Archiv der Kategorie: Ernährung Genussmittel

Süßstoff und Gesundheit – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Das Ergebnis dieser Forschung habe ich persönlich für mich schon seit 50 Jahren vorausgesehen. Nicht umsonst habe ich einen Süßstoff entwickelt, der ohne Risiken Zucken ersetzt und gleichzeitig im Geschmack zu Zucker nicht zu unterscheiden ist. Wir haben es früher in der „Leitsüß“ genannt. Vor allen Dingen haben wir Wert darauf gelegt, dass die Tablette sich auch in kalten Flüssigkeiten auflöst. 70% dieses Süßstoffs beruhen auf sog. Acesulfam vom Darm, der nicht verdaut werden kann und als Ballaststoff den Körper wieder verlässt. Wird er ohne Zusatz verwendet, schmeckt er leicht metallisch. Da Aspartam hitzeempfindlich ist, haben wir für Marmeladen und gekochten Nachtisch ihn mit Zyklamat versetzt und damit einen unnachahmlichen Geschmack erreicht, der von Zucker nicht zu unterscheiden ist.

Ihr Jean Pütz

(pte) – Süßstoffe, die als Zuckerersatz für Geschmack sorgen, aber keine Kalorien enthalten, sollen helfen, schlank zu bleiben. Es gibt aber Studien, die besagen, dass diese Mittel ein Hungergefühl erzeugen, sodass der Schuss nach hinten losgeht. Falsch, sagen Forscher der University of Leeds. Denn Süßstoffe lösen demnach kein Hungergefühl aus und senken zudem den Blutzuckerspiegel, was für Menschen, die Typ-2-Diabetes-gefährdet sind, einen zusätzlichen Vorteil bietet. Das zeigt eine Studie der Forscher zusammen mit Kollegen des Rhône-Alpes Research Center for Human Nutrition.

Vorbeugen gegen Diabetes

Es handelt sich um die jüngste Studie des SWEET-Konsortiums, das sich aus 29 europäischen Forschungs-, Verbraucher- und Industriepartnern zusammensetzt und an der Entwicklung und Überprüfung von Erkenntnissen über die langfristigen Vorteile und potenziellen Risiken der Umstellung auf Süßstoffe arbeitet. Das Projekt wurde von Horizon Europe finanziert, einem Forschungsprogramm der Europäischen Union (EU).

„Die Verringerung des Zuckerkonsums ist zu einem der wichtigsten Ziele der öffentlichen Gesundheit im Kampf gegen die zunehmende Belastung durch fettleibigkeitsbedingte Stoffwechselkrankheiten wie Typ-2-Diabetes geworden. Einfach nur den Zucker aus Lebensmitteln zu verbannen, ohne ihn zu ersetzen, kann sich jedoch negativ auf den Geschmack auswirken oder das Verlangen nach Süßem verstärken, was es schwierig macht, eine zuckerarme Ernährung durchzuhalten“, so Expertin Catherine Gibbons.

Gewicht und Blutzucker

„Unsere Studie liefert entscheidende Beweise, die den täglichen Gebrauch von Süßstoffen und Süßkraftverstärkern zur Kontrolle von Körpergewicht und Blutzucker unterstützen“, sagt Leeds-Studienleiter Graham Finlayson. Das Team hat die Auswirkungen des Verzehrs von Keksen untersucht, die entweder Zucker oder zwei Arten von Süßungsmitteln enthielten: den natürlichen Zuckeraustauschstoff Stevia oder den künstlichen Süßstoff Neotame, auf 53 erwachsene Männer und Frauen mit Übergewicht oder Fettleibigkeit. Die Teilnehmer waren zwischen 18 und 60 Jahre alt.

Die Probanden mussten dreimal zwei Wochen lang eine bestimmte Menge an Keksen essen, die eins der drei Süßungsmittel enthielten. Gemessen wurden unter anderem Glukose- und Insulinwerte. Außerdem sollten die Teilnehmer aufschreiben, wie es um ihr Hungergefühl in den Stunden nach dem Verzehr der Kekse bestellt war. Das Ergebnis: Die Süßstoffe regten den Appetit nicht stärker an als natürlicher Zucker.

Safran – Arzneipflanze 2024 im Einsatz gegen depressive Zustände

(pte) – Alljährlich wählen die Wissenschaftler:innen der Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA) die Arzneipflanze des Jahres. Heuer ist ihre Wahl auf Safran gefallen. Und das aus gutem Grund: Verschiedene unabhängige Studien belegen seine antidepressive Wirkung. Neue Präparate machen sich seine vielversprechenden Effekte zunutze. Sie unterstützen die Frau vor der Periode und während der Menopause.

