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Lebensstil und chronische Krankheiten – Studie bestätigt Zusammenhang

(BZfE) – Wer im mittleren Alter auf einen gesunden Lebensstil achtet, bleibt offenbar bis zu zehn Jahre länger fit und frei von chronischen Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Leiden. Das ist das Resultat einer Studie unter Leitung der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston, USA. Zu einem „gesunden“ Lebensstil zählten die amerikanischen Wissenschaftler fünf Faktoren: eine ausgewogene Ernährung, ein gesundes Körpergewicht, ausreichend Bewegung, ein moderater Alkoholkonsum und der
Verzicht auf das Rauchen.

Für die Untersuchung wurden über 100.000 Frauen und Männer für rund drei Jahrzehnte begleitet. In Fragebögen machten die Probanden unter anderem Angaben zu ihren Ess- und Lebensgewohnheiten. Die Wissenschaftler berechneten den Körpermassenindex (BMI) als Verhältnis von Gewicht (in kg) zur Körpergröße (in m zum Quadrat). Bei einem normalen Körpergewicht liegt der BMI zwischen 18,5 und 24,9 kg/m2. Die Ernährung
wurde anhand des sogenannten „Alternate Healthy Eating Index“ beurteilt. Die Probanden bewegten sich regelmäßig, wenn sie mindestens 30 Minuten pro Tag mäßig bis kräftig aktiv waren. Ein moderater Alkoholkonsum lag per Definition bei einer Tagesportion (5-15 g) für Frauen und zwei Portionen (5-30 g) für Männer. Zur Anschauung: ¼ Liter Wein enthält etwa 20 g Alkohol.

Frauen, die im Alter von 50 Jahren vier oder fünf der gesunden Gewohnheiten befolgten, lebten durchschnittlich 10 Jahre länger frei von Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs (34,4 Jahre statt 23,7 Jahre). Als Vergleichsgruppe dienten Frauen, die keinen Faktor eines gesunden Lebensstils erfüllten. Männer konnten durch einen gesunden Lebensstil im mittleren Alter immerhin 7,6 krankheitsfreie Jahre gewinnen (31,1 Jahre statt 23,5 Jahre).

Je mehr dieser fünf Faktoren des gesunden Lebensstils erfüllt wurden, desto höher war in der Studie die Gesamtlebenserwartung. Außerdem verbesserten sich auch die Überlebenschancen nach der Diagnose von chronischen Krankheiten. Allerdings geben die Wissenschaftler im British Medical Journal (BMJ) zu bedenken, dass weitere chronische Erkrankungen wie Nieren- und Atemwegsleiden nicht beachtet wurden.

Kochen, Blanchieren, Pochieren – Was ist der Unterschied?

(BZfE) – Kochen, Blanchieren, Pochieren – was heißt das eigentlich? Alles ist Garen in heißem Wasser. Das Lebensmittel wird erhitzt und verändert sich in Geschmack, Konsistenz und Aussehen. Aber wie unterscheiden sich diese Garverfahren? Und für welche Lebensmittel sind sie besonders geeignet?

Pasta wird ganz klassisch „gekocht“: Dazu das Wasser in einem Topf mit geschlossenem Deckel auf höchster Stufe erhitzen, bis es bei 100 Grad Celsius anfängt zu sprudeln. Anschließend die Nudeln hineingeben, sodass sie vollständig mit Wasser bedeckt sind. Auf eine niedrigere Kochstufe zurückschalten, damit das heiße Wasser nur noch vor sich hin köchelt.
Auch für Suppen ist das Kochen ein geeignetes Garverfahren. Wenn zum Beispiel Fleisch für eine Brühe stark ausgelaugt werden soll, wird es mit kaltem Wasser zum Kochen gebracht. Erst dann kommen die Suppeneinlagen dazu. Auch Kartoffeln werden in kaltem Wasser aufgesetzt und in kochendem Wasser gegart.

Blanchieren bedeutet kurzzeitiges Erhitzen. Diese Garmethode eignet sich besonders als Vorbereitung zum Einfrieren von Gemüse. Dabei wird das Gemüse portionsweise für 1 bis 2 Minuten in sprudelnd kochendes Salzwasser gegeben. Anschließend den Garvorgang durch kaltes Wasser, am besten Eiswasser, unterbrechen. Dadurch bleiben die Nährstoffe
größtenteils erhalten und das Gemüse behält seine satte Farbe. Blanchieren inaktiviert vor allem Enzyme, die bei der späteren Tiefkühlung Vitamine abbauen könnten. Zudem werden eventuell vorhandene Keime auf der Oberfläche abgetötet.

Beim „Pochieren“ (oder „Garziehen“) wird das Wasser nur auf 75 bis 90 Grad Celsius erhitzt. Legen Sie keinen Deckel auf den Topf, sonst könnte das Wasser zu heiß werden. Das schonende Verfahren ist für zarte Fischfilets, Gnocchi, Spätzle oder Klöße geeignet, die leicht zerfallen können.

