Archiv der Kategorie: Physik, Chemie, Technik

Elektrische Energie für das Internet der Dinge – Mit einer Vorbemerkung von Jean Pütz

Gestatten Sie mir eine kurze Vorbemerkung.

Offenbar steht das Internet der Dinge kurz vor der Realisierung. Es scheint auch manchem Bürger das Leben erleichtern zu wollen, aber das ist auch die Gefahr, denn die Nebenwirkungen und Risiken werden selten bedacht.

Ich bin bekanntlich kein Technologie-Verweigerer, gebe aber zu bedenken, dass über die Verknüpfung mit dem Internet immer mehr private Daten preis gegeben werden die unsere individuelle Freiheit auf längere Sicht beeinträchtigen. Die gut meinenden Datenschutzgesetze können auf einfachste Weise ausgehebelt werden, nicht nur durch kriminelle Machenschaften.

Ihr Jean Pütz

(pte) – Schwedische und chinesische Wissenschaftler haben organische Solarzellen entwickelt, die normales Umgebungslicht in Innenräumen in Elektrizität verwandeln. Die Leistung, die dabei erzeugt wird, ist zwar relativ gering. Immerhin soll sie aber ausreichen, um den Energiehunger von Millionen von Produkten zu stillen, die künftig im Internet of Things (IoT) zuhause, im Büro oder im Supermarkt betrieben werden, so die Forscher.

Nachfrage steigt kontinuierlich
„Mit der Ausbreitung des IoT werden wir bald Millionen vernetzte Produkte sowohl in öffentlichen Orten als auch bei uns zuhause haben“, erklären Feng Gao, Senior Lecturer in der Division of Biomolecular and Organic Electronics der Linköping University, und Jianhui Hou, Professor am Institut für Chemie der Chinese Academy of Sciences  . Viele davon werden mit Sensoren ausgestattet sein, die etwa die Feuchtigkeit, Temperatur oder bestimmte Partikelkonzentrationen messen. „Deshalb wird die Nachfrage nach kleinen und günstigen erneuerbaren Energiequellen rapide ansteigen“, sind die Experten überzeugt.

Genau hier will das internationale Team aus Schweden und China mit seiner Entwicklung ansetzen. „Diese Arbeit lässt Großes hoffen, wenn es um den Einsatz von organischen Solarzellen in unserem täglichen Alltagsleben und die Versorgung von IoT-Geräten geht“, stellt Gao klar. Im Moment stecke die Technologie für Indoor-Anwendungen allerdings noch eher in ihren Kinderschuhen. „Wir sind zuversichtlich, dass sich die Effizienz von organischen Solarzellen, die bei Umgebungslicht funktionieren, in den kommenden Jahren noch weiter steigern lässt“, so Hou.

Über ein Volt Stromspannung
Organische Solarzellen basieren auf der Verwendung eines sogenannten Donator-Akzeptor-Systems. Dieses lässt sich durch geschickte Kombination verschiedener Halbleiter flexibel feintunen, um Lichtstrahlen mit bestimmten Wellenlängen einzufangen. Das Team hat einen neuen Mix aus Donator- und Akzeptor-Materialien entwickelt, der sich als aktive Beschichtung von organischen Solarzellen nutzen lässt und exakt jene Lichtwellen absorbieren kann, die beispielsweise im heimischen Wohnzimmer zu finden sind.

Zu Testzwecken haben die Wissenschaftler zwei Varianten ihrer Indoor-Solarzellen im Labor hergestellt: eine mit einem Durchmesser von einem Quadratzentimeter und eine mit vier Quadratzentimetern. Die kleinere wurde Umgebungslicht mit einer Stärke von 1.000 Lux ausgesetzt und konnte 26,1 Prozent der Energie in Elektrizität umwandeln. Dabei erzielte sie eine Stromspannung von über einem Volt, die mehr als 1.000 Stunden anhielt. Die größere Solarzelle schaffte es immerhin auf eine Energieeffizienz von 23 Prozent.

Überwachung mittels KI nimmt weltweit zu – Mit einem Statement von Jean Pütz

Liebe Besucher meiner Homepage !

Wie im Artikel dargestellt, ist die KI-Überwachung nicht nur ein Problem in autoritären Staaten. Leider machen immer mehr Demokratien davon Gebrauch. Das soll allen Menschen, die individuelle Rechte als Grundbestandteil unserer freien aber engagierten Lebensart eine Warnung sein. Das Punkte-System in ‚Plus‘ und ‚Minus‘, selbst bei geringsten Verhaltensanomalitäten sollte uns alle wachrütteln.

Auch in Deutschland entwickeln sich immer mehr solche Tendenzen, die schleichend damit beginnen, Verbote in unseren Alltag zu verordnen. Sogar Abmahn-Organisationen, die sich ‚Umwelthilfe‘ nennen und als Ziel den Umweltschutz vorgeben. Sie animieren Gerichte, für jeden Verstoß im Namen des Gesetzes Sanktionen auszuüben, die in individuelle Überwachung münden. Schon heute existiert die Technologie,  jedes Auto mit Nummernschild zu fotografieren und in der Datenbank festzuhalten. In Parkhäusern wird das heute schon angewandt.  Aber auch Verbote wie die Ächtung des Verbrennungsmotors, lechzen nach Kontrolle – und vieles andere mehr.

Leider ist auch vielen Volksparteien diese unmerkliche Tendenz zur Überwachung des Einzelnen nicht bewusst. Es entstehen immer mehr Gesetze die das fördern. Keiner merkt, dass durch die Einschränkung individueller Freiheit auch ein großes Stück Kreativität verloren geht.

Das ist ein Meinungsartikel – Sie können sich ihre eigene Meinung selbst gestalten.

Ihr Jean Pütz

(pte027/19.09.2019/13:30) – Die Überwachung von Menschen mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI), etwa durch automatische Gesichtserkennung, nimmt weltweit zu. Das stellt die Carnegie-Stiftung für internationalen Frieden fest. Führend sei in diesem Bereich China, doch immer mehr Staaten folgten diesem Beispiel. Derzeit nutzen 75 Länder KI zur Überwachung der Bürger, darunter längst nicht nur mehr autokratisch regierte Staaten, sondern auch jene wie die USA und Frankreich, so die Forscher.

