Archiv der Kategorie: Erde, Klima, Umweltschutz

Klimawandel und Versicherung

(Pioneer) – Das berühmte Essay der Frauenrechtlerin Carol Hanischs „The Personal Is Political“ erfährt im Zuge des Klimawandels eine neue Interpretation. Wieder sind es die privaten Verhältnisse – diesmal die von Wohn- und Hauseigentümern –, die im Zuge extremer Wetterlagen politisch geworden sind. Es geht diesmal nicht um Geschlechter-, es geht um Eigentumsfragen.

Warum das wichtig ist: Die Versicherungsbranche muss feststellen, dass ihre Risikomodelle im Zeitalter der extremen Wetterphänomene nicht mehr funktionieren. Das Ganze hat enorme Auswirkungen auf die Stabilität der Prämien, auf die Versicherungsbilanzen und die soziale Frage der westlichen Mittelstandsgesellschaften.

Politiker und Finanzmarktregulierer sind alarmiert. Vor wenigen Wochen hat das US-Finanzministerium erstmals Daten bei den Versicherern angefragt, um das Ausmaß künftiger Verwerfungen besser beurteilen zu können. Die Financial Times kommt in ihrem gestrigen Report zu einem für Firmen und Hauseigentümer verstörenden Resultat:

Das sind die fünf unbequemen Fakten, die man zu diesem Thema heute Morgen wissen sollte:

1. Die Extremwetter nehmen zu.

Die Zahl der Naturkatastrophen steigt weiter an. Allein 2023 starben bei Extremwetter-Ereignissen weltweit rund 74.000 Menschen und damit fast doppelt so viele wie im 30-Jahre-Durchschnitt, wo 40.000 Tote gezählt wurden. Das geht aus dem aktuellen Naturkatastrophenreport des weltgrößten Rückversicherers hervor, der Munich Re.

Das Erdbeben im Südosten der Türkei und Syrien sorgte weltweit für die schadensreichste Katastrophe 2023. Im Februar starben dort fast 60.000 Menschen. Der Vorstandschef der Rückversicherung, Thomas Blunck, obwohl routiniert im Umgang mit Schadensereignissen, ist berührt:

2. Die Schadenssummen explodieren.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den jährlichen Schadenssummen wider. Insgesamt entstanden 2023 Schäden durch Überschwemmungen, Erdbeben und Brände in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar, wovon nur 95 Milliarden US-Dollar versichert waren – 67 Prozent über dem 30-Jahres-Durchschnitt.

Weltweit warnen Führungskräfte davor, dass die Versicherungspreise nach einer Reihe von extremen Wetterereignissen auf dem Kontinent weiter steigen müssen. „Wir können solche Ereignisse nicht mehr als zweitrangig bezeichnen“, sagt Ernst Rauch, leitender Klimawissenschaftler bei Munich Re.

3. Die Risikomodelle der Versicherer versagen.

Führungskräfte der Versicherungswirtschaft geben hinter vorgehaltener Hand den Risikoanalysen, auf die sich die Versicherer bei der Prognose von Schäden stützen, eine Teilschuld an der Misere. Die Modelle würden die Beschleunigung, die Häufigkeit und die Schwere extremer Wetterereignisse nicht korrekt abbilden.

Zugleich scheut sich die Versicherungsindustrie, ihre Modellierung von Risiken der neuen Wirklichkeit anzupassen. Die Auswirkungen auf die Prämiensysteme bergen sozialen Sprengstoff: In Australien würde demnach einer von 25 Haushalten bis 2030 nicht versicherbar sein, so das dortige Climate Council.

4. Ein weltweites Re-Pricing

Dennoch: Für Hausbesitzer, die in Regionen leben, wo extreme Wetterereignisse wie Stürme, Überschwemmungen und Waldbrände immer häufiger und heftiger auftreten werden, werden die Kosten ihrer Versicherung deutlich steigen. „Dies ist das erste Mal, dass wir eine Rechnung für den Klimawandel an den Verbraucher weitergeben“, sagte Christian Mumenthaler, Vorstandsvorsitzender von Swiss Re, einem der größten Rückversicherer der Welt, im Januar in Davos.

Steigende Versicherungsprämien seien eine Art CO2-Aufschlag für die Verbraucher, sagte er, und die höheren Kosten resultieren daraus, „dass wir so leben, wie wir gelebt haben“.

5. Vorsicht Steuerzahler: Das kann teuer werden.

Zwischen Politik und Versicherungen ist ein „blame game“ entstanden. Jeder weist dem anderen die Schuld zu. Swiss Re schreibt in einem Report:

In den USA, Großbritannien und zahlreichen anderen Ländern hilft bereits Steuerzahlergeld, um die Risiken der Bürger abzudecken. Etwa in Kalifornien, wo Hausbesitzer in vielen Regionen ihren Versicherungsschutz aufgrund des erhöhten Risikos von Waldbränden verloren haben, wurde der vom Bundesstaat finanzierte FAIR Plan ins Leben gerufen. Inzwischen sind mehr als 270.000 Hausbesitzer über das Programm versichert, doppelt so viele wie noch 2018.

Michael Steel, Leiter der Risikoanalyse-Firma Moody’s RMS, die Modelle anbietet, mit denen Versicherer ihre potenziellen Verluste durch Naturkatastrophen abschätzen können, kritisiert die Branche scharf. Sie dürfe sich nicht aus der Verantwortung stehlen,

Fazit: Die Politik des Nichthörens, Nichtsehens und Nichtsprechens kann nur giftige Früchte tragen. Die seriöse Befassung mit den Klimafolgen für die privaten Haushalte ist nicht schick und nicht grün, sondern ökonomisch geboten. Auch der Haus- und Städtebau muss neu gedacht werden.

E-Mobilität nötig?

Meine Bemerkung:

Seit 10 Jahren mache ich darauf aufmerksam, dass nur mit Methanol  die Klimarettung möglich ist. Der Weg führt über grüne elektrische Energie zum Wasserstoff, zum regenerativem Methanol mit CO2-Gewinnung aus der Atmosphären-Luft.