Das bekannteste Gericht mit diesem Verfahren sind wohl pochierte Eier. Viele haben Respekt vor der Zubereitung, so schwer ist es aber nicht. Das A und O sind gekühlte und möglichst frische Eier, die einzeln in eine kleine Schüssel geschlagen werden. Salzwasser kurz aufkochen und den Topf vom Herd ziehen, bis es sich beruhigt hat. Das Ei hineingeben und eventuell mit einem Löffel das Eiweiß um das Eigelb ziehen. Nach 3 bis 5 Minuten mit einer Schaumkelle herausnehmen und abtropfen lassen. Dann ist das Eiweiß fest und das Eigelb wachsweich. Ein einfacher Trick ist, im Wasser mit einem Kochlöffel einen Strudel zu erzeugen und das Ei in die Mitte gleiten zu lassen.

Deutschland steigt ab

Ein Interview von ‚Morning Briefing‘ Gabor Steingart mit einem der erfolgreichsten Manager Deutschlands, dem Telekom-Chef Tim Höttges über die wirtschaftlichen Zukunftschancen Deutschlands:

(Morning Briefing) – In den Naturwissenschaften ist es eine allseits anerkannte Tatsache, dass es eine Realität hinter der sichtbaren Wirklichkeit gibt. Wir sehen den Blitz, den Baum und die Sonne, aber Wärme, Elektrizität, Magnetismus und Erdanziehung bleiben für das Auge unsichtbar.

In der Wirtschaft verhält es sich ähnlich, nur das hier die geteilte Wirklichkeit von vielen bestritten wird. Wir sehen die Schlote der Fabriken und die prächtigen Auslagen der Boutiquen, aber den beginnenden wirtschaftlichen Niedergang des Landes sehen wir nicht. Man erzählt uns von steigenden Steuereinnahmen, aber die Erosion im produktiven Kern des Landes hört kein Mensch.

Telekom-Chef Tim Höttges lebt und arbeitet in diesem produktiven Kern. Er führt Europas größte Telekommunikationsgesellschaft. Mit der Fusion von T-Mobile USA und Sprint schafft er einen neuen Spieler in einem der größten und profitabelsten Mobilfunkmärkte der Welt.

Er ist euphorisch, wenn er nach Amerika schaut. Er ist mehr als nur besorgt, wenn er Deutschland und Europa ins Visier nimmt.

Höttges hatte bereits 2016 gesagt, das Deutschland im Wettstreit um die digitale Zukunft die erste Halbzeit verloren habe. Und wie ist der Spielstand nach der Halbzeitpause, will ich von ihm wissen. Seine Antwort:

Wir verlieren die zweite Halbzeit. In der ersten Halbzeit ging es um die Konsumenten-Plattformen, Social Media, Google, Facebook und Amazon. Diese Plattform-Firmen sind alle in Amerika oder auch in Asien entstanden, keine einzige davon in Europa. In der zweiten Halbzeit geht es darum, wo die Daten sitzen, in der Cloud, in den sogenannten Hyperscalern. Und wieder sitzen sie nicht in Europa.“

Deutschland falle auch deshalb zurück, weil es die Spielregeln des 21. Jahrhunderts nicht als solche akzeptiert:
Der Rohstoff des 21. Jahrhunderts sind Daten. Heute sind wir nur noch Datenlieferant. Wir liefern unsere privaten Daten über Social Media an die großen Plattformen für Werbetreibende. Wir verkaufen unsere Daten auf riesigen Cloud-Data-Centern zur Analyse an Großunternehmen, die dann mit Künstlicher Intelligenz neue Produktivitätsideen erarbeiten. Aber die Verfeinerung findet nicht in Europa statt.“

Die deutsche Angst spiele hier eine besondere Rolle:
Gerade wir Deutschen haben ja die Tradition, dass wir uns überwacht fühlen. Wir hatten das Dritte Reich und in der DDR gab es auch einen Überwachungsstaat. Wir haben alle Angst davor, dass unsere individuellen Rechte und damit unsere Daten in irgendeiner Weise missbraucht werden. Wir sehen gar nicht den Wert, der in den Daten steckt und der auch für gesellschaftlichen Wohlstand und unser Fortkommen stehen kann.“

Über die Konkurrenz aus Asien:
Die Südkoreaner sagen: Wir sind wie ein Shrimp umgeben von Walen. Deswegen müssen wir uns, wenn wir überleben wollen, anstrengen, um besser zu sein als alles, was um uns herum lebt.“

Sein Fazit: Deutschland steigt ab. Wir sind mittendrin in diesem Prozess.“ Was uns fehlt, ist der Wille, uns neu zu erfinden. Quer durch alle Branchen. Wir sind selbstgerecht geworden. Wir sind verwöhnt von unseren Milliardenerfolgen.“

Wir ziehen uns zurück in einen Turbo-Individualismus, wo wir sagen, nur noch unser individuelles Interesse hat Relevanz, nicht mehr das gesellschaftliche Fortkommen von Deutschland oder von Europa.“

Gabor Steingart

Was tut die EU für mich?

