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Verkauft Deutschland sein Tafelsilber an China ? Mit einem Vorwort von Jean Pütz

Noch als China ein wirtschaftlicher Zwerg mit über 1,5 Mrd. Bürger und arg gebeutelt war von der Kulturrevolution, wunderte ich mich, dass bei wissenschaftlichen Kolloquien immer wieder nicht nur Wissenschaftler, sondern auch meine Wissenschaftsjournalisten-Kollegen anwesend waren.  Als damaliger 1. Vorsitzender der Wissenschaftskonferenz (WPK.org) habe ich das begrüßt, wunderte mich aber, dass sie so freizügig reisen konnten in einem China, dass ziemlich zugeknöpft war. Heute weiß ich warum. Obwohl extrem autoritär, so schlau waren die damaligen kommunistischen Machthaber. Sie erkannten den technologischen Rückstand und taten alles, den nachzuholen. Das ist ihnen so gut gelungen, dass sie mittlerweile im Begriffe sind, sogar die USA zu überholen. Deutschland spielt dabei den Steigbügelhalter, weil teilweise die intelligente Technologie für n‘ Appel und n‘ Ei‘ verkauft worden sind. Das gilt nicht nur für die Computer-Technologie (z. B. Kuka), Chemie, Pharmazie (mittlerweile sind wir, was die Rohstoffe für Medikamente angeht, völlig von China abhängig) usw. Abgewandert sind komplett die deutsche Eisenindustrie, ganze Eisenhüttenwerke wurden hier geschlossen und mit Sack und Pack in China wieder aufgebaut. Noch viel schlimmer: Das gesamte Wissen rund um die Magnetschwebebahn Transrapid wurde nach China verschenkt und feiert dort als Transportmittel der Zukunft große Auferstehung. Das dieser Austausch asymmetrisch erfolgt beweist allein die Tatsache, dass deutsche Firmen, die sich in China etablieren, stets einen chinesischen Partner benötigen.

Aus persönlicher Erfahrung: Ein Freund, der geniale auf dem Gebiet der Roboter-Schleiftechnik mit vielen Patenten entwickelt hatte, musste, weil er in Deutschland nicht genügend Kapital einsammeln konnte, den Chinesen Tribut zollen und seine Firma an sie verkaufen. Noch heute wartet er auf den Rest der vereinbarten Zahlungen. Deshalb kann ich die positiven Darstellung im folgenden Artikel nicht nachvollziehen

(ntv) – Die Übernahme des Augsburger Roboter-Herstellers Kuka wurde oft kritisiert, weil Robotik als Schlüsseltechnologie gilt.

Deutsche Technologie-Unternehmen sind für China von großem Interesse. Bieter aus dem Reich der Mitte haben es besonders auf Mittelständler abgesehen. Neben der Angst vor der Abwanderung von Know-how schwingt dabei auch immer die Sorge vor der Schwächung deutscher Unternehmen mit. Zu Recht?

Von chinesischen Investoren übernommene deutsche Unternehmen leiden einer Studie zufolge nicht unter dem Eigentümerwechsel. „Die bisher vorliegende Evidenz unterstützt nicht die Vermutung, dass chinesische Direktinvestitionen in Deutschland zu einer Schwächung der wirtschaftlichen Leistungskraft der betroffenen Unternehmen geführt haben“, heißt es in der veröffentlichten Untersuchung im Auftrag der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI).

„Dabei zeigten sich keine signifikanten Unterschiede im Hinblick auf die Entwicklung der Anzahl der Beschäftigten, des Umsatzes und der Anzahl der Patentanmeldungen“, sagte der EFI-Vorsitzende Uwe Cantner. Auch sei bei Ausgaben für Forschung und Entwicklung nicht gespart worden.

Allerdings seien Unternehmensbeteiligungen durch chinesische Investoren „grundsätzlich mit der Möglichkeit einer politstrategischen Einflussnahme verbunden“, betonte der Wissenschaftler. „Der chinesische Staat kann somit Unternehmen in Deutschland und anderen Ländern aufkaufen und auf deren Know-how zugreifen.“

Umgekehrt sei die Volksrepublik für deutsche Direktinvestitionen im Vergleich zu anderen Ländern schwer zugänglich. „Der Technologieaustausch gestaltet sich noch schwierig und der Schutz von Rechten an intellektuellem Eigentum ist nicht immer gegeben.“ Die Bundesregierung sollte sich daher für gleiche Wettbewerbsbedingungen und Chancengleichheit einsetzen.

Übernahmen umfassender prüfen
Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte dies bei der Übergabe des Jahresgutachtens zu. „Wir möchten Offenheit mit Fairness verbinden“, sagte sie. Auch sei man bei Firmenübernahmen „schon sehr viel aufmerksamer“ geworden. China sei der größte Handelspartner für Deutschland, entwickele sich aber auch sehr dynamisch als Innovationsstandort. Entscheidend sei die Reziprozität in den Beziehungen, also vergleichbare Bedingungen für beide Seiten. Die Industrie klagt seit Langem darüber, dass sich chinesische Firmen auf dem deutschen Markt freier bewegen können als deutsche in China.

Die Expertenkommission befürwortet die Pläne des Wirtschaftsministeriums, Übernahmen durch ausländische Investoren im Bereich sensibler Technologien umfassender zu prüfen. „Die hierbei einbezogenen Technologiebereiche sollten zunächst benannt werden“, heißt es dazu. „Außerdem sind klare und transparente Prüfkriterien zu entwickeln.“ Dies sollte im europäischen Rahmen abgesprochen werden.

Kann Deutschland das Weltklima retten ? Oder wird die Konkurrenzfähigkeit ruiniert ?

(reitschuster) – In 16 Jahren als Korrespondent in Moskau bin ich – Boris Reitschuster – allergisch geworden gegen Ideologen, Sozialismus-Nostalgiker und Journalisten-Kollegen, die brav die Regierung loben und umso heftiger die Opposition kritisieren. Auf meiner Seite hier will ich einen Kontrast setzen zum „betreuten Informieren“. Danke für Ihr Interesse und Ihr Vertrauen. Ich sehe es als Auftrag.

„Deutschland gleitet ein drittes Mal in den Kommunismus ab“ – diese Warnung gab mir im Sommer Vytautas Landsbergis auf den Weg, erster Staatschef von Litauen nach der Unabhängigkeit 1990. „Die Westeuropäer haben 70 Jahre Urlaub von der Geschichte gehabt“, so die Mahnung des 87-Jährigen, der wesentlich zum Untergang der Sowjetunion und dem Ende des Kommunismus dort mit beigetragen hat – mit sehr hohem persönlichen Risiko.

„Die Westeuropäer haben nur Freiheit, Frieden und Wohlstand kennen gelernt“, so Landsbergis, „und viele halten das für ein Naturgesetz, sie haben das bei uns in Osteuropa allgegenwärtige Gefühl dafür verloren, wie zerbrechlich diese großen Errungenschaften sind, sie neigen zu Denkverboten, zum Wegsehen und Verdrängen der Gefahren, viele stellen die Ideologie über die Realität, sie wollen nicht sehen, dass die westliche, demokratische, freie Zivilisation angegriffen wird, dass wir uns in einem Krieg der Zivilisationen befinden, weil uns die Anti-Demokraten, die Gegner der Freiheit, die Autoritären angreifen, innen wie außen.“

Leider konnte ich dem großen alten Mann, der sein Leben riskierte im Kampf für Freiheit und Demokratie gegen Diktatur und Sozialismus, und mit dem ich mich regelmäßig austausche, nicht widersprechen. Es ist bitter, dass sich recht viele im Westen arrogant erheben über die wohl begründete Vorsicht und Angst derjenigen, die im Osten den Hauch der Geschichte noch lebendig erlebt haben und Freiheit und Demokratie nicht geschenkt bekamen, sondern sich erkämpfen mussten. Das ist einer der Gründe dafür, warum sie heute für deren Gefährdung ein besonderes Gespür haben: Wer dagegen nur Freiheit, Frieden und Demokratie besaß, neigt dazu, sie für so selbstverständlich zu halten wie die Luft zum Atmen – bei der merkt man das Fehlen auch erst, wenn sie weg ist.

Landsbergis macht es besondere Sorgen, dass linke Ideen heute gerade im Westen wieder so beliebt sind. Er hat eine einfache Erklärung dafür: „Weil sie vereinfachen und weil sie dem Menschen seine bösen Absichten ver­süßen. Wer diesen Ideen anhängt, der braucht selbst nichts Gutes zu tun. Er fordert das Gute von den anderen, an­statt von sich selbst. Und wenn er nicht bekommt, was er will, dann macht er die anderen dafür verantwortlich, ist wütend auf die anderen, aber hinter­fragt nicht sich selbst.“ Diese Worte des Ex-Staatschefs, der lange Jahre als Professor Musikwissenschaften unterrichtete, lesen sich wie eine Beschreibung gewisser politischer Kräfte in Deutschland. Und nicht nur hier.

