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Corona aus der Sicht einer italienischen Forscherin

Gut ein Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie und kurz nach dem europaweiten Start der Impfkampagne beginnt nun eine Übergangsphase zwischen Ungewissheit und Neuanfang.

Eine Gelegenheit zu Rückblick und Austausch liefern uns die Betrachtungen einer weiteren Expertin aus Italien: Giorgia Girotto, Genforscherin am Labor für Humangenetik des Krankenhauses Burlo Garofolo in Triest und Forscherin an der Medizinischen Fakultät der Universität Triest, spricht aus einer italienischen Perspektive über die Rolle der Experten und darüber, wie einerseits Politik und Wissenschaft, zum anderen aber auch der Einzelne und die Gesellschaft auf die Pandemie reagieren. Dann schildert sie die (veränderte) Rolle der Genetik in der Forschungstätigkeit dieses letzten Jahres, bevor schließlich ein kurzer Blick in die Geschichte das Themenspektrum abrundet: Was lehren uns die Pandemien der Vergangenheit?

Ein Jahr Pandemie: Zwischenbilanz im Dialog mit der Wissenschaft

 

Post-COVID-Syndrom: Müdigkeit als Spätfolge

(pte) – Menschen mit überstandener Corona-Erkrankung und diagnostiziertem Post-COVID-Syndrom leiden unter Symptomen wie affektiven Störungen, Müdigkeit und einer wahrgenommenen kognitiven Beeinträchtigung, die sich oft negativ auf die Rückkehr an den Arbeitsplatz und das Wiederaufnehmen normaler Aktivitäten auswirkt. Zu dem Schluss kommen Forscher der Mayo Clinic. Details wurden in den „Mayo Clinic Proceedings“ veröffentlicht.

Daten von 100 Betroffenen

Die aktuelle Studie hat die Erfahrungen der ersten 100 Patienten ausgewertet, die am „COVID-19 Activity Rehabilitation Program“ teilgenommen haben. Dabei handelt es sich um eines der ersten multidisziplinären Programme zur Evaluierung und Behandlung dieser Patientengruppe. Die Patienten nahmen zwischen 1. Juni und 31. Dezember an dem Programm teil. Das Durchschnittsalter lag bei 45 Jahren. 68 Prozent waren Frauen. Die Teilnehmer wurden durchschnittlich 93 Tage nach der Infektion untersucht.

Das häufigste Symptom der Hilfesuchenden war Müdigkeit: 80 Prozent berichteten von einer ungewöhnlichen Müdigkeit. 59 Prozent hatten Atembeschwerden und ein ähnlicher Prozentsatz litt unter neurologischen Problemen. Mehr als ein Drittel der Teilnehmer berichtete von Schwierigkeiten bei Grundtätigkeiten des Alltags. Nur einer von drei Patienten war ohne Einschränkungen wieder ins Arbeitsleben zurückgekehrt.

Laborergebnisse meist normal

Laut Erstautor Greg Vanichkachorn verfügten die meisten Teilnehmer über keine vorher bestehenden Begleiterkrankungen. Viele der Patienten hatten auch nicht unter COVID-19-Symptomen gelitten, die einen Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich gemacht hätten. „Die meisten Patienten weisen normale oder nichtdiagnostische Laborergebnisse auf – obgleich sie über beeinträchtigende Symptome verfügten.“ Es gehöre zu den Herausforderungen, ein Post-COVID-Syndrom rechtzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln.

„Die meisten Patienten, mit denen wir gearbeitet haben, brauchten Physiotherapie, Ergotherapie oder eine Rehabilitation im Bereich des Gehirns, um die wahrgenommenen kognitiven Beeinträchtigungen zu behandeln. Viele litten unter Müdigkeit. Mehr als die Hälfte berichtete auch von Problemen mit dem Denken. Mehr als ein Drittel der Betroffenen hatte Probleme mit ganz normalen Alltagstätigkeiten. Viele konnten zumindest mehrere Monate nicht normal ihrer Arbeit nachgehen“, sagt Vanichkachorn.

Bundestagswahlen ante portas! Ist Wohlstand für alle ein Verbrechen?

So scheint es, dass z. B. der Zug in Sachen Klimarettung abgefahren ist. Es gilt als ausgemacht, dass wir in der Lage sind, unseren gesamten Energiebedarf der Zukunft auf rein regenerative, aus Sonne-, Wind- und Wasserkraft-Energiequellen bewerkstelligen können.

Dieser Text begleitet meinen moderierten Beitrag hier bei Facebook zum gleichen Thema und ist als Zusatzinformation gedacht.

Die Politik hat sich auf eine Art Wunschdenken geeinigt, die Frage, was sind Konsequenzen, wenn es nicht klappt? Welche Opfer müssen die deutschen Bürger dann bringen?

Eine wahre Geschichte aus dem Tierreich: Da gibt es z. B. die Lemminge, eine Art Nagetiere, Säuger, die genetisch den Menschen nicht unähnlich sind. Sie fühlen sich nur im Schwarm bzw. der Gesellschaft wohl. Wenn ein Anführer auf die Idee kommt, sich die Klippen runter zu stürzen, dann folgen ihm alle nach.

