Alle Beiträge von Minge

Auf dem Weg in den Fusions-Reaktor ? Mit einer Einführung von Jean Pütz

Diese Nachricht bitte ich Sie mit Vorbehalt zu lesen. Ähnliche Versuche hat auch das Max Planck-Institut in Garching und Greifswald mit Temperaturen über 100 Millionen Grad erzielt – ebenfalls in einem Magnetfeld erzeugt durch supraleitende Spulen in einer genialen Anordnung. So einfach, wie das in diesem Bericht dargestellt wird, ist das nicht. Aus persönlicher Erfahrung wurde mir 1970 in meiner 13-Folgen Sendereihe ‚Energie, die treibende Kraft‘, in der ich eine Folge der Fusion gewidmet habe, erzählt, dass man etwa eine 40jährige Entwicklungszeit benötige, um den Fusions-Reaktor mit seiner unendlich zur Verfügung stellenden Energie zu realisieren. Dann können Sie meine Skepsis verstehen, denn heute sind es immer noch 40 Jahre.

Jean Pütz

(pte) – Der erste Fusionsreaktor, der mehr Energie freisetzt, als er verbraucht, rückt dank Forschern des Massachusetts Institute of Technology und des Start-ups Commonwealth Fusion Systems (CFS) näher. Denn die Experten haben den mit einer Feldstärke von 20 Tesla leistungsfähigsten Elektromagneten der Welt gebaut.

Klirrend kalte Spulen

Der Strom, der das gewaltige Magnetfeld erzeugt, fließt widerstandslos durch die Spulen, weil diese eine Temperatur von 20 Kelvin (minus 253 Grad Celsius) haben. Magnetspulen halten in Fusionsreaktoren das sogenannte Plasma, das aus radioaktiven Isotopen des Wasserstoffs (Deuterium und Tritium) besteht, im Reaktionsraum fest, so dass es mit den Wänden nicht in Berührung kommt. Das ist wichtig, weil das Plasma eine Temperatur von mindestens 100 Millionen Grad Celsius haben muss, damit die Isotope miteinander zu Helium-Atomkernen verschmelzen. Die dabei erzeugte Energie lässt sich nutzen.

In bisher gebauten Versuchsanlagen ist der Energiebedarf zum Aufheizen des Plasmas meist größer als die entstehende Fusionsenergie. Mit den mächtigen neuen Magneten, die im Rahmen des SPARC-Programms entwickelt wurden, könnte sich das Verhältnis nun aber umkehren. MIT und CFS wollen bereits 2025 den ersten Fusionsreaktor in Betrieb nehmen, der mehr Energie erzeugt als er verbraucht. Strom wird er allerdings nicht erzeugen können, aber möglicherweise den Beweis erbringen, dass sich Fusion, die Energiequelle der Sonne, auf der Erde realisieren lässt und zwar mit einer positiven Energiebilanz.

Wasser als Brennstoff

Der Brennstoff für einen Fusionsreaktor lässt sich aus Wasser gewinnen. Er ist nahezu unbegrenzt verfügbar. „Fusion ist eine unerschöpfliche, kohlenstofffreie Energiequelle, die Sie überall und jederzeit einsetzen können. Es ist wirklich eine grundlegend neue Energiequelle“, sagt Dennis Whyte, Direktor des Plasma Science and Fusion Center des MIT. MIT und CFS planen eine Bauform namens „Tokamak“. Auch Iter, das größte Fusionsexperiment der Welt, das in Frankreich aufgebaut wird, ist ein Tokamak, der mit Spulen arbeitet, die erst bei wenigen Grad über dem absoluten Nullpunkt supraleitend werden. Diese könnten so hohe Feldstärken wie die des MIT/CSF-Magneten nicht erreichen, sagen die MIT-Wissenschaftler abschließend.

Drei Bundeskanzler-Anwärter, aber wenig Weisheit: Das Triell im Fernsehen

Ausnahmsweise nur einige Aussagen von Annalena Baerbock im naturwissenschaftlichen Faktencheck
Zunächst gilt das in meiner Moderation gesprochene Wort
Hier einige Ergänzungen:
Klimarettung hat entscheidend auch etwas mit Naturgesetzen zu tun. Galilei Galileo wurde im finsteren Mittelalter durch religiöse Ideologen gezwungen, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu verleugnen. Dass es heute wieder notwendig wird, Politiker auf fundamentale Gesetze der Physik und Chemie aufmerksam zu machen, ist ein Armutszeugnis unserer Zeit. Wie konnte es dazu kommen, dass Wunschdenken nach dem Prinzip: was nicht sein darf das nicht sein kann, mittlerweile politische Realität geworden ist.
Eins kann nicht geleugnet werden, die mittlerweile sichtbare Erwärmung der Atmosphäre unseres Globus und die Häufung der Wetterkatastrophen sind keine Hirngespinste, sondern Realität. Selbstverständlich ist es notwendig, alle Möglichkeiten auszuloten, die dem Abhilfe schaffen helfen. Aber das soll nicht heißen, dass wir die Sterne vom Himmel holen können. Leider ist es so, dass Menschen komplizierte Tatbestände gerne verdrängen und den einfachen Lösungen den Vorzug geben. Einfach ist zum Beispiel, einen Verursacher auszumachen und ihn dann als Missetäter zu brandmarken. In der Regel ist die logische Folge, dass dieser gemieden wird wie die Pest. Überall dort, wo dieser Bösewicht CO2 produziert wird gilt es, ihn zu vermeiden. So sind politische Maßnahmen ergriffen worden, deren Nebenwirkungen und Risiken keine Berücksichtigung fanden. So etwas nenne ich einseitiges Denken, doch die Vielfalt ist notwendig.
In diese Kategorie gehört auch das radikale Verbot des Verbrennungsmotors. Bedacht worden ist dabei nicht, dass dieser Motor in unseren privaten PKWs nur maximal 6% am CO2-Aufkommen in Deutschland beteiligt ist, im Gegensatz zu über 40%, welches in unseren Gebäuden durch Energieverschwendung verbraten wird. Die Einseitigkeit wurde verstärkt, weil ein tonnen-schwerlastiges, mit Batterien voll gestopftes Elektroauto nur deshalb den Vorzug bekam, weil es auf den ersten Blick kein Abgas produziert. Dass es eine wesentlichere ökologische und für jedermann erschwingliche Alternative gibt, habe ich in meinem letzten Facebook Kommentar bewiesen. Auf jeden Fall ist das von Elon Musk PR-getriebene E-Auto, Typ Tesla, nicht der Weisheit letzter Schluss.
Aber noch viel schlimmer ist die Behauptung der Grün-Ideologen, man könnte mit in Deutschland gewonnener regenerativer Energie aus Sonne-, Wind- und Wasserkraft den enormen zukünftigen Bedarf an Primär-Energie in Deutschland befriedigen. Das hat Annalena Baerbock in dem Triell zwar behauptet, doch das zeugt von einer bewussten Verweigerung der Realität, oder von einem Nichtwissen was Primär-Energie bedeutet. Sie sprach ja vor allen Dingen den elektrischen Strom an.
Strom ist nur eine Energieform, die Deutschland benötigt. Wer glaubt, er könnte jeden Energiebedarf unserer Gebäude oder der Industrie mit Strom befriedigen, der darf politisch keine Verantwortung übernehmen, denn die Primär-Energie ist die treibende Kraft unserer Wirtschaft und unseres Wohlstands. Er ist nicht mehr in der Lage, vom deutschen Volk Unheil abzuwenden. Auch, weil er aus Unkenntnis eigentlich nahe liegende Möglichkeiten verwirkt.
Obwohl meine Vorschläge zu einem in sich schlüssigen regenerativen Energiekonzept durch hunderttausendfache Verbreitung bekannt sein müssten – oder zumindest diskutabel sind, werden sie leider auch von den anderen Parteien links liegen gelassen. So ist das mit dem politisch wohlfeilem Mainstream. Eine der Ursachen mag darin bestehen, dass in derzeitige ideologische Maßnahmen, bereits Abermilliarden von Steuergeldern geflossen sind, die aber leider trotz aller innerenten Verbote nicht zum Ziel führen.
Ich bin gespannt, ob die von CDU und FDP proklamierte Technologie-Offenheit das ändert.
„Ich habe einen Traum“, dass mit Mitteln der Demokratie und Vernunft sowie Kenntnis der Naturwissenschaft und Technik noch fundamentale Probleme gelöst werden können. Dazu gehört auch, unseren Globus mit intelligenter Nachhaltigkeit vor dem Klima-Kollaps zu retten. Vielleicht kommen auch die ‚Grünen‘ einmal auf diesen Trichter.
Jean Pütz
Folge 214 Der Vernunft eine Chance

