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Noch eine Methode, Wasserstoff transportabel zu machen

(pte) – Ammoniak, das mithilfe von Ökostrom hergestellt wird, könnte mit einer vom Ulsan National Institute of Science and Technology entwickelten Technik zum Speicher für „grünen“ Wasserstoff werden. Das Team hat mittels elektrischer Energie die Flüssigkeit, die Wasserstoff und Stickstoff enthält, in ihre Bestandteile aufgespalten und gewann hochreinen Wasserstoff. Den Stickstoff, Hauptbestandteil der Luft, entließen sie in die Atmosphäre.

Große Energieeinsparung

Mit der Technik lässt sich Wasserstoff mit einem Drittel der Energie gewinnen, die bei der Spaltung von Wasser durch Elektrolyse nötig ist. Jedoch geht einiges an Energie bei der Herstellung von grünem Ammoniak drauf. Die Energieeinsparung oder -neutralität ist aber nicht das Entscheidende. Soll Wasserstoff mobil eingesetzt werden, etwa in Zügen, Lastwagen, Flugzeugen und Schiffen, muss dieser, der die Brennstoffzellen zur Stromerzeugung versorgt, nach dem Stand der Technik in Tanks unter einem Druck von bis zu 800 Bar oder flüssig gelagert werden. Es müsste eine neue Infrastruktur aufgebaut werden.

Ließe sich Ammoniak als Wasserstoffspender nutzen, würden drucklose Tanks genügen und die Zapfsäulen heutiger Tankstellen könnten ohne großen Aufwand für die Abgabe von Ammoniak umgerüstet werden. Es müsste lediglich sichergestellt werden, dass beim Tanken eine gasdichte Verbindung mit dem Tank des Verbrauchers hergestellt wird. Außerdem müsste dieser selbst auch gasdicht sein, denn Ammoniak ist eine ätzende Flüssigkeit.

Katalysator gleicht einer Blüte

Eines der Geheimnisse ist laut Forschungsleiter Guntae Kim der Katalysator, der die Spaltung des Ammoniaks vorantreibt. Er basiert auf Platin, das allerdings in nur geringen Mengen benötigt wird. Entscheidend ist auch die Form des Kats. Dieser ähnelt einer Blüte, sodass er eine große wirksame Oberfläche hat. Es gibt bereits Brennstoffzellen, die Ammoniak als Wasserstofflieferant nutzen. Die ätzende Flüssigkeit wird dazu auf eine Temperatur von 700 bis 800 Grad Celsius erhitzt, sodass sie sich aufspaltet.

Genutzt wird das unter anderem zur Stromversorgung von Mobilfunkmasten, die fernab von jedem Stromnetz stehen. Die Universität Duisburg-Essen und das Zentrum für BrennstoffzellenTechnik http://zbt-duisburg.de in Duisburg arbeiten zudem an einem Spalter, der direkt mit einer Brennstoffzelle gekoppelt werden soll. 2022 soll das System einsatzbereit sein.

Grüner Wasserstoff: Katalysatorenoberfläche im Blick

(KIT) – Wasserstoff, der mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird, gilt als Schlüsselelement der Energiewende: Er kann aus Wind und Sonne gewonnene Energie CO₂-neutral chemisch speichern. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forschende die Prozesse an der Oberfläche des Iridiumoxid-Katalysators für die Wasser-Elektrolyse untersucht. Ihren Forschungsbeitrag zur Entwicklung verbesserter und effizienterer Katalysatoren stellen sie im Journal ACS Catalysis der American Chemical Society vor. (DOI: 10.1021/acscatal.1c02074)

Energie aus Solarmodulen und Windrädern ermöglicht es, Wasser durch Elektrolyse ohne schädliche Emissionen in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Da die Verfügbarkeit der Energie aus erneuerbaren Quellen für die Erzeugung des grünen – das heißt CO₂-neutral erzeugten – Wasserstoffs schwankt, sei es sehr wichtig, das Verhalten der Katalysatoren unter hoher Auslastung und unter dynamischen Bedingungen zu kennen, so die Verfasser der Studie. „Bei hohen Strömen gibt es eine starke Entwicklung von Sauerstoffblasen an der Anode, was die Messung erschwert und es bislang nahezu unmöglich machte, ein zuverlässiges Messsignal zu erhalten“, erläutert der Erstautor der Studie Dr. Steffen Czioska vom Institut für Technische Chemie und Polymerchemie (ITCP) des KIT. Die Kombination verschiedener Techniken ermöglichte es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nun, die Oberfläche des Iridiumoxid-Katalysators unter dynamischen Arbeitsbedingungen grundlegend zu erforschen. „Es ist uns zum ersten Mal gelungen, das Verhalten des Katalysators auf atomarer Ebene trotz starker Blasenentwicklung zu untersuchen“, sagt Czioska. Die American Chemical Society (ACS) wertet die Bedeutung der Veröffentlichung aus dem KIT für die internationale Wissenschaftsgemeinschaft so hoch, dass sie sie mit dem ACS Editor‘s Choice ausgezeichnet hat.

