Alle Beiträge von Balu

Artensterben schlimmer als Klimawandel

Artensterben schlimmer als Klimawandel
Gründung des UN-Biodiversitätsrates IPBES in Zielgerade
 
Frosch: Weltrat für Biodiversität vor dem Absprung (Foto: Flickr/Lee)

Kopenhagen/Leipzig (pte001/21.01.2012/06:00) – Die Bewahrung der Artenvielfalt und des ökologischen Gleichgewichts ist eine größere Herausforderung als die Dämmung der negativen Folgen des Klimawandels. Das behauptet Carsten Rahbek, Direktor des Zentrums für Makroökologie, Evolution und Klima der Universität Kopenhagen http://macroecology.ku.dk , anlässlich eines Vorbereitungstreffens für den UN-Biodiversitätsrat IPBES (Intergovernmental Panel for Biodiversity and Ecosystem Services), dessen Gründung für April 2012 erwartet wird.

Sechstes Massensterben in Gang

Dass die Artenvielfalt und die Lage der Ökosysteme derzeit auf "Alarmstufe Rot" stehen, zeigt die Betrachtung aus Perspektive der Erdgeschichte. Das Artensterben verläuft derzeit um das 100- bis 1.000-Fache schneller als die natürlichen Rate, sodass man bereits vom "Sechsten Massensterben" spricht. Das letzte derartige Ereignis vor 65 Mio. Jahren, bei dem Dinosaurier und viele andere Arten verschwanden, ging auf globale Änderungen des Klimas und der Atmosphäre zurück, deren Auslöser Asteroiden und Vulkane waren.

"Das jetzige Massensterben ist Ergebnis des Wettkampfes um Ressourcen einer Spezies des Planeten – des Menschen – gegen alle anderen", analysiert Rahbek. Hauptmotor sei diesmal die Verschlechterung der Lebensräume, deren Folgen durch den menschenverursachten Klimawandel noch verschlimmert werden. "Wahrscheinlich gefährdet die Biodiversitäts-Krise die Menschheit mehr als der Klimawandel. Wissenschaft und Politik müssen eng kooperieren, um das Problem zu lösen." Gelingen soll dies künftig durch den Biodiversitätsrat IPBES, der sich an der Funktionsweise des Weltklimarates IPCC orientieren soll.

Hoffen auf April

"Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Artenverlustes sind enorm und werden fast immer unterschätzt", betont auch Christoph Görg, Leiter des Departments für Umweltpolitik am Zentrum für Umweltforschung http://www.ufz.de , im pressetext-Interview. Ein Ausspielen von Klimawandel und Artenkrise gegeneinander lehnt der Experte allerdings ab. "Klima und Biodiversität sind eng miteinander verwoben. Wo Ökosysteme degradiert sind, ist die Klimaverletzbarkeit viel größer, was sich etwa auf die Armut oder Ernährungssicherheit einer Region auswirkt."

Nachdem die Vereinten Nationen bereits 2010 die Unterstützung einer IPBES-Gründung ausgesprochen haben, hatten Experten diesen Schritt Herbst 2011 erwartet (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20110218003 ). Nach Verzögerungen hofft man nun auf einen Start im April bei der UN-Konferenz in Panama City mit darauf folgender Bestätigung durch diverse UN-Gremien. "Fachlich gibt es keinen Dissens, doch juristisch war bisher unklar, wie der künftige Rat als Teil des UN-Systems eingerichtet werden kann."

Mehr Bewusstsein nötig

Artenschutz ist schwerer zu vermitteln als Klimawandel, sagt Görg. "Die Problemlage ist komplizierter und es gibt kein plakatives Ziel wie jenes der Zwei-Grad-Erwärmung. Was dem IPBES gelingen kann, ist einerseits die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema auf globaler bis lokaler Ebene zu verstärken. Andererseits soll er die vielen bestehenden Artenschutz-Mechanismen und Konventionen unter einen Hut bringen und verbessern." Denn während dem Klima Beschlüsse fehlen, gibt es diese bei der Biodiversität bereits – doch es scheitert an der Umsetzung.

Sieben goldene Regeln für ein gesundes Herz

Sieben goldene Regeln für ein gesundes Herz

Mit
einfachen Mitteln bleibt das Herz länger fit
Wer kennt
seinen
Blutdruck?
Wer kennt seinen
Blutdruck?
[ Foto
]

Dortmund (pts014/23.06.2014/14:20) – Es ist gar nicht so schwer, sein Herz
gesund
zu
erhalten. Die "Deutsche Herzstiftung" hat deshalb in ihrem Ratgeber
"Goldene
Tipps für ein herzgesundes Leben" sieben Regeln zusammengestellt, die
es
zu
beachten gilt:

Regel
1:

Übergewicht vermeiden oder abbauen. Die "Deutsche Herzstiftung"
warnt:
"Neue Studien zeigen, dass ein hohes Risiko für den Herzinfarkt von
Fettansammlungen in der Bauchregion ausgeht." Demnach steigt bei
Männern
das
Herzinfarktrisiko ab einem Bauchumfang von 94 Zentimetern, bei Frauen
bereits ab
80 Zentimetern. Deshalb: Nur fettarme Kost. Zuviel Zucker, Süßigkeiten,