„Rotes Gold“ – Safran trägt diesen Namen nicht nur als Gewürz, er könnte auch in der Welt der Psychopharmaka so bezeichnet werden. Denn Safran gilt als natürlich wirksames Antidepressivum. Verschiedene Studien sowie Meta-Analysen haben die antidepressive Wirkung von Safran bei leichten bis mittelschweren Depressions-Symptomen belegt.(1-2) Die Arzneipflanze zeigt sich gegen Placebo signifikant überlegen und namhaften synthetischen Antidepressiva als ebenbürtig. Als Arzneipflanze hat Safran bereits eine lange Tradition bei Regelbeschwerden und Verstimmungszuständen. Schon in der Antike wurde er zu deren Linderung als Heilpflanze eingesetzt. Heute weiß man, dass vor allem Crocine und der Aromastoff Safranal für seine Wirkung verantwortlich sind. Safran wirkt nicht nur stimmungsaufhellend und beruhigend, sondern ebenso entkrampfend, entzündungshemmend und neuroprotektiv. Er verbessert außerdem die Gehirnleistung, stärkt die Konzentration und ist dabei gut verträglich.

Safran als idealer Begleiter bei PMS und während der Wechseljahre

Kein Wunder, dass Safran als vielversprechende Option in der natürlichen Behandlung depressiver Verstimmungszustände sowie als idealer Wegbegleiter bei PMS (prämenstruelles Syndrom) oder in der Menopause eingesetzt wird. Gemeinsam mit Mönchspfeffer, Vitamin B6 und C, sowie Chrom, Eisen und Magnesium trägt Safran im neuen Produkt Safralind® PRE DAYS zum Wohlbefinden vor der Menstruation sowie zur emotionalen Balance vor der Periode bei.(3) Der standardisierte Extrakt (Affron®) kommt darüber hinaus auch bei Wechselbeschwerden zum Einsatz. Im Präparat Safralind® MENO sorgt er für Entspannung und hilft, eine gute Stimmung aufrecht zu erhalten. Gemeinsam mit der bewährten Arzneipflanze Salbei, sowie den Vitaminen B6, D3 und speziellen Mineralstoffen, leistet Safran so einen völlig hormonfreien, wertvollen Beitrag zum seelischen und körperlichen Gleichgewicht während der Menopause

 

Fairer Handel für Entwicklungsländer immer wichtiger

Die Idee von Fairtrade startete in Köln. Es war vor allen Dingen Dieter Overath, der langjährige Vorsitzende, der mich als verantwortlicher Redakteur im Fernsehen des WDR für Naturwissenschaft und Technik und Verbraucherfragen auf die extreme Armut vieler Kolonialwaren-Produzenten aus den Entwicklungsländern aufmerksam machte. Irgend etwas im Handel mit diesen Ländern musste schief laufen. Es waren vor allen Dingen Börsen-notierte Lebensmittel-Großkonzerne, die den Bauern ihren verdienten Lohn vorenthielten. Mit dem beliebten Kaffee begann die Initiative. Kaffee, dieses ursprüngliche Luxusprodukt, welches ich in Nachkriegszeiten noch als Muckefuck kennen gelernt habe, also Kaffee-Ersatz aus geröstetem Getreide. Aber unser Luxus ging und geht immer noch auf Kosten der Menschen in der 3. Welt.

Diese Tatsache musste jeden kritischen Journalisten aufrütteln. Also machte ich mich auf den Weg nach Costa Rica und lernte zunächst viel über den Kaffee, woher er kam, welche Sorten es gibt, welche Kunst darin besteht, ihn zu rösten. Die roten kirschenroten Früchte der Kaffee-Pflanze, meist auf steilen Berghängen angebaut, mussten mit viel Mühe gepflückt werden. Dann wurden sie einem Fermentations-Prozess (Gährung) unterworfen. Das Fruchtfleisch war aber nicht das Ziel wie z. B. bei unseren Kirschen, sondern die Kerne. Diese ließen sich dann vom Fruchtfleisch entfernen, wurden getrocknet und bildeten dann den Rohkaffee. Aber die armen Kaffeebauern hatten keine Möglichkeit, diesen Prozess selbst in die Hand zu nehmen.

Ich erinnere mich noch gut an die mit roten Kaffee-Kirschen voll gepackten Kaffeesäcke am Straßenrand. Um ihre Familien zu ernähren brauchten die Bauern dringend Geld. Das nutzen die Konzerne aus und boten ihnen einen Minimalpreis für den Sack. Fairtrade wollte dieser erzwungenen Verkaufsmethode entgegenwirken. Die Organisation sorgte dafür, dass es möglich wurde, dass die Bauern sich zu Cooperativen zusammen schlossen, diese Aufbereitung zu Kaffeebohnen selbst übernahmen. Fairtrade garantierte einen fairen Preis, offenbar war das langfristig von Erfolg gekrönt.

Später kamen dann viele andere Produkte hinzu, alles, was früher unter Kolonialwaren lief. Allein schon dieser Begriff beweist, dass sie durch Ausbeutung der Kolonien – teils mit Sklavenarbeit – in Europa das Warenangebot vermehrten, aber meist für die hiesigen Reichen.

Auch die Elfenbeinküste habe ich diesbezüglich besucht und fand die gleichen Armutsstrukturen vor wie in Costa Rica. Die Bauern der Elfenbeinküste allerdings bauen vorwiegend Kakao, Bananen und Zitrusfrüchte an, insbesondere die Bergamotte-Frucht, eine Art grüne Mini-Orange. Diese sind in der europäischen Parfum-Fabrikation sehr begehrt. Im Kölnischwasser ist ein hoher Anteil aus dem aus den Bergamotte-Fruchten enthaltenen Ölen enthalten und bestimmen den Duft. Während der faire Handel mit Kakao und Bananen große Erfolge gebracht haben, ist die Bergamotte noch nicht in dieses Sortiment mit einbezogen. Darüber ließe sich nachdenken.

