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Warten bis die Kohlenstoff-Spekulationsblase platzt?

Divestment – oder Warten bis die Kohlenstoff-Spekulationsblase platzt?

Vorbemerkung: In der gleichlautenden Internet-Version finden Sie zu
desem Beitrag noch zwei erhellende Karikaturen von Gerhard Mester.
http://www.sfv.de/artikel/divestment_-_die_kohlenstoff-spekulationsblase_zum_platzen_bringen_.htm

Seit 100 Jahren investieren Versicherungen, Banken, Rentenfonds,
Stiftungen, Kommunen, Universitäten und Privatpersonen ihr Kapital in
Unternehmen, die hohe Gewinne versprechen. Sie investieren in der
Hoffnung auf Reichtum und damit verbundene Macht. Ob festverzinsliche
Staatsanleihen, ob Produktion von Giftgas oder Streuminen, von
Zigaretten oder Kettensägen, von energieintensiven Grundstoffen wie
Aluminium oder Kunstdünger, oder eben auch direkt von Strom aus
Braunkohle,– die Anleger fragen nur nach der Rendite.

So werden ohne Skrupel auch Unternehmen gestützt, die mit der Nutzung
von fossilen Energien und der Ruinierung des Weltklimas befasst sind.
Das gilt bisher als todsicheres Geschäftsmodell, denn der
Energiehunger steigt weltweit, und die Verfügungsrechte über Kohle,
Erdöl und Erdgas, die noch unter der Erd- oder Meeresoberfläche
vermutet werden, werden sogar mit militärischer Macht gesichert.

Angst vor dem Klimawandel? Diejenigen, die in das Spiel um den großen
Geld- und Machtgewinn verwickelt sind, interessiert alles Übrige nur
noch am Rande. Vielleicht ist das ähnlich, wie das Fieber bei der
Fußballweltmeisterschaft oder beim Sex? Während des Spiels empfindet
man alles, was nicht unmittelbar dazu gehört, nur als störende
Ablenkung: "Klimawandel??? Das hat doch noch Zeit!"

Der jämmerliche Hungertod von König Midas, dem wunschgemäß alles, was
er anfasste, zu Gold wurde, ist offenbar nicht abschreckend genug. Wer
ausschließlich im Abwägen von finanziellem Gewinn oder Verlust
befangen ist, lässt sich nur noch ansprechen, wenn ihm ein Risiko vor
Augen geführt wird, das zu seinen Begrifflichkeiten passt. Dass eine
„Spekulationsblase“ platzen kann,– dieses Risiko leuchtet jedem
Börsenspekulanten sofort ein, und davor hat er echt Angst.

Damit kommen wir zur Kohlenstoff-Spekulationsblase: Die derzeitige
Bewertung der Fossilunternehmen ergibt sich aus der unhinterfragten
Vorstellung, dass alle bekannten und vermuteten fossilen Bodenschätze
noch gefördert und energetisch genutzt werden. Wem allerdings bewusst
ist, dass jede weitere Tonne Kohle den Klimakollaps noch verschlimmert
und dass die Ressourcen deshalb in der Erde bleiben müssen, der erkennt,
dass die fossilen Unternehmen völlig überbewertet sind.

Die von Sigmar Gabriel vorgeschlagene Klimaabgabe hat offensichtlich
trotz ihrer unzureichenden Höhe den Fossil-Spekulanten einen Schock
versetzt, wie die überschießend heftigen Reaktionen zeigen. Eine
administrative Beschränkung der Kohle- und Ölförderung würde dazu
führen, dass die Gewinnaussichten von einigen ernüchterten Analysten
geringer eingeschätzt werden. Vorsichtige Anleger werden ihr Kapital
abziehen. Damit sinkt der Aktienkurs. Das alarmiert andere Anleger;
sie überprüfen die Gewinnaussichten und ziehen –- möglichst solange die
Papiere noch einen guten Wert darstellen – ebenfalls ihr Kapital ab.

So kommt es zu einer sich selbst verstärkenden Abwärtsbewegung. Von
Stunde zu Stunde sind die Papiere weniger wert. Für die Anleger heißt
es dann: „Rette sich wer kann“. Kommunen, die an den fossilen
Unternehmen beteiligt sind, werden in den Strudel gerissen. Staaten,
die ihre Banken retten wollen, bekommen Probleme. Die Ratingagenturen
werden mit ihren Abwertungen kaum noch mitkommen. So könnte die
"Kohlenstoffblase" platzen.

