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Wie sollte die Grundlaststromversorgung gesichert werden?

Wie sollte die Grundlaststromversorgung gesichert werden?
 
 
 Berlin. Nach den Beschlüssen der Energiewende sind die Diskussionen um die Netzstabilität, die Versorgungssicherheit und mögliche Änderungen des Strommarkt-Design entbrannt. Das Forum für Zukunftsenergien hat diese Debatte anlässlich der 50. Sitzung des Arbeitskreises Zukunftsenergien aufgenommen und weiter geführt.
 
 
 Wolfgang Neldner betrachtete die Problematik der Netzstabilität und hat dazu im Auftrag der IG BCE eine Studie angefertigt, deren Ergebnisse im Rahmen der Arbeitskreis-Sitzung vorgestellt wurden. Da konventionelle Kraftwerke aufgrund der zunehmenden Mengen von EE Strom zukünftig immer weniger ausgleichend oder netzstabilisierend wirken könnten, schlägt er einen "Must-Run-Sockel" als so genannten "Netzstabilisator" vor. Dieser soll auf klarer rechtlicher und unternehmerisch berechenbarer Grundlage vorrangig zur Frequenz- und Spannungserhaltung und damit zur Bewahrung der Systemstabilität beitragen. Dabei käme es nicht auf die Art der Anlage an, sondern vielmehr darauf, dass der Ausgangs(brenn-)stoff gesichert verfügbar sei. Der Robustheits- und Schutzcharakter für das Gesamtsystem ergäbe sich durch das geforderte Vorhandensein großer rotierender Massen, die wie ein schwungradmäßiger Kurzzeitspeicher dem System ein größeres Beharrungsvermögen bezüglich Erhaltung oder Wiedererlangung der Stabilität verliehen. Weitere Kriterien seien die gesicherte Aufruf- und Startbereitschaft, die situationsgerechte und unverzögerte Leistungs- und Spannungs-Zurverfügungstellung, einschließlich anforderungsgerechter Änderungsgeschwindigkeiten.

Neldner sprach sich für Incentive-Systeme in Abhängigkeit von Teilnahme und Bewertung u.a. durch vorrangige Einspeisung gegenüber anderem Strom auch aus erneuerbaren Energien und KWK aus.

Seiner Ansicht nach wäre das Modell zu befristen, bis für stromintensive Industrien und Netzstabilität ausreichende Stromspeicher zum Ausgleich der fluktuierenden Einspeisung Erneuerbarer Energien bereit stünden.

Prof. Dr. Justus Haucap (Duesseldorf Institute for Competition Economics (DICE) Heinrich-Heine-Universität Duesseldorf und Vorsitzender der Monopolkommission) untersuchte im Auftrag der RWE AG, ob im Zuge der Energiewende, die unzweifelhaft einen fundamentalen Einschnitt in die Energiewirtschaft darstelle, zukünftig ein Kapazitätsmarkt für Strom in Deutschland erforderlich sei und wie dieser im europäischen Kontext zu bewerten sei.

Er kam zu dem Schluss, dass die Notwendigkeit eines Kapazitätsmarktes sich – wenn überhaupt – nur aus einer isolierten Betrachtung Deutschlands ergebe und prognostizierte für diesen Fall etliche Probleme, wie z. B. die Gefahr von Mitnahmeeffekten zu Lasten der Stromkunden oder Steuerzahler. Auch unterstrich er, dass eine isolierte Einführung von nationalen Kapazitätsmechanismen die Idee eines europäischen Binnenmarktes für Energie konterkariere.

Auch Dr. Ingo Luge (Vorsitzender des Vorstandes, E.ON Energie AG und Kurator des Forum für Zukunftsenergien e.V.) führte aus, dass in Zentralwesteuropa kein struktureller Engpass an Kraftwerkskapazitäten in den nächsten Jahren sichtbar sei und deshalb  aktuell keine Notwendigkeit für die Einführung eines Kapazitätsmarktes bestünde. Jedoch seien mögliche innerdeutsche Engpässe nach dem Kernenergieausstieg beobachtbar. E.ON vertrete die Position, dass Energiemärkte soweit wie möglich immer wettbewerblich ausgestaltet werden und Kapazitätsmärkte nur dann eingeführt werden sollten, wenn die Versorgungssicherheit gefährdet sei. Falls sie notwendig erschienen, sei ein harmonisierter, technologieneutraler europäischer Ansatz über alle Kapazitäten wünschenswert. Notwendig sei es, die erneuerbaren Energien langfristig in den Markt zu integrieren und das Netz auf internationaler und nationaler Ebene entsprechend des geänderten Transpo rtbedarfs auszubauen.

Die anschließend geplante Podiumsdiskussion mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages musste leider aufgrund einer kurzfristig angesetzten "Aktuellen Stunde" des Parlaments ausfallen.

Anlässlich der 50. Sitzung des Arbeitskreises Zukunftsenergien wurde eine Übersicht über die in dieser Zeit behandelten Themen erstellt. Die Übersicht steht in Kürze zum Download auf der Homepage des Forum für Zukunftsenergien zur Verfügung.

Die Präsentationen stehen zum Download auf der Homepage des Forum für Zukunftsenergien zur Verfügung.

Der Arbeitskreis Zukunftsenergien wird von der Vattenfall Europe AG und der Deutschen Bank AG unterstützt. Das Forum für Zukunftsenergien bedankt sich dafür sehr herzlich.

