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Chip-Tablette schickt SMS an Smartphone

Chip-Tablette schickt SMS an Smartphone
US-Behörde erteilt elektronischen Pillen Zulassung
 
Pillen: jetzt auch mit Chip (Foto: pixelio.de, Rainer Sturm)

Washington (pte007/02.08.2012/10:30) – Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat erstmals Mikrochips zur oralen Einnahme zugelassen, wie Nature berichtet. Ein Sandkorngroßer Sensor, der in Pillen eingelassen wird, reagiert auf Kontakt mit Verdauungssäften und schickt eine Nachricht an ein Smartphone, auf dem eine entsprechende App installiert ist. So können Ärzte kontrollieren, ob ihre Patienten ihre Medizin ordnungsgemäß einnehmen. Vorerst ist der Einsatz nur für Placebos erlaubt, in Kürze soll aber auch das Okay für verschiedenste Medikamente kommen. Hergestellt werden die Chips vom US-Unternehmen Proteus Digital Health http://proteusdigitalhealth.com .

"Das halte ich für ein orwell’sches Szenario, das nicht stattfinden darf. Die Kooperation der Patienten bei Behandlungen ist zwar ein internationales Problem, die Erfolgsquote ist aber von Arzt zu Arzt unterschiedlich. Ein Funktionierendes Verhältnis zwischen Arzt und Patient ist das beste Mittel für regelmäßige Medikamenteneinnahme. Werden Menschen beispielsweise auf die Alkoholverträglichkeit eines Medikaments aufmerksam gemacht, ist eine Einnahme am Wochenende wahrscheinlicher", sagt Otto Pjeta vom Medikamentenreferat der Österreichischen Ärztekammer http://aerztekammer.at gegenüber pressetext. Am Ende müsse aber jeder Patient das Recht haben, über seinen Körper zu bestimmen.

Kontrolle lebenswichtig

In den USA nehmen bis zu 50 Prozent der Patienten ihre Medikamente nicht regelmäßig ein. "In Europa sind die Zahlen vergleichbar. Viele Menschen nehmen verschriebene Medizin entweder gar nicht oder nicht regelmäßig", sagt Tassilo Korab, Sprecher des Healthcare Compliance Packaging Council Europe http://hcpc-europe.net , gegenüber pressetext. Der Chip in der Pille könnte solche Probleme beheben. Der winzige Sensor aus Silizium und Spuren von Kupfer und Magnesium reagiert auf Kontakt mit Magensäure und sendet ein Signal, das an den Arzt geht.

Bei Unregelmäßigkeiten können Mediziner einschreiten und die Dosis oder die Gabemethode anpassen. "Ähnliche Ansätze gibt es mit intelligenten Packungen, die Ärzte informieren, wenn eine Tablette entnommen wird. Diese Methoden sind allerdings aufwendig und teuer. Für Einzelfälle, in denen das Leben der Patienten von regelmäßiger Medikamenteneinnahme abhängt – etwa Organtransplantationen – halte ich Überwachung für sinnvoll", so Korab. Die Chippille sei eine bessere Variante, weil sie die Einnahme tatsächlich garantieren kann. "Auch in schweren Fällen bin ich gegen eine Überwachung, weil sie die Würde der Menschen verletzen würde", so Pjeta.

Erst der Anfang

"Menschen, deren Leben von einem Medikament anhängt, sind oft dankbar für die Kontrolle. Angst vor Big Brother ist hier deshalb nicht angebracht. Für eine flächendeckende Anwendung macht die Technologie ohnehin keinen Sinn", so Korab. Bei weniger kritischen Fällen gibt es andere Mittel und Wege die Kooperation der Patienten zu gewährleisten.

"Die Wichtigkeit der Thematik muss Ärzten bereits im Studium beigebracht werden. Derzeit können viele Mediziner das Problem überhaupt nicht richtig einschätzen. Zusätzlich muss den Patienten die Einnahme eines Medikamentes so einfach wie möglich gemacht werden, durch entsprechende Gestaltung von Verpackungen und Beipacktexten. Angaben zu Nebenwirkungen, die dort aus Haftpflichtgründen stehen, haben dort eigentlich nichts zu suchen. Auch ein Kontrollinstrument für die Patienten selber kann helfen", so Korab.

