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21.12.2019 Kritik an der CO2 Besteuerung durch Zertifikate. Füllt sie nur das Steuer-Säckel ?

Der Begriff „Steuer“ kommt eigentlich von Steuern. Ursprünglich sollte die Steuer dazu dienen, bestimmte Vorhaben des Staates mit Vernunft zu ermöglichen. Aber schon im Feudalismus wurde das pervertiert. Die Demokratie hat das leider manchmal kritiklos übernommen.

Das mag ein Grund dafür sein, dass die Bürger stets dann besonders verärgert sind, wenn Steuern erhöht werden. Populisten aller Länder nutzen dies natürlich gerne aus. Es gab sogar einmal in Deutschland eine sogenannte Steuervermeidungs-Partei, der aber nur eine kurze Existenz beschieden wurde – so dumm waren die Bürger dann doch nicht.
Heutzutage werden Steuern für alle Anlässe geschaffen. Das Problem ist nur, wenn sie einmal existieren, ist es kaum mehr möglich, sie wieder abzuschaffen. Als Beispiel nenne ich nur den Solidaritätszuschlag, aber auch die Sektsteuer und viele andere, die überflüssig geworden sind oder ihren Sinn verloren haben.

Manchmal könnten Steuern, aber auch rigorose Verbote verhindern, indem sie den „Homo ökonomikus“ ansprechen, das heißt der Mensch der – wenn er wählen kann und Qualität beurteilen – dem preiswertesten Produkt den Vorzug gibt, das möchte ich das Supermarkt-Syndrom nennen.
Die Erfindung der durch Demokratie geprägten Wirtschaft, ist die sogenannte soziale Marktwirtschaft. Ich füge hinzu, die soziale und ökologische Marktwirtschaft.
Das heißt, extreme Auswüchse in sozialer und ökologischer Hinsicht können durch sinnvolle Begrenzung erreicht werden.

Dabei spielt übrigens das Kartellamt eine wichtige Rolle, damit die Regeln auch eingehalten werden. Marktwirtschaft heißt, dass sich die Preise nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage bilden.
Demgegenüber steht die Planwirtschaft. Solche Systeme aber erreichten in der Vergangenheit niemals ihr Ziel, im Gegenteil. Das so geschaffene Kartenhaus fiel in sich zusammen, wie man an der DDR oder generell an kommunistischen Ländern, die die Planwirtschaft übernommen haben, beobachten kann, aber auch im Faschismus des Hitler-Regimes des ‚1000jährigen Reiches‘ und Nachfolger. Leider dauert dieser Prozess des Niedergangs viel zu lange, so dass ganze Generationen im Prinzip geopfert wurden.
Planwirtschaft ist allerdings unweigerlich meist mit Totalitarismus verbunden. Solche Entwicklungen entstehen unmerklich, insbesondere wenn Bürger nur auf den ersten Blick auf plausible Behauptungen hereinfallen.

Das gilt ganz besonders für die derzeit zu beobachtenden Diskussionen rund um die Klimaproblematik. Man glaubt, mit Verboten im Sinne der Planwirtschaft einfach lösen zu können. Aber offenbar reicht – und das gilt besonders für Deutschland – die Schwarmintelligenz der Bürger nicht aus, um die Rattenfänger von Hameln zu demaskieren.

Damit wir uns recht verstehen, das ist nicht eine Frage von links oder rechts, es ist einfach eine Frage der Vernunft. Bitte deshalb kein Applaus von der falschen Seite.
Trotzdem ist der sogenannte ‚Zertifikat-Handel‘, das heißt Zertifikate, die sogar an der Börse gehandelt werden und die Bewertung von CO2 steuern soll, kein probates Mittel.

Ich empfehle die Methoden der sozialen und ökologischen Marktwirtschaft. Wichtig ist, dass jeder Bürger bei jedem Produkt merkt, dass CO2 den Preis erhöhen oder bei CO2-Vermeidung oder -Minimierung den Preis senken kann. Aber diese Steuerwirkung im wahren Sinne des Wortes scheint den Politikern nicht einzufallen. Das würde sogar dann funktionieren, wenn nur Deutschland dieses einführte. Der garantierte Erfolg könnte dann auch die anderen europäischen Länder vielleicht dazu veranlassen.
Ich wünsche friedliche, geruhsame und entspannte Weihnachtstage.

Ihr Jean Pütz

21.12.2019 Kritik an der CO2 Besteuerung durch Zertifikate. Füllt sie nur das Steuer-Säckel ?

Der Begriff „Steuer“ kommt eigentlich von Steuern. Ursprünglich sollte die Steuer dazu dienen, bestimmte Vorhaben des Staates mit Vernunft zu ermöglichen. Aber schon im Feudalismus wurde das pervertiert. Die Demokratie hat das leider manchmal kritiklos übernommen.

Das mag ein Grund dafür sein, dass die Bürger stets dann besonders verärgert sind, wenn Steuern erhöht werden. Populisten aller Länder nutzen dies natürlich gerne aus. Es gab sogar einmal in Deutschland eine sogenannte Steuervermeidungs-Partei, der aber nur eine kurze Existenz beschieden wurde – so dumm waren die Bürger dann doch nicht.
Heutzutage werden Steuern für alle Anlässe geschaffen. Das Problem ist nur, wenn sie einmal existieren, ist es kaum mehr möglich, sie wieder abzuschaffen. Als Beispiel nenne ich nur den Solidaritätszuschlag, aber auch die Sektsteuer und viele andere, die überflüssig geworden sind oder ihren Sinn verloren haben.

