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Mineralwasser – Mehr als ein kalorienarmer Durstlöscher

Mineralwasser
Mehr als ein kalorienarmer Durstlöscher
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(aid) – Mineralwasser ist ein Multitalent – und nicht nur ein Durstlöscher. Speisen lassen sich beispielsweise mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser verfeinern. Eier- und Mehlspeisen gelingen besser, wenn man einen Schuss Mineralwasser zugibt. Der Teig wird dadurch besonders luftig und locker. Das gilt sowohl für Rühreier als auch für Pfannkuchen, Waffeln oder Spätzleteig.

Kohlensäurehaltiges Mineralwasser hilft auch Fett und damit Kalorien einzusparen, denn es macht Magerquark so cremig wie Sahnequark. Mineralwasser mit viel, etwas oder ganz ohne Kohlensäure verdünnt Fruchtsäfte zu durstlöschenden und kalorienärmeren Schorlen. Sie bieten vor allem im Sommer eine herrliche Erfrischung und sind gleichzeitig eine gesunde Alternative zur herkömmlichen Limonade. Denn eine Schorle enthält nicht nur weniger Kalorien, sondern liefert gleichzeitig mehr Mineralstoffe und Vitamine. Es muss aber nicht immer nur Apfelschorle sein. Mixen Sie auch Schorlen aus Saft von Trauben, Kirschen, Birnen oder Rhabarber. Das sorgt für Abwechslung im Geschmack und in der Farbe, denn besonders Kinder lieben farbige Getränke. Auch Cocktails mit oder ohne Alkohol verleiht Mineralwasser mit Kohlensäure ein angenehmes Prickeln.

Wem das Mineralwasser auf Dauer zu langweilig schmeckt, kann es einfach mit Eiswürfeln aus Säften aufpeppen. Das Getränk erhält so einen fruchtig-spritzigen Geschmack und sieht zudem appetitlich bunt aus.

Und noch ein Tipp: Mineralwasser mit Kohlensäure hilft bei einigen Flecken. Geben Sie etwas davon auf den Fleck, lassen es rund fünf Minuten einwirken und saugen dann die Flüssigkeit mit einem Schwamm oder Tuch ab. Danach den Fleck wie gewohnt weiterbehandeln.

Polarstern startet 25. Arktisexpedition

Forschung in Grönlandsee, Framstraße und Baffin Bay

Bremerhaven, den 9. Juni 2010. Morgen bricht das Forschungsschiff Polarstern zu seiner 25. Arktisexpedition auf. Von Bremerhaven geht es zunächst in die Grönlandsee, wo überwiegend ozeanographische Arbeiten auf dem Programm stehen. Nach kurzem Zwischenstopp in Longyearbyen (Spitzbergen) fährt Polarstern am 30. Juni in den so genannten HAUSGARTEN des Alfred-Wegener-Instituts und in die Framstraße. Hier führen die Wissenschaftler biologische Langzeituntersuchungen und weitere ozeanographische Messungen durch. Am 31. Juli startet in Reykjavik, Island, der dritte Abschnitt zu geowissenschaftlichen Forschungen in die nördliche Baffin Bay (Kanada). Über 120 Wissenschaftler und Techniker von Instituten aus sechs Nationen nehmen an den drei Abschnitten der Expedition teil. Polarstern wird am 10. Oktober in Bremerhaven zurückerwartet.

“Die hydrographischen Arbeiten auf dem ersten Fahrabschnitt bilden einen wichtigen Mosaikstein zu Langzeit-Messreihen, wie sie für die klimabezogene Forschung unverzichtbar sind³, erklärt Fahrtleiter Dr. Gereon Budéus, Ozeanograph am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft. In der Grönlandsee untersucht er mit seinen Kollegen schon seit über zehn Jahren Stärke und Einfluss der Winterkonvektion, welche die Verteilung von Wärme und Salz in der untersuchten Region bestimmt und die Erneuerung der tiefsten Schichten im Ozean steuert. Weiterhin beschäftigen sich Biologen mit dem Plankton im Untersuchungsgebiet, also Kleinstlebewesen, die in der Wassersäule schweben. Die mikroskopisch kleinen Tiere und Algen aus drei unterschiedlichen biogeographischen Klimazonen (polar, arktisch und atlantisch) kommen hier relativ dicht beieinander vor. Ob sich bestimmte Arten wegen veränderter Umweltbedingungen weiter ausbreiten oder weniger häufig vorkommen, ist Gegenstand der Forschung.