Nachfolgend eine Pressemitteilung des TransFair e. V.

Ihr Jean Pütz

Köln/Bonn 29. Juli 2021: Fairtrade-Kakaobäuerinnen und -bauern im westafrikanischen Côte d’Ivoire haben ihr Einkommen in den letzten Jahren um 85 Prozent gesteigert. Der Anteil derer, die in extremer Armut leben, sank deutlich. Das zeigen Ergebnisse einer aktuellen Studie. Durchschnittlich lag das jährliche Haushaltseinkommen einer Kakaobauernfamilie 2020/2021 demnach bei 4.937 USD und damit 85 Prozent höher als im Untersuchungszeitraum der Vergleichsstudie von 2016/2017.

Diversifizierung und höhere Kakao-Einnahmen

Das Einkommenswachstum ist einerseits auf höhere Einnahmen aus dem Kakaoverkauf zurückzuführen, andererseits darauf, dass Einkünfte diversifiziert wurden. Daddurch sind Geld und Sachleistungen aus anderen Bereichen als dem Kakaoanbau in die Haushaltskassen geflossen.
Ein beträchtlicher Anteil der untersuchten ivorischen Kakaobäuerinnen und -bauern hat so die Grenze der extremen Armut überwunden: 61 Prozent der in der Studie untersuchten Bauernhaushalte leben oberhalb der extremen Armutsgrenze. Im Vergleichszeitraum 2016/17 waren es 42 Prozent.

Preisdruck, Produktion, Produktnachfrage: „Es gibt noch viel mehr zu tun“

„Dass die Haushaltseinkommen gestiegen sind, ist eine gute Nachricht für die Fairtrade-Haushalte in diesen schwierigen Zeiten. Dennoch gibt es immer noch viel zu viele Kakaobäuerinnen und -bauern, die kein existenzsicherndes Einkommen erzielen“, erklärt Jon Walker, Kakao-Experte bei Fairtrade. „Angesichts des anhaltenden Preisdrucks, der hohen Produktion und der gedämpften weltweiten Nachfrage sollten Markenhersteller und Einzelhändler deshalb aktiv werden: Durch langfristige Verträge, stabile Preise und programmatische Unterstützung, die Effizienz und Diversifizierung der Farmen voranbringt, können wir weitere Fortschritte für existenzsichernde Einkommen erzielen. Es gibt noch viel mehr zu tun“.

Höherer Mindestpreis für Kakao zeigt Wirkung

Die Studie „Cocoa Farmer Income“ wurde von Fairtrade beauftragt und durch das niederländische Impact Institute durchgeführt. Für die Studie wurden 384 Bäuerinnen und Bauern aus 16 Fairtrade-zertifizierten Kakao-Kooperativen befragt, um Verbesserungen und Veränderungen zu messen, die seit 2016/17 stattgefunden haben – unter anderem bei der Haushaltsgröße, dem Kakaoertrag und der Diversifizierung im Anbau.
Die damalige Studie führte dazu, dass der Fairtrade-Mindestpreis und die Prämie um 20 Prozent angehoben wurden (gültig seit Oktober 2019). Fairtrade ist das einzige Zertifizierungssystem mit einem festgelegten Mindestpreis, der als Sicherheitsnetz dient, wenn die Marktpreise fallen.

Höhere Fairtrade-Verkäufe würden die Einkommen weiter steigern

In einer zweiten Forschungsfrage zeigt die Studie anhand der Befragung von 482 Farmen in 20 Kooperativen außerdem, dass weitere Einkommenssteigerungen möglich wären, würde Fairtrade stärker nachgefragt. So könnten die durchschnittlichen Haushaltseinkommen um weitere neun Prozent steigen, wenn die Kleinbäuerinnen und -bauern ihre gesamte Kakaomengen unter Fairtrade-Bedingungen verkauften könnten. Noch deutlicher sähe die Einkommenssteigerung aus, würde für den Kakao der freiwillige Referenzpreis für existenzsichernde Einkommen gezahlt, der Fairtrade-Living-Income-Reference-Preis – der höher liegt als der Mindestpreis. Der „Best Case“: Nahezu alle Haushalte würden die Armutsgrenze hinter sich lassen, würden sie eine Produktionsmenge von 800 kg pro Hektar erreichen und dafür den Referenzpreis erhalten, so die Modellrechnung der Forschenden.

Existenzsichernde Einkommen – für eine sichere Zukunft für Mensch und Umwelt

Fairtrade setzt sich seit langem für ein existenzsicherndes Einkommen für Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Beschäftigte in Ländern des globalen Südens ein. Definiert wird dieses „Living Income“ als ein Einkommen, das allen Haushaltsmitgliedern einen angemessenen Lebensstandard ermöglicht, einschließlich einer ausgewogenen Ernährung, sauberem Wasser, angemessenem Wohnraum, Bildung, Gesundheitsfürsorge und anderer grundlegender Bedürfnisse. Für Fairtrade ist ein existenzsicherndes Einkommen von entscheidender Bedeutung, um die nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen.

