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Wie gefährlich ist Covid-19 für Schwangere ?
Diese Meldung der Universität zu Kiel möchte ich Ihnen deswegen nicht vorenthalten, weil sie ein Beispiel für moderne seriöse Forschung, bei der statistische Erhebungen eine wichtige Rolle spielen. Man kann die Ergebnisse zwar nicht unmittelbar auf den einzelnen eins zu eins übertragen. Das haben statistische Werte so an sich, aber sie zeigen die wichtige Tendenz, die der Politik Handlungsempfehlungen geben, darauf zu reagieren, mit Gesetzen oder durch gezielte Förderung. Offenbar ist das in diesem Fall nicht bei der Regierung angekommen
Ihr Jean Pütz
(Uni Kiel) – Vor einem Jahr etablierten Mitarbeitende des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und Dresden unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) das CRONOS-Register, um Auswirkungen von Covid-19 auf Schwangere und deren Neugeborene zu erfassen. Mittlerweile wurden von mehr als 2.000 Schwangeren in Deutschland Daten erhoben. Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen wissenschaftliche Empfehlungen für die Betreuung der Schwangeren, die auf das deutsche Gesundheitssystem abgestimmt sind.
Mehr als 2.000 während der Schwangerschaft positiv auf SARS-CoV-2 getestete Frauen wurden in dem CRONOS-Register der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) erfasst. Bereits sehr frühzeitig haben die Mediziner erkannt, dass für wissenschaftlich fundierte Behandlungsempfehlungen zum Umgang mit einer SARS-CoV-2-Infektion Daten aus Deutschland eine wichtige Voraussetzung sind. Das wenige Monate vorher von Prof. Dr. Ulrich Pecks und Prof. Dr. Mario Rüdiger etablierte Forschungsnetzwerk der DGPM bildete die optimale Voraussetzung. Innerhalb kürzester Zeit wurden ehrenamtlich die Voraussetzungen für das Register geschaffen, in dem mittlerweile mehr als 150 Kliniken in Deutschland registriert sind. In diesen Kliniken kamen 2020 insgesamt mehr als 180.000 Kinder und damit über 25 Prozent aller Neugeborenen in Deutschland zur Welt.
„Wichtig war uns, dass wir als interdisziplinäre Fachgesellschaft nicht nur Daten der Schwangeren erfassen, sondern auch Aussagen zu den Auswirkungen auf das Neugeborene machen können“, so Prof. Dr. Pecks, Leiter der Geburtshilfe am Universitätsklinikum Schlesiwg-Holstein (UKSH), Campus Kiel. Mittlerweile sind 1619 Neugeborene SARS-CoV-2-infizierter Schwangerer geboren. „Wir können die Frauen, die während der Schwangerschaft positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, etwas beruhigen: Weniger als fünf von 100 Neugeborenen wurden nach der Geburt positiv auf SARS-CoV-2 getestet und nur sehr wenige sind ernsthaft erkrankt“, so Prof. Dr. Rüdiger, Neugeborenenmediziner und Gründungsdirektor des Zentrums für feto-neonatale Gesundheit am Dresdner Universitätsklinikum.
Allerdings zeigen die Daten auch, dass eine Infektion in der Schwangerschaft mit schweren Verläufen von Covid-19 für die Betroffene einhergehen und somit eine Gefahr für die Schwangere darstellen kann. „Aktuelle Presse-Berichte aus dem Universitätsklinikum in Hamburg zu sehr schweren Verläufen haben uns veranlasst, das CRONOS-Register erneut zu bewerten. Wir finden in ganz Deutschland zurzeit einen Anstieg sehr schwerer Verläufe, bei der die schwangeren Frauen beatmet werden müssen“, erklärt Prof. Pecks. In absoluten Zahlen gesprochen sind dies zwar zum Glück wenige betroffene Patientinnen, jedoch im März und April 2021 mit elf Fällen etwa doppelt so viele, wie in den Monaten davor. „Eine schlüssige Erklärung haben wir hierzu noch nicht, aber wir gehen der Sache nach“, so der Geburtshelfer weiter. Zudem wird eine erhöhte Rate an Frühgeburten beobachtet, die dann eine intensivere Beobachtung und ggf. Behandlung des Neugeborenen nach sich zieht.