Im Tiefsee-Langzeitobservatorium des Alfred-Wegener-Instituts, dem so genannten HAUSGARTEN, untersuchen Wissenschaftler auf dem zweiten Fahrtabschnitt im Juli, wie das arktische marine Ökosystem auf den globalen Klimawandel reagiert. Eingebunden in zahlreiche nationale und internationale Projekte werden am Kontinentalhang vor Spitzbergen zwischen 1000 und 5500 Metern Wassertiefe seit über zehn Jahren regelmäßig Probennahmen und Experimente durchgeführt, in denen untersucht wird, wie das Tiefseeökosystem beispielsweise auf den Rückgang des Meereises und damit verbundene Veränderungen in der Nahrungsversorgung reagiert. Zusätzlich setzen die Wissenschaftler hydrographische Langzeituntersuchungen in der Framstraße fort, der einzigen Tiefenwasserverbindung zwischen dem Nord-Atlantik und dem zentralen arktischen Ozean. Hier zeichnen ozeanographische Verankerungen Daten über den Salzgehalt und die Temperatur des Wassers auf. Sie erlauben den Austausch von Wassermassen zwischen beiden Meeresgebieten zu quantifizieren.

Der dritte Abschnitt startet Ende Juli von Reykjavik und führt Polarstern in kanadische Gewässer. Wissenschaftler unter der Leitung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) untersuchen die geologischen Strukturen und die tektonische Entwicklung der nördlichen Baffin Bay und der angrenzenden kanadischen und grönländischen Kontinentränder. Sie möchten rekonstruieren, wann und wie sich die Baffin Bay im Verlauf der Erdgeschichte geöffnet hat und welche geologischen Prozesse bei der Abtrennung Grönlands von Nordamerika stattgefunden haben. Die geodynamische Rekonstruktion der Öffnung dieser Flachwasserverbindung zwischen Nordpolarmeer und Atlantik bildet die Grundlage für paläobathymetrische Modelle. Diese dienen einer detaillierteren Vorstellung, wie sich globale Strömungs- und Sedimentationsprozesse verändert haben. Hiermit werden Beiträge zum besseren Verständnis der Paläoklima- und Sedimentbeckenentwicklung in der Arktis erbracht.

Über 120 Wissenschaftler und Techniker von Instituten aus sechs Nationen nehmen an den drei Abschnitten der Expedition teil. Nach vier Monaten in der Arktis wird Polarstern voraussichtlich am 10. Oktober wieder in ihrem Heimathafen Bremerhaven einlaufen.

Hinweise für Redaktionen: Ihre Ansprechpartnerin in der Abteilung Kommunikation und Medien des Alfred-Wegener-Instituts ist Folke Mehrtens (Tel. 0471 4831-2007; E-Mail: Folke.Mehrtens@awi.de). Druckbare Bilder finden Sie unter www.awi.de.

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der sechzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Neue Methode für sichere Brücken

Angesichts des
Einsturzes der Autobahnbrücke in Genua im August, der vielen
Einschränkungen bei der Befahrbarkeit von Überführungen und des
kritischen Zustands der Fernverkehrsbrücken in Deutschland, werden der
Zustand und die verbleibende Lebensdauer von Brücken immer wieder
öffentlich diskutiert. Forscherinnen und Forscher des Karlsruher
Instituts für Technologie (KIT) entwickeln jetzt ein neuartiges Konzept
zur Zustandsbestimmung von Brücken, um kleinste Veränderungen im
Brückenbauwerk frühzeitig aufzuspüren.

Der stark zunehmende
Auto- und Lastwagenverkehr belastet die oft in die Jahre gekommenen
Bauwerke in einem Ausmaß, das nicht abzusehen war, als sie errichtet
wurden. Da Schäden an der Bausubstanz im frühen Stadium auch mit sehr
großem Aufwand kaum zu erkennen sind, bleibt der tatsächliche innere
Zustand einer Brücke oftmals lange unbestimmt. Sanierungsmaßnahmen
werden häufig erst verspätet und unter Zeitdruck ergriffen. Um dem
Problem abzuhelfen, arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
des KIT an einer Methode, den wahren Zustand von Brücken rechtzeitig zu
ermitteln, ohne in die Bausubstanz eingreifen zu müssen.