Landsbergis hält die politische Korrektheit, die seiner Ansicht nach im Westen beherrschend geworden ist, für so ausgesprochen gefährlich. „Sie ist nichts anderes als eine Lüge. Oder deren Kaschierung. Wir sollen nicht aussprechen, was uns nicht gefällt“, warnt der 87-Jährige: „Das ist so erfolgreich, weil der Mensch dazu neigt, sich selbst zu betrügen. Der Mensch liebt die Wahr­heit nicht und auch nicht, sich selbst im Spiegel anzusehen. Er liebt es, den Spie­gel durch etwas anderes zu ersetzen – das ihm genau das Bild zeigt, das er se­hen will. Genau dieser Wunschspiegel ist die politische Korrektheit.“

Es sei höchste Zeit, „dem Marxismus und der Poli­tical Correctness den Kampf anzusagen, die Dinge beim Namen nennen und un­seren Verstand einschalten“, mahnt der Professor: Wer Probleme nicht ausspreche, könne sie nicht erkennen, und damit auch keine Lösungen finden, und sie wüchsen ihm deshalb zwangsläufig über den Kopf. Viele von Landsbergis Aussagen klingen so, als war er über die aktuelle Entwicklung in der Bundesrepublik bestens im Bilde. Und tatsächlich spricht und vor allem liest er deutsch und verfolgt unsere Medien.

Die politische Korrektheit und die massiven Probleme im politischen Dialog erinnern ihn an die Sowjetunion und an den Kommunismus, sagt der 87-Jährige, der auch lange im EU-Parlament saß: „Das Motto war immer: Wir haben die Wahrheit auf unserer Seite. Je­der, der gegen diese Wahrheit ist, ist ein Schädling. Und den muss man vernich­ten. Keine Gespräche mit dem Feind!“

Auch, dass in Deutschland heute so viele Menschen sozialistischen Ideen hinterherlaufen, und diejenigen, die das kritisieren, schnell als „rechts“ oder als „Nazi“ diffamiert werden, erinnert Landsbergis an die Sowjetunion: „Es war ja schon damals so, dass man, wenn man Zweifel hatte, als verdächtig galt. Sozia­lismus – das steht für einen Umbau der Gesellschaft und des Lebens mit Gewalt, unter Berufung auf die angeb­lichen Gesetze der Geschichte. Denen ordnet man alles unter.“ Hier sei daran erinnert, dass Bundeskanzlerin Merkel gerade in Davos eine massive „Transformation“ ankündigte, also nichts anderes als einen Umbau, der dazu führe, dass wir in dreißig Jahren ganz anders leben würde. Merkel begründete diese nicht mit vermeintlich wissenschaftlich erwiesenen Gesetzen der Geschichte wie die Kommunisten, sondern mit dem Klimawandel.

Dass in Deutschland heute Sozialismus wieder schick ist, und strikt unterschieden wird zwischen Sozialismus und Nationalsozialismus, hält Landsbergis für abwegig: „Das ist der größte Betrug, dass man jetzt immer so tut, als gäbe es einen Unterschied zwischen den Totalitarismen, zwischen nationalem und internationa­lem Sozialismus. Aber den gibt es nicht. Nur die Lackierung ist anders. Die Dis­sidenten in der Sowjetunion haben die Kommunisten rote Faschisten genannt. Und sie hatten recht. Die Diktaturen sind in ihrem Wesen alle gleich, sie sind alle faschistisch, sie setzen auf Gewalt und berufen sich auf eine Philosophie, um diese Gewalt zu rechtfertigen. De facto sind sie sozialdarwinistisch. Egal, ob rot, braun oder schwarz.“

Mit solchen Tönen macht sich der Professor nicht beliebt im Westen. Die geplante Verleihung der Ehrendoktorwürde an ihn von der Universität Leipzig wurde abgeblasen, weil er zuvor in einem Interview darüber sprach, dass „auch die Rote Armee in Deutschland schreck­liche Verbrechen“ begangen habe. Landsbergis: „Das ist ein Tabuthema, die Deutschen trauen sich nicht, darüber zu sprechen. Man hat den Deutschen das Rückgrat ge­brochen, sie sind arme Menschen. “

Die Prognose des früheren Staatschefs für die Bundesrepublik ist trist: „Ich kann Ihnen vorhersagen, dass die Kommunisten Deutschland wieder regieren werden. Die Methoden, mit denen sie die Regierung übernehmen, sind bekannt. Man muss nur in die Geschichtsbücher schauen! Verzeihen Sie mir den Galgenhumor. Es ist sehr traurig, dass die Deutschen ihre Lektion nicht gelernt haben – aus der Geschichte, aus dem nationalen Sozialismus, aus dem DDR-Sozialismus – und dass sie jetzt offenbar ein drittes Mal in den Sozialismus abgleiten.“

Dies liege auch daran, dass die Menschen wegsähen: „Weil sie dumm sind. Und feige. Wenn man alle Informationen, die es gibt, sammelt und zu Ende denkt, muss man alles sehen. Aber man will es nicht.“ Die Deutschen, so Landsbergis, „begraben sich selbst. Bei ihnen ist es heute so, dass es als unanständig gilt, wenn man seine eigene Meinung hat, man muss das denken, was die Mehrheit denkt, das, was der Chef vorbetet.“ Die Konsequenz: „Die Lüge blüht. Und alle sagen sich: Wie soll man die Lüge schlucken, ohne dass man dabei irgendjemandem Unbequemlichkeiten zumutet? Das war damals so. Und das ist auch heute so.“

An die Verbrechen des Kommunismus würde kaum zurückgedacht, und auch sonst gäbe es sehr viele Tabuthemen, die anzusprechen sich viel zu viele nicht trauten, mahnt der frühere Staatschef: „Ich bin jetzt 86 Jahre, ich kann offen reden, mein Leben geht zu Ende, es lohnt sich nicht mehr, jemanden auf mich anzusetzen, der mir Gift untermischt oder Rufmord betreibt. Andere müssen da mehr Angst haben, offen zu sprechen.

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2020 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

Im ersten Monat hatte diese Seite mehr als eine Million Aufrufe und mehr als 300.000 Leser. Und sie hat mächtige Feinde: ARD-Chef-„Faktenfinder“ Gensing hat mich verklagt, und ein bekannter linker Aktivist geht gegen reitschuster.de vor.

14.02.2020 Gesund überleben mit Hämorrhoiden

Schlagen Sie den Chirurgen ein Schnippchen. Viele Operationen sind überflüssig. Dazu zwei Beispiele:

Zunächst zwei Links, die mich zum Thema veranlasst haben…

Das Hagebuttenpulver hat mir sowohl eine künstliches Hüftgelenk als auch ein Kniegelenk erspart. Seitdem ich es nehme bin ich wieder beweglich wie ehedem. Dazu ein Beitrag den der MDR bei mir zu Hause gedreht hat.

Zum Zweiten: Ein wissenschaftlicher Beleg, das von 10 Hämorrhoiden-Operationen 9 überflüssig sind.

Zu diesem Thema eine persönliche Bemerkung, verbunden mit einem wichtigen Tipps und Erklärungen.

Das Hobbythekbuch „Darm & Po“ (leider vergriffen und nur im Antiquariat erhältlich) brachte es an den Tag.
Hämorrhoiden: Sie entstehen oft anatomisch bedingt durch Unsauberkeit. Der Stuhl (Kot) besteht zu fast 50% aus Kolibakterien, die nicht in den Kreislauf unseres Körpers geraten dürfen. Dazu möchte ich ein wichtiges Grundwissen erklären:

Der ganze Intestinaltrakt (vom Mund über die Speiseröhre, dem Magen, dem Zwölffingerdarm dem Dünn- und Dickdarm bis hin zum After) gehört – wenn man es genau nimmt – nicht zum Körperinnern. Das ist eine geniale Erfindung der Natur. Er ist besiedelt mit ganz anderen Mikroorganismen, die im Blutkreislauf, Körperzellen und Organen nichts zu suchen haben. Dazu gehören insbesondere die Kolibakterien, die den Darm besiedeln. So nebenbei bemerkt, in diesem Buch habe ich zum ersten Mal – sozusagen vorwissenschaftlich – die These gewagt, dass die Gesellschaft der Darmbakterien (Mikrobiom) ganz entscheidend für unsere Gesundheit ist, das heißt für unser Immunsystem, das ist die beste Apotheke der Welt, die wir immer mit uns herumtragen.

30 Jahre später hat die Wissenschaft diese Hypothese 100%ig bestätigt.

Trotzdem, da, wo der Stuhl austritt, gibt es eine Schwachstelle. OHNE DARAUS EINE Wissenschaft zu machen: Der Stuhl ist manchmal ganz flüssig, dann ist es ein Durchfall, im gesunden Darm ist er pastös ( eine Art Paste), dann lässt er sich gut von den Bewegungen des Darms nach hinten transportieren. Manchmal wird er aber auch relativ hart, weil er im Enddarm zu stark entwässert wird. Beim Austritt entstehen dabei häufig Probleme, dann bringt eine längere Sitzung zwar Erfolg, aber der Anus wird so geweitet, dass leicht Fissuren (kleine Risse) entstehen. Das ist nicht weiter schlimm, aber die Gefahr besteht, dass dann Darmbakterien in dieser Wunde Entzündungen verursachen. Dort manchmal anhaftende Kot-Reste, die sich nicht ohne weiteres mit dem Toilettenpapier entfernen lassen, verstärken diesen Effekt. Mitunter werden diese Entzündungen fälschlich als Hämorrhoiden oder hämorrhoiden-artig verstanden, ich spreche da aus eigener Erfahrung. Seit 40 Jahren habe ich aber keine Probleme mehr damit, weil ich mit einer von mir selbst entwickelten Waschcreme nach jedem Stuhlgang im wahren Sinne des Wortes den Hintern wasche. Ein wichtiges Gerät in meinem Badezimmer ist das Bidet, das sich leider in Deutschland nicht verbreitet hat, im Gegensatz zu Frankreich, da ist jedes Hotel-Badezimmer damit ausgestattet. Ich kann es nicht wissenschaftlich belegen, aber ich vermute, dass die Franzosen deshalb viel weniger Probleme mit den Hämorrhoiden haben.

