Archiv der Kategorie: Physik, Chemie, Technik

Prof. Lesch deckt die Ursachen der schlechten Ökobilanz des E-Autos auf

Liebe Freunde,

dieser
Link
führt sie zu einem Statement des glaubwürdigen Professors Dr. Harald Lesch, Wissenschaftsjournalist des ZDF, der nicht umsonst eine Popularität erlangt hat, die für einen Wissenschaftler erstaunlich ist. Er ergänzt meine Ausführungen, die ich aus Platzgründen nicht oder noch nicht in meinem Facebook-Kommentar erwähnt habe.

Es ist vorwiegend die schwergewichtige Lithium-Ionen-Batterie die dem Elektroauto die miserable Ökobilanz verleiht. Das liegt einerseits an den Rohstoffen wie das von Professor Lesch gebrandmarkte Lithium, welches bisher vorwiegend in sehr problematischen und Umwelt anfälligen Gegenden z. B. der Atacama-Wüste in Chile gewonnen wird. Der ungeheure Wasserverbrauch bei der Gewinnung und Verarbeitung des Erzes ist unerträglich. Hinzu kommt, dass die Eigentümer dieser Lithium Lagerstätten von dem Clan des ehemaligen faschistischen chilenischen Diktators José Ramón Pinochet beherrscht werden. Ich war damals auf Einladung des Goethe-Instituts in Chile, um chilenische Wissenschaftsjournalisten auszubilden. Plötzlich erschienen sie nicht mehr, weil von oben meine freie Sprache und Formulierungen moniert wurden. Erst auf Intervention der Deutschen Botschaft in Santiago de Chile konnte der Unterricht weitergehen.

Aber es ist nicht nur die Schuld des Lithium, weshalb die Ökobilanz des Elektroautos so miserabel ausfällt, auch die seltenen Erden und das Element Kobalt. Seine Lagerstätten befinden sich im Kongo, dort wird es auch unter unmenschlichen Umständen geschürft. Der Kongo, ein afrikanisches Land, das politisch sehr fragil ist und sogar Kinderarbeit nicht verhindern kann.

Einen wichtigen Aspekt möchte ich Ihnen auch nicht vorenthalten, der offenbar auch den Grünen  nicht aufgefallen ist. Ein E-Auto ist immer ungeheuer Gewichts-trächtig, es ist also wesentlich schwerer als die heutigen Verbrenner, sogar schwerer als die oft so kritisierten SUVs. Das hat seine Konsequenzen. Es  braucht zum Fahren mehr Energie, zwar kein Benzin oder Diesel, sondern die besonders aus der Batterie gezogene wertvolle elektrische Energie. Das wird insofern immer verschwiegen bzw. mit dem Argument glattgebügelt, dass man ja beim Bremsen einen großen Anteil der Bewegungsenergie wieder rückgewinnen kann. Das stimmt zwar, aber die verstärkte Reibung der Reifen bewirkt mehr Reifenabrieb. Auch das wäre zu verkraften, wenn dabei nicht Feinstaub besonderer Art entstünde. Solche Reifen bestehen häufig aus synthetischen Kunststoffen, und der Feinstaub aus Mikroplastikteilchen,  die bekanntlich die Gewässer und die Ozeane extrem belasten – viel mehr als die immer noch völlig überflüssig in der Kosmetik eingesetzt werden.

Alles das ins Gästebuch der fanatischen Befürworter des E-Autos, insbesondere der nur für betuchte – meist als Zweitwagen – verwendete Tesla oder E-Autos aus Deutschland, Frankreich, China und Japan. Die Chinesen werden sowieso demnächst auf dieses Segment mit billigen, aber ökologisch problematischen chinesischen Fahrzeugen überschwemmen. Dort entstehen viele Start-ups, die an Ort und Stelle selbst die hochpreisigen deutschen Produkte verdrängen. Ich fordere die Politik auf, das nicht aus dem Auge zu verlieren und sich einmal mit der Idee des extrem umweltfreundlichen HyperHybrid-Autos zu beschäftigen – Ideologie hin, Ideologie her.