Die Aufgabe ist
gewaltig: Brücken nehmen im Bundesfernstraßennetz eine Gesamtlänge von
fast 40 000 Kilometern ein. Sie überqueren Straßen, Bahntrassen,
Gewässer oder Täler und sind ein unersetzbarer Teil der kritischen
Verkehrsinfrastruktur. Werden sie beschädigt, so sind Staus, Umwege und
damit Belastungen für Umwelt und Wirtschaft die unmittelbare Folge. Eine
einfache Methode, ihre Verfassung zu ermitteln, könnte somit sehr viel
Geld sparen. Dr. Sina Keller vom Institut für Photogrammetrie und
Fernerkundung des KIT will das Problem im Projekt ZEBBRA mit
Radarsensorik in Kombination mit intelligenten Algorithmen angehen.
„Wenn Fahrzeuge auf eine Brücke fahren, versetzen sie diese in
Schwingung. Diese Bewegungen zeichnen wir mit hochpräzisen Radargeräten
auf“, erklärt die Mathematikerin. Speziell entwickelte
Computer-Algorithmen analysieren die Radarsignale, die das
Schwingungsverhalten der Brücke wiedergeben. Diese werden unter anderem
in Kooperation mit Forscherinnen und Forschern des Instituts für
Automation und angewandte Informatik des KIT erarbeitet. „Gibt es dabei
Abweichungen von der Norm der Schwingungen der jeweiligen Brücke, ist
das ein Hinweis auf Schäden an der Bausubstanz“, so Keller. Mit der
Methode lassen sich Veränderungen sehr genau lokalisieren, sodass sich
auch Schäden in einzelnen Brückensegmenten wie Pfeilern oder
Fahrbahnabschnitten aufspüren lassen.

Neben der neuen Methode
wollen die Forscherinnen und Forscher auch leicht zu transportierendes
Instrumentarium einsetzen. So können alle Messungen mobil vor Ort im
laufenden Betrieb und ohne Verkehrsbehinderungen ablaufen. Es müssen
auch keine Sensoren fest installiert werden. Das Prüfverfahren, so die
Forscher, werde sich durch geringe Kosten und eine leichte Bedienbarkeit
auszeichnen sowie Verkehrs- und Baubehörden die Möglichkeit geben,
Sanierungsmaßnahmen längerfristiger und gezielter zu planen. 

Das Projekt ZEBBRA
läuft bis 2021 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
mit insgesamt 1,5 Millionen Euro gefördert. Weitere Partner des Projekts
sind die ci-Tec GmbH, Karlsruhe, und das Büro für Strukturmechanik,
Coburg.

Weitere Informationen: https://www.sifo.de/files/Projektumriss_ZEBBRA.pdf

Landleben verdoppelt Alzheimer-Risiko

Landleben verdoppelt Alzheimer-Risiko
Ursache noch ungeklärt – Expertin rät zu Voruntersuchung
 
Alzheimer-Patientin: Überalterung oft Auslöser (Foto: pixelio.de, Gerd Altmann)

Edinburgh/London (pte022/19.09.2012/13:45) – Britische Wissenschaftler des Forschungszentrums für Alzheimer der Universität Edinburgh http://ed.ac.uk und der Universität London http://ucl.ac.uk haben heute, Mittwoch, bekannt gegeben, dass das Alzheimer-Risiko für Menschen, die auf dem Land leben, doppelt so hoch ist, wie in der Stadt. Der Grund dafür ist noch nicht gänzlich erforscht, könnte jedoch mit dem Gesundheitswesen in ländlichen Gebieten beziehungsweise mit einer noch unbekannten Substanz zu tun haben. Wissenschaftler meinen, dass eine Erkrankung besonders jene Personen betrifft, die auf dem Land geboren und aufgewachsen sind.

Überalterung oft schuld an Demenz

Besonders in Europa steigt die Zahl der Alzheimer-Erkrankten. Die Wiener Neurologin Claudia Spring http://neurologie-spring.at erklärt im Interview mit pressetext, dass Zukunftsaussagen über den Fortschritt der Krankheit jedoch nur schwierig aufstellbar sind. "Ein Grund für die hohe Anzahl an Alzheimer-Patienten in Europa kann die fortwährende Überalterung sein", so die Medizinerin.