Daten internationaler Studien weisen nun darauf hin, dass die Impfung gegen Covid-19 während der Schwangerschaft sicher ist und die bei einer SARS-CoV-2-Infektion vermehrt auftretenden Risiken für Mutter und Kind verhindern kann. Daher hat die DGPM, gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften, eine Empfehlung für eine Impfung während der Schwangerschaft ausgesprochen. „Diese schützt nicht nur die Schwangere. Auch bei dem Neugeborenen sind nach einer Impfung der Schwangeren die schützenden Antikörper nachweisbar“, erklärt Prof. Rüdiger.
Aktuell wird das Register um zusätzliche Komponenten erweitert, damit sowohl die psychischen Auswirkungen von Covid-19 beurteilt werden können, aber auch Daten zur Auswirkung der Impfung während der Schwangerschaft und zu den langfristigen Konsequenzen einer Covid-19 Infektion verfügbar sind. Wenngleich das CRONOS-Register flächendeckende Daten für Deutschland liefert, die von großer Bedeutung für die Betreuung von Schwangeren und deren Neugeborenen sind, fand sich bisher keine Möglichkeit einer hinreichenden Finanzierung dieser wichtigen Infrastruktur. „Der enorme Erkenntnisgewinn, von dem die Versorgung Schwangerer in Deutschland enorm profitiert, ist einzig dem ehrenamtlichen Engagement der Beteiligten zu verdanken. Eigentlich ist es eine Blamage, dass unsere Förderanträge immer wieder abgelehnt wurden und wir auf den ehrenamtlichen Einsatz der vielen Beteiligten angewiesen sind“, sagen Prof. Pecks und Prof. Rüdiger.
Prof. Dr. Nicolai Maass, Direktor der Frauenklinik am UKSH, Campus Kiel, ergänzt: „Hier ist jetzt auch mal die Politik gefordert, Wege zu einer dringend notwendigen Finanzierung dieser so wichtigen Studie zu ebnen. Schließlich sind die Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett eine ganz besonders schützenswerte Zeit im Leben einer jungen Familie.“ Zusammen mit Prof. Pecks und dem Kreißsaal-Team des UKSH weiß er, wovon er spricht: Auch das UKSH hat bereits Frauen mit Corona unter Geburt betreut. „Bei uns ging es zum Glück glimpflich für alle Beteiligten aus“, weiß Maass zu berichten.
Neue Erkenntnisse über die Evolution des Immunsystems
(Uni Kiel) – Forschungsteam des Kiel Evolution Center an der CAU untersucht am Beispiel von Fadenwürmern die Rolle bestimmter verwandter Gene für die Immunfunktion
Der menschliche Körper verfügt, wie alle anderen Lebewesen auch, über ein sogenanntes angeborenes Immunsystem. Die Struktur der daran beteiligten Proteine ist bereits in den Erbinformationen festgelegt und daher nicht veränderlich. Anders als zum Beispiel wirbellose Tiere verfügen höher entwickelte Lebewesen, auch der Mensch, zusätzlich über eine sogenannte erworbene Immunantwort. Darunter versteht man das in der Kindheit und auch im Laufe des Lebens hinzu gewonnene Repertoire an Abwehrproteinen des Immunsystems. Bereits das angeborene Immunsystem ist allerdings mehr als nur eine primitive Schutzreaktion und meist schon allein wirksam genug, um einen Großteil an Infektionen abzuwehren. Einen Teil dieses genetisch festgelegten Systems bilden Proteine mit sogenannten C-Typ Lektin-Domänen (CTLD), die bei Wirbeltieren wichtige Funktionen zum Beispiel als Rezeptoren für die Erkennung von Krankheitserregern oder als antimikrobielle Moleküle in der Immunabwehr übernehmen. Die für die CTLD-Proteine verantwortlichen Gene finden sich in den Erbinformationen aller höheren Lebewesen, oft in großen Genfamilien. Bei vielen Wirbeltieren und auch beim Menschen sind diese teilweise gut erforscht. Bei den wirbellosen Tieren, die ausschließlich über ein angeborenes Immunsystem verfügen, sind die Funktionen vieler CTLD-Gene dagegen noch weitgehend unbekannt.
Ein Forschungsteam des Kiel Evolution Center (KEC) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat nun am Beispiel des Fadenwurms Caenorhabditis elegans eine Funktionsanalyse verschiedener Vertreter der CTLD-Genfamilie vorgenommen. Die Forschenden um Dr. Katja Dierking aus der Arbeitsgruppe Evolutionsökologie und Genetik konnten zeigen, dass diese verwandten Gene sehr unterschiedliche Rollen für die Immunabwehr des Wurms spielen. Einige der Gene kodieren antimikrobielle Immuneffektor-Proteine, die für die Abwehr von Infektionen wichtig sind und vermutlich das Wachstum bestimmter schädlicher Bakterien hemmen. Ein anderes Gen weist jedoch eine bislang unbekannte Funktion auf: Es spielt keine direkte Rolle im Immunsystem, sondern reguliert stattdessen über das Fressverhalten von C. elegans indirekt die Vermeidung von Krankheitserregern. Die neuen Ergebnisse veröffentlichte das Kieler Forschungsteam kürzlich in der Fachzeitschrift PLOS Pathogens.
