Traditionell lernen Kinder linear: Input – Speicherung/Verarbeitung – Output. Die Ergebnisse sind meist bescheiden. Sie lassen sich jedoch mit einem zyklischen selbstregulierten Lernen deutlich verbessern. Prof. Dr. Heidrun Stöger (Universität Regensburg) und Prof. Dr. Albert Ziegler (Universität Ulm) haben die Überlegenheit der Methode nachgewiesen und in zwei Trainingshandbüchern Lehrern sowie Eltern zugänglich gemacht.
Die pädagogischen Psychologen beschreiben den Zyklus selbstregulierten Lernens:
– Einschätzung des eigenen Lernstandes und des eigenen Lernens
– Selbstständiges Setzen von Lernzielen
– Auswahl geeigneter Lernstrategien zur Erreichung dieser Lernziele
– Beherrschung der Lernstrategien
– Überwachung des eigenen Lernprozesses
– Selbstständige Korrektur ineffektiver Lernprozesse
– Abschätzung des Lernertrags
Bei diesen Teilkompetenzen handelt es sich um die einzelnen Schritte eines Lernzyklus. Mit der Abschätzung des Lernertrags schließt sich ein Zyklus selbstregulierten Lernens – und ein weiterer Zyklus kann durchlaufen werden. Dieser beginnt wieder damit, dass die Lernenden erneut ihren Lernstand einschätzen und ein weiteres Ziel ins Auge fassen.
Jedes Durchschreiten des Lernzyklus dient somit nicht nur dem Erreichen des Lernziels, sondern verbessert gleichzeitig auch die Lernkompetenz.
Die Psychologen sehen zusätzlich gute Wirkungen für das Selbstvertrauen, den Angstabbau und die Arbeitsfreude.
Albert Ziegler, Heidrun Stöger:
Trainingshandbuch selbstreguliertes Lernen I.
Lernökologische Strategien für Schüler der vierten Jahrgangsstufe zur Verbesserung mathematischer Kompetenzen
Pabst, ISBN 978-3-89967-234-3
Heidrun Stöger, Albert Ziegler:
Trainingshandbuch selbstreguliertes Lernen II.
Grundlegende Textverständnisstrategien für Schüler der 4. bis 8. Jahrgangsstufe
Pabst, ISBN 978-3-89967-499-6
Alle Beiträge von Balu
Tunfisch-Fischereipolitik im Atlantik untauglich
Stanford (pte/28.04.2005/15:54) – Zwei verschiedene Fangquoten für den
Tunfisch im Atlantik bereiten den Forschern Kopfzerbrechen. Die
Annahme, dass sich die großen Blauflossen-Tunfischpopulationen im
östlichen und westlichen Atlantik nicht vermischen, haben Forscher nun
als völlig falsch zurückgewiesen, berichtet das Wissenschaftsmagazin
Nature http://www.nature.com. Vielmehr sei es nötig eine stabile Zahl
der Tiere am Leben zu erhalten, damit die Population erhalten bleibt.
Das bedeutet auch, dass eine neue und einheitliche Fischereipolitik
notwendig ist.
Der atlantische Blauflossen-Thunfisch (Thunnus thynnus)
http://www.tunaresearch.org ist ein geschätzter Speisefisch, der bis zu
650 Kilogramm auf die Waage bringt. In Japan kann ein einzelner Fisch
bis zu 100.000 Dollar erzielen. "Unsere Wissenschaft unterstützt nicht
ein Management-System, das davon ausgeht, dass ein Tunfisch vom
Ostatlantik auch im Ostatlantik bleibt und einer aus dem Westatlantik
nur im Westatlantik bleibt", so Barbara Block von der amerikanischen
Stanford University. Es sei nun an der Zeit zu verstehen, dass die
Fische zwischen den Küsten hin- und herschwimmen und lediglich zum
Laichen in ihren ursprünglichen Gewässern bleiben.
Nach Angaben der Internationalen Kommission für die Erhaltung der
Atlantischen Tunfische (ICCAT) ist die westliche Population seit den
70-er Jahren um 80 Prozent zurückgegangen. Wie hoch die Rückgänge bei
den östlichen Populationen sind, ist nicht genau geklärt. Fest steht
jedoch, dass auch diese massiv zurückging. Das Team um Block hatte mehr
als zehn Jahre lang mithilfe von Sendern wildlebende Tunfische und ihre
Migrationsrouten untersucht. Mehrere 1.000 Kilometer weit und bis zu
910 Meter tief sind diese Fische unterwegs. Sie richten ihr Leben nach
dem Nahrungsangebot und haben einen sehr komplexen Lebenszyklus. Einig
sind sich die Experten darüber, dass die Quote im Westen mit 3.000
Tonnen und im Osten mit 32.000 Tonnen nicht zielführend ist.
Wünschenswert wäre eine gemeinsame Fangquote für alle im Atlantik
lebenden Blauflossen-Tunfische, so Block.