Ein Vergleich mit der geplatzten „Immobilienblase“ im August 2007
liegt nahe, doch die "Kohlenstoffblase" ist voluminöser und die
Angriffe kommen diesmal von zwei Seiten – einmal von denjenigen, die
um ihre Gewinne fürchten, andererseits von der ethisch motivierten
"Divestment-Bewegung", die durch einen Ausstieg aus allen fossilen
Beteiligungen die Welt vor der Klimakatastrophe retten will. Diese
Zangenbewegung könnte sich als unwiderstehlich erweisen. Die
einstimmige Entscheidung des norwegischen Parlaments vom 6. Juni 2015,
dass der norwegische Rentenfond (der zweitgrößte der Welt) alle
Anteile von Firmen verkaufen soll, die mit mehr als 30 % an
Kohlenutzungen beteiligt sind, liefert einen Vorgeschmack davon, was
noch geschehen kann.

Wenn niemand mehr in den Erhalt der fossilen Kraftwerke investieren
will, könnte das fossile Zeitalter innerhalb weniger Jahre zu Ende
gehen. Mit fast dreißig-jähriger energietechnischer Erfahrung sehen
wir aber auch die Gefahr, dass es zu einem ERSATZLOSEN Zusammenbruch
der fossilen Energieversorgung kommen kann, denn insolvente
Unternehmen können keinen Strom mehr liefern. Wir empfehlen deshalb
dringend, dass die finanziellen Anstrengungen sich den Erneuerbaren
Energien und ihren Speichern zuwenden. Erst mit einer ausreichenden
Menge von Energiespeichern können Wind- und Sonnenenergie die Atom-
und Fossilenergien vollständig ersetzen.

Deshalb – investiert das "divestierte" Geld in Speicher!

Geruchskiller bei angebrannten Töpfen

„Rauchzeichen aus der Küche“, wer kennt sie nicht. Angebrannte Töpfe und Pfannen zählen nun mal zu den Tücken im Haushalt. Einmal kurz nicht aufgepasst und schon stinkt die ganze Wohnung. Zu allem Überfluss meldet sich dann auch noch der Rauchmelder an der Decke. Die sind mittlerweile auch für den Privat-Haushalt sehr zu empfehlen.

Regel Nummer Eins: Angebranntes Essen lässt sich meist noch retten, wenn man das Angebrannte großzügig abschneidet oder flüssiges Gargut ohne Umzurühren in einen anderen Topf abgießt und fertig kocht.

Regel Nummer Zwei: Angebranntes nie zu einer hartnäckigen Kruste eintrocknen lassen, sondern sofort beseitigen. Aber Vorsicht bei Kochgeschirr mit Emaille- oder Antihaft-Beschichtung. Scheuermilch, Spitze Messer, Edelstahlspiralen oder gar Stahlwolle können die Oberfläche dauerhaft ruinieren.

Am besten Topf oder Pfanne sofort mit Wasser füllen und 3 Esslöffel Natron hinzufügen. So wird der Geruch sofort gebunden. Anschließend 1 Esslöffel Essigessenz unterrühren. Die entstehende Kohlensäure hilft den Einbrand zu lösen.  Sobald das Sprudeln aufhört noch einen Spritzer Spülmittel hinzu geben und das ganze ca. drei Minuten lang aufkochen lassen. Wasser abgießen und den angebrannten Bodensatz vorsichtig mit einem Holzschaber entfernen.

Ich denke, künftig kann Sie Angebranntes nicht mehr kratzen.

Bakterien in Biofilmen halten Uran fest

Uran kommt in unserer Umwelt natürlich vor. In dicht besiedelten Regionen wie Sachsen, wo lange Jahre Uranerz abgebaut wurde, ist es besonders wichtig zu wissen, wie sich Uran in der Natur ausbreitet. Neueste Untersuchungen im Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) belegen, dass Bakterien eine wichtige Rolle beim Transport von Uran in der Umwelt übernehmen können. Die Ergebnisse wurden vor kurzem im Fachjournal "Environmental Science & Technology" veröffentlicht.