Die nächste Sitzung des Arbeitskreises Zukunftsenergien findet am 25. April 2012 statt.
 

Leuchtende Nanopartikeln entdecken Krebs

Tarnkappen-Technologie für leuchtende Nanopartikel

Einem
Forscherteam des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) ist es in
Kooperation mit Wissenschaftlern der australischen Monash University
gelungen, die Stabilität und Biokompatibilität spezieller Nanopartikel
erheblich zu steigern. Das Team hat sogenannte Upconverting
Nanoparticles – „aufwärtskonvertierende“ Partikel, die Infrarotstrahlung
in kurzwelliges Licht umwandeln – so modifiziert, dass sie
wasserlöslich werden, selbst in komplexen Körperflüssigkeiten wie
Blutserum stabil bleiben und Medikamente speichern können. Damit haben
sie ein Werkzeug geschaffen, das den Kampf gegen Krebs deutlich
effektiver machen könnte. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher
im Fachjournal „Angewandte Chemie“ (DOI: 10.1002/anie.201811003).

Nanopartikel
sind winzige Strukturen, die  bis etwa 100 Nanometer groß und damit
rund 1000 Mal kleiner sind als ein menschliches Haar im Querschnitt
misst. Die Biomedizin nimmt diese Materialien zunehmend in den Fokus:
Mit entsprechenden Eigenschaften ausgestattet, könnten sie in der
Blutbahn fast jedes Gewebe im menschlichen Körper erreichen – die
perfekten Körper-Sonden.

Seit
einigen Jahren ist bekannt, dass die Verteilung der Nanopartikel im
Körper wesentlich durch deren Größe und Oberflächeneigenschaften
bestimmt wird. Letztere hat sich Dr. Tanmaya Joshi am Institut für
Radiopharmazeutische Krebsforschung des HZDR bei den „Upconvertern“
genauer angeschaut: „Diese Nanopartikel sind sehr interessant für die
biomedizinische Bildgebung“, erläutert der Chemiker. „Sie lassen sich
mit  Infrarotstrahlung anregen und senden dann intensives blaues, grünes
oder rotes Licht aus. Falls es uns gelingt, derartige Nano-Sonden
zielgerichtet zu erkrankten Geweben zu navigieren, ist das besonders für
die Krebsdiagnose von großer Bedeutung“, fügt der Photochemiker des
Teams, Dr. Massimo Sgarzi, hinzu.

Allerdings
sind diese Lichtwandler-Partikel nur schlecht oder gar nicht in Wasser
löslich – und damit auch nicht in Gewebeflüssigkeiten. Auch ansonsten
lassen ihre Eigenschaften zu wünschen übrig, sodass an eine
diagnostische oder therapeutische Verwendung bislang nicht zu denken
war. Für das Team war dieses Hindernis ein Ansporn: „Mit einer
speziellen Mischung von Polymeren ist es uns gelungen, die Partikel
komplett zu ummanteln“, sagt Joshi, der 2017 von der Monash University
als Humboldt-Stipendiat an das HZDR kam. Die Schutzhülle macht die
Lichtwandler-Nanopartikel biokompatibel: „Die Upconverter werden dadurch
wasserlöslich, und sie besitzen eine neutrale Oberflächenladung. Unsere
Untersuchungen haben ergeben, dass sie kaum an körpereigene Substanzen
in Blutserum binden. Mit anderen Worten: Die Nanopartikel scheinen unter
einer Tarnkappe zu stecken. Wir gehen davon aus, dass sie dadurch auch
nicht von den Fresszellen des Immunsystems erkannt und eliminiert
werden“, beschreibt Biologe Dr. Kristof Zarschler

Um
die neuen Nano-Sonden auch in einer komplexen biologischen Umgebung
wochenlang stabil zu halten, vernetzen die Wissenschaftler die
Komponenten der Schutzhülle photochemisch miteinander: „Wir haben unsere
Nanopartikel ganz einfach mit UV-Licht bestrahlt. Dadurch bilden sich
zusätzliche Bindungen zwischen den Bausteinen der Hülle aus – wir haben
sozusagen die Einzelteile der Tarnkappe mithilfe von Licht miteinander
vernäht“, erklärt Doktorandin Anne Nsubuga: „Unter dieser Hülle, die nur
wenige Nanometer dünn ist, kann man womöglich sogar weitere Substanzen
verstecken, Krebsmedikamente beispielsweise. Sie könnten von den
Nanopartikeln gezielt in einem Tumor freigesetzt werden und ihn dann
zerstören.“

In
einem nächsten Schritt will das Team herausfinden, ob sich ihre
aktuellen Ergebnisse auch in lebenden Organismen bestätigen lassen:
„Dazu müssen wir zunächst streng reglementierte und ethisch vertretbare
Tierversuche durchführen. Wenn die Tarnkappen-Technologie auch dort
funktioniert, widmen wir uns dem medizinischen Potenzial im Detail und
fassen auch Anwendungen am Patienten ins Auge“, erläutert Gruppenleiter
Dr. Holger Stephan.