Auch beim Verhalten der Menschen sind solche Phänomene nicht selten. Wie könnte es sonst sein, dass z. B. bestimmte Diktaturen oder deren Helfershelfer mit dem Ruf: ‚wollt ihr den totalen Krieg‘, einhelligen Applaus finden, wohlwissend, dass das in den Untergang führt (Deutsche Geschichte)?

Ein solches Phänomen kann aber auch in einer funktionierenden Demokratie entstehen. So etwas nennt man heutzutage Mainstream. Selbst die Presse, die an sich unabhängig sein soll, kann sich diesem – nennen wir es mal – Volks-Bewusstsein nicht entziehen, auch, weil die sozialen Medien mit ihren vielfach ungeprüften Nachrichten die Scene beherrschen. Das gilt dann selbst unter vielen Journalisten als „Vernunft“. Kollegen die dem widersprechen, geraten leicht ins Abseits, bzw. werden in eine vorgesehene Schublade gesteckt.

So gilt es ausgemacht, dass der gesamte steigende Bedarf an elektrischer Energie in Deutschland in absehbarer Zeit, neuerdings sogar schon bis 2045, aus heimischen regenerativen Quellen bedient werden kann. Mag sein, dass Sonne-, Wind- und Wasserkraft tatsächlich liefern könnten, aber es kommt darauf an, in welchem Zeitpunkt der Bedarf entsteht. Nachts und in längeren Wetterperioden, in denen z. B. die Sonne nicht mitspielt, müssen enorme Energiemengen in Millionen von Terawatt-Stunden gespeichert und jederzeit abrufbar sein. Die Möglichkeit steht noch in weiter Ferne. Und wie ist es mit der Wärme im Winter und Kühlung im Sommer. Diese ausschließlich aus elektrischer Energie zu befriedigen, ist Schwachsinn.

Gut, der uninformierte Bürger – das hat sich im Volk verbreitet und bedingt den Erfolg der Grünen – meint, wir haben ja Batterien. Aber physikalisch, technisch und aus Kostengründen kommen nur verschwindend geringe Mengen in Betracht. Für die dafür geeigneten Pumpspeicherwerke eignen sich nur bedingt unsere Mittelgebirge. Aber was sagen dann die Umweltschützer, wenn ganze Berge ausgehöhlt werden müssten? Selbst existierende Talsperren sind nicht mehr zu erweitern.

Dem unwissenden Volk aber wird trotzdem vorgegaukelt, das alles sei kein Problem. Schlimm genug, ganze Parteiprogramme bauen darauf populistisch auf. Kritiker werden weggebeamt. Utopia lässt grüßen. Selbst der reinen Wissenschaft verpflichtete Institutionen, die auf finanzielle staatliche Förderung angewiesen sind, machen auf political correctness und berechnen die angebliche Möglichkeit mit so viel Details, dass jeder die Übersicht verliert.

So wurde z. B. das rein batteriebetriebene Elektroauto mit schlechtester Ökobilanz zum Heilsbringer. Kaum jemand wagt es, dagegen anzugehen. So wird der Irrglaube geschürt, dass nur so die Elektromobilität des Verkehrs realisiert werden könnte. Die Lemminge lassen grüßen, sogar die Automobilindustrie stimmt dem zu, Alternativen werden gar nicht mehr geprüft. Dahinter steckt, dass die Automobil-Industrie weiterhin ihre Spritt-fressenden – und Kraft-strotzenden SUVs verkaufen wollen, aber auf Grund von EU-Bestimmungen ermöglicht es ihnen nur, mit jedem Elektro-Auto den sogenannten Flottenverbrauch auf die geforderten Grenzwerte zu reduzieren. Dann kommt noch hinzu, dass die Politik Abermilliarden von Euros in die Umstellung zur Schimäre Elektro-Auto subventioniert hat. Sie ist auf chinesische Forderungen und Elon Musk mit seinem nur für Reiche erschwinglichen Tesla hereingefallen und glaubt, dass nur durch Abschaffung des Verbrennungsmotors die notwendige Umstellung auf Elektromobilität ermöglicht wird. Der Wunsch ist richtig, aber der Weg ist falsch. Hinzu kommt, dass die Automobilfirmen ihre E-Autos nur los werden, wenn jeder, der sie kauft, noch 9.000 Euro geschenkt bekommt. Was hat das mit Vernunft zu tun? Insbesondere, weil es auch ganz anders geht, aber das wird nicht mehr geprüft.

Langsam dämmert es allerdings auch gutgläubigen Politikern, dass da irgend etwas nicht stimmen kann. Jemand hat sie darauf aufmerksam gemacht, dass es auch noch den Wasserstoff als Energieträger gibt, der mit Hilfe der Sonne total beliebig produziert werden kann. Herumgesprochen hat sich allerdings noch nicht, dass der Wasserstoff nicht vergleichbar mit dem elektrischen Strom ist und sich daher nicht eignet, die Lücken zu schließen, die eine Überlastung des Stromnetzes durch das Laden der vielen Automobil-Batterien entstehen. Dazu muss seine chemische Energie in elektrische Energie umgewandelt werden, dafür gibt es die Technologie der Brennstoffzellen, allerdings mit Wärmeverlusten wegen physikalischer Gesetze. Aber diese Technologie ist noch nicht ausgereift und sehr teuer. Aber es gibt ja noch den vermaledeiten Verbrennungsmotor, der dabei preiswerte Dienste leisten kann. In ihm kann Rückstands-frei der Wasserstoff mit Hilfe von angekoppelten Generatoren in den erhöhten Bedarf an elektrischer Energie umgewandelt werden.