Liebe Besucher meiner Homepage,

für Sie habe ich einen hochinteressante Link mit Internetadresse gefunden, der Ihnen zeigt, wie wertvoll die EU für jedermann sein kann. Viele Gesichtspunkte  lassen sich ganz individuell je nach Interressensschwerpunkt einzeln abrufen. Viele dieser Aspekte finden Sie nicht in der üblichen Presse, auch im Internet sind sie schwer aufzufinden:

Das tut die EU für mich

 

20.02.2020 Verkauft Deutschland sein Tafelsilber an China ?

Noch als China ein wirtschaftlicher Zwerg mit über 1,5 Mrd. Bürger und arg gebeutelt war von der Kulturrevolution, wunderte ich mich, dass bei wissenschaftlichen Kolloquien immer wieder nicht nur Wissenschaftler, sondern auch meine Wissenschaftsjournalisten-Kollegen anwesend waren.  Als damaliger 1. Vorsitzender der Wissenschaftskonferenz (WPK.org) habe ich das begrüßt, wunderte mich aber, dass sie so freizügig reisen konnten in einem China, dass ziemlich zugeknöpft war. Heute weiß ich warum. Obwohl extrem autoritär, so schlau waren die damaligen kommunistischen Machthaber. Sie erkannten den technologischen Rückstand und taten alles, den nachzuholen. Das ist ihnen so gut gelungen, dass sie mittlerweile im Begriffe sind, sogar die USA zu überholen. Deutschland spielt dabei den Steigbügelhalter, weil teilweise die intelligente Technologie für n‘ Appel und n‘ Ei‘ verkauft worden sind. Das gilt nicht nur für die Computer-Technologie (z. B. Kuka), Chemie, Pharmazie (mittlerweile sind wir, was die Rohstoffe für Medikamente angeht, völlig von China abhängig) usw. Abgewandert sind komplett die deutsche Eisenindustrie, ganze Eisenhüttenwerke wurden hier geschlossen und mit Sack und Pack in China wieder aufgebaut. Noch viel schlimmer: Das gesamte Wissen rund um die Magnetschwebebahn Transrapid wurde nach China verschenkt und feiert dort als Transportmittel der Zukunft große Auferstehung. Das dieser Austausch asymmetrisch erfolgt beweist allein die Tatsache, dass deutsche Firmen, die sich in China etablieren, stets einen chinesischen Partner benötigen.

Aus persönlicher Erfahrung: Ein Freund, der geniale auf dem Gebiet der Roboter-Schleiftechnik mit vielen Patenten entwickelt hatte, musste, weil er in Deutschland nicht genügend Kapital einsammeln konnte, den Chinesen Tribut zollen und seine Firma an sie verkaufen. Noch heute wartet er auf den Rest der vereinbarten Zahlungen. Deshalb kann ich die positiven Darstellung im folgenden Artikel nicht nachvollziehen

(ntv) – Die Übernahme des Augsburger Roboter-Herstellers Kuka wurde oft kritisiert, weil Robotik als Schlüsseltechnologie gilt.

Deutsche Technologie-Unternehmen sind für China von großem Interesse. Bieter aus dem Reich der Mitte haben es besonders auf Mittelständler abgesehen. Neben der Angst vor der Abwanderung von Know-how schwingt dabei auch immer die Sorge vor der Schwächung deutscher Unternehmen mit. Zu Recht?

Von chinesischen Investoren übernommene deutsche Unternehmen leiden einer Studie zufolge nicht unter dem Eigentümerwechsel. „Die bisher vorliegende Evidenz unterstützt nicht die Vermutung, dass chinesische Direktinvestitionen in Deutschland zu einer Schwächung der wirtschaftlichen Leistungskraft der betroffenen Unternehmen geführt haben“, heißt es in der veröffentlichten Untersuchung im Auftrag der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI).

„Dabei zeigten sich keine signifikanten Unterschiede im Hinblick auf die Entwicklung der Anzahl der Beschäftigten, des Umsatzes und der Anzahl der Patentanmeldungen“, sagte der EFI-Vorsitzende Uwe Cantner. Auch sei bei Ausgaben für Forschung und Entwicklung nicht gespart worden.

Allerdings seien Unternehmensbeteiligungen durch chinesische Investoren „grundsätzlich mit der Möglichkeit einer politstrategischen Einflussnahme verbunden“, betonte der Wissenschaftler. „Der chinesische Staat kann somit Unternehmen in Deutschland und anderen Ländern aufkaufen und auf deren Know-how zugreifen.“

Umgekehrt sei die Volksrepublik für deutsche Direktinvestitionen im Vergleich zu anderen Ländern schwer zugänglich. „Der Technologieaustausch gestaltet sich noch schwierig und der Schutz von Rechten an intellektuellem Eigentum ist nicht immer gegeben.“ Die Bundesregierung sollte sich daher für gleiche Wettbewerbsbedingungen und Chancengleichheit einsetzen.

Übernahmen umfassender prüfen
Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte dies bei der Übergabe des Jahresgutachtens zu. „Wir möchten Offenheit mit Fairness verbinden“, sagte sie. Auch sei man bei Firmenübernahmen „schon sehr viel aufmerksamer“ geworden. China sei der größte Handelspartner für Deutschland, entwickele sich aber auch sehr dynamisch als Innovationsstandort. Entscheidend sei die Reziprozität in den Beziehungen, also vergleichbare Bedingungen für beide Seiten. Die Industrie klagt seit Langem darüber, dass sich chinesische Firmen auf dem deutschen Markt freier bewegen können als deutsche in China.

Die Expertenkommission befürwortet die Pläne des Wirtschaftsministeriums, Übernahmen durch ausländische Investoren im Bereich sensibler Technologien umfassender zu prüfen. „Die hierbei einbezogenen Technologiebereiche sollten zunächst benannt werden“, heißt es dazu. „Außerdem sind klare und transparente Prüfkriterien zu entwickeln.“ Dies sollte im europäischen Rahmen abgesprochen werden.