Röntgenabsorptionsspektroskopie mit Synchrotronlicht genutzt

Die Karlsruher Forschenden des ITCP, des Instituts für Katalyseforschung und des Instituts für Angewandte Materialien –  Elektrochemische Technologien haben die für die Katalyse einzigartige Röntgenabsorptionsspektroskopie, die es erlaubt, Änderungen auf atomarer Ebene besonders präzise zu untersuchen, und weitere Analysemethoden kombiniert. „Wir konnten die regelmäßigen Abläufe an der Katalysatorenoberfläche während der Reaktion sehen, weil alles Unregelmäßige herausgefiltert wurde – ähnlich wie bei der Langzeitbelichtung einer nächtlichen Autostraße – und dennoch die dynamischen Vorgänge erkennen“, sagt Czioska. „Unsere Untersuchung zeigt, dass gerade bei sehr hohen Spannungen und unter dynamischen Bedingungen höchst unerwartete Strukturänderungen auftreten, die im Zusammenhang mit einer Stabilisierung des Katalysators stehen“, sagt der Chemiker. Das Iridiumoxid löse sich weniger auf, das Material bleibe stabil.

Ergebnisse sollen zu besseren, effizienteren Katalysatoren beitragen

Die Erforschung der Vorgänge an der Katalysatoroberfläche ebne den Weg für die weitere Untersuchung von Katalysatoren bei hohen elektrischen Potenzialen und könne dazu beitragen, verbesserte und effizientere Katalysatoren für die Anforderungen der Energiewende zu entwickeln, betont Czioska. Die Untersuchung ist Teil des Schwerpunktprogramms „Dynakat“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft, in dem deutschlandweit über 30 Forschungsgruppen zusammenarbeiten und vom KIT unter Federführung von Professor Jan-Dierk Grunwaldt vom ITCP koordiniert wird.

Grüner Wasserstoff gilt als umweltfreundlicher chemischer Energiespeicher  und damit als wesentliches Element der Dekarbonisierung von Branchen wie der Stahl- und Chemieindustrie. Die 2020 vom Bundeskabinett beschlossene Nationale Wasserstoffstrategie sieht in der verlässlichen, bezahlbaren und nachhaltigen Erzeugung von Wasserstoff die Basis für dessen zukünftige Verwendung.

53 Prozent sind Abgaben und Steuern: Beim Strom macht der Staat richtig Kasse

(Focus) – Die Strompreise in Europa sind seit Jahren im Aufwärtstrend. Doch vor allem in Deutschland müssen Kunden besonders tief in die Taschen greifen, wie eine Erhebung zeigt. Der Grund dafür: Hierzulande fließt der Großteil der Stromkosten an den Staat. Was Verbraucher jetzt tun sollten.

In Deutschland ist die Kilowattstunde Strom so teuer wie sonst nirgendwo in Europa: Verbraucher müssen hierzulande inzwischen 32 Cent berappen. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Verbraucherportals Verivox, über welche die „Bild“-Zeitung berichtet.

Größter Preistreiber bei den Stromkosten ist laut den Verivox-Daten der Staat. So machen 53 Prozent des Strompreises Abgaben, Steuern und Umlagen auf Strom aus. Alle deutschen Haushalte zusammen kostete das allein in diesem Jahr bislang 20 Milliarden Euro. Am Ende des Jahres werden es laut einer Schätzung von Verivox 38,6 Milliarden Euro sein.

Nur in einem Land liegt die Quote im europäischen Vergleich unterdessen höher: In Dänemark wandern 66 Prozent des Strompreises in die Staatskasse.

Diese Abgaben machen den Strom in Deutschland so teuer

Teuer wird der Strom hierzulande vor allem durch die Mehrwertsteuer mit 19 Prozent und die EEG-Umlage mit 6,5 Cent pro Kilowattstunde, die damit rund 20 Prozent des aktuellen Strompreises ausmacht.

Die EEG-Umlage dient zur Finanzierung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien: Das heißt, das Geld aus der Umlage geht an die Besitzer von Windrädern, Solar- und Biogasanlagen sowie an Wasserkraftwerke.

Wie ein Verivox-Beispiel zeigt, kostet die EEG-Umlage eine dreiköpfige Familie mit einem Stromverbrauch von etwa 4000 Kilowattstunden 309 Euro im Jahr, die Mehrwertsteuer zusätzliche 194 Euro – eine ganz schöne Belastung.

Verbraucherschützer fordern politische Reaktion auf hohe Energiekosten

Angesichts der stark steigenden Gas- und Strompreise hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband die Regierung erst Anfang des Monats erneut zum Handeln aufgerufen. „Die Politik könnte die Verbraucher entscheidend entlasten, indem sie den Strompreis senkt, Industrieausnahmen bei der EEG-Umlage und den Netzentgelten abschafft und die Netzentgelte für Strom und Gas reduziert“, sagte der  Energieexperte des Verbandes, Thomas Engelke.

Die Stromsteuer müsse auf das von der EU vorgegebene Minimum reduziert werden, sagte Engelke. Er riet Verbraucher gleichzeitig aber auch dazu, bei Bedarf den Anbieter zu wechseln.

So wechseln Sie den Stromanbieter

Wer diesem Appell folgen will, geht so vor: Verbraucher ermitteln über Vorjahresrechnungen und eine Zählerablesung ihren Energieverbrauch. Auf dieser Basis vergleichen sie Preise und Leistungen mehrerer Anbieter, zum Beispiel über ein Vergleichsportal.

„Ist ein neuer Anbieter gefunden und ein Vertrag abgeschlossen, müssen sich Verbraucher um nichts kümmern“, sagt Inse Ewen von der Verbraucherzentrale Bremen. Der neue Anbieter reicht beim alten im Auftrag des Kunden die Kündigung ein und erledigt alle Formalitäten. In aller Regel ist innerhalb kurzer Zeit der Anbieterwechsel wirksam. Je nach Stromverbrauch wird die Haushaltskasse dann durch einen günstigeren Tarif um mehrere Hundert Euro pro Jahr entlastet.

