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Tausendsassa Hagebutte – die Frucht der Wildrose zum Heilen und Genießen – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Leider fehlt im unten stehenden Tipp des BZfE eine Wirkung, die mir persönlich das Leben im Alter erheblich versüßt hat. Vor etwa 5 Jahren eröffnete mir ein Professor der Orthopädie, den ich wegen meiner Hüft- und Knie-Schmerzen aufgesucht hatte, die Ursache  wäre Arthrose, also Abbau de Gelenkknorpels, die soweit fortgeschritten sei, dass ich künstliche Hüft- und Kniegelenke benötigte. Beides sei allerdings verbunden mit einer 6-monatigen Rehabilitation. Also stellte ich mich darauf ein, dass ich entweder die Operation über mich ergehen lassen, oder die Schmerzen ertragen müsse.

Schmerzen werden gelegentlich durch Schmerzmittel gelindert, aber dass diese Nebenwirkungen und Risiken hervorrufen, wurde mir bald bewusst, denn ich hatte mich auf Ibuprofen eingestellt. Die Magenprobleme konnte ich bewältigen, aber bei einer Blutuntersuchung erklärte mir mein Internist, meine Nieren ständen kurz vor dem Versagen. Er führte das auf die relativ hohe Dosis Ibuprofen zurück, welches ich eingenommen hatte. Klar, dass ich das sofort absetzte. Ich hatte Glück. die Nieren erholten sich dauerhaft.

Manchmal kommt der Zufall zu Hilfe – ‚immer wenn Du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her‘: Ein Freund, der von meinem Leiden wusste, brachte mir 1 kg Hagebuttenpulver mit. Er meinte, ich sollte das einmal probieren. Aber da ich in der Literatur keinen Beweis für irgendwelche Wirkung fand, ließ ich es ungenutzt liegen. Doch dann, in der höchsten Not dachte ich, ich kann es ja einmal probieren. Es wirkte wie ein Wunder, 14 Tage danach hatte ich keinerlei Schmerzen mehr. Das hält bis heute an.

Kurzum: Dies ist kein wissenschaftlicher Beweis, aber es animierte mich doch zu einem persönlichen Forschungsansatz. Wie früher in der Hobbythek üblich, sorgte ich für preiswerten Bezug des Hagebutten-Pulvers. Ich fand einen Lieferanten, der dieses Hagebuttenpulver, gewonnen aus ganzen getrockneten Früchten, aus einem Naturschutzgebiet in Patagonien bezog. Patagonien ist die ärmste Gegend im Entwicklungsland Argentinien. Mich faszinierte die Tatsache, dass dort das Hagebuttenpulver in eine Art Entwicklungshilfe eingebettet war mit einer Fabrik, die etwa 300 Menschen ganzjährig Arbeit bot, um dieses Pulver zu produzieren, und während der Erntezeit hunderten von Pflückern der dort auf riesigen Flächen wildwachsenden Früchte einen Nebenverdienst ermöglichen – Bio par Excellenze. In der Fabrik werden die Hagebutten getrocknet, halbiert, die Samen herausgenommen und von den feinen Härchen befreit. Als Kinder ärgerten wir damit unsere Mitmenschen, in dem wir sie als Juckpulver einsetzten. Aus den Samen kann man auch Öl gewinnen, die Samen gemahlen nennt man dann Hagebutten’mehl‘, aber beide haben nicht die Ganzheitswirkung. Werden die Schalen mit dem hohen Fruchtanteil gemeinsam mit den Samen gemahlen, dann erst entsteht das so wirksame ‚Hagebutten’pulver‘.

Dieses Hagebuttenpulver stellte ich in meinem Bekanntenkreis zur Diskussion und verteilte es an Leidensgenossen in einer Probe von 100g – ausreichen für einen Monat Einnahme. Natürlich mit der Auflage, mir ihre Erfahrungen rück zu melden. Mindestens 2/3 berichteten mir, dass sie eine ähnlich positive Wirkung beobachteten, wie sie bei mir eingetreten war. Das ist zwar nicht repräsentativ, aber letztlich überzeugte mich vor allen Dingen die Erfahrung eines einflussreichen Kölner Politikers. Er berichtete mir, er stünde kurz vor einer Hüft-Operation. Die aber wurde wegen Corona verschoben. Er bekam von mir das Hagebuttenpulver und siehe da, genau wie bei mir wurde die Operation überflüssig.

