Archiv der Kategorie: Psychologie

Fakenews stellen eine große Gefahr für unsere Demokratie dar ! Mit persönlicher Bemerkung von Jean Pütz

Das dargestellte Kommunikationsprinzip (s.u.) kann ich 1000%ig bestätigen.
Während meines Soziologie-Studiums haben wir bereits 1965 unter der Leitung von Prof. René König und Prof. Erwin K. Scheuch und Prof. Alphons Silbermann im soziologischem Hauptseminar eine Studie durchgeführt, die zum gleichen Ergebnis kam. Wir nahmen dazu die Studentenzeitung als Kommunikationsträger und verbreiteten dort auf der ersten Seite eine Falschmeldung  – heute heißt das: Fakenews. Unser Team untersuchte die Wirkung bei ca. 100 Lesern. Die falsche Nachricht wurde von etwa 80% der Probanden aufgenommen.

Beim nächsten Erscheinen – 14 Tage später – genauso prägnant an gleicher Stelle dementiert.  Das Dementi wurde von mehr als der Hälfte der Studenten bewusst gelesen und im Gedächtnis abgelegt.

Wiederum 14 Tage später ergab eine weitere Befragung, dass nur noch ca. 20 % der Studenten von dem Dementi wussten, doch die erste, die ursprüngliche Falschmeldung, war bei ihnen viel präsenter als das Dementi.

Die Moral von der Geschicht‘: Es scheint eine soziologisch-psychologische Gesetzmäßigkeit zu sein, dass erste Falschmeldungen sich viel besser im Gedächtnis verankern, als der Widerruf der Nachricht. Leider wird dieses von Populisten immer wieder missbraucht. Das gilt sowohl in der allgemeinen Presse als auch im chaotischen Internet – im Gegenteil. Gerade dort wird diese Missinformation  brutal ausgenutzt, um eigene, auch  politische Ziele zu verfolgen. Diese Gesetzmäßigkeit stellt eine große Gefahr für die Demokratie dar. Die Ergebnisse der Wahlen  von US-Präsident Trump ebenso wie die Begleitung des  Brexit des britischen Demagogen Boris Johnson und auch die Machenschaften von Erdogan, von Präsiden Maduro von Venezuela und Präsident Bolsonaro von Brasilien wäre ohne diese Gesetzmäßigkeit nicht so verlaufen.

Dazu habe ich auch bei Facebook auf meiner offiziellen Seite einen mit dem Titel: „Bastelanleitung für Autokraten hinterlegt“:
https://www.facebook.com/jeanpuetzoffiziell/videos/1615745815189553/

(pte) – Wenn Menschen gefälschte Nachrichten konsumieren, neigen sie dazu, daraus auch falsche Erinnerungen abzuleiten, die sich auch dann in ihrem Gedächtnis festsetzen, wenn sie als Fake News entlarvt werden. Das gilt auch in solchen Fällen, in denen deren Inhalte mit den eigenen politischen Einstellungen übereinstimmen. Zu diesem Schluss kommen Forscher des University College Cork (UCC) und der University of California, Irvine (UCI) nach einem Experiment, das sie 2018 im Zuge des Abtreibungs-Referendums in Irland durchgeführt haben.

Wähler merken sich Falsches
„Unser Experiment hat uns zum ersten Mal einen genaueren Blick auf den Zusammenhang zwischen Fehlinformationen, falschen Erinnerungen und einem echten Bürgerentscheid eröffnet“, sagt UCC-Studienleiterin Gillian Murphy. Die Ergebnisse seien allerdings nicht nur in Bezug auf die konkrete Volksabstimmung in Irland relevant, sondern hätten auch in anderen ähnlichen politischen Kontexten ihre Gültigkeit – etwa bei der US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2020. „Die Wähler könnten sich an völlig falsche News-Meldungen erinnern“, befürchtet die Wissenschaftlerin.

„Es ist ungemein wichtig, dass wir die psychologischen Effekte von Fake News besser verstehen“, betont ihre Forschungskollegin Elizabeth Loftus von der UCI. Denn die entsprechenden Technologien, die es möglich machen, Nachrichtentexte, Fotos und mittlerweile sogar Videos zu fälschen, würden immer ausgefeilter. „Die Leute treffen Entscheidungen auf Basis von falschen Erinnerungen. Und oft ist es dann auch schwer, sie zu überzeugen, dass das gefälschte Nachrichten sind“, so Loftus.

3.140 wahlberechtige Personen
Für ihr Experiment hat das Team rund um Murphy und Loftus im Vorfeld des Referendums in Irland 3.140 wahlberechtige Personen rekrutiert. Diesen wurden jeweils sechs Nachrichtenmeldungen vorgesetzt, wovon zwei gefälscht waren und offensichtlich die Position entweder der Abtreibungsgegner oder -befürworter widerspiegelten. Nachdem sie alle Nachrichten gelesen hatten, konnten sie versuchen, selbst herauszufinden, welche die Fake News waren. Anschließend folgte ein kognitiver Test.

Das Resultat: Fast die Hälfte der Teilnehmer konnte sich noch sehr genau an mindestens eine der gefälschten Nachrichten erinnern. Bei denjenigen, die selbst für eine Legalisierung von Abtreibung stimmen wollten, war die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie sich an Falschmeldungen erinnern konnten, die ihre eigene Position untermauerten. Umgekehrt galt das gleiche auch für die Gruppe der Abtreibungsgegner.

