Archiv der Kategorie: Ernährung Genussmittel

Superfood – mehr Schein als Sein ? Skepsis ist angebracht !

(BZfE) – Der Begriff Superfood existiert zwar schon seit vielen Jahren, hat aber erst in jüngerer Zeit zunehmend an Bedeutung gewonnen. Er ist weder rechtlich geschützt, noch genau definiert. Ganz allgemein versteht man darunter Nahrungsmittel, die sich von anderen Lebensmitteln abheben und aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung besonders förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden sein sollen. Häufig handelt es sich um exotische Pflanzen, wie Moringa, Chiasamen, Açai- oder Gojibeeren, oft in
getrockneter Form, als Püree oder Extrakt. Sie sollen nicht nur leistungsfähiger machen, den Alterungsprozess aufhalten und das Herz stärken – auch vor Krebs sollen diese Alleskönner schützen.

Tatsächlich gibt es experimentelle Studien, die den Nährstoffen von einigen Superfoods positive Eigenschaften bescheinigen. Viele Wissenschaftler sind dennoch kritisch. Denn die Studien wurden nur an Zellen oder Tieren durchgeführt und untersuchen meist nur einzelne Wirkstoffe, nicht aber das Lebensmittel als Ganzes. Dazu Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums: „Einzelne Lebensmittel, die unter »Superfoods«laufen, wie etwa exotische Früchte, können zu einer abwechslungsreichen Ernährung beitragen. Dass sie aber vor Krankheiten wie Krebs schützen können, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage.“ Der Krebsinformationsdienst verfügt über eine umfassende Datenbank, die alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Erkrankung Krebs, zur Vorbeugung, Früherkennung und Therapie enthält. „Wir wüssten, wenn es dazu
aussagekräftige Studienergebnisse gäbe“, so Weg-Remers weiter.

Es gibt auch einheimische Pflanzen mit einem hohen Nähr- und Wirkstoffgehalt, zum Beispiel Beeren, Grünkohl, Rote Bete, Karotten sowie Zwiebeln und Äpfel – sie alle liefern gesundheitsfördernde Nährstoffe. Für ausreichend Ballaststoffe sorgen Vollkornprodukte. Der Vorteil dieser Lebensmittel vor der Haustür: Sie sind oft preiswerter und ihre Herkunft ist nachvollziehbar.

Rüdiger Lobitz

Der Bio-Markt in Deutschland: Vom Nischenmarkt zum normalen Marktsegment

(BZfE) – Welche Bedeutung der Bio-Markt zwischenzeitlich bei uns hat, beleuchtete Jochen Geiger, Geschäftsbereichsleiter ÖKO der Beiselen GmbH in Ulm, anlässlich der Getreidetagung des Verbands der deutschen Getreideverarbeiter und Stärkehersteller (VDGS e.V), die kürzlich in Weihenstephan stattfand.

Demnach legte der Umsatz in Deutschland im vergangenen Jahr im Schnitt um 5,5 Prozent zu. Insbesondere die Discounter und Vollsortimenter des Lebensmitteleinzelhandels steigerten den Umsatz mit ausgeweiteten Sortimenten. Bioprodukte sind kein Nischenmarkt mehr, sondern haben sich zu einem normalen Marktsegment entwickelt.

Nach dem Ökobarometer 2018 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft kaufen Verbraucher Biobrotwaren zu 6 Prozent ausschließlich, zu 25 Prozent häufig und zu 41 Prozent gelegentlich. Bei Trockenwaren (Mehl, Nudeln, Reis) aus ökologischer Produktion sind die Relationen ähnlich: zu 7 Prozent ausschließlich, zu 22 Prozent häufig und zu 45 Prozent gelegentlich. Am besten ist die Relation übrigens bei
Bioeiern: diese kaufen Verbraucher zu 35 Prozent ausschließlich, zu 33 Prozent häufig und zu 22 Prozent gelegentlich.

Nach Angaben des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) gab der „statistische Bundesbürger“ in 2017 pro Jahr 122 Euro für Bioprodukte aus; der Marktanteil am Gesamtumsatz lag bei rund 5 Prozent. Zum Vergleich: in Österreich waren es 196 Euro/Person, bei 8,9 Prozent Marktanteil und in Dänemark 278 Euro/Person, bei 13,3 Prozent Marktanteil.