Kohlenhydrate und Alkohol vermeiden. Das normalisiert den gestörten
Fettstoffwechsel wieder und senkt die überhöhten Cholesterinwerte. –
Unterstützende Hilfe:
Eine
Kombination aus Omega-3-Konzentrat + Vitamin E +
Fettstoffwechsel-Aktivator
Vitamin B3 (Niacin) oder ein Extrakt aus Frischpflanzen-Artischocke
sowie
zusätzlich eine Kur mit Flohsamenschalen. Letztere bremsen den Hunger,
entschlacken und leiten Gifte aus (alle rezeptfrei Apotheke).

Regel
2:
Rauchen
einstellen.
Machen Sie mit dem Rauchen Schluss! Sie riskieren
sonst, an
Lungenkrebs zu erkranken. Außerdem vergiftet Tabak das Herz und
schädigt
das
Herz-Kreislauf-System, weil sich in den Arterien gefährliche
Ablagerungen
bilden, die zu einer Herzschwäche oder Herzinfarkt führen können. "Jede

Zigarette verkürzt das Leben um 25 bis 30 Minuten", so die "Deutsche
Herzstiftung". Wer raucht, hat meist Probleme mit den Bronchien, weil
diese
durch Teerablagerungen entzündet und durch festsitzenden Schleim
blockiert sind.
Die Folge ist ein quälender chronischer Husten. – Unterstützende Hilfe: Sirup aus
Efeu,
Thymian
und Süßholzwurzel. Er hilft selbst bei hartnäckigem Reizhusten
(rezeptfrei
Apotheke).

Regel
3:
Stress
vermeiden.
Stress belastet Herz und Kreislauf massiv. Umso
wichtiger ist
es, für Ausgleich zu sorgen: Tagsüber zwischendurch kleine Pausen
einlegen. Das
gibt neue Kraft. Nach Feierabend sorgen Sport, autogenes Training,
Entspannungsbäder, Aromaöle, beruhigende Musik, fröhliche Abende mit
Freunden
oder der Familie für Stressabbau und liefern neue Energie. Unterstützende Hilfe:
Dragees mit
hochkonzentrierten Extrakten aus dem Pflanzen-Trio Passionsblume,
Melisse und
Baldrian (rezeptfrei Apotheke).

Regel
4:
Soziale
Kontakte ausbauen.
Viele Menschen "verkriechen" sich in
schwierigen
Lebensphasen, lassen keinen an sich ran. Das ist falsch! Besser:
Besprechen Sie
Ihre Probleme mit Freunden und der Familie. So fühlen Sie sich
geschützt
und
wahrgenommen. Das hilft der Seele und wirkt sich positiv auf das Herz
aus.
Darüber hinaus bieten Vereine, Gruppen und Ehrenämter zusätzliche
Möglichkeiten,
die sozialen Kontakte weiter auszubauen. Unterstützende Hilfe: Auch hier
hilft
das
Pflanzen-Trio Passionsblume, Melisse und Baldrian, weil es Sie
gelassener
gegenüber Problemen macht.

Regel
5:

Ausreichend bewegen. Regelmäßige Bewegung ist enorm wichtig für
das
Herz-Kreislauf-System. Gut sind schon Treppensteigen, statt Aufzug zu
fahren
oder der regelmäßige Abendspaziergang. Noch besser sind Sportarten wie
Schwimmen, Radfahren, Walken oder Joggen. Durch die Bewegung werden
Blutdruck
und Blutfette abgesenkt und im Gleichgewicht gehalten. Die Deutsche
Herzstiftung
empfiehlt vier bis fünf Sporteinheiten zwischen 30 und 45 Minuten in
der
Woche.
Bei Walken und Joggen ist jedoch wichtig: Vorher aufwärmen und die
Gelenke
schützen. Unterstützende
Hilfe:
Eine Kombination aus körperverwandtem Trink-Kollagen mit
Hagebuttenextrakt und Vitamin C (rezeptfrei Apotheke). Seine
kurzkettigen
Kollagen-Peptide hemmen die Degeneration des Gelenkknorpels und regen
seine
Regeneration an.

Regel
6:
Gesunde
Herznahrung.
Die "Deutsche Herzstiftung" empfiehlt besonders die

Mittelmeerküche mit viel frischem Obst, Gemüse und Salat,
Vollkornprodukte und
Fisch. Mit Salz besser sparsam umgehen und zum Kochen gesunde Öle wie
Oliven-
und Rapsöl verwenden. Unterstützende Hilfe: Eine
Arginin-Nährstoffkombination mit Arginin plus B-Vitamine B9 (Folsäure),
B6 und
B12 (rezeptfrei Apotheke). Sie reguliert den Blutdruck, beugt
Ablagerungen in
den Arterien vor und beseitigt bereits vorhandene Verkalkungen.