Männer sind doch keine Machos

(pte) – Die spontane, nicht kontrollierbare Reaktion des menschlichen Gehirns auf erotisches Bildmaterial ist bei Männern und Frauen gleich. Männer sind demnach nicht perse Machos und Frauen nicht automatisch vernünftiger und rationaler, wie Forscher des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik herausgefunden haben.

61 Erhebungen analysiert
Die Wissenschaftler analysierten vergleichbare Daten von 61 Studien, welche in verschiedenen Laboren und Ländern weltweit mit insgesamt 1.850 Probanden stattfanden. Unter den Teilnehmern gab es eine vergleichbare Verteilung der Geschlechter und ihrer sexuellen Orientierung, ebenso wie eine Bandbreite verschiedener Nationalitäten. Die Teilnehmenden schauten sich erotische Bilder und Filme an, während die unmittelbare Reaktion des Gehirns mit funktioneller Magnetresonanztomografie gemessen wurde.

Auch wenn es keine geschlechtlichen Unterschiede in den Gehirnreaktionen auf visuelle Sexualreize gibt, bestehen sie jedoch in Bezug auf die Aktivitätsmuster: Je nachdem, wie die Reize präsentiert wurden, fielen die Reaktionen unterschiedlich stark aus. „Im Vergleich zu Filmen führt das Betrachten erotischer Bilder zu einer breiter gefächerten Erregung in mehreren Gehirnarealen gleichzeitig“, erklärt Forschungsgruppenleiter Hamid Noori.

Sexuelle Orientierung relevant
Auch die sexuelle Orientierung der Teilnehmer hat die Aktivitätsmuster beeinflusst: „Heterosexuelle reagierten stärker auf die visuellen Reize als homosexuelle Probanden“, ergänzt Neurowissenschaftler Noori. Männer und Frauen sprechen dagegen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung gleichermaßen auf die Stimuli an. Auf neurobiologischer Ebene unterscheidet sich die Erregung also nicht zwischen den Geschlechtern.

„Diese Studien stellen nun die herkömmliche Sichtweise auf das Sexualverhalten grundlegend in Frage. Der vermeintliche Geschlechterunterschied in der neuronalen Verarbeitung von Sexualreizen könnte auf viele Faktoren zurückzuführen sein. Dazu gehören beispielsweise hormonelle Unterschiede, Diskrepanzen in der subjektiven Wahrnehmung der Erregung oder der sexuellen Motivationen. Und was unser Verhalten betrifft: Soziale Einflüsse wie Eltern, Schulen, Freunde, der Staat und Rechtssysteme haben dazu beigetragen, Frauen von ihren eigenen sexuellen Wünschen zu entfremden“, heißt es abschließend in der Erhebung.

Wie reagiert unsere Jugend auf Social-Media?

Universitäten Oxford und Hohenheim analysieren achtjährige Langzeitstudie auf Wechselwirkung zwischen Social Media-Nutzung und persönlicher Zufriedenheit

Es ist die weltweit umfangreichste Langzeitbefragung, die die University of Oxford und die Universität Hohenheim in Stuttgart mit komplexer Statistik untersuchten. Ergebnis: die persönliche Social Media-Nutzung und die persönliche Lebenszufriedenheit von Teenagern beeinflussen sich in nur kaum messbaren Größenordnungen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscherinnen und Forscher in der heutigen Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS).
Bisherige Studien über den Zusammenhang zwischen Social Media-Konsum und Lebensglück kämpfen meist mit einem Makel: Mal sind es geringe Teilnehmerzahlen, mal sehr einfache Auswertungen und oft handelt es sich nur um Momentaufnahmen durch wenige Befragungen in einem relativ kurzen Zeitraum.
Anders der Datenpool, den die Universität Hohenheim dank Kooperation mit der University of Oxford nun untersuchen konnte. Die Daten stammen aus der achtjährigen Langzeitstudie „Understanding Society“.
In dieser Auswertung dabei: Dr. Tobias Dienlin vom Fachgebiet Medienpsychologie der Universität Hohenheim. Erst- und Drittautor sind Amy Orben und Prof. Dr. Andrew Przybylski von der University of Oxford.

Angaben von 5.492 Teenagern aus achtjährigem Befragungszeitraum
Für ihre Veröffentlichung werteten sie die Angaben von 5.492 Teenagern aus. Bis zu acht Jahre lang hatten diese regelmäßig angegeben, wie viele Stunden sie an einem normalen Schultag mit Social Media verbrachten und wie hoch ihre gegenwärtige Lebenszufriedenheit sei.
Die Anzahl der Stunden markierten sie auf einer fünfstufigen Skala zwischen 0 bis 7 und mehr Stunden. Ihre Lebenszufriedenheit markierten sie auf einer Skala von Smileys mit sieben Stufen. Dabei unterschieden sie verschiedene Bereiche wie die Zufriedenheit mit Freundschaften, Aussehen oder familiärer Situation.
Die Befragungen fanden acht Mal mit einem Abstand von jeweils einem Jahr statt. Die erste Befragungswelle der „Understandig Society-Studie“ begann im Jahr 2009. Die Befragungen halten bis heute an.