Im Bereich Öko-Getreide sind die Anforderungen an den Verarbeiter zur Qualitätssicherung vielfältig, so Geiger. Dazu gehören zum Beispiel die Untersuchung auf Pflanzenschutzmittelrückstände (circa 570 verschiedene Wirkstoffe), ein optimales Lagermanagement sowie die ausschließliche Verwendung Bio-konformer Rohstoffe im gesamten Herstellungsprozess.

Rüdiger Lobitz

Tipps für eine gesunde Grillsaison – Vorsicht vor Keimen !

(DGVS) – Campylobacter, Hepatitis E, Salmonellen: Keime in und an frischen Lebensmitteln können die Quelle für Darm- und Leberinfektionen sein. Vor allem Fleischprodukte sind oft betroffen. Bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit vermehren sich Mikroorganismen rasch, deshalb sollten Verbraucher gerade im Sommer auf eine sorgfältige Küchen- und Lebensmittelhygiene achten und Fleisch und andere tierische Produkte gut durchgaren, rät die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Das Bakterium Campylobacter ist der häufigste Verursacher bakterieller Durchfallerkrankungen mit Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit. Etwa 60000 bis 70000 Fälle registriert das Robert Koch-Institut hierzulande jedes Jahr, hinzu kommt eine erhebliche Dunkelziffer von nicht-gemeldeten Erkrankungen. Hähnchenfleisch, das unzureichend durchgegart oder nicht hygienisch verarbeitet wurde, gilt als häufigste Infektionsquelle. Auch Salmonellen lösen Durchfallerkrankungen aus und auch sie werden häufig über Fleischprodukte, etwa Hackfleisch, aber auch über rohe Eierspeisen, übertragen – mit etwa 14 000 Erkrankungen jährlich kommen sie jedoch deutlich seltener vor.
Hauptquelle für eine Infektion mit Hepatitis E-Viren ist Schweine- oder Wildfleisch, das unzureichend gegart oder nur luftgetrocknet wurde. „Hepatitis E tritt deutlich häufiger auf als viele wissen: Bis zu 25 Prozent der über 60-jährigen in Deutschland haben Antikörper gegen das Virus im Blut, die auf eine zurückliegende Infektion hinweisen“, sagt Professor Dr. med. Christian Trautwein, Direktor der Medizinischen Klinik III der RWTH Aachen und Mediensprecher der DGVS. „Glücklicherweise verläuft diese Leberentzündung jedoch oft ohne Symptome und heilt folgenlos aus“. Bei Menschen mit eingeschränkter Immunabwehr oder vorgeschädigter Leber kann die Erkrankung jedoch schwerer verlaufen und auch auf andere Organe übergreifen.
Sorgen bereiten vielen Menschen besonders die immer wieder auf rohem Fleisch nachgewiesenen, antibiotikaresistenten Bakterien. „Gewöhnlich verursachen solche Erreger selbst keine Erkrankung – sie sind vor allem deshalb problematisch, weil sie prinzipiell in der Lage sind, im Darmtrakt ihr genetisches Material mit anderen Bakterien auszutauschen und es auf diese Weise zur Entstehung von Resistenzen bei anderen, krankmachenden Bakterien kommen kann“, sagt PD Dr. med. Roger Vogelmann, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Infektiologie der DGVS und Oberarzt der II. medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim. Wichtig zu wissen für Verbraucher: Auch resistente Bakterien werden durch ausreichendes Erhitzen von Fleisch abgetötet und die Wahrscheinlichkeit, diese Erreger aufzunehmen, wird durch sorgfältige Küchen- und Lebensmittelhygiene reduziert.