Wenn auch Ruhe keine Erholung bringt
Chronisch erschöpft – wenn auch Ruhe keine Erholung bringt
Stuttgart, Januar 2013 – Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom stoßen bei Mitmenschen immer wieder auf Misstrauen und Unverständnis. Die Erkrankung ist jedoch real, betont ein Experte für Psychosomatische Medizin in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2013). Er stellt dort die aktuellen Konzepte und die neuesten Therapieansätze vor. Die beste Wirkung seien laut Studien für eine Verhaltenstherapie und Physiotherapie belegt. Wichtig sei es auch, frühzeitig psychosoziale Faktoren zu betrachten und keine einseitige Suche nach körperlichen Ursachen zu betreiben, rät die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) anlässlich einer aktuellen Leitlinie.
Das chronische Erschöpfungssyndrom unterscheidet sich von der körperlichen Schwäche und Abgeschlagenheit, die alle Menschen nach körperlicher oder geistiger Arbeit kennen. Denn bei den betroffenen Patienten setzt die Erschöpfung schon nach geringster Belastung ein. Auch in Ruhe sind sie zu konzentrierter geistiger Tätigkeit kaum noch in der Lage, einige werden sogar bettlägerig, berichtet Professor Peter Henningsen, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar der TU München.
Kennzeichnend für das chronische Erschöpfungssyndrom ist, dass es nicht lebenslang vorhanden war. Es setzt irgendwann ein, häufig zu einem bestimmten Zeitpunkt, wie bei einem Infekt. Doch anders als nach einer Grippe erholen sich die Patienten nicht wieder. Wenn die Symptome länger als sechs Monate anhalten, ist das Hauptkriterium für ein chronisches Erschöpfungssyndrom erfüllt. Bevor Ärzte die Diagnose stellen, müssen allerdings weitere Beschwerden hinzukommen. Dazu gehören Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme, Halsschmerzen, druckempfindliche Lymphknoten, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen und ein nicht-erholsamer Schlaf. Nur wenn mindestens vier dieser sechs Symptome oder Krankheitszeichen vorliegen, können Ärzte die Diagnose eines chronischen Erschöpfungssyndroms stellen. Das ist relativ selten der Fall. Professor Henningsen schätzt, dass höchstens 0,5 Prozent der Allgemeinbevölkerung an einem chronischen Erschöpfungssyndrom leiden. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Aufgrund des zeitlich umrissenen Beginns sind viele Patienten überzeugt, dass das chronische Erschöpfungssyndrom durch eine Infektion ausgelöst wird oder wie Rheuma eine immunologische Ursache hat. Tatsächlich finden die Ärzte manchmal Hinweise auf eine körperliche Ursache. Dies kann ein Mangel am Stresshormon Kortison sein oder ein Anstieg von entzündlichen Botenstoffen wie Interleukin-6 im Blut. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind dies aber eher Folgen der Erkrankung und nicht Ursache der Erschöpfungserkrankung, berichtet Professor Henningsen von der DGPM.
Damit ist die Frage nach der Ursache des chronischen Erschöpfungssyndroms noch offen. Der Psychosomatik-Experte Professor Henningsen vermutet, dass sexuelle, körperliche oder emotionale Traumatisierungen in der frühen Kindheit ein Auslöser sein können. Er bezieht sich dabei auf eine größere Fall-Kontroll-Studie, in der derartige tiefgehende psychische Verletzungen mit einem 6-fach erhöhten Risiko einhergingen, später an einem chronischen Erschöpfungssyndrom zu erkranken.
Auch wenn die Ärzte die Ursache der Erkrankung noch nicht genau kennen, können sie seit kurzem doch zwei Therapien anbieten. Beide haben sich in einer britischen Studie (PACE-Trial) an 641 Patienten als wirksam erwiesen: Die kognitive Verhaltenstherapie gehört zu den Psychotherapien. Sie versucht, den Patienten die Angst vor der chronischen Erschöpfung zu nehmen und ihre zunehmende Passivität zu überwinden. Bei der gestuften Aktivierungstherapie („graded excercise therapy2, GET) trainieren Physiotherapeuten mit den Patienten, um sie für den Alltag körperlich wieder fit zu machen.
Unter der aktiven Psycho- und Physiotherapie erreichten etwa 30 Prozent der Patienten Normalwerte, ungefähr doppelt so viele wie unter einer alternativen Therapie oder normalen Betreuung. Auch wenn die Therapieeffekte insgesamt „moderat“ seien, rät Professor Henningsen den Patienten zu einem Behandlungsversuch mit kognitiver Verhaltenstherapie und einer gestuften Aktivierung. Der Experte gesteht aber ein, dass dadurch einem Teil der am chronischen Erschöpfungssyndrom erkrankten Menschen derzeit noch nicht zu voller Funktionsfähigkeit verholfen werden könne.
P. Henningsen, A. Martin:
Das chronische Erschöpfungssyndrom.
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2013: 138 (1/2): S. 33-38
Bluthochdruck und Sauna
Bluthochdruck und Sauna
Experten bescheinigen gesundheitlichen Nutzen – wenn die Bedingungen stimmen
Heidelberg,
Februar 2016 – Viele Menschen, die an Bluthochdruck leiden, sind
verunsichert, ob sie in die Sauna gehen dürfen. Ein Experte der
Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® erklärt, welche Auswirkungen Saunieren
auf den Körper hat und was Bluthochdruck-Patienten dabei beachten
sollten.
Saunieren
genießt einen guten Ruf: Von regelmäßigen Saunagängen sollen
Wohlbefinden und Gesundheit profitieren. Das Immunsystem sei bereits
nach wenigen Monaten gestärkt und Saunagänger daher selten erkältet.