Einer für alle, alle für einen
Die genaue Funktion der meisten CTLD-Proteine bei wirbellosen Tieren ist bisher nicht bekannt. Funktionelle Studien von Genen aus großen Genfamilien können eine große Herausforderung sein, da verwandte Gene innerhalb der Genfamilie oft auch ähnliche Funktionen übernehmen. „Das heißt, dass zum Beispiel das experimentelle Ausschalten einzelner Gene aus der Familie keine sichtbaren Auswirkungen auf den Organismus hat. Ein anderes, verwandtes Gen übernimmt dann stattdessen seine Funktion“, erklärt Dr. Barbara Pees, ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zoologischen Institut der CAU und Erstautorin der neuen Forschungsarbeit. „Für zwei der CTLD-Gene haben wir daher einen anderen Weg eingeschlagen und stattdessen die entsprechenden, künstlich hergestellten Proteine auf ihre antimikrobielle Wirkung untersucht. Beim dritten CTLD-Gen hatten wir dagegen Glück und fanden nach dem Ausschalten tatsächlich eine konkrete und für dieses Gen unerwartete Auswirkung auf den Wurm“, erklärt Pees.
Im Falle des Fadenwurms besteht die Familie der CTLD-Gene aus 283 unterschiedlichen Mitgliedern, deren Proteine potenziell zur Immunfunktion der Tiere beitragen. Allerdings fehlen bei C. elegans und vielen andere Wirbellosen experimentelle Funktionsnachweise. Das Forschungsteam hat daher untersucht, wie sich die starke Diversifizierung der CTLD-Genfamilie auf die jeweiligen Funktionen auswirkt. Dazu haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beispielhaft drei strukturell verwandte Gene aus der CTLD-Familie untersucht. Die von ihnen kodierten Proteine werden im Falle einer Infektion vermehrt produziert, stehen also vermutlich eng mit der Immunantwort in Verbindung. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Gene verschiedene Rollen in der Immunität von C. elegans spielen“, betont Pees, die aktuell an der University of California in Berkeley forscht. „Zwei Gene kodieren antimikrobielle Immuneffektor-Proteine, nehmen also eine konkrete Immunfunktion in der Abwehr von Infektionen wahr. Interessant ist aber, dass eines der Gene, das sogenannte clec-4-Gen, offenbar das Fressverhalten des Wurms reguliert – also eine deutlich andere Funktion besitzt, als allgemein angenommen wurde“, so Pees weiter.
Verhalten als Teil des Immunsystems?
Die Analyse der Kieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler liefert damit ein neues und differenzierteres Bild über die Funktionen der CTLD-Genfamilie bei wirbellosen Tieren. Dies bedeutet aber nicht, dass die scheinbar abweichende Genfunktion nicht auch hier grundsätzlich an der Abwehr von Krankheitserregern beteiligt ist. „Die Beobachtung, dass das clec-4-Gen das Fressverhalten von C. elegans bestimmt, weist auf einen erweiterten Umfang der Immunfunktionen hin“, fasst Dierking, KEC-Mitglied und Leiterin des Forschungsprojektes, zusammen. „Der Fadenwurm ernährt sich von Bakterien. Die genetische Steuerung seines Ernährungsverhaltens kann also auch der Vermeidung von Bakterieninfektionen dienen – indem der Wurm es umgeht, schädliche Bakterien mit der Nahrung aufzunehmen“, so Dierking weiter. Obwohl es sich dabei nur um eine indirekte Wirkung handelt, scheint also im angeborenen Immunsystem der Wirbellosen ein Verhalten zur Vermeidung von Krankheitserregern angelegt zu sein, das von CTLD-Genen reguliert wird. „Unsere Erkenntnisse könnten neue Hinweise auf die Funktion von bisher nicht charakterisierten CTLD-Proteinen auch beim Menschen erbringen und insgesamt zu unserem Verständnis der Evolution des angeborenen Immunsystems und des Pathogenvermeidungsverhalten beitragen“, fasst Dierking zusammen.