Noch ein weiterer Tipp: Nicht umsonst heißt dieser Mittelfinger ‚Stinkefinger‘ – bei hartnäckig im After haftendem Kot sollte man den nutzen, um ruhig damit in den After einzudringen und die letzten Rest damit herausbefördern. Die Waschcreme erleichtert das erheblich. Eventuell verschreibt Ihnen Ihr Arzt eine Hämorrhoiden-Salbe zur Nachbehandlung, wenn trotzdem einmal eine Entzündung entstanden ist oder als Vorbeugung. Auf jeden Fall ersparen Sie sich damit eine eventuelle spätere Hämorrhoiden-Operation.

Die nachfolgende Meldung, die mir über die Agentur pte/pts zugesendet wurde, hat mich veranlasst, Ihnen das Ganze aus dem Hobbythekbuch noch einmal zu wiederholen, auch wenn ich jetzt Prügel bekommen, denn meine Frau sagt mir immer ein Helfersyndrom nach. Aber auf „Einzelschicksale“ kann ich keine Rücksicht nehmen.
Übrigens: Wenn Sie häufig Probleme mit dem Stuhlgang haben, Männer müssen nicht unbedingt Abführmittel nehmen. Gewöhnen Sie sich einmal an, sich im Pinkeln auf die Toilette zu setzen, sie glauben es nicht, dass, wenn Sie sich Zeit nehmen, kommt mit leichtem Drücken der Drang bestimmt.

Etwas aus dem Hobbythekbuch, habe ich nun doch noch abgeschrieben und möchte es Ihnen nicht vorenthalten:

Die sieben goldene Klo-Regeln:

1. Essen Sie ballaststoffreiche Kost
2. Gewöhnen Sie Ihren Darm an eine bestimmte Entleerungszeit, zum Beispiel morgens nach dem Frühstück.
3. Nehmen Sie sich Zeit und nochmals Zeit. Eine Sitzung darf ruhig 15 Minuten und mehr dauern. Insofern ist es ein guter Brauch, Zeitungen, Illustrierte oder gar ein Buch in greifbarer Nähe zu haben.
4. Entspannen Sie sich. Nutzen Sie das stille Örtchen, um den Alltagsärger loszuwerden. Wer autogenes Training beherrscht, der kommt schneller ‚zu Potte.
5. Sie vorsichtig zu drücken, mit leicht entspanntem Bauch. Besser ist es, länger und dafür nur leicht zu drücken als kräftig und nur kurz. Eventuell stellen Sie, wie oben erwähnt, ein kleines Fußbänkchen vor die Kloschüssel.
6. Wenn der Anfang der Wurst erst einmal den Weg nach draußen gefunden hat, drücken Sie nur noch leicht nach – oft geht’s dann wie von selbst.
7. Danach nicht länger anstrengen. Der nächste Drang kommt bestimmt.

Also meine After-Theorie bestätigt sich wieder mit der wissenschaftlichen Meldung wieder einmal, deshalb lohnt es sich, sie anzuklicken und zu lesen. Sie erspart Ihnen möglicherweise wie mir eine Operation. Sollte Ihr Arzt doch noch darauf bestehen, legen Sie ihm ruhig diese Meldung vor.

Folge 66. Mit Vernunft in die Zukunft, oder ?

Ihr Jean Pütz

Hämorrhoiden: Neun von zehn Patienten unnötig operiert

(pte) – Die Häufigkeit des Hämorrhoidalleidens ist unklar, zumal die Selbstdiagnose in geschätzten 50 % der Fälle nicht zutrifft. Zum Skalpell wird zu oft und vielfach auch unnötig gegriffen, denn: Hämorrhoiden und ihre Symptome lassen sich auch ohne Operation meist sehr gut in den Griff bekommen. Das erklärte Univ.-Prof. Dr. Max Wunderlich vom Zentrum für Proktologie und Enddarmchirurgie an der Wiener Privatklinik Confraternität bei einem Symposium, das im Rahmen der 30. Grazer Fortbildungstage der Steirischen Ärztekammer stattfand.

Kamillenblüten & Co gegen das quälende Jucken und Brennen
„Das Verhältnis von Patienten, die tatsächlich einer Hämorrhoidenoperation bedürfen, zu denen, die nach einer unnötigen Operation unzufrieden sind, schätze ich persönlich mit eins zu zehn ein“, so der Experte. Aus diesem Grund rät er eindringlich, im ersten Schritt einen konservativen Therapieansatz zu wählen. Dieser habe in allen Stadien der Hämorrhoiden einen oft unerwartet guten Effekt. Insbesondere prolabierende Hämorrhoiden können mit Hautirritationen, Brennen und Juckreiz einhergehen, wie auch andere Erkrankungen in der Analregion.

Mittel der Wahl in all diesen Fällen sind u.a. Zäpfchen und Salben: „Im Mittelpunkt steht das Ziel, die oft quälenden Symptome professionell zu lindern. Besonders gute Erfahrungen habe ich mit pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Kamillenblüten, Ringelblumen, Kornblumen und Rosskastaniensamen gemacht – sie wirken entzündungshemmend, antibakteriell und fördern die Durchblutung.“

Zum Spezialisten statt zur Selbstdiagnose
Die Beschwerden, die im Zusammenhang mit Hämorrhoiden auftreten, reichen von Blutungen über ein anales Druckgefühl bis zur „analen Missempfindung“. Darunter versteht man ein anhaltendes, ausgesprochen unangenehmes Jucken und Brennen in der Analregion. Verstärkt wird die Symptomatik unter Umständen auch durch handelsübliche Feuchttücher, die hautirritierende Substanzen enthalten. In jedem Fall rät Professor Wunderlich von der Selbstdiagnose ab, denn Beschwerden in der Analregion können viele Ursachen haben, die es abzuklären gilt.

Gut zu wissen: Hämorrhoiden an sich sind unproblematisch
Tatsächlich handelt es sich bei Hämorrhoiden lediglich um einen Schwellkörper am unteren Ende des Mastdarms, der bei jedem Menschen vorhanden ist. Dieser Gefäßpolster dient der Abdichtung des Afterkanals und besteht aus Venen und Arterien und ist daher besonders reich an Blutgefäßen. Probleme treten erst dann auf, wenn sich dieser Schwellkörper erweitert oder nach unten sinkt.

Ist dies der Fall, sind Beschwerden beim Stuhlgang, Missempfindungen in der Analregion und gelegentlich Schmerzen die Folge. Man spricht dann von einem Hämorrhoidalleiden. Die Ursachen, die zum Auftreten von Hämorrhoidalleiden führen sind bis heute nicht restlos geklärt. Wissenschaftlich erwiesen ist lediglich, dass speziell während Schwangerschaft und Geburt vermehrt vergrößerte Hämorrhoiden auftreten.

11.02.2020 Die politischen Probleme in Thüringen

Thüringen aktuell – wer hat da versagt? Kann die „Linke“ mit Bodo Ramelow die freiheitliche Demokratie retten?

Die Missetäter sind jedenfalls nicht nur die CDU und die FDP. Besonders hinterlistig hat sich die AFD in die Diskussion eingebracht und schlägt sich nun auf die Schenkel ob ihrer angeblichen Schlauheit.
Aber damit beweist sie nur, dass ihr die freiheitlich-demokratische Ordnung keinen Deut wert ist, ihnen geht es um völkische und nationalistische Werte.
Nun zerfleischen sich die selbsternannten Volksparteien. Leider wird dies vom deutschen Blätterwald hämisch begleitet nach dem Motto ‚Bad News are good News‘. Dabei scheint es so, als ob die ‚Linke‘ als Retter der Demokratie hochgelobt wird, Bodo Ramelow wird als Landesvater und echter Demokrat dargestellt, was CDU und FDP nicht gelungen ist.

Da möchte ich leichte Zweifel anmelden. Schon Anfang der 2000er Jahre hat er in einer Diskussion im MDR, an der ich teilgenommen habe, verlauten lassen, dass er mit der linken Ideologie die Bundesrepublik sanieren möchte. Ich erinnerte ihn seinerzeit an die Untaten der Mutterpartei der Linken, die SED. Nicht erst heute, sondern damals widersprach er mir, indem leugnete, dass die DDR ein Unrechtsstaat gewesen sei. ‚Nachtigall, ich hör dir trapsen‘. Jetzt geriert er sich als Edelmann und tut so, als würde er sich alleine von der AFD absetzen, während CDU und FDP sie klammheimlich tolerierten. Wenn bei einer erneuten Wahl wieder die AFD-Stimmen mitentscheidend wären, würde er ehrenhaft auf das Amt verzichten.
Ramelow hin, Ramelow her, er kann nicht verbergen, dass, wenn nicht er, dann seine Parteigenossen noch sehr stark vom Gedankengut der DDR-SED geprägt sind.