In den USA setzt die Medizin trotzdem lieber auf die Technik. Einige Experten sehen im verschluckbaren Chip den Anfang einer schönen neuen Welt. Chips im Körper könnten künftig verschiedenste Daten liefern, mit Minilabors Analysen durchführen und sogar kontrolliert Medikamente verabreichen. "Die 2010er-Jahre werden als die Ära der digitalen medizinischen Elektronik in die Geschichte eingehen. Es wird gerade an vielen Technologien gearbeitet, die die Medizin verändern werden", sagt Eric Topol, Autor des Buches "The Creative Destruction of Medicine".

Größere Sicherheit für Kernreaktoren möglich

pte20181221003 Forschung/Technologie, Umwelt/Energie

Neue Teile für Atomreaktoren noch besser

Verfahren per Laser-Technik beschleunigt Entwicklung noch widerstandsfähigerer Werkstoffe

(pte003/21.12.2018/06:10) – Ein neues Verfahren, mit dem sich die
Veränderungen an neuen Werkstoffen unter radioaktiver Belastung sehr
schnell ermitteln lassen, haben Forscher am Massachusetts Institute of
Technology (MIT) http://mit.edu in Kooperation mit Kollegen der Sandia National Laboratories http://sandia.gov entwickelt.

Beschießen mit dem Laser

Die Forscher nutzen eine transiente Gitterspektroskopie genannte
Technik. Dabei wird ein Laserstrahl auf die Probe geschossen, die einer
hohen radioaktiven Strahlung ausgesetzt ist. Der Laser versetzt die
Probe in Schwingungen. Gemeinsam mit den Strahlenschäden lösen die
Vibrationen winzige Änderungen an der Oberfläche aus, die Rückschlüsse
darauf zulassen, was im Inneren des Materials geschieht.

MIT-Reaktortechniker Michael P. Short und sein Doktorand Cody A. Dennett
hatten das Verfahren vor zwei Jahren erstmals vorgestellt. Jetzt, nach
ausgiebigen Tests, ist es so weit ausgereift, dass
Materialwissenschaftler es nutzen können, um neue strahlenresistente
Werkstoffe zu entwickeln, die die Sicherheit von Kernkraftwerken weiter
verbessern.

Wichtig bei Überprüfung

Auch Entscheider, die vor der Frage stehen, den Betrieb von Anlagen zu
verlängern, die bereits 30 Jahre lang Strom erzeugt haben, sollen von
der neuen Technik profitieren. Sie können sich innerhalb kurzer Zeit ein
Bild vom Zustand der Bauteile im Inneren eines Reaktors machen.

Bisher werden Werkstoffe einer Strahlung ausgesetzt, herausgenommen und
"in Stücke geschlagen, um herauszufinden, was passiert ist", sagt
Dennet. "Wir wollten stattdessen sehen, welche Veränderungen sich
während der Bestrahlung ergaben." Jetzt lägen Ergebnisse schon nach
Stunden vor. Mit der bisher eingesetzten Methode dauere es hingegen
Monate.

Online-Suche: Namenswechsel führt zu Irritationen

Online-Suche: Namenswechsel führt zu Irritationen
Experte rät, Namen schrittweise einzuführen – Frauen stark betroffen
 
Hochzeit: der Beginn der SEO-Bedenken (Foto: flickr/chätzle)

New York/Düsseldorf (pte003/26.08.2013/06:45) – Heiraten zwei Menschen, ändert sich in den meisten Fällen auch der Nachname eines Partners. Was einerseits als romantischer Akt der Verbundenheit interpretiert wird, kann andererseits im Zeitalter des Internets zu einigen Komplikationen führen. Vornehmlich Frauen stehen vor dem Problem, nach einem Namenswechsel über Suchmaschinen nicht mehr gefunden zu werden. "Die Frage nach dem Umgang mit einem geänderten Namen im Netz hängt stets von persönlichen Gründen ab, doch generell würde ich von einem harten Schnitt abraten", erklärt Christian Scherg, Experte für Online-Reputation und Geschäftsführer von Revolvermänner http://revolvermaenner.com , im Gespräch mit pressetext.

Gutes SEO-Ranking für manche ein Muss

Suchmaschinenoptimierung (kurz: SEO) wird mit der zunehmenden Bedeutung von Google als zentrale Informationsquelle immer wichtiger. Vor allem Unternehmer, Promis und karriereorientierte Digital Natives sind darauf bedacht, in den endlosen Weiten des World Wide Web nicht unterzugehen. Wenn es also um den eigenen Namen geht, sind gute Suchergebnisse bei Google beinahe ein Muss.