Illegal und oft sogar gefährlich
Den Experten nach sind chinesische Unternehmen technologisch führend im Bereich der Überwachung durch KI, angeführt von Huawei und Hikvision. Dazu gesellen sich das japanische Unternehmen NEC sowie die US-Firmen IBM, Palantir und Cisco. Der Report nennt eine breite Palette von KI-Werkzeugen zur Überwachung. Er unterscheidet allerdings nicht zwischen Maßnahmen, die der öffentlichen Sicherheit dienen, und solchen, die illegal oder gar gefährlich sind, etwa das Ausspionieren von politischen Gegnern.

„Ich hoffe, dass die Menschen härtere Fragen dazu stellen, wie und wozu diese Technologie genutzt wird und welche Auswirkungen sie hat“, sagt Steven Feldstein, Mitglied der Stiftung und Professor an der Boise State University . Viele Projekte, die Feldstein anspricht, stehen in Zusammenhang mit dem Konzept der Smart City. Städte installieren Kameras, Sensoren und andere internetgebundene Geräte, um Informationen über das Geschehen in der Stadt zu sammeln. Huawei ist hier führend. Die gesammelten Daten lassen sich nutzen, um die Verkehrsführung zu optimieren und Energie zu sparen. Die Systeme würden allerdings zunehmend zur Überwachung und zur Verbesserung der Sicherheit genutzt.

Einsatz von KI beschleunigt sich
Feldstein zeigt sich erstaunt, wie viele Staaten in Europa und anderswo die Einführung von KI-Systemen beschleunigen. Dazu gehören ihm zufolge neben der Gesichtserkennung automatische Grenzkontrollen und Algorithmen, mit denen sich voraussagen lässt, wo und wann Verbrechen geschehen. „Ich dachte, China und sein geografisches Umfeld sowie die Staaten am Golf seien die wichtigsten Nutzer“, so Feldstein. Dabei nutzt inzwischen bereits auch mehr als die Hälfte aller demokratischen Staaten derartige KI-Werkzeuge.

 

Ferroelektrizität für bessere Solarzellen

(KIT) – Silizium gilt als Platzhirsch unter den Solarzell-Technologien. Doch schnell haben metallorganische Perowskit-Solarzellen aufgeholt und im Labor ebenfalls Wirkungsgrade von 25 Prozent erreicht, auch dank der Forschung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Ein multidisziplinäres Team von sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des KIT hatte etwa Belege für ferroelektrische Mikrostrukturen gefunden und konnte damit die Eigenschaften moderner Perowskit-Solarzellen erklären. Für diese herausragende Leistung erhielt das Team gestern Abend den mit 50 000 Euro dotierten Erwin-Schrödinger-Preis der Helmholtz-Gemeinschaft und des Stifterverbandes.

„Für die Stromversorgung aus erneuerbaren Energien ist die Photovoltaik ein wichtiger Baustein mit hohem Potenzial in Forschung und Entwicklung – gerade mit Blick auf die eingesetzten Materialien“, sagt der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka. „Mit seiner Forschung, die die Felder Optoelektronik und keramische Werkstoffe erfolgreich kombiniert, liefert das Team des KIT entscheidende Beiträge zur Weiterentwicklung der Perowskit-Solarzellen. Mit solchen neuartigen Materialien in künftigen Solarzellen-Generationen kann Sonnenlicht noch effizienter in elektrischen Strom umgewandelt werden – und das mit einem Material, das technisch einfach zu verarbeiten und kostengünstig ist. Der Erwin-Schrödinger-Preis ist eine herausragende Auszeichnung dieser Leistung.“

Wie sähe die perfekte Solarzelle aus? Neben der schwarzen Oberfläche für eine optimale Absorption des Lichtes führt die perfekte Solarzelle die durch das Licht erzeugten Ladungsträger effizient aus dem Bauteil zu den Elektroden und minimiert so Rekombinationsverluste. Es gehen somit weniger Ladungsträger verloren. Dem Wissenschaftler-Team ist es gelungen, Expertise aus den Bereichen der Optoelektronik und der Keramischen Werkstoffe so zusammenzubringen, dass sie ein vertieftes Verständnis der Perowskit-Solarzellen ermöglichen. Das multidisziplinäres Team aus den Fächern Elektrotechnik, Materialwissenschaften und Physik hat nun im neuen Materialwissenschaftlichen Zentrum für Energiesysteme (MZE) des KIT den Nachweis erbracht, dass ein typischer Baustein von metallorganischen Perowskit-Solarzellen, Methylammonium-Bleiiodid (MAPbI3), ferroelektrisch ist: MAPbI3-Dünnschichten bilden spontan alternierende polare Domänen mit einer typischen Breite von 90 nm. „Die mikroskopischen elektrischen Felder in den Domänen können helfen, die photogenerierten Ladungsträger voneinander zu trennen und damit ihre Rekombination zu reduzieren“, sagt Holger Röhm, Doktorand am MZE. Gemeinsam mit Tobias Leonhard und Alexander D. Schulz hat Röhm die mikroskopischen elektrischen Felder des ferroelektrischen MAPbI3 und seine Mikrostruktur untersucht.

Unter dem Dach des MZE versammelte das Team Experten aus der Photovoltaik und den Materialwissenschaften, um die einzigartigen Eigenschaften der Perowskit-Solarzellen zu analysieren. „Es war faszinierend zu sehen, wie Solarzellen mit Methoden charakterisiert werden können, die bislang für die Analyse klassischer Keramiken eingesetzt wurden“, sagt Michael J. Hoffmann, Leiter des Institutes für keramische Werkstoffe und Technologien, der seit mehr als drei Jahrzehnten ferroelektrische Keramiken untersucht. Und tatsächlich kann die Ferroelektrizität als Schlüsseleigenschaft von Perowskit-Solarzellen ein neues Designkriterium für neuartige lichtabsorbierende Materialien in Solarzellen bieten.

Alexander Colsmann, Leiter der Forschungsgruppe Organische Photovoltaik, betont, dass „MAPbI3-Perowskit-Solarzellen bekanntlich instabil und ihre Zersetzungsprodukte wasserlöslich und umweltgefährdend sind“, was einen dringenden Bedarf an bleifreien Alternativen zeigt. Während in der Vergangenheit durch die schrittweisen Modifikationen der Kristallzusammensetzung keine bleifreien Alternativen zu MAPbI3 mit ausreichender Photovoltaikleistung entdeckt wurden, ist die in den Perowskit-Solarzellen beobachtete Ferroelektrizität ein vielversprechendes Muster für eine neue Klasse von potenziell stabileren und umweltfreundlicheren Solarzellen. „Es ist faszinierend zu sehen, wie zwei Forschungsbereiche miteinander verschmelzen, die in der Vergangenheit nichts gemeinsam hatten, aber die Zukunft der modernen Photovoltaik prägen können“, resümiert Susanne Wagner, Expertin des Teams für die Charakterisierung von Ferroelektrika und ihrer Mikrostruktur.