Muss jetzt unsere freiheitliche Demokratie resignieren und der Planwirtschaft á la Kommunismus wieder Tür und Tor öffnen? Ähnliches erwähnte ich hier bereits im Zusammenhang mit der angeblichen Rettung unseres Klimas durch populistische grün-rötliche Ideologien, bei denen die Gefahr besteht, dass wir irgendwann einmal in einer Öko-Diktatur landen könnten.

Die Möglichkeit der Selbstorganisation im Rahmen der Marktwirtschaft gerät immer mehr ins Hintertreffen. Verbote und Gängeleien des Einzelnen gewinnen die Oberhand. Die Väter unserer sozialen und ökologischen Marktwirtschaft, auf die unsere Grundgesetz aufbaut, würden sich im Grabe herumdrehen.
Im gleichen Dilemma sollte die Politik sich einmal am Beispiel Österreichs oder Italiens orientieren. Auch dort entstanden parlamentarische Patt-Situationen, die den ‚Gordischen Knoten‘ dadurch gelöst haben, indem das Parlament sich auf einen neutralen, Partei unabhängigen aber fachkundigen Kandidaten geeinigt haben, den sie für eine Übergangszeit bis zu Neuwahlen zum Ministerpräsident kürten. Damit brauchte keine der Parteien ihr Gesicht zu verlieren, die CDU und FDP ihre Abneigung gegen die Linke bewahren und die SPD über ihren Schatten springen, denn auch sie kann gewisse Skrupel – zumindest im Bund – gegenüber einer Annäherung gegenüber den Linken nicht verbergen. Das ist ein heikles Kapitel. Ich glaube, die wenigen Wähler noch würden es dieser wichtigen Volkspartei übel nehmen, wenn sie sich plötzlich mit der Ideologie der Linken verbündeten.

Wenn Sie wissen wollen, wie problematisch es mit unserer Wirtschaft aussieht, dann lesen Sie doch dieses Interview mit einem der kompetenten Mittelständler, dem ich übrigens voll zustimme.

Ihr Jean Pütz

PS Um Missverständnissen vorzubeugen: Als glaubwürdiger Wissenschaftsjournalist mit all meinen Fachwissen bin ich garantiert parteilos, aber engagierter Anhänger unserer nach dem 2. Weltkrieg geprägten Demokratie

Folge 64: Mit Vernunft in die Zukunft

Kritik eines erfolgreichen Unternehmers an der deutschen Wirtschafts- und Umweltpolitik ! Mit einem Vorwort von Jean Pütz

Zunächst mein persönlicher Kommentar

‚Fokus online‘ hat mit Klaus Fischer, dem Sohn des Erfinders des Fischer-Dübels, Artur Fischer, Gründer der Firma Fischertechnik ein Interview geführt.
Der hat aber nicht nur den Fischer-Dübel und seine vielen Varianten entwickelt, der den Handwerkern das Leben erleichtert, sondern auch Fischertechnik, die Millionen von jungen Menschen den Zugang zur praktischen konstruktiven Technik ermöglicht hat.

Auch ich habe sehr von dieser Erfindung profitiert, denn als ich 1972 meine große Sendereihe ‚Einführung in die Digitaltechnik‘ entwickelte, ermöglichte mir dieser Baukasten für jedermann verständlich, die Theorie mit vielen praktischen Beispielen zu untermalen.

Diese Sendereihe wurde Anfang 1974 zunächst im WDR-Fernsehen ausgestrahlt und eröffnete schließlich mit Hunderten von Wiederholungen in den anderen 3. Programmen auf breiter Ebene das Verständnis für das zukünftige Digital-Zeitalter.

Mit Artur Fischer habe ich so manches Interview geführt. Er hat Anteil an dem großen Erfolg dieser Sendereihe und ich möchte mich hier ausdrücklich noch einmal bei ihm bedanken.

Jetzt erfahre ich durch das Fokus-Online-Interview, dass sein Sohn, Klaus Fischer, aus der Firma einen Weltkonzern geschmiedet hat.

Seine politischen Einstellungen und sein Verständnis für wirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten und praktischen Anwendungen, waren die Vorraussetzungen für diesen Erfolg. Immerhin ist die Firma Fischer einer der kreativsten Mittelstandsfirmen Deutschlands im Besitz von tausenden Patenten, die weltweit Geltung haben. In seinem folgenden Interview übt er scharfe Kritik an dem derzeitigen Mainstream, insbesondere was Umwelt- und Klimapolitik anbelangt. Ähnlich wie ich befürchtet er, dass das auf Dauer die Deutschen stark ins Hintertreffen bringen wird und die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit so schädigen, dass die Export-Industrie, insbesondere die vom Mittelstand geprägte, im nächsten Jahrzehnt vor dem Kollaps steht.

Hier das Interview mit dem FOCUS-Autor Donar Jujacinski im Firmensitz im Schwarzwald:

(Focus) – Herr Fischer ist gut gelaunt. Bis die Digitalisierung zur Sprache kommt. „Darüber“, sagt der Inhaber der Fischer-Werke, „ärgere ich mich ständig. Wenn ich von unserem Firmensitz im Waldachtal im Nordschwarzwald mit dem Auto nach Stuttgart fahre, bricht die Leitung mindestens sechsmal zusammen. Unglaublich!“
Klaus Fischer, der 1980 das Familienunternehmen von seinem Vater Artur Fischer übernahm und es zu einem Global Player machte, ärgert das deshalb, weil er ein Macher ist. Einer, der von Stillstand und leeren Versprechungen nichts hält. Besonders dann, wenn sie aus der Politik kommen. Dass er seinem Unmut gern laut und deutlich Luft macht, kann sich der 69-Jährige leisten. Die Unternehmensgruppe hat mehr als 1500 Patente angemeldet, steigerte 2018 den Umsatz um 52 Millionen Euro auf 864 Millionen. 2019 kamen noch ein paar Millionen dazu.

Autor: Herr Fischer, Ärger schadet der Gesundheit.

Ich bin gesund, mir fehlt nichts. Keine Sorge. Aber die Digitalisierung in Deutschland ist wirklich eine Katastrophe! Wir haben 3G und wollen 5G haben, obwohl es noch nicht mal überall 4G gibt. Mit dem Bau der Stromtrassen vom Norden in den Süden ist es genauso. Deutschland verliert den Anschluss. Der Staat tut viel zu wenig. Auf dem Weg in unseren Nachbarort konnte ich früher noch problemlos telefonieren. Das ist vorbei.

Autor: Sie sind viel im Ausland unterwegs. Schämen Sie sich manchmal wegen der deutschen Digitalisierungspolitik?

Es ist schon unangenehm. Ich war gerade in Südafrika. Da kann man überall telefonieren. Selbst im Busch. Kein Witz. Und nicht nur das ist problematisch. Wir verlieren auch den Anschluss in der Bildung, weil Aus- und Weiterbildung nicht mehr auf dem aktuellen Stand sind. Weil es an gut ausgebildetem Personal fehlt, werden die Kinder oft schon im Kindergarten nicht entsprechend ihren Begabungen gefördert. In den Schulen ist es ähnlich. Das ist eine Sünde, weil Kinder zwischen ihrem dritten und zwölften Lebensjahr die höchste Auffassungsgabe haben. Deutschland wird mehr und mehr abgehängt.

Autor: Das glauben Sie tatsächlich?

Ja. Ich habe unserer Gemeinde 30.000 Euro gegeben, um für die Schule Computer zu kaufen, die sie teilweise aber nicht nutzen können, weil sie keinen WLAN-Anschluss haben. Bei unserem jährlich stattfindenden Fischer-Abiturientenforum, in dem es um die Digitalisierung ging, beklagten sich Schüler und Lehrer darüber, dass sie nicht unterstützt werden. Dabei ist Bildung das, was für die Zukunft entscheidend ist.

Autor: Was läuft noch falsch?

Ich gebe Ihnen ein Beispiel: In der Nähe von Freudenstadt gibt es den 10.000 Hektar großen Nationalpark Schwarzwald, in dem gerade ein Besucherzentrum gebaut wird, das jetzt 50 anstatt 25,5 Millionen Euro kostet. Damit landete das Zentrum sogar im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler. Aber in den Schulen können die Schüler teilweise nicht die Toiletten benutzen, weil diese in einem miserablen Zustand sind. Und das in einem Staat, der ein so wahnsinnig hohes Steueraufkommen hat. Das ist nicht nachvollziehbar.

Autor: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sagte kürzlich, dass sie mit der Bilanz ihrer Politik sehr zufrieden ist.

Das würde ich an ihrer Stelle auch sagen. Was mir bis vor Kurzem gar nicht klar war: Keine zehn Prozent unserer Politiker haben einen wirtschaftlichen Hintergrund, und einige haben nicht einmal eine abgeschlossene Berufsausbildung. Wie Juso-Chef Kevin Kühnert. Er hat zwei Studiengänge abgebrochen, stellt sich aber hin und sagt, dass wir die Reichensteuer brauchen und er die Gesellschaft verändern will. Das ist in China anders. Dort haben viele Politiker zuvor in der Wirtschaft – vor allem im Ausland – Erfahrungen gesammelt.

Autor: Ihr Unternehmen hat dort Produktionsstandorte.

