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Deutschland als Automobil-Industrie verliert immer mehr an Konkurrenzfähigkeit – auch schon vor der Tendenz zur Elektromobilität

Studie über Fahrzeugproduktion: Deutschland verliert als Autostandort an Bedeutung

(Spiegel) – Das Lohnniveau im Osten und Südosten Europas liegt deutlich unter dem Deutschlands – das merkt auch die hiesige Autoindustrie. Laut einer Studie brach Deutschlands Anteil am Pkw-Produktionsvolumen der EU ein.

Der Autoproduktionsstandort Deutschland verliert einer Studie zufolge an Bedeutung

Deutschland hat als größter europäischer Standort der Automobilproduktion in den vergangenen fünf Jahren an Bedeutung verloren. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung AlixPartners hervor. Der Anteil am Pkw-Produktionsvolumen in der Europäischen Union sei demnach von 2015 bis 2020 um sechs Prozentpunkte auf 22 Prozent gesunken.

Versäumnisse des Staates: Kein fälschungssicherer Impfnachweis – Statement der Stadt Köln

Sehr geehrter Herr Pütz,

vielen Dank für ihre Nachricht.

Derzeit können wir Ihnen leider noch keine fälschungssichere Bescheinigung ausstellen, da wir noch nicht über solche Nachweise verfügen.

Ich bitte Sie noch um ein wenig Geduld und informiere sie gerne, wenn es uns möglich ist ihrem Wunsch nachzukommen.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Eva Blancbois

Stadt Köln – Die Oberbürgermeisterin

 

Sehr geehrte Damen oder Herren,

am 09.02.2021 habe ich unter medialer Begleitung von RTL die erste Covid-19-Impfung mit dem mRNA-Serum bekommen. Wenn ich mich richtig erinnere, war es der Leiter des Kölner Gesundheitsamtes, der mir die Ehre erwies, mich zu impfen.

Am 02.03.2021 erhielt ich dann die zweite Impfung und bin jetzt völlig von den Gefahren durch Covid-19 befreit, genauso wenig kann ich das Virus weitergeben. Endlich jetzt auch die Politik dahintergekommen, deshalb wäre es sehr nett, wenn ich von Ihnen eine fälschungssichere Bescheinigung erhalten könnte, am besten wie in Frankreich mit einem QR-Code.

Meine Adresse:

Jean Pütz
50825 Köln

Ich bitte Sie, mir diese baldmöglichst zuzusenden, denn ich möchte endlich wieder über die in unserem Grundgesetz verankerten diesbezüglichen Bürgerrechte verfügen.

In der Anlage erhalten Sie meine mir damals ausgehändigte Impfbescheinigung.

Mit freundlichen Grüßen

Jean Pütz

Irrtum von exponentiellem Wachstum von Corona

Lieber Ulrich,

ich habe mir erlaubt, Deinen klugen Artikel auf meiner Homepage zu veröffentlichen. Ehrlich gesagt, ich bewundere Deine Bemühungen, aber das ist Sisyphus-Arbeit. Mittlerweile geistern in unserer Sprachwelt herum, die häufig nicht den Anspruch der Wissenschaft überhaupt nicht mehr verfolgen, das ist eine Art Zeitgeist, nur noch Emotionalisieren wollen. Das liegt daran, dass Verständnis für naturwissenschaftliche Phänomene in der Kohorte Deutschland immer mehr abgenommen hat. Immer dann, wenn Unverständnis die Massen bewegt, tritt die Emotion in den Vordergrund. Das ist auch der Grund, weshalb Verschwörungstheorien auf fruchtbaren Boden fallen und letztlich unsere Demokratie gefährden.

Ich stinke nach Möglichkeit bei Facebook dagegen an, aber selbst in meiner Familie ist es schwer, meine Frau davon zu überzeugen. Ich erlebe in der Kleingruppe das, was sich in der Gesellschaft immer mehr ausbreitet. Als empirischer Soziologe erkenne ich die großen Probleme, die aus diesem Verhalten für die Akzeptanz von Wissenschaft und Technik aber auch für die Vernunft in der Politik erwachsen. Leider ist es so, dass ein steter Tropfen gar nicht mehr den Stein höhlt, die physikalische Erkenntnis wird einfach wegewischt. Selbst bei Ergebnissen der reinen Mathematik erwartet das Wählervolk eine zweite oder dritte Meinung zu akzeptieren – zweimal vier ist noch lange nicht acht – selbst daran wird gerüttelt.

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, ich gebe jedenfalls nicht auf, und Du ja auch nicht, doch wir können mit unseren Bemühungen keine Lorbeeren ernten.