Corona aus der Sicht einer italienischen Forscherin
Gut ein Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie und kurz nach dem europaweiten Start der Impfkampagne beginnt nun eine Übergangsphase zwischen Ungewissheit und Neuanfang.
Eine Gelegenheit zu Rückblick und Austausch liefern uns die Betrachtungen einer weiteren Expertin aus Italien: Giorgia Girotto, Genforscherin am Labor für Humangenetik des Krankenhauses Burlo Garofolo in Triest und Forscherin an der Medizinischen Fakultät der Universität Triest, spricht aus einer italienischen Perspektive über die Rolle der Experten und darüber, wie einerseits Politik und Wissenschaft, zum anderen aber auch der Einzelne und die Gesellschaft auf die Pandemie reagieren. Dann schildert sie die (veränderte) Rolle der Genetik in der Forschungstätigkeit dieses letzten Jahres, bevor schließlich ein kurzer Blick in die Geschichte das Themenspektrum abrundet: Was lehren uns die Pandemien der Vergangenheit?
Ein Jahr Pandemie: Zwischenbilanz im Dialog mit der Wissenschaft
Post-COVID-Syndrom: Müdigkeit als Spätfolge
(pte) – Menschen mit überstandener Corona-Erkrankung und diagnostiziertem Post-COVID-Syndrom leiden unter Symptomen wie affektiven Störungen, Müdigkeit und einer wahrgenommenen kognitiven Beeinträchtigung, die sich oft negativ auf die Rückkehr an den Arbeitsplatz und das Wiederaufnehmen normaler Aktivitäten auswirkt. Zu dem Schluss kommen Forscher der Mayo Clinic. Details wurden in den „Mayo Clinic Proceedings“ veröffentlicht.
Daten von 100 Betroffenen
Die aktuelle Studie hat die Erfahrungen der ersten 100 Patienten ausgewertet, die am „COVID-19 Activity Rehabilitation Program“ teilgenommen haben. Dabei handelt es sich um eines der ersten multidisziplinären Programme zur Evaluierung und Behandlung dieser Patientengruppe. Die Patienten nahmen zwischen 1. Juni und 31. Dezember an dem Programm teil. Das Durchschnittsalter lag bei 45 Jahren. 68 Prozent waren Frauen. Die Teilnehmer wurden durchschnittlich 93 Tage nach der Infektion untersucht.
Das häufigste Symptom der Hilfesuchenden war Müdigkeit: 80 Prozent berichteten von einer ungewöhnlichen Müdigkeit. 59 Prozent hatten Atembeschwerden und ein ähnlicher Prozentsatz litt unter neurologischen Problemen. Mehr als ein Drittel der Teilnehmer berichtete von Schwierigkeiten bei Grundtätigkeiten des Alltags. Nur einer von drei Patienten war ohne Einschränkungen wieder ins Arbeitsleben zurückgekehrt.
Laborergebnisse meist normal
Laut Erstautor Greg Vanichkachorn verfügten die meisten Teilnehmer über keine vorher bestehenden Begleiterkrankungen. Viele der Patienten hatten auch nicht unter COVID-19-Symptomen gelitten, die einen Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich gemacht hätten. „Die meisten Patienten weisen normale oder nichtdiagnostische Laborergebnisse auf – obgleich sie über beeinträchtigende Symptome verfügten.“ Es gehöre zu den Herausforderungen, ein Post-COVID-Syndrom rechtzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln.
„Die meisten Patienten, mit denen wir gearbeitet haben, brauchten Physiotherapie, Ergotherapie oder eine Rehabilitation im Bereich des Gehirns, um die wahrgenommenen kognitiven Beeinträchtigungen zu behandeln. Viele litten unter Müdigkeit. Mehr als die Hälfte berichtete auch von Problemen mit dem Denken. Mehr als ein Drittel der Betroffenen hatte Probleme mit ganz normalen Alltagstätigkeiten. Viele konnten zumindest mehrere Monate nicht normal ihrer Arbeit nachgehen“, sagt Vanichkachorn.
Bundestagswahlen ante portas! Ist Wohlstand für alle ein Verbrechen?
So scheint es, dass z. B. der Zug in Sachen Klimarettung abgefahren ist. Es gilt als ausgemacht, dass wir in der Lage sind, unseren gesamten Energiebedarf der Zukunft auf rein regenerative, aus Sonne-, Wind- und Wasserkraft-Energiequellen bewerkstelligen können.
Dieser Text begleitet meinen moderierten Beitrag hier bei Facebook zum gleichen Thema und ist als Zusatzinformation gedacht.