Regel
7:

Blutdruck und Blutwerte kennen. Jeder sollte seine persönlichen
Werte
kennen und sie regelmäßig kontrollieren lassen. Das geht beim Arzt oder
in
Apotheken. Nur wer seine Werte regelmäßig messen lässt, erkennt
negative

Veränderungen frühzeitig und kann etwas dagegen unternehmen. Die
"Deutsche
Herzstiftung" warnt: "Sind Blutdruck-, Cholesterin- und Blutzuckerwerte
erhöht,
werden die Blutgefäße massiv geschädigt. Dann drohen Herzinfarkte,
Schlaganfälle
und andere schwere Erkrankungen."

Weitere
Hilfe
und wertvolle Tipps
folgende Ratgeber: Für eine optimale
Fettverdauung
und eine gesunde Leber der "Natur-Ratgeber Verdauungsbeschwerden,
Fettverdauung, Cholesterinsenkung, Entgiftung"
, für gesunde
Adern
und ein
gut funktionierendes Herz-Kreislauf-System der Ratgeber "RisikoBluthochdruckfaktor
Bluthochdruck –
erkennen
und vermeiden"
sowie der Ratgeber"Arteriosklerose, Herzinfarkt,
Schlaganfall"
von Prof. Dr. Horst Robenek (Universitätsklinikum
Münster)
und der "Blutdruckpass ". – Alle können kostenlos angefordert werden beim "Portal Naturheilkunde e.V." unter
der
gebührenfreien Rufnummer 0800 / 77 44 321, per E-Mail an
info@portal-naturheilkunde.de oder mit einer Postkarte bei "Portal
Naturheilkunde", Postfach 41 04 60, 50864 Köln.

Die „grüne Sprache“ der Völker

Urbane Gärten

Die Leistung der urbanen Gärten kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, sagte Christa Müller, Anstiftung Ertomis, auf der UnvergEssbar-Konferenz in Witzenhausen. Diese Projekte erbringen bedeutende Leistungen im informellen Bildungsbereich. Sie sorgen dafür, dass agrarkulturelles Wissen wieder wert geschätzt wird, verbessern das Mikroklima in den Städten und ermöglichen den Naturzugang für Bevölkerungsschichten, die wenig Platz haben.

In Deutschland entstand der erste urbane Garten des neuen Typs im Jahr 1995 mit den internationalen Gärten Göttingen. Vorbild waren die Community Gardens in New York. In Göttingen ging die Initiative von einem Migrationszentrum aus, um Frauen, die vor dem Bosnienkrieg geflüchtet waren, sinnvoll zu beschäftigen. Heute gibt es in Deutschland 150 Gärten dieses Typs. Das sind Orte, an denen Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte Obst und Gemüse anbauen und tauschen können. Hier geht es aber auch ums Ankommen und Wiederverwurzeln. Menschen ohne Zugang zu Bildung und Ressourcen können etwas erwirtschaften, die Ökonomie des Schenkens praktizieren, die man nur leben kann, wenn man Überschüsse hat: Gärtnern als „grüne Sprache der Völker“. (aid)

Problematik der Stabilisierung von elektrischen Netzen. Eine Rückantwort auf einen Facebook Freund

Brasselmeister Manni Arendt das aber löst noch lange nicht die Phase in
der die regenerativen Energien wetterbedingt ausfallen. Hinzu kommt
übrigens etwas was nicht in der Öffentlichkeit diskutiert wird durch die
vielen einspeise Möglichkeiten der regenerativen Energien entsteht ein
chaotisches System und das muss das Spannungsnetz insbesondere das
Hochspannungsnetz verkraften. Dieses zu steuern ist eine schwierige
Aufgabe die Null durch künstliche Intelligenz gelöst werden kann. Ich
bin selbst Diplom Ingenieur in Elektrotechnik und habe solche Netze
berechnet. Dort unter Fachleuten ist man sich einig dass einige stabile
Kraftwerke egal welcher Art existieren müssen. In Deutschland wird dies
jetzt alles abgebaut. Dann holen wir halt die Stabilität und die
Sicherheit des Netzes von den Kernkraftwerken in Frankreich oder von den
Kohlekraftwerk in den Polen oder Tschechien. Das ist ein Problem was
viel zu wenig sachlich diskutiert wird. Da werden von Populisten und die
Sterne vom Himmel geholt aber stören sich mal vor wenn ein solcher Gau
eintritt. Ich habe so einen mal erlebt und zwar unten in Italien in
Apulien also im Süden. Als damals auf der Ems eine Hochspannungsleitung
wegen eines Kreuzfahrtschiffs abgebaut werden musste ist in ganz Europa
das Netz zusammengebrochen. Sogar unten in Italien hatten wir vier
Stunden Stromausfall. Alles das wird aber unterdrückt und ich finde dort
muss man wirklich nach dem Prinzip des kleineren Übels Vorgehen das
heißt unbedingt die eine Energieart nicht mit der anderen verteufeln.

Mit Antikörper gegen Knochenschwund – Neue Hoffnung!

Neues Osteoporose-Medikament ante portas: Kommt der Sklerostin-Antikörper Romosozumab auch bei uns?