Das Materialwissenschaftliche Zentrum für Energiesysteme (MZE) wurde vor drei Jahren als disziplinübergreifende Plattform eingeweiht, um die Forschung des KIT zur Energieumwandlung und -speicherung zu stärken. Damit ist das MZE das ideale Umfeld, um die Forschung an neuartigen Photovoltaik-Konzepten voranzutreiben. Auf der wissenschaftlichen Grundlage, für die der Erwin-Schrödinger-Preis verliehen wurde, wird das Team künftig neue ferroelektrische Verbindungen für eine verbesserte Energiegewinnung erforschen, wobei der Schwerpunkt auf umweltfreundlichen und nachhaltigen Lösungen liegt.

Diese Herausforderung wird auch im Helmholtz-Forschungsprogramm verankert. Nach 15 Jahren Forschung auf dem Gebiet der organischen Photovoltaik ergänzt das KIT dieses Feld seit einiger Zeit mit umfangreichen Forschungsarbeiten zu Perowskit-Solarzellen und darüber. Der Erwin-Schrödinger-Preis unterstreicht die führende Position des KIT in der Materialforschung zur photovoltaischen Energieumwandlung.

Neuer Sender für neue Hertz-Welten im Nanobereich

(HZDR) – Der „Landau-Niveau-Laser“ ist ein spannendes Konzept für eine ungewöhnliche Strahlungsquelle. Er hat das Zeug, höchst effizient sogenannte Terahertz-Wellen zu erzeugen, die sich zum Durchleuchten von Materialen und für die künftige Datenübertragung nutzen ließen. Bislang jedoch scheiterten nahezu alle Versuche, einen solchen Laser in die Tat umzusetzen. Auf dem Weg dorthin ist einem internationalen Forscherteam nun ein wichtiger Schritt gelungen: Im Fachmagazin Nature Photonics (DOI: 10.1038/s41566-019-0496-1) stellen sie ein Material vor, das Terahertz-Wellen durch das simple Anlegen eines elektrischen Stroms erzeugt. Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) waren maßgeblich an den Arbeiten beteiligt.

Ebenso wie Licht zählen Terahertz-Wellen zur elektromagnetischen Strahlung. Ihre Frequenzen liegen zwischen denen von Mikrowellen und Infrarotstrahlung. Sowohl für die Technik als auch für die Wissenschaft zeigen sie interessante Eigenschaften: So können Grundlagenforscher mit ihnen die Schwingungen von Kristallgittern oder die Ausbreitung von Spinwellen studieren. „Für technische Anwendungen ist interessant, dass Terahertz-Wellen zahlreiche Stoffe durchdringen können, die ansonsten undurchsichtig sind, etwa Kleidung, Kunststoffe und Papier“, erklärt HZDR-Forscher Stephan Winnerl. Eingesetzt werden sie heute bereits bei Sicherheitskontrollen an Flughäfen. Hier lässt sich mit Terahertz-Scannern prüfen, ob Fluggäste gefährliche Gegenstände unter ihrer Kleidung tragen – und zwar ohne den Einsatz schädlicher Röntgenstrahlung.

Nützlich könnten die Terahertz-Wellen eines Tages auch für die Datenübertragung sein. Der Grund: Sie haben eine höhere Frequenz als die derzeit verwendeten Radiowellen. WLAN beispielsweise funktioniert heute bei Frequenzen von rund zwei bis fünf Gigahertz. Terahertz-Frequenzen sind rund tausendmal höher und könnten Bilder, Videos und Musik entsprechend schneller übermitteln, wenn auch bei geringeren Reichweiten. Allerdings ist die Technik noch nicht ausgereift. „Zwar gab es in den letzten Jahren viele Fortschritte“, berichtet Winnerl. „Aber nach wie vor ist es nicht ganz einfach, die Wellen zu erzeugen – die Fachwelt spricht von einer regelrechten Terahertz-Lücke.“ Insbesondere gibt es noch keinen kompakten, leistungsfähigen und zugleich durchstimmbaren Terahertz-Laser.

Flexible Frequenzen
Verantwortlich für die Lichterzeugung in einem Laser sind die Elektronen im Lasermaterial. Steckt man Energie in sie, senden sie Licht aus. Der Grund dafür ist ein Quanteneffekt: Die Elektronen können nicht beliebige Energien aufnehmen, sondern nur bestimmte Portionen. Dementsprechend erfolgt auch die Lichtabgabe portionsweise – in einer bestimmten Farbe und als gebündelter Strahl. Für einen Terahertz-Laser hat die Fachwelt bereits seit längerem ein spezielles Konzept im Blick, den „Landau-Niveau-Laser“. Das Besondere: Bei ihm lassen sich die Energieniveaus der Elektronen mithilfe eines Magnetfeldes flexibel einstellen. Diese Niveaus bestimmen wiederum, welche Frequenzen die Elektronen abstrahlen. Dadurch ist der Laser durchstimmbar – ein großes Plus für viele wissenschaftliche und technische Anwendungen.

Nur: So einen Laser gibt es bislang noch nicht. „Das Problem war bislang, dass die Elektronen ihre Energie an andere Elektronen weitergeben, statt sie wie gewünscht als Lichtwellen abzustrahlen“, erläutert Winnerl. Den entsprechenden physikalischen Prozess bezeichnen die Fachleute als Auger-Streuung. Zum Leidwesen der Fachwelt spielt er sich auch in einem Material ab, das als besonders vielversprechend für einen „Landau-Niveau-Laser“ galt: Graphen – eine zweidimensionale Form von Kohlenstoff – zeigte in Experimenten am HZDR eine ausgeprägte Auger-Streuung.

Eine Frage des Materials
Deshalb versuchte es das Forscherteam mit einem anderen Material – einer Verbindung aus Quecksilber, Cadmium und Tellur (HgCdTe). Bislang verwendete man diese Schwermetall-Legierung unter anderem für hochempfindliche Wärmebild-Kameras. Das Besondere an diesem Material: Der Gehalt an den jeweiligen Metallen Quecksilber, Cadmium und Tellur lässt sich sehr genau wählen. Dadurch lässt sich eine bestimmte Eigenschaft – im Fachjargon Bandlücke genannt – gezielt einstellen.