Scherg empfiehlt, nach einem Namenswechsel übergangsweise den alten Namen im Internet weiterzuführen und gleichzeitig den neuen Namen schrittweise einzuführen. Dabei komme es naturgemäß auf den gesellschaftlichen und beruflichen Status an und wie viel Wert man selbst auf eine lückenlose Online-Vita lege, so der Experte. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit, bei Social-Media-Plattformen seinen Mädchennamen in Klammern anzugeben, wenngleich dies auch nur ein "Behelfsmittel" sei.

Doppelname als Alternative

Eine Möglichkeit, um dieser ganzen Problematik einigermaßen aus dem Weg zu gehen, wäre die Führung eines Doppelnamens. So gibt man der Suchmaschine die Chance, sich an den neuen Namen zu "gewöhnen" und gleichzeitig bleibt man weiterhin auffindbar. Ist in diesem Fall der neue angenommene Name zudem noch ausgefallener als der eigene Name, hat das sogar Vorteile, indem man sich von gleichnamigen Personen besser unterscheiden kann. Während sich eine Maria Müller im Google-Universum schwer gegen ihre Konkurrenz durchsetzt, rangiert hingegen eine Maria Müller-Hauseck wohl ganz oben bei den Suchergebnissen.

Eine Patentlösung für diese Problematik gibt es allerdings nicht. Auch Google selbst hat keine Lösung parat. "Im Interesse derjenigen, die Sie und ihre Arbeit suchen, sollten Sie vermutlich Ihren Mädchennamen behalten", wird ein Konzernsprecher von der Plattform Mashable zitiert. Wer jedoch den Namen seines Partners annehmen möchte, wird auch diesen Stolperstein des Web 2.0 meistern.

Innenraum-Navigation mit WLAN-Karten

Innenraum-Navigation mit WLAN-Karten
Ansatz nimmt WLAN-Fingerabdrücke ganz unabhängig von GPS
 
WLAN in Wohnhäusern: Reicht zur Positionierung (Foto: Gerd Altmann, pixelio.de)

Daejeon (pte004/19.12.2012/06:15) – Südkoreanische Forscher haben eine Methode entwickelt, um eine bessere Handy-Navigation im Inneren von Gebäuden wie Einkaufszentren zu ermöglichen. Das Team um Dong-Soo Han, Informatikprofessor am Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) http://www.kaist.edu/english/ nutzt ähnlich wie manche aktuelle Lösungen WLAN-Fingerabdrücke, um eine Funkkarte zu erstellen. Doch kommt sie dabei gänzlich ohne GPS-Daten als Anhaltspunkt aus – einfach, weil Menschen viel Zeit daheim und im Büro verbringen.

WPS hat Grenzen

Aktuell nutzen unter anderem Apple und Google das sogenannte WLAN Positioning System (WPS), um die Schwäche von GPS in Innenräumen zu kompensieren. Dazu nutzen sie charakteristische Signale von WLAN-Netzen in der Umgebung als Fingerabdruck. "Diese Technologie braucht aber GPS-Signale, um die Standorte der von mobilen Geräten gesammelten WLAN-Fingerabdrucke zu bestimmen", so Han. Daher könnte es sein, dass man zwar von starken WLAN-Signalen umgeben ist, diese aber trotzdem für die Positionierung nutzlos sind.

"Wir haben endlich eine Radiokarte geschaffen, die ausschließlich aus WLAN-Fingerbadrücken erstellt wird", sagt der Informatiker. Denn das KAIST-Team hat im Halbstunden-Takt Fingerabdrücke von Smartphones gesammelt und dabei festgestellt, dass sich die mobilen Geräte oft über lange Zeit nicht bewegen. Die Erklärung dafür ist leicht. "Wer einen fixen Job hat, dessen Handy hat mindestens zwei feste Standorte – Zuhause und Büro", erklärt Han. Genau das hat sich sein Team jetzt zunutze gemacht.

Wo Smartphones wohnen

Bei dem neuen Ansatz werden die Wohn- und Geschäftsadressen von Usern zu Referenzpunkten, die das Team über Googles Geocoding mit geografischen Koordinaten verknüpft. So entsteht eine Funkkarte ohne jegliche GPS-Positionierung, die eine Standortverfolgung für Handys ermöglicht. Bei Test in vier Gebieten haben die Forscher Karten anhand von je 7.000 WLAN-Fingerabdrücken bei 400 Access Points erstellt. Wie sich gezeigt hat, hängt die Positionierungsgenauigkeit vom gesammelten Datenvolumen ab – ist dieses groß genug, sinkt der mittlere Fehler auf unter zehn Meter.