Manchmal könnten Steuern, aber auch rigorose Verbote verhindern, indem sie den „Homo ökonomikus“ ansprechen, das heißt der Mensch der – wenn er wählen kann und Qualität beurteilen – dem preiswertesten Produkt den Vorzug gibt, das möchte ich das Supermarkt-Syndrom nennen.
Die Erfindung der durch Demokratie geprägten Wirtschaft, ist die sogenannte soziale Marktwirtschaft. Ich füge hinzu, die soziale und ökologische Marktwirtschaft.
Das heißt, extreme Auswüchse in sozialer und ökologischer Hinsicht können durch sinnvolle Begrenzung erreicht werden.

Dabei spielt übrigens das Kartellamt eine wichtige Rolle, damit die Regeln auch eingehalten werden. Marktwirtschaft heißt, dass sich die Preise nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage bilden.
Demgegenüber steht die Planwirtschaft. Solche Systeme aber erreichten in der Vergangenheit niemals ihr Ziel, im Gegenteil. Das so geschaffene Kartenhaus fiel in sich zusammen, wie man an der DDR oder generell an kommunistischen Ländern, die die Planwirtschaft übernommen haben, beobachten kann, aber auch im Faschismus des Hitler-Regimes des ‚1000jährigen Reiches‘ und Nachfolger. Leider dauert dieser Prozess des Niedergangs viel zu lange, so dass ganze Generationen im Prinzip geopfert wurden.
Planwirtschaft ist allerdings unweigerlich meist mit Totalitarismus verbunden. Solche Entwicklungen entstehen unmerklich, insbesondere wenn Bürger nur auf den ersten Blick auf plausible Behauptungen hereinfallen.

Das gilt ganz besonders für die derzeit zu beobachtenden Diskussionen rund um die Klimaproblematik. Man glaubt, mit Verboten im Sinne der Planwirtschaft einfach lösen zu können. Aber offenbar reicht – und das gilt besonders für Deutschland – die Schwarmintelligenz der Bürger nicht aus, um die Rattenfänger von Hameln zu demaskieren.

Damit wir uns recht verstehen, das ist nicht eine Frage von links oder rechts, es ist einfach eine Frage der Vernunft. Bitte deshalb kein Applaus von der falschen Seite.
Trotzdem ist der sogenannte ‚Zertifikat-Handel‘, das heißt Zertifikate, die sogar an der Börse gehandelt werden und die Bewertung von CO2 steuern soll, kein probates Mittel.

Ich empfehle die Methoden der sozialen und ökologischen Marktwirtschaft. Wichtig ist, dass jeder Bürger bei jedem Produkt merkt, dass CO2 den Preis erhöhen oder bei CO2-Vermeidung oder -Minimierung den Preis senken kann. Aber diese Steuerwirkung im wahren Sinne des Wortes scheint den Politikern nicht einzufallen. Das würde sogar dann funktionieren, wenn nur Deutschland dieses einführte. Der garantierte Erfolg könnte dann auch die anderen europäischen Länder vielleicht dazu veranlassen.
Ich wünsche friedliche, geruhsame und entspannte Weihnachtstage.

Ihr Jean Pütz

China erwägt teilweise Abkehr vom Elektroauto

(Fokus) – China beendet die Förderung für E-Autos, behält aber zumindest Elektro-Quoten bei. Unheil droht dennoch: Das Beratungsunternehmen JSC Automotive erwartet eine Kehrtwende, die Elektroautos und Hybride hart treffen würde. Auf E-Autos fixierte Unternehmen wie VW müssten sich dann breiter aufstellen.

Die wichtigsten Punkte im Artikel kurz zusammenfasst:

  • China gilt als globaler Antreiber der E-Mobilität
  • Verkaufszahlen brachen zuletzt ein, weil die Förderung wegfällt
  • Marktexperten sehen Strategieschwenk: Neben Elektroantrieben sollen künftig auch synthetische Kraftstoffe oder Wasserstoff eingesetzt werden
  • China betreibt weniger Klimapolitik, sondern verfolgt eher geostrategische Interessen

Viele Autohersteller, darunter auch Deutschlands wichtigster Autokonzern Volkswagen, setzen ausschließlich auf die Elektromobilität und stoppen mittelfristig die Entwicklung von Verbrennungsmotoren oder anderer Alternativen. Was für E-Spezialisten wie Tesla sehr gut funktioniert, könnte breiter aufgestellten Herstellern aber auch Probleme bereiten. Denn ausgerechnet in dem Markt, der als größter Treiber der E-Mobilität gilt, sieht die Strategieberatung JSC Automotive aus Shanghai in den kommenden Jahren eine Trendwende.

China stoppt bekanntlich bis Ende 2020 seine Subventionen für Elektroautos. Zwar gibt es nach wie vor Quoten für „New Energy Vehicles“ (NEV), zu denen auch batterieelektrische Autos zählen. Doch Chinas Staatsregierung will diesen Begriff offenbar weiter fassen und dabei den Fokus nicht mehr nur auf die E-Mobilität setzen.

China sieht E-Mobilität nicht als einzige Option
„Viele glauben immer noch, dass der Anteil der Elektrofahrzeuge in China in den kommenden Jahren stark ansteigen wird. Wir können dies nicht bestätigen“, so Jochen Siebert, Geschäftsführer von JSC Automotive. Stattdessen werde „ein Fächer an Technologien im Verbrennungsbereich aufgemacht“. Dazu zählten Methanol, Wasserstoff und verbrauchsarme Benziner. Nach Informationen von FOCUS Online sollen vor allem Mini-Hybride künftig eine große Rolle spielen. Also Benzinmotoren, die mit Hilfe von 48-Volt-Systemen sparsamer werden.