Diesen positiven Effekten steht die weit verbreitete Meinung entgegen,
dass Saunieren zu einem Kollaps aufgrund einer zu starken
Blutdrucksenkung führen könne. Verursacht werde diese durch die
Erweiterung der Blutgefäße durch die anhaltende Hitzeeinwirkung. „Hier
sollte jedoch zwischen den akuten Auswirkungen eines Saunagangs und
denen in der Ruhephase sowie der Langzeitwirkung regelmäßiger Saunagänge
unterschieden werden“, betont Professor Dr. med. Reinhard Ketelhut,
Sportwissenschaftler und Sportmediziner am Medical Center Berlin.
Was passiert beim Saunieren?
Der
Saunagang ist zunächst eine Belastung für das Herz-Kreislauf-System.
Haut- und Körpertemperaturen können bis auf 40 Grad Celsius ansteigen.
Es kommt zu einer vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen, wodurch
sich auch die Herzfrequenz kontinuierlich beschleunigt. Nach 15 Minuten
Saunieren entspricht die Herzfrequenz Werten wie bei einer Belastung von
90 Watt auf dem Fahrradergometer – also etwa der Anstrengung, wenn man
mit einer Tasche in der Hand zum Bus rennt. „Unsere Untersuchungen haben
gezeigt, dass der obere, systolische Blutwert, mit der zunehmenden
Aufenthaltsdauer in der Sauna zunimmt“, so Professor Ketelhut. „Der
untere, diastolische Blutwert, steigt zu Beginn des Saunierens deutlich
an, und bleibt dann währenddessen konstant erhöht.“ Es komme also nicht
zu einem Abfall des diastolischen Wertes. „Die Blutdrucksenkung tritt
erst in der Ruhephase ein“, erklärt der Experte. Dann halte sie noch
lange an. Wer einen gut eingestellten Bluthochdruck habe, müsse nicht
auf das Saunavergnügen verzichten. „Der Blutdruck entspricht ungefähr
dem bei einer Belastung von 70 Watt auf einem Fahrradergometer“,
erläutert Professor Ketelhut.
Saunieren mit Bluthochdruck – so geht`s
„Wer
sich lange nicht mehr körperlich belastet oder Sport getrieben hat,
sollte ebenso wie Patienten mit Vorerkrankungen vor dem ersten
Saunabesuch seinen Arzt hinzuziehen“, rät Professor Ketelhut. Dieser
solle ein Belastungs-EKG durchführen, um einen Sauerstoffmangel am
Herzen auszuschließen. „Ein Kriterium hierfür ist eine beschwerdefreie
Belastbarkeit von mindestens 1 Watt/kg Körpergewicht.“ Wer hohen
Blutdruck habe, für den gelte: Der Blutdruck soll nicht nur in Ruhe,
sondern auch unter Belastung gut eingestellt sein. „Bei 20 bis
50-jährigen Frauen und Männern sollte er bei 100 Watt einen Wert von
200/100 mmHg nicht überschreiten“, betont der Experte. Dann stehe dem
Saunavergnügen nichts im Wege. Wer mit gut eingestelltem Bluthochdruck
regelmäßig saunieren wolle, sollte aber noch weitere Dinge beachten. Zum
einen sollten Einsteiger langsam beginnen und sich langsam steigern. In
der typischen finnischen Sauna herrschen Temperaturen von 80 bis zu 100
Grad Celsius bei nahezu null Prozent Luftfeuchtigkeit. Für den Anfang
sind Bio- oder Dampfsaunen mit 45 und 60 Grad Celsius bei höherer
Luftfeuchtigkeit ratsam. Auch die Verweildauer sollte zu Beginn nur etwa
drei bis fünf Minuten betragen und bei guter Verträglichkeit langsam
gesteigert werden. Zum anderen sollten Patienten mit Bluthochdruck eine
radikale Abkühlung nach dem Saunagang im Eisbecken oder der kalten
Dusche vermeiden. „Dies könnte eine Engstellung der Gefäße und dadurch
einen stärkeren Blutdruckanstieg verursachen“, erklärt Professor
Ketelhut. Diese Veränderungen könnten bei Menschen mit
Herzkranzgefäß-Erkrankungen Herzbeschwerden hervorrufen. Ratsam sei ein
langsames, kontrolliertes und stressfreies Abkühlen an der Luft oder
durch lauwarmes Wasser sowie eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten
nach jedem Saunagang.
Langfristiger Nutzen
Der
Blutdruck ist in der Ruhephase nach der Sauna noch deutlich niedriger
als vor dem Saunabesuch. Für die Blutdrucksenkung ist sicherlich zum
Teil ein Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen verantwortlich. Studien
haben aber gezeigt, dass bei regelmäßigem Saunieren eine dauerhaft
günstige Wirkung auf die Blutdruckregulation zu erwarten sei, die nicht
allein durch den Flüssigkeitsverlust zu erklären ist. So wurde der
Blutdruck bei Hypertonikern bei zweimal wöchentlichem Saunabesuch von
166/101 mmHg nach drei Monaten auf 143/92 mmHg und somit um 23 mmHg
systolisch und 9 mmHg diastolisch gesenkt. Bei Patienten mit
Herz-Kreislauferkrankungen konnte eine vergleichbare Blutdrucksenkung
von 162/110 mmHg auf 139/92 mmHg erzielt werden, was dann sogar noch
nach drei Jahren nachweisbar war. Als wesentlicher Faktor für die
Blutdrucksenkung durch Saunieren wird eine funktionelle Verbesserung des
Endothels – der Innenschicht der arteriellen Gefäße – angenommen, wie
sie auch regelmäßiges Ausdauertraining mit sich bringt. Aber auch die
Regulation der Stresshormone kann durch regelmäßige Saunagänge günstig
beeinflusst werden.