Neue Forschungsergebnisse bei Herzbeschwerden bei Gesunden und Kranken

Mutationen des Proteins Titin beeinträchtigen bei gesunden Menschen die Herzfunktion


Liegen
Mutationen im Gen für das Protein Titin vor, beeinflusst dies die
Herzfunktion gesunder Menschen. Das hat ein internationales
Forschungsteam unter Beteiligung des MDC-Forschers Prof. Norbert Hübner
herausgefunden und die Ergebnisse am 21. November 2016 in der
Fachzeitschrift Nature Genetics veröffentlicht. Zuvor glaubte man,
nur Patienten mit der dilatativen Kardiomyopathie (Herzmuskelschwäche),
eine der am häufigsten vererbten Herzkrankheiten, wären von den
Mutationen betroffen.

Es ist ein
Paradox, an dem die Wissenschaft lange rätselte: Etwa ein Prozent aller
Menschen weist Mutationen im Titin-Gen auf – scheinbar ohne Auswirkung.
Um diesem Rätsel auf die Spur zu kommen, führte ein internationales
Forschungsteam des Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin in der
Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), des Heart Centre Singapore, der Duke-NUS
Medical School, des Medical Research Council Clinical Sciences Centre
und des Imperial College London nun eine umfassende Studie durch.

Das Ergebnis: Menschen mit Mutationen in ihrem Titin-Gen könnten ein
vorbelastetes Herz haben, welches versagt, sobald es weiteren
genetischen oder äußeren Belastungen ausgesetzt ist. Davon könnten
weltweit 35 Millionen Menschen betroffen sein.  

Ist das Titin-Gen mutiert, kann das eine Erkrankung des Herzmuskels zur
Folge haben.  Bei dieser „dilatativen Kardiomyopathie“ genannten
Herzmuskelschwäche ist das Herz vergrößert und die Pumpleistung
vermindert. Diese Herzschwäche betrifft etwa einen von 250 Menschen
weltweit. 

Die neue Studie analysierte die
Effekte von Titin-Genmutationen bei 2.495 Patientinnen und Patienten mit
dilatativer Kardiomyopathie. Außerdem untersuchten die Forschenden
zwei eigens gezüchtete Tiermodelle der Ratte, um so den Einfluss der
Mutationen auf molekularer Ebene und auf die Herzfunktion zu verstehen.
Zusätzlich sequenzierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
das Genom von 1.409 gesunden Personen und untersuchten deren Herzen
mittels Magnetresonanztomographie (MRT). Diese lieferten hochauflösende
2D- und 3D- Informationen zur Größe und Form der Herzen. 

Diese Daten gaben dem Forschungs-Team neue, bedeutsame Einblicke in
jene genetischen Titin-Varianten, die gleichzeitig die häufigste
genetische Ursache für dilatative Kardiomyopathien sind, gleichzeitig
aber auch viele nicht an dieser Herzschwäche erkrankte Menschen
betreffen. 

Bestimmte Mutationen beeinflussen
bei diesen Menschen die Produktion des Titin-Proteins, was sich bei
jedem Individuum auf das Herz auswirkt. Obwohl das Organ zunächst gesund
zu sein scheint, reagiert es auf diesen ‚genetischen Stress’ etwa mit
Änderungen bei der Proteinherstellung und des Stoffwechsels. Das Herz
kann dies zunächst kompensieren, und die Herzfunktion bleibt einwandfrei
– bis ein weiterer Stressfaktor auftritt. Dann versagt das Herz, denn
es puffert zusätzlichen Stress schlechter ab. 

Professor Norbert Hübner, Leiter der Forschungsgruppe „Cardiovascular
and Metabolic Sciences“ am MDC und Wissenschaftler am Deutschen Zentrum
für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), ist Co-Senior-Autor der Studie. Er
sagt: „Unsere Genom-Analysen zeigten, dass die RNA des mutierten
Titin-Allels abgebaut wird. Dadurch können wir besser verstehen, wie
sich die Titin-Mutationen auswirken.“ 

Die
Studie offenbart neue mögliche Ziele für medikamentöse oder andere neue
Therapien für dilatative Kardiomyopathie sowie eine verlässliche
Diagnostik der Titin-Mutation mittels Gentests. Die Erkenntnis, dass
Titin-Mutationen das Risiko für Herzversagen bei vielen ansonsten
gesunden Menschen erhöhen, hält einige weitere drängende Fragen für die
Forschung bereit: Warum geht es manchen Menschen mit diesem
Erbgut-Fehler über lange Zeiträume gut, anderen jedoch nicht? Welche
zusätzlichen genetischen Faktoren oder Umwelteinflüsse (Alkohol,
Vireninfektionen) bedeuten für diese Menschen ein besonderes Risiko für
ein Herzversagen? Das wollen die Forscherinnen und Forscher als nächstes
herausfinden.

Graupen erleben ein Comeback

**Von Suppen bis Risotto**
Graupen erleben ein Comeback

(BZfE) – Ältere Erwachsene kennen sie noch als Arme-Leute-Essen

oder als sättigende Speise während des Krieges. Deshalb waren sie

lange Zeit verpönt, doch allmählich kommen sie wieder in Mode: die

Graupen. Viele Verbraucher fragen sich aber: Was sind Graupen

eigentlich und wofür verwendet man sie?

Graupen zählen zu den Getreideerzeugnissen. Sie werden in der Regel

aus Gerste, manchmal auch aus Weizen hergestellt. Dafür werden die

Gerstenkörner in speziellen Mühlen zunächst enthülst, dann

geschält, geschliffen und poliert. Verwendet man ganze Körner,

spricht man von sogenannter Rollgerste. Werden sie erst zerkleinert

und dann entsprechend verarbeitet, handelt es sich um Perlgraupen. Sie

haben – wie der Name vermuten lässt – die typische kugelige Form

und sind bekannter als Rollgerste.