Einfluss auf veränderte Lebenszufriedenheit liegt bei weniger als einem Prozent
„Wenn man leichte Tendenzen sucht, lässt sich sagen, dass wir eine ganz schwache Wechselwirkung zwischen Social Media Konsum und Lebenszufriedenheit gefunden haben. Nimmt der Social Media Konsum zu, reduziert sich die Lebenszufriedenheit geringfügig. Gleichzeitig steigt bei sinkender Lebenszufriedenheit auch in ganz leichtem Maße der Social Media Konsum. Die Effekte scheinen dabei für Mädchen etwas ausgeprägter zu sein als für Jungen.“
Die Effekte seien jedoch minimal: „In Zahlen ausgedrückt lassen sich Veränderungen in der Lebenszufriedenheit nur zu weniger als einem Prozent auf den Social-Media-Konsum zurückführen“, so Dr. Dienlin. Um das Ergebnis einzuordnen: Die Häufigkeit, mit der Jugendliche und Eltern das Abendessen teilten, habe einen etwa gleich großen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit.
„Bislang wird die aktuelle Debatte meist durch Studien mit geringer Aussagekraft bestimmt. Die Studie ist deshalb ein wichtiger Schritt, um Technikfolgen für das Wohlergehen von Heranwachsenden zu bestimmten“, so die Bewertung von Prof. Dr. Andrew Przybylski, Director of Research am Oxford Internet Institute.
Gleichzeitig könne die Auswertung von Befragungen nur ein erster Schritt sein, betont Amy Orben, Doktorandin und College Lecturer am University of Oxford. Um die detaillierten Auswirkungen der Sozialen Medien auf Teenager zu verstehen, sei es nötig, Zugriff auf die Daten der Social Media-Anbieter zu erhalten.
Es sei deshalb dringend an der Zeit, den notwendigen politischen, ethischen und wissenschaftlichen Rahmen für solche Untersuchungen zu schaffen, so das Credo der Kooperation.

Veröffentlichung und Methodik
Das vollständige brief paper “Social media’s enduring effect on adolescent life satisfaction” erschien am 6. Mai 2019 in Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS).
Für ihre Auswertung nutzten die Universitäten Oxford und Hohenheim die Methode der sog. Random Intercept Cross-Lagged Panel Model. Dabei wird untersucht, inwiefern Zu- oder Abnahme einer der beiden Variablen in Zusammenhang steht mit der Zu- oder Abnahme der anderen Variable – über einen Zeitraum von jeweils einem Jahr. Die Methode gilt aktuell als die bestgeeignete, um einen besseren Eindruck über den kausalen Zusammenhang der Variablen zu erhalten.

UNIVERSITÄT HOHENHEIM, Klebs

Musik verbindet Welten

Deutsch-Holländisch Europäisches Jugend-Musikensemble
„We connect X“

Was verbindet Menschen, Herzen und Gedanken unabhängig von Kultur, Glaube oder Herkunft? Genau: die Musik

We Connect X ist eine Gruppe junger, talentierter Musiker die sich für eine bessere, gemeinsame und grenzüberschreitende Zukunft einsetzen.
Das X verkörpert eine Variable, die alles sein könnte, denn We Connect X verbindet und überzeugt jeden Menschen und jede Kultur.
Wir als We Connect X wollen uns gegen Antisemitismus einsetzen.
Dieses Ziel erreichen wir durch das Schaffen einer toleranten Gemeinschaft durch Musik.
Die Musik verbindet und schafft Begegnungen zwischen Kulturen die völlig verschieden sind, sodass Jugendliche mit verschiedenen Hintergründen innerhalb Europas friedlich zusammen Arbeiten und eine gemeinsame Zukunft, ohne Hass und Diskrimination, entwickeln können.

Denn nur wir gemeinsam können dafür sorgen, dass sich unsere Zukunft positiv entwickelt und die Welt davon überzeugt wird, zusammen zu arbeiten und zusammen zu halten. Denn nur gemeinsam sind wir stark!
Außerdem ermöglicht dieses Projekt den Jugendlichen Einblicke in andere Kulturen zu erhaschen und sich damit auseinander setzen zu können, um diese Kulturen besser zu begreifen.
Hiermit erweitern wir die Perspektiven der Jugendlichen und zeigen ihnen wie ein gemeinsames miteinander aussieht.
Geschrieben von: Manon Veenman
Schülerin der Joseph Beuys Gesamtschule Kleve

Deutsche und holländische Jugendliche haben in Kleve ein gemeinsames Projekt, das Deutsch-Holländisch Europäische Jugend-Musikensemble „We connect X“, gegründet.
Die jungen Musiker aus Deutschland und Holland wollen durch gemeinsame Konzerte (von Klassik bis Pop-Musik) in verschiedenen europäischen Städten weitere musikbegabte Jugendliche gewinnen und für den europäischen Gedanken begeistern. Musik und Kunst soll dabei als verbindendes Element zwischen den Menschen dienen. Diese verbindende Kraft der Musik wird durch ihre Konzerte Teil der europäischen Integrationsarbeit. Durch das gemeinsame Musizieren und Leben in Gastfamilien werden für die Jugendlichen neue Perspektiven entstehen.Auf diese Weise wird das gegenseitige Verständnis für die unterschiedlichen europäischen Kulturen geschärft.

Das Projekt wird damit zum friedlichen Miteinander in Europa beitragen.
Darüberhinaus wollen wir mit unserem Ensemble aktiv ein Zeichen setzen gegen den zunehmenden Antisemitismus in Deutschland und Europa, verstärkt nicht zuletzt durch die vermehrten Flüchtlinge aus dem arabischen Raum und das Zunehmen rechter Parteien, die diese Ressentiments schüren. Durch unsere Konzerte wollen wir also auch ein Zeichen setzen für unsere Verbundenheit mit den Menschen in Israel.