Wer aufs Schwitzen besser verzichtet
Es
gibt auch Faktoren, die gegen einen Saunabesuch sprechen: Dazu zählen
ein schlecht eingestellter Bluthochdruck oder wiederholte
Blutdruckkrisen, akute Herzschwäche, Brustschmerzen mit sich ändernder
Symptomatik (instabile Angina Pectoris) und weitere Herzerkrankungen,
bei denen starke Belastungen vermieden werden sollten. „Wer sich
unsicher ist, ob er nicht dennoch saunieren kann, für den ist auch hier
der betreuende Arzt der erste Ansprechpartner“, betont Professor
Ketelhut.
Prinzip ‚Weniger ist Mehr‘ infrage gestellt!! Medizinische Tests mit weniger Schrecken
Dass weniger mehr sei, ist ein
Grundsatz der Architektur der Moderne. Für Informationen als Grundlage
für weitreichende Entscheidungen taugt er jedoch nicht – meint man.
Aber: Geht es um den Umgang mit unangenehmen Wahrheiten wie
Krankheitsdiagnosen, scheuen sich viele Menschen, diesen ins Auge zu
blicken: Arztbesuche werden aufgeschoben. Forscher des Karlsruher
Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Tilburg haben eine
Methode entwickelt, dieser Furcht zu begegnen. Das berichten sie in der
Fachzeitschrift Management Science.
„Es ist eine grundlegende Annahme in der
Ökonomie, dass Entscheidungsträger Informationen willkommen heißen. Es
gilt also: je mehr Wissen, desto besser“, erklärt Nora Szech, Inhaberin
des Lehrstuhls für Politische Ökonomie. „Ist die Entscheidung aber
fundamental wichtig für das eigene Leben, gilt das offenbar nicht
immer“, so die Wirtschaftswissenschaftlerin weiter. Als Beispiel nennt
sie Patienten, die möglicherweise von einer schweren Krankheit betroffen
sind. „Sie vermeiden häufig den diagnostischen Test.“ Um diesem Problem
zu begegnen, hat Szech eine Methode entwickelt, die Betroffenen eine
Alternative zu den oft gefürchteten präzisen Tests eröffnen soll.
Denn eine Diagnose zu meiden, mindert die
Möglichkeiten, vorzusorgen und das Leben anzupassen. Ein Beispiel: Die
unheilbare Erbkrankheit Chorea Huntington ist schon seit Jahrzehnten
mittels Genanalyse vorhersagbar. Ist ein Elternteil betroffen, besteht
für die Nachkommen ein 50-prozentiges Risiko, mit ungefähr 40 Jahren
selbst krank zu werden. Der Gendefekt führt zu schwersten physischen und
psychischen Schäden, sodass die Patienten im Verlauf der Krankheit
Vollzeitpflege benötigen. Empirische Studien zeigen, dass Betroffenen
ihr Leben drastisch umgestalten, wenn sie wissen, dass sie gesund
bleiben – oder erkranken. Berufs-, Finanz- und Familienplanung werden
entsprechend angepasst. „Trotzdem entscheiden sich die meisten
Risikopatienten gegen den Test“, sagt Szech. „Die Menschen möchten nicht
mit der Last des Wissens leben, dass die Krankheit ausbrechen wird“,
ergänzt Nikolaus Schweizer von der Universität Tilburg. Grund für die
Ablehnung des Tests ist typischerweise eine Antizipatorische Reaktion,
die das zukünftige Erleben vorwegnimmt: „Wenn ich als 20-Jähriger
erfahre, dass ich mit 40 krank werde, kann das mein Wohlergehen bereits
in den kommenden gesunden Jahren stark beeinflussen“, erläutert Szech.