Bei diesem Beweis blieb es nicht, nachher haben mir hundertfach Menschen immer wieder berichtet, dass sie zumindest eine erhebliche Minderung ihrer Schmerzen erfahren haben. Das gilt wohlgemerkt nur für größere Gelenkflächen, nicht z. B. gegen Schmerzen an der Wirbelsäule.

Was die Dosierung anbelangt: Es reicht täglich ein gehäufter Teel. in Müsli, Joghurt oder Fruchtmus eingerührt, weil das Pulver leicht verklumpt. Es schmeckt wegen des hohen Vitamin C-Gehalts leicht säuerlich-neutral. Man kann aber auch ruhig mehr nehmen, ich selbst habe die Dosis verdoppelt, weil Hagebuttenpulver, wie der SWF in einer Sendung darstellte, eine Art Superfood darstellt, welches die Versorgung mit allen Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Proteinen sicher stellt, die der Körper täglich braucht. Die Einnahme aller anderer Präparate mit angeblich gesunden Lebensmittelzusatzstoffen sind überflüssig.

So nebenbei bemerkt: Es ist eigentlich ein Armutszeugnis der Wissenschaft, dass sie dieser verblüffenden Wirkung nicht auf den Grund geht. Aber so ist das heutzutage, die Forschungsabteilungen der Pharma-Firmen und der Lebensmittel-Industrie sind daran nicht interessiert, weil Naturheilstoffe nicht patentiert werden und die Forschung daran sich nicht lohnt. Wenn, würden sie höchstens  nach einzelnen Wirkstoffen suchen, um diese zu isolieren. Aber gerade das wäre kontraproduktiv, denn meines Erachtens ist das Zusammenwirken aller Stoffe im Hagebuttenpulver, also der Ganzheit, wie die Natur sie bietet, und die Reaktion des Körpers darauf, verantwortlich. Gut, in den Apotheken und Drogerie-Märkten wird Hagebuttenpulver inzwischen für teures Geld verkauft, aber – wie zur Zeit der Hobbythek-Sendungen – habe ich dafür gesorgt, dass jedermann das Pulver für einen erschwinglichen Preis kaufen kann. Geben Sie einfach das Stichwort: ‚Jean Pütz und Hagebuttenpulver‘ in Google oder andere Suchmaschinen ein, oder allgemein ‚Hagebuttenpulver kaufen‘, Sie werden sehen, dass dieses Ihren Etat nicht erheblich belastet. In der empfohlenen Dosis kommen Sie mit 500g drei Monate aus.

Ich möchte noch einmal das Thema Wissenschaft aufgreifen. Wenn die Industrie-Forschung versagt, dann sollten wenigstens die Universitäten Interesse daran haben, die durch staatliche Steuergelder eigentlich dazu verpflichtet sind. Doch auch da gibt es ein Problem, sagen mir viele Professoren, denn viele Universitäts-Institute sind auf Drittmittel aus Politik und Industrie angewiesen.

Schon sind wir wieder beim Aspekt des Geldverdienens. Das ist insofern tragisch, weil ich sogar den Eindruck habe, dass das Hagebuttenpulver die Rück-Bildung von Gelenkknorpeln begünstigt. Das entspricht zwar nicht der Lehrmeinung, aber neuere Forschungen haben ergeben, dass dies mittlerweile möglich ist. Dieses habe ich auf meiner wissenschaftlichen Homepage unter diesem Link veröffentlicht:.

Wie gesagt, das ist eine vorwissenschaftliche Annahme, aber anders kann ich mir nicht erklären, dass ich seit Jahren keine Schmerzen mehr habe.