Projektziele
• Aufruf an die Jugend Europas, sich gemeinsam für Demokratie, Toleranz und Frieden einzusetzen
• Durch das „Sichkennenlernen“ den Abbau von Vorurteilen bewirken und das Verständnis für die gegenseitigen Kulturen fördern
• Ein neues Gefühl des Miteinander der europäischen Kulturen und Religionen schaffen
• Öffnung für die europäische Lebensart
• Wachsen von gemeinsamen Werten und Normen
• Gesellschaftliches, politisches und kreatives Engagement der Jugendlichen stärken
Wie ist dieses Ziel erreichbar?
• Akquise in europäischen Städten
• Vermittlung von geeigneten Schulträgern mit Hilfe der mitwirkenden Städte die aktiv an dem Projekt mitarbeiten.
• Vorbereitung/respektive Vermittlung der Schüler der ausgewählten Schule auf den europäischen Gedanken
• Vermittlung von Gastfamilien für die deutsch-holländischen Musiker
• Bereitstellung von geeigneten Aufführungsorten für die gemeinsamen Konzerte, z.B. Schulaula, Stadttheater etc.
• Pressearbeit
• Erarbeitung eines begleitenden Kulturprogrammes für die Jugendlichen
Wie ist dieses Ziel erreichbar?
• Akquise in europäischen Städten
• Vermittlung von geeigneten Schulträgern mit Hilfe der mitwirkenden Städte die aktiv an dem Projekt mitarbeiten.
• Vorbereitung/respektive Vermittlung der Schüler der ausgewählten Schule auf den europäischen Gedanken
• Vermittlung von Gastfamilien für die deutsch-holländischen Musiker
• Bereitstellung von geeigneten Aufführungsorten für die gemeinsamen Konzerte, z.B. Schulaula, Stadttheater etc.
• Pressearbeit
• Erarbeitung eines begleitenden Kulturprogrammes für die Jugendlichen

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung”
Martin Buber
FÖRDERVEREIN BEGEGNUNGEN 2005
Internationaler Jugendaustausch
und Jugendförderung Köln e.V.
Anerkannter Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB
Vorsitzender des Vorstandes: Dr. Karl Adenauer
Büro West
Frankenstraße 54
50858 Köln
Telefon +49(0)221 50 60 492
Telefax +49(0)221 50 60 493
E-Mail info@begegnungen2005.de
www.begegnungen2005.de

Gestresste Kinder werden kranke Erwachsene

Erhebung anhand umfangreicher Datenanalyse zeigt: Cortisolwerte verändern sich dauerhaft

(pte016/03.04.2019/10:30) – Erwachsene, die von einer hohen Stressbelastung berichten und eine unruhige Kindheit hatten, verfügen laut einer Studie der University of Minnesota http://twin-cities.umn.edu am ehesten über Muster bei Hormonen, die mit negativen Gesundheitsfolgen in Verbindung stehen. Das Gehirn reagiert auf die täglichen Stressoren unter anderem mit der Freisetzung des Hormons Cortisol. Normalerweise ist der Wert am Morgen am höchsten und verringert sich schrittweise im Laufe des Tages. Fallweise kommt es jedoch zu einer gestörten Regulation dieses Systems.

Hormongleichgewicht relevant

Laut Forschungsleiter Ethan Young spielt das Ausmaß des Stresses, den ein Mensch früh erlebt, eine wichtige Rolle bei der Entwicklung ungesunder Muster der Cortisolfreisetzung. Das gelte jedoch nur, wenn Personen aktuell auch einer höheren Stressbelastung ausgesetzt sind. Damit liege nahe, dass die Kombination beider Belastungen zu den am wenigsten gesunden Profilen des Hormons führt.

Die Wissenschaftler haben die Daten von 90 Personen untersucht, die Teil einer Geburtkohorte mit hohem Risiko waren und an der Minnesota Longitudinal Study of Risk and Adaptation teilgenommen hatten. Erhoben wurde, wie belastend Erfahrungen sind, die das System des Gehirns zur Stressreaktion im späteren Leben beeinflussen. Zusätzlich wurde analysiert, ob Stress in der Kindheit später anfälliger für Stressoren macht, die später im Leben auftreten.

Beurteilt wurden Daten des Life Events Schedule, bei dem es um stressreiche Lebensereignisse wie finanzielle Probleme, Schwierigkeiten in der Partnerschaft, körperliche Bedrohung und Mortalität geht. Speziell ausgebildete Programmierer bewerteten das Ausmaß der Belastung jedes Ereignisses in der Folge auf einer Skala von null bis drei. Ziel ist es, einen Gesamtwert für den Beobachtungszeitraum zu erstellen. Die Mütter der Teilnehmer wurden befragt, als die Teilnehmer zwölf, 18, 30, 42, 48, 54 und 64 Monate alt waren. Weitere Befragungen fanden in der ersten, zweiten, dritten und sechsten Schulstufe sowie im Alter von 16 und 17 Jahren statt. Die Teilnehmer selbst absolvierten den Test im Alter von 23, 26, 28, 32, 34 und 37 Jahren.

Cortisolproben ausgewertet

Die Testergebnisse wurden von den Forschern in bestimmte Zeiträume von der frühen Kindheit bis zur Gegenwart aufgeteilt. Im Alter von 37 Jahren lieferten die Teilnehmer zusätzlich über einen Zeitraum von zwei Tagen Cortisolproben ab. Die Speichelproben wurden direkt nach dem Aufwachen, 30 Minuten später und nach einer weiteren Stunde gesammelt. Zusätzliche Proben wurden am Nachmittag und vor dem Zubettgehen entnommen.