„Viele haben Angst davor, die Hoffnung zu verlieren.“
Um diesem Problem zu begegnen, greift die
Wirtschaftswissenschaftlerin auf Erkenntnisse aus der Verhaltensökonomie
und der Psychologie zurück. Bei früheren Forschungen zu moralischem
Verhalten untersuchte Szech die unguten Effekte von Diffusion oder
Streuung etwa von Verantwortung. „Wer sich hinter anderen verstecken
kann, verhält sich rücksichtsloser und gieriger“, fand sie bei
empirischen, verhaltensökonomischen Studien heraus. Vor die Wahl
gestellt, Geld zu gewinnen oder einer Maus das Leben zu retten,
entschieden sich Probanden häufiger für Ersteres, wenn die Entscheidung
darüber gemeinsam in einer Gruppe gefällt wurde. Waren sie hingegen
allein verantwortlich, verzichteten sie meist auf das Geld und retteten
die Maus. „Bei Gruppenentscheidungen greift die Logik, es könne ja auch
ein anderer den Ausschlag gegeben haben.“
Geht es aber um die Furcht vor einer
schlechten Diagnose, kann die Kraft der Diffusion allerdings positiv
genutzt werden. Das zeigen Schweizer und Szech jetzt mit neuen
Testverfahren: „Werden zum Beispiel die Proben zweier Risikopatienten
gemischt, verliert der Test einen Teil seines Schreckens.“ Ist der
Gendefekt nicht vorhanden, können beide Patienten aufatmen – sie werden
gesund bleiben und können ihr Leben entsprechend gestalten, zum Beispiel
ohne Sorge vor der Krankheit und der Weitervererbung Kinder bekommen,
die Berufswahl anpassen oder fürs Alter planen. Ist er hingegen
vorhanden, bleibt unklar, wer den Gendefekt hat oder ob ihn beide
Patienten haben. „Für den Einzelnen bleibt eine 33-prozentige Chance,
nicht an Chorea Huntington zu erkranken“, erläutert Szech. Ein solches
Ergebnis sei zwar weniger gut als die Ausgangssituation, wo das Risiko
zu erkranken bei 50 Prozent lag, räumt Szech ein. „Aber es bleibt noch
viel Grund zur Hoffnung, gesund zu bleiben.“ Randomisierte Verfahren
könnten zudem helfen, die Hemmschwelle für Tests zu senken, weil viele
Menschen – wie empirische Studien zeigen – Wahrscheinlichkeiten etwas
verzerrt wahrnähmen, ergänzt Schweizer. „Eine klare Diagnose der
Entwarnung ist besonders gut für das Wohlbefinden. Dies bieten auch die
neuen Verfahren, ohne das gefürchtete Risiko, zu erfahren, sicher die
Krankheit zu bekommen.“
In diversen Ländern wurden Tests gemischter
Blutproben bereits durchgeführt, sagt Szech, wenn auch in anderem
Zusammenhang. Etwa für Untersuchungen von Spenderblut oder im
Militärbereich, um Krankheiten auszuschließen, dort allerdings mit dem
Motiv, Kosten zu sparen. Rechtliche oder ethische Hürden für eine
Anwendung in Deutschland sieht Szech nicht. Die bewusst weniger präzise
gestalteten Tests sind zudem auch für einzelne durchführbar, indem man
das Auswerten der Probe randomisiert gestaltet. Es braucht also nicht
unbedingt eine gemischte Blutprobe. „In der Medizin geht es bislang
darum, Tests so präzise wie möglich zu gestalten. Es ist gut, dass es
diese Tests gibt. Aber wenn sich kaum jemand traut, sie zu machen,
braucht es zusätzliche Möglichkeiten“, fordert Szech.
| | Ralf | Plochingen
Ralf Plochingen
Sehr geehrter Herr Pütz, ich möchte Ihnen einfach nur Danken für Ihre Arbeit. Ich denke sie haben entscheidend zu meinem Technikinteresse beigetragen. Ihre Art Wissen zu vermitteln und Neugierde zu wecken ist bewundernswert. Als Kind habe bereits die Hobbythek geschaut und mich auf jeden Hobbytip gefreut. Ihr Elektronik Buch war mein Einstieg in die Elektronik.(Inzwischen bin ich seit 15 Jahren Ingenieur im Bereich der Elektromechanik). Ich hoffe Sie bleiben uns noch lange erhalten und bereichern uns mit Ihren Denkanstößen.
(#1=t;#2=m)
Tropische Pflanzen aus Bayern
Tropische Pflanzen aus Bayern
Wärme von der Glashütte ins Glashaus
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(aid) – Bananen, Maracuja oder Guaven aus deutschem Anbau? Bis vor kurzem undenkbar. Doch am bayerischen Rennsteig in Oberfranken seit August 2013 doch Realität. Möglich ist der Anbau im Tropenhaus durch die Nutzung von Abwärme aus der dort regional ansässigen Glasindustrie. Die Wärmeenergie, die bei der Glasherstellung in großer Menge anfällt, ging bisher ungenutzt verloren. Erst die Idee, die Abwärme für ein Tropenhaus zu nutzen, mit dem Ziel, die Zucht von tropischen Früchten und Speisefischen in Bio-Qualität zu erforschen, war erfolgversprechend, heißt es in einem Beitrag der Fachzeitschrift TASPO.
Das Tropenhaus wurde in unmittelbarer Nähe einer Glasproduktionsstätte gebaut. Das "Klein-Eden" getaufte Projekt setzt auf das sogenannte Polykultursystem. Es bildet einen nahezu geschlossenen Kreislauf, bei dem Energie, Wasser und Nährstoffe mehrfach genutzt werden und ist somit ein Beispiel für nachhaltige landwirtschaftliche Produktion. Das Wasser der Fischzucht beispielsweise wird als Dünger für die Pflanzen genutzt.