Übrigens: Wenn ich gerade an der Wissenschaft Kritik übe, habe ich da noch ein anderes Problem:

Das  mir vor 50 Jahren in Australien von Aborigines (Eingeborene) empfohlene Teebaumöl für alle Fälle verdient ebenfalls intensive seriöse Forschungen. Derzeit darf es in Deutschland nicht als Medikament, sondern ausschließlich nur unter der Vorgabe „Nur für kosmetische Zwecke“ verkauft werden. Das ist lächerlich. Es ist meines Erachtens in langjähriger  persönlicher Anwendung das beste und sanfteste Desinfektionsmittel, welches man sich denken kann, gegen alle – vermutlich auch resistente – Keime inkl. Viren.  Ich benutze es z. B. auch bei Zahnfleisch-Entzündungen und im Mundwasser. Es riecht und schmeckt nur etwas streng irdisch. Teebaumöl ist sogar in der Lage, hartnäckige Warzen auszumerzen.

Wenn Sie sich auch darüber näher informieren wollen, empfehle ich meine vor 30 Jahren erschiene Broschüre ‚Tausendsassa Teebaumöl‘, ISBN 3-8025-153-3. Leider ist es mittlerweile vergriffen, aber im Antiquariat oder über Internet können Sie es noch preiswert beziehen, es lohnt sich.

Nachfolgend jetzt noch kulinarische Eigenschaften der Hagebutte in der Mitteilung der Bundeszentrale für Ernährung

Ihr Jean Pütz

(BZfE) – Wenn der Spätsommer in den Herbst übergeht, leuchten die Hagebutten dunkelrot an wilden Rosensträuchern. Die Früchte haben einen herben bis feinsäuerlichen Geschmack und können in der Küche zu Saft, Fruchtmus, Suppen und Chutney verarbeitet werden.
Für einen Hagebutten-Fruchtaufstrich die Früchte grob hacken und mit etwas Apfelsaft bei mittlerer Hitze etwa eine Stunde weich köcheln. Durch eine Passiermühle geben und das Mus auffangen. Da in den Resten noch viel Fruchtfleisch steckt, werden sie nochmals mit Apfelsaft vermengt und passiert. Das Mus mit einem Schuss Zitronensaft und Gelierzucker mischen, nach Anweisung einige Minuten kochen und in sterile Gläser füllen.

Ein besonderer Genuss ist Hagebuttenketchup, das gut zu Pasta, Käse und Baguette schmeckt. Dafür müssen die Früchte entkernt werden, indem man sie halbiert und die Samen mit einem kleinen Löffel auskratzt. Die Fruchtschalen spülen, zerkleinern und mit einer Zwiebel leicht andünsten. Zucker, Essig und Wasser hinzufügen und je nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und mediterranen Kräutern abschmecken. In einem geschlossenen Topf eine halbe Stunde köcheln lassen, gelegentlich umrühren und pürieren.

Hagebutten sind die runden bis länglichen Früchte verschiedener Wildrosenarten. Zur Reifezeit sind sie orange bis dunkelrot gefärbt. Im Innern befinden sich kleine, nicht essbare Samen mit juckenden Härchen, die Kinder gerne als „Juckpulver“ nehmen. Die Hagebutte ist reich an Mineral- und Ballaststoffen, Provitamin A, B-Vitaminen, Vitamin E und K. Bemerkenswert ist der hohe Vitamin-C-Gehalt (bis 2.000 mg pro 100 g), der die Zitrone bei weitem übertrifft (50 mg pro 100 g).

Wer Hagebutten sammeln möchte, wird an Hecken und Wegen, am Waldrand und in Gärten fündig. Die aromatischen Früchtchen können ab Ende August bis in den Februar hinein geerntet werden, wenn sie sich problemlos pflücken lassen und die Schale auf leichten Fingerdruck nachgibt. Im Spätsommer sind Hagebutten etwas fester, haben aber auch mehr Fruchtfleisch und sind gut zum Weiterverarbeiten geeignet. Von einem Strauch kann mehrmals gepflückt werden, da die Früchte nicht gleichzeitig reifen.