Die wichtigsten Regeln für gesundes Grillen und Kochen:

  • Waschen Sie Ihre Hände oft und gründlich mit Seife – mindestens vor dem Kochen/Grillen und vor dem Essen, aber am besten auch zwischen einzelnen Arbeitsschritten.
  • Fleischgerichte gut durchgaren: Empfehlenswert ist eine Kerntemperatur von mindestens 70 Grad Celsius für wenigstens zwei Minuten.
  • Frisches Hähnchenfleisch vor dem Verarbeiten mit einem Küchentuch abtupfen, das Küchentuch danach im Müll entsorgen.
  • Vorsicht beim Auftauen von gefrorenem Geflügel oder Wild: Das Auftauwasser kann Krankheitserreger enthalten. Flüssigkeit separat aufgefangen und sofort entsorgen (heiß nachspülen).
  • Kreuzkontaminationen vermeiden: Bakterien werden häufig von rohen Lebensmitteln auch auf andere Lebensmittel übertragen. Rohe tierische Lebensmittel wie Fleisch deshalb getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren und beim Verarbeiten separate Küchenutensilien benutzen.
  • Nutzen Sie Küchenutensilien, die sich bei möglichst hohen Temperaturen reinigen lassen (bspw. Schneidebretter aus Kunststoff statt aus Holz).
  • Achtung: Neben Fleischprodukten können auch anderen frische Lebensmittel mit Krankheitserregern belastet sein, vor allem Produkte mit Rohei oder Rohmilch, Meerestiere, Salate, Sprossen und Tiefkühlobst. Insbesondere ältere und kranke Menschen, Schwangere und Kinder, die ein erhöhtes Risiko für schwere Infektionsverläufe haben, sollten tierische Lebensmittel nur vollständig gegart/abgekocht verzehren und Salate und Sprossen sorgfältig waschen.

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)
Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie mehr als 6000 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie unter einem Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane – zum Wohle des Patienten.

So sollen Lebensmittel-Verpackungen sein: Umweltfreundlich und leicht zu entsorgen

(BZfE) – Viele Verbraucher versuchen, bereits beim Einkauf von
Lebensmitteln Verpackungsmüll zu vermeiden. Das zeigt die Untersuchung
„Für die Tonne“ des Marktforschungsinstituts YouGov. Mehr als 1.000
Personen ab 18 Jahren wurden interviewt. Außerdem gingen Informationen aus
der YouGov-Datenbank in die Analyse ein, für die jährlich 70.000 Deutsche
kontinuierlich befragt werden.

Was wünschen sich Konsumenten von Lebensmittelverpackungen? Das hängt vom
Produkt ab. Bei Trockenwaren wie Nudeln, Süßigkeiten sowie Obst und
Gemüse steht die Umweltfreundlichkeit an erster Stelle. Einfache
Entsorgungsmöglichkeiten sind bei Trockenwaren und Süßwaren ein weiteres
wichtiges Kriterium. Bei Früchten und Gemüse muss für 45 Prozent der
Befragten der Inhalt in der Verpackung deutlich sichtbar sein, um Frische
und Qualität beurteilen zu können. Bei leicht verderblichen
Nahrungsmitteln wie Frischwaren und Milchprodukten legen die Verbraucher
den höchsten Wert auf Hygieneaspekte wie die Vermeidung von Keimen (63 und
58 %), während die Umweltfreundlichkeit bereits auf dem zweiten Platz
folgt (53 und 54 %).

Beim Einkauf von Lebensmitteln greift inzwischen ein Großteil der Kunden
der Umwelt zuliebe zu Produkten, die weniger Müll verursachen – darunter
deutlich mehr Ältere ab 60 Jahren (81 %) als unter 30-Jährige (62 %).
Knapp die Hälfte der Deutschen hat sich bereits einmal gegen ein Produkt
entschieden, weil es in Plastik verpackt war. Mehr als jeder Zweite würde
sogar die Haupteinkaufsstätte wechseln, wenn ein anderer Supermarkt in der
Nähe eine umweltfreundliche Verpackung für seine Produkte anbieten
würde.

Allerdings sind solche Umfragen im Konjunktiv und die tatsächliche
Bereitschaft, das in der Praxis umzusetzen zumindest fraglich. Dennoch
geben sie einen gesellschaftlichen Anhaltspunkt, wo langfristig die Reise
hingeht.
Heike Kreutz

Vom Tier oder von der Pflanze: Welches Eiweiß ist besser ?