Weder der gesamte im Leben erlebte Stress noch die Stressbelastung in der Kindheit ließ die Cortisolwerte im Alter von 37 Jahren vorhersagen. Die Muster hingen vom Stress in der frühen Kindheit und dem aktuell Erlebten ab. Teilnehmer, die zu Beginn des Lebens relativ wenig Stress ausgesetzt waren, verfügten über ähnliche Muster. Der als Erwachsener erlebte Stress spielte dabei keine Rolle. Teilnehmer mit frühen Stresserfahrungen hatten flachere tägliche Cortisolmuster. Das galt jedoch nur dann, wenn sie auch als Erwachsene von einer hohen Belastung berichteten. Stress in der späteren Kindheit, beim Heranwachsen und im frühen Erwachsenenleben scheint der aktuellen Studie nach keine Auswirkungen zu haben.

Laut den in „Psychological Science“ veröffentlichten Ergebnissen ist die frühe Kindheit eine sensible Zeit, in der Stressereignisse wie Traumata oder Armut das System der Stressreaktionen im Gehirn so verändern können, dass die Folgen bis ins Erwachsenenleben anhalten. Die Forscher wollen nun untersuchen, welche andere Reaktionen auf Stress, wie sie etwa im Mikrobiom des Darms auftreten, sich langfristig auf die Gesundheit auswirken.

Wenn man einen Verfolger körperlich und psychisch nicht los wird

fzm, Stuttgart, März 2019 – Stalking ist ein in der Bevölkerung weit verbreitetes Phänomen. Abhängig von der jeweiligen Definition werden acht bis 25 Prozent einmal in ihrem Leben Opfer eines Stalkers. Ein Beitrag in der Fachzeitschrift „PSYCH up2date“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2019) zeigt auf, welche Auswirkungen Stalking auf das Leben der Betroffenen hat und gibt einen Überblick über Stalking-Typen und ihre Gewaltbereitschaft. Dabei zeigt sich unter anderem, dass die wenigsten Stalker unter einer psychischen Störung leiden und dass es auch „falsche Opfer“ gibt.

Der englische Begriff Stalking entstammt der Jägersprache und bezeichnet das Anpirschen und Heranschleichen an die Beute. Wo die harmlose Kontaktsuche endet und das Stalking beginnt, ist bislang nicht eindeutig definiert. Klar ist jedoch, dass Stalker ihre Opfer verfolgen, belästigen, und mit wiederholten Kontaktversuchen in Angst versetzen. „Stalking stellt für die Betroffenen eine chronische Stresssituation dar. Sie zeigen häufig Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung oder einer Depression“, sagt Professor Dr. med Harald Dreßing, Leiter der Forensischen Psychiatrie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim und Autor des Fortbildungsbeitrags.

Das Gefühl der Bedrohung, das die Betroffenen empfinden, ist durchaus berechtigt: Stalking kann gewalttätig eskalieren und in seltenen Fällen sogar in ein Tötungsdelikt münden. „Eine der wichtigsten Aufgaben des behandelnden oder beratenden Psychotherapeuten ist daher die Risikoanalyse“, so Dreßing. Als Warnsignal gilt es etwa, wenn der Stalker bereits Suizid- oder Tötungsgedanken geäußert hat. Auch von Stalkern, die substanzabhängig sind, Zugang zu Waffen haben oder bereits früher gewalttätig geworden sind, geht eine erhöhte Gefahr aus.

Psychiater ordnen die Täter in fünf Stalker-Typen ein. „Fast die Hälfte zählt zu den sogenannten Ex-Partner-Stalkern“, erläutert Dreßing. Diese hatten bereits eine intime Beziehung zum Opfer und beginnen die Verfolgung, nachdem diese Beziehung zerbrochen ist. Weil hier auch Rache als Motiv infrage kommt, besteht ein erhöhtes Risiko für Drohungen und Übergriffe.

Ein erhöhtes Gewaltrisiko geht auch vom sogenannten beutelüsternen Stalker aus: Er wählt sein Opfer mehr oder weniger zufällig aus und verfolgt es, um einen sexuellen Übergriff zu planen. „Das Stalking dient hier definitiv als Vorbereitung einer gewaltsamen Handlung“, sagt Dreßing.

Des Weiteren kennen Experten Liebe suchende Stalker. Sie sind im Liebeswahn davon überzeugt, dass ihr Opfer sie eigentlich auch liebe, auch wenn vorher keine Beziehung bestanden hat. Der Rache suchende Stalker möchte hingegen die Zielperson aufgrund eines vermeintlichen, oft im beruflichen Umfeld geschehenen Unrechts in Angst versetzen. Der inkompetente Stalker hat eine geringe soziale Kompetenz. Es fällt ihm deshalb schwer, Kontakte zu knüpfen und Beziehungen aufrechtzuerhalten. Durch Stalkingverhaltensweisen versucht er eben das zu erreichen, ist aber nicht in der Lage, Zurückweisungen richtig zu interpretieren.

Auch wenn Stalking immer als abnormes Verhalten zu bewerten ist, liegt dem Problem nur selten eine psychotische Störung zugrunde. „Bei der größten Gruppe der Stalkingfälle ist beim Täter keine gravierende psychiatrische Diagnose zu stellen“, ist Dreßing überzeugt. Stalking sei daher in den meisten Fällen als kriminelles Delikt und nicht als Krankheit zu werten.