Kopf hoch

Herzlichst

Dein Jean

Der Irrtum von exponentiellem Wachstum von Corona

Stellungnahme des kompetenten Mathematikers Prof. Dr. Ulrich Trottenberg

Exponentiell    UT, 4.05.21

Das hätte vor zwei Jahren keiner erwartet: Ein mathematischer Begriff hat beste Chance das Modewort des Jahres 2020 zu werden. Und auch wenn exponentiell nicht offiziell zum Modebegriff des Jahres gekürt wird: Durch seinen ständigen Gebrauch in allen Medien, bei „Experten“ und Politikern, aber auch bei Menschen, die ihre mathematische Inkompetenz gern zur Schau stellen und damit kokettieren, wird es zu einem zentralen Begriff der Corona-Pandemie.

Nur schade, dass es meist falsch gebraucht und missverstanden wird. Exponentiell ist mathematisch wohldefiniert (s. zB [ISAfA-Blog]), wird aber mittlerweile umgangssprachlich für alles Mögliche benutzt und nur selten für exponentielles Wachstum im engeren Sinne, für exponentielle Abnahme eigentlich nie. Praktisch immer dann, wenn Inzidenzzahlen steigen, ist von exponentiellem Wachstum (der Fallzahlen) die Rede. Und damit ist gemeint, die Zahlen wachsen schnell, schneller als man mit linearem Wachstum (s. [ISAFA-Blog]) beschreiben könnte.

Dabei kann lineares Wachstum viel dramatischer sein als exponentielles. Denn man betrachtet die Inzidenzen ja oft nicht über große Zeiträume, und für kleine Zeiträume ist exponentielles Wachstum nur kritisch, wenn die Exponenten groß sind.

Durch den inflationären Gebrauch des Begriffs exponentiell, auch durch mathematisch hochgebildete Menschen wie die Kanzlerin, werden die tatsächlichen Verhältnisse oft dramatisiert, auf jeden Fall relativiert. „Echtes“ exponentielles Wachstum, mit zB einem Exponent 2 (Verdoppelung) innerhalb einer Woche, ist in der Tat dramatisch und höchst bedrohlich. Aber ein Exponent größer als, aber in der Nähe von 0 (das entspricht einer Reproduktionszahl größer als, aber in der Nähe von 1) sollte nicht dramatisiert werden, er bedeutet nur: Es wird nicht besser. Aber sobald die Reproduktionszahl stabil in der Größenordnung von zB 0,7 liegt, das entspricht einem Exponenten deutlich kleiner als 0, darf man sich freuen: Es wird exponentiell besser!

 

Ausgangssperre, Ursache und veröffentlichte Wirkung – der Manipulation Tür und Tor geöffnet

Professor Dr. Gerd Bosbach ist ein in Deutschland führender Wissenschaftler in der Interpretation von statistischem Material. Das möchte ich Ihnen nicht vorenthalten

Jean Pütz

Guten Tag,
da kurz nach Beginn der Ausgangssperre die Inzidenzzahlen erfreulich sanken, stellt sich die Frage nach dem Zusammenhang. Oder anders ausgedrückt, ist das Sinken der Zahlen ein Beleg für den richtigen Weg, also als Erfolg zu feiern? Es wäre doch eine schöne nachträgliche Begründung für die unbeliebte Maßnahme und ein gutes Wahlkampfargument für die beschließenden Parteien.

Zur Zeit geschieht das höchst vorsichtig(*). Zu offensichtlich ist, dass ein Sinken der Fallzahlen drei Tage nach Beginn der Ausgangssperre eine andere Ursache haben muss. Denn eine verhinderte Ansteckung der ersten Verbotsnacht wäre wegen der Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung (im Mittelwert fünf Tage) und der Zeit bis zum PCR-Test-Ergebnis mit Meldung an das örtliche Gesundheitsamt und weiter bis zum Eingang in die veröffentlichte Bundesstatistik (sicherlich noch zwei Tage) in den meisten Fällen erst etwa eine Woche später statistisch bemerkbar.

Mit zunehmendem zeitlichen Abstand zum Geschehen werden Formulierungen wie „nach Verhängung der umstrittenen Ausgangssperre haben uns die sinkenden Inzidenzwerte Recht gegeben“ sicherlich häufen. Der Leser/Hörer wird die nur formulierte zeitliche Aufeinanderfolge schon als Ursache interpretieren und den Machern danken.

Wer noch ein Argument braucht: In Köln sanken die Inzidenzwerte einen Tag vor den bundesweiten. Die schärfere Ausgangssperre begann aber 7 Tage vorher. Warum sollte die Kölner Ausgangssperre 6 Tage länger brauchen um zu wirken?