Leider sind auch vielen Journalisten diese angesprochenen Nachteile noch nicht eingefallen und bezeichnen immer noch das E-Auto als die Zukunft der Mobilität – auch die Öffentlich-rechtlichen Sender, die genügend Recherchemöglichkeiten haben. Kritische Wissenschaftsjournalisten an die Front.

Jean Pütz

Herzlichen Dank an den Facebook-Freund Stefan Volk, der mir den Link mit Professor Lesch in der Rubrik ‚Kommentare‘ zugesendet hat.

Deutschland als Automobil-Industrie verliert immer mehr an Konkurrenzfähigkeit – auch schon vor der Tendenz zur Elektromobilität

Studie über Fahrzeugproduktion: Deutschland verliert als Autostandort an Bedeutung

(Spiegel) – Das Lohnniveau im Osten und Südosten Europas liegt deutlich unter dem Deutschlands – das merkt auch die hiesige Autoindustrie. Laut einer Studie brach Deutschlands Anteil am Pkw-Produktionsvolumen der EU ein.

Der Autoproduktionsstandort Deutschland verliert einer Studie zufolge an Bedeutung

Deutschland hat als größter europäischer Standort der Automobilproduktion in den vergangenen fünf Jahren an Bedeutung verloren. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung AlixPartners hervor. Der Anteil am Pkw-Produktionsvolumen in der Europäischen Union sei demnach von 2015 bis 2020 um sechs Prozentpunkte auf 22 Prozent gesunken.

Irrtum von exponentiellem Wachstum von Corona

Lieber Ulrich,

ich habe mir erlaubt, Deinen klugen Artikel auf meiner Homepage zu veröffentlichen. Ehrlich gesagt, ich bewundere Deine Bemühungen, aber das ist Sisyphus-Arbeit. Mittlerweile geistern in unserer Sprachwelt herum, die häufig nicht den Anspruch der Wissenschaft überhaupt nicht mehr verfolgen, das ist eine Art Zeitgeist, nur noch Emotionalisieren wollen. Das liegt daran, dass Verständnis für naturwissenschaftliche Phänomene in der Kohorte Deutschland immer mehr abgenommen hat. Immer dann, wenn Unverständnis die Massen bewegt, tritt die Emotion in den Vordergrund. Das ist auch der Grund, weshalb Verschwörungstheorien auf fruchtbaren Boden fallen und letztlich unsere Demokratie gefährden.

Ich stinke nach Möglichkeit bei Facebook dagegen an, aber selbst in meiner Familie ist es schwer, meine Frau davon zu überzeugen. Ich erlebe in der Kleingruppe das, was sich in der Gesellschaft immer mehr ausbreitet. Als empirischer Soziologe erkenne ich die großen Probleme, die aus diesem Verhalten für die Akzeptanz von Wissenschaft und Technik aber auch für die Vernunft in der Politik erwachsen. Leider ist es so, dass ein steter Tropfen gar nicht mehr den Stein höhlt, die physikalische Erkenntnis wird einfach wegewischt. Selbst bei Ergebnissen der reinen Mathematik erwartet das Wählervolk eine zweite oder dritte Meinung zu akzeptieren – zweimal vier ist noch lange nicht acht – selbst daran wird gerüttelt.

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, ich gebe jedenfalls nicht auf, und Du ja auch nicht, doch wir können mit unseren Bemühungen keine Lorbeeren ernten.

Kopf hoch

Herzlichst

Dein Jean

Der Irrtum von exponentiellem Wachstum von Corona

Stellungnahme des kompetenten Mathematikers Prof. Dr. Ulrich Trottenberg

Exponentiell    UT, 4.05.21

Das hätte vor zwei Jahren keiner erwartet: Ein mathematischer Begriff hat beste Chance das Modewort des Jahres 2020 zu werden. Und auch wenn exponentiell nicht offiziell zum Modebegriff des Jahres gekürt wird: Durch seinen ständigen Gebrauch in allen Medien, bei „Experten“ und Politikern, aber auch bei Menschen, die ihre mathematische Inkompetenz gern zur Schau stellen und damit kokettieren, wird es zu einem zentralen Begriff der Corona-Pandemie.