Ja. Beim Besuch der Elite-Universität Tongji in Shanghai sagte mir ein Professor, dass sie so viel Geld vom Staat bekommen, dass sie gar nicht wissen, wohin damit. Wenn Sie sich im Gegenzug die deutschen Universitäten anschauen – die haben seit 10, 20 Jahren einen Renovierungsstau, der in die Milliarden geht. Deshalb ist es zwingend notwendig, dass es mehr Politiker gibt, die die wirtschaftlichen Zusammenhänge verstehen.

Autor: Sprechen wir über die Kernenergie. War der Ausstieg nach Fukushima richtig?

Der Ausstieg war der größte Fehler von Frau Merkel. Die Kernenergie ist die sauberste Energie der Welt, und die deutschen Kernkraftwerke waren und sind die sichersten der Welt. Dafür bauen jetzt Frankreich und sogar Schweden neue Kraftwerke. Ein anderes Beispiel: Auch in der Gentechnologie sind wir nicht mehr führend, und die Absolventen gehen nach ihrem Studium ins Ausland, weil sie dort – besonders in der Forschung – bessere Chancen haben.

Autor: Macht Ihnen das Sorge?

Natürlich. Wie viel investiert Deutschland denn in die Forschung? Zu wenig gegenüber Ländern wie den USA oder China. Wenn wir in den nächsten Jahren nicht mehr in sie investieren, wird Deutschland bald der große Verlierer sein.

Autor: Welche Werte vermissen Sie bei Politikern noch?

Glaubwürdigkeit, Begeisterung, Zuverlässigkeit und dass sie die Menschen bei Zukunftsthemen mitnehmen, um ihnen damit Sicherheit für die Zukunft zu geben. Das Problem ist, dass immer auf die nächste Wahl geschaut wird. Die Politiker sollten sich aber besser darauf besinnen, Deutschland wieder wettbewerbsfähiger zu machen und sich vor allem wieder mit den starken Nationen vergleichen und die richtigen Schritte einleiten. Dann könnte Deutschland eines Tages wieder eine ganz, ganz starke Nation sein.

Autor: Viele Menschen fürchten Risiken, weil Sie Angst um ihren Wohlstand, ihren Besitz haben.

Wenn sich in Bezug auf ein mutigeres Vorgehen hinsichtlich Bildung, Digitalisierung, künstlicher Intelligenz oder dem Klima- und Umweltschutz nicht bald etwas ändert, werden wir große Probleme bekommen. Dazu brauchen wir politische Visionäre, die anpacken und sich auf diese wichtigen Themen konzentrieren, anstatt sie zu zerreden. Dieses Zerreden ist übrigens genau das, was ich den Politikern in erster Linie vorwerfe. Dadurch werden wir nicht auf die Zukunft vorbereitet. Hinzu kommt: Der Sozialstaat Deutschland lebt von der Wirtschaft und kann langfristig nur finanziert werden, wenn wir wirtschaftlich wettbewerbsfähig bleiben.

Autor: Haben Sie eine Idee, wer diesen Wettbewerb nach der Merkel-Ära verbessern kann? Friedrich Merz vielleicht?

Na ja. Herrn Söder sollte man auch nicht abschreiben. Er ist clever und ein gescheiter Kopf. Meiner Meinung nach ist er jemand, der die Kraft hätte, Deutschland wieder voranzubringen. Deshalb bin ich mir nicht sicher, ob am Ende nicht doch Markus Söder zur Verfügung steht.

Autor: Dann halten Sie Friedrich Merz für weniger gescheit?

Herr Merz ist ein außergewöhnlich kluger Mann. Aber ich glaube nicht, dass er es schafft. Er war zu lange weg von der Politik. Aber natürlich ist er jemand, der die Industrie gut kennt und wäre deshalb eine gute Alternative zu Markus Söder.

Autor: Trauen Sie die Aufgabe NRW-Chef Armin Laschet zu?

Das kann aus meiner Sicht nicht funktionieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er der richtige Mann für diese Position ist. Wir müssen jetzt schauen, dass die CDU wieder richtig positioniert wird. Dass sie so weit nach links abgerutscht ist, ist mit ein Grund, dass die AfD so weit kam. Jetzt brauchen wir jemanden, der die CDU wieder mehr nach rechts rückt. Dies ist nicht das Ziel von Herrn Laschet. Im Gegenteil. Das können nur Söder oder Merz.

Autor: Viele Ihrer Unternehmerkollegen sprechen von Rezession.

Die haben wir schon. Da wird nur deshalb nicht viel darüber geschrieben, weil der Umwelt- und Klimaschutz im Augenblick das entscheidende Thema ist. Wobei das ja nichts Neues ist. Das war ja vor zwei Jahren nicht anders als heute. Nur jetzt hat man das Gefühl, die Welt würde in den nächsten Jahren untergehen. Tut sie aber nicht.

Autor: Der Klimahype hängt stark mit Greta Thunberg zusammen.

Sie ist eine junge Persönlichkeit mit viel Mut. Wenngleich ich nicht alles gut finde, was Greta Thunberg veranstaltet. Wir müssen aufpassen, dass die Klimadiskussion nicht dazu führt, dass Deutschland am Ende als Verlierer dasteht. Es ist wichtig, Klimapolitik gemeinsam weltweit zu betreiben und nicht national.

Autor: Die Fischer-Werke sind auch Zulieferer der Autoindustrie, stellen Luftausströmer oder Ablagefächer her. Unter den Abnehmern ist auch der Autobauer Tesla, der im brandenburgischen Grünheide ein neues Werk bauen will. Freut Sie das?

Was ich nicht verstehen kann, ist, dass man für Tesla alle Register zieht, um sie nach Berlin zu bekommen, und die deutsche Automobilindustrie so gut wie gar nicht unterstützt. Im Gegenteil: Ihr bereitet man immer mehr Probleme. Richtig ist, dass Fehler passiert sind. Jetzt aber ist der Zeitpunkt gekommen, nicht mehr nach hinten, sondern nach vorne zu schauen und sich mit den Herausforderungen der Zukunft zu beschäftigen.

Autor: Warum wird um Elon Musk so ein Aufheben gemacht?

Das kann ich nicht beurteilen. Es wäre aber gut, wenn sich Wirtschaftsminister Peter Altmaier für die deutsche Automobilindustrie auch so einsetzen würde.

Autor: Bekommt die Wirtschaft in Baden-Württemberg ausreichend Unterstützung?

Es wird von der Landesregierung in Baden-Württemberg immer von der Unterstützung des ländlichen Raumes gesprochen. Ein Beispiel: Wir haben in Freudenstadt einen Campus, einen Vorlesungsstandort, der zur Universität Stuttgart gehört. Für diesen Campus wurde mir von der Landesregierung für den Zeitraum von fünf Jahren eine Unterstützung von drei Millionen Euro versprochen, also jedes Jahr 600.000 Euro. Am Ende haben wir aber nur eine Million Euro bekommen, über die der Campus nicht einmal vollständig verfügen kann.

Autor: Haben Sie sich beschwert?

Ja. Das Beispiel zeigt, inwieweit die Investitionen am Standort Deutschland noch sinnvoll sind. Inzwischen gibt es Länder, die die Wirtschaft mit offenen Armen empfangen – sowohl in Europa als auch in Fernost. Nach Serbien, Bulgarien oder Rumänien gehen sehr viele deutsche Firmen, vor allem Automobilzulieferer, für die dort sehr viel getan wird. Natürlich wird auch in Deutschland subventioniert. Aber zu einseitig. Wir sollten nicht nur auf E-Mobilität setzen, sondern auch auf andere Antriebe wie Wasserstoff oder neue Brennstoffe. Anstatt das Geld in die Forschung für neue Technologien wie beispielsweise den Wasserstoff zu geben, unterstützt man Elektroautos, für die noch nicht genügend Strom produziert werden kann und es bis heute auch noch keinen konkreten Plan für die Entsorgung des Elektroschrotts gibt.

Autor: Sie sind Oldtimer-Sammler. Besitzen Sie auch ein E-Mobil?

Ich persönlich nicht. Ich weigere mich zurzeit auch, ein E-Auto zu kaufen, weil es erst ab 220.000 Kilometern CO2-neutral ist. Außerdem halte ich es für einen Riesenfehler, den Verbrennungsmotor abzuschreiben. Da ist noch sehr viel Potenzial vorhanden. Dass die CO2-Werte und der Feinstaub reduziert werden müssen, steht außer Diskussion. Die Frage ist nur, ob es richtig ist, nur die Symptome zu bekämpfen und nicht an die Ursachen zu gehen. Es wäre doch sinnvoller zu schauen, was die drei größten Ursachen in Bezug auf den Klimawandel sind und die Themen weltweit gemeinsam zu bearbeiten.

11.02.2020 Kritik eines erfolgreichen Unternehmers an der deutschen Wirtschafts- und Umweltpolitik

Zunächst mein persönlicher Kommentar

‚Fokus online‘ hat mit Klaus Fischer, dem Sohn des Erfinders des Fischer-Dübels, Artur Fischer, Gründer der Firma Fischertechnik ein Interview geführt.
Der hat aber nicht nur den Fischer-Dübel und seine vielen Varianten entwickelt, der den Handwerkern das Leben erleichtert, sondern auch Fischertechnik, die Millionen von jungen Menschen den Zugang zur praktischen konstruktiven Technik ermöglicht hat.