Rekordverdächtige Lithium-Metall-Batterie

Umgerechnet 560 Watt oder 0,56 Kilowatt stehen gegenüber einem Energie-Inhalt von Methanol, von 5,5 Kilowatt. Das ist rund das 10fache an Energiedichte. Nutzt man regeneratives Methanol in Verbrennungsmaschinen, kommt man auf ca. 56% Wirkungsgrad. Das heißt, umgerechnet in mechanische Energie ist die Energie von Methanol mehr als 5 Mal leichter als die Batterie. Wer Wert auf Gewichtsreduktion legt, muss das berücksichtigen.

Jean Pütz

(KIT) – ine extrem hohe Energiedichte von 560 Wattstunden pro Kilogramm bei bemerkenswert guter Stabilität bietet eine neuartige Lithium-Metall-Batterie. Dafür haben Forschende am vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Kooperation mit der Universität Ulm gegründeten Helmholtz-Institut Ulm (HIU) eine vielversprechende Kombination aus Kathode und Elektrolyt eingesetzt: Die nickelreiche Kathode erlaubt, viel Energie pro Masse zu speichern, der ionische Flüssigelektrolyt sorgt dafür, dass die Kapazität über viele Ladezyklen weitestgehend erhalten bleibt. Über die rekordverdächtige Lithium-Metall-Batterie berichtet das Team im Magazin Joule

Derzeit stellen Lithium-Ionen-Batterien die gängigste Lösung für die mobile Stromversorgung dar. Die Technologie stößt jedoch bei manchen Anforderungen an ihre Grenzen. Dies gilt besonders für die Elektromobilität, bei der leichte, kompakte Fahrzeuge mit hohen Reichweiten gefragt sind. Als Alternative bieten sich Lithium-Metall-Batterien an: Sie zeichnen sich durch eine hohe Energiedichte aus, das heißt, sie speichern viel Energie pro Masse bzw. Volumen. Doch ihre Stabilität stellt eine Herausforderung dar – weil die Elektrodenmaterialien mit gewöhnlichen Elektrolytsystemen reagieren.

Eine Lösung haben nun Forschende am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und am Helmholtz-Institut Ulm – Elektrochemische Energiespeicherung (HIU) gefunden. Wie sie im Magazin Joule berichten, setzen sie eine vielversprechende neue Materialkombination ein. Sie verwenden eine kobaltarme, nickelreiche Schichtkathode (NCM88). Diese bietet eine hohe Energiedichte. Mit dem üblicherweise verwendeten kommerziell erhältlichen organischen Elektrolyten (LP30) lässt die Stabilität allerdings stark zu wünschen übrig. Die Speicherkapazität sinkt mit steigender Zahl der Ladezyklen. Warum das so ist, erklärt Professor Stefano Passerini, Direktor des HIU und Leiter der Forschungsgruppe Elektrochemie der Batterien: „Im Elektrolyten LP30 entstehen Partikelrisse an der Kathode. Innerhalb dieser Risse reagiert der Elektrolyt und zerstört die Struktur. Zudem bildet sich eine dicke moosartige lithiumhaltige Schicht auf der Kathode.“ Die Forschenden verwendeten daher stattdessen einen schwerflüchtigen, nicht entflammbaren ionischen Flüssigelektrolyten mit zwei Anionen (ILE). „Mithilfe des ILE lassen sich die Strukturveränderungen an der nickelreichen Kathode wesentlich eindämmen“, berichtet Dr. Guk-Tae Kim von der Forschungsgruppe Elektrochemie der Batterien am HIU.