Dabei ist die unterbrechungsfreie Stromversorgung gesetzlich garantiert. Heißt, Verbraucher müssen keine Sorge haben, dass sie bei Problemen ohne Strom dazustehen.

Vertrag nicht blind abschließen

Bevor es zu einem Vertragsabschluss mit dem neuen Anbieter kommt, sollten Verbraucher dennoch mehrere Punkte kritisch prüfen. Dazu gehören vor allem Vertragslaufzeiten, Kündigungsfristen, Preisgarantien und Preisanpassungsklauseln.

Für die Frage, ab wann der neue Energieanbieter liefern kann, ist die Laufzeit des alten Vertrags entscheidend. Kündigungsfristen ergeben sich generell aus dem bestehenden Vertrag. Zu beachten ist jeweils, zu welchem Zeitpunkt Kunden bis wann kündigen können. Dabei kommt es auf Vereinbarungen über eine etwaige Mindestvertragslaufzeit an, aber auch auf eine Regelung zur stillschweigenden Verlängerung und die Kündigungsfrist an sich.

Boni machen Vertrag optisch preiswert

„Bonuszahlungen für Neukunden im ersten Jahr sind sehr attraktiv“, sagt Ewen. Aber im zweiten Jahr, wenn der Bonus wegfällt, kann es bei steigenden Grundgebühren und Kilowattstundenpreisen teuer werden. „Wer dies vermeiden will, kündigt im Idealfall rechtzeitig und wechselt erneut den Anbieter“, so Ewen.

Auch sollten Verbraucher sich darüber im Klaren sein, ob sie einen Tarif haben wollen, der nur online abgeschlossen und später auch nur online verwaltet werden kann – oder ob sie ihre Rechnung lieber per Post erhalten und beim Anbieter einen Ansprechpartner haben möchten, der auch telefonisch zu erreichen ist.

Kritisch prüfen sollten Verbraucher Angebote mit Vorkasse oder Kaution. Wird ein Lieferant insolvent, könnten im Voraus geleistete Zahlungen verloren gehen. Vorsicht gelten sollte auch bei Paketangeboten: Es macht Sinn sorgfältig zu kalkulieren, ob man über die gesamte Vertragslaufzeit den im Paket angebotenen Verbrauch erreichen kann.

Fitness für den Darm: Probiotischer Joghurt

Aus der Reihe „1001 Alltagstipps“  erschienen im:

Liebe Leserinnen und Leser,

kaum zu glauben, ich als Pollenallergiker sehe dem Frühling gelassen entgegen. Das verdanke ich dem ausreichenden Verzehr von probiotischem Joghurt. Darin enthalten sind spezielle Milchsäurebakterien, die der aggressiven Magensäure widerstehen können und so in den Darm gelangen. Dort verbessern sie die für das Immunsystem so wichtige Darmflora. Täglicher Verzehr von ca. 300 ml hilft nicht nur bei Allergien, es hält Krankheitserreger in Schach und die Verdauung auf Trab.

Selbermachen lohnt sich besonders, weil handelsübliche Produkte meist überzuckert, aromatisiert und viel zu teuer sind. Seit 35 Jahren steht das im Mittelpunkt meines Frühstücks.

Zunächst wird 1 Liter H-Milch auf ca. 38°C (z.B. in der Mikrowelle) erhitzt. Da hinein wird eine kleine Messerspitze probiotisches Joghurt-Ferment eingerührt. Man bekommt es z.B. in Bioläden und Apotheken und besteht meist aus Laktobazillen und Bifidobakterien.

Zum Fermentieren wird die „beimpfte“ Milch nun in einem 1-Liter-Joghurtbereiter 12 Stunden warm gehalten. Empfehlenswert sind die Geräte von „Rosenstein & Söhne“ und „Rommelsbacher“.

Bei der Fermentation wird übrigens der Milchzucker zur Milchsäure restlos vergoren. Deshalb ist dieser Joghurt auch für Lactoseintolerante wie mich, hervorragend geeignet. Mit Früchten und Müsli ergänzen.

Mein Tipp: Werden in die Milch noch zwei Esslöffel Magermilchpulver eingerührt, wird der Joghurt besonders cremig und stichfest.

Ihr Jean Pütz

Offener Brief zur Klimarettung an ‚Friday for Future‘

Reaktion auf eine Mail von Frau Carla Reemtsma im Rahmen ihrer ‚Campact‘-Kampagne.
Dort fordert ‚FFF‘ Maßnahmen aus verständlichen Emotionen heraus, die aber in dieser extremen Form nicht realisierbar sind oder Deutschland ruinieren würden.

Liebe Frau Reemtsma

als Wissenschaftsjournalist habe ich mich sehr über Ihre Initiative gefreut, allerdings reicht es nicht aus Engagement zu haben, sondern dazu gehört auch Wissen, Wissen um die Nebenwirkungen und Risiken bestimmter Maßnahmen. Da stelle ich fest, dass Sie nur kritisieren, aber keinen Vorschlag machen, wie man diese auch von mir sehr unterstützte Klimarettung so gewährleisten kann, dass unsere Gesellschaft noch eine Chance hat. Also einfach nur die Erzeugung von CO2 abzuschaffen ist zwar löblich, aber führt zu Nebenwirkungen und Risiken, die nicht berücksichtigt werden. Natürlich bin ich absolut gegen jegliche fossilen Energieträger, doch mit der Abschaffung in Deutschland kommen wir nicht weiter. Sie werden sehen, dass das in anderen Ländern zu verstärkten Bemühungen um die Kernenergie führt. Wenn man etwas kritisiert, sollte man sich auch Gedanken darüber machen, wie man das Problem lösen kann. Ich war ehemals Oberstudienrat in Physik, da habe ich meinen Schülern beigebracht, dass es ganz wichtig ist, Ursache und Wirkung zusammenzubringen. Das ist ein Prinzip, auf das man nicht verzichten kann.