Was die Mobilität anbelangt, so ist nicht das Batterie schwere Elektro-Auto, sondern das 200 kg leichtere serielle Hybrid-Elektroauto mit einer Kombination aus kleinem Methanol-Verbrennungs-Motor, mit reinem elektromotorischen Antrieb die Lösung. Meine Veröffentlichungen sowohl auf meiner Homepage als auch bei Facebook mit über 100.000 Followern brachten bisher nur den Erfolg, dass sich die österreichische Technologie-Schmiede Obrist sich dem Thema annahm. Sie entwickelte mit einem genialen Lademotor (40 kW, 2 Zylinder) auf der Basis reiner Elektromobilität ein von ihnen genanntes Hyper-Hybrid E-Auto, welches alle meine Voraussagen des physikalisch geringsten Verbrauchs (1,5 l auf 100 km) und ohne eines mechanischen Getriebes und Differenzial 10 Prototypen im Mittelklasse-Sektor. Die Produktionskosten sind etwa im Bereich eines Diesel-PKWs.

Ich selbst bin mit einem Prototypen in den bayrischen Alpen unterwegs gewesen. Bisher erkannte kaum jemand die Chance, die diese Erfindung der Klima neutralen Mobilität bietet. Sogar die in der Welt führende deutsche Automobilindustrie ließ diese Möglichkeit links liegen und verrannte sich in ein Auto, mit dem Elon Musk der Welt weiß machen wollte, welches die Klimarettung bringen würde. Es fiel ihm leicht, weil in Kalifornien mit seinem Smogs in größeren Städten, ebenso wie in China, die Luft so verpestet wurde, dass diese abgasfreie Möglichkeit dafür eine ideale Lösung war. Tesla ist mittlerweile ein Begriff geworden und steht leider mittlerweile für die Elektromobilität. Dem Klimaschutz hat er aber nicht geholfen, doch es gelang ihm, der Welt weiß zu machen, nur so sei ein technischer Fortschritt möglich.

Dass es aber auch ganz anders geht, und zwar mit von Anfang an Co2-neutralem und in der Konsequenz sogar CO2-negativen Antrieb, darauf ist bisher die Automobil-Industrie nicht eingegangen. Dass sogar große Manager dieser Industrie darauf reingefallen sind, das beweist das nachfolgende Interview mit Stefan Hartung, dem CO des größten Automobilzulieferers Bosch.

Weil meine bisherigen Veröffentlichungen diese Meinungen nicht beeinflussen konnten, habe ich mir im honen Alter die Mühe gemacht, ein Buch mit dem Titel ‚Wohlstand und Wirtschaftswachstum ohne Reue‘ zu schreiben, welches den bisherigen Mainstream widerlegt, die individuelle Mobilität für jeder erschwinglich hält und vor allen Dingen die Dritte-Welt-Länder mit einbezieht. Aber noch viel wichtiger, nur so ist eine globale Klimarettung letztlich erfolgreich. Wer glaubt, dies seien Wolkenkuckucksheime, dem empfehle ich mein Buch zu lesen. Es ist in drei Sprachen erschienen und hat zu einem Konsortium von drei einflussreichen Interessenten geführt, Geld zur Verfügung zu stellen, um dieses zu verwirklichen. Die Verträge über ein Grundkapital von 2 Milliarden Euro sind verbindlich abgeschlossen, über die Börse sollen bis zu 10 Milliarden eingesammelt werden, um die technische Realisierung zu verwirklichen. Das heißt, nicht nur den Energie-Bedarf der Mobilität der Zukunft erheblich zu verringern und umweltfreundlicher zu gestalten, sondern auch mit relativ wenig Investitionen in die Infrastruktur zu verwirklichen und unseren gesamten Globus auf regenerative Energien umzustellen, und zwar preiswerter als bisher. Alles, was an CO2-produzierenden fossiler Kohle, Erdöl und Erdgas aus der Erde geholt wurde. Dann stellt sich die Industrie schädliche Dekarbonisierung von selbst ein, ohne staatliche Reglementierung.

Der Schlusssatz meines Buches lautet: ‚Wohlstand allen Ländern, die guten Willens sind und der Vernunft eine Chance geben.‘

So, jetzt lesen Sie zunächst einmal, dass die derzeitige Elektro-Mobilität in eine Sackgasse geraten ist und immer noch an falschen Methoden gedoktert wird, die notwendige Klimarettung zu verwirklichen.

Jean Pütz

Klassische Elektromobilität in der Krise

 

 

Fossile CO2-Emissionen auf neuem Rekordhoch

(pte) – Die 2016 in Paris beschlossenen Klimaziele werden immer unrealistischer. Laut einer neuen Analyse der Universität München im Rahmen des „Global Carbon Projects“ werden sich die fossilen CO2-Emissionen 2023 voraussichtlich auf 36,8 Mrd. Tonnen summieren und ein neues Rekordniveau erreichen. Dieses liegt dann 1,1 Prozent über den Werten von 2022.

Problem Indien und China

Während die fossilen Emissionen in Indien und China anstiegen (plus 8,2 beziehungsweise plus vier Prozent), sanken sie in Europa und den USA (minus 7,4 beziehungsweise minus drei Prozent) und geringfügig auch im Rest der Welt (minus 0,4 Prozent).

Für Europa etwa begründen die Autoren den Rückgang mit dem Ausbau der Erneuerbaren und den Auswirkungen der Energiekrise. Das Wachstum in China sei teilweise auf eine verzögerte Erholung von den Auswirkungen der COVID-bedingten Lockdowns zurückzuführen.

Die Zeit wird immer knapper

Zusammen mit den Emissionen aus der Landnutzung belaufen sich die globalen CO2-Emissionen 2023 auf etwa 40,9 Mrd. Tonnen. Dies ist weit entfernt von den deutlichen Einsparungen, die nötig wären, um die Pariser Klimaziele zu erreichen.

Zwar sei die Schätzung des verbleibenden Kohlenstoffbudgets mit Unsicherheiten behaftet, klar sei aber, dass die Zeit knapp wird: Bei Beibehaltung des aktuellen CO2-Emissionsniveaus könnte das verbleibende Kohlenstoffbudget für eine 50-prozentige Chance, die Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, in sieben Jahren und für 1,7 Grad Celsius in 15 Jahren aufgebraucht sein.