Bakterien sind keine Einzelgänger, vielmehr sind 99 Prozent aller Bakterien in Biofilmen organisiert. Typische Biofilme sind Zahnbeläge oder schleimige Überzüge auf in Gewässer befindlichen Steinen. Biofilme sind allgegenwärtig und treten insbesondere an Grenzflächen zwischen fest und flüssig auf. Ein Biofilm besteht zu 50 bis 95 % aus Wasser. Der Rest setzt sich aus Mikroorganismen und organischen Makromolekülen zusammen. In Biofilmen findet man sehr komplexe und zugleich gut aufeinander abgestimmte Lebensgemeinschaften von Mikroorganismen vor. Dabei kann es zur Ausbildung von Nischen mit unterschiedlichen geochemischen Parametern (z. B. pH-Wert, gelöste Sauerstoffkonzentration) innerhalb des Biofilms kommen. Biofilme sind von Wasserkanälen durchzogen, auf denen den Bakterien Nährstoffe zugeführt und deren Ausscheidungen abtransportiert werden. Auf diese Weise gelangen auch toxische Schwermetalle in den Biofilm und können dort zurückgehalten werden. Somit können Biofilme einen natürlichen Filter für Wasserreinigungs-Prozesse bilden.

Uran kann über das Transportmedium Wasser zu den Biofilmen gelangen. Hierbei spielt die Oxidationsstufe des Urans eine große Rolle: das sechswertige Uran ist wasserlöslich und somit mobil (im Zentrum dieser Verbindung steht das Uranyl-Ion UO22+ – das Uranatom ist von zwei Sauerstoffatomen umgeben), das vierwertige Uran dagegen ist kaum wasserlöslich. Wird das mobile Uran(VI) in einen solchen Biofilm geleitet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es durch den Weg von der Oberfläche in das Innere des Biofilms chemisch in vierwertiges Uran umgewandelt wird. Bei dieser Reaktion gibt das Uran(VI) zwei Elektronen ab, allerdings war bisher der genaue Reaktionsvorgang unklar. Die ausgefeilten Analysetechniken, die im FZD zur Verfügung stehen, ermöglichten erstmals die genaue Untersuchung des chemischen Verhaltens von Uran in lebender Umgebung. So konnte die komplexe Wechselwirkung zwischen dem Schwermetall und den Bakterien, die in einem Biofilm leben, aufgedeckt werden. Dieses Wissen könnte in Zukunft dabei helfen, Konzepte für intelligente Sanierungsmaßnahmen zu erstellen.

Den Redox-Prozess von Uran in einem Biofilm hat ein Wissenschaftler-Team um Dr. Thuro Arnold im Forschungszentrum Dresden-Rossendorf in Kooperation mit Prof. Isolde Röske und Dr. Axel Wobus von der Technischen Universität Dresden nun erstmalig untersucht. Mit einem konfokalen Laser-Fluoreszenz-Mikroskop gelang es, die Reduktion von Uran(VI) zum Uran(V) zu visualisieren und spektroskopisch zu identifizieren. Die Forscher gaben zunächst einem der Natur nachempfundenen Biofilm eine wohldefinierte Lösung mit Uranyl(VI)-Ionen bei. Um Uran im Mikroskop sichtbar machen zu können, wird ausgenutzt, dass einige Uran-Verbindungen bei gezielter Laseranregung Lumineszenz zeigen, also nachleuchten. Einmalig ist das per Mikroskop entstandene Bild, auf dem sechs- und fünfwertiges Uran gleichzeitig zu sehen sind. Da Uran(V) nur kurze Zeit stabil ist, herrscht dieser Oxidationszustand nicht lange vor. Dr. Arnold: "Wir konnten nachweisen, dass die Umwandlung in wasserunlösliches Uran in zwei Etappen vor sich geht. Während der im Biofilm ablaufenden Reaktion gibt das sechswertige Uran erst ein Elektron ab, woraus das fünfwertige Uran entsteht. Für die weitere Umwandlung zum wasserunlöslichen Uran(IV) gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann das Uran(V) im Biofilm unter Abgabe eines zusätzlichen Elektrons weiter zu Uran (IV) reduziert oder aber in einem komplizierteren Prozess zu Uran(IV) und Uran (VI) umgewandelt werden. Da das im Biofilm entstandene vierwertige Uran quasi wasserunlöslich ist, fällt es aus und wird im Biofilm festgehalten."