Han räumt ein, dass bei diesem Ansatz noch einige Probleme wie der Datenschutz zu lösen sind. Von der Notwendigkeit einer derartigen Lösung ist der Informatiker aber überzeugt, da User einfach zunehmend ihren Standort auch in großen Gebäudekomplexen sinnvoll bestimmen wollen. Genau das soll die Adressen-basierte Funkkarte letztlich ermöglichen – und auch neue Anwendungen beispielsweise für Rettungsdienste oder wie das Aufspüren verlorenener Handys.

Mit Antikörper gegen Ebola-Seuche – erste Erfolge

DNA-kodierte Antikörper merzen Ebola aus

US-Wissenschaftler des Wistar Institute melden erste Erfolge im Zuge von vorklinischen Tests

Ebola: Forscher arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff (Foto: wistar.org)
Ebola: Forscher arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff (Foto: wistar.org)

Philadelphia (pte001/16.11.2018/06:00) – Forscher am Wistar Institute http://wistar.org haben Antikörper entwickelt, die Ebola in vorklinischen Tests
bekämpfen. Es handelt sich um sogenannte DNA-kodierte monoklonale
Antikörper (DMAbs), die das Team um David B. Weiner synthetisch
hergestellt hat. Es zeigte sich, dass Mäuse, denen die Präparate
gespritzt wurden, Abwehrmechanismen gegen Ebola entwickelten. Dutzende
dieser Moleküle, jeweils leicht modifiziert, wurden getestet, die
effektivsten für weitere Studien ausgewählt.

Neue DMAbs-Plattform

"Die von uns entwickelte DMAbs-Plattform ermöglicht es, Antikörper von
Menschen, die immun gegenüber dem Ebola-Virus geworden sind,
einzusammeln und schnell zu vermehren. Dann können sie Erkrankten
gespritzt werden", so Weiner. Damit werde es möglich, eine Epidemie zu
verhindern, wenn die Krankheit lokal ausbricht. Zuvor hatten die
Forscher Präparate ausgemustert, die sich nur langsam entwickeln ließen
oder gar nicht herstellbar waren.

Außer den Präparaten, die Erkrankte heilen können, entwickelt das
Weiner-Team auch einen Impfstoff. Dieser befindet sich ebenfalls noch im
vorklinischen Stadium. Wenn er irgendwann alle Tests bestanden hat und
zugelassen ist, können Menschen, die Ebola-Risiken ausgesetzt sind,
vorsorglich geimpft werden, beispielsweise Reisende oder klinisches
Personal.

Suche nach billiger Lösung

Das Virus wird von Wildtieren auf Menschen übertragen, etwa, wenn sie
gejagt werden. Auch die Ansteckung bei erkrankten Menschen ist möglich.
Derzeit gibt es weder ein Präparat, das die Krankheit bekämpft, noch
irgendeine Art der medizinischen Vorsorge. Ein Problem ist, dass die
Vermehrung, Optimierung und Herstellung sehr teuer ist, sodass längst
nicht alle Betroffenen behandelt werden können.

Die Folgen eines Ausbruchs der aggressiven und hochansteckenden
Krankheit sind verheerend. Zwischen 2014 und 2016 litten 28.600 Menschen
in Westafrika am Ebola-Fieber, 11.325 starben. In der Demokratischen
Republik Kongo brach die Krankheit im August dieses Jahres aus. Bisher
gab es mehr als 200 Todesfälle.

Fahren mit Kater oder betrunken gleich riskant

Fahren mit Kater oder betrunken gleich riskant
Null-Promille-Tag danach hat selbe Folgen wie Trunkenheit am Steuer
 
Bier: Man sollte auch am Tag danach das Fahren lassen (Foto: pixelio.de/mulder)

London (pte001/12.12.2013/06:00) – Ein Kater nach einer durchzechten Nacht beeinflusst das Autofahren im selben Maße wie das Fahren im betrunkenem Zustand. Das zeigt eine aktuelle Erhebung der University of the West of England http://uwe.ac.uk und der Utrecht University http://www.uu.nl . Demnach sind die Auswirkungen eines Alkoholexzesses noch viel länger zu spüren, als dies im Blut nachzuweisen ist, berichtet das Magazin Phys.