Dass vor allem Menschen aus ländlichen Gegenden ein höheres Risiko an der Demenz-Erkrankung tragen, kann Spring nicht bestätigen, da es dazu zu wenige Daten gibt. "Aber es gibt Risikofaktoren, wie hoher Blutdruck, Zuckerkrankheit, Adipositas oder mangelnde Mobilität, die zu Alzheimer führen können", erklärt die Expertin. Des Weiteren sind besonders Personen aus niedrigen Sozialschichten von Alzheimer betroffen.

Früherkennung bleibt wichtig

Alzheimer ist nicht obligatorisch vom Alter abhängig und kann ebenso junge Menschen betreffen. Die Wiener Expertin meint, dass eine frühzeitige Untersuchung für alle, die Probleme mit Vergesslichkeit aufweisen, von Bedeutung ist. "Bei einer Untersuchung sind Faktoren wie Alter und Dauer der Vergesslichkeit wichtig. Es muss in weiterer Folge auch untersucht werden, ob es sich um Demenz oder eine Depression handelt", so Spring.

Je früher eine Untersuchung auf Alzheimer stattfindet, umso besser kann eine antidementive Therapie zur Stabilisierung erfolgen. Zusätzlich kann eine frühzeitige Versorgung, wie zum Beispiel Gedächtnistrainings oder Betreuung der Patienten und Angehörigen, angewandt werden.

Alkohol häufig Ursache für Depressionen

Alkohol häufig Ursache für Depressionen
Experten fordern: Phänomen muss erkannt und behandelt werden
 
Depression: Ursachen von Ärzten oft verkannt (Foto: pixelio.de/Gerd Altmann)

Piscataway (pte019/12.02.2013/13:59) – Depressive Symptome sind oft Begleiterscheinungen von schwerem Alkoholmissbrauch. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im März in einer Ausgabe des Journal of Studies on Alcohol and Drugs http://jsad.com publiziert wurde. Obwohl es allgemein bekannt ist, dass starker Alkoholkonsum zu vorübergehenden Depressionen führen kann, die eine spezielle Therapie erfordern, wird dieses Phänomen von Ärzten oft nicht berücksichtigt.

Unterscheidung wichtig

Die Ergebnisse stammen aus einer Erhebung, die sich über einen Zeitspanne von 30 Jahren erstreckt hat und an 400 Männern im Alter von 18 Jahren durchgeführt worden ist. Nach 30 Jahren haben rund 41 Prozent der Versuchsteilnehmer, deren Väter von einer Alkoholsucht betroffen waren, auch eine Alkoholabhängigkeit entwickelt. Davon sind weitere 20 Prozent an Depressionen erkrankt.

Ein Drittel der schwereren Depressionsphasen ist jedoch nur in Verbindung mit schwerem Alkoholkonsum aufgetreten. Es ist wichtig, dass Ärzte zwischen depressiven Zuständen, die ausschließlich durch Alkoholmissbrauch ausgelöst wurden, und einer herkömmlichen Depression unterscheiden, da die Behandlung auf völlig unterschiedliche Weise erfolgt.

Heilungschancen möglich

Obwohl die Symptome kaum voneinander unterschieden können werden, benötigen Patienten, deren depressive Verstimmung in Verbindung mit einem Alkoholproblem steht, nur selten Antidepressiva, um wieder gesund zu werden. Überdies verschwindet die Krankheit Experten zufolge nach einer längeren Abstinenz wieder.

Wundmanagement: Kliniken sparen am falschen Ende

Wundmanagement: Deutsche Kliniken sparen am falschen Ende

fzm, Stuttgart, Juli 2015 – Von den rund vier
Millionen Wundpatienten in Deutschland werden nur 800.000 angemessen
behandelt, berichtet die Fachzeitschrift „kma – Das
Gesundheitswirtschaftsmagazin“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2015).
Viele Kliniken scheuen die höheren Anschaffungskosten für moderne
Wundprodukte, obwohl sich dadurch viel Leid für die Patienten vermeiden
und letztlich auch Geld sparen ließe. Die Initiative Chronische Wunden
(ICW) beklagt in diesem Zusammenhang, dass dem Krankenhauspersonal zudem
oft das notwendige Fachwissen fehle und interdisziplinäre
Zusammenarbeit nur selten stattfinde.