Verbrennungsmotoren auf dem Abstellgleis, Tausende werden entlassen
Viele Hersteller, etwa Audi, setzen solche Systeme bereits bei ihren neuen Motoren ein. Allerdings fokussiert sich Audi wie der komplette Volkswagen-Konzern künftig auf reine Elektroantriebe. Die Weiterentwicklung der Verbrenner wird mittelfristig gestoppt, was ein Hauptgrund für den Arbeitsplatzabbau bei dem  Hersteller ist. Diese Entscheidungen sind bereits getroffen und nicht mehr umkehrbar. Für den europäischen Markt ist die Entscheidung auch sinnvoll, denn dort lassen die neuen CO2-Grenzwerte künftig quasi nur noch elektrifizierte Autos zu. Ob das auch für den chinesischen Markt gilt, wird sich zeigen.

China berücksichtigt die echte CO2-Bilanz von E-Autos
Der entscheidende Punkt der – allerdings noch nicht finalisierten – Pläne der chinesischen Staatsregierung: Ab 2025 soll nicht mehr der Kraftstoffverbrauch für den Flottenverbrauch der Hersteller maßgeblich sein, sondern das, was für ihren Betrieb tatsächlich an CO2-Emissionen aufgewendet wird. „Ab dann würden auch Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybride mit ihrem Stromkonsum – umgerechnet in CO2 – belegt werden. Methanol, Wasserstoff- und E-Fuel-Fahrzeuge würden hingegen mit Null veranschlagt“, so die Experten von JSC Automotive. Das wiederum würde den Kraftstoffen wohl einen Vorteil verschaffen, der ähnlich unfair wäre wie die Anrechnung eines E-Autos mit null Gramm – es bleibt daher abzuwarten, wie die Gewichtung am Ende wirklich aussieht.

Unter E-Fuels versteht man künstlich hergestellte Kraftstoffe, deren CO2-Bilanz durch Nutzung von umweltfreundlichen Energien zumindest rechnerisch Null wäre. Die EU geht einen anderen Weg: Nur bei Elektrofahrzeugen wird der CO2-Ausstoß für die Flotten-Grenzwerte der Hersteller immer mit Null gewertet, egal wie der Strom zum Aufladen wirklich gewonnen wurde.

Der erklärte Elektro-Kritiker und Motoren-Experten Professor Fritz Indra sieht ebenfalls einen Strategie-Schwenk der Chinesen am Horizont . „China führt die Deutschen an der Nase herum. In China ist das E-Auto noch viel weniger umweltfreundlich als in Deutschland, weil dort der meiste Strom aus kalorischen Kraftwerken kommt. Alle zwei Wochen wird dort ein neues kalorisches Kraftwerk eröffnet. In China setzt man jetzt voll auf CO2-neutrale Kraftstoffe, weil das die einzige Methode ist, um die Emissionen nicht nur von Pkw, Lkw oder auch Schiffen schnell und wirksam zu reduzieren – und das ohne einen Nachteil für die Kunden“, glaubt Indra.

Geostrategie und Energieautarkie
Sehr gelegen dürfte den Chinesen dabei die maßgeblich in der EU geführte Diskussion um den Klimawandel kommen. Während die EU gerade den sogenannten Klima-Notstand ausgerufen hat und Sektoren wie Energie und Verkehr komplett umbauen will –  inklusive einer massiven Verteuerung des Individualverkehrs und Verbrauchskontrollen für alle Neuwagen – spielen für China offenbar geostrategische Erwägungen eine viel wichtigere Rolle. „Es geht in erster Linie um Energieautarkie. Der industriepolitische Aspekt ist auch interessant, weil durch breite Nutzung der Kohle auch viele Arbeitsplätze gesichert werden“, so Jochen Siebert von JSC Automotive zu FOCUS Online.

China ist Kohle-Nation Nummer Eins
Beim absoluten Ausstoß an CO2-Emissionen ist China mit weitem Abstand die Nummer Eins. Das gilt auch für die Gewinnung von Rohstoffen, allen voran gewaltiger Mengen Kohle. Trotz eines Ausbaus regenerativer Energien werden zwei Arten der Energieerzeugung auch künftig für Chinas Energiemix prägend sein: Kohle und Atomkraft – also genau die Energieformen, aus denen Deutschland gerade parallel auszusteigen versucht.

Elektro-Ausbau stößt an seine Grenzen
JSC-Geschäftsführer Jochen Siebert sieht noch einen weiteren Grund, weshalb China offenbar nicht mehr allein auf die E-Mobilität setzt: „Der Ausbau des Schnelllade-Netzes läuft gut, aber es hakt gewaltig bei dem Ausbau der Wechselstromladestationen, da die allermeisten Nutzer in Gebäudekomplexen wohnen und meist keine Genehmigung für eine Ladestation bekommen. Zudem besteht das Schnellladenetz vorrangig aus 50 kW-Stationen und ist somit bereits veraltet“, so Siebert. Der Ladenetz-Ausbau ist ein Problem, das wahrscheinlich auch Deutschland bevorsteht. Denn auch wenn die Furcht vor einem „Blackout“ durch Elektroautos übertrieben ist, sind die Niederspannungs-Verteilungsnetze an vielen Stellen noch gar nicht für einen echten Hochlauf der E-Mobilität vorbereitet

E-Mobilität bleibt vor allem mit neuen Modellen attraktiv
Wie groß künftig der Anteil von Stromern sein wird, hängt natürlich von vielen Faktoren ab. In China ging im dritten Quartal laut der Unternehmensberatung PwC der Absatz von reinen E-Autos um 15,7 Prozent zurück, der von Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen um 27,3 Prozent. Gründe hierfür: Das bereits erwähnte Zurückfahren staatlicher Fördermittel, aber auch der Zollstreit mit den USA, wirtschaftliche Unsicherheit und wohl auch der wachsende Erfolg von Fahrdiensten in China. „Der Hochlauf und das Angebot der neuen E-Fahrzeuge trifft auf ein extrem schwieriges wirtschaftliches Umfeld“, so PwC-Automotive-Chef Felix Kuhnert. E-Autos seien bislang ein urbanes Phänomen.