Die Politik hat sich auf eine Art Wunschdenken geeinigt, die Frage, was sind Konsequenzen, wenn es nicht klappt? Welche Opfer müssen die deutschen Bürger dann bringen?
Eine wahre Geschichte aus dem Tierreich: Da gibt es z. B. die Lemminge, eine Art Nagetiere, Säuger, die genetisch den Menschen nicht unähnlich sind. Sie fühlen sich nur im Schwarm bzw. der Gesellschaft wohl. Wenn ein Anführer auf die Idee kommt, sich die Klippen runter zu stürzen, dann folgen ihm alle nach.
Auch beim Verhalten der Menschen sind solche Phänomene nicht selten. Wie könnte es sonst sein, dass z. B. bestimmte Diktaturen oder deren Helfershelfer mit dem Ruf: ‚wollt ihr den totalen Krieg‘, einhelligen Applaus finden, wohlwissend, dass das in den Untergang führt (Deutsche Geschichte)?
Ein solches Phänomen kann aber auch in einer funktionierenden Demokratie entstehen. So etwas nennt man heutzutage Mainstream. Selbst die Presse, die an sich unabhängig sein soll, kann sich diesem – nennen wir es mal – Volks-Bewusstsein nicht entziehen, auch, weil die sozialen Medien mit ihren vielfach ungeprüften Nachrichten die Scene beherrschen. Das gilt dann selbst unter vielen Journalisten als „Vernunft“. Kollegen die dem widersprechen, geraten leicht ins Abseits, bzw. werden in eine vorgesehene Schublade gesteckt.
So gilt es ausgemacht, dass der gesamte steigende Bedarf an elektrischer Energie in Deutschland in absehbarer Zeit, neuerdings sogar schon bis 2045, aus heimischen regenerativen Quellen bedient werden kann. Mag sein, dass Sonne-, Wind- und Wasserkraft tatsächlich liefern könnten, aber es kommt darauf an, in welchem Zeitpunkt der Bedarf entsteht. Nachts und in längeren Wetterperioden, in denen z. B. die Sonne nicht mitspielt, müssen enorme Energiemengen in Millionen von Terawatt-Stunden gespeichert und jederzeit abrufbar sein. Die Möglichkeit steht noch in weiter Ferne. Und wie ist es mit der Wärme im Winter und Kühlung im Sommer. Diese ausschließlich aus elektrischer Energie zu befriedigen, ist Schwachsinn.
Gut, der uninformierte Bürger – das hat sich im Volk verbreitet und bedingt den Erfolg der Grünen – meint, wir haben ja Batterien. Aber physikalisch, technisch und aus Kostengründen kommen nur verschwindend geringe Mengen in Betracht. Für die dafür geeigneten Pumpspeicherwerke eignen sich nur bedingt unsere Mittelgebirge. Aber was sagen dann die Umweltschützer, wenn ganze Berge ausgehöhlt werden müssten? Selbst existierende Talsperren sind nicht mehr zu erweitern.
Dem unwissenden Volk aber wird trotzdem vorgegaukelt, das alles sei kein Problem. Schlimm genug, ganze Parteiprogramme bauen darauf populistisch auf. Kritiker werden weggebeamt. Utopia lässt grüßen. Selbst der reinen Wissenschaft verpflichtete Institutionen, die auf finanzielle staatliche Förderung angewiesen sind, machen auf political correctness und berechnen die angebliche Möglichkeit mit so viel Details, dass jeder die Übersicht verliert.
So wurde z. B. das rein batteriebetriebene Elektroauto mit schlechtester Ökobilanz zum Heilsbringer. Kaum jemand wagt es, dagegen anzugehen. So wird der Irrglaube geschürt, dass nur so die Elektromobilität des Verkehrs realisiert werden könnte. Die Lemminge lassen grüßen, sogar die Automobilindustrie stimmt dem zu, Alternativen werden gar nicht mehr geprüft. Dahinter steckt, dass die Automobil-Industrie weiterhin ihre Spritt-fressenden – und Kraft-strotzenden SUVs verkaufen wollen, aber auf Grund von EU-Bestimmungen ermöglicht es ihnen nur, mit jedem Elektro-Auto den sogenannten Flottenverbrauch auf die geforderten Grenzwerte zu reduzieren. Dann kommt noch hinzu, dass die Politik Abermilliarden von Euros in die Umstellung zur Schimäre Elektro-Auto subventioniert hat. Sie ist auf chinesische Forderungen und Elon Musk mit seinem nur für Reiche erschwinglichen Tesla hereingefallen und glaubt, dass nur durch Abschaffung des Verbrennungsmotors die notwendige Umstellung auf Elektromobilität ermöglicht wird. Der Wunsch ist richtig, aber der Weg ist falsch. Hinzu kommt, dass die Automobilfirmen ihre E-Autos nur los werden, wenn jeder, der sie kauft, noch 9.000 Euro geschenkt bekommt. Was hat das mit Vernunft zu tun? Insbesondere, weil es auch ganz anders geht, aber das wird nicht mehr geprüft.