 

Ein Elektroauto für jedermann erschwinglich

Präsentiert als Prototyp aus der heute beginnenden IAA für Elektromobilität in München.
Langer Rede kurzer Sinn, es lohnt sich, meinen frei moderierten Beitrag anzuchauen bzw. anzuhören. Sie werden es nicht bereuen.
Weg mit den milliardenschweren staatlichen Subventionen für das Batterie-schwere Elektroauto herkömmlicher Bauart mit schlechter Ökobilanz, hin zu der neuen Art von Elektromobilität, die individuelle Autos für jedermann ermöglichen – nicht teurer als jedes normale heutige Verbrenner Auto. Mit regenerativen Methanol betrieben, fährt es CO2-neutral und braucht nicht mehr als 1,5 Liter, mit Benzin knapp über 2 Liter auf 100km. Mit einem 30 Liter Tank hat es eine Reichweite von über 1.500 km. Zwischenladungen sind möglich, zu Hause oder unterwegs, dann fährt es noch weiter Das ist Realität.
Wenn sie es nicht glauben, dann schauen Sie sich meinen Beitrag umso intensiver an. Nur nebenbei gesagt, ich bin kein Lobbyist irgendeiner Firma und erhalte kein Honorar.
Ihr Jean Pütz
Folge 213: der Vernunft eine Chance

 

Prima Klima – Luftbefeuchtung für die Gesundheit

Liebe Leserinnen und Leser,

wer kennt das nicht ? Im Zimmer ist es wunderbar warm aber in der Nase hat man so ein trockenes und kribbelndes Gefühl. Grund: Die mangelnde Luftfeuchtigkeit.

1 Kubikmeter Luft kann bei 20° Celsius maximal 18 Gramm Wasserdampf speichern.

Abhilfe schaffen sogenannte Luftbefeuchter die Wasser über Ultraschalltechnik vernebeln. Beim Kauf unbedingt auf geräusch- und energiesparende Modelle achten, z.B. von beurer. Die Geräte sollten über eine Leistung von maximal 30 Watt verfügen.

Für Hobbyisten mit „Grünem Daumen“ empfiehlt sich Luftbefeuchtung mittels durstiger Pflanzen, wie z.B. Papyrus. Ein Exemplar, das einen Wassereimer mit seinen Wurzeln füllt und etwa 1 Meter hoch ist, verdunstet täglich spielend 2 Liter Wasser. Das ist exakt die Menge, die in einem durchschnittlich großen Raum wohlige 50-60 % Luftfeuchtigkeit erzeugt.

Zur Vermehrung, Blattquirle mit 10 Zentimeter langem Stiel und gekappten Blattspitzen kopfüber in ein Wassergefäß stecken.

Cyperus alternifolius bekommt man in den meisten Pflanzengeschäften. Topf entfernen und Pflanze in einen komplett mit Kieselsteinen oder Ton-Substrat gefüllten Haushaltseimer (o.ä.) setzen. Der Erdballen muss sich etwa im Eimer-Zentrum befinden. An einen hellen Platz stellen – fertig. Damit die Sumpfpflanze ständig „nasse Füße“ hat, Eimer stets randvoll mit Wasser gießen.

 

 

Hoffnungsträger Exosome

Haben Sie, lieber Leser, jemals etwas von  Exosomen gehört? Obwohl ich viel recherchiere, ist mir dieser Begriff noch nie zu Ohren gekommen. Das ist zwar erst in den Anfängen der Forschung, aber wenn, dann öffnet sich den Exosomen viele Möglichkeiten, ähnlich wie Phospholipid-Kügelchen in Nanogröße, die beim Corona-Impfstoff als wichtige Träger der mRNA fungieren. Es lohnt sich, den Bericht zu lesen.

Die wundersame Welt der Grundlagenforschung!

Jean Pütz

(pte) – Medikamente lassen sich in Exosomen zum Bestimmungsort bringen, sagen Forscher des Virginia Polytechnic Institute and State University . Da Exosome in großen Mengen in Kuhmilch vorhanden sind, ließen sie sich extrahieren und medizinisch einsetzen. „Stellen Sie sich vor, Sie bekommen einen Milchshake, der in Exosome verpackten Impfstoff enthält statt einer Spritze. Ein anderer könnte Exosome enthalten, die mit einem therapeutischen Peptid beladen sind, das das Herz vor einem Myokardinfarkt schützt“, sagt Forschungsleiter Rob Gourdie.