Immerhin: Insgesamt reicht es in wichtigen Märkten wie China im Quartals-Vergleich noch zu einem Plus. Zudem dürften neue E-Modelle, allen voran das jetzt auch in China gebaute Tesla Model 3 sowie das neue Elektro-SUV Model Y, durchaus Verkaufsschlager bei den E-Auto-affinen Chinesen werden. Denn aktuell werden die Stromer ja noch finanziell gefördert und haben auch andere Vorteile, etwa bei der Neuzulassung in Städten, in denen es Zulassungsbeschränkungen gibt.

„Die Zukunft bestimmen allein die Regulierungen“
Dass batterieelektrische Autos eine wichtige, aber eben nicht die einzige Säule im chinesischen Antriebsmix sein werden, erwartet auch Jack Wey, CEO eines der größten chinesischen Autobauers. Er sagte auf der IAA, die im September wahrscheinlich zum letzten Mal in Frankfurtstattfand, im Interview mit FOCUS Online. „Ob die Zukunft nun Elektro sein wird, Wasserstoff oder Hybridtechnik – das bestimmen allein die staatlichen Regulierungen. 2030 werden Elektroautos meiner Einschätzung nach die Mehrheit stellen, das gilt zumindest für China und womöglich auch für Europa.  Aber natürlich wird es 2030 auch noch Autos mit Verbrennungsmotoren geben. Denn diese Technologien werden ebenfalls effizienter, sparsamer und umweltfreundlicher“, so Wey.

Bundesregierung blockiert alternative Kraftstoffe
Interessant ist vor diesem Hintergrund die Haltung der deutschen Bundesregierung,die die Elektromobilität als quasi alternativlos ansieht und entsprechende Weichen bei der finanziellen Förderung gestellt hat. So sperrt sich die Regierung gegen die Zulassung alternativer Kraftstoffe wie synthetisch produziertem Diesel und könnte damit sogar ein Vertragsverletzungsverfahren der EU riskieren . Umso überraschender war die kürzliche Ankündigung von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), ein „Power-to-x-Netzwerk“ aufbauen zu wollen, um Wasserstoff oder eben auch synthetische Kraftstoffe zu erforschen. Die FDP-Abgeordnete Judith Skudelny traut diesem Strategieschwenk nicht: „Erst vor wenigen Wochen hat die Ministerin genau das verhindert, was sie heute großartig ankündigt. Deutsche Start-Ups, wie beispielsweise Ineratec aus Karlsruhe, finden in Deutschland aufgrund der schlechten Rahmenbedingungen keinen Markt, obwohl deren Produkte von Finnland bis nach Spanien verkauft werden. Frau Schulze sollte vielleicht erst einmal bei uns ihre überfälligen Hausaufgaben machen, bevor sie sich auf der Klimakonferenz mit inhaltsleeren Ankündigungen feiern lässt“, so Skudelny zu FOCUS Online.

Ökosprit-Skepsis der Bundesregierung
Das Bundeskabinett hatte die zum freien Verkauf von synthetischen Kraftstoffen in Reinform nötige DIN 15940 bei der Umsetzung der AFID-Richtlinie (Richtlinie 2014/94/EU über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe) nicht in den Gesetzentwurf aufgenommen – nach Informationen von FOCUS Online geschah dies durch intensives Einwirken des Umweltministeriums. Am 29. November wurde der Gesetzesentwurf im Bundesrat dann knapp und gegen die Empfehlung des Wirtschaftsausschusses des Bundesrats angenommen. Somit sind synthetische Kraftstoffe weiter nicht in Reinform erlaubt.

17.12.2019 Eine launige Nachlese zur Weltklimakonferenz

Ist unser Globus für uns Menschen noch zu retten? Jeder kocht sein eigenes Süppchen, der Blick über den Tellerrand kommt außer Mode. Schluss mit globalem Denken, aber dafür ausschließlich nationales Handeln.

Nicht einmal die Staaten Europas können sich auf eine Linie und auf gemeinsame Maßnahmen einigen. Das Europäische Parlament ruft zwar den Klimanotstand aus, doch die Europäische Kommission mit ihrer Chefin Ursula von der Leyen schafft nur eine proforma Einigung der 27 Staaten.

Der Geist ist willig aber der Nationalismus stark. Europa 2050 CO2-neutral? Vielleicht, aber nicht mit Polen und nur unter der Bedingung, dass auch die Kernenergie eine Renaissance erhält. So jedenfalls fordern es die Tschechen und Ungarn. Und Frankreich, mit seinen über 100 Kernkraftwerken, stimmt begeistert zu. Kann da Deutschland mit seinem populistischen Lösungen mithalten? Versagt hier die grüne Ideologie, der fast alle Parteien inklusive CDU und SPD, erlegen sind ?

Setzen wir am falschen Hebel an, weil die Schwarmintelligenz der Deutschen nicht ausreicht zu erkennen, dass der Verkehr bei weitem nicht der größte Übeltäter ist. Das Verbot von Verbrennungsmaschinen ist Schwachsinn, auch weil die meisten Staaten der Welt nicht mitmachen. Das Erdöl, welches wir nicht verbrennen, bedeutet zwar einen Rückgang der Nachfrage in Europa, aber dadurch wird der Preis auf dem Weltmarkt für die Klimawandel-Verweigerer umso billiger, sie sind der lachende Dritte.
Gleiches gilt für die Erzeugung von elektrischem Strom ausschließlich aus regenerativen Quellen. Dies ist wegen ihrer physikalischen Eigenschaften der elektrischen Energie sehr problematisch. Der Strom lässt sich nicht in Form von Paketen aus- und bei Bedarf wieder einführen. Es fehlen die notwendigen Speichermöglichkeiten und der Bürgerwille, z. b. Pumpspeicherwerke zu errichten. Selbst gegen die notwendigen Hochspannungsleitungen wird fleißig protestiert, ebenso wie gegen die Errichtung von Windkraftwerken.