Eine besondere Leistung der Rossendorfer Wissenschaftler besteht zudem darin, dass sie gleichzeitig mit dem mikroskopischen Nachweis der Reduktion von Uran in einem Biofilm die genaue Wertigkeit der Uran-Verbindungen mit der Methode der Laser-Fluoreszenz-Spektroskopie nachweisen konnten. Dr. Arnold: "Wir wollen die von uns entdeckten Prozesse nun noch besser verstehen lernen, um dieses Wissen beispielsweise in intelligente Sanierungsprozesse einfließen zu lassen." Dafür werden derzeit die Untersuchungsgeräte weiter verfeinert und verbessert. Jetzt schon können Uran-Partikel und deren genaue chemische Form, in Biofilmen identifiziert werden. Bald schon sollen mit der Fluoreszenz-Spektroskopie auch zeitaufgelöste Informationen zu gelösten Uranverbindungen in Biofilmen möglich sein, so dass die Kombination der beiden Methoden dann sogar zur Untersuchung von Wechselwirkungen von Zellen mit fluoreszierenden Schwermetallen geeignet sein wird.

Veröffentlichung:
K. Großmann, T. Arnold, E. Krawczyk-Bärsch, S. Diessner, A. Wobus, G. Bernhard, R. Krawietz, "Identification of fluorescent U(V) and U(VI) Microparticles in a multispecies biofilm by Confocal Laser Scanning Microscopy and Fluorescence Spectroscopy ", in: Environmental Science & Technology, Vol. 41, No. 18: September 15, 2007.

Sport hält das Gehirn fit

Regelmäßiger Ausdauersport schützt vor Demenz und Schlaganfall

Sport ist eine gute Altersvorsorge (Foto: pixelio.de/Rotter)
 
St. Gallen (pte/29.09.2009/13:45) – Regelmäßiger Ausdauersport fördert nicht nur das körperliche Wohlbefinden, sondern schützt auch vor Alzheimer, Depression und Schlaganfall. Zu diesem Schluss kommen Mediziner bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie http://www.dgn.org in Nürnberg. Neueste Studien zeigen, dass die Schutzwirkung für eine Vielzahl von Erkrankungen mit der Dauer der regelmäßigen Aktivität steigt. "Es lohnt sich in jedem Lebensalter, mit Sport anzufangen. Sportliche Betätigung steigert das Wohlbefinden, verringert zahlreiche Risikofaktoren für Gefässerkrankungen und stellt eine gute Altersvorsorge dar. Bei älteren Menschen werden kognitive Fähigkeiten gestärkt und auch die Zahl der Stürze nimmt ab, die häufig für Oberschenkelhalsbrüche und damit verbundene Bettlägerigkeit verantwortlich sind", betont die Neurologin Barbara Tettenborn vom Kantonsspital St. Gallen http://www.sg.kssg.ch im pressetext-Interview.

Es gibt immer mehr Hinweise dafür, dass Sport auch der Denkleistung eines Menschen zugute kommt. So erkrankten in einer länger dauernden Untersuchung von 1.800 Senioren in New York diejenigen am seltensten an Demenz, die regelmäßig Sport betrieben. "Das könnte neben dem günstigeren Blutdruck von Sportlern auch auf die Tatsache zurückgehen, dass Bewegung die Grauen Zellen in bestimmten Regionen des Gehirns weniger stark abnehmen lässt", so Tettenborn. Eine weitere Studie konnte zeigen, dass auch ältere Menschen weitaus besser in kognitiven Tests abschnitten, wenn sie eine Stunde zuvor Sport betrieben hatten. Hier dürfte auch die durch Bewegung verbesserte Hirndurchblutung im Spiel sein, deren Bedeutung schon früher gezeigt wurde (pressetext berichtete: http://www.pressetext.at/news/090701017/). Diese könnte auch am Wohlgefühl nach dem Sport beteiligt sein. "Wer sich zum Sport aufrafft, obwohl er anfangs keine Lust dazu hat, fühlt sich nachher meist wohler. Das dürfte nicht nur auf die oft ins Spiel gebrachten Glückshormone zurückgehen, da diese – wenn überhaupt – erst nach sehr lange betriebenen Sport ausgeschüttet werden", vermutet die Neurologin.