Doch damit ist die Zukunftsenergie Wasserstoff noch lange nicht ausgereizt. Wasserstoff ist ein Gas und nicht so leicht händelbar. Er lässt sich nur mit hohem Energieaufwand bei -252°C verflüssigen. Deshalb haben deutsche Erfinder sich Gedanken gemacht. In einer zweiten Stufe kann er regenerativ weiter in Methanol verwandelt werden. Wenn Sie mich fragen, so ist das der eigentliche Energie-Träger der Zukunft. Methanol lässt sich überall wie Benzin oder Diesel in Verbrennungsmaschinen, aber auch in intelligenten Heizungen für die Versorgung der Gebäude ohne große Umstellungen einsetzen. Viele Subventionsgelder können gespart werden.

Dazu benötigen wir die Mitarbeit von Ländern, in denen die Sonne kräftiger scheint als bei uns. Ich bin sicher, dass die bisherigen arabischen Öllieferanten mit fliegenden Fahnen zu Methanol überwechseln würden. Aber ein kleiner Haken existiert dabei: man benötigt zusätzlich minimale Mengen Kohlenstoff in Form von CO2 als Rohstoff. Er sorgt dafür, dass der Wasserstoff sozusagen verflüssigt werden kann. Diese jetzigen Ölmagnaten haben außerdem genug Kapital, um in großen Fabriken den lokal gewonnenen solaren Wasserstoff in zweiter Stufe in rein regeneratives Methanol umzuwandeln. Mit Fug und Recht kann man ihn als den Treibstoff der Zukunft bezeichnen. Damit die CO2-Bilanz stimmt, empfehle ich, ihn entweder aus der Atmosphäre zu gewinnen, oder aber viel preiswerter, ihn in einer Art Kreislauf aus noch existierenden CO2-Abgasen zu recyclen.

Da kommt noch ein ganz entscheidender Aspekt hinzu. Viele arme Länder der 3. Welt werden ja auch von der Sonne verwöhnt. Dort solche Methanol-Fabriken zu bauen, würde ein Beitrag zu einer Entwicklungshilfe bieten, die diesen Namen verdient. Dabei ist davon auszugehen, dass wir in Deutschland niemals so viel Energie aus Sonne und Wind – selbst mit Milliarden Investitionen – gewinnen können, dass es für uns ausreicht. Deswegen sind wir auf internationale Zusammenarbeit angewiesen.

Mit diesem Beitrag wollte ich andeuten, dass es viele, viele Alternativen gibt und der derzeitige Mainstream auf dem falschen Gleis fährt.

Jean Pütz

PS

Den folgenden Link möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Ein deutscher Erfinder rennt vor die Wand. Er setzt ebenfalls auf regeneratives Methanol. Jedoch setzt er die darin enthaltene Wasserstoff-Energie mit einer Brennstoffzelle in Ladestrom für eine wesentlich leichtere Lithium-Ionen-Batterie um. Er scheitert an dem Unwissen der politischen Instanzen, obwohl Umwelt- und Klimaschutz viel besser ist als bei jedem reines E-Auto.

Alle diese Nachteile mit der Brennstoffzelle vermeidet ein kleiner Lademotor im folgenden HyperHybrid-E-Auto – nicht zu verwechseln mit Plug-in-Hybrid. Es ist 200 kg leichter als ein reines E-Auto, fährt sich genauso, der reine Antrieb durch Elektromotoren erlauben eine unglaubliche Beschleunigung – besser als jeder Benziner oder Diesel. Der Verbrennungsmotor liefert nur gelegentlich Zusatzstrom in die Batterie. Mit 30 Liter Methanol erreicht er eine Reichweite von ca. 1.500 km – mit Benzin 1.000 km – bei einem Treibstoffverbrauch von max. 2-3 Litern pro 100 km. Das wichtigste: Es ist nicht teurer als heutige Klein- oder Mittelwagen, für jedermann erschwinglich.

Im nachfolgenden Link ein Bericht über die Idee mit dem HyperHybrid. Ein existierender Prototyp mit kleiner Batterie von 17 Kilowatt-Stunden Fassungsvermögen, mit dem ich selbst durch die Alpen gefahren bin.