Umgekehrt müssten Therapeuten bei den von Stalking betroffenen Personen ausschließen, dass es sich um „falsche Opfer“ handele. „Immerhin zwei bis zehn Prozent der Stalkingopfer in einer Spezialambulanz entpuppen sich als falsche Betroffene“, mahnt Dreßing. Oft lebten sie in der wahnhaften Vorstellung, verfolgt zu werden. Zuweilen seien sie aber auch von Rachegefühlen oder der Hoffnung auf materielle Entschädigung geleitet.

Nicht zuletzt können auch Psychiater und Psychotherapeuten in ihrem beruflichen Kontext selbst zu Stalkingopfern werden – und zwar deutlich häufiger als der Bevölkerungsdurchschnitt. Stalkingopfern wird generell dazu geraten, ihren Wunsch nach Beendigung aller Kontakte nur einmal, aber unmissverständlich zu äußern. Alle weiteren Annäherungsversuche sollten dann komplett ignoriert werden. „An diese Regel sollten sich auch Therapeuten halten“, sagt Dreßing. Zu einer professionellen Reaktion gehöre es, das Therapieverhältnis nach dem ersten „Warnschuss“ sofort zu beenden.

Verhaltensregeln für Stalkingbetroffene
  • Nur eine, dafür aber unmissverständliche Erklärung, dass kein Kontakt gewünscht wird
  • Absolutes Ignorieren weiterer Kontaktangebote
  • Herstellen von Öffentlichkeit, d.h. Information von Nachbarn, Kollegen und Freunden
  • Dokumentation aller Vorkommnisse
  • Bei Telefonterror: alte Telefonnummer nicht abmelden, sondern damit die Stalkinganrufe mit einem Anrufbeantworter aufzeichnen (aber nicht entgegennehmen); Entgegennahme von Gesprächen unter einer Geheimnummer
  • Frühzeitige Anzeige bei der Polizei. Die Entscheidung hat aber die betroffene Person zu treffen und sollte dazu nicht gedrängt werden.

H. Dreßing:
Psychiatrische Aspekte von Stalking
PSYCH up2date 2019; 13 (2); S. 175–189

Psychologen mobilisieren gegen Vorratsdatenspeicherung

Psychologen mobilisieren gegen Vorratsdatenspeicherung
EU-Richtlinie gefährdet Vertrauen zwischen Therapeuten und Klienten
 

Berlin (pte011/10.06.2011/11:10) – Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) fordert eine Überarbeitung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung. 32 andere Organisationen haben sich europaweit der "Gemeinsamen Position zur Überarbeitung der EU-Richtlinie 2006/24/EG zur Vorratsdatenspeicherung" angeschlossen. "Das Thema beschäftigt uns, weil wir als Psychologen der Schweigepflicht verbunden sind", erklärt Christa Schaffmann, Sprecherin des Verbandes, im Gespräch mit pressetext.

Die Richtlinie gefährde die Privatsphäre Unschuldiger und behindere eine vertrauliche Kommunikation zwischen den Therapeuten und dem Patienten, so Schaffmann. Dabei belegten Studien, dass diese Speicherung für effektive kriminalistische Arbeit nicht notwendig ist und nicht mehr Sicherheit schafft. Der BDP werde sich für ein Ende verdachtsloser Vorratsdatenspeicherung einsetzen.

Risiko von Datenmissbrauch

Wichtig sei dem Verband, dass in dem Papier ausdrücklich der vertrauliche Umgang zwischen Patienten mit Psychologen, Ärzten oder Anwälten angesprochen wird. "Es kann nicht sein, dass ohne jeden Verdacht Telekommunikationsdaten von 500 Mio. Europäern, darunter ihre privaten sowie dienstlichen sozialen Kontakte gespeichert werden", sagt BDP-Präsidentin Sabine Siegl. Die Speicherung unterminiere die mit den Berufen verbundenen Grundsätze von Vertraulichkeit und Schweigepflicht. "So entsteht ein permanentes Risiko von Datenverlusten und Datenmissbrauch."

Übergewicht: Kinder schon bei Schuleintritt gemobbt

Übergewicht: Kinder schon bei Schuleintritt gemobbt

Physische und psychologische Folgen wiegen für Betroffene oft schwer

Kind: Fettleibigkeit belastet Beziehungen (Foto: pixelio.de, Antitwitter)
Kind: Fettleibigkeit belastet Beziehungen (Foto: pixelio.de, Antitwitter)

Stillwater (pte012/25.05.2016/10:35) –

Fettleibigkeit bei Kindern in den USA hat sich seit 1980 bei Sechs- bis
Elfjährigen fast vervierfacht. Heute ist eines von 20 Kindern schwer
übergewichtig. Dem Gesundheitssystem entstehen Kosten in Milliardenhöhe.
Eine Studie hat nachgewiesen, dass betroffene Kinder bereits in der
ersten Klasse eher zurückgezogen sind und Anzeichen einer Depression
aufweisen. Sie werden laut den Wissenschaftlern von Gleichaltrigen auch
weniger gemocht, häufiger gehänselt, geärgert oder es wird sich über sie
lustig gemacht.