Leider ist aber das Wissen um diese naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten im Volk so gering verbreitet, dass ich davon spreche, dass die Schwarmintelligenz der Deutschen in dieser Hinsicht sehr gering ist und wir deshalb auch teilweise Populisten auf den Leim gehen. Eine Gefahr die genauso groß ist wie die Klima-Problematik. Ihr Protest in Ehren, aber wenn sie keine Vorschläge machen, wie das Problem zu lösen ist, und sich an den Mainstream halten, der Maßnahmen die mittlerweile auch von der Politik aufgegriffen werden, dann werden sie Schiffbruch erleiden. Deutschland wird sich dann mit seiner Industrie- und Technologie-Kultur abbauen.

Ich bitte Sie, einmal meinen mittlerweile weit verbreiteten Kommentar zu lesen, der in Facebook eine außergewöhnliche Resonanz gefunden hat. Gerne bin ich bereit, mit Ihnen zu diskutieren und komme auch sozusagen präsent zu Ihnen, um Ihnen Ihre Widersprüche zu offenbaren. Dazu gehört Logik und naturwissenschaftliches Grundwissen. Das habe ich nicht nur als Wissenschaftsjournalist, sondern ich bin auch Diplom Ingenieur der Elektrotechnik, wie gesagt Oberstudienrat in Physik gewesen und habe Soziologie, und zwar empirische Soziologie, studiert, um zu begreifen, warum Deutschland im Dritten Reich diesem Verbrecher und Psychopathen anheimgefallen ist. Im Alter kann ich dieses Wissen sehr gut gebrauchen, ist aber auch für junge Menschen wissenswert.

Übrigens als Jugendlicher war ich einmal Elektromechaniker und habe diese Lehre zu Ende gebracht. Also ich bin ein zugegeben alter weiser Mann, der aber seine Weisheit durchaus noch hinterfragt und vermitteln will. Noch mal deutlich gesagt, mit Emotionen können wir unser Klima nicht retten, wir müssen die Vernunft zu Hilfe nehmen.

Hier nun der Link zu meinem letzten Facebook Artikel, der heute, am Montag, mittlerweile eine Reichweite von über 140.000, mit fast 40.000 Interaktionen und fast 1.000 schriftlichen Kommentaren der Facebook-Freunde erhalten hat. Es lohnt sich also, den Link anzusehen.

Aber vielleicht interessiert Sie auch meine wissenschaftliche Homepage die ich seit über 15 Jahren täglich aktualisieren. aktualisieren.

Ich bin gespannt auf ihre Reaktion, und ob die Jugend auch noch andere, mit der Logik verknüpfte Ideen und Lösungen zur Kenntnis nimmt.
Jean Pütz

Leiden eines Wissenschaftsjournalisten, der lebenslang auf die Vernunft und auf Nachhaltigkeit gesetzt hat

Brief an einen ähnlich denkenden Kollegen

Lieber Jörg Sommer,

zunächst ein riesiges Kompliment für Ihren ausgewogenen und notwendigen Beitrag. Zu 100% stehe ich auf Ihrer Seite, insbesondere weil ich als Wissenschaftsjournalist alles das am eigenen Leibe erfahren habe. Trotzdem dürfen uns diese Weisheiten nicht davor zurückhalten, immer wieder zu mahnen und Widersprüche in der Gesellschaft und Politik aufzudecken. Klar, wir sind Rufer in der Wüste, Sisyphus oder auch Kämpfer gegen Windmühlen des Sancho Panza . Was Sie noch nicht erwähnt haben, ist die Manie, die ich dem Wirken der Bildzeitung oder anderer Zeitungen ankreide, nämlich dass höchstens die Überschrift und drei Zeilen danach gelesen werden. Es ist nicht die Schuld der Boulevard-Zeitungen. Sie reagieren nur auf das, was sich in der Bevölkerung breit gemacht hat. Verhängnisvoll wirkt sich dann auch noch aus, dass ‚Bad News is good News‘ für große Auflagen sorgt. Wie es mit diesem Verhalten möglich wird, die Demokratie mit realistischen Inhalten zu füllen und dem Populismus und den Verschwörungstheorien Paroli zu bieten, kann ich nicht mehr erklären. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Vielleicht kann ich Ihnen über eine positive Beobachtung von mir berichten: Ähnlich wie ich früher die ‚Hobbythek‘ als ‚trojanisches Steckenpferd‘ erfunden habe, um die Wissenschaft- und Technologie-Entwicklung an bildungsarme Bürger heranzuführen, genauso operiere ich auch heute als ‚weiser alter Mann‘. Ich muss ertragen, dass ich deswegen immer noch als ‚Bastelonkel der Nation‘ in die Schublade gesteckt werde, obwohl ich tausende wegweisende Sendungen als Autor, Moderator und Redakteur verantwortet habe: 1971 die aufkommende Halbleitertechnik und zwei Jahre später die Digitaltechnik in 13-folgigen Serien, 1978 die Folgen des Mikrochips, der die Hardware durch Software ablöste und 1990 den CO2-Aspekt als große Gefahr mit entsprechenden aber leider unberücksichtigten Lösungen für jedermann verständlich im 3. und 1. ARD-Programm, und vieles andere mehr auch 20 Jahre im Voraus.