Folge 196 Der Vernunft eine Chance

Gedanken zum Kriegsende 8. Mai 1945

Ich war damals neun Jahre alt, und habe die Schrecken eines Krieges hautnah miterlebt.
Deswegen gestatten Sie mir, dass ich als noch lebender Zeitzeuge auch Sie heute daran erinnern möchte, in Verbindung mit Überlegungen warum es uns heute so gut geht. Noch niemals vorher haben die Bürger in Deutschland solange den Frieden genießen können. aber auch sonst gings den meisten Menschen noch nie so gut wie heute. Warum?
Nicht Planwirtschaft, wie von den kommunistisch orientierten Politikern damals gefordert, sondern Marktwirtschaft und zwar die “soziale” Marktwirtschaft. Diese führte letztlich zum Wirtschaftswunder, das Deutschland aus der Hoffnungslosigkeit herausgeführte. Heutzutage muss hinzugefügt werden die “soziale” und “ökologische” Marktwirtschaft.
Demokratie ist zwar keine ideale Staatsform, aber von allen existierenden politischen Systemen ist sie das kleinere Übel. Sie gab auch dem einzelnen Menschen , nicht nur dem kollektiv, Chancen, durch Leistung aus seiner angeborenen sozialen Schicht sich herauszuheben. Bildung für jedermann der kann und will ist die Voraussetzung. die Gleichheit die Kommunismus und Faschismus versprochen haben waren Lippenbekenntnisse und haben in ein totalitäres Regime geführt. Oft war das schlimmer als zu Zeiten des Feudalismus, wo eine Adelsschicht die rechtlosen Burger willkürlich drangsalieren konnte. Ein Wiederaufleben dieser schrecklichen Zeiten kann nur die Demokratie verhindern, aber der Bürger muss sich einmischen. Allerdings unter Benutzung des Menschen Angeborenen Verstandes. das Prinzip: was nicht sein darf das nicht sein kann führt leider nicht zum Ziel. wenn jeder lernt über seinen Tellerrand hinaus zu schauen und auch die Interessen der anderen Bürger berücksichtigt, dann gibt es Hoffnung. Die Notwendigkeit dafür hat Corona bewiesen. Leider führen auch die in vielen Parteien grassierenden einfachen Lösungen ins Chaos, Nebenwirkung spielen dabei keine Rolle. Deswegen: Populismus von rechts oder links kurzum alles was den einzelnen Menschen entmündigt und dafür das Kollektiv in den Vordergrund stellt gefährdet die Demokratie.
Die Hoffnung stirbt zuletzt. darum:“ vernunftbegabte Bürger aller Länder vereinigt euch“.
Herzlichst
Euer Jean Pütz
ausnahmsweise mal ganz emotional.
Folge 190: Der Vernunft eine Chance.

 

Wie kann weltweit die Zukunft der Jugend gerettet werden?

Jedenfalls nicht durch politische Bekenntnisse und populistische gesetzliche Maßnahmen. Wenn Deutschland Einfluss haben will, muss es Technologien entwickeln, die die Welt überzeugen.

Bitte hören und sehen Sie sich zunächst meinen frei moderierten Beitrag an.
Nehmen Sie den folgenden Text als Begleitmaterial, verbunden mit zusätzlichen Gedanken, die in einer kurzen Moderation keinen Platz finden können.
Nicht nur das Bundesverfassungsgericht, sondern auch aktuell in den Petersbergen Gesprächen der politischen Elite, ebenso wie in vielen Welt-Klima-Konferenzen wird zurecht davor gewarnt, dass, wenn die Weltgemeinschaft keine nachhaltigen Maßnahmen zur Reduktion des Temperaturanstiegs auf der Erdoberfläche ergreift, dieser unser Globus nur noch für wenige bewohnbar bleibt. Der Missetäter im Fokus ist das Treibhausgas CO2. Wie ist es möglich, den weiteren Anstieg in der Atmosphäre zu begrenzen. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik in den letzten 200 Jahren hat das zweifellos bewirkt. Jetzt muss er auch helfen, das Problem zu lösen. Vergessen darf dabei nicht, dass dieser zumindest den Industrieländern einen Wohlstand sondergleichen gebracht hat. Daran beteiligt ist auch z. B. eine Erfindung von James Watt. Er hat bekanntlich der Welt die Dampfmaschine geschenkt. In den damaligen herrschenden feudalen Systemen wurde plötzlich die Maschinen-Arbeit wesentlich billiger als Arbeit von Sklaven, Leibeigenen oder Untertanen, die nur einen Hungerlohn erhielten. Deshalb gebührt James Watt postum neben dem Physik- auch der Friedens-Nobelpreis. Aus der Dampf-Maschine entstand dann durch technische Kreativität vor allem von Deutschen Erfindern der Benzin-getriebene Otto-Motor (Nikolaus August Otto 1832-1891) und der Diesel-Motor (Rudolf Diesel 1858-1913). Zu diesen Verbrennungsmotoren gehört auch die Turbine, Gas-, Kerosin- oder Dampf-getrieben. Alle diese Maschinen revolutionierten die Gewinnung von Bewegungs-Energie aus Wärme – übrigens nicht nur für den Verkehr. Die Treibstoffe dafür wurden aus fossilen Lagerstätten geholt, die die Natur in Jahrmillionen dort abgespeichert hatte. Sie hatte den extrem hohen CO2-Gehalt der Ur-Atmosphäre gebunden und damit unseren Globus für uns erst lebenswert gemacht. Jetzt sorgte der Mensch – anfangs gedankenlos – dafür, dass dieser Prozess wieder umgekehrt wird.
Aber es ist nicht nur der Verbrennungs-Motor, der für die Welterwärmung verantwortlich gemacht werden kann. Und auch nicht der zur Zeit im Mittelpunkt stehende Verkehrssektor. Es ist vor allen Dingen das Bedürfnis der Menschen, in ihren Gebäuden vor den Unbilden des Wetters geschützt zu werden. Konkret geht auch heute noch 40 – 50% der dort eingesetzten Energie in Gebäuden, das heißt auch in unseren Privat- und Miethäusern – verloren, und damit auch genauso viel CO2-Ausstoß. Das wird immer vergessen und deshalb fordere ich eine strikte Unterscheidung zwischen der Produktion von Wärme und Kälte, die auf unordentlicher Energie beruht, und der Erzeugung von mechanischer Arbeit und Bewegung, die auf gerichtete, d. h. ordentlicher Energie fußt. Leider wird in den Schulen dem 2. Hauptsatz der Wärmelehre nur ungenügend Bedeutung beigemessen. Das Verständnis verschwindet meist, wenn der Begriff Entropie auftritt. Er besagt nichts anderes, als den Grad der Unordnung. Zwar geht auch Wärme auf Bewegung der Moleküle zurück, aber völlig richtungslos, eben unordentlich. (Stichwort: Braun‘sche Bewegung)