Als Resultat zeigte das Material ähnliche Eigenschaften wie Graphen – aber ohne dessen Nachteil von ausgeprägter Auger-Streuung. „Es gibt subtile Unterschiede zum Graphen, die diese Streuung vermeiden“, sagt Stephan Winnerl. „Vereinfacht ausgedrückt finden die Elektronen keine anderen Elektronen, die die passende Energie aufnehmen könnten.“ Infolgedessen bleibt ihnen nichts Anderes übrig, als ihre Energie in der gewünschten Form loszuwerden – als Strahlung im Terahertz-Bereich.

Das Projekt war ein internationales Teamwork: Russische Projektpartner hatten die HgCdTe-Proben hergestellt, die anschließend die federführende Arbeitsgruppe in Grenoble analysierte. Eine der entscheidenden Untersuchungen fand in Dresden-Rossendorf statt: Mit dem Freie-Elektronen-Laser FELBE feuerten die Fachleute starke Terahertz-Pulse auf die Probe und konnten das Verhalten der Elektronen zeitaufgelöst beobachten. Das Resultat: „Wir haben festgestellt, dass der Auger-Prozess, den wir in Graphen noch beobachtet hatten, tatsächlich verschwunden war“, freut sich Winnerl.

LED für Terahertz
Eine Arbeitsgruppe in Montpellier konnte schließlich beobachten, dass die Verbindung aus HgCdTe tatsächlich Terahertz-Wellen abgibt, wenn man elektrischen Strom anlegt. Indem die Fachleute das zusätzlich angelegte Magnetfeld von nur etwa 200 Millitesla variierten, konnten sie die Frequenz der abgegebenen Wellen im Bereich von ein bis zwei Terahertz variieren – eine durchstimmbare Strahlungsquelle. „Sie ist zwar noch kein Laser, sondern entspricht eher einer Terahertz-LED“, beschreibt Winnerl. „Das Konzept zu einem Laser zu erweitern, sollte aber machbar sein, auch wenn es einiger Anstrengung bedarf.“ Genau das wollen die französischen Projektpartner nun in Angriff nehmen.

Allerdings gilt eine Einschränkung: Bislang funktioniert das Prinzip nur, wenn man es auf sehr tiefe Temperaturen knapp oberhalb des absoluten Nullpunkts kühlt. „Das ist sicher ein Manko für Alltagsanwendungen“, fasst Winnerl zusammen. „Aber für den Einsatz in der Forschung und bei manchen Hightech-Systemen dürfte man mit dieser Kühlung durchaus leben können.“

 

Auch das noch: Testgelände für neue Drohnen

(BAM) – Die BAM betreibt seit Anfang der 1990er Jahre im brandenburgischen Horstwalde, 50 Kilometer südlich von Berlin, das Testgelände Technische Sicherheit (BAM TTS). Sie führt dort u.a. Versuche zur Lagerung und zum Transport von Gasen durch, zur Zulassung von Sprengstoffen sowie Falltests an Behältern, die bei der kerntechnischen Entsorgung zum Einsatz kommen. Das etwa zwölf Quadratkilometer große Areal ist von der Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg als Flugbeschränkungsgebiet ausgewiesen und bietet damit zugleich für zivile Drohnentests bislang ungekannte Möglichkeiten: Um den Luftverkehr nicht zu gefährden, dürfen die „Unmanned Aircraft Systems“ (UAS) in Deutschland nur bis zu einer Höhe von 100 Meter aufsteigen und den Sichtbereich des Piloten am Boden nicht verlassen. Auf dem BAM TTS kann von diesen Beschränkungen nach vorheriger Genehmigung abgewichen werden.

In den nächsten Jahren soll dort ein Bereich entstehen, auf dem sich zahlreiche sicherheitsrelevante Szenarien durchspielen lassen: der Gasaustritt an einer defekten Pipeline, der Brand eines Gefahrguttransporters, aber auch die Überwachung von Kraftwerken, Mülldeponien oder Brückenbauwerken aus der Luft. Die BAM selbst will in Horstwalde smarte Sensoren an UAS testen. Unter der Aufsicht der Bundesoberbehörde sollen aber auch kommerzielle Entwickler von Drohnen und Sensorsystemen Gelegenheit haben, ihre Innovationen zu erproben und begutachten zu lassen. Für das allgemeine Publikum wird das Testgelände auch weiterhin nicht zugänglich sein.

„Mit dem Testgelände Technische Sicherheit ist die BAM seit vielen Jahren in Brandenburg präsent und hat in der Vergangenheit einen zweistelligen Millionen-Betrag in den Ausbau des Standorts investiert“, erklärte BAM-Vizepräsident Werner Daum. „Mit dem neuen Modellprojekt stärken wir diese Zusammenarbeit und bauen sie sogar aus. Denn die wissenschaftliche und kommerzielle Nutzung von unbemannten Luftfahrtsystemen zeichnet sich schon jetzt als stark wachsende Zukunftsbranche in der Industrie 4.0 ab. Wir begleiten diese Entwicklung gern mit unserem sicherheitstechnischen Know-how.

Dr. Steffen Kammradt, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB), betonte: „Das Cluster Verkehr, Mobilität und Logistik zählt zu den dynamischen Wirtschaftssektoren der deutschen Hauptstadtregion. Mit neuen innovativen Konzepten und Technologien leistet das Cluster wichtige Beiträge für die Mobilität der Zukunft. Dazu zählen auch zivil genutzte unbemannte Flugsysteme. Hier hat die Hauptstadtregion besondere Kompetenzen entwickelt. Die Kooperation zwischen WFBB und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung hilft, diese weiter zu stärken. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.“ Die WFBB betreibt in Brandenburg das Clustermanagement Verkehr, Mobilität und Logistik.

In einem Pilotprojekt soll in Horstwalde demnächst eine Wetterdrohne aufsteigen und in bis zu einem Kilometer Höhe regelmäßig meteorologische Daten sammeln.

Über die BAM:
Die BAM gewährleistet Sicherheit in Technik und Chemie.
Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Die BAM forscht, prüft und berät zum Schutz von Mensch, Umwelt und Sachgütern. Im Fokus aller Tätigkeiten in der Materialwissenschaft, der Werkstofftechnik und der Chemie steht dabei die technische Sicherheit von Produkten und Prozessen. Dazu werden Substanzen, Werkstoffe, Bauteile, Komponenten und Anlagen sowie natürliche und technische Systeme von volkswirtschaftlicher Dimension und gesellschaftlicher Relevanz erforscht und auf sicheren Umgang oder Betrieb geprüft und bewertet. Die BAM entwickelt und validiert Analyseverfahren und Bewertungsmethoden, Modelle und erforderliche Standards und erbringt wissenschaftsbasierte Dienstleistungen für die deutsche Wirtschaft im europäischen und internationalen Rahmen.