Trotzdem ist Resignation nicht angebracht, auf lange Sicht lohnt sich der Einsatz von alternativen Technologien, vorausgesetzt, dass unsere Industrie die Wettbewerbsfähigkeit behält. Da ist Deutschland besonders gefährdet. Hunderttausende von Arbeitsplätzen sind auf dem Weg ins Ausland. Das gilt ganz besonders für die Automobil- und Maschinenbau-Industrie, einige der wenigen Bereiche, in denen Deutschland noch führend ist.

Aber wovon sollen wir in der Zukunft leben? In Ermangelung von Rohstoffquellen sind wir auf den Export von Industriegütern fundamental angewiesen, da bringt es auch nichts, wenn die Bürger gesetzlich durch Verbote aller Art gezwungen werden, den Gürtel enger zu schnallen.
Es lebe die Vernunft und die Kreativität unserer Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker. Voraussetzung ist, dass sie nicht durch fehlgeleitete Ideologien gebremst werden.

Folge 55. Mit Vernunft in die Zukunft, oder ?

Dass die falsche Ideologie zu einem extremen Abbau der Arbeitsplätze führen wird, können sie dem Podcast des Deutschlandfunks entnehmen. Das Zuhören lohnt sich:

Wer noch mehr Beweise dafür sucht, wie das Wunschdenken grüner Ideologen kontraproduktiv wirkt, sollte sich das Interview mit dem Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, Anton Hofreiter, anhören.

 

 

Scheitert die EU mit ihren Klima-Auflagen ?

(Steingarts Morning Briefing) – Der „Green Deal“ der EU steckt schon wenige Tage nach dem Startschuss in der Etappe fest. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stößt mit ihren Plänen zum Umbau der europäischen Industriegesellschaften auf erbitterten Widerstand. Es sind im Wesentlichen fünf Widerstandsnester, die sich gebildet haben.

► Der Klub der Atomfreunde – allen voran Frankreich mit seinem Atomstrom-Anteil von fast 72 Prozent – sieht den „Green Deal“ als Chance zur Expansion seines Geschäftsmodells. Paris verlangt, dass die EU die Kernkraft als „grüne Technologie“ bewertet und fördert. Das würden die Grünen der Union, auch mit Blick auf eine schwarz-grüne Option, niemals verzeihen.

► Die deutsche Industrie hat die Stacheln ausgefahren. Die Energiekosten sind jetzt schon Weltspitze. Angesichts der bevorstehenden Abschaltung von Atommeilern, Braun- und Steinkohlekraftwerken sei völlig unklar, schrieb Friedrich Merz in der „Welt am Sonntag“, woher in den nächsten drei Jahrzehnten der Strom kommen soll. Sein Fazit ist ein Frontalangriff auf die Parteifreundin in Brüssel:

„Nie war die Energieversorgung in Deutschland teurer und unsicherer als genau zu dem Zeitpunkt, zu dem die EU-Kommission ihren ,Green Deal‘ ins Werk setzen will.“

► Die Kohlestaaten in Osteuropa sehen partout nicht ein, warum sie den ohnehin spärlichen Wohlstand ihrer Gesellschaften für den Aktionismus der EU-Kommission opfern sollen. In Polen stammen rund 80 Prozent der Energie aus Kohlekraftwerken; in Tschechien 43 Prozent. Für den Ausstieg aus der Kohle soll Europa zahlen. Im „Just Transition Fund“ der EU liegen 100 Milliarden Euro bereit. Die Summe dürfte beim deutschen Steuerzahler eine gehörige Dosis politischer Bitterstoffe produzieren.

Ordnungspolitiker aller Nationen sind gegen eine Finanzierung des „Green Deal“ mit der Notenpresse. Das Direktorium der Europäischen Zentralbank wird vermutlich einer Bevorzugung grüner Investments nicht zustimmen. Das bisherige Prinzip der „Marktneutralität“ beim Aufkauf von Aktien und Staatsanleihen dürfe nicht gebrochen werden, sagt Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Ohne das Geld aus der Notenpresse aber sind die Billionenbeträge des „Green Deal“ nicht finanzierbar.

► Überall regt sich demokratischer Widerstand, denn dem „Green Deal“ fehlt die Legitimation durch das Wahlvolk. Im neuen EU-Parlament stellen die Grünen mit 74 Abgeordneten nur die viertgrößte Fraktion. Aus Tschechien kommen lediglich vier grüne Parlamentarier, aus Ungarn und Polen gar keiner. Auch in Deutschland ist über den ökologischen Umbau der Industriegesellschaft bei der Europawahl nicht gesprochen worden, weshalb die Volksparteien so zögerlich sind. Kaum gesteht man den Grünen im Bundesrat die Erhöhung des CO2-Tonnenpreises zu, wird zum Trost die Pendlerpauschale erhöht. Der Klimaschutz genießt bei der EU Kommission höchste Priorität, beim Bürger (siehe Grafik) nicht.

Fazit: Ursula von der Leyen hat in diesem unwegsamen Gelände kaum eine Chance. Ihr Man-on-the-Moon-Moment wird womöglich eine Vision bleiben. Die von ihr gestartete Mission erinnert auf fatale Weise jetzt schon an die Geschichte der Apollo 13. Nach der Explosion eines Sauerstofftanks blieb den Astronauten nur die Rückkehr zur Erde. Sie stehen bis heute im Geschichtsbuch – aber eben nicht als wahre, sondern als tragische Helden.