Verkauft Deutschland sein Tafelsilber an China ? Mit einem Vorwort von Jean Pütz

Noch als China ein wirtschaftlicher Zwerg mit über 1,5 Mrd. Bürger und arg gebeutelt war von der Kulturrevolution, wunderte ich mich, dass bei wissenschaftlichen Kolloquien immer wieder nicht nur Wissenschaftler, sondern auch meine Wissenschaftsjournalisten-Kollegen anwesend waren.  Als damaliger 1. Vorsitzender der Wissenschaftskonferenz (WPK.org) habe ich das begrüßt, wunderte mich aber, dass sie so freizügig reisen konnten in einem China, dass ziemlich zugeknöpft war. Heute weiß ich warum. Obwohl extrem autoritär, so schlau waren die damaligen kommunistischen Machthaber. Sie erkannten den technologischen Rückstand und taten alles, den nachzuholen. Das ist ihnen so gut gelungen, dass sie mittlerweile im Begriffe sind, sogar die USA zu überholen. Deutschland spielt dabei den Steigbügelhalter, weil teilweise die intelligente Technologie für n‘ Appel und n‘ Ei‘ verkauft worden sind. Das gilt nicht nur für die Computer-Technologie (z. B. Kuka), Chemie, Pharmazie (mittlerweile sind wir, was die Rohstoffe für Medikamente angeht, völlig von China abhängig) usw. Abgewandert sind komplett die deutsche Eisenindustrie, ganze Eisenhüttenwerke wurden hier geschlossen und mit Sack und Pack in China wieder aufgebaut. Noch viel schlimmer: Das gesamte Wissen rund um die Magnetschwebebahn Transrapid wurde nach China verschenkt und feiert dort als Transportmittel der Zukunft große Auferstehung. Das dieser Austausch asymmetrisch erfolgt beweist allein die Tatsache, dass deutsche Firmen, die sich in China etablieren, stets einen chinesischen Partner benötigen.

Aus persönlicher Erfahrung: Ein Freund, der geniale auf dem Gebiet der Roboter-Schleiftechnik mit vielen Patenten entwickelt hatte, musste, weil er in Deutschland nicht genügend Kapital einsammeln konnte, den Chinesen Tribut zollen und seine Firma an sie verkaufen. Noch heute wartet er auf den Rest der vereinbarten Zahlungen. Deshalb kann ich die positiven Darstellung im folgenden Artikel nicht nachvollziehen

(ntv) – Die Übernahme des Augsburger Roboter-Herstellers Kuka wurde oft kritisiert, weil Robotik als Schlüsseltechnologie gilt.

Deutsche Technologie-Unternehmen sind für China von großem Interesse. Bieter aus dem Reich der Mitte haben es besonders auf Mittelständler abgesehen. Neben der Angst vor der Abwanderung von Know-how schwingt dabei auch immer die Sorge vor der Schwächung deutscher Unternehmen mit. Zu Recht?

Von chinesischen Investoren übernommene deutsche Unternehmen leiden einer Studie zufolge nicht unter dem Eigentümerwechsel. „Die bisher vorliegende Evidenz unterstützt nicht die Vermutung, dass chinesische Direktinvestitionen in Deutschland zu einer Schwächung der wirtschaftlichen Leistungskraft der betroffenen Unternehmen geführt haben“, heißt es in der veröffentlichten Untersuchung im Auftrag der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI).

„Dabei zeigten sich keine signifikanten Unterschiede im Hinblick auf die Entwicklung der Anzahl der Beschäftigten, des Umsatzes und der Anzahl der Patentanmeldungen“, sagte der EFI-Vorsitzende Uwe Cantner. Auch sei bei Ausgaben für Forschung und Entwicklung nicht gespart worden.

Allerdings seien Unternehmensbeteiligungen durch chinesische Investoren „grundsätzlich mit der Möglichkeit einer politstrategischen Einflussnahme verbunden“, betonte der Wissenschaftler. „Der chinesische Staat kann somit Unternehmen in Deutschland und anderen Ländern aufkaufen und auf deren Know-how zugreifen.“

Umgekehrt sei die Volksrepublik für deutsche Direktinvestitionen im Vergleich zu anderen Ländern schwer zugänglich. „Der Technologieaustausch gestaltet sich noch schwierig und der Schutz von Rechten an intellektuellem Eigentum ist nicht immer gegeben.“ Die Bundesregierung sollte sich daher für gleiche Wettbewerbsbedingungen und Chancengleichheit einsetzen.

Übernahmen umfassender prüfen
Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte dies bei der Übergabe des Jahresgutachtens zu. „Wir möchten Offenheit mit Fairness verbinden“, sagte sie. Auch sei man bei Firmenübernahmen „schon sehr viel aufmerksamer“ geworden. China sei der größte Handelspartner für Deutschland, entwickele sich aber auch sehr dynamisch als Innovationsstandort. Entscheidend sei die Reziprozität in den Beziehungen, also vergleichbare Bedingungen für beide Seiten. Die Industrie klagt seit Langem darüber, dass sich chinesische Firmen auf dem deutschen Markt freier bewegen können als deutsche in China.