Sicherheit macht Märkte.
Die BAM setzt und vertritt für Deutschland und seine globalen Märkte hohe Standards für Sicherheit in Technik und Chemie zur Weiterentwicklung der erfolgreichen deutschen Qualitätskultur „Made in Germany“.

Über die Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB)
Die Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB) ist Ansprechpartner für Investoren, ansässige Unternehmen und technologieorientierte Existenzgründungen. Die WFBB bietet alle Leistungen zur Wirtschafts- und Arbeitsförderung aus einer Hand – von der Unterstützung bei der Ansiedlung und Erweiterung über Innovationen, Internationalisierung und Vernetzung bis zur Fachkräfteakquisition und -qualifizierung. Sie unterstützt damit die Weiterentwicklung der branchenbezogenen Wirtschaftscluster des Landes Brandenburg und der deutschen Hauptstadtregion. Als Energiesparagentur ist die WFBB zudem eng eingebunden in die Umsetzung der Energiestrategie des Landes.

Endoskop ohne Linsen macht 3D-Bilder von Zellen

(pte) – Forscher an der TU Dresden https://tu-dresden.de haben ein besonders kompaktes Endoskop entwickelt, das 3D-Bilder von einzelnen Zellen oder sogar noch kleineren Objekten machen kann. Dabei ist es dem Gerät möglich, sich selbst zu kalibrieren. Die Anwendung braucht dabei weder eine Linse noch elektronische Komponenten.

Aufgrund seiner mikroskopischen Größe kann das Gerät in lebendes Gewebe eindringen, ohne ihm Schaden zuzufügen. „Das linsenlose Endoskop hat geschätzt die Größe einer Nadel, was ihm einen minimal invasiven Zugang erlaubt“, erklärt Forschungsleiter Jürgen Czarske.

Endoskop kalibriert sich selbst
Die technologische Neuheit benutzt optische Fasern, um innerhalb des Messgeräts auf eine Kamera verzichten zu können, die zu viel Platz verbrauchen würde. Eine sich außerhalb des Endoskops befindende Kamera speichert die durch die Fasern gewonnenen Bilder.

Um den normalerweise sehr mühsamen Prozess der Kalibrierung zu erleichtern, befestigten die Forscher eine kleine Glasplatte an der Spitze eines Bündels von Fasern. Die Platte reflektiert das Licht, das durch den Kern der Fasern dringt, wieder zurück. Durch das Licht erhält das Endoskop wichtige Daten, die verwenden kann, um sich selbst zu kalibrieren und so den Fokus der gewonnen Bilder zu verbessern.

Verwendung bei Medizin und Technologie
In einem Experiment untersuchte das Forschungsteam mit dem Endoskop ein Objekt, das sich unter einem Deckglas befand. Es war möglich, 3D-Bilder von Partikeln auf dem Objekt zu gewinnen. Probleme hatte das Endoskop nur, als die Forscher es stärker anwinkelten. In Zukunft soll daran gearbeitet werden, diese Schwäche auszubessern.

Laut Czarske kann das Endoskop sowohl für medizinische Untersuchungen bei lebendem Gewebe, als auch für technische Inspektionen im mikroskopischen Bereich Verwendung finden. Eine weitere mögliche Anwendung liegt in der Optogenetik, in der die Aktivität von Zellen durch den Einfluss von Licht stimuliert wird.

Magnetbahn-Technologie auf dem Vormarsch – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Deutschland, insbesondere Siemens und Thyssen, waren die Ersten, die in die Magnetbahn-Technik Milliarden Investitionen getätigt und bewiesen haben, dass das System – genannt Transrapid – hervorragend funktionieren kann.

Ich selbst hatte das Glück, dieses im Emsland am eigenen Leibe erleben zu dürfen. Aber der ideologische Widerstand entwickelte sich parallel zur berechtigten Kritik an der Kernenergie immer stärker. Neben dem Prototyp der 31,8 Kilometer langen Rundbahn-Strecke bei Lathen in Niedersachsen und auf Grund von angeblich ökologischen Bedenken, ebenso wie die prophylaktischen Proteste möglicher Anwohner, kam ein konkreter Ausbau sowohl in Bayern als auch in Nordrhein-Westfalen nicht zustande.

Den endgültigen Garaus bereitete dann ein Unfall bei Lathen am 22. September 2006, der eigentlich mit der Konstruktion nichts zu tun hatte. Unbedarfte Fahrdienstleiter hatten sowohl vergessen, dass sich der Werkstattwagen noch auf der Strecke befand als auch versäumt, den entsprechenden Streckenabschnitt für den Transrapid zu sperren.
Die Folge: ausschließlich die Chinesen, die damals noch als Entwicklungsland galten, profitierten davon. Ihnen wurde praktisch kostenlos das Transrapid-Konzept geschenkt, es gelang in Shanghai, die erste konkrete Strecke – nur 40 Kilometer lang – innerhalb kürzester Zeit zu errichten. Sie hat sich heutzutage zum Publikumsmagnet entwickelt, während in Deutschland den ideologischen, technikfeindlichen Bremsern die Strecke von Köln nach Frankfurt zu kurz war, weil sie entlang der Autobahn A3 zu viel Landschaft verhunzen würde. Die nach dieser Entscheidung gebaute ICE-Strecke der DB griff allerdings wesentlich stärker in die Landschaft ein.

Ähnlich wie jetzt in China, die auf die in Deutschland kostspielig entwickelte Technologie zurückgreifen können, hätte diese Demonstrationsstrecke den Deutschen Exportchance noch und nöcher bereitet. Ein Zeichen dafür, dass bei solchen technischen Entscheidungen die extreme Mitwirkung der Bürger in unserer Demokratie versagt und Zukunftschancen verhagelt. Als Alternative fliegen die Deutschen jetzt auf Kurzstrecken kreuz und quer mit Treibstoff strotzenden Flugzeugen in Deutschland und Europa hin und her. Alles nach meiner Mottofrage bei Facebook: ‚Mit Vernunft in die Zukunft – oder?‘

Ein Zeichen dafür, dass sture Ideologie und die Suche nach dem kleineren Übel, mit dem meines Erachtens nur unsere Welt zu retten ist, in Status nascendi im Geburtsstadium verbauen kann.