Durch das Schälen und Schleifen gehen dem Gerstenkorn allerdings die

wertvollen Randschichten und der Keimling verloren. Gerade sie sind

reich an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen. Deshalb handelt es

sich bei Graupen zwar nicht um ein Vollkornprodukt, sie enthalten aber

nennenswerte Mengen an Eisen, Mangan und Zink. Des Weiteren sind sie

gut bekömmlich und bereichern den Speisplan. Die meisten Menschen

denken bei diesem Lebensmittel an eine Graupensuppe. Die kleinen

Gerstenkugeln können aber noch viel mehr: Wie wäre es mal mit einem

leckeren Risotto? Dafür verwendet man Graupen statt Reis. Aber auch

für Pfannengerichte, Gemüsefüllungen und Salate kann man sie

verwenden. Selbst süße Desserts – ähnlich wie Milchreis mit

frischen Früchten oder Kompott – lassen sich damit zubereiten.

Wie auch immer – sie brauchen genauso wie Reis Flüssigkeit, damit

sie garen können. Für eine Tasse Perlgraupen sind es je nach Rezept

gut drei Tassen Wasser, Brühe oder auch Milch. Die Garzeit beträgt

je nach Produkt und Zubereitungsart etwa 20 bis 30 Minuten. Da sie gut

sättigen, können sie klassische Beilagen wie Kartoffeln, Reis oder

Nudeln durchaus mal ablösen. Nicht zuletzt sind sie auch für

Vegetarier und Veganer eine willkommene Alternative.