Engagiert: Partner beteiligen sich an Living Income Projekten

Verschiedene Partner arbeiten bereits mit Fairtrade in Living-Income Projekten zusammen – darunter unter anderem Tony’s Chocolonely, Rewe mit der Very Fair-Schokolade, Lidl mit Way2Go und Aldi mit Choco Changer

Echtheit von Honig prüfen

Als Jungimker, der seit vier Jahren mittlerweile fünf Bienenstöcke unterhält, bin ich an diesem Thema sehr interessiert. Es ist ja verblüffend, das Honig auf so viele Arten verfälscht werden kann. Für mich gilt zur Zeit das Sprichwort: Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln. Ich gestehe, dass ich mir das komplette Wissen der Imker zwar nach und nach angeeignet habe, aber bin immer noch angewiesen auf meinen Freund Gerd, den ich den Bienen-König nenne. Mit einem Stock habe ich angefangen, daraus sind mittlerweile fünf geworden, weil es mit gelungen ist, die Bienenschwärme jeweils einzufangen. So ist es verblüffend, dass ich im vorigen Jahr einen garantiert naturreinen Honig mit nur 14% Wassergehalt schleudern konnte. Erlaubt sind Wassergehaltswerte bis 20%, die bei vielen Honigen aus dem Supermarkt nicht immer eingehalten werden. In diesem Jahr ist mir wieder ein Coup gelungen, pro Bienenstock habe ich jetzt in der Frühjahrsernte 16 kg gewinnen können, was wegen der ungünstigen Witterung eine Sensation darstellt und mich an die Spitze der Imker katapultiert. Was meine Bienchen sonst noch an ökologischen Wohltaten verrichten, bleibt dabei unerwähnt.

Übrigens, auch mitten in der Städten kann man sich als Imker erfolgreich betätigen. Zwei meiner Freunde sind da mittlerweile Spezialisten.

Ihr Jean Pütz

(BZfE) – Honig gehört zu den Lebensmitteln, die am häufigsten gefälscht werden. Mit den derzeit gängigen Analysemethoden kann unechter Honig in vielen Fällen nicht sicher entlarvt werden. Daher hat der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) gemeinsam mit dem Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) ein Forschungsprojekt zum Nachweis der Authentizität von Honig gestartet. Ziel ist ein routinetaugliches Analyseverfahren, das die nur in reinem Honig vorkommenden Enzyme und Eiweiße nachweist.

Es gibt viele Wege, Honig zu fälschen. Häufig wird er mit preisgünstigem Zuckersirup gestreckt. Es gibt im Ausland aber auch „Honigfabriken“, die unreifen Honig in industriellem Maßstab konzentrieren und verarbeiten. Pollen können entfernt oder hinzugefügt werden. So entsteht der Eindruck eines natürlichen Honigs. Solche Praktiken sind nach der EU-Honigverordnung nicht erlaubt. Insbesondere extrem günstige Honige stehen in der Kritik, weil von einer geringen Qualität und Fälschungen ausgegangen werden muss.

„Bei der Reifung werden dem Honig von den Bienen besondere, bienentypische Enzyme zugesetzt. In diesem neuen Forschungsprojekt werden Profile dieser natürlichen Enzyme erfasst“, erklärt DBIB-Präsidentin Annette Seehaus-Arnold. Für die Analysen stellen die Imker Blütenhonige von verschiedenen Bienenrassen zur Verfügung. Auf Basis der großen Probenauswahl wird mit Hilfe der Massenspektrometrie eine umfangreiche Referenzliste der nur in reinem Honig vorkommenden Enzyme erstellt. Anhand dieser Liste können honigverarbeitende Betriebe in Zukunft unechten Honig leichter nachweisen. Das neue Analyseverfahren wird Fälschungen von Honig und deren Import zu Niedrigpreisen erschweren, meint der DBIB. Denn die in naturbelassenem Honig vorkommenden Enzyme und ihre speziellen Marker sind im Industrielabor sehr schwierig nachzubauen.

Bedeutung der sekundären Pflanzenstoffe in Gemüse, Früchten, Getreiden und Nüssen, aber auch in Honig und sonstigen Nahrungsmittel völlig unterschätzt – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Leider beginnt die Wissenschaft erst in letzter Zeit, diese sekundären Pflanzenstoffe ins Visier zu nehmen. Die Industrie hat daran wenig Interesse gezeigt, außer in der Werbung, die völlig überzeichnet wird. Gott sei Dank gibt es Industrie-unabhängige Forschungsinstitute.

Ich schlage vor, sich vor allen Dingen eine Substanz einmal vorzunehmen, die meinen Alltag im Alter entscheidend verbessert hat: Hagebuttenpulver, gewonnen aus den Früchten der wilden Rose. von meinem Orthopädie-Professor wurde mir mit 75 Jahren die Prognose eröffnet, dass ich demnächst dringend künstliche Hüft- und Knie-Gelenke bekommen müsste. Auch ein Knie-Operation am Meniskus brachte keine Linderung. Da ich das ablehnte, stellte ich mich darauf ein, Schmerzmittel – insbesondere Ibuprofen – mein Leben lang einnehmen zu müssen.