Seit 15 Jahren unterhalte ich eine täglich aktualisierte wissenschaftliche Homepage und seit 5 Jahren eine offizielle Seite bei Facebook. Ganz gegen den oberflächlichen Trend, nehme ich mir die Freiheit, in langen schriftlichen und frei gesprochenen Kommentaren die besagten Widersprüche in Gesellschaft, Politik und Technologie offen zu legen. Meine Follower müssen sich oft mit 5-seitigen Texten und über 10-minütigen Videovorträgen auseinander setzen. Dass ich trotzdem fast 85.000 Abonnenten gewonnen habe, muss man doch auf die Habenseite der Schwarmintelligenz der Deutschen einordnen. Derzeit sind es nur noch knapp über 82.000 Follower, weil sich die meisten AFD-Anhänger, insbesondere die Querdenker verabschiedeten, weil ich sie zu oft mit Argumenten angegriffen habe.

Ihr Jean Pütz

Was man noch sagen darf

(Demokratie Plus) – Der „Judenstern“ ist wieder in Mode.

Über 75 Jahre nach dem abrupten Ende des Holocausts ist er wieder auf deutschen Straßen zu sehen. Was hat es damit auf sich?

Ab 1941 mussten Personen, die nach den nationalsozialistischen Rassegesetzen („Nürnberger Gesetze“ von 1935) als Juden und Jüdinnen galten, zwangsweise den so genannten „Judenstern“ an ihrer Kleidung tragen, um öffentlich als Juden kenntlich zu sein.

Sie wurden so ausgegrenzt, öffentlichen Misshandlungen ausgesetzt und konnten jederzeit verhaftet und in Lager verfrachtet werden.

Im Jahr 2021 nähen ihn Menschen freiwillig auf ihre Kleidung, ergänzt um die Aufschrift „ungeimpft“.

Das kann man als geschmacklos bezeichnen, es unhistorisch nennen oder gar anmerken, damit würde die Schreckensherrschaft der Nazis verharmlost. Man kann und darf darüber empört sein.

Doch ist man genau in die Falle gelaufen, die damit aufgestellt wurde.

Denn das gemeinsame Narrativ von Rechtspopulist*innen, Reichsbürger*innen, Nazis und eben auch vielen Akteuren der so genannten „Querdenker“ ist der Opferkult um die eigene Person.

Sascha Lobo hat dies kürzlich im SPIEGEL ganz wunderbar herausgearbeitet. In seiner lesenswerten Kolumne geht er der Frage auf den Grund, was Rechtsradikale und deren unkritisches Umfeld dazu treibt, diesen Opferkult strategisch zu zelebrieren.

Offensichtlich steckt dahinter die Hoffnung, die eigene politische Täterhistorie im Nachhinein umzuinterpretieren. Das ist nachvollziehbar und auch zumindest in Teilen der Öffentlichkeit erfolgreich.

Genau das ist die Herausforderung für unsere Demokratie. Es sind nicht ihre Feinde am rechten Rand. Die wird es immer geben. Es sind deren Narrative, die aktuell so große Teile der Bevölkerung erreichen, wie selten zuvor.

Wir alle sind Opfer der Pandemie. Doch viele sehen sich auch als Opfer der Demokratie. Sie klagen darüber, dass ihnen ausgerechnet ein Recht verwehrt würde, das wie kaum ein anderes für die Demokratie steht:

das Recht der freien Rede.

Der Eindruck, „man dürfe Vieles nicht mehr sagen“, ist beileibe kein Randphänomen. Immer mehr Menschen haben dieses Gefühl. Befeuert wird es sicher durch die skizzierten Strategien. Aber das alleine würde keine Wirkung erzeugen, wenn es nicht an die Erfahrungen der betreffenden Personen andocken könnte.

Diese Erfahrungen sind objektiv natürlich weder mit der Judenverfolgung, der Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus, dem Alltag der Menschen, die in einer der vielen Diktaturen dieser Welt leben, vergleichbar.

Aber sie sind subjektiv vorhanden.

Um sie zu verstehen, müssen wir genauer hinhören. In der aktuellen Shell-Jugendstudie stimmen zum Beispiel 68 Prozent der Jugendlichen folgender Aussage zu:

„In Deutschland darf man nichts Schlechtes über Ausländer sagen…“

Wer das glaubt, sieht seine Grundrechte eingeschränkt, glaubt nicht mehr an das große demokratische Versprechen des freien Wortes, ist irgendwann auch für bewusst kreierte Begriffe wie „Merkeldiktatur“ offen.

Die gedankliche Kette ist also erstaunlich kurz. Das kann sie nur sein, weil sie eine Abkürzung nimmt, weil sie ein Missverständnis ausnutzt, das erst mit den Sozialen Blasen des Internetzeitalters möglich geworden ist.

Welches Missverständnis?

Wir kommen ihm auf die Spur, wenn wir uns den Satz aus der Shell-Studie in Gänze ansehen. Er lautet nämlich:

„In Deutschland darf man nichts Schlechtes über Ausländer sagen, ohne gleich als Rassist beschimpft zu werden.“

Genau darum geht es: Natürlich haben wir Meinungsfreiheit in einem Umfang, der aktuell weltweit und historisch ganz außergewöhnlich ist.