„Die Kosten der nicht effektiven Wundbehandlung liegen bei
rund 1,4 Millionen Euro im Jahr“, erklärt Veronika Gerber,
Vorstandsvorsitzende der ICW gegenüber der „kma“. Viel Geld, das gleich
in eine geeignete Wundbehandlung beziehungsweise deren Vorbeugung
fließen könnte, da ist sich die Expertin sicher.

Aber schon ein Blick auf die Ausbildungspläne von Ärzten und
Pflegepersonal verrät, wie es um den Stellenwert der Wundversorgung
bestellt ist: Im Medizinstudium kommt die Behandlung chronischer Wunden
überhaupt nicht vor. Pflegeschüler bekommen in den vorgesehenen 16
Unterrichtsstunden allenfalls Grundwissen vermittelt. Gerber empfiehlt
daher jenen Stationen, auf denen Wunden behandelt werden, eine bestimmte
Anzahl an Pflegekräften und Ärzten speziell zu schulen und die
interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Fachgebiete zu fördern.

Neben dem Fachwissen sorgen moderne Wundprodukte dafür, dass
die Behandlung individuell angepasst werden kann. Um das zu
gewährleisten bietet der Markt inzwischen eine breite Palette an
Verbänden und Auflagen, die auf die einzelnen Wundphasen zugeschnitten
sind. So ist ein feuchtes Wundmilieu eine Voraussetzung für die
Zellneubildung. Hydroaktive Wundverbände erhalten und regulieren die für
die Heilung notwendige Feuchtigkeit. Laut einer Analyse des Instituts
für Versorgungsforschung der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf
verbessern hydroaktive Auflagen die Heilungschancen um rund 52 Prozent.

Dass trotzdem 40 Mal mehr konventionelle Wundverbände
eingesetzt werden, liegt vor allem an den zunächst höheren
Anschaffungskosten. Auch wenn die Behandlung mit modernen Wundprodukten
laut dem Bundesverband für Medizintechnologie (BVMed) die Therapiekosten
um 25 Prozent senken würde. Gleiches gilt für Vorsorgemaßnahmen, wie
beispielsweise druckentlastende Matratzen, die dabei helfen, Wunden gar
nicht erst entstehen zu lassen.

Insgesamt raten die Experten den Kliniken langfristig in ein
besseres Wundmanagement zu investieren, um so den Patienten Leid und
sich Folgekosten zu ersparen.

Pflanzen unterscheiden zwischen Freund und Feind

Pflanzen unterscheiden zwischen Freund und Feind

Japanische Forscher finden zentralen Auslöser für clevere Immunabwehr

Auf das Ende der RNA-Molekülkette kommt es an (Foto: iam.u-tokyo.ac.jp)
Auf das Ende der RNA-Molekülkette kommt es an (Foto: iam.u-tokyo.ac.jp)

Tokio (pte020/06.04.2017/10:30) –

Nahezu menschliche Züge haben Molekularbiologen der Tokyo University http://www.iam.u-tokyo.ac.jp bei Pflanzen entdeckt. Somit können Pflanzen zwischen freundlichen und
feindlichen Eindringlingen unterscheiden. Das gelingt ihnen, weil sie
die Moleküle am Ende der RNA des Angreifers erkennen und erklärt, wie es
Pflanzen schaffen, ihren Abwehrmechanismus in Gang zu setzen, wenn sie
angegriffen werden.

Posttranskriptionelles Gen-Silencing

Das menschliche Immunsystem schützt vor Erkrankungen
und Infektionen, indem es Viren und andere Erreger bekämpft. Pflanzen
verfügen über ein ähnliches System, das Posttranskriptionelles
Gen-Silencing genannt wird. Dabei handelt es sich um einen Eingriff in
das genetische Informationssystem. Fremde RNA wird bekämpft, eigene
verschont.

"Bisher ging die Forschung davon aus, Anfang und/oder
Ende der RNA-Kette könnten die Auslöser für die Mobilisierung des
pflanzlichen Immunsystems sein. Eine Festlegung auf einen bestimmten
Bereich gab es nicht", sagt Hiro-oki Iwakawa, Co-Autor der Studie. "Mit
klassischer Biochemie können wir biologische Prozesse im Labor
nachbilden", ergänzt Kollege Yukihide Tomari vom gleichen Tokioter
Institut.