1. Ich warne dringend davor, Ibuprofen in größeren Mengen einzunehmen, denn nach einigen Monaten bekam ich große Probleme mit meinen Nieren. Mein Internist bescheinigte mir, dass diese kurz vor dem Versagen ständen. Er hatte mit das Schmerzmittel nicht verschrieben, welches ja auch u. a. Entzündungshemmend wirkt. Als ich ihm das beichtete, war der Übeltäter identifiziert. Ich hatte das Glück, dass sich die Nierenschäden wieder völlig zurück bildeten.

Später erfuhr ich, dass auch viele Sportler Ibuprofen  prophylaktisch einnehmen, weil sie glauben, dass dies die Schmerzgrenze erheblich reduziert und dadurch größere Leistungen möglich sind. Mittlerweile sind einige Gerichte mit dem Problem konfrontiert, die Ärzte für die Rezeptverteilung dingfest zu machen. Das ist allerdings sehr schwierig.

2. Ein Freund meinte, ich solle doch einmal das Hagebuttenpulver versuchen, dass hätte ihm geholfen. Als ungläubiger Thomas belächelte ich seinen Rat, fand ich doch nirgends in der Wissenschaft Belege dafür, dass dieses bei Gelenkproblemen helfen würde. Doch notgedrungen versuchte ich es doch. Morgens früh, einen gehäuften Teelöffel fachmännisch produziertes Hagebuttenpulver, eingerührt in meinen täglichen Früchtejoghurt, revolutionierte mein Leben. Nach zwei Monaten war ich schmerzfrei, und das nach fünf Jahren, weil der Körper sich offenbar  nicht daran gewöhnt und die Wirkung nachlässt. In alter Hobbythekmanier suchte ich nach einem verlässlichen Produzenten, denn es kommt nicht nur auf die Qualität der Hagebutten an, sondern ebenso auf die Produktionsmethode. Die Früchte der wilden Rose müssen geöffnet werden, die Kerne von den Juckhärchen entfernt und anschließend Schalen mit Fruchtfleisch und Kernen zu feinem Pulver vermalen werden, ohne Erhitzung.

Ich lernte einen Argentinier kennen, der aus Deutschland heraus seinen Landsleuten in der ärmsten Gegend Argentiniens, in Patagonien, mit einem Entwicklungsprojekt helfen wollte. Wo sollten diese wilden Heckenrosen natürlicher wachsen als in der unbelasteten Pampa? Dort wurde eine Fabrik errichtet, die diese Hagebuttenfrüchte optimal verarbeitet. Inkl. der Pflücker entstanden Arbeitsplätze für über 400 Menschen.

Wie in den früheren Hobbythek-Sendungen, in denen ich solche Projekt öfters startete, wurden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die Produkte sind für jedermann preislich erschwinglich und helfen garantiert allen Beteiligten im Sinne des fairen Handels. Die Online-Firma, zu der ich unmittelbaren Zugang habe: ‚Jean Pütz Produkte‘, an der ich garantiert nicht beteiligt bin, sozusagen als Nachfolgerin der ehemaligen Hobbythek-Zutaten, erklärte sich bereit, dieses Projekt zu unterstützen und bietet dieses Hagebuttenpulver aus Patagonien extrem preiswert an: 500g für knapp unter 12,00 Euro. Damit kann ein normaler Verbraucher drei Monate auskommen.

Übrigens, ich nehme die doppelte Menge, weil der Südwestfunk in einer Sendung Hagebuttenpulver als Super-Food bezeichnet hat, weil es neben den sekundären Pflanzenstoffen einen Vitamin-Cocktail beinhaltet, der offenbar insgesamt das Immunsystem stärkt. Dabei schließe ich den Placeboeffekt aus, denn über die Firma gelang es mir, eine persönliche Forschung zu betreiben. In hunderten von Briefen und vielen Proben, die ich an meine persönlichen Freunde,  gebracht habe, wurde mir mit großer Begeisterung die Wirkung bestätigt. Ein Brief eines Kölner Freundes geht mir nicht aus dem Gedächtnis. Er schrieb mir, dass er enorm von Corona profitiert hätte. Er hatte schon einen Operations-Termin zum künstlichen Ersatz seiner Hüfte. Doch wegen Überbelegung der Intensiv-Station des Krankenhauses wurde dieser Termin auf den Sankt-Nimmerleinstag verlegt. So wie ich, griff er zum Hagebuttenpulver, welches ich ihm gegeben hatte. Jetzt ist er schmerzfrei.

Damit wir uns recht verstehen: Das ist zwar keine Forschung mit wissenschaftlichen Anspruch. Doch bei so vielen Rückmeldungen halte ich es umso dringlicher, dass sich die Forschung dem annimmt. Offenbar ist die heilende Wirkung besonders intensiv bei Arthrose in größeren Gelenken wie Knie, Hüfte, Schulter – leider nicht bei Schmerzen an der Wirbelsäule.