Nur schade, dass es meist falsch gebraucht und missverstanden wird. Exponentiell ist mathematisch wohldefiniert (s. zB [ISAfA-Blog]), wird aber mittlerweile umgangssprachlich für alles Mögliche benutzt und nur selten für exponentielles Wachstum im engeren Sinne, für exponentielle Abnahme eigentlich nie. Praktisch immer dann, wenn Inzidenzzahlen steigen, ist von exponentiellem Wachstum (der Fallzahlen) die Rede. Und damit ist gemeint, die Zahlen wachsen schnell, schneller als man mit linearem Wachstum (s. [ISAFA-Blog]) beschreiben könnte.

Dabei kann lineares Wachstum viel dramatischer sein als exponentielles. Denn man betrachtet die Inzidenzen ja oft nicht über große Zeiträume, und für kleine Zeiträume ist exponentielles Wachstum nur kritisch, wenn die Exponenten groß sind.

Durch den inflationären Gebrauch des Begriffs exponentiell, auch durch mathematisch hochgebildete Menschen wie die Kanzlerin, werden die tatsächlichen Verhältnisse oft dramatisiert, auf jeden Fall relativiert. „Echtes“ exponentielles Wachstum, mit zB einem Exponent 2 (Verdoppelung) innerhalb einer Woche, ist in der Tat dramatisch und höchst bedrohlich. Aber ein Exponent größer als, aber in der Nähe von 0 (das entspricht einer Reproduktionszahl größer als, aber in der Nähe von 1) sollte nicht dramatisiert werden, er bedeutet nur: Es wird nicht besser. Aber sobald die Reproduktionszahl stabil in der Größenordnung von zB 0,7 liegt, das entspricht einem Exponenten deutlich kleiner als 0, darf man sich freuen: Es wird exponentiell besser!

 

Beseitigt eine Aluminium-Ionen-Batterie die großen Nachteile des Lithium-Ionen-Akku?

(pte) – Mit einer Aluminium-Ionen-Batterie fordern Forscher der University of Queensland Akkuhersteller in aller Welt heraus. Sie hat eine höhere Energiedichte, ermöglicht also eine längere Nutzungsdauer. Und sie lässt sich 70 Mal schneller aufladen als eine Lithium-Ionen-Batterie, sagt Forschungsleiter Alan Rowan. Er hat mit der Graphene Manufacturing Group kooperiert, die eine positive Elektrode aus Graphen hergestellt hat.

Elektrodenherstellung 2.0

Graphen ist eine Folie aus bienenwabenförmig angeordneten Kohlenstoffatomen oder aus einigen wenigen Schichten dieser Art. Die zweite Elektrode besteht aus einer Aluminiumverbindung. Dazwischen befindet sich der Elektrolyt, der nur bestimmte Ionen passieren lässt, ansonsten aber einen Kurzschluss zwischen den Elektroden verhindert. Der international anerkannte Materialwissenschaftler Michael Yu hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die Elektroden herstellen lassen, was keineswegs trivial ist. Die Folie ist, weil unvorstellbar dünn, unsichtbar.

„Nach mehreren Jahren intensiver Forschung zur Verbesserung der Aluminium-Ionen-Batterie freuen wir uns, in der Phase der Entwicklung kommerzieller Prototypen für nachhaltigere, schneller ladende Batterien zu sein“, sagt Rowan. Sie sollen in vielen Größen hergestellt werden, sodass sie alle elektrischen Geräte vom Smartphone bis zu Elektroauto mit Strom versorgen können.

Bessere Umweltverträglichkeit

Rowen nennt noch weitere Vorteile der neuen Batterie, die ähnlich aufgebaut ist wie die heute gängigen Modelle auf Lithium-Basis. Sie hat eine dreimal höhere Lebensdauer und brennt nicht, selbst wenn sie massiv beschädigt wird. Lithium-Ionen-Batterien gehen dagegen schnell in Flammen auf, wenn sie verletzt werden. Das geschah zuletzt am 19. April, als ein Tesla in Texas gegen einen Baum fuhr und sofort in Flammen stand. Die beiden Insassen starben.