Wichtig wäre statt eines falschen Eigenlobs jetzt zu gucken, welche Ursachen denn wirklich zum Absinken geführt haben. Auch wenn statistisch aufwändiger, das Ergebnis wäre für die zukünftigen Maßnahmen eine gute Entscheidungsgrundlage.

Methodisch haben wir die  Problematik in „Lügen mit Zahlen“, Kapitel 3, „Auf der Suche nach dem Warum – Ursache und Wirkung“ beschrieben.
Die Inzidenzzahlen der letzten Wochen finden Sie für den Bund und Köln in der beiliegenden Tabelle. Erklärungen reiche ich gerne nach.

Freundliche Grüße
Gerd Bosbach
Köln, 4. Mai 2021

(*) So hat Karl Lauterbach nach Rundfunkberichten erklärt, dass die Bürger sich schon Tage vor Beginn an die Ausgangssperre gehalten hätten, also die Sperre schon der Grund für die sinkenden Fallzahlen sei. Klar solche Bürger wird es geben, aber die meisten werden die letzten erlaubten, offenen Abende noch genutzt haben. Wissend, dass das Ende der Ausgangssperre ungewiss ist. Der im November verhängte vierwöchige Lockdown gilt verschärft ja noch heute. Aber vielleicht hat Lauterbach nur einen humoristischen Testballon gestartet.

 

Zum 1. Mai: Proletariat hin oder weg ?