Gabor Steingart

Urintest für Zuhause sagt Prostatakrebs vorher

(pte) – Ein einfacher Urintest zum Nachweis von Prostatakrebs lässt sich jetzt mit Proben durchführen, die zu Hause gesammelt werden. Forscher der University of East Anglia http://uea.ac.uk und des Norfolk and Norwich University Hospital http://www.nnuh.nhs.uk haben den sogenannten PUR-Test entwickelt, der aggressiven Prostatakrebs diagnostiziert und bis zu fünf Jahre früher vorhersagt, ob eine Behandlung erforderlich sein wird.

Rektaluntersuchung obsolet
Männer müssen zur Analyse des Urins damit nicht mehr ins Krankenhaus kommen oder sich einer rektalen Untersuchung unterziehen. Das ist ein wichtiger Fortschritt, da der erste an einem Tag ausgeschiedene Urin solche Biomarkerwerte der Prostata liefert, die höher und einheitlicher sind. Das Forscher-Team hofft, dass die Einführung eines derartigen Tests die Diagnose dieser Krankheit revolutionieren könnte.

Laut Forschungleiter Jeremy Clark ist Prostatakrebs in Großbritannien die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Normalerweise entwickle sich die Krankheit langsam. Bei dem Großteil der Erkrankungen sei keine Behandlung erforderlich. Für die Ärzte sei es jedoch eine Herausforderung, vorherzusagen, welche Tumore aggressiv werden. Dadurch würden auch die Entscheidungen über eine Behandlung erschwert.

Genexpression gibt Aufschluss
Der PUR-Test untersucht die Genexpression in Urinproben und liefert so entscheidende Informationen darüber, um welche Art der Erkrankung es sich handelt. Für die Studie erhielten 14 Teilnehmer den Heimtest und Anweisungen zur Durchführung. Die Ergebnisse dieses Tests wurden dann mit den Proben verglichen, die nach einer digitalen rektalen Untersuchung gesammelt wurden.

Es zeigte sich bei der Auswertung des Urins, dass die zu Hause gesammelten Proben die Biomarker für Prostatakrebs viel deutlicher zeigten als jene nach der zweiten Untersuchung. Die Wissenschaftler gehen auch davon aus, dass die in „BioTechniques“ veröffentlichten Forschungsergebnisse die Diagnose von Blasen- oder Nierenkrebs revolutionieren könnte.

Clever: Seekabel taugen als Erdbebensensoren

(pte018/29.11.2019/12:30) – Jene Seekabel, die als grundlegender Bestandteil unserer globalen Kommunikationsnetzwerke die Meere durchkreuzen, sind auch als seismische Sensoren nutzbar. Das hat eine in „Science“ veröffentlichte Studie von US-Forschern ergeben. Der Ansatz macht sich die Rückstreuung von Laserpulsen zunutze. 20 Kilometer Kabel entsprechen so 10.000 Messstationen am Meeresboden. So wäre es also vergleichsweise einfach und günstig möglich, Erdbeben am Grund der Ozeane zu erfassen.

Seeboden-Abdeckung
Erdbeben zählen zu den wichtigsten potenziellen Naturkatastrophen, wobei Seebeben auch durch Sekundäreffekte wie Tsunamis eine Bedrohung darstellen. Doch gerade auf den gut zwei Dritteln mit Wasser bedeckter Erdoberfläche gibt es kaum Messstationen, denn diese unter Wasser zu installieren, ist aufwendig und teuer. „Es gibt einen gewaltigen Bedarf an Meeresboden-Seismologie. Jegliches Instrument, dass man im Ozean nutzen kann, und sei es nur innerhalb von 50 Kilometern zur Küste, wird sehr nützlich sein“, betont daher Studien-Erstautor Nate Lindsey von der University of California, Berkeley http://berkeley.edu . Er und seine Kollegen haben nun gezeigt, dass Seekabel hier einen wichtigen Beitrag leisten können.

Das Team hat dazu in einem Experiment mit einem 52 Kilometer langen Kabel des Monterey Bay Aquarium Research Institute http://mbari.org gearbeitet, das zu einer Messtation vor der Küster Kaliforniens führt. Der Ansatz der Forscher beruht darauf, dass Erschütterungen auf dem Meeresboden solche Seekabel dehnen und stauchen. Sie nutzen daher ein Gerät, das kurze Laserimpulse in das Kabel schickt und dann die Rückstreuung misst, die sich aufgrund der Verformungen ergibt. Dank Interferometrie können sie dabei einen Wert pro zwei Meter Kabel messen, sodass eben 20 Kilometer Kabel ebenso viele Datenpunkte liefern wie 10.000 Messtationen.

Günstig gute Messungen
„Diese Systeme reagieren auf Veränderungen von Nanometern bis hunderten Picometern pro Meter Länge“, betont Jonathan Ajo-Franklin, am Experiment beteiligter Geophysiker der Rice University http://rice.edu . Das liegt also im Milliardstelbereich. So konnte das Team im viertägigen Test mit ihrem Gerät unter anderem Signale eines Erbebens der Stärke 3,4 messen, das sein Epizentrum 45 Kilometer im Landesinneren hatte, und zuvor unbekannte tektonische Verwerfungen kartografieren.

Der Ansatz verspricht also die Möglichkeit, seismische Aktivität auf dem Meeresboden gut und doch recht günstig zu erfassen. „Das Tolle an faseroptischer Seismologie ist, dass man bestehende Telekommunikationskabel nutzen kann, ohne 10.000 Seismometer aufzustellen“, erklärt Lindsay. „Man geht einfach vor Ort und schließt das Gerät am Ende eines Kabels an.“

Siemens: Ein deutscher Technologieführer mit Nebenwirkungen – Mit einer Stellungnahme von Jean Pütz

Siemens ist sicherlich einer der kreativsten Konzerne in Deutschland gewesen. Allerdings hat er erhebliche Nebenwirkungen und Risiken erzeugt. Zum Beispiel ist er verantwortlich dafür, dass das deutsche Telefonsystem lange Zeit den technischen Möglichkeiten hinterher hinkte. Sie setzten immer noch auf den berühmten Drehwähler, als fortschrittliche Staaten in der Welt die elektronische Vermittlung einführten. Was sich später herausstellte, auch Korruption spielte in der Geschäftspolitik eine Rolle. Schon damals vermutete ich, dass die Deutsche Post – später Telekom – ohne Not voll auf Siemens setzte, während anderen Kommunikationsfirmen keine Chancen eingeräumt wurden. Bei diesem Monopol konnte es nicht mit rechten Dingen zugehen.