Bochum, 22. Januar 2019:

Am 8. Januar wurde  in Japan als erstem Land Romosozumab für die
Osteoporosetherapie zugelassen. Im DGE-Blog wurde erstmals im Jahre
 2012 (1) und in den folgenden Jahren  mehrfach über diese Substanz der
Firmen AMGEN und UCB  berichtet. Es handelt sich um einen gegen
Sklerostin gerichteten humanisierten monoklonalen Antikörper. Sklerostin
ist ein von den Knochenzellen sezerniertes Protein, welches die
Knochenneubildung hemmt, sein dagegen gerichteter Antikörper Romosozumab
wirkt somit osteoanabol. Dies erkennt man am Anstieg des
Prokollagen-1-N-terminalen Peptids (P1NP),  eines Markers des
Knochenanbaus. In der FRAME-Studie (2) bei postmenopausalen Frauen bewirkte im 1. Jahr die 1x monatliche s.c. Gabe von Romosozumab gegenüber Plazebo einen Rückgang der Wirbelkörperfrakturen. Nach dem ersten Jahr wurde
 das Antiresorptivum Denusomab (Prolia®) gegeben und  nach zwei Jahren
waren die Wirbelkörperfrakturen um 75% vermindert. Als ernste
Nebenwirkungen war es unter Verum zu zwei Kiefernekrosen und einem
atypischen Oberschenkelbruch gekommen. In einer  Head-to Head-Studie von
Romosozumab vs. Alendronat (ARCH-Studie)
zeigte sich, ebenfalls an postmenopausalen Frauen, auch ein günstiger
Knocheneffekt. Hier kam es in der Romosozumab-Gruppe jedoch häufiger zu
ernsten kardialen und zerebrovaskulären (CV) Ereignissen (3) . Diese
waren auch in der BRIDGE-Studie an männlichen Osteoporosepatienten häufiger. Da sich  Sklerostin außer im Knochen
auch im Aortengewebe und hochreguliert bei  Gefäßverkalkungen und in
Herzklappen findet, könnte Sklerostin ein negativer Regulator für
Gefäßverkalkungen sein. Ob dies die potentiellen ernsten CV
Nebenwirkungen von Romosozumab erklären könnte, ist offen.  Die CV
Sicherheitsdaten lagen der FDA beim ersten Zulassungsantrag im Mai 2017 nicht vor, er wurde daher zurückgestellt (4).

Zulassungsstatus:

Japan (PMDA): Am 8. Januar 2019 wurde Romosozumab mir dem Handelsnamen Evenity in Japan approbiert.

FDA: Vor wenigen Tagen votierte das
FDA-Beratergremium  mit 18:1 Stimmen (mit gewissen Vorbehalten einiger
Mitglieder) für die Zulassung dieses knochenanabolen
Osteoporosemedikaments, mit der von AMGEN vorgeschlagenen
Indikationsstellung: Osteoporosebehandlung postmenopausaler Frauen mit
hohem Frakturrisiko, definiert als:  Vorgeschichte mit osteoporotischen
Knochenbrüchen, multiple Risikofaktoren für Brüche, oder ungenügende
Wirkung oder Unverträglichkeit anderer Osteoporose-Medikamente. Eine Box
im Beipackzettel soll eine Warnung für Patienten enthalten, die schon
einmal Herzattacken oder einen Schlaganfall hatten. Im zweiten Zulassungsantrag an die FDA vom 16.1.2019 steht: „A
meta-analysis of time to first MACE using data from all three phase 3
trials, found a HR of 1.40 (95% CI: 0.99-1.99) for the comparison of
rosomozumab to placebo and alendronate combined
”. Es wurde ein möglicher CV Schutzeffekt von Alendronat diskutiert (Daten der ARCH-Studie im 1. Jahr  auf der Abbildung unten).

Facebook Home: Gefahren schon vor Einführung

Facebook Home: Gefahren schon vor Einführung
Ausloggen nicht vorgesehen – Netzwerk erhält 100-prozentige Kontrolle
 
Handy: Facebook Home nicht ausloggbar (Foto: pixelio.de, Havlena)

Palo Alto/München (pte011/08.04.2013/12:10) – Die Smartphone-Software "Facebook Home" ist zwar bis Ende dieser Woche noch nicht allgemein verfügbar, birgt jedoch laut Thomas R. Köhler, Geschäftsführer der Gesellschaft für Kommunikationsberatung CE21 http://ce21.de , mehrere Gefahren, vor allem in Hinblick auf den Datenschutz der Nutzer. Genaue Auswirkungen seien derzeit zwar noch nicht prognostizierbar, jedoch sollten User schon vorab hellhörig werden. "Die neue Smartphone-Variante – ‚App‘ trifft es eigentlich nicht – kontrolliert und überwacht alles, was zwischen verschiedenen Diensten und den Nutzern kommuniziert wird", erklärt der Experte im Interview mit pressetext.