Leben und leben lassen, gilt das auch für die notwendige Klimarettung?
Nachdenkliches, aus eigener Lebenserfahrung.
Der folgende Vortext gilt eigentlich als Begleitung zu meiner Moderation, ähnlich wie bei der ehemaligen Kultsendung Hobbythek, wo insgesamt über 20 Millionen Hobbytipps auf Anforderung der Zuschauer versand wohnen, aber nur gegen Einsenden eine an sich selbst adressierten und vor allem frankierten Umschlaga. Hier bei Facebook ist alles kostenlos.
Liebe Facebook-Freunde,
Am Anfang meiner Karriere als Wissenschaftsjournalist 1970, also vor 51 Jahren, habe ich eine Sendung in 13 Folgen mit dem Titel ‚Energie die treibende Kraft‘ ausgestrahlt. Sie war der Auftakt zur Redaktionsgründung ‚Naturwissenschaft und Technik‘ im aufkommenden dritten Programm des WDR. Der große Erfolg hat mich ermuntert, dass die Fernseh-Zuschauer nicht nur Unterhaltung und Nachrichten wünschen, sondern auch Erklärungen über naturwissenschaftliche und technische Errungenschaften, die unser Leben erheblich erleichtert haben. Wenn wir Demokratie ernst nehmen, hat jeder Bürger das Recht, auch über solche Themen informiert zu werden, die zweifelsohne unseren Alltag bestimmen oder voraus zu sehen waren. Dazu gehörten seinerzeit z. B. die expandierende Elektronik auf Basis der Halbleiter-Technik, und vor allen Dingen die Digitaltechnik, die heute überdimensional unser Leben bestimmt. Das alles bis 1979.
Zum Lachen und Staunen habe ich auch die Hobbythek entwickelt, die für mich ein ‚Trojanisches Steckenpferd‘ war, die den Menschen den Vorteil von Wissenschaft und Technik zum Begreifen und Anfassen zu belegen. Heute erscheint alles zu selbstverständlich, keiner denkt mehr darüber nach.
Es folgten Sendereihen wie ‚Wissenschaftsshow, ‚Bilder aus der Wissenschaft‘, ‚Globus‘ und ein Umweltmagazin ‚Dschungel – Leben und Leben lassen‘. Besonderen Wert legte ich auf Glaubwürdigkeit und Recherchen-Seriosität, der heute ausufernde Populismus war mir fern.
Extrem wichtig war für mich die politische Neutralität, auf keinen Fall auf Wünsche von Regierung und Parteien einzugehen, sondern selbstständig die Themen zu bestimmen, egal, ob es irgendjemanden passte oder nicht. Nie hat sich auch der WDR in diese Bemühungen eingemischt. Pure Pressefreiheit, von Lügenpresse keine Spur. Ich konnte voll meine vorher erworbenen Kenntnisse als Handwerker, Ingenieur der Elektro- und Nachrichten-Technik und später durch Studium an der Universität zu Köln als Oberstudienrat für Physik und Mathematik die didaktischen Voraussetzungen schaffen: wie sage ich es meinen Zuschauern. Parallel zu diesem Lehrerstudium beim berühmten René König und Erwin K. Scheuch in der volkswirtschaftlichen Fakultät erwarb ich die für den Journalisten wichtigen Kenntnisse im Verhalten von Menschen in der Gesellschaft.
Im Mittelpunkt stand bei mir, Zusammenhänge von Technik, Wissenschaft und Politik zu erkennen, Widersprüche aufzudecken und stets plausibel und kritisch zu begleiten. Was meistens von Politikern und besonders von Regierungen und Parteien übersehen wird, auch Naturwissenschaft hat besondere Grenzen und die werden durch die Naturgesetze geprägt. Die Kunst besteht darin, diese unabänderlichen Tatsachen so zu nutzen, dass sie zu logischen Entscheidungen führen, die die politischen Absichten unterstützen, allerdings strikt auf Nebenwirkungen Risiken zu achten, bevor verbindliche Gesetze entstehen. Im Populismus wird dagegen immer mehr verstoßen.
Dass bei allem, was ich vermittelte, die Nachhaltigkeit im Vordergrund stand, habe ich schon in meiner ersten Sendereihe bewiesen, in der ich dieses damals noch unbekannte Wort geprägt habe, vor dem Club of Rome und der Gründung der Partei ‚Die Grünen‘. Mein Wahlspruch: Du darfst die Ressourcen der Erde so nutzen, dass unsere Kinder und Kindeskinder die gleichen Chancen haben – mit Schwerpunkt auf Chancen. Das heißt, es bleibt ihnen ein ganz großer Gestaltungsraum, wobei die Alten nicht immer recht haben. Daher begrüße ich ‚Fridays of Future‘, aber mit berechtigten Forderungen, auch der Gegenwart Chancen einzuräumen. Dabei bedarf es Kenntnisse, die die Jungen noch nicht haben. Es reicht nicht, CO2 als Übeltäter zu erkennen und ihn dann aus der Technik zu verbannen, inkl. Verbrennungsmotor, ohne die Konsequenzen für die Wirtschaft zu berücksichtigen.
Dieses gradlinig Denken, welches sich auch Parteien zu eigen gemacht haben, kann in eine Sackgasse führen. Wichtig ist dabei Technologie-Offenheit nach dem Motto, alles zu nutzen, was dem Ziel der Senkung der Welttemperatur dient, den Wohlstand der Bürger erhält und Revolution verhindert, denn die frisst immer ihre Kinder und erzeugt soziale Verwerfungen, die auch die Demokratie nicht mehr beherrschen kann.
In diesem Sinne werde ich mich weiterhin in die Widersprüche des Mainstreams bei der Technik-Wertung, ebenso der Wissenschaft, der Volkswirtschaft und vor allen Dingen der Politik einmischen. Das ist der Grund, weshalb ich mich hier bei Facebook nicht nur mit oberflächlichen kurzen Beiträgen, auch nicht privat, engagiere. Da die Öffentlich-Rechtlichen mich zur Zeit meiden, weil sie glauben, ich sei irrationaler Gegner der ‚Grünen‘, sozusagen von vornherein, oder noch schlimmer, ich wäre nach ‚rechts‘ abgedriftet, was ich als Beleidigung ansehe. Wenn man einmal in diese Schublade hineingerät, hat man keine Chance mehr.
So habe ich mir diesen Kanal hier bei Facebook mit dankenswert über 84.000 Followern geschaffen. Was mich begeistert, ist die engagierte Teilnahme der Facebook-Freunde. Wohl kaum ein einzelner Journalist erhält so viele Bewertungen mit diesen Emotions, aber besonders sticht die von Facebook eingerichtete Rubrik ‚Kommentare‘, in der man sich schriftlich und häufig fundiert äußern kann.
Dies ist zu einem Diskussions-Forum der Bürger sondergleichen geworden. Pro Beitrag sind es häufig mehr als 500 Bürger, die untereinander schreiben. Ich versuche – wenn möglich – zu antworten, doch wenn mit das über den Kopf wächst, ist es kein Beinbruch, denn die meisten antworten und widersprechen sich gegenseitig – so bildet sich dieses Diskussions-Forum, welches sich so mancher Politiker ansehen sollte. Es sagt jedenfalls mehr über Meinungen aus als manche nach statistischen Regeln durchgeführten Meinungsumfragen.
In mein Engagement binde ich auch schon seit über 10 Jahren meine täglich aktualisierte wissenschaftliche Homepage die nach besten Wissen und Gewissen, ähnlich wie Wikipedia, Informationen und Erklärungen beinhaltet, in strenger Trennung von Nachrichten und Kommentar. Täglich arbeite ich mit meiner Sekretärin daran mindestens drei Stunden.
Jean Pütz
Folge 193 Der Vernunft eine Chance

Beseitigt eine Aluminium-Ionen-Batterie die großen Nachteile des Lithium-Ionen-Akku?