Nun weiß jeder, dass aus Unordnung nicht aus sich heraus Ordnung entsteht. Unsere Erfahrung sagt uns, dass bei einem Film einer Sprengung, wenn aus dem Chaos wieder ein Gebäude entsteht, etwas nicht stimmen kann. Um das Gebäude wieder aufzubauen, benötigt man viel Arbeit und Energie. Genau das besagt der oft miss-gedeutete 2. Hauptsatz der Energie. Deshalb darf auf keinen Fall die Bewegung, bei der alle Moleküle gerichtet sind, mit der chaotischen Wärme verglichen werden. Auch die elektrische Energie gehört dazu, denn auch die Ladungsträger bewegen sich ordentlich, getrieben von der elektro-magnetischen Kraft.

Dieses Nichtwissen führt zu einem fundamentalen Irrtum. Mit Wasserstoff kann man nur unter großen Verlusten elektrische Energie speichern. Er ist nicht – wie oft behauptet wird – mit elektrischer Energie gleich zu setzen. Um daraus elektrische Energie zu gewinnen, bedarf es Verbrennungs-Maschinen oder Brennstoffzellen. Beide erzeugen aber enorme Verluste in Form von Abwärme. Diese kann dann allerdings mit technischer Intelligenz auch wieder zum Heizen oder Kühlen genutzt werden.
Sie sehen, alles ist nicht so einfach, wie die ‚Grünen‘ und in ihrem Gefolge weitere Parteien uns populistisch weismachen wollen. Ein Elektromotor, der ordentliche Bewegung mit ordentlicher elektrischer Energie erzeugt, darf nicht gleich gesetzt werden mit einem Verbrennungsmotor, der hilft, aus Unordnung Ordnung zu erzeugen und damit natürlich einen schlechteren Wirkungsgrad hat. Das wäre Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
Abgesehen davon, dass auch die Industrie erheblich an der Anhäufung von CO2 in der Atmosphäre beteiligt ist, hat sie viele Hausaufgaben gemacht, weil dort alles in Heller und Pfennig umgerechnet wird. Die Manager sind eher geneigt, der steuerlichen Bewertung von CO2 Rechnung zu tragen. Leider gilt das bei vielen Bürgern als Willkür. Die Industrie Sie zu verteufeln, was oft geschieht, ist natürlich auch kontra-produktiv, weil sie entscheidend zu unserem Wohlstand beiträgt.

Ich muss noch etwas über den elektrischen Strom sagen, der natürlich – auch nicht ohne Nebenwirkungen – die Entwicklung der Technik enorm voran getrieben hat. Sie erleichtert menschliche Arbeit bis hin in unseren Alltag. In Zukunft sollen mit ihrer Hilfe intelligente Maschinen dank KI uns noch mehr Arbeit abnehmen. Übrigens, um einem Missverständnis vorzubeugen, die mechanische Arbeit in Staubsaugern, Waschmaschinen, vielen Küchengeräten usw. fällt CO2-anteilig wenig ins Gewicht. Aber alles was mit Wärme zu tun hat, wie Kochen, Aufheizen von Wasch- und Spül-Maschinen, Backofen, elektrischen Boilern, Mikrowellen-Geräten usw., sind sehr energieaufwendig. Das erkennen Sie schon allein an den Leistungs-Angaben auf den Geräten. Eine Kochplatte bringt es leicht auf 2 kW, während eine Küchenmaschine, die nicht heizt, sich mit 100 bis 200 Watt begnügt. Das ist der Grund, weshalb ich zuhause mit Flüssiggas koche und backe.

Diesen enormen Bedarf an elektrischer Energie haben bisher Kraftwerke geliefert. Diese hatten einen extrem geringen Wirkungsgrad. Dass da etwas geschehen musste, haben die ‚Grünen‘ und engagierte Kritiker längst erkannt. Doch sie fanden in der Politik wenig Gehör.
Hier ein Argument, welches ihnen recht gibt. Diese großen Kraftwerke auf freiem Feld waren und sind eigentlich Wolken-Fabriken, denn maximal 30-40% der aus der Erde gewonnenen Energie in Form von Braunkohle, Steinkohle oder Erdöl kann in Strom umgewandelt werden, der Rest wird in den riesigen Kühltürmen verhunzt. Und da harkt es am Verständnis der Grünen-Ideologie. Selbst das Elektro-Auto ist keine intelligente Anwendung.