/Hedda Thielking,

Kommunikation der Zukunft

Von Avataren und Mixed Reality
Kommunikation der Zukunft
Auswirkungen der Digitalisierung lassen sich in nahezu allen Lebensbereichen erkennen. Moderne Buchungs- und Bestellvorgänge, Smart Home und insgesamt flexiblere Prozesse beeinflussen den Alltag ebenso wie die Arbeitswelt. Auch vor der Kommunikation macht der digitale Wandel nicht halt. Telefon, Smartphone und Internet verändern die menschliche Interaktion. Mit Chatbots und künstlicher Intelligenz werden moderne Varianten der Kontaktaufnahme möglich. Während die Methoden in der Vergangenheit mit Höhlenmalerei, Pergamentrollen und Morsen noch anders aussahen, hat sich an einer Aussage nichts verändert: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“1 Und ein Ende des Wandels menschlicher Interaktion ist nicht in Sicht.
Vom Telefonieren zum Texten
Die Kommunikation befindet sich in einem stetigen Wandel und ist in Zeiten von Smartphones, dem World Wide Web und immer besseren Datenübertragungsraten vielfältiger denn je. Damals noch via Trommeln, Kurierdiensten, Brieftauben oder über Telegramme, steht die Kommunikation in der heutigen Zeit unter digitalem Stern. Vor allem die Nutzung des ersten Handys ab 1983 war ein großer Schritt, insbesondere in puncto Flexibilität. Denn um erreichbar zu sein, war die Bevölkerung nicht mehr an eine Adresse für den Empfang von Nachrichten oder Anrufen gebunden. Neun Jahre später entstand mit dem Versand der ersten SMS eine Alternative zum Telefonieren. Die Kurzmitteilungen setzten die Erreichbarkeit auf ein neues Level und ermöglichten es, den Gesprächspartner auch außerhalb fester Zeiten zu kontaktieren.
Bild-Text-Kombination
Auch in der heutigen Zeit stehen Textnachrichten noch hoch im Kurs. Allen voran Digital Natives und Generation Y gehören zu denjenigen, die Gespräche seltener per Telefon als über Kurznachrichtendienste führen.2 Anfangs noch via SMS, greifen insbesondere Kinder und Jugendliche mittlerweile auf internetgestützte Dienste wie WhatsApp oder Threema zurück. Soziale Netzwerke, beispielsweise Facebook oder Twitter, modernisieren die Kommunikation zusätzlich. Während Gespräche oftmals Face to Face zwischen mindestens zwei Personen oder innerhalb einer Konferenz stattfanden, nimmt nun vielmehr eine gesamte Community an den Nachrichten teil. Mit Apps wie Snapchat und Instagram rückt zudem eine Bild-Text-Kombination in den Fokus. Das bedeutet: Die Kommunikation zwischen zwei oder mehreren
1 Paul Watzlawik, österreichischer Kommunikationswissenschaftler
2 Bitkom-Studie https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Junge-Deutsche-texten-lieber-statt-zu-telefonieren.html
FACHBEITRAG
Personen läuft nicht mehr nur telefonisch oder schriftlich, sondern auch über Bilder immer und überall ab. Das Versenden von Emoticons und Bildern ist mittlerweile in einer Vielzahl von Messenger-Diensten gegeben – ebenso wie die Integration von Sprachnachrichten. So besteht über Kurzmitteilungsdienste dennoch die Chance, den Gegenüber anzusprechen, anstatt zu telefonieren.
Eine Frage der Zeit
Das Rad der Digitalisierung dreht sich permanent weiter. Erste Wege, wohin die Reise der Kommunikation noch gehen könnte, sind bereits absehbar. Primär in der Diskussion: 3D-Videotelefonie. Demnach soll nicht mehr die Kommunikation nur über die Bildschirme ablaufen, sondern die jeweils andere Person virtuell in den Gesprächsraum projiziert werden, ohne dabei wirklich anwesend zu sein. Die Kommunikation selbst läuft dann über Spezialbrillen ab. Virtuelle und reale Inhalte verschmelzen – „Mixed Reality“ lautet das Stichwort. Gerade hiervon verspricht sich die Kommunikationsbranche besonders viele Weiterentwicklungen und Chancen. Doch für authentische Darstellungen benötigen die Verantwortlichen zunächst die entsprechenden technischen Voraussetzungen. Zwar sind gute Bildqualitäten bereits zweidimensional möglich, doch um Abbildungen auch in 3D hochwertig abzuspielen, braucht es noch Geduld.
Das virtuelle Ich
Einen Schritt weiter geht sogar noch die Möglichkeit, über Avatare und Hologramme miteinander zu kommunizieren. In diesem Szenario werden am Computer mithilfe von Scans und Algorithmen Abbildungen von Personen erstellt. Im Anschluss lassen sich die Bewegungen des Avatars unabhängig von den Aufzeichnungen am PC steuern. Damit wird es ebenfalls möglich, das virtuelle Ich an Orte zu senden, ohne real anwesend zu sein. Schon im bekannten Hollywoodfilm „Surrogates“ wurde diese Thematik ausführlich behandelt – und soll Einzug in die Realität halten. Allen voran in Bezug auf Konsum kann diese Art der Kommunikation eine Rolle spielen. In diesem Beispiel werden die Avatare zum Einkaufen losgesendet. Das kann in Lebensmittel- oder auch in Bekleidungsgeschäfte sein. Die Kommunikation zwischen Maschine bzw. Avatar und Mensch wird demnach bedeutender – und entwickelt sich eventuell sogar zu einer schwerpunktmäßigen Maschine-zu-Maschine-Kommunikation, wenn nicht nur die Bevölkerung, sondern auch Unternehmen in ihren Geschäftsreihen auf Avatare setzen.
Informationsflut
Ebenfalls hoch gehandelt in Zusammenhang mit zukünftiger Kommunikation: Big Data. Denn die Digitalisierung verändert neben den Hilfsmitteln, mit denen Menschen kommunizieren,
FACHBEITRAG
auch den Informationsaustausch. In den Fokus rückt der Mensch selbst, der nun nicht mehr nur Nachrichten und Daten über mobile und stationäre Endgeräte weitergibt, sondern vielmehr selbst als Sender fungiert. Das bedeutet, es existiert ein ständiger Austausch zwischen der Person und ihrer Umwelt. Damit wissen die Mitmenschen beispielsweise sofort Name, Alter oder Hobbys des Gegenübers. Wie diese Darstellungen aussehen könnten, bleibt jedoch noch abzuwarten. Anwendung findet eine in den Anfängen steckende Art des Daten- und Informationsaustauschs bereits bei den sogenannten Wearables. Beispielsweise sammeln Fitnesstracker Daten wie Anzahl getätigter Schritte, verbrannte Kalorien oder Herzfrequenz. Diese Informationen sind dann meist auf dem Tracker selbst oder in einer App einsehbar, von der sie unter anderen Interessierten zeitgleich auf sozialen Medien geteilt werden können.
E-Mails denken
Bei Betrachtung der möglichen Zukunft der Kommunikation fällt vor allem eins auf: Neue Kommunikationsmittel wird es voraussichtlich nicht geben. Vielmehr entwickeln sich die bestehenden mit den Möglichkeiten der digitalen Revolution stets weiter. So auch die bereits etablierte E-Mail. Die Anrede des Empfängers soll demnach emotionaler und damit auch persönlicher werden. Durch eine gezielte Ansprache in verschiedenen Sinnen (sogenannte sensual-musikalische Codes in E-Mails, unterstützende Bilder und Movie-Clips im Hintergrund) werden die Mitmenschen noch expliziter in das Geschehnis der Kommunikation eingebunden. Weitere Aspekte, die hier zum Thema werden, sind künstliche Intelligenz und Gedankenübertragung. Denn: E-Mail-Programme sollen so eingestellt werden, dass sie von E-Mail zu E-Mail etwas dazulernen. Das bedeutet, mithilfe eines Algorithmus entwickeln die Programme sich weiter, erkennen wiederkehrende Aufgaben der Kommunikation und erleichtern dem Sender das Übermitteln von sogenannten Smart Mails. Zudem soll eine Steuerung über Mimik und Gestik zukünftig möglich werden.
Virtuell kommunizieren
Neben dem Alltag beeinflusst der digitale Wandel auch die Kommunikation in der Arbeitswelt. Mittlerweile passen Führungskräfte die Rahmenbedingungen an die modernen, digitalen Gegebenheiten an. Von der Fehler- über die Führungskultur bis zu den Arbeitsprozessen – die durch die Digitalisierung einhergehenden Veränderungen beeinflussen zahlreiche Stränge in den Unternehmen. Da Manager zudem aufgrund von dezentralen Standorten und Internationalisierungen vermehrt auf sogenannte virtuelle Teams setzen, wirkt sich der Wandel auch auf die Kommunikation aus. Mithilfe von Computern, Smartphones und des Internets ist dies mittlerweile technisch einfacher umzusetzen als noch vor ein paar Jahren. Doch die Herausforderungen liegen in der Vereinbarung von veränderten Anforderungen der
FACHBEITRAG
Mitarbeiter, gestiegenen Ansprüchen der Kunden sowie dem Bestehen auf einem stetig wachsenden Markt.
Kontrollierte Kommunikation?
Bei all den Neuerungen, Chancen und Möglichkeiten dürfen jedoch zwei Aspekte nicht außer Acht gelassen werden: Datenschutz und Sicherheit. Denn durch die steigende Anzahl an Informationen und Daten wächst auch die Transparenz – der Mensch entwickelt sich zu einem gläsernen Individuum. Zwar ergeben sich durch die Digitalisierung und die sich verändernde Kommunikation Chancen und Möglichkeiten – beispielsweise in Hinsicht auf Fernbeziehungen, Familien, die in unterschiedlichen Ländern wohnen, oder auch Terminüberschneidungen im Arbeitsalltag –, doch Fragen, die an dieser Stelle ebenfalls auftauchen, lauten: Wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Sind die Daten immer für jeden einsehbar oder wird es Richtlinien und Einstellungen geben? Und wie sieht es in diesem Zusammenhang mit der Sicherheit aus? Aspekte, an denen die Verantwortlichen noch ansetzen müssen, um die sich entwickelnde Kommunikation von Beginn an zu kontrollieren.
Weitere Informationen unter www.readypartner.com
readypartner GmbH
Seit 2016 fokussiert sich die readypartner GmbH auf den Bereich der Cloud- und Kommunikationsservices. Aufbauend auf den Erfahrungen aus der Rechenzentrumsbranche erweiterte readypartner sein Portfolio um die Bereiche cloudbasierte Festnetz- und Mobiltelefonie, Managed Services und Hosted Exchange. Als Vorreiter auf diesem Gebiet gelingt dem in Leonberg ansässigen Unternehmen die Integration von Cloud-Szenarien in bestehende Systeme. Dank dieser technischen Koexistenz ist readypartner in der Lage, flexibler auf Kundenwünsche einzugehen und eine individuelle Lösung für Unternehmen verschiedener Größen zu finden. Alle von readypartner angebotenen Hosting-Dienste werden auf hohem Qualitätsniveau betrieben und beinhalten mehrfach redundante Technik, die auf dem neuesten Stand ist. Die anspruchsvollen Dienste werden in deutschen Rechenzentren betrieben, welche nach ISO 27001 zertifiziert sind.