Ihr Jean Pütz

(Maglevboard) – Ein neue Magnetschnellbahn, die Geschwindigkeiten von 600 Kilometern pro Stunde (ca. 372 Meilen pro Stunde) erreichen kann, scheint der Verwirklichung einen Schritt näher gekommen zu sein. Entwickelt von der staatlichen China Railway Rolling Stock Corporation (CRRC), soll der Maglev bereits im Jahr 2021 nach umfangreichen Tests in die kommerzielle Produktion gehen. IMB-Analysen des Bildmaterials, das von chinesischen Medien verbreitet wurde, legen nahe, dass Konzept und Design weitestgehend auf der ehemaligen deutschen Transrapid-Technologie basieren. Zudem scheint das vorgestellte System noch nicht fahrfähig, sondern erst noch ein Mock-up zu sein.

Die chinesischen Projektbeteiligten zeigen sich jedoch bereits optimistisch, dass die Magnetschnellbahn die chinesische Reisegewohnheiten stark verändern und die Geschwindigkeitsücke zwischen Rad-Schiene-Schnellbahn und Luftverkehr schließen wird. CNN zitiert dazu den stellvertretende CRRC-Chefingenieur Ding Sansan, Leiter des Forschungs- und Entwicklungsteams des Zuges, in einer Erklärung: „Nehmen wir Peking als Beispiel nach Shanghai – die Vorbereitungszeit für die Reise zu zählen, dauert etwa 4,5 Stunden mit dem Flugzeug, etwa 5,5 Stunden mit der Hochgeschwindigkeitsbahn und nur etwa 3,5 Stunden mit der neuen Hochgeschwindigkeitsmagnetbahn“ [Übersetzung durch IMB].
Die chinesische Global Times zitiert Sun Zhang, Professor an der Shanghai Tongji Universität, mit der Aussage, dass hohe Baukosten für Magnetschnellbahnen durch die Anwendung in stark frequentierten Gebieten ausgeglichen werden können. Die Kosten könnten zudem weiter gesenkt werden, wenn Magnetschnellbahnen in die Massenproduktion gingen.

Um das Projekt weiter zu unterstützen, wird CRRC Qingdao Sifang, eine Tochtergesellschaft des CRRC, bis Ende 2019 ein Versuchszentrum und ein Hochgeschwindigkeits-Magnetschwebebahn-Produktionszentrum bauen. Die Infoplattform TechExplorist zitiert Ding Sansan (CRRC) auf Basis von China Daily Darstellungen: „Der Prototyp hat bereits eine statische Auftriebskraft erreicht und ist in einem idealen Zustand […] Wir bauen ein Versuchszentrum und ein Versuchsproduktionszentrum für Hochgeschwindigkeits-Magnetbahnen und erwarten, dass sie in der zweiten Jahreshälfte in Betrieb genommen werden“

In der zentralchinesischen Provinz Hunan wurde mit dem Bau einer Magnetschwebebahn begonnen. In Fenghuang, einer Touristenstadt, begannen die Arbeiter mit dem Projekt. Die 9,121 Kilometer lange Strecke erfordert eine Investition von rund 1,1 Milliarden Yuan (157 Millionen US-Dollar) bei einer geplanten Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern. Die Linie wird sechs Stationen haben.
Das Projekt wird Ende Juni 2021 in Betrieb gehen, wenn zeitgleich auch ein anderes Hochgeschwindigkeitszugprojekt in Hunan in Betrieb genommen wird. Nach dem Aussteigen aus den Hochgeschwindigkeitszügen sollen die Fahrgäste mit der Magnetschwebebahn in die Touristenstadt weiterreisen.

Ein Wahlversprechen des Gouverneurs von Nara, Shogo Arai, der im April für eine vierte Amtszeit wiedergewählt wurde, hat Nara’s Zukunft als wichtiges nationales Verkehrsdrehkreuz im Visier, sobald die Nagoya-Osaka-Verbindung per Magnetschnellbahn-Shinkansen realisiert wird. Wenn Gouverneur Arai sich mit seinen Plänen durchsetzt, wird es nicht nur die Magnetschnellbahn mit Halt in der Stadt Nara geben, sondern auch eine zweite, andere Magnetbahn, die in Nara beginnt und direkt zum Flughafen Kansai (KIX) fährt.

Im Juni stellte die Präfektur 25 Millionen Yen (ca. 230.000 US Dollar) zur Verfügung, um die Möglichkeit einer Magnetschwebebahn zwischen Nara und dem Flughafen Kansai zu untersuchen. Derzeit dauert die Anreise zum Flughafen von Nara aus mit dem Direktbus 1½ Stunden. Auch mit der Regionalbahn sind heute mindestens zwei Stunden nötig. Eine Magnetbahnfahrt dürfte dagegen voraussichtlich weniger als 30 Minuten dauern.
Gouverneur Arai begründete seinen Plan damit, dass, wenn die Tokio-Osaka-Magnetschnellbahn ca. 2037 fertiggestellt ist, die Shin-Osaka Endstation wahrscheinlich von Passagieren stark belastet sein wird, die von der Magnetschnellbahn zu den Anschlusszügen zum Flughafen Kansai gelangen möchten. Er sagte, dass eine zweite Magnetbahn von Nara nach Kansai daher dazu beitragen würde, Osakas Belastungen durch den Transfer dieser Menschenmassen zu verringern.

Arais Vorschlag sieht vor, dass eine regionale Magnetbahn in der Stadt Nara beginnt und durch Yamatotakada, Gose, Gojo in der Präfektur Nara und Hashimoto, Präfektur Wakayama, führt, bevor sie zum Flughafen Kansai fährt. Das Gebiet, durch das die Magnetbahn fahren soll, ist landschaftlich reizvoll und reich an Geschichte, was Anlass zur Hoffnung gibt, dass dies internationale Touristen anziehen wird.
Das regionale Magnetbahnprojekt hängt von der Fertigstellung der Magnetschnellbahn Tokio-Nagoya ab.

Navi nach Schleiereulen-Vorbild gebaut

(pte) – Die Schleiereule orientiert sich mithilfe von Geräuschen. Möglich machen das spezielle Nervenstrukturen in ihrem Gehirn, die ermitteln, aus welcher Richtung Schall kommt. Eben diese Strukturen haben Forschern der Pennsylvania State University (Penn State) nun technisch nachgeahmt. Der Machbarkeitsnachweis soll die Tür zu neuen Navigations- und Ortungsgeräten aufstoßen, die bei Verwendung modernster 2D-Materialien sehr energieeffizient sein könten.