Ausgrenzung keine Seltenheit

Die Forscher der Oklahoma State University http://go.okstate.edu der University of Arkansas for Medical Sciences http://uams.edu und der University of North Carolina-Greensboro http://uncg.edu haben Daten ausgewertet. Kinder galten in der aktuellen Studie als
übergewichtig, wenn der BMI für ihr Alter bei oder über der 85.
Perzentile lag. Eine Fettleibigkeit lag bei oder über der 95. Perzentile
vor und eine schwere Fettleibigkeit über der 99. Perzentile. Als ein
gesundes Gewicht wurde angesehen, wenn der BMI für dieses Alter zwischen
der 5. Und 85. Perzentile lag.

Laut Forschungsleiterin Amanda W. Harrist ist schwere
Fettleibigkeit ein deutliches psychosoziales Risiko für Kinder, sogar
für Kinder, die erst sechs Jahre alt sind. "Kinder, die wie die sehr
stark Übergewichtigen dieser Studie ausgegrenzt werden, erleiden einen
großen Schaden. Sie fühlen sich einsam, sind depressiv und aggressiv. Es
ist wahrscheinlicher, dass sie nicht nur zur Schule gehen und später
den Schulbesuch vorzeitig beenden."

Die Forscher konzentrierten sich auf 1.164 Erstklässler
aus 29 ländlichen Schulen in Oklahoma. Ziel der Untersuchung war die
Erforschung des sozialen und emotionalen Lebens von fettleibigen
Kindern. Die Kinder lebten in 20 Städten in acht Bezirken. Die
Fettleibigkeitsraten bei Erwachsenen lagen hier zwischen 28 und 41
Prozent. Betroffen waren meist weiße Familien mit einem geringen
Einkommen. Rund ein Fünftel der Schüler stammte aus Familien
indischstämmiger Amerikaner.

Essen, um Frust zu kompensieren

Je übergewichtiger die Kinder waren, desto schlimmer
waren die Folgen. Schwer fettleibige Kinder wurden mehr gehänselt als
übergewichtige. Fettleibige Kinder wurden nicht genannt, wenn die Kinder
gefragt wurden, mit wem sie am liebsten und mit wem eher nicht spielen
wollten. Schwer fettleibige Kinder wurden von ihren Altersgenossen aktiv
abgelehnt. Sie wurden häufig als die am wenigsten beliebten
Spielkameraden und kaum als die bevorzugten genannt. Schwer fettleibige
Kinder wiesen mehr Symptome einer Depression auf als Kinder, die
übergewichtig oder normalgewichtig waren.

Im Vergleich mit übergewichtigen Kindern verfügten
schwer fettleibige und fettleibige Kinder über mehr körperliche
Symptome. Das könnte laut den Wissenschaftlern die Folge von Stress oder
psychologischen Problemen sein. Gehänselt und abgelehnt zu werden und
dadurch depressiv zu sein, könnte laut den Forschern den Kampf gegen das
Gewicht im Laufe der Zeit noch verschlimmern. Fettleibige Kinder essen
dann, um mit dem Schmerz der Zurückweisung umzugehen. Sie könnten es
auch vermeiden, mit den Gleichaltrigen zu spielen, um nicht gehänselt zu
werden. Beide Verhaltensmuster führen zu einer weiteren
Gewichtszunahme.

Mitarbeiter bekommen nur alle 75 Tage ein Lob

Mitarbeiter bekommen nur alle 75 Tage ein Lob
Kraftwerk Anerkennung: Ernüchternde Wertschätzung durch Chefs
 
Grafik: erst nach 102 Tagen Lob für alte Angestellte (Foto: kw-a.com)

Wien (pte004/29.01.2014/06:15) – Nur alle 75 Tage erhalten Beschäftigte in österreichischen und deutschen Unternehmen Anerkennung für ihre Arbeit. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer Umfrage des Wiener Online-Start-ups Kraftwerk Anerkennung http://kW-a.com . Die Wertschätzungskultur in Firmen wird dementsprechend von den meisten Befragten nur mit vier von zehn möglichen Punkten bewertet. 95 Prozent glauben, dass Maßnahmen nötig sind, um Anerkennungskultur zu leben.

Selbstbild versus Realität

"Wir wollten unser eigenes Bild auf den Prüfstand stellen", erläutert Patrick Killmeyer, Gründer von Kraftwerk Anerkennung, die Beweggründe für die Umfrage "Anerkennungskultur in unserer Wirtschaft". 200 Personen vorrangig aus Österreich und Deutschland haben mitgemacht, die Teilnahme ist weiterhin unter http://kW-a.com möglich. "Uns wurde in persönlichen Gesprächen oft gesagt, dass alles bestens sei. Das hat sich – leider – nicht bewahrheitet." Die Umfrage zeige ein anderes Bild der Realität, als sie viele Führungskräfte wahrnehmen.

Mehr als 81 Prozent der befragten Führungskräfte geben an, häufig Lob oder Anerkennung auszusprechen. Dem gegenüber meinen 67 Prozent der Mitarbeiter, nur selten Anerkennung zu erhalten. "Ab und zu ein ‚Danke’" sei laut einem Teilnehmer das Maximum dessen, was man erfährt. Dabei hat er es noch gut getroffen. Befragt nach der Art der Wertschätzung, die Arbeitnehmer erhalten, ist die Auswahlmöglichkeit "keine Wertschätzung" mit 23 Prozent Spitzenreiter, dicht gefolgt von "Lob" (22 Prozent) und "Danke" (13 Prozent).