Unser Buch auf der ‚COP28‘ – Beschreibung und Cover in englischer Sprache

  • Der legendäre Wissenschaftsjournalist Jean Pütz skizziert in seinem jüngsten Buch eine globale Methanolwirtschaft: „Energetisch viel besser als Strom und sicherer als reiner Wasserstoff.“
  • Englische Ausgabe anlässlich der COP28 in Dubai: „Prosperity and Economic Growth without Regrets: Climate Rescue Yes – Deindustrialization No”, Jean Pütz with Andreas Dripke, 124 pages, Diplomatic Council Publishing, ISBN 978-3-98674-104-4.

Dubai/VAE, Köln/Deutschland, 27. November 2023 – Der Wissenschaftsjournalist Jean Pütz hat zur UN Climate Change Conference COP28 in Dubai die englische Ausgabe seines jüngsten Buches über eine globale Methanolwirtschaft vorgestellt. Sie trägt den Titel „Prosperity and Economic Growth without Regrets: Climate Rescue Yes – Deindustrialization No” (ISBN 978-3-98674-104-4) und ist im Verlag der UNO-Denkfabrik Diplomatic Council erschienen.

Anlässlich der Präsentation des englischen Buches zur COP28 weist der Autor darauf hin, dass 2022 der Anteil fossiler Energieträger am weltweiten Primärenergieverbrauch bei über 80 Prozent lag – der höchste Anteil seit 2013. Um das von der Internationalen Energieagentur (IEA) vorgegebene Ziel – die Reduzierung von Treibhausgasen bis 2050 auf Netto-Null – zu erreichen, müsste sich, Berechnungen zufolge, der Anteil fossiler Energieträger am weltweiten Primärenergieverbrauch bis dahin auf 40 Prozent halbieren. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), in diesem Jahr das Gastgeberland der UN Climate Change Conference, sind der drittgrößte Exporteur von Erdöl und der siebtgrößte Exporteur von Erdgas. Die VAE haben sich zwar verpflichtet, bis zum Jahr 2050 die Hälfte des eigenen Strombedarfs mit erneuerbaren Energien zu decken. Dennoch werden sie auf absehbarer Zeit ein bedeutender Produzent und Exporteur fossiler Energieträger bleiben.

Grünes Methanol statt fossilem Brennstoff als Weltenergieträger
An diesem Punkt setzt die Kernthese des neuen Buches an, das in deutscher Sprache unter dem Titel „Wohlstand und Wirtschaftswachstum ohne Reue“ (ISBN 978-3-98674-084-9) vorliegt. Sie lautet: Grünes Methanol ist am besten geeignet, fossile Brennstoffe als Weltenergieträger abzulösen. Dazu sollte die Methanolproduktion in sonnenreichen Regionen rund um den Äquator erfolgen. Dort ist die für die Herstellung notwendige Sonnenenergie im Überfluss vorhanden. Da Methanol bei Normal­temperatur flüssig ist, könnte der Transport über die bereits bestehende Infrastruktur erfolgen, die heute für Erdöl genutzt wird: Pipelines, Tankschiffe und Tankwagen bis hin zur Bereitstellung an der Tankstelle in Form von E­‑Fuels. Wie der Herstellungsprozess und die weltweite Verteilung funktionieren könnten, wird in dem zur COP28 international vorgestellten Buch detailliert beschrieben.
Wüssten und brachliegende Flächen, auf denen Solarzellen und Methanolanlagen im großen Stil errichtet werden könnten, gibt es auf der Erde mehr als genug, hat Jean Pütz recherchiert. Die Anlagen könnten weitgehend autark arbeiten, weil der Strom durch Photovoltaik vor Ort erzeugt wird und das für die Methanolproduktion notwendige Wasser, aus dem Wasserstoff hergestellt wird, überall auf der Welt aus der Luft gewonnen werden kann. Der Clou: Dabei wird der Luft Kohlendioxid (CO2) entzogen, so dass die globale Methanolwirtschaft klimaneutral arbeiten würde.

Transformation der Weltwirtschaft zu regenerativer Energie
So zeigt der weltweit renommierte Wissenschaftsjournalist Jean Pütz in seinem neuen Buch einen Weg auf, wie die Weltwirtschaft auf erneuerbare Energien umgestellt werden kann. Sein Credo: Der Umstieg auf regenerative Energieträger wird weltweit nur gelingen, wenn sie kostengünstiger sind als fossile Brennstoffe. Genau das ist bei grünem Methanol der Fall, rechnet er in seinem Buch vor.

Hierbei weist Jean Pütz auf einen wesentlichen Vorteil der von ihm skizzierten Methanolwirtschaft hin: Produzierende Unternehmen können von fossiler auf erneuerbare Energie umsteigen, ohne dass dadurch höhere Kosten entstünden. Damit versteht er seinen Vorschlag auch als Maßnahme gegen die drohende Deindustrialisierung durch Abwanderung energieintensiver Industrien. Das Buch trägt daher den Untertitel „Klimarettung ja – Deindustrialisierung nein!“.

Absage für eine Wasserstoffstrategie
Einer Wasserstoffstrategie erteilt Jean Pütz in seinem Werk eine klare Absage. Wasserstoff, auch „Knallgas“ genannt, sei viel zu gefährlich; die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen für den Transport würden ihn so verteuern, dass er gegenüber fossilen Brennstoffen wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig sei, rechnet Jean Pütz in seinem neuen Buch vor.

Auch andere in Wissenschaft und Energiepolitik diskutierte Energieträger wie Ammoniak nimmt der Wissenschaftsjournalist in seinem Buch unter die Lupe, verwirft sie aber, weil er Methanol für überlegen hält.

E-Fuels besser als E-Autos
Ein eigenes Kapitel widmet Jean Pütz den synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels), die im Grunde nichts anderes sind als grünes Methanol. Statt die eine Milliarde Autos, die mit Verbrennungsmotoren rund um den Globus unterwegs sind, durch batteriebetriebene Elektroautos zu ersetzen, sei es klima-, umwelt- und sozialverträglicher, die bestehende Fahrzeugflotte mit E-Fuels zu betanken. Das Konzept der E-Autos, Strom in schweren Batterien zu speichern und diese ständig mitzuführen, hält Jean Pütz für grundfalsch. Die Energiespeicherung in Batterien sei aus physikalischen Gründen besonders ineffizient: So ist die Energiedichte von grünem Methanol etwa acht- bis zehnmal höher als bei der Stromspeicherung in Batterien.