Orientierungshilfe Zeitversetzung
„Eulen können auf ein oder zwei Grad genau ermitteln, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt“, sagt Saptarshi Das, Penn-State-Professor für Ingenieurswissenschaften und Mechanik. Dass die Vögel das so viel besser können als Menschen, liegt an speziellen Strukturen im Gehirn, die sich zunutze machen, dass ein Geräusch die beiden Ohren etwas zeitversetzt erreicht, wenn die Eule nicht genau in Richtung der Quelle sieht. Ein Gitter aus Nerven mit zwei unterschiedlich langen Enden ermittelt hierzu, wie groß diese Differenz ist. Sie gibt Aufschluss darüber, aus welcher Richtung das Geräusch kam.

Das und sein Team habe eben dieses Prinzip mithilfe einer Anordnung sogenannter Split-Gate-Transistoren aus Molybdänsulfid nachgeahmt. Diese Transistoren registrieren ein Signal nur, wenn es auf beiden Seiten des Gates gleich ist. Entsprechen die Eingangssignale dem leicht zeitversetzten Eintreffen eines Geräusches bei zwei Ohren, reagiert also nur jener Transistor, der praktisch der richtigen Längendifferenz von Nerven im Eulengehirn entspricht. Damit diese Verarbeitung klappt, müssen die eintreffenden Signale vorher verlangsamt werden – was ebenfalls dem Vorbild Eule ähnelt.

Besser als die natürliche Kopie
„Die Genauigkeit des biomimetischen Geräts kann die Schleiereule um Größenordnungen übertreffen“, so die Forscher in „Nature Commnications“. Dabei ist der aktuelle Chip nur ein Machbarkeitsnachweis. Mit 2D-Materilien könnte die Zahl der Transistoren und damit die Genauigkeit weiter gesteigert werden. Zudem wäre das energieeffizienter, was für potenzielle Anwendungen ebenfalls von Vorteil ist. Zudem liefert der aktuelle nur eine Richtung, aus der ein Geräusch kommt, kann aber nicht beurteilen, in welcher Höhe sich die Quelle befindet. Das zufolge spiegle sich diese in der Schallintensität wider. Das Team arbeite an diesem Aspekt des Problems, da erst dann wirklich 3D-Navigation oder Ortung möglich werden.

Konkurrenz zu MP3 ?

(pte) – Forscher der Stanford University haben einen technischen Ansatz vorgestellt, der das Sound-Erlebnis in virtuellen Realitäten (VR) revolutioniert. Möglich wird das durch einen Algorthmus, der die in VR-Umgebungen notwendigen dreidimensionalen Raumklänge in nur wenigen Sekunden berechnet. Das innovative Verfahren ist aber nicht nur um ein Hundert- bis Tausendfaches schneller als bisher verfügbare Methoden, sondern auch weitaus günstiger und liefert überdies qualitativ bessere Ergebnisse, versprechen deren Erfinder.

„VR ist unvorhersehbar“
„Wenn wir uns Filme ansehen oder Videospiele spielen, können die richtigen Sound-Effekte maßgeblich dazu beitragen, ein realistischeres Erlebnis zu erschaffen“, erklärt Doug James, Professor für Computerwissenschaften an der Stanford University. Ist auf der Kinoleinwand etwa ein Pokerspieler zu sehen, der einen Silber-Dollar über den Kartentisch rollen lässt, scheint es, als würde sein Klang von einem Ohr zum anderen wandern. Dieser akustische Trick wird von Filmproduzenten erreicht, indem mehrere vorab aufgezeichnete Sounds miteinander verbunden werden.

„Das Kreieren solcher Sound-Erlebnisse in virtuellen Realitäten ist praktisch unmöglich, weil VR unvorhersehbar ist. Es ist schwer zu sagen, welchen Sound ein Objekt erzeugt und wo dieser Sound gehört wird“, schildert der Experte. Um eine halbwegs realistische 3D-Sound-Kulisse in VR-Welten zu erschaffen, konnte man bislang nur versuchen, mit einer Vielzahl von Klangmodellen zu arbeiten, die vorab aufgezeichnet werden müssen. „Für die hierfür nötigen Berechnungen braucht ein ganzer Cluster von Computern mehrere Stunden. Unsere Methode schafft das in Sekunden“, so James.

Neuer theoretischer Ansatz
Der neue Ansatz aus Stanford hat einen ganz anderen theoretischen Ausgangspunkt als bislang verfügbare Verfahren der 3D-Raumklangerzeugung, die sich auf den deutschen Physiker Hermann von Helmholtz berufen. Dieser hatte schon im 19. Jahrhundert eine wichtige Gleichung aufgestellt, mit der sich die Ausbreitung von Schall im Raum beschreiben lässt.

Statt Helmholtz kommt bei James der österreichische Komponist Heinrich Klein zum Zug, der den sogenannten „Mutterakkord“ entdeckte – einen Akkord, der aus zwölf verschiedenen Tönen und Intervallen besteht. Nach demselben Prinzip arbeitet auch der neue Algorithmus: Mehrere Klangmodelle werden zu einem einzigen Sound verschmolzen, der sich zeitbasiert wiederum in individuelle Klänge zerlegen lässt und so eine schnelle Berechnung von akustischen Raum-Sounds ermöglicht.

Das reine Elektroauto ? Eine Fata Morgana ! Mit einem Vorwort von Jean Pütz

Liebe Besucher meiner Homepage,

dem reinen Elektroauto habe ich nie große Chancen eingeräumt und auch nicht verstanden, warum die Automobil-Industrie zum Teil ohne „Wenn und Aber“ sich auf diesen Trend eingelassen hat. Es bringt jedenfalls auf die Schnelle überhaupt keinen ökologischen Nutzen – im Gegenteil. Das Problem ist die Batterie, die zum Teil nicht nur 40% der Kosten ausmacht, sondern auch dem Auto ein Gewicht verleiht, dass der Energieverbrauch trotz Rückführung der Bremsenergie nicht günstiger ist als der übliche Verbrennungsmotor z. B. des Diesels. Insbesondere diese Batterie verhagelt auch die Ökobilanz des Elektroautos.