Social-Engineering-Angriff

Die erste große Problematik sieht Köhler darin, dass eine Art "Ausloggen" der Software nicht vorgesehen ist. "Facebook bekommt eine 100-prozentige Kontrolle über alle Verwendungen des Smartphones", sagt der Fachmann. Durch diese Daten wüssten Dienste, wo der Nutzer wohnt, arbeitet oder seine Freizeit verbringt. Bei FourSquare beispielsweise würde dies ähnlich gehandhabt, wobei sich die User bewusst für die Freigabe entscheiden. "Bei Facebook Home sind sich die Konsumenten gar nicht darüber bewusst", warnt der Branchen-Insider.

Obwohl sich viele Nutzer aus dieser Kontrolle nichts machen, sollten sie laut Köhler, der auch Autor des Buches "Der programmierte Mensch" ist, achtgeben. Der "Homescreen" liefert laufend Daten aus dem privaten Umfeld. "Wenn ein Smartphone beispielsweise auf dem Tisch liegt, kann das nicht nur manchmal peinlich sein für den Besitzer, auch ein Dritter kann unter Umständen hinreichend viele Informationen für einen ‚Social-Engineering‘-Angriff generieren", führt des Spezialist aus.

Enorme mobile Nutzung

Inwiefern sich die Software bewähren wird, ist noch unklar, da Facebooks Nutzerzahlen generell abnehmen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20130304003 ). "Die Alterszahlen sprechen eine deutliche Sprache. Facebook ist hauptsächlich noch bei der Generation 20 plus beliebt", schildert Köhler. Die mobile Nutzung hätte jedoch enorm zugelegt und würde sich noch weiter ausbreiten. "Wenn Konsumenten zum Beispiel Schlange stehen, schauen sie heute auf Facebook. Die mobile Nutzung ist für viele attraktiv", ergänzt er.

Es stellt sich die Frage, wie sich das Verhältnis zwischen Google und Facebook entwickeln wird, das bereits nicht ganz unproblematisch ist. "Google hat mit seinem Social-Media-Portal Google+ einen Misserfolg zu verbuchen", so Köhler. Interessant sei, ob auch Google eine ähnliche Smartphone-Software einführen wird. Facebook Home ist nur für Android verfügbar. Apple dürfte diesen Dienst nicht zulassen, da es andere Nutzungs-Ansichten verfolgt, so Köhler abschießend.

Was macht eigentlich ein Emulgator?

**Zusatzstoffe kurz erklärt **
Was macht eigentlich ein Emulgator?

(aid) – Was Farbstoffe oder Süßungsmittel im Lebensmittel machen,

verrät schon der Name. Aber was machen eigentlich Emulgatoren, die

besonders oft in der Zutatenliste zu lesen sind? Sie stecken zum

Beispiel in Backwaren, Fertiggerichten, Backmischungen, Eis,

Süßigkeiten, Margarine, Fertigsaucen, Blätterteig, Kaffeeweißer

und Schokolade, aber auch in Säuglingsnahrung. Ihr wichtigster Zweck:

Zusammenbringen, was nicht zusammen will. Vor allem fettige und

wässrige Stoffe sind von Natur aus eigentlich nicht mischbar. So muss

man Essig und Öl für die Salatsauce schon ordentlich rühren, und

nach einiger Zeit setzt sich das Öl doch wieder ab. Etwas Senf, Honig

oder Eigelb helfen bei der Verteilung der Fetttröpfchen im Wasser. So

bleibt die Vinaigrette stabil. Sie enthalten Lecithin, einen

natürlichen Emulgator. Die Lebensmittel-Industrie verwendet in der

Regel künstliche Emulgatoren. Manche werden im Labor aus natürlichen

Rohstoffen gewonnen. So stammt Lecithin (E 322) meist aus Sojabohnen,

Raps oder Sonnenblumenkernen.

Emulgatoren können nicht nur Fett und Wasser, sondern auch Fett und

Luft oder eine Flüssigkeit und Gase verbinden. Das macht zum Beispiel

das Aufschäumen von Eiscreme einfacher und sorgt im Brotteig für

eine feine Verteilung der Kohlendioxid-Bläschen. Auch viele

fettreduzierte Produkte wären ohne Emulgatoren nicht möglich. Da

Fett durch Wasser ersetzt wird, muss die Wasser-Fett-Mischung stabil

gehalten werden. Außerdem sorgen Emulgatoren für ein angenehmeres

Mundgefühl und volleren Geschmack bei Light-Produkten. In

Großbäckereien ermöglichen diese Zusatzstoffe, dass der Teig auch

bei längeren Standzeiten stabil bleibt, die maschinelle Herstellung

reibungslos verläuft und dass Brot und Kuchen am Ende immer die

gleiche Konsistenz haben. Bei Brötchen vergrößern sie das Volumen

und verzögern das Austrocknen. Emulgatoren können aber noch mehr:

das Schmelzverhalten bei kakaohaltigen Fettglasuren wird verbessert,

Eis schmilzt verzögert, Schokolade wird besser fließfähig und

Fette, die stark erhitzt werden, spritzen und schäumen nicht so

stark.

Für Bio-Produkte sind die meisten Emulgatoren nicht zugelassen.

Viele Bio-Schokolade-Hersteller verzichten sogar auf das erlaubte

Lecithin.