TV-Legende Jean Pütz beschreibt in seinem Buch präzise das Prinzip eines sogenannten Hyperhybrid-Fahrzeugs, das zwar wie ein E-Auto von einem Elektromotor angetrieben wird, seine Energie aber nicht aus schweren Batterien, sondern aus einem extrem kompakten Verbrennungsmotor bezieht. Wird dieser mit E-Fuels betankt, fährt das Auto CO2-neutral. Das auf der COP28 vorgestellte und im Buch beschriebene Konzept verbindet die Vorteile von Elektro- und Verbrennungsmotor: schnelle Beschleunigung, leises Surren und rasches Tanken statt zeitraubendem Aufladen.

Jean Pütz erzählt in seinem neuen Buch, wie er dieses Konzept schon vor Jahren der Automobilindustrie vorgeschlagen hat. Kein Autohersteller hat es bisher aufgegriffen. Jean Pütz: „Angesichts dieser bereits weit fortgeschrittenen Entwicklung ist es erstaunlich, dass mit Blick auf das Jahr 2024 das reine Elektroauto à la Tesla in der Automobilbranche geradezu als der einzige Weg zur Klimarettung gepriesen wird. Das spricht weder für die Weitsicht der Politik noch für die einst so kreative Innovationskraft der Automobilindustrie.“

Die Solarwelt entsteht – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Ich empfehle den folgenden Artikel, allerdings mit Einschränkungen. Diese ganze Problematik habe ich ausführlich in meinem Facebook -Account beschrieben.  Wenn Sie Interesse haben, hier der Link, den ich vor ca. 6 Wochen gepostet habe. Darin habe ich das genauso beschrieben. Allerdings möchte ich das sonst hervorragende Portal Gabor Steingarts kritisieren:

Es reicht nicht aus, Wirtschaftsfachmann zu sein, Forderungen zu stellen und viel viel Geld zu investieren, wenn sich irgendwo ein Problem auftut. Auch Sachkenntnis ist erforderlich, und zwar ist in diesem Artikel überhaupt nicht die neueste Entwicklung in  der Photovoltaik berücksichtigt. Mit der Silizium-basierten Methode ist China so weit voraus, dass wir nur hinterher hecheln können, egal wieviel Steuergelder geopfert werden. Das wir sich erst dann ändern, wenn die enormen Möglichkeiten einer neuen Technik zu industrieller Perfektion gebracht wird. Diese Technik heißt: Perowskit. Allein im Karlsruher Institut für Technologie ist die Technik soweit fortgeschritten, dass daraus die völlig Silizium-freien und effektiveren Solarpaneele produktionsreif sind. Dies ist eine Chance, Deutschland wieder zum Marktführer zu machen, so fern nicht auch da wieder die Chinesen die Nase vorn haben. Die Zeit drängt, wie heißt es so schön: packen wir es an.

Auf dieser meiner Homepage finden Sie bereits schon bereits unter dem Stichwort ‚Perowskit oder Perowskit-Technologie ausführliche Erklärungen. Was die Wirtschaft anbelangt, empfehle ich Ihnen den folgen Artikel. Schön wäre es, wenn dass funktionieren würde, aber ich setze auf Perowskit.

Jean Pütz

(Pioneer) – Deutschland war einst der glühendste Verfechter der Solarindustrie auf der Welt. Die Symbolfigur dieser Zeit war Ikarus.

  • 2010 wurde jedes zweite Panel, das irgendwo auf dem Erdball produziert wurde, in Deutschland verbaut.
  • Die Zellen, Module und Photovoltaikanlagen dazu stammten – dank üppiger Einspeisevergütungen – größtenteils aus heimischer Produktion.
  • Die Politik hat die Industrie in Geld gebadet.

Doch im grünen Schaumbad lief frühzeitig das Wasser ab. Vor etwa einem Jahrzehnt schloss die damalige schwarz-gelbe Regierung die Fördertöpfe. Billigimporte aus China hatten den Markt geschwemmt und den Staat auf die Bremse treten lassen. Solarworld und andere Firmen gingen pleite. Deren Bosse, Menschen also wie Sonnenkönig Frank Asbeck, saßen plötzlich auf dem Trockenen.

Der abrupte Ausstieg hat die Abhängigkeit von China erhöht. Chinesische Hersteller dominieren den Markt, die Technik und das Exportgeschäft. So wie das fossile Zeitalter eine Abhängigkeit von Russen, Arabern und Amerikanern schuf, beginnt das Solarzeitalter mit einer vergleichbaren Abhängigkeit: Die Sonne gehört zwar allen, aber die Rechnung für die Empfangsgeräte kommt aus China.

Die Bundesregierung drängt nun auf eine Trendwende, spricht von „Freiheitsenergien“ (Christian Lindner) und einer „Technik, die abhebt“ (Robert Habeck). Das Ziel: eine heimische Photovoltaikindustrie soll entstehen – auch als Bollwerk gegen die billige China-Technik.

Unterstützung kommt jetzt von namhaften Wissenschaftlern. In einer Art energiepolitischen Unabhängigkeitserklärung fordern sie mehr Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren Energien – und ein Comeback der Solarindustrie. Zu den Unterzeichnern der Studie („European Power Sovereignty through Renewables by 2030“) gehören renommierte Ökonomen wie Prof. Christian von Hirschhausen von der TU Berlin, DIW-Forscherin Prof. Claudia Kemfert sowie Klimaforscher wie Prof. Jürgen Kropp vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Prof. Hans Joachim Schellnhuber, der dieses Potsdam-Institut einst gegründet hatte.

Ihre Forderungen – die sie in einer Pioneer exklusiv vorliegenden Studie niedergeschrieben haben – sind so eindringlich wie mahnend: Europa müsse bei der Energietechnik unabhängiger werden. Hier die Argumente der lauter werdenden Solar-Fraktion, zu der sich auch Industrielle wie Ex-Volkswagen-Chef Herbert Diess gesellt haben:

Europas Abhängigkeit von fossilen Energien (Öl, Gas, Uran) droht bald von einer solaren Technikabhängigkeit abgelöst zu werden. 2021 kamen knapp 75 Prozent aller weltweit verbauten Solarmodule aus China. Bei den Solarzellen, aus denen die Module gefertigt werden, sind es mehr als 85 Prozent. Und bei Wafern, einem Vorprodukt der Zellen, stammen fast 97 Prozent aus China.