Nanotechnik verbessert Zahnimplantate

gefäßerweiternde Stents,
„Labs-on-Chip“ für Analysen auf kleinster Fläche, 3-D-Zellkultursysteme
für die Geweberekonstruktion: Mikrotechnik wird für die Medizintechnik
immer wichtiger. Auch in der Implantologie öffnet sie neue Potenziale.
Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben
gemeinsam mit Experten für Zahnimplantate eine nanostrukturierte
Oberfläche entwickelt, welche die Wundheilung nach der Implantation
künftig beschleunigen und besser gegen den Einfall von Bakterien
schützen kann.

„Mikrotechnik kann Zahnimplantate nachhaltig
verbessern“, sagen Professor Andreas Guber und Dr. Ralf Ahrens, die am
Institut für Mikrostrukturtechnik (IMT) des KIT die Forschungsgruppe
„Biomedizinische Mikrotechnik“ (BioMEMS) leiten. Moderne Zahnimplantate
bestehen aus einer Titan-Schraube, die als Wurzelersatz in den
Kieferknochen eingebracht wird, einem damit verbundenen „Stützpfeiler“ –
auch „Abutment“ genannt – aus Titan für den Zahnersatz und der
sichtbaren Zahnkrone. Titan ist das Material der Wahl. Es ist
biokompatibel und sorgt für ein gutes Einwachsen der Schraube in den
Knochen, die so genannte Osseointegration. Optimierungen von
Zahnimplantaten fokussierten sich bislang vor allem auf die
Titanoberfläche der Schraube, um diesen Prozess weiter zu verbessern.
Problematisch ist aber, dass Zahnimplantate sich auch nach erfolgreicher
Osseointegration entzünden können.

Haupteinfallstor für Bakterien ist das
Abutment. An diesem Implantteil wächst das Zahnfleisch häufig nicht
richtig an. Dadurch können sich Taschen bilden, über die Bakterien bis
zum Kieferknochen gelangen und dort Entzündungen hervorrufen können. In
diesem Fall bleibt in der Regel nur die Entfernung des gesamten
Implantats. Diese potentielle Problemstelle will das BioMEMS-Team
schließen. Die Forschungen basieren auf einer beim
Implantat-Spezialisten „Abutments4life“ entwickelten Optimierung: Kaum
haarbreite Rillen umlaufen das Abutment und steuern die für die
Wundheilung zuständigen Zellen gezielt in die richtige Richtung. So kann
die Wunde schneller verheilen. „An diesem System setzen wir an“,
berichtet Patrick Doll, Wissenschaftler am IMT. Bei der
Weiterentwicklung stehen zwei Dinge im Fokus. Zum einen eine präzisere
Strukturierung der Rillen für eine noch genauere Steuerung der Zellen
und zum anderen die Suche nach der optimalen Nanooberfläche, die den
Bakterien möglichst wenige Chancen zum Andocken bietet.