(BZfE) – Pflanzliches Eiweiß (Protein) steht zurzeit hoch im Kurs, weil
es angeblich gesünder ist als tierisches. Einige, aber keineswegs alle
epidemiologischen Studien zeigten beim Verzehr von Pflanzenprotein eine
geringere Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und
weniger Diabetesfälle als beim Verzehr von tierischem Protein.

Allerdings seien solche Daten mit Bedacht zu interpretieren, sagte
Professor Dr. Andreas Pfeiffer vom Deutschen Institut für
Ernährungsforschung (DIfE) anlässlich einer ernährungsmedizinischen
Fachtagung in München. So leben Menschen, die viel tierisches Eiweiß
konsumieren, im Durchschnitt ungesünder als Vegetarier oder Veganer.
Außerdem: Wer reichlich pflanzliche Lebensmittel zu sich nimmt, profitiert
von vielen zusätzlichen gesundheitsfördernden Faktoren wie Ballaststoffen
und sekundären Pflanzenstoffen.

In Interventionsstudien schneidet tierisches Eiweiß gut ab, wenn die
Ernährungsweise insgesamt ausgewogen ist. „Tierisches Protein ist für
ältere Menschen besser als sein Ruf. Es sollte aber im Rahmen einer
gesunden Ernährungsweise, also zusammen mit Gemüse, Obst,
Vollkorngetreide, wertvollen Speiseölen und Ölsaaten gegessen werden“,
sagte Pfeiffer. Das gilt vor allem für ältere Menschen mit Diabetes. Es
sind jedoch noch weitere Studien erforderlich, um genauere Empfehlungen
geben zu können.
Ruth Rösch

Für die Hautevolee: Sterne im Guide Michelin – jedem nach seinem Geschmack

(BZfE) – Zahlreiche Internetforen machen es heute Jedermann/Jederfrau
möglich, eine Restaurantkritik zu verfassen. Die mag dann mehr oder
weniger subjektiv zutreffend sein, ob sie auch professionell ist, sei
dahingestellt. Professionellen Anspruch haben hingegen die Bewertungen
durch den prestigeträchtigsten Restaurantführer – dem Guide Michelin.
Im Jahr 2018 wurden hierzulande 300 Restaurants mit Sternen bedacht – so
viele wie noch nie zuvor.

Ein Guide Michelin-Inspektor legt jährlich rund 30.000 Kilometer zurück
und isst in circa 250 Restaurants. Um seine Unabhängigkeit zu wahren,
bleibt er anonym und zahlt alle Speisen und Getränke selbst. Der Guide
Michelin zeichnet nicht Köche aus, sondern das Restaurant. Folglich kann
ein Küchenchef die Auszeichnung auch nicht mitnehmen, wenn er das Haus
wechselt. Es ist übrigens auch keineswegs so, dass nur Luxus-Restaurants
den begehrten Stern erhalten. Was zählt, ist ausschließlich eine
überdurchschnittliche gute Küchenleistung, egal ob mit regionalen Zutaten
oder – Achtung Klischee – mit Hummer und Kaviar gearbeitet wird. Auch
unterschiedliche Küchenstile spielen keine Rolle: ob klassisch, regional,
asiatisch oder orientalisch; alle Stilrichtungen werden nach denselben
Kriterien bewertet. Ausschlaggebend sind die Qualität und Frische der
Zutaten, die fachgerechte Zubereitung, der Geschmack, das
Preis-Leistungs-Verhältnis und die Einzigartigkeit der Gerichte.

Neben der Ein-, Zwei- und Drei-Sterne Küche gibt es noch die Auszeichnung
„Bib Gourmand“. Diese weist auf Restaurants hin, die sich durch eine
sorgfältige Küchenleistung und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
auszeichnen. In Deutschland bedeutet dies, dass man für eine dreigängige
Mahlzeit nicht mehr als 37,00 Euro bezahlt.
Rüdiger Lobitz

Osteoporose – Vorbeugen für starke Knochen

(BZfE) – Osteoporose, auch „Knochenschwund“ genannt, gehört zu den am
weitesten verbreiteten Volkskrankheiten in Deutschland. Schätzungsweise
vier bis sechs Millionen Menschen sind allein hierzulande betroffen. Durch
den Verlust von Knochensubstanz und –struktur werden die Knochen im Laufe
der Jahrzehnte immer brüchiger. Der Bundesselbsthilfeverband für
Osteoporose (BfO) schätzt, dass mehr als 130.000 Menschen in Deutschland
pro Jahr einen Oberschenkelhalsbruch und Wirbelbrüche erleiden.