Ohne ehrgeizige Pläne zur Revitalisierung der eigenen Industrien, so der Tenor der Wissenschaftler in der von der Investmentgesellschaft Aquila Group finanzierten Studie, gebe es eine „nicht-negierbare Wahrscheinlichkeit, dass die Energieabhängigkeit bei russischem Gas von einer chinesischen Industrieabhängigkeit abgelöst wird“.

Gewonnen wäre dadurch nichts. Europas Billigenergieimporte würden nur neu etikettiert: aus Exporteur Putin wird Exporteur Xi.

Europa hat es selbst in der Hand, die Abhängigkeit zu reduzieren. Wirtschaftsminister Robert Habeck hat dazu gerade einen Aufruf gestartet: Unternehmen, die Solarzellen, Module und Photovoltaikanlagen wieder in Deutschland produzieren wollen, sollen sich melden. Die Resonanz sei überwältigend, heißt es aus dem Ministerium.

Einer der Interessenten ist Peter Pauli. Der Schweizer ist CEO der deutschen Firma Solar Foundry. Er hatte Europa „eigentlich schon abgeschrieben“. Die EU sei „zu fragmentiert und kompliziert“. Die USA würden bessere Bedingungen zum Aufbau einer Fabrik für Solartechnik bieten. Doch in Europa spüre er nun wieder eine Aufbruchstimmung.

Paulis Konsortium rund um die Solar Foundry plant eine Pilotfabrik mit einer Produktionskapazität von fünf Gigawatt für Zellen, Module und Solaranlagen in Deutschland – die gesamte Wertschöpfungskette. Die von ihnen angewendete Technik sei dreimal produktiver als der herkömmliche Standard. Die pro Jahr produzierten Paneele würden sich theoretisch über 25 Quadratkilometer Fläche verteilen. Das sei „erst der Anfang“, sagt Pauli.

Auch Herbert Diess, Ex-Chef des Volkswagen-Konzerns, hält das für möglich. Der Ex-Automanager will mithelfen, die Solarindustrie nach Europa zurückzuholen. Es gebe „eine sehr wettbewerbsfähige Forschungslandschaft“ und „eine starke Werkzeugmaschinenindustrie“, sagt er. „Wir haben noch eine Basis.“ Nun bedürfe es „eines großen Programms, um die Industrie zum Leben zu erwecken“, sagte er.

Die solare Wiederaufforstung hat ein Preisschild. Ohne Subventionen wird kein Unternehmen hierzulande investieren. Auch Pauli nicht. Sein Konsortium plant Investitionen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro: „Meine Benchmark sind die USA“, sagt er. Dort werde jeder Dollar in die Solarindustrie mit dem Faktor 1,5 bezuschusst.

Die Studie der Klimawissenschaftler hat die Kosten dieser Solaroffensive ermittelt: Um die komplette Energieunabhängigkeit in Europa bis 2030 zu erreichen, seien europaweit 140 Milliarden Euro pro Jahr nötig, sagen Schellnhuber und Co. Danach würden die Ausgaben auf rund 100 Milliarden Euro pro Jahr sinken. Gut ein Fünftel der Ausgaben fielen anfangs auf Photovoltaikanlagen, der solare Anteil steige dann mit den Jahren. Das ist viel Geld.

Aber: Die gestiegenen Strompreise im Zuge des Ukraine-Krieges haben die Konsumenten fast 800 Milliarden Euro gekostet, sagt die Studie.

Fazit: Man muss nicht allen Argumenten der Klimaforscher zustimmen, zumal viele von ihnen auch als Aktivisten der Klimaschutzbewegung unterwegs sind. Doch Herbert Diess und andere, die zu den Rationalisten gehören, sind unverdächtig. Ihre Euphorie ist unternehmerisch grundiert, nicht aktivistisch.

Flexbonus soll Solarstrom-Spitzen nutzbar machen

(Pioneer) – Das Energie-Think-Tank Energy Brainpool hat in einer Analyse für den Solaranlagen-Installateur Enpal ein Instrument entwickelt, mit dem die aktuell hohen Einspeisespitzen von Solaranlagen etwa zur Mittagszeit an Sonnentagen nutzbar gemacht werden könnten.

Die Autoren schlagen in der Untersuchung, die unserem Kollegen Thorsten Denkler vorliegt, einen sogenannten Flexbonus vor. Damit soll die Einspeisung von überschüssigem PV-Strom in private Speicher gefördert werden.

Im Idealfall würden die Speicher einmal am Tag über den Eigenverbrauch geleert. Und dann in der Zeit der Einspeisespitze wieder aufgefüllt.

Nach Ansicht der Autoren könne ein solcher Flexbonus dazu führen, dass weniger Solarstrom ungenutzt bleibt.

Bisher müssen Solaranlagen vom Netz genommen werden, wenn um die Mittagszeit herum zu viel Solarstrom produziert wird.

Die Studie finden Sie hier

Neue Lösung revolutioniert – CO2-Recycling aus Abgasen

(pte)-Forscher des Oak Ridge National Laboratory (ORNL) haben eine Lösung für das größte Problem des Einfangs von CO2 aus den Rauchgasen von Kraftwerken oder aus der Luft gefunden: Die Abtrennung des CO2 aus der Waschflüssigkeit, die das Klimagas herausfiltert.

Das geschieht bisher durch Erwärmung der Flüssigkeit, die ab einer bestimmten Temperatur das CO2 wieder freigibt, sodass es eingefangen und eingelagert werden kann, womit das Gas dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt wird. Beim CO2-Einfang aus der Luft kann das Klimagas auch zur Herstellung klimaneutraler Kraftstoffe genutzt werden. Die Erhitzung ist jedoch so energieintensiv, dass sie nicht den Hauch einer Chance hat, wirtschaftlich zu werden.