Die Expertenkommission befürwortet die Pläne des Wirtschaftsministeriums, Übernahmen durch ausländische Investoren im Bereich sensibler Technologien umfassender zu prüfen. „Die hierbei einbezogenen Technologiebereiche sollten zunächst benannt werden“, heißt es dazu. „Außerdem sind klare und transparente Prüfkriterien zu entwickeln.“ Dies sollte im europäischen Rahmen abgesprochen werden.

Kann Deutschland das Weltklima retten ? Oder wird die Konkurrenzfähigkeit ruiniert ?

(reitschuster) – In 16 Jahren als Korrespondent in Moskau bin ich – Boris Reitschuster – allergisch geworden gegen Ideologen, Sozialismus-Nostalgiker und Journalisten-Kollegen, die brav die Regierung loben und umso heftiger die Opposition kritisieren. Auf meiner Seite hier will ich einen Kontrast setzen zum „betreuten Informieren“. Danke für Ihr Interesse und Ihr Vertrauen. Ich sehe es als Auftrag.

„Deutschland gleitet ein drittes Mal in den Kommunismus ab“ – diese Warnung gab mir im Sommer Vytautas Landsbergis auf den Weg, erster Staatschef von Litauen nach der Unabhängigkeit 1990. „Die Westeuropäer haben 70 Jahre Urlaub von der Geschichte gehabt“, so die Mahnung des 87-Jährigen, der wesentlich zum Untergang der Sowjetunion und dem Ende des Kommunismus dort mit beigetragen hat – mit sehr hohem persönlichen Risiko.

„Die Westeuropäer haben nur Freiheit, Frieden und Wohlstand kennen gelernt“, so Landsbergis, „und viele halten das für ein Naturgesetz, sie haben das bei uns in Osteuropa allgegenwärtige Gefühl dafür verloren, wie zerbrechlich diese großen Errungenschaften sind, sie neigen zu Denkverboten, zum Wegsehen und Verdrängen der Gefahren, viele stellen die Ideologie über die Realität, sie wollen nicht sehen, dass die westliche, demokratische, freie Zivilisation angegriffen wird, dass wir uns in einem Krieg der Zivilisationen befinden, weil uns die Anti-Demokraten, die Gegner der Freiheit, die Autoritären angreifen, innen wie außen.“

Leider konnte ich dem großen alten Mann, der sein Leben riskierte im Kampf für Freiheit und Demokratie gegen Diktatur und Sozialismus, und mit dem ich mich regelmäßig austausche, nicht widersprechen. Es ist bitter, dass sich recht viele im Westen arrogant erheben über die wohl begründete Vorsicht und Angst derjenigen, die im Osten den Hauch der Geschichte noch lebendig erlebt haben und Freiheit und Demokratie nicht geschenkt bekamen, sondern sich erkämpfen mussten. Das ist einer der Gründe dafür, warum sie heute für deren Gefährdung ein besonderes Gespür haben: Wer dagegen nur Freiheit, Frieden und Demokratie besaß, neigt dazu, sie für so selbstverständlich zu halten wie die Luft zum Atmen – bei der merkt man das Fehlen auch erst, wenn sie weg ist.

Landsbergis macht es besondere Sorgen, dass linke Ideen heute gerade im Westen wieder so beliebt sind. Er hat eine einfache Erklärung dafür: „Weil sie vereinfachen und weil sie dem Menschen seine bösen Absichten ver­süßen. Wer diesen Ideen anhängt, der braucht selbst nichts Gutes zu tun. Er fordert das Gute von den anderen, an­statt von sich selbst. Und wenn er nicht bekommt, was er will, dann macht er die anderen dafür verantwortlich, ist wütend auf die anderen, aber hinter­fragt nicht sich selbst.“ Diese Worte des Ex-Staatschefs, der lange Jahre als Professor Musikwissenschaften unterrichtete, lesen sich wie eine Beschreibung gewisser politischer Kräfte in Deutschland. Und nicht nur hier.

Landsbergis hält die politische Korrektheit, die seiner Ansicht nach im Westen beherrschend geworden ist, für so ausgesprochen gefährlich. „Sie ist nichts anderes als eine Lüge. Oder deren Kaschierung. Wir sollen nicht aussprechen, was uns nicht gefällt“, warnt der 87-Jährige: „Das ist so erfolgreich, weil der Mensch dazu neigt, sich selbst zu betrügen. Der Mensch liebt die Wahr­heit nicht und auch nicht, sich selbst im Spiegel anzusehen. Er liebt es, den Spie­gel durch etwas anderes zu ersetzen – das ihm genau das Bild zeigt, das er se­hen will. Genau dieser Wunschspiegel ist die politische Korrektheit.“

Es sei höchste Zeit, „dem Marxismus und der Poli­tical Correctness den Kampf anzusagen, die Dinge beim Namen nennen und un­seren Verstand einschalten“, mahnt der Professor: Wer Probleme nicht ausspreche, könne sie nicht erkennen, und damit auch keine Lösungen finden, und sie wüchsen ihm deshalb zwangsläufig über den Kopf. Viele von Landsbergis Aussagen klingen so, als war er über die aktuelle Entwicklung in der Bundesrepublik bestens im Bilde. Und tatsächlich spricht und vor allem liest er deutsch und verfolgt unsere Medien.