(pte) – Mit einer Aluminium-Ionen-Batterie fordern Forscher der University of Queensland Akkuhersteller in aller Welt heraus. Sie hat eine höhere Energiedichte, ermöglicht also eine längere Nutzungsdauer. Und sie lässt sich 70 Mal schneller aufladen als eine Lithium-Ionen-Batterie, sagt Forschungsleiter Alan Rowan. Er hat mit der Graphene Manufacturing Group kooperiert, die eine positive Elektrode aus Graphen hergestellt hat.

Elektrodenherstellung 2.0

Graphen ist eine Folie aus bienenwabenförmig angeordneten Kohlenstoffatomen oder aus einigen wenigen Schichten dieser Art. Die zweite Elektrode besteht aus einer Aluminiumverbindung. Dazwischen befindet sich der Elektrolyt, der nur bestimmte Ionen passieren lässt, ansonsten aber einen Kurzschluss zwischen den Elektroden verhindert. Der international anerkannte Materialwissenschaftler Michael Yu hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die Elektroden herstellen lassen, was keineswegs trivial ist. Die Folie ist, weil unvorstellbar dünn, unsichtbar.

„Nach mehreren Jahren intensiver Forschung zur Verbesserung der Aluminium-Ionen-Batterie freuen wir uns, in der Phase der Entwicklung kommerzieller Prototypen für nachhaltigere, schneller ladende Batterien zu sein“, sagt Rowan. Sie sollen in vielen Größen hergestellt werden, sodass sie alle elektrischen Geräte vom Smartphone bis zu Elektroauto mit Strom versorgen können.

Bessere Umweltverträglichkeit

Rowen nennt noch weitere Vorteile der neuen Batterie, die ähnlich aufgebaut ist wie die heute gängigen Modelle auf Lithium-Basis. Sie hat eine dreimal höhere Lebensdauer und brennt nicht, selbst wenn sie massiv beschädigt wird. Lithium-Ionen-Batterien gehen dagegen schnell in Flammen auf, wenn sie verletzt werden. Das geschah zuletzt am 19. April, als ein Tesla in Texas gegen einen Baum fuhr und sofort in Flammen stand. Die beiden Insassen starben.

Dean Moss, Chef des hochschuleigenen Büros UniQuest, das Innovationen kommerzialisiert, hat noch ein weiteres Argument, das für die neue Batterie spricht. „Lithium-Ionen-Batterien benötigen Selten-Erdmetalle, bei deren Abbau die Umwelt massiv geschädigt wird“, sagt er. Außerdem benötige die Produktion große Mengen an Wasser und es würden Chemikalien eingesetzt, die die Umwelt schädigen. Das treffe bei der Aluminium-Ionen-Batterie nicht zu.

Mikroben gegen Klimakatastrophe? – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Sollte die Erderwärmung auch die Böden der Tundra im Therma-Frostbereich auftauen, dann wird das dabei freiwerdende Methan alle noch so wirksamen Klima-Rettungs-Maßnahmen extrem beeinträchtigen. Dass bei uns als Erdgas bekannte Methan – chemische Formel: CH4 – fördert den Treibhauseffekt 25 mal stärker als der Bösewicht CO2. Ob es aber jemals möglich ist, diesen Einfluss zu vermindern, ist fraglich. Die Entdeckung des Arche-Bakteriums: Brockarchaeota , das die Methan-Bildung bei Verrottung von Pflanzen offenbar begrenzt, könnte – und das ist ein Vorschlag von mir – sich auch beim Auftauen des Therma-Frostes nützlich machen. Die Hoffnung stirbt zuletzt

Ihr Jean Pütz

(pte) – Brockarchaeota können helfen, die Klimakatastrophe zu verhindern. Die Mikroorganismen, die für Mensch und Tier höchst unwirkliche Umgebungen wie heiße, schwefelhaltige Quellen lieben, sind hilfreich. Sie können abgestorbene Pflanzen abbauen, ohne dabei Methan zu erzeugen. Dieses Gas hat eine 25 Mal schlimmere Auswirkung auf die Erderwärmung als CO2, wie Forscher der University of Texas und der Sun Yat-Sen University berichten.