(aid) – Was Farbstoffe oder Süßungsmittel im Lebensmittel machen,

verrät schon der Name. Aber was machen eigentlich Emulgatoren, die

besonders oft in der Zutatenliste zu lesen sind? Sie stecken zum

Beispiel in Backwaren, Fertiggerichten, Backmischungen, Eis,

Süßigkeiten, Margarine, Fertigsaucen, Blätterteig, Kaffeeweißer

und Schokolade, aber auch in Säuglingsnahrung. Ihr wichtigster Zweck:

Zusammenbringen, was nicht zusammen will. Vor allem fettige und

wässrige Stoffe sind von Natur aus eigentlich nicht mischbar. So muss

man Essig und Öl für die Salatsauce schon ordentlich rühren, und

nach einiger Zeit setzt sich das Öl doch wieder ab. Etwas Senf, Honig

oder Eigelb helfen bei der Verteilung der Fetttröpfchen im Wasser. So

bleibt die Vinaigrette stabil. Sie enthalten Lecithin, einen

natürlichen Emulgator. Die Lebensmittel-Industrie verwendet in der

Regel künstliche Emulgatoren. Manche werden im Labor aus natürlichen

Rohstoffen gewonnen. So stammt Lecithin (E 322) meist aus Sojabohnen,

Raps oder Sonnenblumenkernen.

Emulgatoren können nicht nur Fett und Wasser, sondern auch Fett und

Luft oder eine Flüssigkeit und Gase verbinden. Das macht zum Beispiel

das Aufschäumen von Eiscreme einfacher und sorgt im Brotteig für

eine feine Verteilung der Kohlendioxid-Bläschen. Auch viele

fettreduzierte Produkte wären ohne Emulgatoren nicht möglich. Da

Fett durch Wasser ersetzt wird, muss die Wasser-Fett-Mischung stabil

gehalten werden. Außerdem sorgen Emulgatoren für ein angenehmeres

Mundgefühl und volleren Geschmack bei Light-Produkten. In

Großbäckereien ermöglichen diese Zusatzstoffe, dass der Teig auch

bei längeren Standzeiten stabil bleibt, die maschinelle Herstellung

reibungslos verläuft und dass Brot und Kuchen am Ende immer die

gleiche Konsistenz haben. Bei Brötchen vergrößern sie das Volumen

und verzögern das Austrocknen. Emulgatoren können aber noch mehr:

das Schmelzverhalten bei kakaohaltigen Fettglasuren wird verbessert,

Eis schmilzt verzögert, Schokolade wird besser fließfähig und

Fette, die stark erhitzt werden, spritzen und schäumen nicht so

stark.

Für Bio-Produkte sind die meisten Emulgatoren nicht zugelassen.

Viele Bio-Schokolade-Hersteller verzichten sogar auf das erlaubte

Lecithin.

Internetsurfen fördert die Gehirnleistung

Der Gebrauch des Internets wirkt sich positiv auf das Leistungsvermögen des Gehirns der Nutzer aus. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen US-Forscher der University of California in Los Angeles (UCLA) http://www.ucla.edu/. Vor allem bei älteren Menschen hätten verschiedene Tests positive Effekte der Webnutzung bestätigt. So würde durch das Surfen im Netz insbesondere dem ab einem gewissen Alter auftretenden verringerten Leistungsvermögen des Gehirns entgegengewirkt. Dies kann etwa zu einem schlechteren Gedächtnis und einer langsameren Verarbeitungsgeschwindigkeit führen. Die Suche im Internet sei in dieser Hinsicht ein äußerst geeignetes Training, um derartigen Alterserscheinungen vorzubeugen, schreiben die Wissenschaftler im Rahmen der Vorstellung ihrer Untersuchungsergebnisse in der aktuellen Ausgabe des "American Journal of Geriatric Psychiatry" http://ajgponline.org/ .

"Unsere Studie bestätigt, dass die Internettechnologie durchaus auch positive Effekte auf die menschliche Gesundheit haben kann. Sie hilft etwa dabei, unsere Gehirne aktiv zu halten", zitiert CNN den UCLA-Professor und verantwortlichen Studienleiter Gary Small. Die zu Tage geförderten Ergebnisse seien vor allem für Menschen mittleren und hohen Alters ermutigend. Diese könnten das Surfen im Web als Trainingsmethode einsetzen, um einer späteren Reduktion des Leistungsvermögens des eigenen Gehirns rechtzeitig vorzubeugen. "Im Internet nach Informationen zu suchen, ist für das Gehirn ein komplexer Entscheidungsprozess, der seine Funktionen deutlich verbessert", stellt Small fest. Hierbei würden Hirnregionen aktiviert, die selbst beim Lesen unbeteiligt bleiben.