Bitte verstehen Sie diese Meldung nicht als eine Art Hintertür, aber es ist genau das, was mich früher in der Hobbythek als Ratgeber angetrieben hat. Von den vielen Rohstoffen, die ich zur Realisierung der Rezepte empfohlen habe, verdiente ich nie einen Pfennig bzw. Cent. Das wurde sogar gerichtlich bestätigt.

Ihr Jean Pütz

Hier nun ein objektiver Beitrag der Bundeszentrale für Ernährung über die Bedeutung der sekundären Pflanzenstoffe

(BZfE) – Endlich ist der Frühling da. Wenn die Temperaturen allmählich steigen, es länger hell bleibt und überall grünt und sprießt, wächst meist auch die Lust auf frisches saisonales Gemüse und Obst. Passend dazu lockt das erste regionale Frühlingsgemüse auf dem Wochenmarkt, im Supermarkt und bald auch aus dem eigenen Garten. Das Gute daran: Wer jetzt auf Bärlauch, Radieschen, Spinat, Spargel oder Rhabarber setzt, sorgt für Abwechslung und vielfältigen Genuss und tut gleichzeitig seinem Körper Gutes. Denn Gemüse und Obst der Saison liefern neben Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen weitere wertvolle Inhaltstoffe – die sekundären Pflanzenstoffe. Sie stehen für den typischen Duft von Kräutern wie Rosmarin und das herrliche Aroma von Früchten wie Erdbeeren und sind als natürliche Farbstoffe nicht zu übersehen.

Carotinoide beispielsweise färben Lebensmittel orange bis leuchtend rot und Anthocyane kräftig blau-violett. Ihre Wirkung blieb lange Zeit unentdeckt. Mittlerweile haben Wissenschaftler allerdings erkannt, dass sie in vielerlei Hinsicht für unsere Gesundheit wichtig sind.

Es gibt zahlreiche Hinweise, dass sekundäre Pflanzenstoffe unter anderem das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen verringern, den Cholesterinspiegel und Blutdruck senken und das Immunsystem stärken können. Sie helfen vermutlich, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken, Entzündungen zu hemmen und uns vor Bakterien zu schützen.

Rund 10.000 dieser Gesundheitshelfer kommen in unserer Nahrung vor; allerdings sind längst noch nicht alle identifiziert. Enthalten sind sie in Gemüse und Obst sowie in Hülsenfrüchten, Getreide und Nüssen. Wer jetzt bei den kulinarischen Frühlingsboten zugreift und auch sonst gerne farbenfrohe Mahlzeiten genießt, kann gleichzeitig das gesundheitsfördernde Potenzial der sekundären Pflanzenstoffe für sich nutzen.

Welche Gruppen an sekundären Pflanzenstoffen es gibt, in welchen Lebensmitteln sie vorkommen und welche gesundheitlichen Wirkungen ihnen zugeschrieben werden, erfahren Sie in einem neuen Beitrag vom Bundeszentrum für Ernährung.

Vitamin D-Versorgung und Infektionsschutz – Keine Nahrungsergänzung nötig

(BZfE) – Können Vitamin-D-Präparate einer Infektion mit dem Corona-Virus vorbeugen bzw. den Schweregrad der Covid-19-Erkrankung reduzieren? Diese Frage wird derzeit in Fachkreisen diskutiert. Hintergrund: Vitamin D hat nicht nur wichtige Funktionen für den Knochenstoffwechsel, sondern trägt auch zur normalen Funktion des Immunsystems bei. Wissenschaftler vermuten zwar, dass es einen möglichen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Serumspiegel und einem erhöhten Infektionsrisiko bzw. für einen schweren Krankheitsverlauf gibt. Dennoch: Laut einer Fachinformation der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) reichen die Studienergebnisse nicht aus, um einen eindeutigen kausalen Zusammenhang zu erkennen.

Momentan gebe es keine Belege dafür, dass Vitamin D-Präparate bei Personen mit einer adäquaten Versorgung vor einer Infektion mit dem Virus schützen oder den Schweregrad der Erkrankung verringern können. Trotzdem empfiehlt die DGE grundsätzlich eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung. Da der Körper rund 80 bis 90 Prozent des Bedarfs durch die Sonneneinstrahlung in der Haut erhält, sollte man sich regelmäßig im Freien aufhalten. Den Rest sollte man durch Vitamin D-haltige Lebensmittel wie fettreiche Fische (zum Beispiel Hering, Makrele und Lachs) sowie Pilze und Hühnerei zu sich nehmen.

Bereits vor der Pandemie poppt das Thema „Vitamin D“ regelmäßig im Winter auf. Auch wenn dann weniger „Sonnenvitamin“ in der Haut gebildet wird, kann der Körper in den Frühlings- und Sommermonaten in der Regel ausreichend davon „tanken“. Er kann es speichern und in den Wintermonaten davon zehren. Mit Vitamin D angereicherte Lebensmittel wie Fruchtsäfte oder Milch, die immer häufiger in Lebensmittelregalen angeboten werden, sind nicht notwendig. Ebenso wenig wie Nahrungsergänzungsmittel.

Im Zweifel sollte man zunächst ärztlich abklären lassen, ob eine Unterversorgung vorliegt. Denn: Ein dauerhaftes Zuviel durch entsprechende Präparate kann beispielsweise zu Nierensteinen führen. Aufpassen müssen höchstens Risikogruppen wie ältere Menschen, die sich wenig im Freien aufhalten und vollverschleierte Frauen.