Berücksichtigung in Modellen

„Klimaforscher sollten diese neuen Mikroben in ihren Modellen berücksichtigen, um genauer zu verstehen, wie sie sich auf den Klimawandel auswirken werden“, sagt US-Forscher Brett Baker. Die Mikroorganismen sind nach dem amerikanischen Mikrobiologen Thomas Brock benannt, der am 4. April 2021 starb. Er hat sein ganzes wissenschaftliches Leben der Erforschung sogenannter Hyperthermophilen gewidmet.

Bisher konnten diese Mikroorganismen noch nicht im Labor gezüchtet werden. Auch mikroskopische Aufnahmen gibt es nicht. Dennoch konnten sie identifiziert werden, indem die Forscher die Genome der Mikroorganismen aus genetischem Material rekonstruieren, das sie aus heißen Quellen in China und hydrothermalen Sedimenten im Golf von Kalifornien sammelten.

Einzigartige ökologische Position

Die Wissenschaftler haben auch Gene identifiziert, die darauf hinweisen, wie sie Nährstoffe verbrauchen, Energie produzieren und Abfall erzeugen. „Sie verwenden einen neuartigen Stoffwechsel, von dem wir nicht wussten, dass er existiert“, sagt Valerie De Anda, die zum Team gehört. „Das ist sehr wichtig, weil marine Sedimente das größte Reservoir an organischem Kohlenstoff auf der Erde sind. Diese Mikroben recyceln Kohlenstoff, ohne Methan zu produzieren. Dies gibt ihnen in der Natur eine einzigartige ökologische Position.“ Sie vermutet, dass dieser Stoffwechsel in der Biotechnologie, der Landwirtschaft und zur Herstellung von umweltverträglichen Treibstoffen eine Rolle spielen könnte.

Geimpfte können Corona-Virus nicht mehr übertragen – Code für die Freiheit

(Süddeutsche Zeitung) – Ein QR-Code auf dem Handy oder dem Papierausdruck soll die große, grenzüberschreitende Reisefreiheit zurückbringen – und das schon in zwei Monaten. Die EU-Kommission will die Mitgliedstaaten mit einer Verordnung verpflichten, nationale Systeme für digitale Corona-Nachweise aufzubauen. Diese sogenannten grünen Zertifikate sollen Impfungen, negative Tests oder ausgeheilte Infektionen belegen. Die Regierungen müssen die Systeme so gestalten, dass die Zertifikate im EU-Ausland funktionieren. Dann könnten deutsche Urlauber etwa am Flughafen auf Kreta den Code präsentieren, und der griechische Grenzbeamte würde nach dem Scannen sofort angezeigt bekommen, ob das Zertifikat echt ist.

An diesem Mittwoch will das Europaparlament über Änderungswünsche beim Verordnungsvorschlag der Kommission abstimmen und eine gemeinsame Position festlegen. Danach beginnen Verhandlungen zwischen Parlament und Ministerrat, dem Entscheidungsgremium der Mitgliedstaaten. Finden beide Seiten zu einem Kompromiss, wird der Verordnungsentwurf Gesetz. Das soll bis Juni geschehen, pünktlich zum Start der Urlaubssaison. Bis dahin sollen auch die technischen Vorbereitungen abgeschlossen sein.

Änderungsanträge konnten die Fraktionen bis Montag einbringen. Und hier scheuten die Abgeordneten nicht den Konflikt mit den EU-Regierungen. So fordern die Parlamentarier, dass Mitgliedstaaten Bürgern Corona-Tests kostenlos zur Verfügung stellen oder zumindest die Preise deckeln. „Die Preise gehen gerade durch die Decke“, klagt die niederländische Abgeordnete Sophia in ‚t Veld, die das Thema für die liberale Fraktion betreut. Die digitalen Nachweise selbst werden kostenlos sein, Gleiches gilt für Impfungen. Doch wer beim Impfen noch nicht dran ist, kann das praktische Zertifikat nur mit einem negativen Test erhalten – und diese kosten oft Geld, viel Geld.

Die Kommission verklagt Astra Zeneca

Die Abgeordneten sehen schwierige Diskussionen mit dem Ministerrat voraus, auch über eine weitere Frage. Der Verordnungsentwurf der Kommission überlässt es den einzelnen Staaten zu regeln, welche Vorteile sie Inhabern der digitalen Nachweise gewähren. Das könnte zu einem Flickenteppich führen. In dem einen EU-Land müssen Zertifikate-Inhaber dann bei der Einreise vielleicht trotzdem einen Schnelltest machen, in dem anderen nicht. Die Europaabgeordneten wollen durchsetzen, dass die Länder Reisenden mit Zertifikat keine besonderen Pflichten auferlegen dürfen – also keine, die nicht auch Einheimische erfüllen müssen. „Ansonsten würden die Staaten die Ziele dieser Verordnung untergraben“, sagt die Niederländerin Tineke Strik, die für Europas Grüne über das Gesetz verhandelt.