Wenn trotz Trennung von Wärme und Strom die aus Sonne, Wind und Biogas gewonnenen regenerativen Energien bei erhöhtem Bedarf in Deutschland ausreichen und das elektrische Netz stabil bleiben soll, müssen zusätzliche Quellen genutzt werden. Dazu gehört der schon angesprochene regenerative Wasserstoff, aus dem dann z. B. in sonnenreichen Ländern auf unserem Globus der Treibstoff der Zukunft gewonnen werden kann, nämlich Methanol. Wie, dem werde ich mich später widmen..
Das würde aber helfen, auch in Form von sinnvoller Entwicklungshilfe, in Ländern, die industrieell bisher im Abseits stehen, aber von der Sonne verwöhnt werden, den Energiewandel zu ermöglichen und eine technische Revolution bezahlbar zu machen. Kurzum, regeneratives Methanol ist meines Erachtens der Treibstoff der Zukunft. Bei nur 2% weltweitem Anteil Deutschlands am CO2-Ausstoß können wir zwar Vorbild spielen, doch wichtiger ist, dass unsere Ingenieure Technologien entwickeln, die es den Entwicklungs- und Schwellen-Ländern ermöglichen, die notwendigen Maßnahmen zu realisieren. Wenn das nur auf Verboten beruht, wird dieses hehre Ziel scheitern. Nur Technologie-Offenheit und nicht Ideologien werden das ermöglichen.

Es lebe die menschliche Vernunft. Die Hoffnung stirbt zuletzt

Folge 194 Der Vernunft eine Chance

 

Prof. Lesch deckt die Ursachen der schlechten Ökobilanz des E-Autos auf

Liebe Freunde,

dieser
Link
führt sie zu einem Statement des glaubwürdigen Professors Dr. Harald Lesch, Wissenschaftsjournalist des ZDF, der nicht umsonst eine Popularität erlangt hat, die für einen Wissenschaftler erstaunlich ist. Er ergänzt meine Ausführungen, die ich aus Platzgründen nicht oder noch nicht in meinem Facebook-Kommentar erwähnt habe.

Es ist vorwiegend die schwergewichtige Lithium-Ionen-Batterie die dem Elektroauto die miserable Ökobilanz verleiht. Das liegt einerseits an den Rohstoffen wie das von Professor Lesch gebrandmarkte Lithium, welches bisher vorwiegend in sehr problematischen und Umwelt anfälligen Gegenden z. B. der Atacama-Wüste in Chile gewonnen wird. Der ungeheure Wasserverbrauch bei der Gewinnung und Verarbeitung des Erzes ist unerträglich. Hinzu kommt, dass die Eigentümer dieser Lithium Lagerstätten von dem Clan des ehemaligen faschistischen chilenischen Diktators José Ramón Pinochet beherrscht werden. Ich war damals auf Einladung des Goethe-Instituts in Chile, um chilenische Wissenschaftsjournalisten auszubilden. Plötzlich erschienen sie nicht mehr, weil von oben meine freie Sprache und Formulierungen moniert wurden. Erst auf Intervention der Deutschen Botschaft in Santiago de Chile konnte der Unterricht weitergehen.

Aber es ist nicht nur die Schuld des Lithium, weshalb die Ökobilanz des Elektroautos so miserabel ausfällt, auch die seltenen Erden und das Element Kobalt. Seine Lagerstätten befinden sich im Kongo, dort wird es auch unter unmenschlichen Umständen geschürft. Der Kongo, ein afrikanisches Land, das politisch sehr fragil ist und sogar Kinderarbeit nicht verhindern kann.

Einen wichtigen Aspekt möchte ich Ihnen auch nicht vorenthalten, der offenbar auch den Grünen  nicht aufgefallen ist. Ein E-Auto ist immer ungeheuer Gewichts-trächtig, es ist also wesentlich schwerer als die heutigen Verbrenner, sogar schwerer als die oft so kritisierten SUVs. Das hat seine Konsequenzen. Es  braucht zum Fahren mehr Energie, zwar kein Benzin oder Diesel, sondern die besonders aus der Batterie gezogene wertvolle elektrische Energie. Das wird insofern immer verschwiegen bzw. mit dem Argument glattgebügelt, dass man ja beim Bremsen einen großen Anteil der Bewegungsenergie wieder rückgewinnen kann. Das stimmt zwar, aber die verstärkte Reibung der Reifen bewirkt mehr Reifenabrieb. Auch das wäre zu verkraften, wenn dabei nicht Feinstaub besonderer Art entstünde. Solche Reifen bestehen häufig aus synthetischen Kunststoffen, und der Feinstaub aus Mikroplastikteilchen,  die bekanntlich die Gewässer und die Ozeane extrem belasten – viel mehr als die immer noch völlig überflüssig in der Kosmetik eingesetzt werden.

Alles das ins Gästebuch der fanatischen Befürworter des E-Autos, insbesondere der nur für betuchte – meist als Zweitwagen – verwendete Tesla oder E-Autos aus Deutschland, Frankreich, China und Japan. Die Chinesen werden sowieso demnächst auf dieses Segment mit billigen, aber ökologisch problematischen chinesischen Fahrzeugen überschwemmen. Dort entstehen viele Start-ups, die an Ort und Stelle selbst die hochpreisigen deutschen Produkte verdrängen. Ich fordere die Politik auf, das nicht aus dem Auge zu verlieren und sich einmal mit der Idee des extrem umweltfreundlichen HyperHybrid-Autos zu beschäftigen – Ideologie hin, Ideologie her.