„Das Risiko einer Osteoporose im Alter lässt sich vermindern durch die
größtmögliche Knochenmasse in der Jugend.“ So bringt es der BfO in
seiner Broschüre „Osteoporose und Ernährung“ auf den Punkt. Tatsächlich
hängt die Gefahr brüchiger Knochen im Alter eng zusammen mit dem Aufbau
von gesunden Knochen bis zum Alter von etwa 30 Jahren. Durch gezielte
Ernährung und ausreichend Bewegung lässt sich aber der Verlust an
Knochenmasse und das Fortschreiten der Krankheit im späteren Lebensalter
noch verlangsamen.

Genügend Calcium – vor allem aus Milch und Milchprodukten – ist einer
von vielen Faktoren, die bei der Prävention und Therapie von Osteoporose
eine entscheidende Rolle spielen. Entscheidend ist es, in jungen Jahren die
maximale Knochenmasse zu optimieren und im Alter den Knochenabbau zu
minimieren. Bei diesem Prozess spielen neben der Calciumzufuhr unter
anderem auch körperliche Aktivität und die Vitamin D-Versorgung eine
wichtige Rolle.

Bessere Körner für gesünderes Brot

Brot ist Hauptbestandteil der menschlichen Ernährung. Nun sollen alte Getreidesorten zur Herstellung gesünderer, mit Eisen angereicherter Backwaren verwendet werden.
Weltweit leiden mehr als eine Milliarde Menschen an Eisenmangel. Obwohl mit
Eisen angereichertes Mehl auf dem Markt existiert, waren die geschmacklichen
(organoleptischen) Veränderungen bei solchen funktionellen Lebensmitteln
bislang für Verbraucher inakzeptabel.
Das EU-finanzierte Projekt BAKE4FUN (Innovative biotechnological solutions for
the production of new bakery functional foods) widmete sich daher u.a. der
Eisenanreicherung von Backwaren. Mit einem neuen Mikroverkapselungsverfahren wurde die Stabilität und Bioverfügbarkeit des
Eisens erhöht, sodass es nicht zu Qualitätsverlust durch Temperatur, Säuregehalt oder Oxidation kommt.
BAKE4FUN setzte für die Mikroverkapselung ein Sprühtrocknungsverfahren ein. Um Reaktionen mit anderen Nahrungsmittelbestandteilen zu vermeiden, wurde die Wandintegrität der Mikrokapseln bei 180°C getestet, was keinerlei
Beeinträchtigungen ergab. Die Mikrokapseln widerstehen auch Verdauungsprozessen im Magen-Darm-Trakt. Anhand von Daten aus Bioverfügbarkeitstests wurde Brot in In-vitro-Studien mit drei Formulierungen für mikroverkapseltes Eisen getestet. Dieses Brot wurde im Pilotmaßstab hergestellt, um anschließend seine funktionellen und organoleptischen
Eigenschaften zu analysieren.
Ein weiteres Ziel von BAKE4FUN war die Verwendung von Einkorn, eine der ältesten domestizierten Getreidearten. Die gesundheitlichen Vorteile von Vollkornprodukten und alten Getreidesorten sind inzwischen bekannt. Durch angereichertes Vollkornmehl kann die Aufnahme von Antioxidantien und die Mikroflora im Darm verbessert werden. BAKE4FUN sollte weiterhin
den ernährungsphysiologischen Effekt der alten Einkornsorte Triticum monococcum wissenschaftlich belegen. In den ersten neun Monaten verglich BAKE4FUN funktionelle Komponenten wie Polyphenol-, Carotinoid- und
Antioxidantiengehalt bei Einkorn- und Weizenmehl. Da der Gehalt an bioaktiven Substanzen und antioxidativer Aktivität bei Einkorn offenbar deutlich höher ist als bei anderen Getreidearten, wurden nun Prototypen für Brot aus Einkornmehl für Invitro-Tests erzeugt.
BAKE4FUN wurde in Italien mit sieben Partnern aus 3 Ländern durchgeführt und zielte darauf ab, Backwaren mit besserem Nährwertprofil und gesundheitsfördernder Wirkung herzustellen.