Exosome als Schlüssel

„Doch Exosome sind schwer aus anderen Milchproteinen und Lipiden zu isolieren“, so Gourdie. Sein Team hat es dennoch geschafft. In einem mehrstufigen Extraktions- und Reinigungsprozess gelang es Gourdies Gruppe, aus nicht pasteurisierter Kuhmilch hochreine Exosomen herzustellen. Der Prozess ist skalierbar, sodass sich auch große Mengen industriell herstellen lassen. Aus einer Gallone Milch (knapp vier Liter) gewinnen die Forscher eine Tasse voll Exosome.

Exesome sind biologische Kapseln, die einen Durchmesser von ein paar Dutzend Nanometern haben. Sie werden von vielen Körperzellen des Menschen und von Säugetieren produziert, um Moleküle zwischen der Zelle und ihrer Umgebung zu transportieren. Das geschieht, um mit anderen Zellen und Geweben zu kommunizieren. Durch Exosomen können Zellen physiologische Prozesse wie Gerinnung, interzelluläre Signalübertragung und Abfallmanagement steuern.

Blut-Hirn-Schranke überwunden

Exosome können laut Gourdie sogar die Blut-Hirn-Schranke durchdringen, eine Membran, die das Gehirn vor Krankheitserregern und schädlichen Chemikalien schützt. Damit ergibt sich eine neue Möglichkeit zur Behandlung neurologischer Erkrankungen und Hirntumoren. Die Kapseln seien robust genug, um enzymatischem Abbau sowie Schwankungen des pH-Werts und der Temperatur in Darm und Blutkreislauf standzuhalten, was sie zu einem erstklassigen Kandidaten für die Medikamentenabgabe mache.

Ein kaum bekannter Energievertrag wird zur teuren Klage-Falle für Europa

(WELT) – Betreiber von Atom- und Kohlekraftwerken fordern von den EU-Mitgliedstaaten immer wieder Milliarden-Entschädigungen für die Folgen der Energiewende. Ein alter Vertrag aus Nachwendezeiten macht es möglich. Jetzt droht eine teure Eskalation.

Die Energiecharta ist ein typischer europäischer Vertrag, den kaum ein Bürger kennt. Meistens taucht er erst dann in den Nachrichten auf, wenn er die Steuerzahler viele Millionen oder gar Milliarden von Euro kostet. Etwa als die Bundesregierung im März mit dem schwedischen Atomkraftwerkbetreiber Vattenfall 1,4 Milliarden Euro Entschädigung für den Atomausstieg vereinbarte. Der Aufschrei war damals groß.

Die Auseinandersetzung mit Vattenfall ist allerdings kein Einzelfall: Der deutsche Energieriese RWE verklagt gerade die Niederlande vor einem Schiedsgericht. Der Konzern fordert 1,4 Milliarden Euro, weil er wegen des niederländischen Kohleausstiegs ein Kohlekraftwerk bis 2030 stilllegen soll – ohne Entschädigung. Auch der deutsche Konzern Uniper klagt deswegen gegen die Niederlande.

Es ging um Versorgungssicherheit in Europa

Grundlage dieser Prozesse ist eben jener kaum bekannte Energie-Vertrag, der in den turbulenten Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion geschlossen wurde, um die Energieversorgung in Europa auch in den politischen Wirren der Nachwendezeit zu sichern. Er garantierte die Sicherheit europäischer Investitionen auf dem Territorium der zerfallenen Sowjetunion und in den Transformationsstaaten des ehemaligen Warschauer Paktes. Kraftwerke und Pipelines sind teuer, und Unternehmen brauchen Sicherheit, um in Projekte zu investieren, die sich teilweise erst nach Jahrzehnten rentieren.

In den ersten Jahren wurde das Vertragswerk kaum genutzt. Seit der Jahrtausendwende allerdings immer häufiger. Anders als von den Initiatoren – allen voran Deutschland – beabsichtigt, geht es bei den Schadenersatzverfahren, die vor privaten Schiedsgerichten verhandelt werden, aber nicht etwa um Nachwende-Chaos, korrupte Regierungen oder um Gerichte, die Investoren übel mitspielen oder sie gar enteignen. Vielmehr spielen die meisten bekannt gewordenen Fälle in den Kernstaaten der westlichen Demokratie selbst.

Die Klagen beziehen sich auf Kohleausstiege, gekürzte Subventionen für erneuerbare Energien oder hierzulande um den Schlingerkurs der Bundesregierung beim Atom-Ausstieg. Spanien wiederum musste Schadensersatz zahlen, weil es die Subventionen für die Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren früher als geplant gekürzt hatte.

Die Europäische Kommission erwartet, dass mit dem Green Deal solche Auseinandersetzungen in Zukunft zunehmen werden. Das Ziel, die europäische Wirtschaft bis 2050 klimaneutral zu machen, die jüngste Verschärfung der europäischen Reduktionsziele bis 2030 und Gerichtsentscheidungen wie die des Bundesverfassungsgerichts, das den Gesetzgeber aufgefordert hat, bereits heute strengeren Klimaschutz zu betreiben, um Anpassungsdruck von künftigen Generationen zu nehmen – all diese Faktoren machen radikalere Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion wahrscheinlich.

Schutz nur noch für erneuerbare Energien?

Damit steigt auch die Gefahr von Prozessen und Schadenersatzforderungen auf der Grundlage der Energiecharta. Brüssel und EU-Mitgliedstaaten fürchten, dass Energiekonzerne strengere Klimagesetze zum Anlass nehmen könnten, Staaten auf Entschädigungen in Milliardenhöhe zu verklagen. Die EU-Kommission drängt deshalb auf eine Reform des Vertrages, um ihn an die klimapolitische Realität anzupassen.

Die zentrale Forderung der Kommission: Der Investorenschutz soll künftig nur noch für Investitionen in regenerative Energien gelten, aber nicht mehr für Investitionen in fossile Energien. Im Mai 2020 hat die Kommission einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt, von dem sie glaubt, dass er die Zustimmung aller 53 Vertragsparteien finden könnte. Demnach soll es nach dem Wegfall eine Übergangszeit von zehn Jahren geben, in denen der Schutz für bestehende fossile Investitionen weiterhin gilt. Investitionen in emissionsärmere Gaskraftwerke oder Gaspipelines sollen bis 2040 geschützt sein.

Es ist allerdings fraglich, ob dieser Vorschlag ausreicht, damit alle übrigen Vertragsparteien zustimmen. Sechs Verhandlungsrunden blieben bisher ohne Ergebnis. Da die Verhandlungen ähnlich wie viele der Schiedsgerichtsverfahren im Geheimen geführt werden, ist nicht klar, wie die übrigen Vertragsparteien auf den EU-Vorschlag reagiert haben.