„Fänger“ wird durch Licht sauer
Die neue Methode des Chemikers Yingzhong Ma und seinem Team nutzt Licht, um das CO2 aus der Lösung freizusetzen. Die ORNL-Forscher setzen eine CO2-Einfangflüssigkeit ein, die saurer wird, wenn sie mit sichtbarem oder ultraviolettem Licht beschienen wird. Dann macht sich ein Teil der Moleküle, aus denen die Flüssigkeit besteht, auf die Wanderschaft.

Sie beschreibt einen Halbkreis um den Rest des Moleküls und fixiert sich am neuen Standort. Dabei wird ein Proton, also der Kern eines Wasserstoffatoms, frei, das den pH-Wert absenkt. Die Flüssigkeit wird saurer. Letztlich entsteht Kohlensäure, die Limonaden und Mineralwasser prickelnde Eigenschaften verleihen. Letztlich verlässt das CO2 die Kohlensäure, sodass sie eingefangen werden kann.

Mit Sonnenlicht statt Solarwärme
„Wir haben den Weg für photochemisch gesteuerte Ansätze zur CO2-Freisetzung und Sorptionsregeneration mithilfe von Sonnenlicht freigemacht“, so der zum Team gehörende Chemiker Uvinduni Premadasa. Zwar hat es auch schon Versuche gegeben, CO2 aus einem Sorbens mit solarer Wärme auszutreiben und so die Energiekosten zu senken. Doch der Aufwand ist zu groß. Sonnenlicht lässt sich dagegen ohne sonderlichen technischen Aufwand nutzen.

NEURALINK – Elon Musk kommerzialisiert das Gehirn – Mit einer Einleitung von Jean Pütz

Elon Musk, der von mir so genannte geniale Scharlatan, versucht mit seinem virtuellen Hunderten von Milliarden Dollar die westliche kapitalistische Welt nach und nach zu beherrschen. Zunächst hat er mit seinen genialen PR-Methoden der automobilen Welt weiß gemacht, seinem batterie-schweren Elektro-Auto gehöre die Zukunft und hat sogar erreicht, dass die deutsche Automobil-Industrie eine Art Selbstmord betreibt, indem sie voll auf seine Einflüsterungen eingegangen ist. Sie war Weltmarktführer in der Qualität von Verbrenner-Autos, und rangiert jetzt schon unter ‚ferner liefen‘. Sie erzielt zwar immer noch eine ansehnliche Rendite, doch nicht mit den E-Autos, sondern mit SUVs Marke Volkswagen, Audi, BMW und Daimler. Aber wenn die Welt sich weiterhin von Elon Musk bezirzen lässt, in dem der Glaube geführt wird, diese speziellen Elektroautos könnten das Klima retten, dann ist dieses letzte Aufbäumen der Verbrenner ein Pyrrhussieg. Die Automobil-Industrie hat bisher den Ruf extremer Qualität und war verantwortlich dafür, dass Deutschland Jahrzehntelang als Export-Weltmeister fungierte. Keiner hat gemerkt, dass davon unser extremer Wohlstand und die Marke ‚Made in Germany‘ weltweit abhängig war. Ich sage voraus, mit einer Zeitverzögerung von fünf Jahren ist alles futsch. Dabei hatte das alles nichts mit Klimaschutz zu tun, denn Elon Musks Elektroauto und vergleichbare Konkurrenten haben eine Ökobilanz, die sogar noch schlechter ist als bei manchem Verbrenner.

Weil auch die Politiker das nicht begriffen haben, hat unser Staat Hunderte Milliarden von Euros der Automobil-Industrie sinnlos nachgeworfen. Beteiligt daran sind auch kalifornische Klimafonds. Sie haben auch unsere NYOs und Klimaaktivisten gefördert, so dass sie die öffentliche Meinung in eine Richtung getrieben haben, die dem Klima nicht hilft, aber Deutschland enorm schädigt. Auf das Automobil bezogen wurde erreicht, dass der größte Konkurrent der Industrie in den USA weggefegt wurde. Ich bin sicher, dass Musk die spezielle psychologische Abhängigkeit der Deutschen für solche Theorien einkalkuliert hat. Seine geschickten Verlockungen der Brandenburger Regierung, gegen jegliche Ökologie eine Tesla-Fabrik zu errichten, trotz Wassermangel und Frevel an der Natur, sprechen Bände. Viele Versprechungen wurden nicht gehalten, sein E-Auto hat nur deswegen in Deutschland eine Chance, weil die Bundesregierung den Verkauf zunächst mit 9.000,00 € und ab diesem Jahr immer noch mit 6.000,00 €  Zuschuss unterstützt.

Dabei existieren 8 Prototypen eines E-Autos nach der Methode serielles Hybrid, welches von vornherein klimaneutral fahren kann, mit geringstem Energie-Verbrauch, egal ob elektrisch oder flüssig in Form von regenerativem Treibstoff, das sogar preiswerter produziert werden kann als heutige Verbrenner. Also kein Auto nur für reiche Bürger, sondern für jedermann mit kleinem Geldbeutel, welches auch die vielen Investitionen in die Infrastruktur für stromfressende öffentliche und private Ladesäulen unnötig macht. Musk ist für diese Entwicklung mit verantwortlich.

Auch der Eroberung des Weltraums hat er sich mit seinen ‚SpaceX-Raketen‘, die durchaus erfolgreich sind, weil er ja über Milliarden von Dollar verfügt – oder geliehen hat – verschrieben. Allerdings mit den fossilen Energien, die pro Flug erforderlich sind,  können ganze Städte mit Energie versorgt werden. Ein Zeichen dafür, dass ihm die Klimarettung schnuppe ist. Hauptsache er beeindruckt die Welt, um sie noch besser zu manipulieren.

Und jetzt hat er ein Projekt gestartet, welches in frei nach Goethes Faust zu Zauberlehrling werden lässt. Ob er die Geister, die er da ruft, beherrschen kann, ist die Frage. Er will seine Macht auf das menschliche Gehirn ausüben. Wenn Sie mich fragen, ist das der Albtraum, der selbst die Science Fiction-Forscher erschüttert.