Die Frage nach der idealen Sportart scheidet die Geister. "Ausdauersport wird allgemein als günstig angesehen. Bisherige Studien beschränken sich jedoch meist auf Läufer", so Tettenborn. Die große ‚National Runners‘-Studie in den USA konnte etwa feststellen, dass Männer, die täglich acht Kilometer laufen, ein um 70 Prozent niedrigeres Schlaganfall-Risiko haben als wenn die Laufstrecke nur zwei Kilometer beträgt. "Ob das jedoch auch optimal für Knie- und Fußgelenke ist, kann man bezweifeln. Besser für den Körper scheint eine Verbindung mehrerer Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen und Laufen." Man solle dabei achten, während des Trainings im aeroben Bereich zu bleiben. Praktisch heisst das, dass der Puls den Wert von etwa 140 nicht längere Zeit überschreiten sollte und eine Unterhaltung beim Laufen noch möglich ist, wobei hier allerdings individuelle, teils altersabhängige Unterschiede bestehen. "Vor allem muss Sport jedoch Spaß machen", empfiehlt die St. Gallener Medizinerin.

 

Die persönliche Kohlendioxid-Bilanz

Den eigenen Lebensstil übersetzt der neue Klima-Rechner des Umweltbundesamtes in Treibhausgas-Emissionen. Unter der Internet-Adresse http://www.umweltbundesamt.de/energie/index.htm kann man sich so durch Eingabe weniger Daten einen Überblick über die persönliche Kohlendioxid-Bilanz verschaffen: Wie viel Kohlendioxid entsteht beim Heizen der Wohnung? Wie wirkt sich ein sparsameres Auto aus? Wie viel Treibhausgase lassen sich mit regionalen Lebensmitteln einsparen? Für die Bereiche Wohnen, Verkehr, Ernährung und Konsum zeigt der Rechner, wie viel Klimagase der individuelle Lebensstil im Vergleich zum deutschen Durchschnitt verursacht. Der liegt bei jährlich rund elf Tonnen Treibhausgas pro Person – also weit über dem weltweiten Durchschnitt von 3,8 Tonnen pro Kopf. Langfristig verträglich wären dagegen 2,5 Tonnen pro Kopf.

Entwickelt wurde das Rechenmodell von dem Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung und der avantTime Consulting, unterstützt vom Umweltbundesamt. Demnächst soll das Modell um Handlungsempfehlungen ergänzt werden, die zeigen, wie man seine Emissionen mindern kann.
bal

Alzheimer- Kupferwerte schuld ?

Alzheimer: Zusammenhang mit Kupferwerten im Blut
Hohes Risiko bei starker Konzentration – Neues Prüfverfahren entwickelt
 
Blutabnahme: Kupferwerte für Alzheimer entscheidend (Foto: pixelio.de, R. Sturm)

Rom (pte001/25.11.2013/06:00) – Wissenschaftler der Associazione Fatebenefratelli per la Ricerca http://www.afar.it haben nachgewiesen, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem kognitiven Verfall bei Alzheimer und den im Blut vorhandenen Mengen an freiem Kupfer existiert. Überhöhte Konzentrationen dieses nicht an das Transportprotein Ceruplasmin gebundenen Kupfers wirken toxisch und erhöhen das Erkrankungsrisiko, so die Experten.

Check mit Fluorenzenzsonde

"Dieses Phänomen ist besonders hilfreich bei der Idenditfikation der als ‚Mild Cognitive Impairment‘ bekannten Vorstufe, die der bis zum definitiven Ausbruch der Krankheit sechs Jahre dauernden Verdachtphase entspricht", bestätigt Projektleiterin Rosanna Squitti. Tatsächlich wurde in der Testgruppe mit normalen Kupferwerten eine nur 20-prozentige Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken, festgestellt. Das Alzheimer-Risiko bei den Probanden mit erhöhten Kupferwerten im Blut lag mit 50 Prozent deutlich höher.

Um den nur für Laborbedingungen geeigneten Test auch für breit angelegte klinische Zwecke anwendbar zu machen, hat die auf biomedizinische Forschung spezialisierte Firma Canox4drug http://canox4drug.com ein innovatives Verfahren entwickelt, das die Messung von nicht-ceruplasminischem Kupfer mit hoher Präzision und Schnellkeit ermöglicht. Dabei wird eine Blutprobe mithilfe einer Fluorenzenzsonde analysiert, die ihre Signale in Abhängigkeit von der Kupfermenge emittiert.