Dean Moss, Chef des hochschuleigenen Büros UniQuest, das Innovationen kommerzialisiert, hat noch ein weiteres Argument, das für die neue Batterie spricht. „Lithium-Ionen-Batterien benötigen Selten-Erdmetalle, bei deren Abbau die Umwelt massiv geschädigt wird“, sagt er. Außerdem benötige die Produktion große Mengen an Wasser und es würden Chemikalien eingesetzt, die die Umwelt schädigen. Das treffe bei der Aluminium-Ionen-Batterie nicht zu.

Neue preiswerte und effiziente Solarzelle auf Perowskit-Basis macht Karriere

(KIT) – Von der Zelle zum Modul ohne Wirkungsgradeinbußen: Das ist eine der wesentlichen Herausforderungen der Perowskit-Photovoltaik. Forschende am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben nun Perowskit-Solarmodule fast ohne Skalierungsverluste hergestellt. Dazu kombinierten sie die Serienverschaltung per Laser mit der Vakuumprozessierung aller Schichten der Solarzelle. Sie erreichten einen Wirkungsgrad von 18 Prozent auf einer Fläche von vier Quadratzentimetern – Weltrekord für vakuumprozessierte Perowskit-Solarmodule.

In der Photovoltaik gelten Perowskit-Halbleiter dank ihrer günstigen Verfügbarkeit, ihrer einfachen Herstellbarkeit sowie ihres enormen Wirkungsgradpotenzials als besonders zukunftsträchtige Materialien. Perowskit-Solarzellen haben im vergangenen Jahrzehnt eine einzigartige Entwicklung durchlaufen. Im Labor hergestellt erzielen sie inzwischen Wirkungsgrade von über 25 Prozent. Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel der eingestrahlten Lichtenergie in elektrische Energie umgewandelt wird. Nun gilt es, die Perowskit-Photovoltaik vom Labor in die Industrie zu bringen.

„Eine zentrale Herausforderung besteht darin, die auf Flächen von wenigen Quadratmillimetern erzielten Wirkungsgrade auf typische Solarmodulflächen von einigen Hundert Quadratzentimetern zu übertragen“, sagt Dr. Tobias Abzieher, der am Lichttechnischen Institut (LTI) des KIT die Entwicklung aus dem Vakuum abgeschiedener Perowskit-Solarzellen leitet. Bei Perowskit-Solarzellen handelt es sich um Dünnschichtsolarzellen. Diese werden über die sogenannte monolithische Serienverschaltung zu großflächigen Solarmodulen zusammengefügt. Dazu werden während der Abscheidung der einzelnen Schichten der Solarzelle Strukturierungslinien eingebracht, die eine Serienverschaltung der so entstehenden Solarzellenstreifen bewirken.

Schichten der Solarzelle im Vakuum aufgedampft
Bei Perowskit-Solarmodulen kam es durch die Aufskalierung bisher zu deutlichen Wirkungsgradeinbußen. Erstens ist die Abscheidung der einzelnen Solarzellenschichten umso schwieriger, je größer die Flächen werden, und zweitens entstehen bei der Serienverschaltung sogenannte Totflächen zwischen den aktiven Solarzellenstreifen. Das sind Flächen, die später nicht zur Stromerzeugung beitragen können, für die Serienverschaltung aber benötigt werden. Dem Karlsruher Team ist es nun gelungen, durch das Aufdampfen aller Schichten der Solarmodule im Vakuum den Einfluss beider Verlustmechanismen zu minimieren. „Große Vorteile der Abscheidung aus dem Vakuum im Hinblick auf die Herstellung effizienter Solarmodule sind die einfache Beherrschbarkeit der Prozesse, die geringe Anzahl an Prozessparametern sowie insbesondere die Unabhängigkeit des Abscheidungsmechanismus von der Beschichtungsfläche“, erklärt Abzieher. Dieses innovative Verfahren haben die Forschenden mit der hochpräzisen Strukturierung und Serienverschaltung über das Eingravieren von Linien mittels eines Lasers kombiniert (monolithische Serienverschaltung). Damit haben sie erstmals ein großflächiges Perowskit-Solarmodul fast ohne Skalierungsverluste hergestellt – ein wichtiger Schritt vom Labor in die Industrie.