Aber: Wer seine Meinung äußert, muss in einer demokratischen Gesellschaft damit leben, das ihm widersprochen wird.

Und längst nicht alles, was da geäußert wird, ist nur „Meinung“. Manches ist Vorurteil, Beschimpfung, Verdrehung von Tatsachen oder schlicht Lüge. Und auch umgekehrt gilt: Selbst eine schlichte Meinung kann mit Widerspruch in Form von Beschimpfungen, Bedrohungen, Lügen oder echten Shitstorms gekontert werden.

Wir haben in unserer Demokratie aktuell kein Problem mit der Meinungsfreiheit, wir haben ein Problem mit dem Diskurs.

Wir können ihn nicht. Wir haben ihn verlernt. Weil wir ihn zu wenig führen.

Wir kreisen in unseren Selbstbestätigungsblasen, in denen wir jede Meinung, und sei sie auch noch so absurd und exotisch, nicht nur äußern dürfen, sondern mehr Applaus bekommen, je demagogischer wir sie formulieren.

Prallen wir dann live oder digital mit einer anderen Blase zusammen, geht die Post ab. Am Ende halten die einen die anderen für bekloppt, und die vermeintlich Bekloppten fühlen sich als Opfer einer Meinungsdiktatur.

Mit jedem Zusammenprall werden die Gräben tiefer, die Wunden blutiger und die gegenseitige Verachtung weiter bestärkt.

Da hilft es dann oft nicht mehr, neue Diskursformate zu erdenken oder mehr Beteiligung anzubieten. Was als Feuerlöscher gedacht ist, wird bei so verhärteten Fronten schnell zum Brandbeschleuniger.

Was uns in Deutschland abhanden gekommen ist, ist Diskurskompetenz. Das ist eine Frage des Könnens, des Wollens und der Einstellung. Einfach nur mehr Möglichkeiten anzubieten, genügt nicht mehr.

Es geht um nichts weniger als einen Kulturwandel. Der ist, das zeigt die Geschichte, stets mühsam, immer schmerzlich, oft zäh – aber möglich.

Dazu müssen wir jedoch zunächst die Mechanismen entlarven, die uns in die aktuelle Situation manövriert haben und sie immer weiter anheizen. Erst dann haben wir eine Chance, nicht nur irgendwelche Diskurse anzuzetteln, sondern Prozesse in Gang zu setzen, die unsere Demokratie wieder stärken, weil sie Streit wieder zu dem machen, was er für eine Demokratie sein sollte: Treibstoff.

Einen wichtigen Faktor, seine Wirkung und wie wir ihm entgegensteuern können, wollen wir uns in der kommenden Woche genauer anschauen:

Den individuellen und kollektiven Narzissmus.

Herzlichst, Jörg Sommer

Leider ein visionärer Abschiedsbrief von Gerd Müller, unserem Bundesentwicklungsminister

Ein Marshallplan mit Afrika. Afrika birgt große Potenziale, die weit über Ressourcenreichtum, kulturelle Vielfalt, Unternehmergeist und Innovationskraft hinausgehen. 2035 wird Afrika das größte Arbeitskräftepotenzial weltweit haben.
Wir brauchen einen Paradigmenwechsel und müssen begreifen, dass Afrika nicht der Kontinent billiger Ressourcen ist, sondern die Menschen dort Infrastruktur und Zukunft benötigen.

BUNDESENTWICKLUNGSMINISTER DR. GERD MÜLLER

Die Bevölkerung Afrikas wird sich bis 2050 auf 20 Prozent der Weltbevölkerung verdoppeln. Hier wachsen die globalen Märkte, die Beschäftigten und Kunden der Zukunft heran – und damit auch die Herausforderung, das Potenzial zu nutzen und Arbeit und Perspektiven für die Jugend zu schaffen.
Die afrikanischen Staaten haben sich für die notwendige sozialökonomische Transformation eine hoch ambitionierte Agenda gesetzt, die danach strebt, dass Afrika bis 2063 „ein wohlhabender Kontinent mit den Mitteln und Ressourcen sein soll, seine eigene Entwicklung voranzutreiben, mit nachhaltiger und langfristiger Verantwortung für seine Ressourcen“. (Ziel 1 der Agenda 2063  der Afrikanischen Union)
Um Afrika bei der Umsetzung dieser Entwicklungsagenda zu unterstützen, bedarf es einer neuen Form der Zusammenarbeit, einer politischen Partnerschaft auf Augenhöhe als Unterstützungsangebot für seine eigene Agenda. Afrika braucht afrikanische Lösungen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat daher seine Zusammenarbeit mit Afrika neu ausgerichtet.
Die vom BMZ initiierten Eckpunkte für einen Marshallplan mit Afrika wurden Anfang 2017 im Rahmen eines Online-Dialogs mit Wirtschaft, Wissenschaft, Kirchen, Gesellschaft und Politik zur Diskussion gestellt und bilden seither den konzeptionellen Schirm und strategischen Rahmen für die Afrikapolitik des BM

Beispiel für ein Diskussionsforum bei Facebook. Thema Katastrophen, Seuchen, Bürgerkriege…