"Es ist prinzipiell so, dass manche Tätigkeiten das Gehirn mehr fordern als andere. Das Surfen im Internet ist sicherlich etwas, das in dieser Hinsicht einige Herausforderungen für die Nutzer bereithält", betont Alexander Maye, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Neurophysiologie und Pathophysiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf http://www.uke.de/neurophysiologie, im Gespräch mit pressetext. So erfordere die Webnutzung beispielsweise ein Mindestmaß an Orientierung und eine schnelle Auffassungsgabe. "Einen Zusammenhang zwischen dem Internetsurfen und einer gesteigerten Hirnaktivität halte ich deshalb für plausibel", meint Maye. Auch eigene Forschungsergebnisse des Instituts seien mit den Ergebnissen der kalifornischen Wissenschaftler kompatibel.

Die Resultate der UCLA-Studie müssten aber auch mit Vorsicht genossen werden. "Die Menschen müssen sich darüber im Klaren sein, dass die Beschäftigung mit dem Internet alleine sicherlich nicht ausreicht, um etwaigen Leistungsverlusten des Gehirns im Alter vorzubeugen", stellt Maye klar. Mindestens ebenso wichtig für das Training der eigenen Gehirn-Fitness seien soziale Tätigkeiten. "Das menschliche Gehirn reagiert auf Reize aus der Umwelt. Der soziale Kontakt zu anderen Menschen, wie er etwa durch ein Gespräch zustande kommt, ist in diesem Zusammenhang meiner Ansicht nach durch nichts zu ersetzen", so Maye abschließend.

Der lange Weg in die Klinik

Der lange Weg in die Klinik

Von
Christina Hohmann-Jeddi, Frankfurt am Main / Sie galten lange Zeit als
Hoffnungsträger, mit denen große Erwartungen verbunden waren: die
Stammzellen. 17 Jahre nach ihrer Erstbeschreibung kommen nun erste
Stammzell-basierte Therapien in die Klinik. Vom aktuellen Stand der
Forschung und neuen Ansätzen wurde auf einem Symposium in Frankfurt am
Main berichtet.

ANZEIGE

1998
gelang es dem US-amerikanischem Forscher James Thomson erstmals, eine
Zelllinie aus menschlichen embryonalen Stammzellen zu etablieren, und er
markierte damit den Beginn der Stammzellforschung. Seitdem werden große
medizinische Hoffnungen auf die totipotenten Zellen gesetzt, die sich
in verschiedenste Zellarten entwickeln können. 

Stammzellen können aus Embryonen gewonnen werden oder durch Reprogrammierung von ausdifferenzierten Gewebezellen.

Foto: Shutterstock/Sebastian Kaulitzki

Denn
während einige Organe des menschlichen Körpers wie die Haut, Leber und
das Knochenmark noch im Erwachsenenalter Stammzellen besitzen und somit
regenerationsfähig sind, haben andere wichtige Organe wie Herz, Gehirn
und Pankreas diese Fähigkeit nicht, sagte der Stammzellforscher
Professor Dr. Oliver Brüstle vom Uniklinikum Bonn. Er berichtete auf dem
von der EKHN- Stiftung der evangelischen Kirche ausgerichteten
Symposium »Der erneuerbare Mensch« von aktuellen Forschungsrichtungen.

Ersatzgewebe schaffen

Eines der Ziele der Stammzellforschung sei, Ersatzzellen oder -gewebe
für diese Organe herzustellen. So ist es Forschern mittlerweile
gelungen, primitive organoide Strukturen wie Teile der Großhirnrinde
oder Augenanlagen aus Stammzellen in der Petrischale zu bilden,
berichtete Brüstle. Zudem ist es möglich, durch Zugabe von verschiedenen
Signalmolekülen die Ausreifung von humanen embryonalen Stammzellen
(hESC) in verschiedene Zelltypen gezielt zu steuern. Neben der
Zelltherapie haben die Techniken auch großes Potenzial für die
Krankheitsforschung und die Wirkstoffentwicklung.

Wünschenswert seien in mehrerer Hinsicht autologe, also vom Patienten
stammende Zellen, erklärte Brüstle. Diese sind mittlerweile in Form der
sogenannten ipS-Zellen verfügbar. Diese induzierten pluripotenten
Stammzellen sind Gewebezellen, die durch Einschleusen von vier Genen auf
einen frühen Zustand der Embryonalentwicklung zurückversetzt, also zu
Stammzellen reprogrammiert werden. »Sie sind in der Lage, alle Zelltypen
des menschlichen Körpers herzustellen«, sagte der Forscher. Dies sei
hilfreich für die Krankheitsforschung, da eine Reihe von Erkrankungen
des Menschen wie Alzheimer oder Parkinson nicht bei Tieren vorkommt und
ihre Pathogenese daher schlecht zu untersuchen ist. »Mit den ipS-Zellen
ist es nun möglich, diese Erkrankungen quasi nachzubilden«, so Brüstle.
Als Beispiel nannte er die Machado-Joseph-Erkrankung, eine erbliche
neurodegenerative Krankheit. Mithilfe von ipS-Zellen von Patienten könne
man die Krankheitsprozesse darstellen und untersuchen und somit Targets
für die Arzneistoffentwicklung identifizieren.