Gefährlich für Pendler

Im Zuge der Studie unternahmen die Probanden eine 20-minütige Fahrt im Simulator, nachdem sie die Nacht davor getrunken hatten. Die Ergebnisse waren eindeutig. Bei den Fahrern mit Kater stiegen sowohl die Variabilität in der Fahrgeschwindigkeit und die Reaktionszeit als auch die Fahrfehler signifikant an. Laut Studienleiter Chris Alford sollte diese Erkenntnis auch künftig in Fahrsicherheitskampagnen einfließen.

Der Test sollte die Herausforderungen eines Pendlers simulieren, die er mit dem Auto tagtäglich bewältigen muss. "Diese Simulation repräsentiert eine Situation, die viele Menschen nachvollziehen können. Sie mögen bereits so vernünftig sein und auf ihr Auto verzichten, um wieder nach Hause zu kommen. Genau die gleiche Vorsicht sollte aber auch für den nächsten Tag gelten", so Alford.

Konzentrationsmängel

In der niederländischen Studie nahmen freiwillige Personen an einem einstündigen Autobahn-Fahrtest teil, nachdem sie in der Nacht zuvor durchschnittlich zehn alkoholische Getränke konsumiert hatten. Verglichen mit Testern, die die Nacht zuvor nüchtern blieben, zeigten die Ergebnisse einen signifikante Anstieg der Fehler durch Konzentrationsmängel, sowie einen Anstieg der Pendelbewegungen.

Die Tests wurden durchgeführt, nachdem der Alkoholspiegel im Blut bei den zu testenden Personen wieder Null erreicht hatte. Im Ergebnis war die Fahrtauglichkeit der "Kater-Fahrer" vergleichbar mit den Fahrern, die über dem gesetzlich erlaubten Alkohollimit von 0,5 Promille unterwegs sind. Die Mähr, dass einige Leute von sich meinen, gegen Kater immun zu sein, wurde von kanadischen Forschern erschüttert. Bei 800 Getesteten war eine überwältigende Mehrheit von den Nachfolgen des Alkoholkonsums beeinflusst.

Ampelkennzeichnung bei Lebensmitteln

Kennzeichnung schlägt sich nicht im Verhalten nieder

Der Herbst leuchtet dieses Jahr in Ampelfarben. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat mit Eltern, Ärzten und AOK eine Allianz pro Ampelkennzeichnung gebildet. Foodwatch befragte Verbraucher am Telefon zu diesem Modell und auch die Verbraucherschutzminister wünschten sich während ihrer Konferenz am 18. und 19. September, dass die wichtigsten Nährwertangaben auf der Packung künftig mit Ampelfarben hinterlegt werden. Ob sich die Deutschen besser orientieren können, wenn mehrere tausend Lebensmittel in einem Supermarkt vier bis fünf verschiedenfarbige Ampelpunkte tragen, stand allerdings bislang noch in den Sternen.

Etwas mehr Licht in dieses Dunkel bringt nun hoffentlich eine Studie der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, die kurz vor der Veröffentlichung steht. Joachim Westenhöfer, Professor für Ernährungs- und Gesundheitspsychologie, ging der Frage nach, welches Kennzeichnungsmodell Verbrauchern am besten bei der Lebensmittelauswahl hilft. Er versah Produkte mit vier unterschiedlichen Kennzeichnungsvarianten, darunter auch die GDA-Kennzeichnung (Guideline Daily Amount), die darüber informiert, welche Nährstoffe prozentual zum Tagesbedarf in einer Portion enthalten sind sowie die Ampelkennzeichnung, wie sie in Großbritannien praktiziert wird.

Zuerst die gute Nachricht für alle Ampelfreunde: Bei manchen Lebensmitteln, zum Beispiel Jogurtprodukten, konnten die Studienteilnehmer den Nährwert mit Hilfe der Ampelkennzeichnung besser einschätzen. Bei vielen Lebensmitteln hatte die Kennzeichnung allerdings keinen Einfluss. Dann die gute Nachricht für die Gegner der Ampelkennzeichnung und alle Freunde keiner Kennzeichnung: Sollten sich die Studienteilnehmer einen Tagesplan mit den unterschiedlich gekennzeichneten Produkten zusammenstellen, dann war es unerheblich, wie die Produkte gekennzeichnet waren.