Leider sind auch vielen Journalisten diese angesprochenen Nachteile noch nicht eingefallen und bezeichnen immer noch das E-Auto als die Zukunft der Mobilität – auch die Öffentlich-rechtlichen Sender, die genügend Recherchemöglichkeiten haben. Kritische Wissenschaftsjournalisten an die Front.

Jean Pütz

Herzlichen Dank an den Facebook-Freund Stefan Volk, der mir den Link mit Professor Lesch in der Rubrik ‚Kommentare‘ zugesendet hat.

Wegen Merkel: Deutschland ist unter seinem Potential geblieben

(Morning Briefing) – Wie haben die Politiker, Berater und Virologen im Rahmen dieser Pandemie gedacht und gehandelt? Was lief gut und was lief schief? Diese Bestandsaufnahme haben Georg Mascolo und Katja Gloger unternommen. Mascolo war einst Chefredakteur des „Spiegels“ und ist heute Leiter des Rechercheverbunds von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“. Gloger war politische Korrespondentin für den „STERN“ in Washington und Moskau. Sie ist Bestsellerautorin und auch das: Putin-Biografin.

Gemeinsam haben sie nun ein Buch geschrieben: „Ausbruch: Innenansichten einer Pandemie – Die Corona-Protokolle“. Es ist die bisher detailreichste und politisch präziseste Schilderung dessen, was hinter den Kulissen von Corona-Kabinett, Partei-Vorstand und TV-Talkshow passierte. Die Geschichte der Pandemie als Geschichte von Pannen, Fehleinschätzungen und schwerem Missmanagment. Über ihre Rechercheergebnisse sprechen Katja Gloger und Georg Mascolo im Morning Briefing Podcast Katja Gloger beginnt mit dem Positiven:

„Innerhalb von zehn Monaten haben es Wissenschaftler zustande gebracht, einen Impfstoff zu entwickeln, der uns helfen wird, aus dieser Pandemie herauszukommen. Für mich grenzt es immer noch an ein Wunder. “

Die Staatlichkeit allerdings hat nicht in gleicher Weise segensreich gewirkt. Mascolo erinnert daran, dass der Verweis auf das Versagen der EU nicht viel mehr als eine Ausrede ist:

Man darf nicht vergessen, wer in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres die EU-Ratspräsidentschaft innehatte – das war Deutschland. Man darf nicht vergessen, dass der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn auch unter den Gesundheitsministern der EU den Vorsitz gehabt hat. “

Deshalb trage Deutschland laut Katja Gloger eine Mitschuld am verpatzten Start der Impfkampagne:

Es hätte politische Kraft und politische Führung gebraucht zu sagen, wenn in der Pandemie Geschwindigkeit die wichtigste Währung ist, dann ist es eine zentrale politische Aufgabe, und zwar im Zweifel für das Land, das die EU-Präsidentschaft innehat, und die höchsten wirtschaftlichen Ressourcen besitzt, dafür zu sorgen, dass dieser Prozess innerhalb der EU erheblich an Geschwindigkeit aufnimmt. “

Die Corona-Pandemie wirke wie ein Brennglas für gesellschaftliche Missstände. Georg Mascolo sagt:

Vieles von dem, was wir jetzt erleben, was in diesem Land nicht funktioniert, hat auch etwas mit der Frage zu tun: Wer hat dieses Land eigentlich die letzten 16 Jahre regiert. “

Das Fazit der beiden über Angela Merkel fällt niederschmetternd aus:

Sie ist gut in der Analyse und schlecht im Abliefern. Deutschland ist unter seinem Potenzial geblieben. “

Deutschland als Automobil-Industrie verliert immer mehr an Konkurrenzfähigkeit – auch schon vor der Tendenz zur Elektromobilität

Studie über Fahrzeugproduktion: Deutschland verliert als Autostandort an Bedeutung

(Spiegel) – Das Lohnniveau im Osten und Südosten Europas liegt deutlich unter dem Deutschlands – das merkt auch die hiesige Autoindustrie. Laut einer Studie brach Deutschlands Anteil am Pkw-Produktionsvolumen der EU ein.

Der Autoproduktionsstandort Deutschland verliert einer Studie zufolge an Bedeutung

Deutschland hat als größter europäischer Standort der Automobilproduktion in den vergangenen fünf Jahren an Bedeutung verloren. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung AlixPartners hervor. Der Anteil am Pkw-Produktionsvolumen in der Europäischen Union sei demnach von 2015 bis 2020 um sechs Prozentpunkte auf 22 Prozent gesunken.

Versäumnisse des Staates: Kein fälschungssicherer Impfnachweis – Statement der Stadt Köln

Sehr geehrter Herr Pütz,

vielen Dank für ihre Nachricht.

Derzeit können wir Ihnen leider noch keine fälschungssichere Bescheinigung ausstellen, da wir noch nicht über solche Nachweise verfügen.

Ich bitte Sie noch um ein wenig Geduld und informiere sie gerne, wenn es uns möglich ist ihrem Wunsch nachzukommen.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Eva Blancbois

Stadt Köln – Die Oberbürgermeisterin

 

Sehr geehrte Damen oder Herren,

am 09.02.2021 habe ich unter medialer Begleitung von RTL die erste Covid-19-Impfung mit dem mRNA-Serum bekommen. Wenn ich mich richtig erinnere, war es der Leiter des Kölner Gesundheitsamtes, der mir die Ehre erwies, mich zu impfen.