Auch ich habe sehr von dieser Erfindung profitiert, denn als ich 1972 meine große Sendereihe ‚Einführung in die Digitaltechnik‘ entwickelte, ermöglichte mir dieser Baukasten für jedermann verständlich, die Theorie mit vielen praktischen Beispielen zu untermalen.

Diese Sendereihe wurde Anfang 1974 zunächst im WDR-Fernsehen ausgestrahlt und eröffnete schließlich mit Hunderten von Wiederholungen in den anderen 3. Programmen auf breiter Ebene das Verständnis für das zukünftige Digital-Zeitalter.

Mit Artur Fischer habe ich so manches Interview geführt. Er hat Anteil an dem großen Erfolg dieser Sendereihe und ich möchte mich hier ausdrücklich noch einmal bei ihm bedanken.

Jetzt erfahre ich durch das Fokus-Online-Interview, dass sein Sohn, Klaus Fischer, aus der Firma einen Weltkonzern geschmiedet hat.

Seine politischen Einstellungen und sein Verständnis für wirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten und praktischen Anwendungen, waren die Vorraussetzungen für diesen Erfolg. Immerhin ist die Firma Fischer einer der kreativsten Mittelstandsfirmen Deutschlands im Besitz von tausenden Patenten, die weltweit Geltung haben. In seinem folgenden Interview übt er scharfe Kritik an dem derzeitigen Mainstream, insbesondere was Umwelt- und Klimapolitik anbelangt. Ähnlich wie ich befürchtet er, dass das auf Dauer die Deutschen stark ins Hintertreffen bringen wird und die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit so schädigen, dass die Export-Industrie, insbesondere die vom Mittelstand geprägte, im nächsten Jahrzehnt vor dem Kollaps steht.

Hier das Interview mit dem FOCUS-Autor Donar Jujacinski im Firmensitz im Schwarzwald:

(Focus) – Herr Fischer ist gut gelaunt. Bis die Digitalisierung zur Sprache kommt. „Darüber“, sagt der Inhaber der Fischer-Werke, „ärgere ich mich ständig. Wenn ich von unserem Firmensitz im Waldachtal im Nordschwarzwald mit dem Auto nach Stuttgart fahre, bricht die Leitung mindestens sechsmal zusammen. Unglaublich!“
Klaus Fischer, der 1980 das Familienunternehmen von seinem Vater Artur Fischer übernahm und es zu einem Global Player machte, ärgert das deshalb, weil er ein Macher ist. Einer, der von Stillstand und leeren Versprechungen nichts hält. Besonders dann, wenn sie aus der Politik kommen. Dass er seinem Unmut gern laut und deutlich Luft macht, kann sich der 69-Jährige leisten. Die Unternehmensgruppe hat mehr als 1500 Patente angemeldet, steigerte 2018 den Umsatz um 52 Millionen Euro auf 864 Millionen. 2019 kamen noch ein paar Millionen dazu.

Autor: Herr Fischer, Ärger schadet der Gesundheit.

Ich bin gesund, mir fehlt nichts. Keine Sorge. Aber die Digitalisierung in Deutschland ist wirklich eine Katastrophe! Wir haben 3G und wollen 5G haben, obwohl es noch nicht mal überall 4G gibt. Mit dem Bau der Stromtrassen vom Norden in den Süden ist es genauso. Deutschland verliert den Anschluss. Der Staat tut viel zu wenig. Auf dem Weg in unseren Nachbarort konnte ich früher noch problemlos telefonieren. Das ist vorbei.

Autor: Sie sind viel im Ausland unterwegs. Schämen Sie sich manchmal wegen der deutschen Digitalisierungspolitik?

Es ist schon unangenehm. Ich war gerade in Südafrika. Da kann man überall telefonieren. Selbst im Busch. Kein Witz. Und nicht nur das ist problematisch. Wir verlieren auch den Anschluss in der Bildung, weil Aus- und Weiterbildung nicht mehr auf dem aktuellen Stand sind. Weil es an gut ausgebildetem Personal fehlt, werden die Kinder oft schon im Kindergarten nicht entsprechend ihren Begabungen gefördert. In den Schulen ist es ähnlich. Das ist eine Sünde, weil Kinder zwischen ihrem dritten und zwölften Lebensjahr die höchste Auffassungsgabe haben. Deutschland wird mehr und mehr abgehängt.

Autor: Das glauben Sie tatsächlich?

Ja. Ich habe unserer Gemeinde 30.000 Euro gegeben, um für die Schule Computer zu kaufen, die sie teilweise aber nicht nutzen können, weil sie keinen WLAN-Anschluss haben. Bei unserem jährlich stattfindenden Fischer-Abiturientenforum, in dem es um die Digitalisierung ging, beklagten sich Schüler und Lehrer darüber, dass sie nicht unterstützt werden. Dabei ist Bildung das, was für die Zukunft entscheidend ist.

Autor: Was läuft noch falsch?

Ich gebe Ihnen ein Beispiel: In der Nähe von Freudenstadt gibt es den 10.000 Hektar großen Nationalpark Schwarzwald, in dem gerade ein Besucherzentrum gebaut wird, das jetzt 50 anstatt 25,5 Millionen Euro kostet. Damit landete das Zentrum sogar im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler. Aber in den Schulen können die Schüler teilweise nicht die Toiletten benutzen, weil diese in einem miserablen Zustand sind. Und das in einem Staat, der ein so wahnsinnig hohes Steueraufkommen hat. Das ist nicht nachvollziehbar.

Autor: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sagte kürzlich, dass sie mit der Bilanz ihrer Politik sehr zufrieden ist.

Das würde ich an ihrer Stelle auch sagen. Was mir bis vor Kurzem gar nicht klar war: Keine zehn Prozent unserer Politiker haben einen wirtschaftlichen Hintergrund, und einige haben nicht einmal eine abgeschlossene Berufsausbildung. Wie Juso-Chef Kevin Kühnert. Er hat zwei Studiengänge abgebrochen, stellt sich aber hin und sagt, dass wir die Reichensteuer brauchen und er die Gesellschaft verändern will. Das ist in China anders. Dort haben viele Politiker zuvor in der Wirtschaft – vor allem im Ausland – Erfahrungen gesammelt.

Autor: Ihr Unternehmen hat dort Produktionsstandorte.

Ja. Beim Besuch der Elite-Universität Tongji in Shanghai sagte mir ein Professor, dass sie so viel Geld vom Staat bekommen, dass sie gar nicht wissen, wohin damit. Wenn Sie sich im Gegenzug die deutschen Universitäten anschauen – die haben seit 10, 20 Jahren einen Renovierungsstau, der in die Milliarden geht. Deshalb ist es zwingend notwendig, dass es mehr Politiker gibt, die die wirtschaftlichen Zusammenhänge verstehen.

Autor: Sprechen wir über die Kernenergie. War der Ausstieg nach Fukushima richtig?

Der Ausstieg war der größte Fehler von Frau Merkel. Die Kernenergie ist die sauberste Energie der Welt, und die deutschen Kernkraftwerke waren und sind die sichersten der Welt. Dafür bauen jetzt Frankreich und sogar Schweden neue Kraftwerke. Ein anderes Beispiel: Auch in der Gentechnologie sind wir nicht mehr führend, und die Absolventen gehen nach ihrem Studium ins Ausland, weil sie dort – besonders in der Forschung – bessere Chancen haben.

Autor: Macht Ihnen das Sorge?

Natürlich. Wie viel investiert Deutschland denn in die Forschung? Zu wenig gegenüber Ländern wie den USA oder China. Wenn wir in den nächsten Jahren nicht mehr in sie investieren, wird Deutschland bald der große Verlierer sein.

Autor: Welche Werte vermissen Sie bei Politikern noch?

Glaubwürdigkeit, Begeisterung, Zuverlässigkeit und dass sie die Menschen bei Zukunftsthemen mitnehmen, um ihnen damit Sicherheit für die Zukunft zu geben. Das Problem ist, dass immer auf die nächste Wahl geschaut wird. Die Politiker sollten sich aber besser darauf besinnen, Deutschland wieder wettbewerbsfähiger zu machen und sich vor allem wieder mit den starken Nationen vergleichen und die richtigen Schritte einleiten. Dann könnte Deutschland eines Tages wieder eine ganz, ganz starke Nation sein.

Autor: Viele Menschen fürchten Risiken, weil Sie Angst um ihren Wohlstand, ihren Besitz haben.

Wenn sich in Bezug auf ein mutigeres Vorgehen hinsichtlich Bildung, Digitalisierung, künstlicher Intelligenz oder dem Klima- und Umweltschutz nicht bald etwas ändert, werden wir große Probleme bekommen. Dazu brauchen wir politische Visionäre, die anpacken und sich auf diese wichtigen Themen konzentrieren, anstatt sie zu zerreden. Dieses Zerreden ist übrigens genau das, was ich den Politikern in erster Linie vorwerfe. Dadurch werden wir nicht auf die Zukunft vorbereitet. Hinzu kommt: Der Sozialstaat Deutschland lebt von der Wirtschaft und kann langfristig nur finanziert werden, wenn wir wirtschaftlich wettbewerbsfähig bleiben.