Langsam dämmert es allerdings auch gutgläubigen Politikern, dass da irgend etwas nicht stimmen kann. Jemand hat sie darauf aufmerksam gemacht, dass es auch noch den Wasserstoff als Energieträger gibt, der mit Hilfe der Sonne total beliebig produziert werden kann. Herumgesprochen hat sich allerdings noch nicht, dass der Wasserstoff nicht vergleichbar mit dem elektrischen Strom ist und sich daher nicht eignet, die Lücken zu schließen, die eine Überlastung des Stromnetzes durch das Laden der vielen Automobil-Batterien entstehen. Dazu muss seine chemische Energie in elektrische Energie umgewandelt werden, dafür gibt es die Technologie der Brennstoffzellen, allerdings mit Wärmeverlusten wegen physikalischer Gesetze. Aber diese Technologie ist noch nicht ausgereift und sehr teuer. Aber es gibt ja noch den vermaledeiten Verbrennungsmotor, der dabei preiswerte Dienste leisten kann. In ihm kann Rückstands-frei der Wasserstoff mit Hilfe von angekoppelten Generatoren in den erhöhten Bedarf an elektrischer Energie umgewandelt werden.
Doch damit ist die Zukunftsenergie Wasserstoff noch lange nicht ausgereizt. Wasserstoff ist ein Gas und nicht so leicht händelbar. Er lässt sich nur mit hohem Energieaufwand bei -252°C verflüssigen. Deshalb haben deutsche Erfinder sich Gedanken gemacht. In einer zweiten Stufe kann er regenerativ weiter in Methanol verwandelt werden. Wenn Sie mich fragen, so ist das der eigentliche Energie-Träger der Zukunft. Methanol lässt sich überall wie Benzin oder Diesel in Verbrennungsmaschinen, aber auch in intelligenten Heizungen für die Versorgung der Gebäude ohne große Umstellungen einsetzen. Viele Subventionsgelder können gespart werden.
Dazu benötigen wir die Mitarbeit von Ländern, in denen die Sonne kräftiger scheint als bei uns. Ich bin sicher, dass die bisherigen arabischen Öllieferanten mit fliegenden Fahnen zu Methanol überwechseln würden. Aber ein kleiner Haken existiert dabei: man benötigt zusätzlich minimale Mengen Kohlenstoff in Form von CO2 als Rohstoff. Er sorgt dafür, dass der Wasserstoff sozusagen verflüssigt werden kann. Diese jetzigen Ölmagnaten haben außerdem genug Kapital, um in großen Fabriken den lokal gewonnenen solaren Wasserstoff in zweiter Stufe in rein regeneratives Methanol umzuwandeln. Mit Fug und Recht kann man ihn als den Treibstoff der Zukunft bezeichnen. Damit die CO2-Bilanz stimmt, empfehle ich, ihn entweder aus der Atmosphäre zu gewinnen, oder aber viel preiswerter, ihn in einer Art Kreislauf aus noch existierenden CO2-Abgasen zu recyclen.
Da kommt noch ein ganz entscheidender Aspekt hinzu. Viele arme Länder der 3. Welt werden ja auch von der Sonne verwöhnt. Dort solche Methanol-Fabriken zu bauen, würde ein Beitrag zu einer Entwicklungshilfe bieten, die diesen Namen verdient. Dabei ist davon auszugehen, dass wir in Deutschland niemals so viel Energie aus Sonne und Wind – selbst mit Milliarden Investitionen – gewinnen können, dass es für uns ausreicht. Deswegen sind wir auf internationale Zusammenarbeit angewiesen.
Mit diesem Beitrag wollte ich andeuten, dass es viele, viele Alternativen gibt und der derzeitige Mainstream auf dem falschen Gleis fährt.
Jean Pütz
PS
Den folgenden Link möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Ein deutscher Erfinder rennt vor die Wand. Er setzt ebenfalls auf regeneratives Methanol. Jedoch setzt er die darin enthaltene Wasserstoff-Energie mit einer Brennstoffzelle in Ladestrom für eine wesentlich leichtere Lithium-Ionen-Batterie um. Er scheitert an dem Unwissen der politischen Instanzen, obwohl Umwelt- und Klimaschutz viel besser ist als bei jedem reines E-Auto.