Beobachter schätzen den Kompromisswillen nicht besonders hoch ein. „Vor allem die osteuropäischen Staaten, die am Öl- und Gasgeschäft verdienen, sträuben sich; Russland beispielsweise oder auch Aserbaidschan oder Kasachstan“, sagt Bernd Lange. Der SPD-Politiker ist Vorsitzender des Handelsausschusses des EU-Parlaments. Lediglich im Fall von Japan zeigt ein an die Öffentlichkeit geratenes Dokument die Verhandlungsposition – und die ist ernüchternd: Japan halte eine Reform des Vertrages für unnötig heißt es darin.

Antibiotika erhöhen das Darmkrebsrisiko – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Als Wissenschaftsjournalist habe ich mich sehr mit diesem Thema beschäftigt, sogar bevor die medizinische Wissenschaft die Bedeutung des Mikrobioms für das Immunsystem, d. h. das Allgemeinbefinden, bewiesen hatte, habe ich diese Vermutung in meinem Hobbythekbuch ‚Darm & Co‘, welches vor 30 Jahren erschien, geäußert.  Meine Prophylaxe nach einer Aufnahme eines Antibiotikums bestand darin, dass ich den Aufbau der Darmflora nach förderte: Ich selbst reduzierte das Risiko mit der täglichen Aufnahme von 300 ml selbstgemachten Joghurts. Allerdings hat dieser Vorschlag nichts mit Wissenschaft zu tun, es handelte sich um eine individuelle Maßnahme. Machen Sie auf jeden Fall Ihren behandelnden Arzt auf das jetzt erkannte Krebs-Risiko aufmerksam und bitte ihn dafür zu sorgen, dass dass Mikrobiom, welches durch Antibiotika beeinträchtigt wird, wieder aufgebaut wird. Dazu gibt es eine Menge Medikamente, die mit gefriergetrockneten Bakterien helfen, die Darmflora wieder zu reparieren.

Noch ein kurzes Wort zu Antibiotika generell:

Natürlich haben sie die Möglichkeiten der Medizin enorm verbessert, doch sie wurden allzu häufig eingesetzt, ohne die Nebenwirkungen und Risiken anzusprechen. Oft war das Kanonen auf Spatzen schießen. Schlimm ist, dass sie viel zu häufig in der Tierzucht eingesetzt werden, weil das z. B. die Mast, d. h. die schnelle Gewichtaufnahme von Schweinen oder Rindern, Hühnern usw., unterstützt. Die Folge: Mittlerweile sind so viele resistente Keime entstanden, dass das Antibiotika immer weniger helfen. Wenn, dann in so hohen Dosen, dass dies die Bildung von Resistenzen wiederum förderte. Solche Resistenzen können sich dann auch in Kläranlagen bilden.

Also mein Rat: Antibiotika nur dann anzuwenden, wenn lebensbedrohende Krankheiten es unbedingt notwendig machen, aber dann auf keinen Fall darauf verzichten.

Jean Pütz

(pte) – Die Einnahme von Antibiotika steht mit einem erhöhten Risiko von Darmkrebs in den nächsten fünf bis zehn Jahren in Zusammenhang. Zu dem Ergebnis kommen Forscher der Umeå University  . Die Wissenschaftler haben die Daten von 40.000 Krebserkrankungen ausgewertet und glauben, dass die Auswirkungen der Antibiotika auf das Mikrobiom des Darms für das erhöhte Krebsrisiko verantwortlich ist.

Frauen sind stärker gefährdet

Die Forscher haben nachgewiesen, dass Frauen und Männer, die sechs Monate lang Antibiotika einnahmen, über ein 17 Prozent höheres Risiko einer Krebserkrankung des aufsteigenden Dickdarms verfügten. Dabei handelt es sich um den ersten Teil des Darms, den Nahrung nach dem Dünndarm erreicht. Kein erhöhtes Krebsrisiko konnte beim absteigenden Dickdarm festgestellt werden. Bei Männern, die Antibiotika einnahmen, konnte kein erhöhtes Risiko von Rektumkarzinomen festgestellt werden. Frauen verfügten hingegen über ein etwas geringeres Auftreten von Rektumkarzinomen.

Das erhöhte Darmkrebsrisiko war bereits fünf bis zehn Jahre nach der Einnahme der Antibiotika nachweisbar. Obwohl das Ansteigen des Risikos bei jenen Patienten am größten war, die auch am meisten Antibiotika einnahmen, konnte ein geringer, aber statistisch signifikanter Anstieg des Krebsrisikos bereits nach einer einzelnen Behandlung nachgewiesen werden.

40.000 Datensätze ausgewertet

Für die Studie haben die Forscher die Daten von 40.000 Patienten der Swedish Colorectal Cancer Registry für den Zeitraum 2010 bis 2016 ausgewertet. Sie wurden mit einer entsprechenden Kontrollgruppe von 200.000 nicht an Krebs erkrankten Schwedinnen und Schweden verglichen. Die Infos zur Einnahme von Antibiotika stammten aus dem Swedish Prescribed Drug Register für den Zeitraum 2005 bis 2016.

Um zu verstehen, wie Antibiotika das Krebsrisiko erhöhen, haben die Experten auch ein Bakterizid untersucht, das zur Behandlung von Harnwegsinfektionen eingesetzt wird und das Mikrobiom nicht beeinflusst. Es gab bei den Patienten, denen dieses Medikament verabreicht wurde, keine Unterschiede bei der Häufigkeit von Darmkrebs. Damit liegt nahe, dass die Auswirkungen der Antibiotika auf das Mikrobiom das Krebsrisiko erhöhen.

Für die Studie wurden zwar nur oral verabreichte Antibiotika berücksichtigt. Es sei jedoch denkbar, dass sich auch intravenöse Antibiotika auf das Mikrobiom des Darms auswirken könnten. Laut der leitenden Wissenschaftlerin Sophia Harlid gibt es jedoch keinen Grund zur Besorgnis, nur weil Antibiotika eingekommen wurde. Der Anstieg des Risikos sei jedoch nur moderat und die Auswirkungen auf das absolute Risiko einer Person nur gering. Details wurden im „JNCI Journal of the National Cancer Institute“ veröffentlicht.

Zweifach-Impfung gegen Corona verringert auch sehr das Risiko von Long-Covid-19-Erkrankung

(pte) – Erwachsene mit einer zweimaligen Corona-Schutzimpfung leiden im Falle einer COVID-19-Infektion um 49 Prozent weniger wahrscheinlich an Long COVID, wie eine Studie des King’s College London zeigt. Die Forscher haben die Daten von Personen, die ihre Symptome, Tests und Impfungen zwischen 8. Dezember 2020 und 4. Juli 2021 in die App der „UK ZOE COVID“-Symptomstudie eingaben. Dazu gehörten 1.240.009 Teilnehmer mit der ersten Impfung und 971.504 Personen, die auch die zweite Impfung erhalten hatten.