Mit der Kombination von Vakuumprozessierung und Laserablation erzielten die Forschenden am LTI Wirkungsgrade von bis zu 16,6 Prozent auf einer Bauteilfläche von über 50 Quadratzentimetern und von sogar 18 Prozent auf einer Fläche von vier Quadratzentimetern – Weltrekord für vakuumprozessierte Perowskit-Solarmodule. Ihre Ergebnisse präsentierten die Wissenschaftler auf der diesjährigen Frühjahrstagung der Materials Research Society (MRS). „Trotz der Vergrößerung der Bauteilfläche um einen Faktor von über 500 sind fast keine Wirkungsgradeinbußen zu beobachten“, berichtet David Ritzer vom LTI, der die hochpräzise Laserverschaltung entwickelt hat. Mit seinem Ansatz gelang es dem Karlsruher Team, die Skalierungsverluste bei Perowskit-Solarmodulen auf Werte zu senken, wie sie für in der Industrie bereits etablierte Photovoltaiktechnologien wie Cadmiumtellurid (CdTe) oder Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS) erzielt werden.

Wirkungsgrade von über 20 Prozent auf größeren Flächen angestrebt
Künftig werden die Forschenden an der Optimierung des reinen Solarzellenschichtstapels sowie einer weiteren Reduzierung der Totflächen arbeiten. „Schöpfen wir das Potenzial der Technologie voll aus, ist die Herstellung von Perowskit-Solarmodulen mit Wirkungsgraden von deutlich über 20 Prozent auch auf noch größeren Flächen ein zeitnah realisierbares Ziel“, sagt Tenure-Track-Professor Ulrich W. Paetzold, Leiter der institutsübergreifenden „Taskforce Perovskite Photovoltaics“ am KIT. Die Forschung in der Abteilung „Next Generation Photovoltaics“ am Institut für Mikrostrukturtechnik (IMT) und am LTI des KIT unter Leitung von Ulrich W. Paetzold wird finanziell vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Verbundvorhaben CAPITANO sowie innerhalb des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont 2020 im Projekt PERCISTAND unterstützt.

Kennen Sie Geoengineering?

Interessant für alle, die sich um den Klimawandel kümmern und ihn beeinflussen wollen

Auszug aus einer Pressemitteilung

Reduktion von Emissionen kommt nur schleppend voran

Obwohl bereits seit Jahrzehnten ein wissenschaftlicher Konsens darüber besteht, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt und dieser eine Bedrohung darstellt, kommen die Bemühungen, klimaschädliche Emissionen zu reduzieren, nur schleppend voran. Um die Zeit bis zur Klimaneutralität zu überbrücken und die schädlichen Folgen des Klimawandels abzumildern, wurden deshalb in der Vergangenheit verschiedene technische Methoden vorgeschlagen, um gezielt in das Klimasystem der Erde einzugreifen. Diese Methoden werden unter dem Begriff Geoengineering zusammengefasst.

Globale Auswirkungen erfordern differenzierte Betrachtung

OHB beschäftigt sich seit 2018 mit dem Thema Geoengineering. Im Rahmen verschiedener interner Studien wurde ein Konzept zur teilweisen Abschattung der Erde aus dem Weltraum entwickelt und das Thema Geoengineering in seiner Gesamtheit analysiert. Da Geoengineering die Auswirkungen des Klimawandels im globalen Maßstab abmildern soll, müssen bei der Entwicklung konkreter Konzepte nicht nur technische und finanzielle, sondern auch politische, soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt werden.

Um dieser Tatsache Rechnung zu tragen, hat OHB den Kontakt zu Expertinnen und Experten aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichem Hintergrund gesucht. Diese bringen ihr eigenes Fachwissen in das Konsortium ein und bieten auch ihren Studierenden die Möglichkeit, sich in Form von Projekt- und Abschlussarbeiten zu beteiligen. „Unser Ziel ist es nicht, ein bestimmtes Geoengineeringkonzept voranzutreiben, sondern die Umsetzbarkeit der generellen Idee zu untersuchen“, betont Tomas Hamann, Projektleiter bei OHB.