Die politische Korrektheit und die massiven Probleme im politischen Dialog erinnern ihn an die Sowjetunion und an den Kommunismus, sagt der 87-Jährige, der auch lange im EU-Parlament saß: „Das Motto war immer: Wir haben die Wahrheit auf unserer Seite. Je­der, der gegen diese Wahrheit ist, ist ein Schädling. Und den muss man vernich­ten. Keine Gespräche mit dem Feind!“

Auch, dass in Deutschland heute so viele Menschen sozialistischen Ideen hinterherlaufen, und diejenigen, die das kritisieren, schnell als „rechts“ oder als „Nazi“ diffamiert werden, erinnert Landsbergis an die Sowjetunion: „Es war ja schon damals so, dass man, wenn man Zweifel hatte, als verdächtig galt. Sozia­lismus – das steht für einen Umbau der Gesellschaft und des Lebens mit Gewalt, unter Berufung auf die angeb­lichen Gesetze der Geschichte. Denen ordnet man alles unter.“ Hier sei daran erinnert, dass Bundeskanzlerin Merkel gerade in Davos eine massive „Transformation“ ankündigte, also nichts anderes als einen Umbau, der dazu führe, dass wir in dreißig Jahren ganz anders leben würde. Merkel begründete diese nicht mit vermeintlich wissenschaftlich erwiesenen Gesetzen der Geschichte wie die Kommunisten, sondern mit dem Klimawandel.

Dass in Deutschland heute Sozialismus wieder schick ist, und strikt unterschieden wird zwischen Sozialismus und Nationalsozialismus, hält Landsbergis für abwegig: „Das ist der größte Betrug, dass man jetzt immer so tut, als gäbe es einen Unterschied zwischen den Totalitarismen, zwischen nationalem und internationa­lem Sozialismus. Aber den gibt es nicht. Nur die Lackierung ist anders. Die Dis­sidenten in der Sowjetunion haben die Kommunisten rote Faschisten genannt. Und sie hatten recht. Die Diktaturen sind in ihrem Wesen alle gleich, sie sind alle faschistisch, sie setzen auf Gewalt und berufen sich auf eine Philosophie, um diese Gewalt zu rechtfertigen. De facto sind sie sozialdarwinistisch. Egal, ob rot, braun oder schwarz.“

Mit solchen Tönen macht sich der Professor nicht beliebt im Westen. Die geplante Verleihung der Ehrendoktorwürde an ihn von der Universität Leipzig wurde abgeblasen, weil er zuvor in einem Interview darüber sprach, dass „auch die Rote Armee in Deutschland schreck­liche Verbrechen“ begangen habe. Landsbergis: „Das ist ein Tabuthema, die Deutschen trauen sich nicht, darüber zu sprechen. Man hat den Deutschen das Rückgrat ge­brochen, sie sind arme Menschen. “

Die Prognose des früheren Staatschefs für die Bundesrepublik ist trist: „Ich kann Ihnen vorhersagen, dass die Kommunisten Deutschland wieder regieren werden. Die Methoden, mit denen sie die Regierung übernehmen, sind bekannt. Man muss nur in die Geschichtsbücher schauen! Verzeihen Sie mir den Galgenhumor. Es ist sehr traurig, dass die Deutschen ihre Lektion nicht gelernt haben – aus der Geschichte, aus dem nationalen Sozialismus, aus dem DDR-Sozialismus – und dass sie jetzt offenbar ein drittes Mal in den Sozialismus abgleiten.“

Dies liege auch daran, dass die Menschen wegsähen: „Weil sie dumm sind. Und feige. Wenn man alle Informationen, die es gibt, sammelt und zu Ende denkt, muss man alles sehen. Aber man will es nicht.“ Die Deutschen, so Landsbergis, „begraben sich selbst. Bei ihnen ist es heute so, dass es als unanständig gilt, wenn man seine eigene Meinung hat, man muss das denken, was die Mehrheit denkt, das, was der Chef vorbetet.“ Die Konsequenz: „Die Lüge blüht. Und alle sagen sich: Wie soll man die Lüge schlucken, ohne dass man dabei irgendjemandem Unbequemlichkeiten zumutet? Das war damals so. Und das ist auch heute so.“

An die Verbrechen des Kommunismus würde kaum zurückgedacht, und auch sonst gäbe es sehr viele Tabuthemen, die anzusprechen sich viel zu viele nicht trauten, mahnt der frühere Staatschef: „Ich bin jetzt 86 Jahre, ich kann offen reden, mein Leben geht zu Ende, es lohnt sich nicht mehr, jemanden auf mich anzusetzen, der mir Gift untermischt oder Rufmord betreibt. Andere müssen da mehr Angst haben, offen zu sprechen.

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2020 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

Im ersten Monat hatte diese Seite mehr als eine Million Aufrufe und mehr als 300.000 Leser. Und sie hat mächtige Feinde: ARD-Chef-„Faktenfinder“ Gensing hat mich verklagt, und ein bekannter linker Aktivist geht gegen reitschuster.de vor.