Unterm Strich war der Nährstoffgehalt der Tagespläne vergleichbar. Schließlich ein Hinweis für die Vertreter des GDA-Modells: Dieses Modell führte nur selten zu einer besseren Einschätzung der Lebensmittel als gar keine Kennzeichnung. Das ist allerdings nichts Neues; ähnliche Ergebnisse erbrachte schon eine Studie von 1996. „Was die Verständlichkeit angeht, gibt es Unterschiede, da scheint die Ampelkennzeichnung bei manchen Lebensmitteln vorteilhaft zu sein“, kommentiert Westenhöfer seine Ergebnisse. „Verständlichkeit schlägt sich allerdings nicht automatisch in Verhalten nieder.“ Westenhöfer plädiert dafür, die Kennzeichnung, bevor sie eingeführt wird, auf ihre Wirksamkeit zu untersuchen. Damit macht Westenhöfer ein Fass auf. Die wissenschaftliche Studienlage war bislang beeindruckend dürftig. Einmal abgesehen von Meinungsumfragen, die in dieser Sache nur begrenzten Nährwert haben, weil Kopf und Bauch bekanntlich unterschiedlich entscheiden. aid, Gesa Maschkowski

aid: Infodienst für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Der gemeinnützige Verein löste sich 2016 auf.

Weitere Informationen: Bundeszentrum für Ernährung

Rauchende Mütter schädigen Gehör ihrer Kinder

Rauchende Mütter schädigen Gehör ihrer Kinder

Eindeutiger Zusammenhang bei jungen Heranwachsenden erwiesen

Ohr eines Babys: Gehör leidet durch Rauchen (Foto: pixelio.de, Michael Lorenzet)
Ohr eines Babys: Gehör leidet durch Rauchen (Foto: pixelio.de, Michael Lorenzet)

Kyoto (pte012/06.06.2018/11:30) –

Der Kontakt mit Tabakrauch vor und nach der Geburt steht laut einer Studie von Forschern der Kyoto University http://kyoto-u.ac.jp/en mit einer Schädigung des Gehörs bei Kleinkindern in Zusammenhang. Die
Forscher werteten die Daten von 50.734 Kindern im Alter von drei Jahren
aus, die zwischen 2004 und 2010 geboren wurden.

Risiko steigt massiv an

3,8 Prozent der Kinder waren dem Rauchen nur während
der Schwangerschaft ausgesetzt. 15,2 Prozent wurden im Mutterleib nur
anfänglichem Rauchen der schwangeren Mutter ausgesetzt. 3,9 Prozent
kamen im Alter von vier Monaten nur mit dem Passivrauchen in Kontakt.
0,9 Prozent waren dem Tabakrauch während der Schwangerschaft und im
Alter von vier Monaten ausgesetzt. Im Alter von drei Jahren lag bei 4,6
Prozent der Kinder eine Schädigung des Gehörs vor.

Im Vergleich zu Kindern, die Tabakrauch nicht vor der
Geburt und im Alter von vier Monaten ausgesetzt waren, verfügten Kinder,
die nur zu Anfang der Schwangerschaft das Rauchen der Mütter erleiden
mussten, über ein um 26 Prozent erhöhtes relatives Risiko einer
Gehörschädigung. Kinder, die im Alter von vier Monaten nur mit
Passivrauch in Kontakt kamen, wiesen über ein um 30 Prozent erhöhtes
relatives Risiko auf. Kinder, die nur während der Schwangerschaft dem
Rauchen ausgesetzt waren, hatten ein um 68 Prozent erhöhtes relatives
Risiko. Jene, die Rauchen während der Schwangerschaft und Passivrauch
mit vier Monaten ausgesetzt waren, kommen auf ein mehr als 2,4 Mal so
hohes relatives Risiko einer Gehörschädigung.

Weitere Aufklärung nötig

Laut Forschungsleiter Koji Kawakami rauchen trotz
anderslautender Empfehlungen manche Frauen immer noch während der
Schwangerschaft. Viele Kinder seien zudem immer noch Passivrauch
ausgesetzt. "Diese Studie zeigt eindeutig, dass das Verhindern des
Kontakts mit Tabakrauch während der Schwangerschaft und nach der Geburt
das Risiko von Hörproblemen bei Kindern verringern kann." Es sei daher
notwendig, weitere Maßnahmen zur Verhinderung des Rauchens vor und nach
der Schwangerschaft sowie des Passivrauchens bei Kindern zu setzen. Die
Ergebnisse wurden in "Paediatric and Perinatal Epidemiology"
veröffentlicht.