Mit meiner Kritik an Musk bin ich nicht allein. Das meiner Meinung nach objektivste Nachrichten-Portal Deutschlands hat sich mit dem Problem Musk ausführlich beschäftigt. Klicken Sie dazu auf den folgenden Link

Wenn Sie noch Lust haben und neugierig geworden sind auf das, was sich Musk im Zugriff auf unser Gehirn ausgedacht hat, lesen Sie folgenden Kommentar, ebenfalls vom Nachrichten-Portal Gabor Steingards:

 

(Pioneer) – In diesem Sommer konnte Milliardär Elon Musk einen überaus prominenten Investor für sein Neurotechnologie-Startup Neuralink gewinnen: Peter Thiel, den er schon seit den Gründungszeiten von PayPal kennt –mittlerweile ebenfalls Milliardär.

Der US-Investor mit deutschen Wurzeln hat sich über einen seiner Fonds mit 280 Millionen Dollar an einer Finanzierungsrunde von Neuralink beteiligt. Und das wird vermutlich nur der Anfang sein, wenn Neuralink wie geplant bis zum Jahresende Erfolge präsentieren kann.

Das Ziel der Firma ist die Entwicklung eines Gehirn-Implantats mit medizinischem Nutzen. Querschnittslähmungen, Blindheit, Parkinson und Alzheimer sollen damit de facto heilbar werden. Elektronische Sensoren könnten künftig mittels Neuralink verloren gegangene oder fehlende Körperfunktionen ersetzen. Das Implantat ist der Mittler zwischen künstlichen Sinnesorganen und den Nervenzellen des Trägers.

Das Fernziel ist jedoch ein anderes, nämlich diese Implantate bei Gesunden einzusetzen – aber mit einem anderen Zweck: Die Fähigkeiten des Gehirns sollen so erweitert werden, dass sie zunehmend Computern ähneln. Der Mensch soll in die Lage versetzt werden, Fremdsprachen übersetzen zu können oder Texte zu diktieren ohne sie aussprechen zu müssen.

Was Startups wie Neuralink bei großen Finanzierungsrunden in den USA gelingt, davon können deutsche Gründer oft nur träumen. Im internationalen Vergleich ist kaum Geld für große Finanzierungsrunden da und die Bürokratie erschwert die Gründungen der Startups.

Klimaschutz für Realisten – ohne Dekarbonisierung?

(The Pioneer) – Die Erde erwärmt sich, ungeachtet der Pläne von Politik und Wirtschaft. Das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken, darf angesichts des Booms der fossilen Energien und des ständigen Zubaus neuer Kohle- und Gaskraftwerke als gescheitert gelten. Die Schäden belaufen sich schon jetzt auf Milliardenhöhe.

Doch es gibt eine Alternative zu Hysterie und Alarmismus. Diese Alternative hört auf den Namen Klimaanpassung. Damit ist ein Vorgang gemeint, bei dem sich nicht das Klima dem Mensch anpasst, sondern der Mensch dem Klima.

Es geht um den realpolitischen Umgang mit Dürre und anderen Wetterextremen. Die Klimaveränderung wird dabei nicht geleugnet, sondern als bittere Tatsache hingenommen, mit der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft umgehen müssen.

„Klimakatastrophe: Anleitung für Realisten“

heißt die Cover Story, die Luisa Nuhr, Lena Waltle und Clara Meyer-Horn recherchiert und aufgeschrieben haben. Realismus bedeutet in diesem Fall auch Optimismus, weil die Welt eben nicht der Verbrennung überlassen wird, sondern der natürliche Lebensraum von Mensch, Tier und Pflanze verteidigt wird.

 

2017: Pleite von Solarworld

Solarworld: Insolvenz mit Vorlauf
Sechs verlustreiche Jahre

Solarworld sieht sich als Opfer des jahrelangen Drucks aus China. Vor vier Jahren drohte der damals mit einer Milliarde Euro verschuldeten Firma schon einmal die Pleite. Das Eigenkapital nach Rekordverlusten von mehr als 600 Millionen Euro rutschte in den Minusbereich. Damals hatte Asbeck den Konzern gerettet, indem er sich mit den Gläubigern auf einen Schuldenschnitt verständigte. Sie verzichteten auf 60 Prozent ihrer Ansprüche und erhielten dafür Solarworld-Aktien. Für frisches Kapital sorgte ein Investor aus Katar.

Dem Insolvenzantrag gingen in dieser Woche sechs Verlustjahre voraus. Auch 2016 gab es tiefrote Zahlen. Da war der Weltmarktpreis für Solarmodule um rund ein Fünftel abgestürzt. Hintergrund wieder: die starken Überkapazitäten in China. Unternehmenschef Frank Asbeck hatte noch Ende März angekündigt, mit einem scharfen Sparprogramm bis 2019 wieder aus der Verlustzone kommen zu wollen. Mit dem Abbau von 400 Stellen – 300 davon in Deutschland – und zahlreichen Einzelmaßnahmen sollten die Kosten um ein Fünftel gesenkt werden.

Kritiker werfen dem Solarworld-Chef vor, auch hausgemachte Fehler hätten zum Niedergang wesentlich beigetragen. Das Unternehmen habe zu spät – sogar erst zu Beginn dieses Jahres – mit einem Sparprogramm auf die schrumpfenden Erträge reagiert. Da fehlte aber bereits das nötige Geld für einen Umbau: Ende 2016 lag das Eigenkapital der Konzernmutter nur noch bei 2,6 Millionen Euro. Außerdem haben Solarworld geschäftliche Chancen wie die Solarenergie-Beratung oder das Geschäft mit Speicherbatterien liegen lassen.

Weg vom Massenmarkt

Den Weg fort vom Geschäft mit Massenprodukten beschreiten andere deutsche Hersteller inzwischen nämlich recht erfolgreich. Ein Beispiel ist der kleinere Hersteller Solarwatt. 2012 musste das Dresdner Unternehmen mehr als einhundert Mitarbeiter entlassen und den Betrieb radikal umkrempeln. Heute, fünf Jahre später, verzeichnete der Solaranlagenhersteller steigende Umsätze, expandierte ins Ausland und stellt Mitarbeiter ein.