Mit dem Elektronenstrahlschreiber hat Doll
säulenförmige Strukturen mit einem Durchmesser von 100 Nanometern und
einer Höhe von 500 Nanometern hergestellt, hieran Adhäsionsexperimente
mit typischen Testkeimen wie S. Aureus, E coli oder P. aeruginosa
durchgeführt und die Strukturen dabei immer wieder verändert. Dabei
zeigte sich: Abhängig von Abstand und Anordnung der Säulen reduziert
sich die Anhaftung der Bakterien und die Bildung eines Biofilmes
verzögert sich. Den nachwachsenden Zellen bleibt dadurch mehr Zeit, um
die Wunde zu verschließen – ein Effekt, den ansonsten nur Antibiotika
erzielen.

„Wir glauben, dass unser struktureller Ansatz
zukunftsweisend ist“, betont Doll. Die Herstellung der Nano-Strukturen
gelingt auf Silizium-Basis fehlerfrei und reproduzierbar. Verfahren für
die Übertragung auf Titan haben die Wissenschaftler im Zuge des
Projektes ebenfalls entwickelt. Nach der ersten Forschungsphase im Labor
soll in Kürze die präklinische Erprobung folgen. Anwendungspotenziale
über die Zahnmedizin hinaus sehen die Experten unter anderem bei
Knochenplatten, Hörimplantaten oder künstlichen Gelenken.

Das Projekt wurde gefördert vom
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Partner des IMT war
der Implantat-Hersteller „Abutments4Life“. Die biologischen
Untersuchungen wurden an der Klinik für Zahnerhaltungskunde und
Parodontologie des Universitätsklinikums Freiburg durchgeführt.

Facebook unter Jugendlichen zunehmend out

Facebook unter Jugendlichen zunehmend out
Plattformen wie Instagram, Twitter, Snapchat oder Vine im Kommen

Irvine (pte002/16.04.2014/06:05) – Die Beliebtheit von Facebook bei Kindern und Teenagern lässt nach, stattdessen wandern sie verstärkt zu anderen Social-Media-Anwendungen wie Instagram, Twitter, Snapchat oder Vine http://vine.com . Das stellt Project Tomorrow http://tomorrow.org , eine gemeinnützige Organisation für digitale Lerntechnologien, in einer neuen Untersuchung fest. 325.000 US-Schüler bis zum zwölften Schuljahr wurden interviewt.

Blogs immer populärer

Die Konkurrenz für Facebook durch beinahe täglich neu erscheinende Social-Media-Dienste spiegelt sich im Nutzerverhalten der Teenager wider. Nur 30 Prozent der Mittel- und 39 Prozent der High-School-Schüler sagen, dass sie dort noch ein Profil unterhalten. Das sind 40 Prozent weniger als noch 2009. Die Lücke füllen andere Social-Media-Apps, die 44 Prozent der Schüler in den Klassen sechs bis zwölf nutzen.

Auch Twitter wird immer beliebter, 28 Prozent der High-School-Schüler nutzen den Microblogging-Dienst. Text-Nachrichten sind bei zwei Drittel der Schüler populär, ein gutes Drittel mehr als 2008. Mehr als jeder vierte Mittel-Schüler sagt, dass er oder sie Videos anfertigt und online stellt und immerhin zwölf Prozent haben einen eigenen Blog. Ein Viertel der Jugendlichen liest außerdem regelmäßig Blogs von anderen.

Streamen statt TV-Schauen

Traditionelles TV-Gucken ist immer mehr out: 38 Prozent schauen Serien und Filme per Video-Stream. 23 Prozent nehmen bei Online-Multiplayer-Spielen teil. Die Ergebnisse werden auch durch Daten von Piper Jaffray http://piperjaffray.com bestätigt, wonach Instagram Facebook als beliebteste Plattform abgelöst hat. Während nur 23 Prozent der Teenies Facebook nutzen, sind es bei Instagram fast 30 Prozent.

Noch vor Facebook liegt laut Piper Jaffray Twitter mit 27 Prozent. Das steht in scharfem Kontrast zur Untersuchung vor einem Jahr, als noch genau ein Drittel der befragten Jugendlichen Facebook nutzte, verglichen mit 30 Prozent bei Twitter und 17 Prozent bei Instagram.

Kann der Verlauf von Multipler Sklerose beeinflusst werden?

Exzellenzcluster
"Entzündungsforschung"
und Universität zu Lübeck


Kann der Verlauf von Multipler Sklerose
beeinflusst
werden?
Neu entdecktes Gen kontrolliert
Nervenleitungsgeschwindigkeit
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
des
Exzellenzclusters „Entzündungsforschung“ und der Universität zu Lübeck
haben ein
Gen identifiziert, welches die Übertragungsgeschwindigkeit von
Nervenfasern
beeinflusst. Bei der Erkrankung Multiple Sklerose (MS) ist diese
Nervenleitungsgeschwindigkeit verändert. Die neuen Erkenntnisse könnten

zukünftige Therapien dieser Erkrankung beeinflussen. Die Deutsche
Forschungsgemeinschaft finanzierte die Studie, die jetzt (Mittwoch,
13.08.) in
der internationalen Fachzeitschrift American Journal of Pathology
veröffentlicht
wurde.