Am 02.03.2021 erhielt ich dann die zweite Impfung und bin jetzt völlig von den Gefahren durch Covid-19 befreit, genauso wenig kann ich das Virus weitergeben. Endlich jetzt auch die Politik dahintergekommen, deshalb wäre es sehr nett, wenn ich von Ihnen eine fälschungssichere Bescheinigung erhalten könnte, am besten wie in Frankreich mit einem QR-Code.

Meine Adresse:

Jean Pütz
50825 Köln

Ich bitte Sie, mir diese baldmöglichst zuzusenden, denn ich möchte endlich wieder über die in unserem Grundgesetz verankerten diesbezüglichen Bürgerrechte verfügen.

In der Anlage erhalten Sie meine mir damals ausgehändigte Impfbescheinigung.

Mit freundlichen Grüßen

Jean Pütz

Irrtum von exponentiellem Wachstum von Corona

Lieber Ulrich,

ich habe mir erlaubt, Deinen klugen Artikel auf meiner Homepage zu veröffentlichen. Ehrlich gesagt, ich bewundere Deine Bemühungen, aber das ist Sisyphus-Arbeit. Mittlerweile geistern in unserer Sprachwelt herum, die häufig nicht den Anspruch der Wissenschaft überhaupt nicht mehr verfolgen, das ist eine Art Zeitgeist, nur noch Emotionalisieren wollen. Das liegt daran, dass Verständnis für naturwissenschaftliche Phänomene in der Kohorte Deutschland immer mehr abgenommen hat. Immer dann, wenn Unverständnis die Massen bewegt, tritt die Emotion in den Vordergrund. Das ist auch der Grund, weshalb Verschwörungstheorien auf fruchtbaren Boden fallen und letztlich unsere Demokratie gefährden.

Ich stinke nach Möglichkeit bei Facebook dagegen an, aber selbst in meiner Familie ist es schwer, meine Frau davon zu überzeugen. Ich erlebe in der Kleingruppe das, was sich in der Gesellschaft immer mehr ausbreitet. Als empirischer Soziologe erkenne ich die großen Probleme, die aus diesem Verhalten für die Akzeptanz von Wissenschaft und Technik aber auch für die Vernunft in der Politik erwachsen. Leider ist es so, dass ein steter Tropfen gar nicht mehr den Stein höhlt, die physikalische Erkenntnis wird einfach wegewischt. Selbst bei Ergebnissen der reinen Mathematik erwartet das Wählervolk eine zweite oder dritte Meinung zu akzeptieren – zweimal vier ist noch lange nicht acht – selbst daran wird gerüttelt.

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, ich gebe jedenfalls nicht auf, und Du ja auch nicht, doch wir können mit unseren Bemühungen keine Lorbeeren ernten.

Kopf hoch

Herzlichst

Dein Jean

Der Irrtum von exponentiellem Wachstum von Corona

Stellungnahme des kompetenten Mathematikers Prof. Dr. Ulrich Trottenberg

Exponentiell    UT, 4.05.21

Das hätte vor zwei Jahren keiner erwartet: Ein mathematischer Begriff hat beste Chance das Modewort des Jahres 2020 zu werden. Und auch wenn exponentiell nicht offiziell zum Modebegriff des Jahres gekürt wird: Durch seinen ständigen Gebrauch in allen Medien, bei „Experten“ und Politikern, aber auch bei Menschen, die ihre mathematische Inkompetenz gern zur Schau stellen und damit kokettieren, wird es zu einem zentralen Begriff der Corona-Pandemie.

Nur schade, dass es meist falsch gebraucht und missverstanden wird. Exponentiell ist mathematisch wohldefiniert (s. zB [ISAfA-Blog]), wird aber mittlerweile umgangssprachlich für alles Mögliche benutzt und nur selten für exponentielles Wachstum im engeren Sinne, für exponentielle Abnahme eigentlich nie. Praktisch immer dann, wenn Inzidenzzahlen steigen, ist von exponentiellem Wachstum (der Fallzahlen) die Rede. Und damit ist gemeint, die Zahlen wachsen schnell, schneller als man mit linearem Wachstum (s. [ISAFA-Blog]) beschreiben könnte.

Dabei kann lineares Wachstum viel dramatischer sein als exponentielles. Denn man betrachtet die Inzidenzen ja oft nicht über große Zeiträume, und für kleine Zeiträume ist exponentielles Wachstum nur kritisch, wenn die Exponenten groß sind.

Durch den inflationären Gebrauch des Begriffs exponentiell, auch durch mathematisch hochgebildete Menschen wie die Kanzlerin, werden die tatsächlichen Verhältnisse oft dramatisiert, auf jeden Fall relativiert. „Echtes“ exponentielles Wachstum, mit zB einem Exponent 2 (Verdoppelung) innerhalb einer Woche, ist in der Tat dramatisch und höchst bedrohlich. Aber ein Exponent größer als, aber in der Nähe von 0 (das entspricht einer Reproduktionszahl größer als, aber in der Nähe von 1) sollte nicht dramatisiert werden, er bedeutet nur: Es wird nicht besser. Aber sobald die Reproduktionszahl stabil in der Größenordnung von zB 0,7 liegt, das entspricht einem Exponenten deutlich kleiner als 0, darf man sich freuen: Es wird exponentiell besser!