Breite Anwendbarkeit geplant

Diese bereits im Policlinico Agostino Gemelli http://www.policlinicogemelli.it in Rom angewandte Untersuchungsmethode soll in Kürze in vielen anderen mit der Alzheimer-Krankheit befassten Kliniken und Behandlungszentren des Landes zur Verfügung stehen. Die italienischen Wissenschaftler arbeiten inzwischen an einer Therapie, die eine Bekämpfung der Pathologie in diesem Vorstadium ermöglicht. Damit würden sich neue Wege auf den Gebieten der Vorsorge und Heilung der gefürchteten Alterskrankheit ergeben.

WHO: Kampf gegen TBC längst nicht gewonnen

WHO: Kampf gegen TBC längst nicht gewonnen
Erkrankungen werden nicht diagnostiziert, Resistenzen nehmen zu
 
Tuberkulose: Kampf laut der WHO noch nicht gewonnen (Foto: SPL)

Genf (pte002/25.10.2013/06:00) – Rund drei Mio. Menschen, die 2012 an Tuberkulose (TBC) erkrankt sind, wurden laut der WHO http://who.int nicht erfasst. Diese Fälle zu finden, ist laut einer Studie eine der größten Herausforderungen in der Behandlung und Kontrolle von TBC. In Ländern wie Indien, Südafrika und Bangladesch lebt der Großteil der nicht diagnostizierten Personen. Die WHO geht dennoch davon aus, dass das Ziel, die Todesfälle dadurch bis 2015 zu halbieren, erreicht werden kann.

Immense Dunkelziffer

Laut Mario Raviglione von der WHO sind in den vergangenen 15 Jahren 56 Mio. Menschen geheilt worden und 22 Mio. Leben konnten gerettet werden. Die Hälfte der am stärksten belasteten Länder ist mit den Vorgaben der Millenniums-Entwicklungsziele wieder auf Kurs. Es bleiben jedoch eine Reihe von Herausforderungen.

Laut Raviglione besteht eine der größten Herausforderungen darin, die nicht erfassten Erkrankungen zu identifizieren. "Es gibt rund drei Mio. Menschen, die an TBC erkrankt und nicht offiziell erfasst sind. Manche dürften nie gefunden werden, manche sind im privaten Sektor versteckt, der die Fälle nicht meldet. Das ist eine der größten Herausforderungen, der wir begegnen müssen."

Bessere Infrastruktur nötig

Laut der WHO müssen auch die Testmöglichkeiten in vielen Ländern mit der Hilfe von NGOs und Freiwilligen verbessert werden. Vor allem in asiatischen Ländern muss mehr getan werden, um sicherzustellen, dass die Daten zu den Erkrankungen gesammelt und zentral gemeldet werden. Die zweite große Herausforderung besteht in arzneimittelresistenter TBC.

Die Experten der UNO geht davon aus, dass 2012 rund 450.000 Menschen an multiresistenter TBC erkrankt sind. China, Indien und Russland sind am stärksten betroffen. Philipp du Cros von Medecins Sans Frontieres MSF http://www.msf.org zufolge sind drei von vier Menschen mit multiresistenter TBC auch heute noch nicht diagnostiziert. 17.000 Patienten, bei denen diese Krankheit 2012 festgestellt wurde, begannen nicht einmal mit einer Behandlung.

Mehr Forschung und mehr Mittel

Diese schockierenden Zahlen sind für die Fachleute eine Anklage an das weltweite Versagen im Kampf gegen arzneimittelresistente TBC. Würden jetzt nicht sofort Maßnahmen eingeleitet, sei mit einer weiteren Zunahme von nur schwer zu behandelnden arzneimittelresistenten TBC-Stämmen zu rechnen.

Mehr Forschung ist den Medizinern nach notwendig, um die Behandlungszeiten zu verkürzen, effektiver und weniger belastend für die Patienten zu gestalten. Rund zwei Mrd. Dollar seien nötig, um die Finanzierungslücke bei der Behandlung von TBC zu schließen.