Experimente mit Acker-Schmalwand

Die Forscher experimentierten mit der RNA von
Arabidopsis thaliana, einer wild wachsenden Blühpflanze, die im
Deutschen Acker-Schmalwand heißt. Sie isolierten daraus das RNA
Polymerase 6 Protein (RDR6), ein Schlüsselenzym zur Mobilisierung der
Immunabwehr. Dann beobachteten sie, was passiert, wenn sie dieses Enzym
mit unterschiedlichen Teilstücken einer fremden RNA vermischten.

Es stellte sich heraus, dass das Enzym auf fremde RNA
reagierte, wenn sich an deren Ende eine bestimmte Molekülanordnung
befand. Fehlte sie, reagierte die Pflanze nicht. Biotechniker könnten in
naher Zukunft dank der Erkenntnisse möglicherweise Pflanzen so
modifizieren, dass sie bestimmte Feinde erkennen, auf die sie von Natur
aus nicht gar geeicht sind.

Ende des Tunfischfangs ?

Nur noch 15 Prozent der einstigen Blauflossentun vorhanden

Traurige Zeiten für Atlantik-Blauflossentun (Foto: Jens Bredehorn/pixelio)
 
Monaco/Wien (pte/29.10.2009/11:51) – Das Handelsverbot des Atlantischen Blauflossentun ist berechtigt, kommen Umweltschützer zum Schluss. Vertreter von Monaco haben nach der Publikation über die heutigen Bestände des großen Raubfisches ein Handelsverbot gefordert. Die internationale Kommission für den Schutz des Atlantischen Tunfisch (ICCAT) http://www.iccat.int/en hat mitgeteilt, dass die Bestände des heutigen Blauflossentuns wahrscheinlich weniger als 15 Prozent ihrer ursprünglichen Größe betragen.

"Die Forderung von Monaco sieht vor, den Blauflossen-Tunfisch im Anhang 1 im internationalen Washingtoner-Artenschutz-Abkommen CITES http://www.cites.org zu listen", so Greenpeace-Meeresbiologin Antje Helms http://www.greenpeace.at im pressetext-Interview. Das würde bedeuten, dass es ein Handelsverbot für die Art gibt. Indirekt sei das ein Vorwurf an die ICCAT, beim Schutz der Art versagt zu haben, meint Helms. Eine Listung würde auch die Macht des ICCAT massiv schmälern. Erst im Vorjahr kam ein unabhängiger Bericht zum Schluss, dass das Fischerei-Management eine Schande sei.

Forderung nach Schutzzone im Laichgebiet

Der atlantische Blauflossentunfisch hat früher ein Gesamtgewicht bis zu 900 Kilogramm geschafft. Heute erreichen die großen Fische ein Maximalgewicht von 600 Kilogramm. Nach vier Jahren wird der Blauflossentun mit rund 35 Kilogramm Gewicht geschlechtsreif. "Wir fordern auch seit Jahren, dass im Laichgebiet um die Balearen eine Schutzzone für die Tiere errichtet wird", so Helms. Diese Forderungen verstummten jedoch ungehört. "Teilweise werden die Fische, wenn sie vom Atlantik kommen, sogar schon vor dem Ablaichen gefangen."

Der WWF habe im Vorjahr in einer Studie gezeigt, dass bei gleich bleibender Fangquote die Zahl der Fische 2012 so stark gesunken sein wird, dass die Tiere als ausgestorben gelten, erklärt Helms. "Offensichtlich ist die Lobby der Fischer so groß, dass eine vernünftige Regelung zum Fangstopp bisher nicht erreicht werden konnte", so die Meeresbiologin. Sollte der Blauflossentun tatsächlich mit einem Handelsverbot belegt werden, werde die erst kürzlich von spanischen Forschern präsentierte Methode zur genetischen Bestimmung von acht Tunfischarten an Bedeutung gewinnen.

Japans Heißhunger nach Tunfisch

Die meisten Atlantischen Blauflossentunfische werden im Mittelmeer gefangen. Verkauft wird der Großteil allerdings nach Asien, insbesondere nach Japan. Japan hat erst kürzlich in einem Statement gefordert, die Kontrolle über Fangquoten an Körperschaften wie die ICCAT zu übertragen als nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen CITES. "Es wird spannende Entscheidungen geben", meint Helms. Beide Organisationen tagen nur alle drei Jahre – die ICCAT im November in Brasilien und die CITES im März in Doha.