Trotzdem gehört der Elektromobilität die Zukunft. Die meist übersehene geniale Erfindung ist der Elektroantrieb in Form des Nabenmotors, den sowohl Zweirad- als auch Vierrad-Antrieb ermöglicht, und wegen seiner Flexibilität ein aufwendiges und schweres Getriebe überflüssig macht. Schon vor sieben Jahren gelang es mir, bei der Firma Ford Köln einen Arbeitskreis zu initiieren, dem ich ein modifiziertes Hybrid – heutzutage genannt Hyperhybrid – vorgeschlagen hatte. Es besteht aus einem wirkungsgradoptimiertem Dieselmotor oder einer abgekapselten Turbine, die wegen der noch höheren Verbrennungstemperatur nach dem 2. Thermodynamischen Gesetz die Verbrennungsenergie noch effizienter in elektrische Energie umsetzen kann. Die Abgase können – wie schon heute beim Diesel-Verbrennungsmotor – feinstaub- und stickoxidfrei sein.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass durch die Wahl einer konstanten Umdrehungszahl die Motoren im optimalen Wirkungsgrad-Bereich permanent betrieben werden können.

Die Batteriekapazität und ihr Gewicht können wesentlich kleiner sein als beim reinen Elektroauto, es reicht weniger als die Hälfte. Trotzdem kann die Bremsenergie regeneriert werden. Gleichzeitig liefert der Motor Abwärme, die zum Heizen oder Kühlen des Autos verwendet werden kann, was beim reinen Elektroauto die Reichweite erheblich reduziert. Der Lademotor wird immer nur dann aktiviert, wenn die Batterie auf 30% entladen ist.

Der Nachteil: Die Ideologie derjenigen, die den Verbrennungsmotor völlig abschaffen wollen, muss nach dem Prinzip des kleineren Übels weiterhin seine Funktion erfüllen. Aber ein solches Auto kann auf einen Verbrauch von maximal 2–3 Litern reduziert werden, weil es nicht nur leicht ist, sondern auch der Design-Kreativität alle Möglichkeiten eröffnet.

Der Vorteil: Die herkömmliche europäische Automobilindustrie behält ihren weltweiten Vorsprung gegenüber den Konzepten der Asiaten.

Leider ist der Arbeitskreis damals bei Ford zu der Überzeugung gelangt, das Konzept sei zu teuer. Offenbar hatte man schon damals die Idee des Software-Betrugs im Auge.

Noch ein wichtiger Zusatz zu meiner damals formulierten Idee, die sich offenbar inzwischen in der Automobilindustrie herumgesprochen hat: Ohne das ich den Anspruch auf Erstmaligkeit anmelde, denn das liegt alles so auf der Hand, dass bestimmt viele, der Logik nicht abgeneigte, Konstrukteure diese Idee ebenfalls weiterverfolgen. Der ehemalige Pressechef von BMW, Richard Gaul, informierte mich darüber, dass mittlerweile eine österreichische Firma, Austrian GmbH, Engineering for Emission Reduction, die Methode konkretisiert hat und auf der nächsten IAA ihren Lademotor auf Basis des Otto-Prinzips, also mit Benzin betrieben, vorstellen wird. Wenn ich mich nicht irre, scheint auch Mercedes Benz bei ihren teuren hochklassigen Hybrid-Motoren dieses umzusetzen und damit den Energieverbrauch ihrer Autos erheblich zu reduzieren. Nebenbei erwähnt: Ein solch spezieller Lademotor benötigt bei kleinen Autos nicht mehr als 30 Kilowatt, für die Mittelklasse ca. 50 Kilowatt und für die Oberklasse nicht mehr als 100 Kilowatt Leistung. Das alles bei gleichzeitiger optimierte Umdrehungszahl. Das erscheint zunächst viel, wird aber nur alternierend eingeschaltet. In abgasgefährdeten Innenstädten kann mit Hilfe des GPS-Systems verhindert werden, dass der Motor anspringt. Die Umwelthilfe hat also keinen Grund, einen Prozess anzuzetteln.

Ein weiterer Vorteil ist, dass dieses Hybrid-Auto natürlich an der Steckdose zu Hause oder an den leider viel zu wenig vorhandenen öffentlich zugänglichen Elektro-Zapfsäulen geladen werden kann.

Gestatten Sie mir noch eine Neben-Bemerkung: Man braucht doch nur durch die Städte zu fahren: Woher sollen alle die KFZ-Besitzer, die in Ermangelung eigener Garagen nahe am Haus eigentlich die Elektrizität zum Laden beziehen ? Das sind ja meistens die ‚kleinen’ Leute, die sich einen eigenen Parkplatz zum Laden nicht leisten können. Insofern würde das reine Elektroauto zur Spaltung der Gesellschaft in „arm und reich“ zusätzlich beitragen.

Ihr Jean Pütz

Tesla-Elektroauto-Chef, Elon Musk, verspricht viel, kann es aber nicht einhalten

(FAZ) – Tesla geht es wirtschaftlich nicht gut. Unternehmer Elon Musk gibt das zu – und verspricht, dass es dieses Jahr noch Gewinne gibt. Doch Musk verspricht zu viel, als dass man ihm noch glauben könnte.

Elon Musk ist üblicherweise nicht allzu empfänglich für Kritik. Vor einiger Zeit hat er aber zugegeben, es sei fair, den von ihm geführten Elektroautohersteller Tesla wegen seiner mangelnden Profitabilität zu kritisieren. Und dieser Vorwurf lässt sich bis heute machen. Im vergangenen Jahr schien Tesla zwar schon auf dem Weg der Besserung und schaffte zwei profitable Quartale, aber mittlerweile gibt es wieder Verluste.

Das Abschneiden im jüngsten Quartal ist sogar besonders beunruhigend. Denn obwohl das Unternehmen so viele Autos ausgeliefert hat wie noch nie und außerdem seiner Belegschaft ein von Musk als „Hardcore“ beschriebenes Sparprogramm verordnete, war es weit entfernt von Gewinnen. Und es hilft der Profitabilität gewiss nicht, dass sich gerade Teslas teurere Modelle schlechter verkaufen.

Musk verbreitet Zuversicht und sagt, noch in diesem Jahr werde es wieder Gewinne geben. Und 2020, wenn das Model Y eingeführt werde, ändere sich die Ausgangslage, zumal dies höhere Margen bringe als das Model 3, Teslas billigstes Auto. Wann das Model Y wirklich kommt und wie erfolgreich es sein wird, muss sich freilich erst noch zeigen. Musk hat schon zu oft zu viel versprochen, um darauf zu vertrauen, dass bald eine dauerhaft profitable Zukunft für Tesla anbricht.
Roland Lindner