Je länger dabei, desto seltener Lob

Anerkennung – in der Umfrage definiert als Ausdruck der Wertschätzung einer Stärke – ist mit neun Prozent weit abgeschlagen. "Lob oder ein ‚Danke‘ ist sicher besser als gar nichts. Aber erst Anerkennung erhöht die Identifikation mit dem Unternehmen und die Einsatzbereitschaft", erklärt Killmeyer. Je länger man bereits im Unternehmen ist, umso länger sollte auch der Atem sein. Mitarbeiter, die seit mehr als zehn Jahren im selben Unternehmen beschäftigt sind, müssen über 100 Tage auf Anerkennung warten.

Die Größe des Unternehmens macht keinen Unterschied. Doch es gibt auch gute Nachrichten: "Unternehmen, die bereits wirkungsvolle Maßnahmen zur Implementierung einer Anerkennungskultur gesetzt haben, schneiden deutlich besser ab. Sie erreichen sechs von zehn möglichen Punkten", berichtet Killmeyer. Helfen kann dabei Kraftwerk Anerkennung. Die Online-Plattform ermöglicht den elektronischen Austausch von Anerkennungen unter Mitarbeitern und Vorgesetzten

Social Media: Männer aggressiv, Frauen reich

Erforschung von Geschlechter-Unterschieden mit Netzwerk-Daten
 
Geschlechter: Unterschiede in Socal Media (Foto: pixelio.de, S. Hofschlaeger)

Wien (pte002/25.05.2012/06:05) – Frauen nutzen soziale Netzwerke anders als Männer. Das haben bereits mehrere Studien bestätigt. Die Nutzung von Daten aus sozialen Netzwerken zur Erforschung geschlechterspezifischer Unterschiede hat aber Limitationen. Forscher aus Wien etwa müssen bei ihren Forschungen im 300.000 Mitglieder zählenden Online-Spiel Pardus http://www.pardus.at berücksichtigen, dass rund zehn Prozent der User falsche Angaben zu ihrem Geschlecht machen.

Kampf statt Handel

Trotzdem kann die Forschergruppe von der medizinischen Universität Wien http://meduniwien.ac.at interessante Schlüsse aus dem Verhalten der Online-Spieler ziehen. Männer antworten beispielsweise schneller auf Kontaktanfragen weiblicher Mitspieler als im umgekehrten Fall. Außerdem zögern die maskulinen Spieler oft, aggressive Handlungen weiblicher Spieler zu erwidern. Insgesamt spielen Männer aggressiver und setzen eher auf Kampf als auf Handel. Das führt dazu, dass sich Vermögen vermehrt in Frauenhänden konzentriert, weil diese sich auf wirtschaftliche Fortschritte verlagern.

Der Vorteil der Pardus-Studie ist, dass sich die Spieler selten bewusst darüber im Klaren sind, dass ihre Aktionen aufgezeichnet werden. Die Ergebnisse aus Wien sind nur bedingt auf andere soziale Netzwerke übertragbar, da die Netzwerke von Mitspielern den Teilnehmern verborgen bleiben. Das verhindert gruppendynamische Prozesse, die in anderen Netzwerken nicht zu vernachlässigende Auswirkungen haben. Forscher haben aber auch klassische soziale Netzwerken nach geschlechterspezifischen Kriterien durchsucht. Eine europaweite Studie von Porter Novelli (siehe: http://fundh.de/?p=220 ) beispielsweise zeigt Unterschiede im Nutzungsverhalten.

Status wichtig für Männer

Auch in Deutschland wurden entsprechende Erhebungen gemacht. "Frauen sind in den sozialen Netzwerken insgesamt leicht überrepräsentiert. Das überrascht bei einem Technik-affinen Thema auf den ersten Blick, stützt aber die These, dass die Kommunikation bei Social Media im Vordergrund steht", sagt ein Branchenkenner im Gespräch mit pressetext.

Die Studie von Porter Novelli hat die jeweils beliebtesten Verwendungszwecke erhoben. Weibliche Social-Media-Nutzer verwenden ihr Netzwerk häufiger, um Beiträge zu lesen und Bilder von Freunden anzusehen. Auch das Hinterlassen von Kommentaren auf Profilen von Bekannten ist bei Frauen beliebter. Männer posten dafür lieber Statusmeldungen als Frauen. Bei der Nutzung von Ortsbasierten sozialen Netzwerken haben die Herren der Schöpfung die Nase ebenfalls vorn.

Kleine Unterschiede

"Auch berufliche soziale Netzwerke wie Xing oder LinkedIn sind tendenziell männlich dominiert, im Privat-Bereich gibt es mehr weibliche Nutzer", so der Experte. Twitter oist ebenfalls ein männlich dominiertes soziales Netzwerk. Bei all diesen Zahlen muss beachtet werden, dass die Unterschiede zwar signifikant sind, aber keine absoluten Aussagen zulassen. Bei Xing und Twitter gibt es viele Frauen und Männer sehen sich großteils gerne Bilder von Freunden an und hinterlassen Kommentare.

"Große geschlechterspezifische Unterschiede gibt es bei der Nutzung sozialer Netzwerke kaum. Kleinere Abweichungen sind aber vorhanden. Unter den Frauen sind mehr Heavy-User, die täglich mehr als zwei bis drei Stunden in Netzwerken verbringen. Männer laden häufiger Videoclips hoch. Frauen nutzen Social Media eher, um Informationen über bestehende Frteunde zu bekommen, während Männer ihr Netzwerk häufiger zu erweitern versuchen. In beruiflichen Netzwerken machen Männer beides häufiger", erklärt der Spezialist.