Ein Drittel weniger akute Symptome

Das Team hat bei der Auswertung der Daten eine Reihe von Faktoren wie Alter, Gebrechlichkeit und benachteiligte Regionen berücksichtigt und verglich diese Daten mit dem Infektionsgeschehen nach einer Impfung. Ergebnis: Im unwahrscheinlichen Fall einer Infektion mit COVID-19 nach einer zweimaligen Impfung war das Risiko von Long COVID fast um die Hälfte reduziert. Auch Krankenhausaufenthalte waren um 73 Prozent und die Belastung mit akuten Symptomen war um 31 Prozent weniger wahrscheinlich.

Die Art der am weitest verbreiteten Symptome war ähnlich wie bei nicht geimpften Erwachsenen. Es handelte sich dabei um den Verlust des Geruchssinns, Husten, Fieber, Kopfschmerzen und Erschöpfung. Alle diese Symptome waren leichter und wurden von geimpften Personen weniger häufig angegeben. Die Wahrscheinlichkeit, in der ersten Woche der Krankheit unter mehreren Symptomen zu leiden, war nur halb so groß. Niesen war das einzige Symptom, das von geimpften Teilnehmern häufiger angegeben wurde.

Gebrechlichkeit erhöht Infektionsrisiko

Personen, die in den am stärksten benachteiligten Gebieten lebten, verfügten nach einer einmaligen Impfung über ein höheres Infektionsrisiko. Alter an sich war kein Risikofaktor. Menschen mit Erkrankungen, die wie Gebrechlichkeit ihre Unabhängigkeit einschränken, infizierten sich bis zwei Mal so wahrscheinlich nach der Impfung und erkrankten in der Folge.

Die in „Lancet Infectious Diseases“ publizierten Ergebnisse zeigen laut den Wissenschaftlern die Notwendigkeit, konkret auf Risikogruppen abzuzielen. Es wurde bereits nachgewiesen, dass gebrechliche Erwachsene von COVID-19 überproportional betroffen sind. Die Forscher schlagen daher Strategien wie rechtzeitige Auffrischungsimpfungen, gezielte Maßnahmen zur Infektionskontrolle und mehr Forschung zur Immunreaktion dieser Personengruppe vor.

Glaubwürdigkeit der Wissenschaft in postfaktischen Zeiten – Angriff auf Wissenschaftsjournalismus und Ranga Yogeshwar

Ranga Yogeshwar, Mai Thi Nguyen-Kim, Pamela Dörhöfer, Joachim Müller-Jung, Christina Berndt, sie alle schwimmen seit Jahren auf der Welle des Wissenschaftsjournalismus. Von dem Märchen der allwissenden, objektiven Wissenschaft läßt sich gut leben. Solange man bei der Stange bleibt.

Es ist eine wesentliche Erkenntnis des COVID-19 Irrsinns, dass auch Kultur- und Politredakteure als Wissenschaftsjournalisten durchgehen. Solange sie eben das Richtige berichten und das Richtige weglassen. Das relativiert den Wissenschaftsjournalismus deutlich. Es stellt sich die Frage, was hier das verbleibende Rest-Anspruchsniveau sein kann.

Ranga Yogeshwar ist ein besonders tragischer Fall. Wer hat seine kurzweiligen, charmant vorgetragenen Fernsehsendungen nicht gerne gesehen? Aber, angesichts der Einseitigkeit und der Plattitüden mit denen sich Herr Yogeshwar zu COVID-19 äußert, wird man rückblickend fragen müssen, wessen Interessen er damals gedient hat?

Er selbst spricht von „fließenden Grenzen zwischen einer kritischen journalistischen Begutachtung und Marketing oder PR“, siehe unten. Ganz offensichtlich hat dieser Herr an diesen Grenzen die Orientierung verloren.

Herr Yogeshwar wirbt nach eigener Aussage für das Impfen, weil, so sagt er, Impfen einfach schlauer sei. Wissenschaft auf dem Niveau einer Waschmittelwerbung. Egal was, Hauptsache es steht Impfen drauf.

In einem Videobeitrag präsentiert Herr Yogeshwar vollkommen verzerrte Zahlen, weil er glaubt, er dürfe das. Nach dem Selbstverständnis dieses Herrn wird scheinbar alles zur Wissenschaft, sobald er es verkündet. Damit lassen sich vortrefflich Propagandavideos machen.

Gleich zu Anfang bemüht Herr Yogeshwar die US-amerikanische Pharma-Propaganda von der „Pandemie der Ungeimpften“. Daten aus Israel, das eine sehr hohe Durchimpfungsquote hat, sagen etwas ganz anderes, vgl.

„On July 20, The Jerusalem Post reported that of the 143 hospitalized patients, 58% were fully vaccinated, 3% were partially vaccinated, and 39% were not vaccinated at all.”

Dasselbe findet man auch in Deutschland,

 “The recently vaccinated made up 35% of the total number of the 20 employees of the University Hospital who tested positive in that time period, meaning the recently vaccinated were overrepresented among those with a symptomatic infection.”

Die Aussage, dass junge Männer von COVID-19 “besonders gefährdet” seien, ist vollkommener Quatsch. Herr Yogeshwar verschweigt, dass 13 Tote im Medianalter von 84 Jahren (nach RKI Daten) auf 1.000.000 Einwohner nach einer Corona-Infektion ein saisonal üblicher Wert ist. Dabei bleibt offen, ob die Corona-Infektion tatsächlich ursächlich für den Tod gewesen ist.

  • RKI, „Wöchentlicher Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)“, 05.08.2021, https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Wochenbericht/Wochenbericht_2021-08-05.pdf?__blob=publicationFile

„Von allen Todesfällen waren 78.903 (86 %) Personen 70 Jahre und älter, der Altersmedian lag bei 84 Jahren. Im Unterschied dazu beträgt der Anteil der über 70-Jährigen an der Gesamtzahl der übermittelten COVID-19-Fälle etwa 13 %. Bislang sind dem RKI 23 validierte COVID-19-Todesfälle bei unter 20-Jährigen übermittelt worden. Diese Kinder und Jugendlichen waren zwischen 0 und 19 Jahre alt. Bei allen 16 Fällen mit Angaben hierzu sind Vorerkrankungen bekannt.“

Dass Herzmuskelentzündungen durch Impfungen grundsätzlich mild verlaufen ist nachweislich falsch. Es hat Tote gegeben. Davon zeugen 8  Rote-Hand Briefe. Zu allen 4 bedingt zugelassenen Experimental-Impfstoffen  liegt inzwischen mindestens einer davon vor. Zu Astra-Zeneca liegen 4 Rote-Hand Briefe vor und die STIKO empfiehlt zur Zweitimpfung nach Astra-Zeneca eine anderes Präparat zu nehmen.