„Deshalb arbeiten wir mit einer Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen, um ein detailliertes, umfassendes und möglichst objektives Bild zu erhalten.“ Durch diesen Ansatz können nicht nur einzelne Geoengineeringkonzepte aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden, sondern es werden auch vielfältige Möglichkeiten geschaffen, unterschiedliche Zielgruppen auf das Thema Geoengineering aufmerksam zu machen und Diskussionen außerhalb der Fachwelt anzustoßen. Um den aktuellen Projektstand zu präsentieren und Ergebnisse auszutauschen, treffen sich die Mitglieder des Konsortiums monatlich in virtuellen Meetings.

HKW als Klimaretter – mit Verbrennungsmotor und Brennstoffzelle

(BKWK) – Mit 125 KWK-Anlagen von der Brennstoffzelle mit 1,5 kWel bis zum Biogas-BHKW mit 1.200 kWel liefert das kommunal von den Landkreisen Mainz-Bingen, Bad Kreuznach und Alzey-Worms getragene Unternehmen nun blauen Strom und blaue Wärme in Schulen, Verwaltungsgebäude, Wohnquartiere und weitere Versorgungsobjekte. Blaue Kälte für die Sektkühlung eines Weingutes im Wonnegau über eine Adsorptionskältemaschine ist auch schon dabei und soll weiter ausgebaut werden. Der Geschäftsführer der EDG, Christoph Zeis, ist ein überzeugter, unermüdlicher und tatkräftiger Macher in Sachen dezentraler Kraft-Wärme-Kopplung, schon viele Jahre im Vorstand des B.KWK und hier aktuell Sprecher des Beirates Grundsatzfragen.

„Kraft-Wärme-Kopplung nimmt im Energiesystem der Zukunft eine entscheidende Rolle ein, wenn wir uns nach dem Ausstieg aus der Atomkraft auch von Kohleverstromung verabschieden. KWK-Anlagen sind das Paradebeispiel der Sektorenkopplung, denn sie verbinden den Strommarkt mit dem Wärmemarkt und verknüpfen beide mit dem Gasmarkt, der auf Sicht durch Biomethan und Wasserstoff immer grüner werden wird. KWK wird im Transformationsprozess sowohl die positive Residuallast übernehmen, wenn die volatile Wind- und Sonnenstromerzeugung nicht ausreicht als auch die negative Residuallast ausgleichen, wenn der Überschussstrom für Power-to-Heat in Speichern oder in Wärmepumpen zum Einsatz in Wärmenetzen Verwendung findet. Hocheffiziente KWK ist der ideale und dauerhafte Partner der Erneuerbaren Energien auch über das Jahr 2050 hinaus im hier dargelegten symbiotischen Sinne zur Erreichung der Pariser Klimaschutzziele“, so Zeis in seiner kraftvollen Argumentation.

B.KWK-Präsident Claus-Heinrich Stahl hat die EDG mit ihrem Sitz im rheinhessischen Nieder-Olm jetzt zur feierlichen Übergabe der Zertifikate „Blauer Strom®“, „Blaue Wärme®“ und „Blaue Kälte®“ besucht und sich ein Bild von der Philosophie des Unternehmens sowie seiner Arbeitsweise für Energieeinsparung, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien gemacht: „Was Christoph Zeis hier mit ´seiner` EDG nach der Gründung im Jahr 1998 in nunmehr 23 Jahren aufgebaut hat, ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Energiewende auf dezentraler, kommunaler Ebene mittels Contracting-Modellen geht. Das bestätigt sich auch mit dem Energy-Efficiency-Award, den die EDG als Preisträger nach 2019 auch 2020 von der dena erhalten hat. So könnte es eigentlich überall in Deutschland gemacht werden, um unsere nationalen Klimaschutzziele auf der Zeitachse auch schnellstmöglich zu erreichen“, so Stahl in Verbindung mit seinen Glückwünschen zur Zertifizierung Blaue Energie für die EDG.

Ist Elon Musk eine Umweltsau oder was noch?

(Xing) – Der Ton im Zwist um die Genehmigung für das deutsche Tesla-Werk wird rauer. Der E-Auto-Gigant hadert mit der deutschen Bürokratie, der Unmut beim US-Konzern wächst. Tesla will die schleppende Genehmigung für sein Werk in Brandenburg vorantreiben und hat deshalb einen Frust-Brief verfasst.