Influencer geben oft falsche Ernährungstipps

Blogger präsentieren Meinung als Fakten – Diät-Ratschläge nicht wissenschaftlich belegt

(pte027/30.04.2019/13:30) – Influencer in sozialen Medien sind keine verlässliche Quelle für Tipps zu Diät und Gewichtsabnahme. Die meisten populären Blogger in Großbritannien verbreiten in diesem Bereich meist Fehlinformationen. Nur einer von zehn Influencern gibt akkurate und vertrauenswürdige Tipps, wie eine neue Studie der University of Glasgow http://gla.ac.uk zeigt.

Blogger erfüllen Kriterien nicht

„Es ist immer schwierig, wenn einzelne Personen allgemeine Ernährungsratschläge geben. Influencer geben persönliche Tipps, die bei ihnen vielleicht funktionieren, aber nicht auf die breite Masse anwendbar sind. Sie meinen das sicherlich gut und denken, dass sie nützliche Informationen weitergeben können, aber das ist nicht so einfach. Eine Diät muss individuell sein, eine Methode kann nicht für alle gleich gut funktionieren. Es braucht eine genaue Anamnese“, sagt Ernährungsexpertin Samantha Peyke http://hsperform.de im Gespräch mit pressetext.

Für die Studie wurden die populärsten Blogger in Großbritannien, die auf zumindest einem sozialen Netzwerk über 80.000 Follower haben, auf zumindest zwei Seiten wie Twitter verifiziert sind und einen aktiven Blog über Gewichtskontrolle betreiben. Laut Studienautorin Christina Sabbagh präsentieren die meisten Influencer ihre Meinung als Fakten und erreichen dabei nicht die Standards für gute Ernährung in Großbritannien.

Verantwortung versus Popularität

Blogs von neun Influencern wurden im Zeitraum von Mai bis Juni 2018 analysiert und mit zwölf Ernährungskriterien verglichen. Wenn die Blogger 70 Prozent der Kriterien erfüllten, hatten sie den Test „bestanden“. Nur einer von ihnen, ein registrierter Ernährungsexperte, erfüllte die Kriterien. Den Forschern zufolge müssen Influencer aufgrund ihrer Popularität mehr Verantwortung dafür tragen, welche Informationen sie verbreiten. Es sei wegen ihrem Einfluss schwierig, Blogger dazu zu bringen, sich an medizinische und wissenschaftliche Standards zu halten.

Wegwerfgesellschaft: Pfui ! Was sagt das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Der richtige Umgang mit MHD und Verbrauchsdatum

(BZfE) – Jeder von uns wirft im Jahr durchschnittlich mindestens 55
Kilogramm Lebensmittel weg. Allein in Privathaushalten landen damit rund
4,4 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Fast die Hälfte davon wäre
noch genießbar gewesen.

Einer der Gründe für das Wegwerfen ist eine falsch verstandene Angabe auf
Lebensmitteln: das gesetzlich vorgeschriebene Mindesthaltbarkeitsdatum
(MHD). Fast die Hälfte der Lebensmittel, die aufgrund eines abgelaufenen
MHD entsorgt werden, landen ungeöffnet im Müll. Dabei ist das nicht
notwendig. Genaues Anschauen, prüfendes Riechen und vorsichtiges Probieren
geben in den meisten Fällen schnell Aufschluss darüber, ob das
Lebensmittel noch genießbar ist.

Über den richtigen Umgang mit Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum
klärt ein neuer Flyer der Initiative Zu gut für die Tonne! mit dem Titel
„Ist meine Zeit mit Dir schon abgelaufen?“ auf.