Weiß ein Herr Yogeshwar das nicht?

Geimpfte wähnen sich in falscher Sicherheit, wenn sie annehmen, dass sie keine Viren übertragen könnte und alles spricht dafür, dass Geimpfte genauso häufig auf der Intensivstation landen wie nicht Geimpfte.

Herr Yogeshwar verweist auf RKI Daten, nach denen es nur 7229 Impfdurchbrüche bei Geimpften gegeben hätte. Er verschweigt aber, das nach der vom RKI zugrunde gelegten Definition eines Impfdurchbruches eine „klinische Symptomatik“ erforderlich ist, vgl.

  • RKI, „Wöchentlicher Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)“, 29.07.2021, https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Wochenbericht/Wochenbericht_2021-07-29.pdf?__blob=publicationFile

„Ein wahrscheinlicher Impfdurchbruch ist definiert als SARS-CoV-2-Infektion (mit klinischer Symptomatik), die bei einer vollständig geimpften Person mittels PCR oder Erregerisolierung diagnostiziert wurde.“

Bei den Nicht-Geimpften reicht ein positiver Test um eine Erkrankung zu unterstellen. Es ist bekannt, dass 99% der mit PCR positiv Getesteten gar keine Symptome zeigen. Es wird mit zweierlei Maß gemessen. Und selbst das RKI mahnt zur vorsichtigen Interpretation der Daten. Sieht so kritischer Journalismus aus?

Ebenso verschweigt Herr Yogeshwar, dass es mittlerweile mehr als 46.000 SARS-CoV2 Varianten gibt und nicht nur 4, wie die Bezeichnung Delta andeuten soll.

Das hat nichts mit einer Impfung zu tun. Das ist macht die Natur von ganz alleine.

Es ist falsch, wenn Herr Yogeshwar behauptet, dass die Impfungen eine sterile Immunität bewirken würden, d.h. ein Geimpfter könne keine Viren weitergeben. Andere werden durch die eigene Impfung nicht geschützt. Deshalb sollen auch Geimpfte nach einer CDC Empfehlung weiterhin Masken tragen.

“Today, some of those data were published in CDC’s Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR), demonstrating that Delta infection resulted in similarly high SARS-CoV-2 viral loads in vaccinated and unvaccinated people. High viral loads suggest an increased risk of transmission and raised concern that, unlike with other variants, vaccinated people infected with Delta can transmit the virus. This finding is concerning and was a pivotal discovery leading to CDC’s updated mask recommendation. The masking recommendation was updated to ensure the vaccinated public would not unknowingly transmit virus to others, including their unvaccinated or immunocompromised loved ones.”

Dieser Hinweis fehlt bei Herrn Yogeshwar. Wohl aus gutem Grund, denn sonst kann man nicht so pauschal wie Herr Yogeshwar es tut, die Sozialkompetenz von Ungeimpften in Frage stellen.

Zwar ist es auch Herrn Yogeshwar aufgefallen, dass die Impfstoff Produktionen noch vor der (bedingten) Zulassung aufgebaut worden sind. Aber das verkauft er als besonders sichere Entwicklung. Die stark verkürzten Test- und Zulassungsverfahren seien einerseits eine Folge der hohen Expertise über die man verfüge. Andererseits habe man einfach Glück gehabt. Die 8 Rote-Hand Briefe zu den Impfstoffen sprechen deutlich dagegen und es ist davon auszugehen, dass diese 8 Rote-Hand Briefe nur die Spitze des Eisberges zeigen. Es ist die Industrie selber die diese verfasst. Eine unabhängige Kontrolle gibt es dort nicht.

Herr Yogeshwar ist falsch informiert, wenn er behauptet, dass es „kaum eine Impfung gibt, die weltweit so überprüft“ würde. Die Hersteller setzen alles daran, die laufenden Studien aus „ethischen Gründen“ zu unblinden, d.h. auch den Placebo-Arm zu impfen.

Danach ist keine Aussage zu Nebenwirkungen und Langzeitfolgen der Impfungen mehr möglich. Das schafft keine Sicherheit.

Zu guter Letzt bringt Herr Yogeshwar dann den Hinweis, dass, wenn jemand etwas anderes behauptet als er selbst, es sich wahrscheinlich um Fake News oder Verschwörungstheorien handele. Was sonst?

Was erdreistet sich ein Diplom-Physiker in dieser Propagandaform medizinische Ratschläge zu geben? Kraft welcher Ausbildung wäre er dazu befähigt? Für seine Behauptungen sollte Herr Yogeshwar strafrechtlich belangt werden. Vergeblich wartet man darauf, dass dieser Unsinn bei Youtube gesperrt wird.

Die Anspruchslosigkeit und Anmaßung der Beiträge dieses mutmaßlichen Universalgenies mit Physikdiplom wirken befremdlich. Das journalistische Selbstverständnis dieses Herren, wie es in dem folgenden Beitrag zum Ausdruck kommt, wirkt abstoßend, vgl.

Das hätte man früher wissen sollen. Es offenbart sich ein fundmentales Unverständnis dessen, was Wissenschaft bedeutet. Herr Yogeshwar vertritt die These, dass es eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern gäbe, die das Licht erblickt haben und in der daraus resultierenden Allwissenheit, verkünden dürfen, was die Wahrheit ist. Vorbei sind die Zeiten von mühsam gegeneinander gehaltener These und Antithese. Sondern es gibt die Gruppe der Alleswisser und die Gruppe der Leugner, eben jene, die sich standhaft weigern den rechten Glauben anzunehmen. Der wissenschaftliche Diskurs ist allein denen rechten Glaubens vorbehalten. Wer das ist, definiert Herr Yogeshwar selbst.

Diese Auffassung, eine medial generierte, mutmaßliche Mehrheitsmeinung ersetze die Diskussion, ist weit verbreitet und findet sich auch bei Frau Nguyen-Kim von Mai-Lab, Herrn Müller-Jung, Frau Dörhöfer und Frau Berndt, und dies in Zeiten in denen hunderte von Ärzten und Wissenschaftlern in den sozialen Medien gesperrt und ihre Beiträge gelöscht werden, weil sie eine andere Auffassung vertreten als die medial definierte Einheitsmeinung. Das nicht zu sehen ist schlichte Ignoranz.