«Der deutsche Genehmigungsrahmen für Industrie- und Infrastrukturprojekte sowie für die Raumplanung steht in direktem Gegensatz zu der für die Bekämpfung des Klimawandels notwendigen Dringlichkeit der Planung und Realisierung solcher Projekte», kritisiert Tesla in dem am Donnerstag veröffentlichten Brandbrief und argumentiert, die Fabrik helfe durch Verbreitung von E-Mobilität im Kampf gegen die Erderwärmung.

Noch kein Zeitplan für endgültige Genehmigung
«Besonders irritierend» sei für Tesla, dass es 16 Monate nach dem Antrag noch keinen Zeitplan für die Erteilung einer endgültigen Genehmigung gebe. Das «eklatanteste Problem» sei, dass in aktuellen Verfahren und Gesetzen Projekte, die den Klimawandel bekämpften und solche, die ihn beschleunigten, gleich behandelt würden.

Tesla äußerte sich in einem Verfahren zwischen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und der Bundesrepublik vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg. Die DUH fordert, dass die Bundesregierung dazu verurteilt werde, ein Programm aufzustellen, um das nationale Klimaschutzziel 2030 zu erreichen. Tesla reichte die Stellungnahme als «Freund des Gerichts» ein, da es im Interesse des Verfahrens sei, die Erfahrungen zu teilen.

Umwelthilfe von Tesla-Vorstoß überrascht
Umwelthilfe-Chef Jürgen Resch sagte, er sei von Teslas Vorstoß überrascht worden, begrüßte ihn aber. Der Brief sei «segensreich»: «Das Wesentliche ist, dass jetzt wieder Schwung in die Diskussion hineinkommt, wie wir diese Überbürokratisierung in Deutschland zurückfahren können, ohne dass die Mitwirkungsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft und der Umweltverbände geschliffen werden.»

Tesla will 500.000 Autos in Deutschland bauen – jährlich
Tesla will in seinem ersten europäischen Werk in Grünheide in Brandenburg im Sommer die Produktion aufnehmen und mit der Zeit 500 000 Autos pro Jahr fertigen. Der US-Konzern baut bisher mit vorläufigen Zulassungen. Die Arbeiten wurden wiederholt nach dem Vorgehen von Umweltverbänden unterbrochen. Unter anderem ging es dabei um die Umsiedlung von Tieren. Kritiker warnen auch vor Risiken für die Trinkwasser-Versorgung der Region. Langsam aber sicher gerät der Zeitplan in Gefahr.

Tesla schlägt Maßnahmenkatalog vor
Tesla schlug in der Stellungnahme zehn Maßnahmen vor, mit denen die Genehmigungsabläufe verbessert werden sollen. Dazu gehören beschleunigte Verfahren für nachhaltige Projekte sowie die Berücksichtigung auch indirekter Auswirkungen auf die Umwelt.

Aktuell könnten Hinweise auf relativ geringe lokale Folgen in größerem Maßstab positive Projekte verhindern, argumentierte der US-Konzern. Tesla kritisierte auch, dass bei der Beteiligung der Öffentlichkeit «einige der aktuellen Bestimmungen zu Missbrauch einladen». So belohnten große Anhörungen «Lautstärke statt Substanz».

Auch Brandenburgs Umweltministerium zeigte sich bei diesem Vorschlag skeptisch. Man halte zwar Verfahrensbeschleunigungen «an geeigneter Stelle» für sinnvoll. «Rechtlich kann es jedoch keine Unterscheidung zwischen scheinbar klimafreundlichen und eher klimabelastenden Investitionen geben, denn das Recht ist nicht teilbar.» (mit Material der dpa erstellt)

(Focus) – Ein erfahrener Ex-Daimler-Ingenieur unterschreibt einen Vertrag bei Tesla in Berlin. Doch noch bevor sein neuer Job richtig losgeht, ist er schon wieder vorbei.