Einsatz in der Wirkstofftestung

Möglichkeiten bieten die ipS-Zellen aber auch für die Testung von
Wirkstoffen: An aus ipS-Zellen von Patienten stammenden Zellen und
Geweben kann die Wirksamkeit und Sicherheit von Substanzen untersucht
werden. Wie hilfreich dies sein kann, zeigte Brüstle anhand des
Wirkstoffs Indometacin bei Alzheimer-Patienten. In Tierversuchen und
Zelluntersuchungen hatte sich gezeigt, dass bestimmte NSAR wie
Indometacin die γ-Sekretase beeinflussen und die Menge des schädlichen
β-Amyloids senken können. Doch die darauf folgenden klinischen Studien
fielen alle negativ aus, berichtete Brüstle. Um zu testen, ob dieses
Ergebnis mithilfe von ipS-Zellen hätte vorhergesagt werden können,
stellte seine Arbeitsgruppe aus Hautzellen von Patienten mit einer
familiären Form der Alzheimer-Erkrankung ipS-Zellen her und ließ diese
in Neuronen ausdifferenzieren. An diesen und an Nervenzellen aus
ipS-Zellen von Gesunden als Kontrolle testete die Arbeitsgruppe die
Wirkung von Indometacin. In beiden zeigte die Substanz keinen Effekt,
berichteten die Forscher 2013 im Fachjournal »Stem Cell Reports« (DOI:
10.1016/j.stemcr.2013.10.011). »Die Neuronen ließen sich nicht
beeindrucken, andere Zellarten schon«, berichtete Brüstle. An ihren
Zielzellen im Organismus, humanen Neuronen, war der Wirkstoff in der
präklinischen Entwicklung nie getestet worden. Laut Brüstle ließe sich
die Aussagekraft von präklinischen Untersuchungen durch die Verwendung
von ipS-Zellen deutlich verbessern.

Eine Augenanlage mit Retina stellten japanische Forscher 2011 aus embryonalen Stammzellen der Maus her.

Foto: Riken Center

»IpS-Zellen
herzustellen, ist mittlerweile Routine geworden«, sagte der
Stammzellforscher. Zurzeit baut die Universitätsklinik Bonn zusammen mit
der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen eine
automatisierte Produktionsstraße für diese Zellen auf. Einsetzbar wären
diese zum Beispiel zur Gewinnung von Neuronen für die Therapie von
neurodegenerativen Erkrankungen. Bislang sind Transplantationen von aus
ipS-Zellen gewonnen Nervenzellen allerdings noch auf Tierversuchsniveau.
Ob sie bei Erkrankungen wie Alzheimer jemals erfolgreich sein werden,
sei schlecht abzusehen. Denn hier müsse der Ausfall vieler Neuronen
kompensiert werden, die nicht nur überleben, sondern sich auch mit
vielen tausend anderen Neuronen verschalten müssen. Etwas weiter ist man
bei der Parkinson-Erkrankung. Hier seien in Japan zwei klinische
Studien in Vorbereitung.

Die erste klinische Studie, bei der humane embryonale Stammzellen zum
Einsatz kamen, führte Steven Schwartz von der University of California
in Los Angeles durch. Insgesamt 18 Patienten mit altersbedingter
Makuladegeneration oder Morbus Stargardt, einer seltenen juvenilen
Makuladystrophie, erhielten Transplantate von aus hESC gewonnenen
retinalen Pigmentepithelzellen. Die Sehfunktion verbesserte sich bei der
Hälfte der Patienten, die transplantierten Zellen überlebten und lösten
keine Tumoren aus, berichteten die Forscher um Schwartz vergangenen
Oktober im Fachjournal »The Lancet« (DOI:
10.1016/S0140-6736(14)61820-1). In Japan begann im September 2014 eine
klinische Studie zur gleichen Indikation: Hier wurden die retinalen
Pigmentepithelzellen allerdings aus ipS-Zellen der Patienten gewonnen.

Akzeptabler Zeitrahmen

»Siebzehn Jahre nach der ersten Etablierung von Stammzelllinien erste
klinische Studien zu starten – das ist ein akzeptabler Zeitrahmen«,
sagte Brüstle. »Für Pessimismus besteht kein Grund.« In drei bis vier
Jahren dürften die Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen. Noch etwas
länger dürfte es dauern, bis die neueste Technik in der Klinik erprobt
wird: die direkte Konversion. Hierbei werden ausdifferenzierte Zellen
wie Hautzellen direkt in einen anderen Zelltyp wie Neuronen
umprogrammiert. »Diese Technik steckt allerdings noch in den
Kinderschuhen«, sagte Brüstle.

In Bezug auf die deutsche Gesetzgebung, die die Forschung an hESC
erschwert, sagte Brüstle, dass sich der Nachteil für die deutschen
Forscher durch die Entwicklung der ipS-Zellen relativiert habe. In
seinem Labor würde zu 20 Prozent mit humanen embryonalen Stammzellen und
zu 80 Prozent mit ipS-Zellen geforscht. Er geht davon aus, dass sobald
Stammzell-basierte Therapien zur Verfügung stehen, Deutschland die
Gesetzgebung so anpassen werde, dass sie auch hierzulande eingesetzt
werden können. »Wir werden von der Realität eingeholt werden.« /