Herr Yogeshwar, Frau  Nguyen-Kim & Co. betreiben keinen objektiven Journalismus, sondern gehen einfach den bequemen Weg des geringsten Widerstandes. Man schließt sich der kleinen Clique von Hof-Virologen an, auf die Berlin weiterhin ausschließlich zurückgreift und erklärt das medial zur allein gültigen Wissenschaft, vgl. ebenda.

„In einem Großteil meiner Telefonate mit Leuten wie Christian Drosten oder Melanie Brinkmann ging es anfangs darum, diese andere Art in Medien überhaupt zu begreifen.“

Es geht nicht darum, was die Wissenschaft objektiv weiß und, noch wichtiger, was die Wissenschaft objektiv nicht weiß. Es geht darum, welche Wissenschaft politisch opportun ist. Bei politischen Entscheidungen haben Zweifel keinen Platz. Deshalb wird medial eine Einheitsmeinung kreiert, die dann von einer Handvoll von Vorzeige-Wissenschaftlern mantraartig im Fernsehen wiederholt wird. Die Natur kümmert sich aber nicht darum, was im öffentlich-rechtlichen Fernsehen behauptet wird.

Herr Yogeshwar verkauft Wissenschaft als eine Art Geheimbund, dessen Mitglieder über Geheimwissen verfügen, dass weit über den Horizont des Normalbürgers hinausgeht. Implizit ist damit klar, dass allein die Kaste der Wissenschaftsjournalisten in der Lage ist, die Aussagen der Wissenschaft zu entschlüsseln und zu transportieren.

„Es ist extrem schwer, dieser Community klarzumachen, dass die Menschen draußen nicht einmal den Unterschied zwischen Viren und Bakterien kennen.“

Herr Yogeshwar übersieht dabei, dass wissenschaftliche Hypothesen nicht nur im Kleinen sondern auch im Großen bewiesen werden müssen. Zu Bewertung einer Pandemie muß man den Unterschied zwischen Viren und Bakterien nicht kennen, wenn man in der Lage ist, die Statistiken zum Krankenstand und zur Krankenhausauslastung abzurufen.

„Im gesamten Jahr 2020 wurden insgesamt 13,3% weniger Patienten im Krankenhaus behandelt als 2019. In den ersten 23 Kalenderwochen des Jahres 2021 blieb die Fallzahl 21,6% hinter dem Vergleichszeitraum  2019 zurück. Auch die Gesamtzahl der SARI-Fälle, Intensivfälle und Beatmungsfälle blieb im Untersuchungszeitraum unter den Zahlen aus 2019.“

In den Statistiken zu tatsächlich Erkrankten, und nicht nur mit PCR positiv Getesteten, ist kein Killervirus drin, egal, was die Vorzeige-Virologen glauben, auf der molekularen Ebene gefunden zu haben. Jeder Depp kann zwei Gen-Sequenzen hochhalten und dazu von Zoonose oder Laborunfall faseln. Deshalb wird daraus noch keine Wissenschaft.

Hier offenbart sich der wesentliche Trugschluß, dass alles ganz kompliziert sei und dass nur die sogenannten Experten die Lage überhaupt beurteilen könnten. Dazu passen schon die widersprüchlichen Aussagen des Herrn Drosten nicht, der seine Meinung schon mehrfach geändert hat, vgl.

„Ja, aber die Methode ist so empfindlich, dass sie ein einzelnes Erbmolekül dieses Virus nachweisen kann. Wenn ein solcher Erreger zum Beispiel bei einer Krankenschwester mal eben einen Tag lang über die Nasenschleimhaut huscht, ohne dass sie erkrankt oder sonst irgend etwas davon bemerkt, dann ist sie plötzlich ein Mers-Fall. Wo zuvor Todkranke gemeldet wurden, sind nun plötzlich milde Fälle und Menschen, die eigentlich kerngesund sind, in der Meldestatistik enthalten. Auch so ließe sich die Explosion der Fallzahlen in Saudi-Arabien erklären. Dazu kommt, dass die Medien vor Ort die Sache unglaublich hoch gekocht haben.“

Warum sich PCR bei MERS anders verhalten soll als bei SARS-CoV2 konnte Herr Drosten bislang nicht erklären und auch ein Herr Yogeshwar schweigt sich dazu aus. Solche Dinge muß man wohl auch nicht mehr erklären, denn wer anderer Auffassung ist, hat einfach keine Ahnung, vgl. die Aussagen von Herrn Yogeshwar im Interview.

 „Eine Grenze ist natürlich bei den abstrusen Theorien zu ziehen. Ich habe deshalb zum Beispiel abgelehnt, mit Sucharit Bhakdi zu diskutieren.“

„Da habe ich gesagt, Freunde, ihr habt keine Ahnung, was ihr da macht: Hier wird eine Position vertreten, deren wissenschaftliche Basis komplett zu hinterfragen ist. Und da sind Leute wie Bhakdi vollkommene Outsider.“

Es ist unglaublich, was sich dieser Herr anmaßt. Der Diplom-Physiker Yogeshwar entscheidet, dass ein langjähriger Professor für Mikrobiologie ein Outsider ist? Was weißt denn Herr Yogeshwar kraft eigenen Wissens über die wissenschaftliche Basis von molekularbiologischen Aussagen?

Lehnt Herr Yogeshwar auch eine Diskussion mit Prof. Dr. John Ioannidis, Prof. Dr. Jay Bhattacharya, Prof. Dr.  Martin Kulldorff, Prof. Dr. Sunetra Gupta, Prof. Dr. Eran Bendavid, Prof. Dr. Stefan Hockertz, Dr. Claus Köhnlein, Prof. Dr. Martin Haditsch, Prof. Dr. Christof Kuhbandner, Prof. Dr. Michael Levitt, Prof. Dr. Jean-François Toussaint, Dr. Christian Fiala oder den über 40.000 Ärzten und Wissenschaftlern ab, die die Great Barrington Declaration unterschrieben haben?

Warum sollte ein Prof. Dr. med Sucharit Bhakdi am Ende seiner langjährigen und erfolgreichen Karriere als Lehrbeauftragter der Universität Mainz für Mikrobiologie plötzlich zum Verharmloser und Leugner mutieren? Er steht den Pharma-Interessen im Weg, so einfach ist das.

Corona-Viren waren für ältere Menschen, besonders in Pflegeheimen, noch nie harmlos.