Das Produktions- und Forschungsgewächshaus ist ca. 2.600 Quadratmeter groß. Es besteht aus Spezialglas, das zu 99 Prozent UV-durchlässig ist. Doppellagige Energieschirme dienen der Abschattung der Pflanzen bei zu hoher Sonneneinstrahlung und vermindern die Abstrahlung von Wärme in die Umgebung. Die Abwärme aus der Glasherstellung kommt mit einer Vorlauftemperatur von 38 Grad Celsius ins Gewächshaus. 100 Warmluftgebläse sorgen für eine Raumlufttemperatur von 20 bis 24 Grad Celsius. Eine Notheizanlage steht zur Verfügung.
Gezüchtet werden neben tropischen Früchten auch tropische Speisefische wie zum Beispiel Nilbarsch. Dafür stehen vier 30 Quadratmeter große Mastbecken zur Verfügung.
Das Projekt wird von Landkreis, Gemeinden, Unternehmern und Unterstützern der Region getragen und durch Fördermittel des EU-Programms "Ziel 3 Freistaat Bayern – Tschechische Republik", dem allgemeinen Umweltfonds und der Oberfrankenstiftung finanziert. Die Grundlagenforschung zur Nutzung der Abwärme erfolgt in Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth. Berechnungen haben ergeben, dass allein in der Region des Rennsteigs industrielle Abwärme für eine Unterglas-Anbaufläche von ca 75.000 bis 100.000 Quadratmeter zur Verfügung steht. Ein grenzüberschreitender Projektbeirat aus Universitäten, Kommunen und der Glasindustrie der Region stellt vergleichbar energieintensiven Betrieben die Forschungsergebnisse zur Verfügung.
Renate Kessen,
Deutsche Bildung und Schulen die besten der Welt?
MOOCs in Deutschland, die verpasste Chance
Deutschland hat es gut, denn
in Deutschland ist Bildung umsonst. Das lernt man erst zu schätzen,
wenn man öfters im Ausland war und sieht, was Menschen zahlen müssen, um überhaupt Bildung zu erhalten. Deutschland ist auch Exportweltmeister bzw. wir waren es. Die Marke “Made in Germany” ist berühmt und steht für Qualität und Zuverlässigkeit. Der deutsche Ingenieur ist weltweit anerkannt und wir trauern ihm immer noch hinterher. Wenn man jetzt eins und eins
zusammenrechnen würde, also freie Bildung und Export, dann könnten wir
eigentlich MOOC-Export-Weltmeister sein. Das hätte viele Vorteile, denn
Deutschland braucht gute Fachkräfte und das Problem ist, diese
Fachkräfte zu finden. Eine internationale Bildungsplattform “Made in
Germany” könnte hier sehr helfen, zum einen kann man die Kursbesten dank
Learning Analytics sehr schnell finden und Sie persönlich ansprechen.
Zum anderen kann man bestimme Affiliate-Programme starten, um z.B.
Aufenthaltsgenehmigungen, Arbeitsplätze oder andere Mehrwerte zu
vermitteln. Die Frage ist daher, warum sind wir es nicht?
Quelle https://pixabay.com/de/flagge-deutschland-fahne-3504961/
Warum sind MOOCs in Deutschland ein Nischenprodukt?
MOOCs stehen symbolisch für
freie Bildung. Dieses Versprechen haben sie aber kaum gehalten,
jedenfalls nicht bei den großen US Anbietern, die eigentlich alle
inzwischen Payment-Modelle haben. Es gibt jedoch noch hunderte wenn
nicht sogar tausende freier Kurse. Jedoch kommen kaum welche aus Deutschland, denn nur das HPI mit OpenHPI und wir Lübecker mit mooin (inzwischen umbenannt in www.oncampus.de)
haben Plattformen und entwickeln auch MOOCs. Vielleicht hat ganz
Deutschland 200 MOOCs in den letzten 5 Jahren entwickelt. In Lübeck
listen wir auch MOOCs anderer Anbieter wie iMooX und Uni Marburg und
hoffentlich auch bald die MOOCs vom HPI. Hier gibt es eine aktuelle Übersicht.
Es gibt viele Gründe, warum die MOOCs in Deutschland nicht funktionieren. Zum einen versucht jede Hochschule ihr eigenes Ding Bildungsplattform
zu machen. Auch wenn die Hochschule nur einen MOOC entwickelt muss
dieser unbedingt auf einer eigenen Plattform, sei es WordPress oder
Moodle, mit eigenem Branding und eigener URL laufen. Die Kosten und die
Qualität spielen da keine Rolle und Nachhaltigkeit wird nur symbolisch
in den Projektantrag geschrieben. Dabei funktionieren MOOCs nur über
Reichweite und dafür braucht es eine große reichweitenstarke
Bildungsplattform. Ich vergleiche daher eine MOOC-Plattform immer mit
Amazon und seinen Shop-in-Shop-Systemen. Daher sollte einen
Mandantenfähigkeit eine große Rolle spielen.
Der Kunde/Lerner will das
nächstbeste Kurs-Angebot für seine Interessen nur einen Klick entfernt
finden, ähnlich wie bei Amazon. Wer diesen Kurs belegt hat, der hat auch
diesen Kurse belegt. Dabei ist es ihm meist egal, ob der Kurs aus
Aachen, Berlin, Lübeck oder Koblenz kommt. Oft ist es ihm auch egal, ob
der Kurs kostenfrei ist oder nicht, Hauptsache er ist passend und
schnell verfügbar. Hochschulen denken jedoch nicht aus Kundensicht, wo
wir gleich bei Problem zwei sind.