Lenkrad-Sensoren erkennen Fahrer-Ermüdung

Lenkrad-Sensoren erkennen Fahrer-Ermüdung
Entwicklung verspricht günstigere, zuverlässige Assistenzsysteme
Müder Fahrer: Neuentwicklung kann helfen (Foto: flickr.com, Fedor Stroganov)
Müder Fahrer: Neuentwicklung kann helfen (Foto: flickr.com, Fedor Stroganov)

Spokane/Wien (pte007/25.04.2014/11:41) – Forscher haben ein System entwickelt, das anhand von Unregelmäßigkeiten in der Lenkradbewegung erkennt, ob der Lenker schläfrig ist. "Unsere Erfindung bietet eine solide Basis für ein Frühwarnsystem bei moderater Fahrerermüdung", meint Hans Van Dongen vom Sleep and Performance Research Center der Washington State University (WSU) Spokane http://spokane.wsu.edu . Für sein Team ist klar, dass die Entwicklung eine günstigere und auch zuverlässigere Alternative – oder Ergänzung – zu Video-basierten Assistenzsystem bietet.

"Wir begrüßen jegliche Arbeit an unterstützender Sensorik, denn durch solche Technologie steigt die Sicherheitsbandbreite", meint Steffan Kerbl, Teamleiter Technik, Test, Sicherheit beim ÖAMTC http://oeamtc.at , im Gespräch mit pressetext. Kritik, dass letztlich der Mensch die Kontrolle über das Auto behalten soll, sei zwar verständlich – doch gehe es bei Assistenztechnologien oft darum gegenzusteuern, wenn der Mensch eben diese Kontrolle verliert. Wichtig sei die richtige Umsetzung. "So etwas soll ja nicht nur eine Spielerei sein, sondern sich in der Unfallstatistik positiv auswirken", betont Kerbl. Das Potenzial dazu scheint bei der WSU-Entwicklung gegeben, falls sie richtig genutzt wird.

Empfindliche Lenkung

"Video-basierte Systeme, die Kameras nutzen, um zu erkennen, wann ein Auto aus der Spur driftet, sind sperrig und teuer", meint Van Dongen. Zudem funktionieren sie dem WSU-Forscher zufolge beispielsweise bei Schneelage, kurvenreichen Straßen oder Dunkelheit nicht sehr gut. Die Neuentwicklung verspricht eine Alternative, die nicht mit diesen Einschränkungen zu kämpfen hat. Dazu macht sie sich zunutze, dass sich die Ermüdung eines Autolenkers sehr frühzeitig direkt am Steuer bemerkbar macht – die Lenkradbewegungen werden unregelmäßiger.

Wie die Forscher anhand von Fahrsimulator-Experimenten mit 29 Probanden zeigen konnten, ist es anhand der Unregelmäßigkeiten in der Lenkradbewegung sogar möglich, ein Abweichen aus der Fahrspur vorauszuahnen, bevor es wirklich dazu kommt. Eben diese Tatsache macht sich die neuentwickelte und bereits patentierte Lösung zunutze. Dabei kommt sie mit relativ einfache Komponenten wie einem Positionssensor für das Lenkrad aus, was eine günstige Umsetzung ermöglicht. "Man könnte das auch mit bestehenden Systemen verbinden, um ihre Funktionalität zum Erkennen starker Ermüdung zu verbessern", so Van Dongen.

Mehr als nur Nachrüsten

Es scheint realistisch, dass die WSU-Entwicklung beispielsweise als Sensor für Spurhalteassistenten von Wert sein kann. Dass die Universität davon spricht, dass die Lösung auf für Nachrüst-Bausätze geeignet ist, ist laut ÖAMTC-Experten Kerbl aber eher kritisch zu sehen. "Eine Nachrüstlösung könnte in diesem Bereich eigentlich nur ein Warnsignal ausstoßen", erklärt er. Mit einem nachträglich eingebauten System mehr machen zu wollen, könnte nämlich sogar gefährlich werden.

Als Beispiel verweist der Techniker darauf, dass eine nachträglich eingebaute Bremsassistenz womöglich zu scharf für ein leichtes Fahrzeug bremsen und dadurch sogar Auffahrunfall auslösen könnte. "Die Integration in ein Fahrzeug muss wirklich Profi-Sache sein", betont Kerbl. Denn egal, wie die zugrundeliegende Technologie aussieht: Den größtmöglichen Sicherheitsvorteil können Lösungen nur dann bieten, wenn sie direkt vom Hersteller wirklich optimal an einzelne Fahrzugtypen angepasst werden.