Ähnlich brisant wie Impfpässe sind die Lieferausfälle bei Impfstoffen, unter welchen die EU leidet. Am Montag teilte die Kommission mit, eine Klage gegen den Hersteller Astra Zeneca eingereicht zu haben. Das Verfahren vor einem Brüsseler Gericht stoße die Kommission auch im Namen der 27 Mitgliedstaaten an, sagte ein Sprecher. Der Konzern liefert von Dezember bis Juni anstatt der versprochenen 300 nur 100 Millionen Dosen Vakzin. Eine Option auf weitere 100 Millionen Dosen ließ die Kommission wegen des Ärgers verfallen.

 

Neue preiswerte und effiziente Solarzelle auf Perowskit-Basis macht Karriere

(KIT) – Von der Zelle zum Modul ohne Wirkungsgradeinbußen: Das ist eine der wesentlichen Herausforderungen der Perowskit-Photovoltaik. Forschende am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben nun Perowskit-Solarmodule fast ohne Skalierungsverluste hergestellt. Dazu kombinierten sie die Serienverschaltung per Laser mit der Vakuumprozessierung aller Schichten der Solarzelle. Sie erreichten einen Wirkungsgrad von 18 Prozent auf einer Fläche von vier Quadratzentimetern – Weltrekord für vakuumprozessierte Perowskit-Solarmodule.

In der Photovoltaik gelten Perowskit-Halbleiter dank ihrer günstigen Verfügbarkeit, ihrer einfachen Herstellbarkeit sowie ihres enormen Wirkungsgradpotenzials als besonders zukunftsträchtige Materialien. Perowskit-Solarzellen haben im vergangenen Jahrzehnt eine einzigartige Entwicklung durchlaufen. Im Labor hergestellt erzielen sie inzwischen Wirkungsgrade von über 25 Prozent. Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel der eingestrahlten Lichtenergie in elektrische Energie umgewandelt wird. Nun gilt es, die Perowskit-Photovoltaik vom Labor in die Industrie zu bringen.

„Eine zentrale Herausforderung besteht darin, die auf Flächen von wenigen Quadratmillimetern erzielten Wirkungsgrade auf typische Solarmodulflächen von einigen Hundert Quadratzentimetern zu übertragen“, sagt Dr. Tobias Abzieher, der am Lichttechnischen Institut (LTI) des KIT die Entwicklung aus dem Vakuum abgeschiedener Perowskit-Solarzellen leitet. Bei Perowskit-Solarzellen handelt es sich um Dünnschichtsolarzellen. Diese werden über die sogenannte monolithische Serienverschaltung zu großflächigen Solarmodulen zusammengefügt. Dazu werden während der Abscheidung der einzelnen Schichten der Solarzelle Strukturierungslinien eingebracht, die eine Serienverschaltung der so entstehenden Solarzellenstreifen bewirken.

Schichten der Solarzelle im Vakuum aufgedampft
Bei Perowskit-Solarmodulen kam es durch die Aufskalierung bisher zu deutlichen Wirkungsgradeinbußen. Erstens ist die Abscheidung der einzelnen Solarzellenschichten umso schwieriger, je größer die Flächen werden, und zweitens entstehen bei der Serienverschaltung sogenannte Totflächen zwischen den aktiven Solarzellenstreifen. Das sind Flächen, die später nicht zur Stromerzeugung beitragen können, für die Serienverschaltung aber benötigt werden. Dem Karlsruher Team ist es nun gelungen, durch das Aufdampfen aller Schichten der Solarmodule im Vakuum den Einfluss beider Verlustmechanismen zu minimieren. „Große Vorteile der Abscheidung aus dem Vakuum im Hinblick auf die Herstellung effizienter Solarmodule sind die einfache Beherrschbarkeit der Prozesse, die geringe Anzahl an Prozessparametern sowie insbesondere die Unabhängigkeit des Abscheidungsmechanismus von der Beschichtungsfläche“, erklärt Abzieher. Dieses innovative Verfahren haben die Forschenden mit der hochpräzisen Strukturierung und Serienverschaltung über das Eingravieren von Linien mittels eines Lasers kombiniert (monolithische Serienverschaltung). Damit haben sie erstmals ein großflächiges Perowskit-Solarmodul fast ohne Skalierungsverluste hergestellt – ein wichtiger Schritt vom Labor in die Industrie.