Live-Schaltung in die Nervenzelle

Live-Schaltung in die Nervenzelle

Max-Planck-Forscher beobachten erstmals den Proteinabbau direkt in Gehirnzellen

Neurodegenerative
Krankheiten wie Alzheimer, Huntington oder Parkinson beruhen auf
fehlerhaften Proteinen, die miteinander verklumpen,
sich in Nervenzellen des Gehirns ablagern und diese lähmen oder gar zum
Zelltod führen. In gesunden Zellen verhindert das ein als Proteasom
bekannter Enzymkomplex, der alte oder fehlerhafte Proteine abbaut und
recycelt.
Forscher um Wolfgang Baumeister am
Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München konnten nun
erstmals das Proteasom in gesunden Gehirnzellen bei der Arbeit
beobachten
und strukturell charakterisieren. „Als wir die Proteasomen auf unserem
Bildschirm sahen, waren wir uns sofort der großen Bedeutung bewusst“,
erinnert sich Shoh Asano, Erstautor der Studie. Die Ergebnisse wurden
nun im Journal
Science veröffentlicht.

Wissenschaftler
schätzen, dass unser Gehirn aus etwa zehn bis einhundert Milliarden
Nervenzellen besteht. Damit sie möglichst lange ihre
Funktionen im Gehirn wahrnehmen können, müssen sie die Proteine in
ihrem Inneren stets auf Qualität und Funktionalität prüfen und
gegebenenfalls ersetzen. Andernfalls drohen diese zu verklumpen und so
die Zelle zu lähmen oder im schlimmsten Fall zu deren Absterben
zu führen. Erkennt die Zelle ein defektes Protein, markiert sie dieses
zum Abbau. Das so gekennzeichnete Protein wird von einer Art molekularen
Schreddern, sogenannten Proteasomen, erkannt und in seine recylebaren
Einzelteile zerlegt. 

Was bisher
hauptsächlich im Reagenzglas untersucht wurde, konnten Forscher nun
erstmals direkt aus intakten Nervenzellen in einem dreidimensionalen
Computermodell abbilden. Möglich werden die Aufnahmen maßgeblich durch
die sogenannte Elektronenkryotomographie. Dabei wurden die Zellen
zunächst innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde schockgefroren, ihr
Inneres aus mehreren Winkeln aufgenommen und am Computer
dann dreidimensional abgebildet.

„Zum ersten Mal in intakten Zellen“

Durch gezielte
technische Neuerungen gelang den Forschern in der aktuellen Studie eine
bislang unerreichte Qualität in der Bildgebung, die es erlaubt,
einzelne Proteasomen innerhalb der Zellen zu unterscheiden. „Es ist zum
ersten Mal möglich, diesen wichtigen Enzymkomplex innerhalb einer
intakten Zelle qualitativ und quantitativ zu beschreiben“, ordnet Asano
die Ergebnisse ein.

In den folgenden
Experimenten konzentrierten sich die Wissenschaftler nun darauf, die
Aktivität der Proteasomen zu untersuchen. Dazu muss man wissen:
an den Enden eines Proteasoms finden sich spezielle kappenartige
Strukturen, die regulatorischen Partikel (s. Abbildung). Sie binden das
zum Abbau markierte Protein und ändern dabei Ihre Form. Die
Wissenschaftler konnten zwischen diesen verschiedenen Zuständen
der regulatorischen Partikel unterscheiden und so auswerten, welche der
Proteasomen sich momentan bei der Arbeit befanden.

Neue Möglichkeiten für die Zukunft

Das Fazit der
Forscher: befindet sich die Nervenzelle wie im aktuellen Experiment im
Ruhezustand, ist nur eine Minderheit der Proteasomen aktiv.
Konkret zeigten die Ergebnisse, dass nur jedes vierte Proteasom
Proteine schredderte, während die übrigen zum gleichen Zeitpunkt
ungenutzt blieben. Künftig wollen die Wissenschaftler insbesondere die
strukturellen Zustände der Proteasomen unter zellulärem
Stress untersuchen, wie er bei neurodegenerativen Krankheiten auftritt.
„Diese Studie zeigt die neuen Möglichkeiten, Proteinkomplexe in ihrer
Gesamtheit in der Zelle aufzulösen und ihre gegenseitigen funktionellen
Verzahnungen zu studieren“, gibt Wolfgang
Baumeister die Agenda für die Zukunft vor. [HS]