Autor: Haben Sie eine Idee, wer diesen Wettbewerb nach der Merkel-Ära verbessern kann? Friedrich Merz vielleicht?

Na ja. Herrn Söder sollte man auch nicht abschreiben. Er ist clever und ein gescheiter Kopf. Meiner Meinung nach ist er jemand, der die Kraft hätte, Deutschland wieder voranzubringen. Deshalb bin ich mir nicht sicher, ob am Ende nicht doch Markus Söder zur Verfügung steht.

Autor: Dann halten Sie Friedrich Merz für weniger gescheit?

Herr Merz ist ein außergewöhnlich kluger Mann. Aber ich glaube nicht, dass er es schafft. Er war zu lange weg von der Politik. Aber natürlich ist er jemand, der die Industrie gut kennt und wäre deshalb eine gute Alternative zu Markus Söder.

Autor: Trauen Sie die Aufgabe NRW-Chef Armin Laschet zu?

Das kann aus meiner Sicht nicht funktionieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er der richtige Mann für diese Position ist. Wir müssen jetzt schauen, dass die CDU wieder richtig positioniert wird. Dass sie so weit nach links abgerutscht ist, ist mit ein Grund, dass die AfD so weit kam. Jetzt brauchen wir jemanden, der die CDU wieder mehr nach rechts rückt. Dies ist nicht das Ziel von Herrn Laschet. Im Gegenteil. Das können nur Söder oder Merz.

Autor: Viele Ihrer Unternehmerkollegen sprechen von Rezession.

Die haben wir schon. Da wird nur deshalb nicht viel darüber geschrieben, weil der Umwelt- und Klimaschutz im Augenblick das entscheidende Thema ist. Wobei das ja nichts Neues ist. Das war ja vor zwei Jahren nicht anders als heute. Nur jetzt hat man das Gefühl, die Welt würde in den nächsten Jahren untergehen. Tut sie aber nicht.

Autor: Der Klimahype hängt stark mit Greta Thunberg zusammen.

Sie ist eine junge Persönlichkeit mit viel Mut. Wenngleich ich nicht alles gut finde, was Greta Thunberg veranstaltet. Wir müssen aufpassen, dass die Klimadiskussion nicht dazu führt, dass Deutschland am Ende als Verlierer dasteht. Es ist wichtig, Klimapolitik gemeinsam weltweit zu betreiben und nicht national.

Autor: Die Fischer-Werke sind auch Zulieferer der Autoindustrie, stellen Luftausströmer oder Ablagefächer her. Unter den Abnehmern ist auch der Autobauer Tesla, der im brandenburgischen Grünheide ein neues Werk bauen will. Freut Sie das?

Was ich nicht verstehen kann, ist, dass man für Tesla alle Register zieht, um sie nach Berlin zu bekommen, und die deutsche Automobilindustrie so gut wie gar nicht unterstützt. Im Gegenteil: Ihr bereitet man immer mehr Probleme. Richtig ist, dass Fehler passiert sind. Jetzt aber ist der Zeitpunkt gekommen, nicht mehr nach hinten, sondern nach vorne zu schauen und sich mit den Herausforderungen der Zukunft zu beschäftigen.

Autor: Warum wird um Elon Musk so ein Aufheben gemacht?

Das kann ich nicht beurteilen. Es wäre aber gut, wenn sich Wirtschaftsminister Peter Altmaier für die deutsche Automobilindustrie auch so einsetzen würde.

Autor: Bekommt die Wirtschaft in Baden-Württemberg ausreichend Unterstützung?

Es wird von der Landesregierung in Baden-Württemberg immer von der Unterstützung des ländlichen Raumes gesprochen. Ein Beispiel: Wir haben in Freudenstadt einen Campus, einen Vorlesungsstandort, der zur Universität Stuttgart gehört. Für diesen Campus wurde mir von der Landesregierung für den Zeitraum von fünf Jahren eine Unterstützung von drei Millionen Euro versprochen, also jedes Jahr 600.000 Euro. Am Ende haben wir aber nur eine Million Euro bekommen, über die der Campus nicht einmal vollständig verfügen kann.

Autor: Haben Sie sich beschwert?

Ja. Das Beispiel zeigt, inwieweit die Investitionen am Standort Deutschland noch sinnvoll sind. Inzwischen gibt es Länder, die die Wirtschaft mit offenen Armen empfangen – sowohl in Europa als auch in Fernost. Nach Serbien, Bulgarien oder Rumänien gehen sehr viele deutsche Firmen, vor allem Automobilzulieferer, für die dort sehr viel getan wird. Natürlich wird auch in Deutschland subventioniert. Aber zu einseitig. Wir sollten nicht nur auf E-Mobilität setzen, sondern auch auf andere Antriebe wie Wasserstoff oder neue Brennstoffe. Anstatt das Geld in die Forschung für neue Technologien wie beispielsweise den Wasserstoff zu geben, unterstützt man Elektroautos, für die noch nicht genügend Strom produziert werden kann und es bis heute auch noch keinen konkreten Plan für die Entsorgung des Elektroschrotts gibt.

Autor: Sie sind Oldtimer-Sammler. Besitzen Sie auch ein E-Mobil?

Ich persönlich nicht. Ich weigere mich zurzeit auch, ein E-Auto zu kaufen, weil es erst ab 220.000 Kilometern CO2-neutral ist. Außerdem halte ich es für einen Riesenfehler, den Verbrennungsmotor abzuschreiben. Da ist noch sehr viel Potenzial vorhanden. Dass die CO2-Werte und der Feinstaub reduziert werden müssen, steht außer Diskussion. Die Frage ist nur, ob es richtig ist, nur die Symptome zu bekämpfen und nicht an die Ursachen zu gehen. Es wäre doch sinnvoller zu schauen, was die drei größten Ursachen in Bezug auf den Klimawandel sind und die Themen weltweit gemeinsam zu bearbeiten.

07.02.2020 Erderwärmung, falsche Maßnahmen

Mit nur 2% Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß können wir das Klima allein nicht retten. Die ganze Welt muss überzeugt werden, dass es 5 vor 12 ist und der „Point Never Come Back“ bevorsteht. Auf den vielen Weltklimakonferenzen werden zwar Grenzwerte festgelegt, aber die wenigsten Staaten ziehen daraus die notwendigen Konsequenzen – nur wir in Deutschland sind die Musterschüler.

Verantwortlich für dieses Missverhältnis sind nicht nur die Klimaleugner wie Donald Trump und Konsorten, sondern auch viele Maßnahmen im Mainstream, die bei uns garantiert ins Leere führen, weil sie die falschen Schwerpunkte setzen. Populistisch wird immer der Verkehrssektor für die Malaise verantwortlich gemacht. Da möchte ich ganz speziell unsere privaten Autos erwähnen, die bestimmte Kreise in der Politik den Bürgern streitig machen wollen. Das sollen die großen Umweltsünder sein ?

Als Erlösung wird das reine Elektroauto gepriesen. Ja, die Grünen Ideologen gehen sogar so weit und fordern das Verbot des Verbrennungsmotors. Die Menschen, die nicht in den städtischen Ballungszentren leben, sind die Gelackmeierten. Wo sollen die Städter ihre auf der Straße geparkten Autos laden? So kommt es, dass die angepriesenen reinen Elektroautos letztlich nur den Reichen vorbehalten bleiben.

Dabei geht es auch viel besser mit einer anderen Elektromobilität, sprich HyperHybrid, die einer Reduktion des heutigen Spritverbrauchs auf maximal 2-3 Liter pro 100 Kilometer sogar umweltfreundlich mit regenerativem Treibstoff ermöglicht. Aber dies scheint ausgeschlossen, weil der kleine notwendige Verbrennungsmotor den Ökoradikalen nicht ins Gebet passt. Sie propagieren stattdessen die Rute. Goethe hat in seinem Erlkönig das Motiv der Neunmalklugen vorgedichtet: „Bist du nicht willig, so brauche ich Gewalt.“ ( sprich Verbote). Dabei geht es auch ohne, sofern man sich auf die Vernunft einlässt.
Wieso hat sich ausgerechnet unser privater Autoverkehr als Belzebub herausgestellt, obwohl er nur mit 6-8% Anteil am deutschen CO2-Aufkommen beteiligt?

Alles schön und gut, das Elektroauto scheint in unseren Städten die Luft zu verbessern, aber der Dreck wird verlagert in die Dritte Welt. Dort erzeugt die Gewinnung der Batterie-Rohstoffe katastrophale soziale und wirtschaftliche Verwerfungen der indigenen Bevölkerung.
Auch die vorzeitige Abschaltung von unseren Braunkohlekraftwerken wäre nicht nötig, wenn man den Hebel an der richtigen Stelle ansetzen würde.

Wie kam es zu diesem Missverständnis? Der Normalbürger versteht unter Energie vor allen Dingen die Bewegungsenergie. Emotional ist ihm bewusst, dass, wenn er zu Fuß eine Strecke von A nach B zurück legen muss, ein persönlicher Energie-Einsatz notwendig ist – besonders wenn es den Berg hoch geht. Benutzt er jedoch ein motorgetriebenes Fahrzeug, so legt er diese Strecke mühelos zurück. Allerdings weiß er, dass er dafür Treibstoff mit CO2-Ausstoss benötigt. Das heißt, diese Form der Energie ist für ihn mit einem emotionalen Erlebnis verbunden. Diese Gefühle machen es den grün-rötlichen Ideologen leicht, gerade den Individualverkehr zu brandmarken.