Mit der Kombination von Vakuumprozessierung und Laserablation erzielten die Forschenden am LTI Wirkungsgrade von bis zu 16,6 Prozent auf einer Bauteilfläche von über 50 Quadratzentimetern und von sogar 18 Prozent auf einer Fläche von vier Quadratzentimetern – Weltrekord für vakuumprozessierte Perowskit-Solarmodule. Ihre Ergebnisse präsentierten die Wissenschaftler auf der diesjährigen Frühjahrstagung der Materials Research Society (MRS). „Trotz der Vergrößerung der Bauteilfläche um einen Faktor von über 500 sind fast keine Wirkungsgradeinbußen zu beobachten“, berichtet David Ritzer vom LTI, der die hochpräzise Laserverschaltung entwickelt hat. Mit seinem Ansatz gelang es dem Karlsruher Team, die Skalierungsverluste bei Perowskit-Solarmodulen auf Werte zu senken, wie sie für in der Industrie bereits etablierte Photovoltaiktechnologien wie Cadmiumtellurid (CdTe) oder Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS) erzielt werden.

Wirkungsgrade von über 20 Prozent auf größeren Flächen angestrebt
Künftig werden die Forschenden an der Optimierung des reinen Solarzellenschichtstapels sowie einer weiteren Reduzierung der Totflächen arbeiten. „Schöpfen wir das Potenzial der Technologie voll aus, ist die Herstellung von Perowskit-Solarmodulen mit Wirkungsgraden von deutlich über 20 Prozent auch auf noch größeren Flächen ein zeitnah realisierbares Ziel“, sagt Tenure-Track-Professor Ulrich W. Paetzold, Leiter der institutsübergreifenden „Taskforce Perovskite Photovoltaics“ am KIT. Die Forschung in der Abteilung „Next Generation Photovoltaics“ am Institut für Mikrostrukturtechnik (IMT) und am LTI des KIT unter Leitung von Ulrich W. Paetzold wird finanziell vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Verbundvorhaben CAPITANO sowie innerhalb des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont 2020 im Projekt PERCISTAND unterstützt.

Kennen Sie Geoengineering?

Interessant für alle, die sich um den Klimawandel kümmern und ihn beeinflussen wollen

Auszug aus einer Pressemitteilung

Reduktion von Emissionen kommt nur schleppend voran

Obwohl bereits seit Jahrzehnten ein wissenschaftlicher Konsens darüber besteht, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt und dieser eine Bedrohung darstellt, kommen die Bemühungen, klimaschädliche Emissionen zu reduzieren, nur schleppend voran. Um die Zeit bis zur Klimaneutralität zu überbrücken und die schädlichen Folgen des Klimawandels abzumildern, wurden deshalb in der Vergangenheit verschiedene technische Methoden vorgeschlagen, um gezielt in das Klimasystem der Erde einzugreifen. Diese Methoden werden unter dem Begriff Geoengineering zusammengefasst.

Globale Auswirkungen erfordern differenzierte Betrachtung

OHB beschäftigt sich seit 2018 mit dem Thema Geoengineering. Im Rahmen verschiedener interner Studien wurde ein Konzept zur teilweisen Abschattung der Erde aus dem Weltraum entwickelt und das Thema Geoengineering in seiner Gesamtheit analysiert. Da Geoengineering die Auswirkungen des Klimawandels im globalen Maßstab abmildern soll, müssen bei der Entwicklung konkreter Konzepte nicht nur technische und finanzielle, sondern auch politische, soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt werden.

Um dieser Tatsache Rechnung zu tragen, hat OHB den Kontakt zu Expertinnen und Experten aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichem Hintergrund gesucht. Diese bringen ihr eigenes Fachwissen in das Konsortium ein und bieten auch ihren Studierenden die Möglichkeit, sich in Form von Projekt- und Abschlussarbeiten zu beteiligen. „Unser Ziel ist es nicht, ein bestimmtes Geoengineeringkonzept voranzutreiben, sondern die Umsetzbarkeit der generellen Idee zu untersuchen“, betont Tomas Hamann, Projektleiter bei OHB.

„Deshalb arbeiten wir mit einer Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen, um ein detailliertes, umfassendes und möglichst objektives Bild zu erhalten.“ Durch diesen Ansatz können nicht nur einzelne Geoengineeringkonzepte aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden, sondern es werden auch vielfältige Möglichkeiten geschaffen, unterschiedliche Zielgruppen auf das Thema Geoengineering aufmerksam zu machen und Diskussionen außerhalb der Fachwelt anzustoßen. Um den aktuellen Projektstand zu präsentieren und Ergebnisse auszutauschen, treffen sich die Mitglieder des Konsortiums monatlich in virtuellen Meetings.