„Wir hatten damals die Erkenntnis, dass es kein ‚Weiter so‘ geben kann“, sagt der Chefkoch Detlef Neuhaus. Die Konsequenz: weg vom Massenmarkt für Module und große Solarparks, weg vom förderabhängigen Markt, stattdessen stärkere Konzentration auf Häuslebauer und Verbraucher. „Ein Produkt, das nur dann funktioniert, wenn es staatliche Förderung gibt, ist kein Zukunftsmodell.“

Heute setzt das Unternehmen auf Premiumprodukte und Komplettlösungen für Privathaushalte und Kleingewerbe: Neben Solaranlagen fürs Dach liefert Solarwatt selbst entwickelte Stromspeicher und intelligente Energiesteuerungen. Auch Neuhaus sieht im Massenmarkt keine Chance mehr für europäische Unternehmen, zu stark sei die Billigkonkurrenz aus Asien. „Da ist der Krieg ist seit mindestens drei, vier Jahren verloren.“

„Dies ist ein bitterer Schritt für Solarworld, den Vorstand und die Belegschaft und auch für die Solarindustrie in Deutschland“, ließ Frank Asbeck, Gründer und treibende Kraft von Solarworld, am Donnerstag mitteilen. Selten gab es einen tieferen Fall. Auf dem Höhepunkt des Solarbooms in Deutschland war eine Aktie von Asbecks Unternehmen 7192 Euro wert. Das war vor zehn Jahren. Am Donnerstag landete das Solarworld-Papier nach einem beispiellosen Absturz von um die 60 Prozent auf einem Tief von 68 Cent.

Auf dem Höhepunkt strahlte wahrlich die Sonne im oft wolkenbedeckten Deutschland – damals wurden hierzulande vier Fünftel aller weltweit produzierten Photovoltaikanlagen installiert, die gänzlich umweltfreundlichen Strom aus der Sonne gewinnen sollten. Die Solarwirtschaft war ein großes Pfund für die Energiewende in Deutschland. Und sie wurde gelobt und gefördert, dass die Milliarden nur so flossen. Und einer, der schnell erkannte, was es da zu holen gab, war: Frank Asbeck.

Die Bundesregierung verpflichtet seinerzeit die Verbraucher in Deutschland per Gesetz dazu, den Produzenten von Solarenergie eine sogenannte Einspeisevergütung zu zahlen. Es war die höchste weltweit. Die Besitzer von Solaranlagen ließen die Sonne Strom produzieren, speisten den in die Energienetze ein, und sie gründeten von garantierten, hohen Abnahmepreisen. In dieser Blütezeit der Branche unterstützen die Solarpioniere ihrerseits auch noch von großzügiger Förderung der Bundesländer für den Bau immer neuer Fabriken. Durch öffentliche Gelder unterstützt setzt sich eine neue Technologie durch, hergestellt in Deutschland.

Erfolg durch millionenschwere Förderung

Unter den Pionieren war Frank Asbeck mit seiner Solarworld einer der ersten und einflussreichsten. Gegründet wurde das Unternehmen 1999 und produzierte zuletzt mit rund 3300 Mitarbeitern, hauptsächlich in Deutschland und den USA. Mehr als hundert Millionen Euro an direkter Förderung erhielt der Solarpionier über die Jahre. Zwischenzeitlich strotzte der Konzern derart vor Selbstbewusstsein, dass Asbeck ankündigte, man wolle den deutschen Autobauer Opel, als dieser auf dem Sterbebett lag, übernehmen. Das war 2008. Mitte des Jahrzehnts hatte das deutsche Erneuerbare-Energie-Gesetz Unternehmen wie Solarworld zu einer kurzen Blüte verholfen.

Wenig später kam der erste Einbruch. Nicht zuletzt hatte die chinesische Konkurrenz erkannt, wie viel Geld mit der neuen Solar-Technologie zu verdienen war. Zentral angeschoben und mit jeder Menge Staatskapital wurden in China gigantische Produktionskapazitäten aus dem Boden gestempelt. Chinesische Billigprodukte überschwemmten den Weltmarkt, viele deutsche Produzenten hatten kaum eine Chance.

Gleichzeitig endete in Deutschland die großzügige Förderpraxis für die neue Technologie. Reihenweise mussten Solar-Betriebe der ersten Stunde schließen. Vor allem in Ostdeutschland, wo die Branche besonders wichtig war: Mit Firmen wie Odersun, Ersol, Q-cells oder FirstSolar verloren Tausende Beschäftigte ihre Arbeit. Die Branche reagierte, aber sie reagierte weniger mit Innovation als mit dem Ruf nach Schutz vor, wie sie es sah, unlauterer Konkurrenz.

Chinesisches Dumping

Mitte dieser Woche wiederholte ein Sprecher der Branchenvereinigung EU ProSun die mittlerweile alten Vorwürfe gegen China: „Seit nunmehr fünf Jahren beklagen wir in der EU massives Dumping chinesischer Solarhersteller. Über 100 Insolvenzen und Werksschließungen mussten wir in der europäischen Solarindustrie verzeichnen“, erklärte Verbandspräsident Milan Nitzschke am Mittwoch. „Chinesische Staatsbanken haben inzwischen einen dreistelligen Milliardenbetrag in eine Produktionskapazität gesteckt, mit der das Land allein den weltweiten Bedarf 1,3 mal decken kann.“

Europa zuerst – Der Trump-Faktor

Nitzschke äußerte sich ganz im Sinne von Solarworld-Chef Asbeck, der in den Billigpreisen der chinesischen Konkurrenz die Hauptursache für die eigene Pleite sieht: „Solarworld hat in den USA und in Europa den Kampf gegen illegales Preisdumping angeführt. Dieses Dumping hat jetzt jedoch erneut angenommen.“ „, so Asbeck in seiner neuesten Stellungnahme.

Tatsächlich erließ die Europäische Union nicht zuletzt auf Betreiben von Asbeck und anderen Branchengrößen Ende 2013 EU-Schutzzölle gegen Dumping-Angebote aus China. Allzu viel halb das nicht. Eine Stellungnahme des Europäischen Amts für Betrugsbekämpfung (Olaf) gegenüber dem „Handelsblatt“ spricht da Bände: „Wir können bestätigen, dass wir derzeit 15 laufende Untersuchungen in Bezug auf die Umgehung von Anti-Dumping und Ausgleichszöllen auf Solarpaneele aus China durchführen.“ Durch Schmuggel und allerlei Tricks werden die Schutzzölle umgangen. Allein zehn Deutsche und Chinesen sollen dabei laut „Handelsblatt“ 110 Millionen Euro an Zollgebühren und Steuern hinterzogen haben.