Aber das die Wärmeenergie wesentlich aufwendiger als diese kinetische Energie ist, wird ihm vorenthalten. In der Schule lernt er das viel zu kompliziert, verbunden z. B. mit dem Begriff der Entropie, den kaum jemand begreift. So wird auf Emotionen gesetzt und ihm wird eingeredet, wenn er seinen Diesel oder Benziner abschafft und durch ein Elektroauto eintauscht, er wäre der Umweltschützer erster Klasse – der Rattenfänger von Hameln lässt grüßen.
Noch einmal zur Erinnerung: 6 – 8 % am deutschen CO2-Ausstoss geht auf unsere private Mobilitäts-Kappe. Demgegenüber steht der gesamte Gebäudesektor mit 40-50% für die Versorgung mit Wärme, Kälte, Lüftung und Entlüftung, elektrische Energie für die Beleuchtung und Datenverarbeitung und Kommunikation, usw.
Und jetzt kommt die Logik und Vernunft, die offenbar den Klimaschützern verloren gegangen ist: Wenn die vielen Milliarden Euro Subventionen und Förderungen vom Staat anstelle in den Autosektor in diesen energieaufwendigen Gebäude-Bereich geflossen, bzw. vorrausschauende Wärmeschutzverordnungen ergangen wären – wie ich übrigens schon 1992 in einer ARD-Sendung gefordert habe – dann hätten wir heute keine Not, die anvisierten CO2-Ziele einzuhalten. Als Argument wurde mir damals entgegnet, dass ein besserer Wärme- und Kälteschutz der Gebäude viel zu hohe Kosten verursachen und die Mieten zu stark anheben würde.

Eine Tatsache, die auch heute wieder ganz aktuell ist. Klar kostet das Geld, aber staatliche Beihilfen könnten das viel preiswerter als im Verkehrssektor konterkarieren. Übrigens, mir persönlich ist es auch ohne Subventionen gelungen, mit Hilfe der mittlerweile sehr preiswerten Fotovoltaik und Solarthermie zwei Altbauten in Energie-Plus-Häuser umzuwandeln, und die Wärme-Versorgung eines Sechs-Familienhauses in der Innenstadt wird anstelle einer Gastherme mit einem intelligenten Klein-Heizkraft-Werk (KKW) extrem CO2-sparend erreicht. Ein Gas-Motor treibt einen Generator, der erzeugt 5,5 kW elektrische Energie, die Abwärme heizt das ganze Haus seit 25 Jahren zuverlässig. Das hat sich bezahlt gemacht. Auch ohne Förderung spare ich viel Geld. Ebenso könnte eine Gas-Wärmepumpe helfen, sehr sparsam mit dem CO2-Ausstoß umzugehen. Sie holt etwas dreimal mehr Energie aus dem Erdgas, als die Natur hineingesteckt hat. Das zum Thema Verbot des Verbrennungsmotors.

Alles dies beweist, dass die heutige Energiepolitik auf dem Holzweg ist. Wenn nicht bald eine Änderung eintritt und der wirtschaftlichen und ökologischen Vernunft keine Chance eingeräumt wird, landen wir in der Plan-Wirtschaft, gespickt mit Verboten.
Die Väter unserer genialen, sozialen und ökologischen Marktwirtschaft würden sich im Grabe herumdrehen.

Folge 63: Mit Vernunft in die Zukunft – oder ?

Hier noch ein Link, der die Problematik der Umweltpolitik belegt:

Windkraft und die Schwierigkeiten, sie zu installieren

Ihr Jean Pütz

 

 

Cyber-Quallen als Hüter der Meere

(pte) – Forscher des California Institute of Technology (Caltech) und der Stanford University haben eine bionische Prothese für Quallen entwickelt. Damit vercyberte Nesseltiere schwimmen bis zu drei Mal schneller, ohne dass das ihren Metabolismus belastet. Langfristiges Ziel ist es, die Cyber-Quallen auch zu steuern und mit Sensoren zu bestücken, damit sie Wissenschaftlern Informationen über die unerforschten Weiten des Meeres liefern.

Flotter Pulsieren
Quallen pulsieren, um sich nach dem Rückstoßprinzip fortzubewegen. Typischerweise bringen sie es dabei auf etwa zwei Zentimeter pro Sekunde. Die neue, etwa zwei Zentimeter große Prothese wird mittels hölzernem Stachel am Tier angebracht. Sie dient dazu, mittels elektrischer Impulse das Pulsieren der Quallen zu steuern – ähnlich einem Herzschrittmacher. „Wir konnten zeigen, dass sie sich deutlich schneller bewegen können als üblich, ohne dass ihr Stoffwechsel übergebührlich belastet wird“, sagt Stanford-Doktorandin Nicole Xu.

Auf vier bis sechs Zentimeter pro Sekunde Schwimmgeschwindigkeit bringt es eine Cyber-Qualle. „Das zeigt, dass Quallen ungenutztes Potenzial für schnelleres, effizienteres Schwimmen haben. Sie haben normalerweise nur keinen Grund, das zu tun“, erläutert Xu. Schädlich scheint der Geschwindigkeits-Boost nicht zu sein. Quallen sind dafür bekannt, dass sie bei Stress einen Schleim absondern. Eben das blieb bei den Versuchen aus. Auch Spätfolgen gibt es offenbar nicht. Wurde die Prothese entfernt, sind die Tiere wieder mit normaler Geschwindigkeit geschwommen.

Neue Meeresforscher
Quallen sind für die Wissenschaft interessant, da sie praktisch überall im Meer vorkommen. Daher haben Forscher sie schon als Vorbild für Roboter genommen, die die Ozeane erforschen sollen. „Wir konnten bislang nicht die Eleganz des biologischen Systems einfangen“, meint John Dabiri, Caltech-Professor für Luftfahrt und Maschinentechnik. Das ist mit ein Grund, warum das Team es nun mit Cyber-Quallen versuchen will, um die Tiefen der Weltmeere zu ergründen. „Nur fünf bis zehnt Prozent der Ozeane sind erforscht, also wollen wir ausnutzen, dass Quallen ohnehin überall vorkommen“, erklärt Dabiri.

Mit Sensoren bestückte Tiere könnten also ein globales Netzwerk bilden, um günstig Temperatur, Salzgehalt und andere Eigenschaften der Meere zu überwachen. Das Team will nun also daran arbeiten, die Bewegung der Quallen auch aufgrund der Signale mitgeführter Sensoren zu steuern. Außerdem hofft Daibiri, dass es noch kompaktere Elektronik ermöglicht, diese komplett ins Gewebe der Tiere einzubetten und diese somit wirklich dauerhaft zu Quallen-Cyborgs zu machen.

Antikörper bekämpft AIDs

(pte) – Virologen der Uniklinik Köln haben zusammen mit Kollegen des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung einen neuen, hochwirksamen Antikörper namens 1-18 gegen HIV entdeckt. Er unterdrückt die Virusvermehrung anhaltend. Dadurch hat der Antikörper großes Potenzial, erfolgreich zur Prävention und Behandlung der HIV-Infektion eingesetzt zu werden, so die Forscher.

Große Wirkung nachgewiesen
Zurzeit stellen antiretrovirale Medikamente die Grundlage der Behandlung der HIV-Infektion dar. Sie hemmen effektiv die Vermehrung des HI-Virus, erfordern jedoch eine lebenslange und tägliche Einnahme, die mit Nebenwirkungen einhergehen kann. Aufgrund der hohen Wandelbarkeit von HIV ist zudem eine Kombination mehrerer Wirkstoffe nötig, um die Entwicklung von Medikamenten-Resistenzen und ein Therapieversagen zu verhindern.

Der neue Antikörper hat bei geringen Konzentrationen große Wirkung gezeigt und war gegen 97 Prozent der getesteten HIV-Varianten aktiv. „1-18 zählt somit zu den besten bislang beschriebenen Antikörpern, die HIV neutralisieren können“, so Philipp Schommers, Assistenzarzt an der Uniklinik Köln und einer der Erstautoren der Studie. Zusammen mit dem California Institute of Technology konnten die Kölner den Angriffsmechanismus des Antikörpers 1-18 detailliert darstellen. So bindet und inaktiviert dieser eine besonders relevante Oberflächenstruktur von HIV, auf die das Virus für die Infektion und Vermehrung angewiesen ist.

Forschen am Mausmodell lohnt
Die therapeutische Wirkung des neuen Antikörpers haben die Kölner Virologen unter Verwendung eines Mausmodells untersucht, das eine dem Menschen vergleichbare HIV-Infektion ermöglicht. Andere breit-neutralisierende Antikörper zeigten dabei nur kurzfristige Effekte auf die Viruslast im Blut, da eine rasche Resistenzentwicklung auftrat. Im Gegensatz hierzu führte die Behandlung mit 1-18 zur Reduktion der Virusmenge im Blut, die für die gesamte Therapiedauer anhielt. „Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass die Entwicklung von Resistenzen gegen den neuen Antikörper 1-18 im Vergleich zu anderen Antikörpern deutlich erschwert ist“, sagt Henning Grüll, Assistenzarzt am Institut für Virologie und Erstautor.