14.02.2020 Gesund überleben mit Hämorrhoiden

Schlagen Sie den Chirurgen ein Schnippchen. Viele Operationen sind überflüssig. Dazu zwei Beispiele:

Zunächst zwei Links, die mich zum Thema veranlasst haben…

Das Hagebuttenpulver hat mir sowohl eine künstliches Hüftgelenk als auch ein Kniegelenk erspart. Seitdem ich es nehme bin ich wieder beweglich wie ehedem. Dazu ein Beitrag den der MDR bei mir zu Hause gedreht hat.

Zum Zweiten: Ein wissenschaftlicher Beleg, das von 10 Hämorrhoiden-Operationen 9 überflüssig sind.

Zu diesem Thema eine persönliche Bemerkung, verbunden mit einem wichtigen Tipps und Erklärungen.

Das Hobbythekbuch „Darm & Po“ (leider vergriffen und nur im Antiquariat erhältlich) brachte es an den Tag.
Hämorrhoiden: Sie entstehen oft anatomisch bedingt durch Unsauberkeit. Der Stuhl (Kot) besteht zu fast 50% aus Kolibakterien, die nicht in den Kreislauf unseres Körpers geraten dürfen. Dazu möchte ich ein wichtiges Grundwissen erklären:

Der ganze Intestinaltrakt (vom Mund über die Speiseröhre, dem Magen, dem Zwölffingerdarm dem Dünn- und Dickdarm bis hin zum After) gehört – wenn man es genau nimmt – nicht zum Körperinnern. Das ist eine geniale Erfindung der Natur. Er ist besiedelt mit ganz anderen Mikroorganismen, die im Blutkreislauf, Körperzellen und Organen nichts zu suchen haben. Dazu gehören insbesondere die Kolibakterien, die den Darm besiedeln. So nebenbei bemerkt, in diesem Buch habe ich zum ersten Mal – sozusagen vorwissenschaftlich – die These gewagt, dass die Gesellschaft der Darmbakterien (Mikrobiom) ganz entscheidend für unsere Gesundheit ist, das heißt für unser Immunsystem, das ist die beste Apotheke der Welt, die wir immer mit uns herumtragen.

30 Jahre später hat die Wissenschaft diese Hypothese 100%ig bestätigt.

Trotzdem, da, wo der Stuhl austritt, gibt es eine Schwachstelle. OHNE DARAUS EINE Wissenschaft zu machen: Der Stuhl ist manchmal ganz flüssig, dann ist es ein Durchfall, im gesunden Darm ist er pastös ( eine Art Paste), dann lässt er sich gut von den Bewegungen des Darms nach hinten transportieren. Manchmal wird er aber auch relativ hart, weil er im Enddarm zu stark entwässert wird. Beim Austritt entstehen dabei häufig Probleme, dann bringt eine längere Sitzung zwar Erfolg, aber der Anus wird so geweitet, dass leicht Fissuren (kleine Risse) entstehen. Das ist nicht weiter schlimm, aber die Gefahr besteht, dass dann Darmbakterien in dieser Wunde Entzündungen verursachen. Dort manchmal anhaftende Kot-Reste, die sich nicht ohne weiteres mit dem Toilettenpapier entfernen lassen, verstärken diesen Effekt. Mitunter werden diese Entzündungen fälschlich als Hämorrhoiden oder hämorrhoiden-artig verstanden, ich spreche da aus eigener Erfahrung. Seit 40 Jahren habe ich aber keine Probleme mehr damit, weil ich mit einer von mir selbst entwickelten Waschcreme nach jedem Stuhlgang im wahren Sinne des Wortes den Hintern wasche. Ein wichtiges Gerät in meinem Badezimmer ist das Bidet, das sich leider in Deutschland nicht verbreitet hat, im Gegensatz zu Frankreich, da ist jedes Hotel-Badezimmer damit ausgestattet. Ich kann es nicht wissenschaftlich belegen, aber ich vermute, dass die Franzosen deshalb viel weniger Probleme mit den Hämorrhoiden haben.

Noch ein weiterer Tipp: Nicht umsonst heißt dieser Mittelfinger ‚Stinkefinger‘ – bei hartnäckig im After haftendem Kot sollte man den nutzen, um ruhig damit in den After einzudringen und die letzten Rest damit herausbefördern. Die Waschcreme erleichtert das erheblich. Eventuell verschreibt Ihnen Ihr Arzt eine Hämorrhoiden-Salbe zur Nachbehandlung, wenn trotzdem einmal eine Entzündung entstanden ist oder als Vorbeugung. Auf jeden Fall ersparen Sie sich damit eine eventuelle spätere Hämorrhoiden-Operation.

Die nachfolgende Meldung, die mir über die Agentur pte/pts zugesendet wurde, hat mich veranlasst, Ihnen das Ganze aus dem Hobbythekbuch noch einmal zu wiederholen, auch wenn ich jetzt Prügel bekommen, denn meine Frau sagt mir immer ein Helfersyndrom nach. Aber auf „Einzelschicksale“ kann ich keine Rücksicht nehmen.
Übrigens: Wenn Sie häufig Probleme mit dem Stuhlgang haben, Männer müssen nicht unbedingt Abführmittel nehmen. Gewöhnen Sie sich einmal an, sich im Pinkeln auf die Toilette zu setzen, sie glauben es nicht, dass, wenn Sie sich Zeit nehmen, kommt mit leichtem Drücken der Drang bestimmt.