Hochschulen denken immer nur
an ihre Interessen und ihre Studierende. Das Bildungsangebot einer
Hochschule beginnt meist mit der Einschreibung und endet mit der
Graduiertenfeier. Das lebenslange Lernen hat jedoch wenig mit Hochschule
zu tun. Das Wissen, was man in der Hochschule erlangt, hat oft nur eine
kurzen Haltbarkeitswert, gerade bei Themen wie Big Data, KI, Jura oder
Medizin. Wichtiger sind die Kompetenzen, die man erhalten sollte, also
wie lernt man schnell und erkennt das Wichtige oder wie kann man die
Relevanz beurteilen. Daher sollten Hochschulen den Lerner Kunden
lebenslang begleiten und das gilt nicht nur für die Absolventen der
eigenen Hochschule sondern für die gesamte Gesellschaft. Das nennt man
“Öffnung der Hochschule” aber Hochschulen setzen andere Prioritäten.
Wenn man hier von lebenslangen Angeboten spricht, sind oft
Alumni-Netzwerke gemeint und diese sind dann auch in geschlossenen
Systemen. Man kann nur erahnen, was es intern alles gibt, abgeschottet
durch Firewalls und Hochschulzugänge.
Quelle https://pixabay.com/de/stadion-arena-%C3%BCbereinkommen-h%C3%B6rsaal-485328/
Zuletzt haben wir die MOOC
Anbieter ohne Infrastruktur. Das sind die ganzen Bildungseinrichtungen,
die keine gewachsenen IT Infrastrukturen haben, die staatlich gefördert
sind, z.B. Volkshochschulen, Schulen, Berufsschulen und natürlich die
vielen Vereine, die sich auch in der Bildung engagieren. Alle haben zwar
IT, aber selten Rechenzentren und erst recht keine Developer. Hier gibt
es StrickMOOCs, VolleyballtrainerMOOCs, SeniorenMOOCs aber auch
KlimaMOOCs, die alle eine große Nachfrage haben, aber keinen
akademischen Anspruch. Diese Institutionen sind oft zu klein um eine
eigene Infrastruktur aufzubauen. Wozu auch, denn dafür sollte es
Plattformen in der Cloud geben, die man dafür nutzen kann. In
Deutschland sprechen viele von einer Bildungscloud (damit werden oft
Länderlösungen für Schulen bezeichnet) und vergessen, dass wir in Lübeck
schon längst so eine Bildungscloud anbieten. Das ist auch wichtig, denn
sonst würde es diese Angebote nicht geben und das machen wir kostenfrei
nebenbei und auch ohne Förderung. Jeder der einen MOOC bei uns machen
will, braucht keine Hostingkosten zahlen. Er muss nur das Tutorial “mooin maker”
durcharbeiten und kriegt dann einen leeren MOOC angelegt. Dann kann er
theoretisch loslegen, ob die Qualität stimmt, ist dann eine neue
Diskussion, aber viel wichtiger ist, das etwas passiert und die
Einstiegshürden niedrig sind. Sonst diskutieren wir wieder jahrelang,
aber es passiert nichts und man lernt nichts dazu. Ich sage dazu nur ein
Wort: “Qualitätssicherung“.
Wird wirklich eine nationale Bildungsplattform gebraucht?
Inzwischen hat auch das BMBF erkannt, dass wir irgendwas wie eine nationale Bildungsplattform brauchen. Dafür gab es eine Machbarkeitsstudie,
die dann auch ergeben hat, dass dieses Vorhaben möglich und auch
sinnvoll ist. Bevor es Kritik über den Sinn dieser Studie gibt, bitte
beachtet, dass man ohne Studie keine Plattform ausschreiben darf. Das
wäre sonst Verschwendung von öffentlichen Geldern.
Laut meinen Infos wird die
Ausschreibung für diese Plattform erst 2020 passieren und damit wird ein
Start 2022 oder 2023 wahrscheinlich sein. Bis dahin werden Cousera,
Udacity, Udemy aber auch oncampus weiterentwickeln. Die
Bildungsplattform wird bei Null starten und wahrscheinlich von Leuten
entwickelt, die keinerlei Erfahrung mit MOOC-Plattformen haben. Ob man
2023 immer noch eine solche Plattform braucht, von dem Konzept eines
Monolithen, in einer zukünftig vernetzten Welt, wird sich zeigen. Die
Konzepte, die wir heute denken, werden in fünf Jahren nicht mehr aktuell
sein, das weiss selbst ich. Und ob bei dem Konzept auch an andere
Bildungsorganisationen außer Hochschulen gedacht wird, darf bezweifelt
werden und warum überhaupt Hochschulen dort Angebote platzieren sollten,
wird die große Aufgabe sein. Denn nur damit, kann eine solche Plattform
erfolgreich sein.
Damit wären wir dann aber wieder bei der Ausgangssituation und der Grund, warum ich das hier schreibe.
Was wäre passiert, wenn wir “Made in Germany”-MOOCs exportiert hätten?