Alle diese Nachteile mit der Brennstoffzelle vermeidet ein kleiner Lademotor im folgenden HyperHybrid-E-Auto – nicht zu verwechseln mit Plug-in-Hybrid. Es ist 200 kg leichter als ein reines E-Auto, fährt sich genauso, der reine Antrieb durch Elektromotoren erlauben eine unglaubliche Beschleunigung – besser als jeder Benziner oder Diesel. Der Verbrennungsmotor liefert nur gelegentlich Zusatzstrom in die Batterie. Mit 30 Liter Methanol erreicht er eine Reichweite von ca. 1.500 km – mit Benzin 1.000 km – bei einem Treibstoffverbrauch von max. 2-3 Litern pro 100 km. Das wichtigste: Es ist nicht teurer als heutige Klein- oder Mittelwagen, für jedermann erschwinglich.
Im nachfolgenden Link ein Bericht über die Idee mit dem HyperHybrid. Ein existierender Prototyp mit kleiner Batterie von 17 Kilowatt-Stunden Fassungsvermögen, mit dem ich selbst durch die Alpen gefahren bin.
Folge 196 Der Vernunft eine Chance
Gedanken zum Kriegsende 8. Mai 1945
Wie kann weltweit die Zukunft der Jugend gerettet werden?
Es lebe die menschliche Vernunft. Die Hoffnung stirbt zuletzt
Prof. Lesch deckt die Ursachen der schlechten Ökobilanz des E-Autos auf
Liebe Freunde,
dieser
Link
führt sie zu einem Statement des glaubwürdigen Professors Dr. Harald Lesch, Wissenschaftsjournalist des ZDF, der nicht umsonst eine Popularität erlangt hat, die für einen Wissenschaftler erstaunlich ist. Er ergänzt meine Ausführungen, die ich aus Platzgründen nicht oder noch nicht in meinem Facebook-Kommentar erwähnt habe.
Es ist vorwiegend die schwergewichtige Lithium-Ionen-Batterie die dem Elektroauto die miserable Ökobilanz verleiht. Das liegt einerseits an den Rohstoffen wie das von Professor Lesch gebrandmarkte Lithium, welches bisher vorwiegend in sehr problematischen und Umwelt anfälligen Gegenden z. B. der Atacama-Wüste in Chile gewonnen wird. Der ungeheure Wasserverbrauch bei der Gewinnung und Verarbeitung des Erzes ist unerträglich. Hinzu kommt, dass die Eigentümer dieser Lithium Lagerstätten von dem Clan des ehemaligen faschistischen chilenischen Diktators José Ramón Pinochet beherrscht werden. Ich war damals auf Einladung des Goethe-Instituts in Chile, um chilenische Wissenschaftsjournalisten auszubilden. Plötzlich erschienen sie nicht mehr, weil von oben meine freie Sprache und Formulierungen moniert wurden. Erst auf Intervention der Deutschen Botschaft in Santiago de Chile konnte der Unterricht weitergehen.
Aber es ist nicht nur die Schuld des Lithium, weshalb die Ökobilanz des Elektroautos so miserabel ausfällt, auch die seltenen Erden und das Element Kobalt. Seine Lagerstätten befinden sich im Kongo, dort wird es auch unter unmenschlichen Umständen geschürft. Der Kongo, ein afrikanisches Land, das politisch sehr fragil ist und sogar Kinderarbeit nicht verhindern kann.
Einen wichtigen Aspekt möchte ich Ihnen auch nicht vorenthalten, der offenbar auch den Grünen nicht aufgefallen ist. Ein E-Auto ist immer ungeheuer Gewichts-trächtig, es ist also wesentlich schwerer als die heutigen Verbrenner, sogar schwerer als die oft so kritisierten SUVs. Das hat seine Konsequenzen. Es braucht zum Fahren mehr Energie, zwar kein Benzin oder Diesel, sondern die besonders aus der Batterie gezogene wertvolle elektrische Energie. Das wird insofern immer verschwiegen bzw. mit dem Argument glattgebügelt, dass man ja beim Bremsen einen großen Anteil der Bewegungsenergie wieder rückgewinnen kann. Das stimmt zwar, aber die verstärkte Reibung der Reifen bewirkt mehr Reifenabrieb. Auch das wäre zu verkraften, wenn dabei nicht Feinstaub besonderer Art entstünde. Solche Reifen bestehen häufig aus synthetischen Kunststoffen, und der Feinstaub aus Mikroplastikteilchen, die bekanntlich die Gewässer und die Ozeane extrem belasten – viel mehr als die immer noch völlig überflüssig in der Kosmetik eingesetzt werden.