Etwas aus dem Hobbythekbuch, habe ich nun doch noch abgeschrieben und möchte es Ihnen nicht vorenthalten:

Die sieben goldene Klo-Regeln:

1. Essen Sie ballaststoffreiche Kost
2. Gewöhnen Sie Ihren Darm an eine bestimmte Entleerungszeit, zum Beispiel morgens nach dem Frühstück.
3. Nehmen Sie sich Zeit und nochmals Zeit. Eine Sitzung darf ruhig 15 Minuten und mehr dauern. Insofern ist es ein guter Brauch, Zeitungen, Illustrierte oder gar ein Buch in greifbarer Nähe zu haben.
4. Entspannen Sie sich. Nutzen Sie das stille Örtchen, um den Alltagsärger loszuwerden. Wer autogenes Training beherrscht, der kommt schneller ‚zu Potte.
5. Sie vorsichtig zu drücken, mit leicht entspanntem Bauch. Besser ist es, länger und dafür nur leicht zu drücken als kräftig und nur kurz. Eventuell stellen Sie, wie oben erwähnt, ein kleines Fußbänkchen vor die Kloschüssel.
6. Wenn der Anfang der Wurst erst einmal den Weg nach draußen gefunden hat, drücken Sie nur noch leicht nach – oft geht’s dann wie von selbst.
7. Danach nicht länger anstrengen. Der nächste Drang kommt bestimmt.

Also meine After-Theorie bestätigt sich wieder mit der wissenschaftlichen Meldung wieder einmal, deshalb lohnt es sich, sie anzuklicken und zu lesen. Sie erspart Ihnen möglicherweise wie mir eine Operation. Sollte Ihr Arzt doch noch darauf bestehen, legen Sie ihm ruhig diese Meldung vor.

Folge 66. Mit Vernunft in die Zukunft, oder ?

Ihr Jean Pütz

Hämorrhoiden: Neun von zehn Patienten unnötig operiert

(pte) – Die Häufigkeit des Hämorrhoidalleidens ist unklar, zumal die Selbstdiagnose in geschätzten 50 % der Fälle nicht zutrifft. Zum Skalpell wird zu oft und vielfach auch unnötig gegriffen, denn: Hämorrhoiden und ihre Symptome lassen sich auch ohne Operation meist sehr gut in den Griff bekommen. Das erklärte Univ.-Prof. Dr. Max Wunderlich vom Zentrum für Proktologie und Enddarmchirurgie an der Wiener Privatklinik Confraternität bei einem Symposium, das im Rahmen der 30. Grazer Fortbildungstage der Steirischen Ärztekammer stattfand.

Kamillenblüten & Co gegen das quälende Jucken und Brennen
„Das Verhältnis von Patienten, die tatsächlich einer Hämorrhoidenoperation bedürfen, zu denen, die nach einer unnötigen Operation unzufrieden sind, schätze ich persönlich mit eins zu zehn ein“, so der Experte. Aus diesem Grund rät er eindringlich, im ersten Schritt einen konservativen Therapieansatz zu wählen. Dieser habe in allen Stadien der Hämorrhoiden einen oft unerwartet guten Effekt. Insbesondere prolabierende Hämorrhoiden können mit Hautirritationen, Brennen und Juckreiz einhergehen, wie auch andere Erkrankungen in der Analregion.

Mittel der Wahl in all diesen Fällen sind u.a. Zäpfchen und Salben: „Im Mittelpunkt steht das Ziel, die oft quälenden Symptome professionell zu lindern. Besonders gute Erfahrungen habe ich mit pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Kamillenblüten, Ringelblumen, Kornblumen und Rosskastaniensamen gemacht – sie wirken entzündungshemmend, antibakteriell und fördern die Durchblutung.“

Zum Spezialisten statt zur Selbstdiagnose
Die Beschwerden, die im Zusammenhang mit Hämorrhoiden auftreten, reichen von Blutungen über ein anales Druckgefühl bis zur „analen Missempfindung“. Darunter versteht man ein anhaltendes, ausgesprochen unangenehmes Jucken und Brennen in der Analregion. Verstärkt wird die Symptomatik unter Umständen auch durch handelsübliche Feuchttücher, die hautirritierende Substanzen enthalten. In jedem Fall rät Professor Wunderlich von der Selbstdiagnose ab, denn Beschwerden in der Analregion können viele Ursachen haben, die es abzuklären gilt.

Gut zu wissen: Hämorrhoiden an sich sind unproblematisch
Tatsächlich handelt es sich bei Hämorrhoiden lediglich um einen Schwellkörper am unteren Ende des Mastdarms, der bei jedem Menschen vorhanden ist. Dieser Gefäßpolster dient der Abdichtung des Afterkanals und besteht aus Venen und Arterien und ist daher besonders reich an Blutgefäßen. Probleme treten erst dann auf, wenn sich dieser Schwellkörper erweitert oder nach unten sinkt.

Ist dies der Fall, sind Beschwerden beim Stuhlgang, Missempfindungen in der Analregion und gelegentlich Schmerzen die Folge. Man spricht dann von einem Hämorrhoidalleiden. Die Ursachen, die zum Auftreten von Hämorrhoidalleiden führen sind bis heute nicht restlos geklärt. Wissenschaftlich erwiesen ist lediglich, dass speziell während Schwangerschaft und Geburt vermehrt vergrößerte Hämorrhoiden auftreten.