Als ich vor ein paar Monaten
in Südafrika war, ist mir aufgefallen, dass unsere Ingenieure Weltruhm
haben. Wir haben, auch wenn wir in Deutschland hart unsere
Bildungsqualität kritisieren, auf der ganzen Welt ein “Made in Germany”
Ruf, der seinesgleichen sucht. Deutsche Ingenieure werden überall
gesucht und werden zum reparieren der deutschen Maschinen sogar
eingeflogen. Südafrika bildet nur sehr wenige MINT-Studiengänge aus.
Alle wollen Manager werden, trotz starken Bergbaus und einer
ausgezeichneten MINT-Nachfrage. Die lokalen Ingenieure, sind oft mit der
Technologie-Entwicklung überfordert. Heute sind die Produktzyklen
unglaublich schnell und Afrika überspringt oft ganze Generationen an
Entwicklung. So gibt es keine flächendeckende Verkabelung, sondern es
wird gleich alles kabellos gemacht. Dieser Wissensgap wird in den
nächsten Jahren noch größer, denn die Entwicklungszeiten werden immer
kürzer und die Systeme immer komplexer und dank Internet of Things auch
immer mehr aus der Ferne wartbar. Die Entwicklungsländer haben kaum
Chancen, ihre Lehrinhalte der Geschwindigkeit anzupassen. Hier wird die
Digitalisierung noch härter zuschlagen, als bei uns. Das bedeutet aber
auch, dass viele Länder unser Wissen brauchen und dann auch zu schätzen
wissen. Eine Bildungsplattform könnte ein internationales digitales
Netzwerk gründen, von dem nicht nur die Hochschulen profitieren, sondern
auch die Wirtschaft.
Quelle https://pixabay.com/de/system-netz-nachrichten-personen-927147/
Unser Ansatz der
internationalen Bildungsstrategie wird aber heute immer noch analog
geführt. Federführend seien hier das DAAD, das Goethe-Institut und das
Erasmus-Programm genannt. Von internationalen MOOCs und einer
Bildungsplattform, hab ich bei diesen Organisationen noch nie etwas
gehört. Ich weiss jedoch, dass auch darüber nachgedacht wird, teilweise
auch von uns angeregt. Das BMBF ist da sehr innovativ, obwohl man das
nicht immer erwartet. Wir werden sehen, was 2020 bei dem deutschen
Ansatz der Bildungsplattform passieren wird. Es bleibt weiterhin
spannend.
Nr. 339: Aloe vera & Co – Lebenselixiere aus dem Mittelalter
Mit unserem hobbytipp möchten wir Sie dieses Mal auf eine Zeitreise in das Mittelalter einladen. Für viele ist das die dunkle Epoche der Hexenverfolgung, des Aberglaubens und der großen Krankheiten wie der Pest und Syphilis.
PDF-Download: Hobbytipp Nr. 339
Bioplastik – neue Verfahren
Bioplastik: Neues Verfahren zur PLA-Herstellung
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| PLA-Bioplastik-Becher: Verfahren schont die Umwelt (Foto: Bo Cheng/ETH Zürich) |
Zürich (pte017/04.12.2014/11:30) –
Forscher der ETH Zürich http://ethz.ch haben ein innovatives Verfahren entwickelt, um Milchsäure aus einem
Abfallprodukt der Biotreibstoff-Industrie herzustellen – nämlich
Glyzerin. Ziel ist es, die verstärkte Nachfrage nach dem auf Milchsäure
basierenden Polymer PLA, immerhin ein abbaubarer Kunststoff, der
vermehrt in Verpackungen zum Einsatz kommt, zu befriedigen. Experten
rechnen bis zum Jahr 2020 mit einem PLA-Bedarf von bis zu einer
Megatonne pro Jahr.
Weiterverarbeitung von Glyzerin
Die neue Methode hat den Vorteil, dass sie produktiver,
kosteneffizienter und klimafreundlicher ist als die Fermentation, durch
welche Milchsäure üblicherweise gewonnen wird. Der größte Vorteil dabei
ist jedoch, dass der neue Prozess von einem Abfallprodukt ausgeht:
Glyzerin, das wiederum ein Nebenprodukt der Herstellung von
Biotreibstoffen der ersten Generation ist. Es ist nicht rein, sondern
enthält Spuren von Asche und Methanol – eine Nutzung ist oft schwierig.
Die Schweizer erklären ihren Ansatz in zwei Schritten:
Beim ersten wandeln Enzyme das Glyzerin in das Zwischenprodukt
Dihydroxyaceton um. Anschließend treibt ein Katalysator die weitere
Reaktion zur Produktion von Milchsäure voran. Der Katalysator wurde so
optimiert, dass er hohe Reaktivität und eine lange Lebensspanne hat. Er
besteht aus einem mikroporösen Mineral, dessen Struktur chemische
Reaktionen in den Mikroräumen der Poren begünstigt.
Lösung spart 30 Prozent CO2 ein
Das Verfahren hat den positiven Nebeneffekt, dass es im
gesamtem Prozess im Vergleich zur Fermentation ein Drittel weniger CO2
verursacht. Pro Kilogramm produzierter Milchsäure erzeugt das neue
Verfahren sechs Kilogramm CO2 im Vergleich zu 7,5 Kilogramm bei der
konventionellen Methode. Zudem kostet die Neuentwicklung insgesamt
weniger, was einen um das 17-fache größeren Profit ermöglicht, wie die
Wissenschaftler berechnet haben.