Auch später, bei der Einführung der Kommunikationsvernetzung durch Coaxial-Kabel, die es erstmal ermöglichten, auch Signale von Fernsehsendern per Kabelfernsehen zu versenden – spielten Siemens und der damalige Postminister Schwarzschilling eine eigentümliche Rolle. Zufälligerweise war Schwarzschilling an einer solchen Kabelfirma und an der Akkumulator-Produzenten Sonnenschein, damals noch auf Bleibasis, beteiligt. Diese Batterie wurde nötig, um die Versorgung Zwischenverstärker mit elektrischem Strom, die  innerhalb des Coaxial-Kabel-Systems sicher zu stellen. Diese Entscheidung hatte für die Zukunft der deutschen Telekommunikations- und des Aufbaus des späteren Internet-Systems verhängnisvolle Folgen. Schon damals zeichnete sich ab, dass Glasfasersysteme viel effizienter sind, weil wesentlich mehr Daten damit übertragen werden können. Dass heutzutage Deutschland auf dem Gebiet rückständig ist, liegt ursächlich an dieser Entwicklung.

Aber auch beim MP3-System, das von Siemens abgelehnt wurde, dessen Genialität seinerzeit aber von den amerikanischen Bell-Laboratories sofort erkannt wurde, die deshalb an den Lizenz-Einnahmen auch heute noch beteiligt sind.

Das sind nur einige Beispiele für den unrühmlichen Einfluss von Siemens in Deutschland – nicht zu sprechen davon, dass sie dafür gesorgt haben, dass die weltweit sicherste Technologie zum Betrieb von Kernreaktoren sich völlig aus Deutschland verabschiedet hat. Allerdings spielen dabei auch grüne Ideologien eine entscheidende Rolle.
Jean Pütz

(Handelsblatt) – Eine geordnete Nachfolgeplanung an der Unternehmensspitze hat Siemens schon länger nicht mehr hinbekommen. Zuletzt klappte das vor rund 15 Jahren, als Klaus Kleinfeld auf Heinrich von Pierer folgte. Die Schmiergeldaffäre spülte dann den bis dahin weitgehend unbekannten Peter Löscher an die Spitze. Der glücklose Österreicher musste nach mehreren Gewinnwarnungen im Sommer 2013 seinen Hut nehmen. Seither steht der Ex-Finanzvorstand Joe Kaeser an der Spitze.

Diesmal soll die Amtsübergabe geordneter ablaufen, das ist Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe wichtig. Und so setzte der Aufsichtsrat im Sommer ein Signal, indem er Technologievorstand Roland Busch zu Kaesers Stellvertreter beförderte. Im Sommer 2020 soll dann offiziell entschieden werden, wie es weitergeht, wenn Kaesers Vertrag Anfang 2021 ausläuft.

So weit, so gut. Die letzten stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von Siemens, nämlich Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld, wurden denn auch tatsächlich Chef. Doch besteht eben kein Automatismus. Der Aufsichtsrat lässt offen, ob Busch spätestens im Januar 2021 Vorstandsvorsitzender werden wird.

Das eröffnet Raum für Spekulationen – und so ein Raum wird gerade bei Siemens traditionell intensiv genutzt. Mit der Aussage, dass er in der größten Not noch einmal um zwei Jahre verlängern könnte, befeuerte Kaeser sie eher noch. Manche im Konzern verdächtigen Kaeser, sich für nur schwer ersetzbar zu halten. Bei manchen macht sich Überdruss in Sachen Kaeser breit. Busch steht nun als Nachfolger auf Bewährung da – das beschädigt seine Position.

Es ist richtig, dass Kaeser seinen Umbau mit der Abspaltung von Siemens Energy im kommenden Frühjahr noch selbst zu Ende bringen kann. Bei Siemens galt vor allem das Kraftwerksgeschäft als Krisenfall. Im Verbund mit den erneuerbaren Energien hat es in dem neuen Konzern nun eine echte Chance, sich am Markt zu behaupten.

Doch eine Verlängerung von Kaesers Vertrag um weitere zwei Jahre ergäbe nur wenig Sinn. Es wäre nur eine Übergangszeit. Doch der neue, kleinere Siemens-Konzern mit seinen Digitalgeschäften braucht eine langfristige Zukunftsstrategie. Und ein Techniker an der Spitze stünde ihm gut zu Gesicht.

Daher sollte Aufsichtsratschef Snabe bis zur Hauptversammlung im Februar ein klares Signal geben, dass Busch auch tatsächlich der nächste Vorstandschef werden soll. Erst einmal abzuwarten, ob er die neue, aufgewertete Position auch ausfüllen kann, beschädigt Busch nur. Wenn der Aufsichtsrat überzeugt ist, dass Busch CEO kann, dann sollte er dies auch kommunizieren.