Pimpinelle, ein Küchenkraut aus der Versenkung holen – Mit einer Einleitung von Jean Pütz

Die Pimpinelle war ein wichtiger Bestandsteil im Kräutergarten Karls des Großen, der heute noch hinter dem Dom zu Aachen gepflegt wird. In einer der ersten Hobbythek-Sendungen habe dieses Kraut in unserer Kräuter-Suppe: Super-Hobbytheka-Bombastica am Aachener Marktplatz in einem großen Kupferkessel zubereitet und interessierten Schmecklecker kostenlos kredenzt. (lieber Horst, vielleicht findest Du als Hobbythek-Allwissender das Rezept. Ich glaube, da ist Pimpinelle nicht dabei, aber Du kannst es ja hinzufügen)

Auch in meinem persönlichen Kräutergarten, den ich pflege, hat die Pimpinelle einen Ehrenplatz.

Guten Appetit auch mit dem folgenden Rezept:

Jean Pütz

(BZfE) – Die Pimpinelle wird heute kaum noch verwendet. Dabei gehört sie zu den ersten Kräutern, die im Frühling frische Würze ins Essen bringen. Die Pimpinelle hat einen milden bis nussigen Geschmack, der leicht an Gurke erinnert. Am besten wird sie ganz frisch verwendet und roh über die fertigen Speisen gestreut.

Die Pimpinelle gibt Salaten und Dips eine frische Note und harmoniert gut mit der Säure von Essig und Zitrone. Sie lässt sich mit anderen Kräutern kombinieren – etwa im Kräuterquark, in der Kräuterbutter oder in der bekannten „Frankfurter Grünen Soße“. Auch Suppen, Gemüsegerichte und Eierspeisen bekommen mit den zarten Blättchen ein leichtes Gurkenaroma. Sie schmeckt auch im Smoothie oder einer selbst gemachten Kräuterlimonade.

Die Pimpinelle (Sanguisorba minor) hat viele Namen wie Bibernelle, Pimpernelle oder Kleiner Wiesenknopf. Die mehrjährige und winterharte Staude gehört zu den Rosengewächsen. Vom Namen her kann sie mit der Bibernelle aus der Familie der Doldenblütler (Pimpinella saxifraga) verwechselt werden, die sich ebenfalls als Gewürz eignet. Der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) ist Blume des Jahres 2021. Seine Blätter sind weniger würzig und etwas zäher als die seines kleinen Bruders.

Die Pimpinelle hat langstielige Laubblätter aus vielen Fiederblättchen und wird über einen halben Meter hoch. Häufig ist das aromatische Kraut schon sehr früh im Jahr auf Wiesen, an Wegrändern und Böschungen zu finden. Besonders schmackhaft sind die jungen Blätter und zarten Triebspitzen. Die Pimpinelle enthält unter anderem Gerbstoffe, Flavonoide und Vitamin C.

Das Küchenkraut ist als Schnittware oder in Töpfen erhältlich. Es lässt sich aber auch sehr gut im eigenen Garten anpflanzen. Pimpinelle ist pflegeleicht, braucht nur einen sonnigen bis halbschattigen Platz und während des Wachstums viel Wasser.

Biobasierte Kunststoffe

(BZfE) – Verpackungen aus Kunststoff schützen und erhalten die Qualität von Lebensmitteln. Allerdings schadet Plastik auch der Umwelt und der Gesundheit, wenn er vom Menschen unsachgemäß verwendet wird. Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Projekts hat sich die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AÖL) mit Handlungsoptionen zum Einsatz von nachhaltig biobasierten Kunststoffen als Verpackungsmittel für Lebensmittel beschäftigt. Die Ergebnisse sind das „Biokunststofftool“ für Lebensmittelhersteller und ein Sonderthemenheft, das Vorteile und Kritikpunkte in Bezug auf Biokunststoffe beleuchtet.

Kann denn Kunststoff Bio sein? Dafür gibt es keine allgemeingültige Antwort, erklärt die AÖL. Schon allein der Begriff kann für Verwirrung sorgen. Während „Bio“ im Lebensmittelbereich gemäß der EU-Öko-Verordnung für eine bestimmte Produktionsmethode steht, geht es bei Kunststoffen allein um den landwirtschaftlichen Ursprung. Allerdings können biobasierte Kunststoffe nach Ansicht der AÖL eine gute Verpackungslösung für Lebensmittel sein. Dafür müssten die Materialien in der Praxis weiterentwickelt und an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden.

Ein Beispiel sind Drop-In-Biokunststoffe wie Bio-PE (Polyethylen), Bio-PP (Polypropylen) oder Bio-PET (Polyethylenterephthalat). Sie sind nicht biologisch abbaubar. Da sie technisch identisch mit den Kunststoffen aus fossilen Rohstoffen sind, können sie aber in etablierten Systemen recycelt werden. Umweltvorteile sind geringere Kohlendioxidemissionen und ein geringerer Energieverbrauch bei der Herstellung. Als Rohstoffe werden in erster Linie Zuckerrohr und Zuckerrübe genutzt, aber auch Nebenprodukte der Landwirtschaft sind geeignet. „Wenn es gelingt, den Weg des Klimaschutzes und der Ressourcenschonung in Form von Kreislaufwirtschaft ernsthaft zu gehen, dann sehe ich gute Chancen für biobasierte Kunststoffe“, betont Projektleiter Brunhard Kehl. Allerdings bleibt noch die Frage, ob Bio auch für die Verbraucher mit Kunststoff zusammenpasst und die neuen Verpackungen akzeptiert werden.