Ein höchst interessanter Austausch zwischen einem ‚Grünen‘-Anhänger und mir. Es ist ein Zeichen dafür, wie heute diskutiert werden kann und wie die schweigende Mehrheit sowas mit Emojis begleitet. Hier zunächst der Beitrag von dem Facebook Freund
Klaus-Rüdiger Brouwer, bewertet mit 106 weitgehend wütenden bzw. negativen Emojis:

Ich wundere mich sehr darüber, daß sie, Herr Pütz, mit derart aggressiver und unsachgemäß pauschalisierender Polemik gegen B90/Grüne im Wahlkampf Stimmung zu machen versuchen, bzw. mit ihrem Beitrag bewußt gerade jetzt eine gute Partei schlecht reden wollen. Es wäre ansonsten ein hörenswerter und informativer Beitrag, den man hätte teilen können, wäre er nicht von perfide deutelndem Bashing und primitivem Verschwörungs-Vokabular durchzogen, welches sie ja eindeutig auf B90/Grüne bezogen wissen wollen, das ist deutlich erkennbar. Obwohl ich ihre wissenschaftliche Arbeit u. Gesellschaftl. Engagement immer sehr geschätzt habe, mag ich solch tendenziell gestrickten Beiträgen sicher zukünftig nicht mehr folgen. Mit ihren Schuldzuweisungen und pauschalisierenden Behauptungen unterstützen sie aus meiner Sicht, ob bewußt, oder nicht, gängige, rechtsindoktrinative Mythen und lügnerische, verschwörungsideologische Gerüchteleien. Dafür fehlt mir jegliches Verständnis.

Hier meine Entgegnung:
Kritische Situation vor allem auf der in dieser Gegend Kommentar erhielt 170 weitgehend positive Emotion Bewertung.

Klaus Rüdiger Brouwer,
wenn Sie mit Ihrer Grünen-Ideologie zufrieden sind, und parteiisch ihre Gefühle in den Vordergrund stellen, haben sie recht. Im übrigen habe ich die ‚Grünen‘ als Partei nicht rundweg abgewertet. Lesen Sie doch bitte noch einmal meinen Beitrag etwas genauer durch. Es stimmt, dass die Politiker und ihre Anhänger oft sehr naiv, sozusagen einfältig die Probleme lösen wollen, so nach dem Motto: CO2 muss weg, der Verbrennungsmotor muss weg, wir werden nur noch in den nächsten zehn Jahren regenerative Energie nutzen können, trotzdem wird unsere Wirtschaft nicht geschädigt.
Das sind doch alles Mondschlösser, die haben doch mit Realität nichts zu tun. Ich kreide an, dass die ‚Grünen‘-Ideologen und viele ihrer Anhänger in die Sekte der Realitätsverweigerer über gelaufen sind. Fachleute können nur noch den Kopf schütteln, was da für ein Wunschdenken Raum gegriffen hat. Es geht eben nicht mehr, das moderne Gesellschaften nur mit Gefühlen gelenkt werden können, von Politikern, die es eigentlich besser wissen müssen. Aber wenn da nur Schöngeister und solche, die stolz darauf sind, von Naturwissenschaft und Technik keine Ahnung zu haben und die Welt nach ihrem Wunschdenken gestalten wollen nach dem Motto, was nicht sein darf, was nicht sein kann, dann kommt nichts Gutes dabei raus. Das beruht auf Einfalt, wir brauchen aber die Vielfalt.
Gut, sie werden das alles widerlegen wollen, aber es ist nun mal ganz eindeutig, dass schon verfasste Gesetze und Beschlüsse mit viel Subventionen in die falsche Richtung gehen, und die notwendigen Ziele nicht erreichen können. Um dies zu beurteilen, werden umfassende naturwissenschaftliche, technische und soziologische Erkenntnisse benötigt. Aber unfähige, gesponserte Berater meinen, sich dem Political Correctness anschließen zu müssen. Widerspruch ist daher selten. Sie verschweigen dabei insbesondere die Tatsache, dass es Alternativen gibt, die viel größere Aussicht auf Erfolg haben, die offen sind für weitere Fortschritte in der Technologie. Alle Verbote sind dabei kontraproduktiv. Nach diesem Verfahren handeln schlimmer weise nicht nur die ‚Grünen‘. Es ist eben einfacher, einem Bürger zu erklären, z. B. wenn aus dem Auspuff nichts raus kommt, muss das klimafreundlich sein, Nebenwirkung und Risiken der Batterie als Energiespeicher zu verschweigen. Damit macht man das Verbrennungsmotor-Verbot plausibel. Nachdenken nicht erlaub..
Der Beispiele gibt es viele: was halten Sie vom Abschaffen des Erdgases, das soll ja 2030 realisiert werden. Dabei ist Erdgas die zugegebenermaßen fossile Energie, die am geringsten CO2 produziert, und stets eine Alternative bleibt, weil das CO2-Gas auf einfachstem Wege herausgefiltert werden kann, und als Wertstoff verwendbar ist. Unsere elektrische Energieversorgung wird wenigstens auf diese Kraftwerke nicht verzichten können, ebenso die Versorgung unserer Gebäude mit Heiz- und Kühlenergie. Der elektrische Strom kann das nie leisten.
Hinzu kommt: Glauben diese angeblichen Kenner der Scene, dass wir wirklich ohne zusätzliche Kraftstoffe auskommen, wer hat das den ‚Grünen‘ in den Kopf gesetzt, insbesondere weil sie fordern, dass der regenerative Ersatz vorwiegend in Deutschland aus Sonne und Wind gewonnen werden kann. Ich glaube dass das Unwissen über die Eigenschaften des elektrischen Stroms noch Kuriositäten hervorzaubern wird und unser Volk darunter noch sehr zu leiden hat, sollte diese Irrmeinung politische Bestand haben.
Genau das möchte ich vom deutschen Volk abwenden, so wie alle Abgeordneten das öffentlich geschworen haben.
Vielleicht haben Sie, lieber Herr Klaus-Rüdiger Brouwer, das gar nicht gemerkt, dass ich ja über die Grenzen Deutschlands hinaus gedacht, und ein entscheidendes Problem mit lösen will, dass der Armut in der Dritten Welt. Das lässt sich wunderbar in einer Win-Win-Situation mit unseren dringend notwendigen Klimarettungs-Bemühungen vereinbaren.
Aber lesen Sie einfach noch mal durch, vielleicht liegt Kritik daran, dass sie es nur oberflächlich betrachtet haben. Versuchen Sie doch auch einmal, die anderen Kommentare zu lesen, noch nie habe ich eine solche Resonanz bei Facebook erfahren, trotzdem möchte ich mich auch mit Ihnen auseinander setzen