Was Stefan Schwunk seinen Followern erst als Aprilscherz verkauft, stellt sich plötzlich als wahr heraus: Der ehemalige Daimler-Ingenieur, der im Dezember 2020 einen Vertrag für einen Job in der neuen Tesla-Fabrik bei Berlin unterschrieben hatte, ist genau diesen Job auch schon wieder los. Praktisch hatte er keinen einzigen Arbeitstag.

Schwunks Aussagen zufolge löste der Autokonzern von Elon Musk den Arbeitsvertrag auf, bevor er den Posten überhaupt offiziell angetreten hatte, wie er in dem Podcast „Moin Tesla“ erzählt hat und auch gegenüber FOCUS Online bestätigt hat. Als Grund für die Auflösung des Vetrags deutet der 43-Jährige an, dass er seine Tätigkeit als Youtuber nicht wie zuvor hätte weiterführen können.

Obwohl sein Kanal namens „Schwunkvoll“, in dem es um E-Mobilität und auch um eine kritische Auseinandersetzung mit der Industrie geht, beim Vorstellungsgespräch mit Tesla zunächst kein Problem gewesen sein soll, deutet Schwunk aber an, dass dem amerikanischen E-Auto-Konzern die Nebentätigkeit sowie ein angebliches Interview seines angehenden Mitarbeiters über den Job-Wechsel wohl doch nicht gefallen hatte.

Schwunk musste „ganz, ganz viele Verschwiegenheitserklärungen“ unterschreiben
Das merkte Schwunk offenbar in den ersten On-Boarding-Gesprächen, die er im Januar vor seinem offiziellen Jobantritt führte. Zu dem Zeitpunkt musste er schon „ganz, ganz viele Verschwiegenheitserklärungen“ unterschreiben, wie er im Podcast erzählt. Heißt: Er hätte öffentlich über seinen Job bei Tesla nicht sprechen dürfen.

In seinen Youtube-Videos also beispielsweise die Tesla-Gigafactory bei Berlin von innen zu zeigen, wie Schwunk es sich etwa ausgemalt hatte: völlig undenkbar. „Ich dachte, die wären da ein bisschen offener“, gibt Schwunk zu und erklärt, wie die Situation vor Jobbeginn bei ihm „schon ein bisschen Magengrummeln ausgelöst“ hätte. Hinzu kam nämlich, dass das Gehalt bei Tesla „natürlich nicht so wie ein Daimler-Gehalt“ sei. Seinen Youtube-Kanal als zweite Einnahmequelle zu nutzen, wäre also schwierig geworden.

Die Auflösung des Arbeitsvertrags scheint auch in Schwunks Sinne gewesen zu sein. „Da kam mir Tesla mit diesem Gespräch zuvor.“ Dann spielt er noch auf Tesla-Chef Musk an. „Ich glaube, da ist schon ziemlich viel dran, dass es bei Tesla einen Menschen gibt, der sozialmedientechnisch aktiv sein darf – und alle anderen nicht.“

Schwunk hat seit Mitte März einen neuen Job: bei einem Tochter-Unternehmen von VW, das unter anderem auf Lösungen für E-Mobility setzt.

reFuels: Kraftstoffe für CO2-neutrale Mobilität und HyperHybrid-Auto

Alle Fahrzeuge mit regenerativen Kraftstoffen betanken zu können, um zügig eine ergänzende Lösung für eine CO2-neutrale Mobilität bereitzustellen – darauf zielt die Forschungsinitiative reFuels. Sie beschäftigt sich mit der Zusammensetzung, Herstellung und Nutzung von regenerativen Kraftstoffen und nutzt dazu innovative Infrastrukturen: Für das bioliq®-Verfahren, mit dem sich hochwertige Kraftstoffe aus biogenen Roh- und Reststoffen, beispielsweise Stroh, herstellen lassen, existiert am KIT bereits eine Anlage, die Ottokraftstoffe liefert. Das weltweit einzigartige Energy Lab 2.0 am KIT verbindet modernste Technologien zur Erzeugung und Nutzung elektrischer, thermischer und chemischer Energie wie Gasturbinen, Power-to-Methan und Wasserelektrolyse; zudem produziert es unterschiedliche Kraftstoffkomponenten.

Video „Regenerative Kraftstoffe als Baustein einer CO2-neutralen Mobilität“