Proteinmolekül schützt vor Krebsleiden – Mit einer Einschätzung von Jean Pütz

Meine persönliche Bemerkung:

Unsere
Bundeswissenschaftsministerin Anja Karliczek konnte ich bei einem Besuch
des Krebsforschungszentrum Heidelberg mit einigen ausgesuchten
Wissenschaftsjournalisten begleiten. Dort erhielten wir Informationen
über modernste Krebsforschung. Ein Aspekt hat mich besonders fasziniert:
Die Forschung mit Hilfe des Immunsystems Krebszellen im Körper gezielt
anzugreifen. Normalerweise unterscheiden sich die Krebszellen nicht vom
körpereigenen Gewebe. Deswegen sind sie nicht durch einfache Medikamente
erreichbar, sonst würden auch die gesunden Zellen angegriffen, wie das
bei Bestrahlung und Chemotherapie der Fall ist. Neuartige Immuntherapie
geht nun andere Wege. Durch bestimmte Marker, z. B. Antikörper oder
vergleichbare Substanzen, können diese Krebszellen markiert und das
Immunsystem kann dadurch veranlasst werden, sie auszumergeln. Das
Immunsystem ist die beste Apotheke, die jemals entwickelt werden kann.
Es hat sehr viele Zelltypen, z. B. versteckt in unterschiedlichen weißen
Blutkörperchen, die ganz gezielt den Gesamtorganismus schützen. Das ist
ähnlich wie bei Impfungen. Durch neutralisierte Krankheitserreger wird
das Immunsystem veranlasst, Maßnahmen gegen diese schädlichen Zellen zu
ergreifen.  Dabei hat es ein teilweise lebenslanges Gedächtnissystem
entwickelt. So sind z. B. die schrecklichen Pocken oder Kinderlähmung
ausgerottet worden. Bei modernen Impfstoffen werden teilweise nur die
Oberflächen von Viren und Bakterien dem Immunsystem präsentiert, das
reagiert genauso als ob das aktive Mikroben wären. Deswegen sind
heutzutage die modernen Impfstoffe fast ohne Ausnahme völlig
ungefährlich. Selbst der Grippeerreger, der sich bekanntlich sehr
schnell verändert (durch Mutationen) lässt sich durch stete Anpassung
auf zukünftige Arten unter Kontrolle bringen. Darum ist Impfen die beste
Methode, seine Gesundheit vorausschauend zu schützen. Prof. Dr.
Uhlenbrok setzt noch eins drauf. Er meint, dass jede Impfung das
Immunsystem stärkt.

Lesen Sie dazu den nachfolgenden Artikel der beschreibt, wie das Immunsystem aktiviert werden kann.

Ihr Jean Pütz


Proteinmolekül schützt vor Krebsleiden

(pte016/15.02.2019/11:30) – Forscher der University of Louisville http://louisville.edu haben bei einem Molekül für die Krebsimmuntherapie entdeckt, dass es
auch gegen eine Reihe von Krebsarten schützt. Das rekombinante
Proteinmolekül SA-4-1BBL wurde bisher bei präklinischen Tiermodellen
erfolgreich zur Erhöhung der Wirksamkeit von Krebsimpfstoffen
eingesetzt.

Wirksamkeit von CD8+T-Zellen

Das Molekül erhöht die Wirksamkeit von CD8+T-Zellen, die darauf
ausgerichtet sind, einen Tumor zu zerstören. Als die Forscher gesunde
Mäuse nur mit SA-4-1BBL behandelten, waren sie später gegen verschiedene
Arten von Tumorzellen geschützt. Neu ist laut Forschungsleiterin Haval
Shirwan die Fähigkeit dieses Moleküls, eine Immunreaktion hervorzurufen,
die den Körper auf das Vorhandensein von Tumorzellen überprüft und den
Krebs eliminiert, bevor er sich festsetzen kann. Normalerweise muss das
Immunsystem einen Tumor als gefährlich erkennen, um eine entsprechende
Gegenreaktion einzuleiten. Die jetzt nachgewiesene Reaktion tritt jedoch
nicht als eine derartige Reaktion auf, so Shirwan.