  • Veiga et al., „More than just a common cold: endemic coronaviruses OC43, HKU1, NL63, and 229E associated with severe acute respiratory infection and fatality cases among healthy adults”, J Med Virol. 2021;93(2):1002‐1007, First published: 28 July 2020, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/jmv.26362
  • Patrick  et al., “An Outbreak of Human Coronavirus OC43 Infection and Serological Cross-reactivity with SARS Coronavirus.”, Can J Infect Dis Med Microbiol. 2006 Nov; 17(6):330-6, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18382647

Aber wer darauf hinweist, wie Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi, verbreitet nach Ansicht des Herrn Yogeshwar „abstruse Theorien“? Hätte Herr Yogeshwar mal ein Mikrobiologie-Praktikum bei Prof. Dr. Bhakdi belegt, dann wüßte er auch mehr über Corona-Viren.

Herr Yogeshwar definiert zwar seinen Anspruch, umfassend und kritisch zu berichten,

„Der Journalismus hat nicht nur die Übersetzungsfunktion, sondern er muss auch hinterfragen. Diese Rolle ist genauso wichtig. Journalisten sind nicht das Sprachrohr der Wissenschaft, sondern sie müssen sie auch mit kritischen Fragen konfrontieren, Dialoge führen.“

Aber bislang ist er daran grandios gescheitert. Weder ist ein kritisches Hinterfragen von Wiehler, Drosten & Co zu erkennen, deren Verlautbarungen sakrosankt zu seinen scheinen. Noch hat es etwas mit Journalismus zu tun, wenn man versucht, unliebsame Stimmen zu diskreditieren oder herauszufiltern. Kritik ja, aber immer nur in dem Rahmen, den Herr Yogeshwar zuweist, vgl. ebenda,

„Ja, da haben wir am Fall Nuhr im letzten Sommer gesehen, das sind alles vernünftige Leute, aber es fehlt das echte Know-how. […]In einer Zeit, in der Wissenschaft diese immanente Rolle hat im Kontext der Pandemie, kann man sich nicht erlauben, vollkommen überflüssige Ausreißer zu haben, die am Ende kontraproduktiv sind, weil sie ein Grundvertrauen zerstören.“

Zerstörtes Grundvertrauen“ ist die große Sorge der Pharmaindustrie, die nichts mehr fürchtet, als dass die Bürgen beginnen, die Wissenschaftswunder von angeblichen Killerviren zoonotischen Ursprungs und „hochwirksamen“ Adhoc-Therapien kritisch zu hinterfragen.

Wenn der Übergang zwischen Wissenschaft und PR so fließend ist, wie Herr Yogeshwar feststellt, so hat er es entweder versäumt festzulegen, wo er steht, oder er läßt es bewußt im Unklaren.

„Die Wissenschaftsorganisationen zielen, wenn sie in die Medien gehen, oft nicht auf ein Public Understanding of Science, sondern auf Public Acceptance of Science. Die Grenze zwischen einer kritischen journalistischen Begutachtung und Marketing oder PR ist fließend.“

Sein Impf-Video ist zu 100% dem Pharma-Marketing zuzurechnen, clever verpackt als kritischer Journalismus. Das soll Glaubwürdigkeit suggerieren.

Und Wissenschaft, die sich vor allem für das Funding interessiert, läßt man am besten in Ruhe? Vgl. ebenda.

„Wissenschaft ist oft sehr daran interessiert, dass das Funding funktioniert und Unterstützung da ist. Wenn das der Fall ist – ich bin jetzt ein bisschen böse –, dann soll man sie in Ruhe lassen, damit sie ihre Arbeit machen kann.“

Es ist wohl eher so, dass, wenn Wissenschaft draufsteht, der Bürger keine Rechtfertigung erwarten darf.

Selbstredend verweist Herr Yogeshwar bei den Impfopfern und den Impftoten auf deren hohes Alter und mögliche schwere Vorerkrankungen, vgl. ebenda,

„Da kam die Nachricht, dass unmittelbar nach der Impfung einige Menschen gestorben seien. Diese Nachricht erzeugt natürlich beim ganz normalen Laien Angst und vergrößert ein minimales Problem – es waren sehr wenige und sehr alte Menschen, möglicherweise mit schweren Vorerkrankungen belastet – wie mit einer Lupe.“

Der Tod von Menschen nach einem medizinischen Eingriff als „minimales Problem“? Und das soll keine Verharmlosung sein? Pathologen sagen etwas ganz anderes.

“Mehr als 40 Menschen habe man bereits obduziert, die binnen zwei Wochen nach einer Impfung gestorben sind. Schirmacher geht davon aus, dass 30 bis 40 Prozent davon an der Impfung gestorben sind. Die Häufigkeit tödlicher Impffolgen wird aus seiner Sicht unterschätzt – eine politisch brisante Aussage in Zeiten, in denen die Impfkampagne an Fahrt verliert, die Delta-Variante sich rasant ausbreitet und Einschränkungen von Nichtgeimpften diskutiert werden.“

Die Aussagen des Herrn Yogeshwar waren der Regierung nach dem Mund geredet. Dem Vergleich mit der aktuellen Datenlage hält das nicht stand. Inzwischen sind sowohl Impfungen mit Johnson & Johnson als auch mit AstraZeneca in einigen Ländern gestoppt. In Deutschland gibt es zu allen 4 bedingt zugelassenen Impfstoffen Rote-Hand Briefe, siehe oben.

Dasselbe Argument, das hohe Alter und die Vorerkrankungen, verweigert Herr Yogeshwar bei den mit oder an COVID-19 Verstorbenen, die in Deutschland im Altersmedian weiterhin 84 Jahre alt sind, siehe oben.

Es ist absurd, dass jemand, der in diesem Maße gestandene Ärzte und Wissenschaftler ausgrenzt, sich über Inselbildung beklagt, vgl. ebenda,

„Weil wir alle merken, dass die Gesellschaft an der Fragmentierung auf Dauer einen Schaden nimmt, der weit über die Wissenschaft hinausgeht. Es kann nicht sein, dass wir irgendwann eine Gesellschaft haben mit lauter kleinen Glaubensinseln, die nicht miteinander kommunizieren.“

Er, der gestandene Wissenschaftler ausgrenzt und kräftig mithilft diese Inseln zu schaffen, hängt sich selbst das Mäntelchen des Mahners um.

„Die Kommunikationslager leben in ihren eigenen Filterblasen, sehen nur ihre eigenen Informationen und reagieren allergisch auf die anderen. Das gilt nicht nur in der Wissenschaft, das gilt überall.

Das gilt aber wohl nur für andere, nicht für ihn. Die Teilung ist treffender zu beschreiben als die Unterscheidung in die Gläubigen der Pharma-PR und diejenigen, die unbequeme Fragen stellen.

Es ist beschämend, anschauen zu müssen, was aus diesem Herrn geworden ist. Im Licht dieser aktuellen Einblicke in das Wirken und die Auffassungen des Herr Yogeshwar wird man nicht umherkommen, auch seine älteren Beiträge neu bewerten zu müssen.

Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Kreis