Das „Biokunststofftool“ bietet Informationen und Entscheidungshilfe für Lebensmittelhersteller, die sich für den Einsatz von biobasierten Kunststoffverpackungen interessieren. Es gibt ein Bewertungssystem für die sechs wesentlichen Stoffgruppen biobasierter Kunststoffe, aber auch Praxisbeispiele, Argumentationshilfen und eine Checkliste für den Entscheidungsprozess.

Heike Kreutz

 

Chlor in Pangasius, Toxine in Schweinemett

(BZfE) – Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) stellte jüngst die Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung 2019 vor. Dieses Monitoring ist ein gemeinsam von Bund und Ländern seit 1995 durchgeführtes systematisches Mess- und Beobachtungsprogramm. Dabei werden Lebensmittel und seit 2010 auch kosmetische Mittel und Bedarfsgegenstände repräsentativ für Deutschland auf gesundheitlich nicht erwünschte Stoffe oder Mikroorganismen untersucht. Im Gegensatz zum Monitoring ist der Bundesweite Überwachungsplan ein risikoorientiertes Überwachungsprogramm. Das heißt, dass die Auswahl der zu untersuchenden Proben und der zu kontrollierenden Betriebe gezielt auf Basis einer Risikoanalyse erfolgt.

Zu den beprobten tierischen Lebensmitteln gehörten im vergangenen Jahr beispielsweise eine Reihe von Fisch und Fischerzeugnissen. Da diese leicht verderbliche Lebensmittel sind, sind bei der Verarbeitung besondere Hygienemaßnahmen erforderlich. So ist es üblich, beim Enthäuten, Ausnehmen oder Filetieren Prozesswasser zu verwenden, dem Desinfektionsmittel zugesetzt werden. Auch alle mit dem Fisch in Kontakt kommenden Flächen oder Schneidegeräte werden in der Regel mit Desinfektionsmitteln gereinigt. Die Mittel enthalten häufig Chlorat oder sogenannte Quartäre Ammoniumverbindungen wie Benzalkoniumchlorid (BAC). Chlorat hemmt die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse. Dies kann besonders bei empfindlichen Personen wie Kindern, Schwangeren oder Personen mit Schilddrüsenfunktionsstörungen unerwünschte gesundheitliche Effekte verursachen. BAC kann zu Reizungen im Magen-Darm-Trakt führen. Etwaige Rückstände müssen daher durch sorgfältiges Nachspülen mit Wasser vom Fisch sowie von den Arbeitsflächen und Schneidegeräten entfernt werden.

Bei den 80 untersuchten Pangasius-Proben wurden bei 79 Prozent Chlorat quantifiziert, 39 Prozent enthielten BAC. Bei zehn Prozent der Proben waren die gemessenen Rückstände an Chlorat (drei Proben) beziehungsweise BAC (fünf Proben) so hoch, dass ein akutes gesundheitliches Risiko beim Verzehr des Pangasius bestand, wie Dr. Georg Schreiber, Leiter der Abteilung „Lebensmittelsicherheit“ im BVL erklärt. Seine Forderung: „Bei der Verarbeitung des Pangasius muss deutlich sorgfältiger gearbeitet werden.“

Im Rahmen des Zoonosen-Monitorings wurden auch 420 Proben Schweinehackfleisch auf Shiga-Toxin bildende E. coli (STEC) untersucht. Das sind Bakterien, die akute Darmentzündungen hervorrufen können. Insbesondere bei Kindern kann eine Infektion mit STEC zu schwerwiegenden Nierenfunktionsstörungen führen. 2019 wurden in 7,4 Prozent der Proben STEC-Keime gefunden. Bei der letzten vergleichbaren Untersuchung zehn Jahre zuvor waren nur 0,8 Prozent der Proben positiv getestet worden. Auch Salmonellen wurden erneut im Hackfleisch nachgewiesen (1,9 Prozent positive Proben). „Die Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass rohes Schweinehackfleisch, wie Mett, kein geeignetes Lebensmittel für empfindliche Verbrauchergruppen ist“, so der Präsident des BVL Friedel Cramer. „Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen sowie Schwangere sollten am besten ganz auf den Verzehr von rohem Hackfleisch verzichten.“

Auch Fälschungen bei Oregano, Verunreinigung von Sahne aus Sahneaufschlagmaschinen mit Desinfektionsmitteln, Blausäure in Aprikosenkernen und vieles andere mehr wurde festgestellt. Die vollständige Übersicht aller seit 1995 untersuchten und in 2021 zu untersuchenden Erzeugnisse kann man auf der Homepage des BVL herunterladen. Prädikat lesenswert.

Rüdiger Lobitz