Alles das ins Gästebuch der fanatischen Befürworter des E-Autos, insbesondere der nur für betuchte – meist als Zweitwagen – verwendete Tesla oder E-Autos aus Deutschland, Frankreich, China und Japan. Die Chinesen werden sowieso demnächst auf dieses Segment mit billigen, aber ökologisch problematischen chinesischen Fahrzeugen überschwemmen. Dort entstehen viele Start-ups, die an Ort und Stelle selbst die hochpreisigen deutschen Produkte verdrängen. Ich fordere die Politik auf, das nicht aus dem Auge zu verlieren und sich einmal mit der Idee des extrem umweltfreundlichen HyperHybrid-Autos zu beschäftigen – Ideologie hin, Ideologie her.
Leider sind auch vielen Journalisten diese angesprochenen Nachteile noch nicht eingefallen und bezeichnen immer noch das E-Auto als die Zukunft der Mobilität – auch die Öffentlich-rechtlichen Sender, die genügend Recherchemöglichkeiten haben. Kritische Wissenschaftsjournalisten an die Front.
Jean Pütz
Herzlichen Dank an den Facebook-Freund Stefan Volk, der mir den Link mit Professor Lesch in der Rubrik ‚Kommentare‘ zugesendet hat.
Wegen Merkel: Deutschland ist unter seinem Potential geblieben
(Morning Briefing) – Wie haben die Politiker, Berater und Virologen im Rahmen dieser Pandemie gedacht und gehandelt? Was lief gut und was lief schief? Diese Bestandsaufnahme haben Georg Mascolo und Katja Gloger unternommen. Mascolo war einst Chefredakteur des „Spiegels“ und ist heute Leiter des Rechercheverbunds von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“. Gloger war politische Korrespondentin für den „STERN“ in Washington und Moskau. Sie ist Bestsellerautorin und auch das: Putin-Biografin.
Gemeinsam haben sie nun ein Buch geschrieben: „Ausbruch: Innenansichten einer Pandemie – Die Corona-Protokolle“. Es ist die bisher detailreichste und politisch präziseste Schilderung dessen, was hinter den Kulissen von Corona-Kabinett, Partei-Vorstand und TV-Talkshow passierte. Die Geschichte der Pandemie als Geschichte von Pannen, Fehleinschätzungen und schwerem Missmanagment. Über ihre Rechercheergebnisse sprechen Katja Gloger und Georg Mascolo im Morning Briefing Podcast Katja Gloger beginnt mit dem Positiven:
„Innerhalb von zehn Monaten haben es Wissenschaftler zustande gebracht, einen Impfstoff zu entwickeln, der uns helfen wird, aus dieser Pandemie herauszukommen. Für mich grenzt es immer noch an ein Wunder. “
Die Staatlichkeit allerdings hat nicht in gleicher Weise segensreich gewirkt. Mascolo erinnert daran, dass der Verweis auf das Versagen der EU nicht viel mehr als eine Ausrede ist:
Man darf nicht vergessen, wer in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres die EU-Ratspräsidentschaft innehatte – das war Deutschland. Man darf nicht vergessen, dass der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn auch unter den Gesundheitsministern der EU den Vorsitz gehabt hat. “
Deshalb trage Deutschland laut Katja Gloger eine Mitschuld am verpatzten Start der Impfkampagne:
Es hätte politische Kraft und politische Führung gebraucht zu sagen, wenn in der Pandemie Geschwindigkeit die wichtigste Währung ist, dann ist es eine zentrale politische Aufgabe, und zwar im Zweifel für das Land, das die EU-Präsidentschaft innehat, und die höchsten wirtschaftlichen Ressourcen besitzt, dafür zu sorgen, dass dieser Prozess innerhalb der EU erheblich an Geschwindigkeit aufnimmt. “
Die Corona-Pandemie wirke wie ein Brennglas für gesellschaftliche Missstände. Georg Mascolo sagt:
Vieles von dem, was wir jetzt erleben, was in diesem Land nicht funktioniert, hat auch etwas mit der Frage zu tun: Wer hat dieses Land eigentlich die letzten 16 Jahre regiert. “
Das Fazit der beiden über Angela Merkel fällt niederschmetternd aus:
Sie ist gut in der Analyse und schlecht im Abliefern. Deutschland ist unter seinem Potenzial geblieben. “