Für die in "Cancer Research" veröffentlichte Studie wurden Mäuse, die
nie an Krebs erkrankt waren, nur mit SA-4-1BBL behandelt. In der Folge
wurden sie in unterschiedlichen Abständen Tumorzellen von
Gebärmutterhals- und Lungenkrebs ausgesetzt. Die Tiere wiesen einen
deutlichen Schutz gegen die Entstehung von Tumoren auf. Dieser Schutz
war bei einem Kontakt zwei Wochen nach der Behandlung mit SA-4-1BBL am
größten. Die Wirkung hielt insgesamt mehr als acht Wochen lang an.

Aus den Bergen an die Küste

Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven übernimmt weltweites Archiv für Strahlungsdaten aus der Schweiz

Bremerhaven, den 3. Juli 2008. Das internationale Archiv für Strahlungsdaten World Radiation Monitoring Center (WRMC) stellt für die Klimaforschung hochgenaue, meteorologische Messreihen zur Verfügung. Nach 15 Jahren Laufzeit an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (ETHZ) wird ab Montag, den 7. Juli 2008 das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft den Fortbestand und die Weiterentwicklung dieses einmaligen Archivs sicherstellen. Die Daten dienen der Klimabeobachtung, der Überwachung der Einflüsse des Menschen auf die Erdatmosphäre sowie der Verbesserung der Klimavorhersagen.

Ende der 80er Jahre befasste sich der Weltklimarat erstmalig mit der Zusammenstellung des damaligen Wissens der Klimaforschung. Unter anderem wurde festgestellt, dass die bodennahen Energieumsätze der Sonnenstrahlung sowie der Wärmestrahlung der Erdoberfläche und der Wolken nicht ausreichend bekannt waren. Um diesen Mangel zu beheben, wurde ein globales Netzwerk für bodennahe Strahlungsmessstationen (Baseline Surface Radiation Network – BSRN) gefordert. Die Genauigkeitsansprüche an die Messstationen waren sehr hoch, so dass anfänglich weltweit nur zehn Stationen teilnahmen. Dazu zählten die vom Alfred-Wegener-Institut betriebenen Observatorien an der Neumayer-Station in der Antarktis sowie der Koldewey-Station auf Spitzbergen in der Arktis. Mittlerweile speisen weltweit 43 Messstationen ihre Daten in das Netzwerk ein.

Kern des World Radiation Monitoring Centers (WRMC) ist sein zentrales Datenarchiv. Es wurde 1992 an der ETHZ unter der Leitung von Prof. Ohmura entwickelt und enthält auch alle begleitenden meteorologischen Beobachtungen, die zur Interpretation der im Minutentakt vorliegenden Strahlungsmessungen notwendig sind. Dazu gehören unter anderem die mit Wetterballonen gewonnenen vertikalen Profile der Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit, die Wolkenbeobachtungen und Wolkenhöhen.

Mittels Satelliten wird die bodennahe Strahlung ­ welche das Klima entscheidend beeinflusst – flächendeckend abgeschätzt. Die Genauigkeit wird durch Vergleich mit den direkten Messungen des World Radiation Monitoring Centers verbessert.

Auch Klimamodelle sind auf solche Verfahren angewiesen, die bodennahe Strahlung liefern. Diese Strahlungsberechnungen werden mit den Daten des World Radiation Monitoring Center überprüft und optimiert. Außerdem sind mit diesen Messungen Trendanalysen möglich, da einige Stationen bereits seit 15 Jahren kontinuierlich messen. Erste Ergebnisse deuten gegenwärtig eine leichte globale Erhöhung der von der Sonne stammenden Strahlung an, sehr wahrscheinlich als Folge einer verbesserten Luftreinhaltepolitik.

Im Rahmen des 10. BSRN-Workshops vom 7. bis 11. Juli in De Bilt, Niederlande, wird das Archiv von Dr. Gert König-Langlo, Meteorologe und Leiter des WRMC am Alfred-Wegener-Institut, offiziell eröffnet. Weitere Informationen unter: http://www.bsrn.awi.de.

Hinweise für Redaktionen:
Ihre Ansprechpartner am Alfred-Wegener-Institut sind Dr. Gert König-Langlo (Tel. 0471 4831-1806; E-Mail: Gert.Koenig-Langlo@awi.de) sowie in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Dr. Ude Cieluch (Tel. 0471 4831-2008; E-Mail: Ude.Cieluch@awi.de). Druckbare Bilder finden Sie auf unserer Webseite unter http://www.awi.de.

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.