Ihr Jean Pütz

Große Probleme bei Decarbonisierung – Mit einer Einleitung von jean Pütz

Wenn die Decarbonisierung in der gesamten Welt nicht gelingt, sind alle Bemühungen von Staaten, die dabei als Vorreiter infrage kommen, umsonst. Dabei möchte ich die Probleme mit China ausgespart sehen, das sich ja in den Konferenzen  immer noch als Entwicklungsland gebärdet, aber mittlerweile zur stärksten Wirtschaftsmacht heranreift. Trotzdem pocht die Regierung auf Sonderbehandlung in der Decarbonisierung und verschafft sich dadurch enorme Konkurrenz-Vorteile.

Man kann das Problem der Klimarettung drehen wie man will, es steigt und fällt mit der Zurverfügungstellung regenerativer Energie. Dabei hat nicht nur den Wasserstoff als zukünftiger Energieträger die größten Chancen, fordert aber wegen seiner physikalischen Eigenschaften große Investitionen in die Infrastruktur. Woher soll dieses Kapital bei klammen Entwicklungsländern kommen? Anders ist es, wenn der Wasserstoff an Ort und Stelle unmittelbar in den Hoffnungsträger regeneratives Methanol verwandelt wird. Die Technologie dafür ist vorhanden und erbringt trotz relativ geringen Investitionsbedarf in die Infrastruktur unmittelbar Erträge. Kurzum, die Methanol-Produktion verbessert die Chancen der Entwicklungsländer auf Augenhöhe mit den Industrieländern.

Das Problem der Expertisen der Klimainstitute besteht darin, dass sie Defizite aufweisen, aber keine Vorschläge zur Behebung der Probleme machen. So bitte ich Sie, lieber Leser, die folgende Pressemitteilung des ‚Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung‘

Jean Pütz

(pte) – Länder, die zielstrebig auf erneuerbare Energieträger umstellen, verbessern ihre Chancen auf wirtschaftliche Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit. Zu dem Schluss kommen Forscher des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) http://iass-potsdam.de. Neue Spannungen könnten jedoch zwischen Vorreitern und Nachzüglern bei der Dekarbonisierung entstehen.

Investitionen in neue Technik

Den Experten nach ist schon jetzt der Zugang zu den technologischen und finanziellen Mitteln, die für den Übergang erforderlich sind, durch Ungleichheiten gekennzeichnet. So entfallen laut der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien 95 Prozent der installierten Kapazität auf nur 16 Prozent aller Länder, nämlich die hochentwickelten Länder. Steigenden Energiebedarf haben jedoch vor allem die Schwellen- und Entwicklungsländer, die noch stark auf fossile Brennstoffe setzen. Ihnen fehlt häufig der Zugang zu privaten Investitionen in erneuerbare Energien sowie zur Technologieentwicklung.

„Diese Kluft droht sich zu vertiefen: Länder, die frühzeitig in Forschung, Entwicklung und Produktion im Bereich Erneuerbare Energien investieren, profitieren wirtschaftlich, auch in Bezug auf Arbeitsplätze. Nachzügler bei der Dekarbonisierung sind in den kommenden zehn Jahren deutlich höheren Transformationsrisiken ausgesetzt. Ihre industrielle Wettbewerbsfähigkeit sinkt und das Risiko für ökonomische Instabilität steigt“, so IASS-Expertin Laima Eicke. Nachteile drohten vor allem Ländern, deren Wirtschaft stark von fossilen Brennstoffen abhängig ist. Denn viele der befragten Fachleute sehen fossile Brennstoffe und Infrastruktur mittlerweile als Vermögenswerte ohne langfriste Rentabilitätsaussichten.

Konflikte bei Handelsabkommen

„Die ungleichen Transitionsmuster können bestehende Spannungen in internationalen Klimaverhandlungen verschärfen und neue Konflikte bei Handelsabkommen entstehen lassen“, verdeutlicht Eickes Kollege Andreas Goldthau. Die Politik dürfe die politischen und wirtschaftlichen Folgen der Dekarbonisierung nicht ignorieren. „Sie sollte Rahmenbedingungen schaffen, die es allen Ländern ermöglichen, die Dekarbonisierung voranzutreiben. Dafür muss sie die internationale Klimafinanzierung und den Technologietransfer stärken“, unterstreicht Eicke abschließend. Um dafür geeignete Ansatzpunkte zu finden, müsste weitere Ursachenforschung betrieben werden.