DGIM fördert Systemmedizin

DGIM fördert Systemmedizin – Molekulare Informationen bündeln und für die Behandlung nutzen

Wiesbaden/Mannheim,
– Blut-, Gewebe- oder Urinproben liefern dank hoch technologisierter
biochemischer, genetischer und physikalischer Analysen immer genauere
molekulare Informationen über Krankheiten. Ergänzt um Bilddaten und
klinische Tests ergibt sich daraus systematisch ein individualisiertes
medizinisches Gesamtbild eines Menschen. Ziel dieser „Systemmedizin“ ist
eine passgenaue Behandlung. Damit neue Erkenntnisse bestmöglich
zusammenfließen und Patienten helfen, konkretisiert die Deutsche
Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) diese Thematik jetzt in
einem Positionspapier zur „Systemmedizin“. Internisten komme dabei eine
wichtige integrative Funktion zu, so die DGIM.

Bioproben
aus Blut, Urin oder Gewebe bilden das Ausgangsmaterial für die Analyse
von Erbgut und die Erforschung von Proteinen oder biochemischen
Signalwegen wie beispielsweise der körpereigenen Abwehr. Sie liefern
molekulare Hinweise auf die Funktion von Organen und Zellen und deren
Kommunikation – etwa einer Krebszelle. Kombiniert mit Befunden aus der
Bildgebung und klinischen Tests ermöglicht dies heute, komplexe
Zusammenhänge von Krankheiten besser zu verstehen. „Mit der
Systemmedizin gewinnen wir ein neues Verständnis der vielen sich
wechselseitig beeinflussenden Faktoren, die letztendlich zu einer
Erkrankung führen“, sagt Professor Dr. med. Dr. h. c. Ulrich R. Fölsch,
Generalsekretär der DGIM aus Kiel. „Damit eröffnen sich Chancen für
Diagnostik und Therapie in der Medizin“. In der Krebsmedizin etwa kommen
diese Methoden bereits zum Einsatz.

Jedoch
stellen diese Entwicklungen die Innere Medizin auch vor neue Aufgaben,
denn die Erkenntnisse entspringen verschiedensten Forschungszweigen.
Zudem fallen große Datenmengen an, die es technisch und rechtlich
angemessen zu handhaben gilt. „Wir müssen deshalb Prozesse und
Strukturen entwickeln, um die unterschiedlichen Technologien und
Fachgebiete sinnvoll zusammenzuführen und sie für die klinische Arbeit
im Sinne einer internistischen Systemmedizin optimal nutzbar zu machen“,
sagt Professor Dr. med. Frank Lammert aus Homburg/Saar. Er sitzt der
DGIM-Kommission „Wissenschaft und Nachwuchsförderung“ vor, die das
Positionspapier vorlegt. Einen gangbaren Weg sieht die Kommission in der
Schaffung fachübergreifender Verbünde, die sämtliche Möglichkeiten
bündeln.

Um
das neue Wissen der Systemmedizin für das Gesundheitswesen verfügbar zu
machen, sei die Verknüpfung von Behandlungsdaten mit der
Versorgungsforschung notwendig – immer unter Wahrung der
Patientenrechte. Die Kommission fordert auch, neue Verfahren in
klinischen Studien zu prüfen, um Fehlentwicklungen zu vermeiden. „Wir
sehen uns hier in einer Vorreiterrolle bei der Generierung, Analyse und
Integration von großen Datenmengen zu Behandlungs- und Forschungszwecken
innerhalb der Medizin“, sagt Professor Dr. med. Nisar Malek aus
Tübingen, der die Stellungnahme zur Systemmedizin konzipiert hat.

Ärzte
und insbesondere Internisten müssen künftig in der Lage sein,
molekulare Informationen zu analysieren, in klinischen Zusammenhängen zu
interpretieren und ihre Patienten entsprechend zu beraten. „Das setzt
jedoch Wissen voraus, das heute nicht im notwendigen Umfang vermittelt
wird“, betont Professor Fölsch. Deshalb sieht das Positionspapier der
DGIM molekularmedizinische Fort- und Weiterbildungsangebote vor. „Wir
stehen vor einem völlig neuen Verständnis von Krankheiten, deren
Prävention und Therapie – dies gilt es entschlossen und gewissenhaft zum
Wohle unserer Patienten zu nutzen“, so Fölsch.