Das Forschungsteam des Lübecker Instituts
für
Experimentelle Dermatologie und des Instituts für Medizinische Biometrie
und
Statistik untersuchte gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus
München,
Magdeburg, Spanien, Österreich und Schweden die genetischen Ursachen für

veränderte Nervenleitungsgeschwindigkeiten. Die genetischen
Informationen für
den Aufbau sämtlicher Körperstrukturen sind in Chromosomen gespeichert.
Bisher
war bekannt, in welchem Abschnitt des Chromosoms die Informationen für
Nervenleitungsgeschwindigkeiten liegen. Diesen Chromosomenbereich
identifizierte
Doktor Susanne Lemcke, Erstautorin der aktuellen Studie und Mitglied im

Exzellenzcluster „Inflammation at Interfaces“, im Rahmen ihrer
Promotionsarbeit.
„In einer langwierigen Feinkartierung haben wir aus mehreren Hundert
Genen die
in Frage kommenden herausgesiebt“, berichtet Lemcke. Ein
Chromosomenbereich
enthalte zu viele Gene, als das man sie alle detailliert untersuchen
könne.

Etwa zehn Gene, die für eine Steuerung der

Nervenleitungsgeschwindigkeit in Frage kamen, wurden von den
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern genauer untersucht. Das
sogenannte
Kandidatengen, welches veränderte Leitungsgeschwindigkeiten in den
Nerven
verursacht, wiesen die Forscherinnen und Forscher schließlich im
Mausmodell
nach. „Wir konnten zeigen, dass kleine Varianten im Genom, sogenannte
SNPs, die
Ausbreitung der Signale entlang der Nervenfaser beeinflussen. Es ist
faszinierend, dass solche genetischen Mutationen, die jeweils nur einen

einzelnen ‚Genbuchstaben‘ an einer bestimmten Stelle des Erbguts
verändern,
Einfluss auf die Nervenleitungsgeschwindigkeit haben“, fasst Lemcke die
neuen
Erkenntnisse zusammen.

Bei einer zusätzlichen Studie, die gesunde
und an
MS erkrankte Personen verglich, konnte ein Zusammenhang zwischen dem
Vorkommen
der neu entdeckten Genvariante und dem Auftreten von MS nachgewiesen
werden.
„Unsere Ergebnisse könnten zu neuen Ansatzmöglichkeiten für die
Prävention und
Behandlung von MS führen“, erklärt Studienleiter und Clustermitglied
Professor
Saleh Ibrahim. „In unserem nächsten Schritt wollen wir erforschen, wie
stark
Veränderungen im Genom mit dem Schweregrad der MS Erkrankung assoziiert
sind.“
Originalpublikation:

Lemcke,
S., Müller, S., Möller, S., Schillert, A., Ziegler, A., Cepok-Kauffeld,
S.,
Comabella, M., Montalban, X., Rülicke, T., Kutty, S. N., Hemmer, B.,
Holmdahl,
R., Pahnke, J., and Ibrahim, S.M. (2014): Nerve Conduction Velocity Is
Regulated
by the Inositol-Polyphosphate-4-Phosphatase II Gene, American Journal of

Pathology, 185 (3),

Zu viel Alkohol-Gedächtnisverlust im Alter beschleunigt

Zu viel Alkohol
Gedächtnisverlust im Alter beschleunigt
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(aid) – Ein hoher Alkoholkonsum kann bei Männern den Gedächtnisverlust im Alter um mehrere Jahre beschleunigen. Das lässt eine britische Studie vermuten, an der über 7.000 Menschen teilnahmen. Die Männer und Frauen machten in einem Zeitraum von zehn Jahren regelmäßig Angaben zu ihren Trinkgewohnheiten. Im Anschluss nahmen die Probanden im Alter von 44 bis 69 Jahren an kognitiven Tests teil, die im folgenden Jahrzehnt wiederholt wurden. Die Wissenschaftler prüften nicht nur die Gedächtnisleistung, sondern auch "exekutive Funktionen". Das sind geistige Fähigkeiten, die das menschliche Denken und Handeln steuern wie Ziele setzen, planen und die Aufmerksamkeit kontrollieren.

Je nach Geschlecht war das Trinkverhalten sehr unterschiedlich. So konsumierten Männer deutlich mehr Alkohol als Frauen. Bei Männern war ein hoher Alkoholkonsum von im Durchschnitt mehr als 36g täglich mit schlechteren Gedächtnisleistungen verbunden. Die Resultate entsprachen einer um bis zu knapp sechs Jahre beschleunigten Alterung. Auch die sogenannten exekutiven Funktionen waren vermindert. Die Grenze von 36g wird bereits bei drei Bier am Tag überschritten. Wer weniger als 20g Alkohol am Tag konsumierte, zeigte die gleichen kognitiven Fähigkeiten wie abstinent lebende Männer. Frauen tranken deutlich weniger Alkohol und hatten auch geringere Beeinträchtigungen bei einem Höchstkonsum von durchschnittlich mehr als 19g. Bei beiden Geschlechtern wirkte sich der Konsum von Spirituosen besonders schädlich auf das Gehirn aus.

Weitere Studien sind jedoch notwendig, um die Resultate zu untermauern. Die genauen Mechanismen im Gehirn sind bislang nicht bekannt. Die Wissenschaftler vermuten, dass die abnehmende Gedächtnisleistung auf neurotoxische Schäden durch Trinkexzesse zurückzuführen ist. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält eine tägliche Alkoholmenge von 10g für gesunde Frauen und 20g für gesunde Männer als akzeptabel. 10g Alkohol stecken in einem "Drink", also einem Glas Bier, Wein oder Schnaps.