber ich war mir von Anfang an nicht sicher, dass es ältere Menschen für ihr klimaschädliches Verhalten anprangern sollte. Doch das war neben dem ganzen Wahnsinn fast nebensächlich, weil Morddrohungen und Eskalationen. Hier rächte sich das unglaublich schnelle Einknicken des WDR und ihre Löschung des Videos. Denn viele haben das Original gar nicht erst sehen können. Und wer sich selbst ein Bild machen wollte, hatte den Text gelesen oder einen Ausschnitt in einem Twitter-Video gesehen.

Und sogar wir haben nur diesen Ausschnitt verbreitet – und damit den notwendigen Kontext weggelassen, der nun mal relevant ist. Habe ich diese Interpretation getwittert, durfte ich mir von allen Seiten anhören, was für eine lahme Ausrede das sei. Wie der Chorleiter selbst im Interview erklärt hat, gehe es gar nicht um die Oma, sondern “der Konflikt zwischen den Generationen” sollte “aufs Korn genommen werden”. Doch, wirklich: Eigentlich macht man sich über die Klimafreunde, die das Video feiern (und ich gehöre nicht dazu!), lustig.

„Satire Deluxe“
Wie die Kollegen von Übermedien herausgefunden haben, ist der Ursprung des Liedes eigentlich eine WDR-Satire-Sendung “Satire Deluxe”, die schon am 9. November 2019 ausgestrahlt wurde. Es ist auch hier noch im O-Ton abbrufbar (ab Minute 36 ca.). Über ein Greta Thunberg-Zitat sagten die Satiriker:

“Das klingt ziemlich unheimlich. „Die Augen der künftigen Generationen kleben auf euch.“ Kann man das so übersetzen? Das ist doch ein Aufruf, oder? Kinder bespitzeln ihre Eltern.Ja, darauf wird’s rauslaufen. Irgendwann wenn du mit dem Auto nach Hause kommst, stehen deine Kinder bei dir in der Hofeinfahrt, wie die Zwillinge aus „Shining“, und dann machen sie so Notizen. Und dann melden sie das Ganze dann bei der „Fridays for Future“-Hotline, wo du deine nächsten Verwandten dann denunzieren kannst.Aber du wirst lachen, so’ne Hotline gibt’s tatsächlich schon. Und da landen ungefähr solche Sprachnachrichtern drauf:”

Und anschließend sangen sie das bereits bekannte Umweltsau-Lied. Erst später ließ der WDR – mit Einverständnis der Eltern und der Kinder! – den Kinderchor dieses Lied einsingen, was dann zum rechten Pseudo-Skdandal führte.

Fazit
Der Kontext zeigt deutlich, dass es nicht nur selbstverständlich Satire war, die selbstverständlich genau so gemacht werden darf, sondern dass es sich sogar über Kinder lustig machen wollte, die ihre älteren Angehörigen “denunzieren” – wenn man an einen kontroversen Scherz-Tweet von Fridays For Future wenige Tage zuvor denkt, wird das auch deutlich. Und auch warum der Chorleiter es für eine gute Idee hielt, das Lied neu zu vertonen. Und diese Nuancen gehen mir auch bei der Berichterstattung über Köln eindeutig verloren.

Denn es wird von vielen Medien versucht, neutral und nicht wertend zu bleiben – was ja an sich löblich ist – dabei passieren aber Darstellungen à la “Es sind ja nicht alle rechts” oder “Nach Kritik am Video”. Wenn selbst Verteidiger des Videos und die Berichterstattung darüber die absichtlich falsche Interpretation des Liedes nicht in Frage stellen, ist das bereits ein Sieg des rechten Narrativs. Und das macht mir ehrlich gesagt etwas Angst. Wer also anlässlich von Köln die “Instrumentalisierung von Kindern” verurteilt – ohne selbst ein Rechter zu sein – der sollte sich mehr Gedanken über seine eigene Instrumentalisierung durch Rechte machen. Und jetzt habe ich hoffentlich wirklich das letzte Mal darüber geschrieben!

Thomas Laschyk

 

19.09.2019 Die Klimaerwärmung lässt sich nicht leugnen

Politiker, kommt endlich zu Potte ! Die Klimaerwärmung lässt sich nicht leugnen. Die Polaris bringt es an den Tag.
Nichts zu tun ist viel teurer als vernünftige Maßnahmen zu ergreifen. Allerdings, die grüne CO2 Ideologie hilft dabei leider nicht nur. Verbote schädigen unsere Konkurrenzfähigkeit weltweit.
Aber es gibt marktwirtschaftliche Lösungen, die einen Selbstorganisationsprozess in Gang setzen. Wir brauchen keine Revolution, die frisst sowieso immer ihre eigenen Kinder. Wir brauchen Vernunft.
Das Klima-Kabinett der Groko ist auf dem richtigen Weg. Jetzt gilt es Europa und vielleicht sogar die Welt davon zu überzeugen, denn wir in Deutschland können das Weltklima nur in Kooperation mit der Vernunft der Länder lösen.

Folge 38.  Mit Vernunft in die Zukunft, oder ?

Immuntherapie mit Stammzellen-Behandlung

(pte) – Forscher des Mount Sinai haben ein neues Verfahren zur Behandlung von therapieresistenten Non-Hodgkin-Lymphomen entwickelt. Dabei werden Medikamente der Immuntherapie mit einer Stammzelltransplantation kombiniert. Laut den in „Cancer Discovery“ veröffentlichten Ergebnissen verbesserte sich der Behandlungserfolg der Medikamente auch bei Melanomen und Lungenkrebs sehr deutlich.

T-Zellen erheblich wirksamer
Bei dieser Form der Immuntherapie handelt es sich um Checkpoint-Inhibitoren. Sie verbessern die Fähigkeit der T-Zellen, gegen den Krebs anzukämpfen. Dabei wird der Tarneffekt entfernt, den die Tumorzellen nutzen, um sich zu verstecken. Dieser Therapieansatz ist bei mehreren Tumorarten bereits erfolgreich. Bei Non-Hodgkin-Lymphomen ist er jedoch im Allgemeinen wirkungslos.

Wird die Immuntherapie jedoch mit einer Stammzelltransplantation kombiniert, erhöht sich die krebsabtötende Immunreaktion der T-Zellen um das Zehnfache. Dadurch können jetzt auch Non-Hodgkin-Lymphome behandelt werden. Der Behandlungserfolg bei Melanomen und Lungenkrebs verbessert sich.

Mehr Platz für Immunzellen
Die Transplantation beruht auf der „Schaffung von Raum“ für die wieder hinzugefügten Immunzellen. Ihr Wachstum wird durch die Entfernung des ursprünglichen Immunsystems des Patienten ermöglicht. Während sie sich vermehren und das Immunsystem wieder aufbauen, werden sie aktiviert und die Antikrebswirkung der T-Zellen verstärkt. Diese Ergebnisse sollen künftig in einer klinischen Studie mit Patienten überprüft werden. Vielleicht entstehen so eines Tages auch wirksame Therapien gegen andere Krebsarten.