Axel Höpner

Transrapid wird erfolgreicher – aber nicht in Deutschland – Mit einer Meinung von Jean Pütz

Leider hat dieses geniale ökologisch und ökonomisch sinnvolle schienengebundene Transportsystem wegen grüner Ideologie keine Chance gehabt.
Das Konsortium, das dieses entwickelt hat, musste es nach China verschenken. Leider erfolgt das immer mehr mit deutscher Technologie. Die Chinesen sind im Begriff, Europa das Wasser abzugraben.
Jean Pütz

(pte) – An Bord der von deutschen Unternehmen gebauten Magnetschwebebahn Transrapid, die Schanghais Flughafen mit der Stadt verbindet, lässt sich jetzt das schnellste Mobilfunknetz der Welt nutzen, zumindest versuchsweise. 5G bietet die Möglichkeit, gigantische Datenmengen in kürzester Zeit zu übertragen, bis zu zehn Gigabit pro Sekunde. Das bedeutet, dass sich ein kompletter Spielfilm in weniger als zehn Sekunden herunterladen lässt.

Connected trotz Highspeed
Die 5G-Installation gelang China Telecom gemeinsam mit dem Telekommunikationsausrüster ZTE. Selbst als die Magnetschwebebahn ihre Höchstgeschwindigkeit von 430 km/h erreicht hatte, war die Verbindung stabil, berichten die Partner. Auf der gut sieben Minute dauernden Fahrt können die Passagiere das komplette 5G-Spektrum nutzen, also Videokonferenzen abhalten, hochaufgelöste Filme anschauen, die datenintensivsten Spiele nutzen oder arbeiten.

Die Versorgung von Hochgeschwindigkeitszügen mit Mobilfunk sei seit jeher eine große Herausforderung für Ausrüster und Anwender. Bei 5G seien sie noch größer als bei den früheren Mobilfunkstandards. Um das Problem zu lösen, haben ZTE und China Telecom verschiedene technische Durchbrüche erreicht. Es gelang beispielsweise, den Doppler-Effekt, dem Funkwellen unterliegen, wenn hohe Geschwindigkeiten im Spiel sind, zu kompensieren. Das System funktioniere bei Geschwindigkeiten von bis zu 500 km/h. Der Durchbruch gelang auch durch technische Innovationen in den Basisstationen, die die Signale aussenden und empfangen. Der Übergang von einer Zelle zur anderen habe reibungslos funktioniert.

Für alle Schnellzüge geeignet
Die Schanghai-Maglev ist das schnellste kommerzielle Landfahrzeug der Welt. Da 5G hier funktioniere, sei die chinesische Technik in allen schienengebundenen Hochgeschwindigkeitszügen einsetzbar. Die schnellsten erreichen 350 Kilometer pro Stunde. ZTE und China Telecom haben bereits große Erfahrungen in der Ausrüstung von Hochgeschwindigkeitszügen mit Breitband-Mobilfunk bis hin zu 4G. Die Partner wollen die 5G-Technik jetzt noch weiter verbessern, um sie allgegenwärtig nutzbar zu machen.

Erhöhung der Wasserverfügbarkeit durch Wasserwiederverwendung

(FONA) – Wasser wird in vielen Regionen der Erde knapp, nicht nur in ariden Gebieten. Es stellt daher eine immer größer werdende globale Herausforderung dar, Haushalte, Industrie und Landwirtschaft bedarfsgerecht mit Wasser zu versorgen. Höchste Zeit also für innovative und effiziente Technologien, Verfahrenskonzepte und Managementstrategien, um die Wasserversorgung auch in Zukunft sicherzustellen.

Die Verfügbarkeit von Wasser in ausreichender Menge und Qualität ist die wichtigste Grundlage für das gesundheitliche Wohlergehen des Menschen, die nachhaltige Entwicklung von Regionen und eine intakte Umwelt. Der Wasserbedarf wird sich in den kommenden Jahren weltweit drastisch erhöhen. Hauptursachen dafür sind: Bevölkerungswachstum, Intensivierung von industriellen und landwirtschaftlichen Aktivitäten sowie die Ausdehnung von Ballungsräumen. Gleichzeitig ist bereits heute die Verfügbarkeit von Wasser stark begrenzt und regional sogar rückläufig. Hierzu tragen unter anderem die Verschmutzung und Übernutzung von Wasserressourcen, der Klimawandel und die ungleiche Verteilung der Wasservorräte maßgeblich bei.
Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Fördermaßnahme „Zukunftsfähige Technologien und Konzepte zur Erhöhung der Wasserverfügbarkeit durch Wasserwiederverwendung und Entsalzung“ (WavE) auf den Weg gebracht. WavE will einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, das Missverhältnis zwischen steigendem Wasserbedarf und begrenzten Wasserressourcen auszugleichen und der Wasserverknappung zu begegnen. Seit dem dritten Quartal 2016 fördert das BMBF insgesamt 13 Verbundprojekte und ein wissenschaftliches Begleitvorhaben mit Teilnehmern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis. Ziel ist es, innovative Technologien, Verfahrenskonzepte und Managementstrategien zu entwickeln, um die Wasserverfügbarkeit nachhaltig zu erhöhen.

Hohe Umsetzungspotenziale werden hier bei der Kreislaufführung von industriell genutztem Wasser, bei der Aufbereitung von salzhaltigem Grund- und Oberflächenwasser sowie bei der Wasserwiederverwendung durch Nutzung von behandeltem kommunalem Abwasser gesehen. Neben den technologischen Lösungen und einem intelligenten Management der relevanten Stoffströme werden auch entsprechende Kommunikations- und Bildungsmaßnahmen mit integriert.

Die Untersuchungen und Entwicklungen erfolgen unter praxisnahen Bedingungen an Standorten im In- und Ausland und beziehen auch Demonstrationsanlagen im technischen Maßstab mit ein. Besondere Bedeutung kommt der Übertragbarkeit der technologischen und konzeptionellen Ansätze auf andere Standorte mit ähnlichen Randbedingungen zu, auch im Hinblick auf die Positionierung und Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf dem internationalen Technikmarkt.