Kapazität über 1 000 Ladezyklen zu 88 Prozent erhalten

Die Ergebnisse: Die Lithium-Metall-Batterie erreicht mit der Kathode NCM88 und dem Elektrolyten ILE eine Energiedichte von 560 Wattstunden pro Kilogramm (Wh/kg). Sie weist anfänglich eine Speicherkapazität von 214 Milliamperestunden pro Gramm (mAh/g) auf; über 1 000 Ladezyklen bleibt die Kapazität zu 88 Prozent erhalten. Die Coulomb-Effizienz, die das Verhältnis zwischen entnommener und zugeführter Kapazität angibt, beträgt durchschnittlich 99,94 Prozent. Da sich die vorgestellte Batterie auch durch eine hohe Sicherheit auszeichnet, ist den Forschenden aus Karlsruhe und Ulm damit ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur kohlenstoffneutralen Mobilität gelungen. (or)

Fake News breiten sich wie Corona selbst aus

(pte) – „Eine frühe Reaktion und Antwort auf Verschwörungstheorien ist essenziell für die Kontrolle über die Verbreitung. Eine sehr frühe Faktenprüfung, insbesondere in Kombination mit moderatem Löschen von Tweets, ist die beste Strategie, um eine Verbreitung von Verschwörungstheorien einzudämmen.“ Zu diesem Schluss kommt Julian Kauk von der Universität Jena  in seiner neuen Studie zur Verbreitung von Fake News. Details wurden in „Plos One“ publiziert.

Der Jenaer Forscher hat gezeigt, dass sich biologische (COVID-19) und psychologische Infektionsverläufe sehr gut durch dieselben mathematischen Modelle beschreiben lassen. Maßnahmen gegen die Verbreitung von Fake News können laut den Berechnungen des Wissenschaftlers somit die Verlaufskurve beeinflussen.

Mythos „#5G-Coronavirus“

Der Experte übertrug ein epidemiologisches Modell zur Berechnung des Verlaufs einer Infektionskrankheit auf einen Datensatz eines sozialen Phänomens. Hierbei hat sich der Fachmann auf Twitter fokussiert und anhand gezielter Hashtags rückblickend einen Datensatz zur bereits abgeklungenen Verschwörungstheorie „#5G-Coronavirus“ generiert.

Die Verschwörungstheorie besagt, dass die Pandemie aus dem Ausbau des 5G-Datennetzes resultiere. Obwohl diese Verschwörungstheorie auf keinerlei wissenschaftlicher Evidenz basiert, verbreitete sie sich rasant in verschiedenen sozialen Netzwerken. Auf diesen Datensatz hat Kauk das epidemiologische SIR-Modell, welches im medizinischen Umfeld den Verlauf von Empfänglichen, Infizierten und Genesenen einer Infektionskrankheit angibt, übertragen.

Erstaunliche Ähnlichkeiten

Die Inzidenz gibt im Fall der Fake News an, wie viele „Neuinfektionen“, also Nutzungen des Hashtags zu der Theorie, pro Tag stattfinden. Anhand dieser Inzidenz und der daraus entstehenden Verlaufskurve kann der Psychologe aus Jena feststellen, wie sich die Zahl der für die Verschwörungstheorie empfänglichen, der mit der Theorie bereits „infizierten“ und der von der Theorie bereits wieder abgewandten Personen verändert. Im Vergleich mit dem Verlauf der COVID-19-Pandemie hat er dabei eine erstaunliche Ähnlichkeit festgestellt.

Noch eine Methode, Wasserstoff transportabel zu machen

(pte) – Ammoniak, das mithilfe von Ökostrom hergestellt wird, könnte mit einer vom Ulsan National Institute of Science and Technology entwickelten Technik zum Speicher für „grünen“ Wasserstoff werden. Das Team hat mittels elektrischer Energie die Flüssigkeit, die Wasserstoff und Stickstoff enthält, in ihre Bestandteile aufgespalten und gewann hochreinen Wasserstoff. Den Stickstoff, Hauptbestandteil der Luft, entließen sie in die Atmosphäre.

Große Energieeinsparung

Mit der Technik lässt sich Wasserstoff mit einem Drittel der Energie gewinnen, die bei der Spaltung von Wasser durch Elektrolyse nötig ist. Jedoch geht einiges an Energie bei der Herstellung von grünem Ammoniak drauf. Die Energieeinsparung oder -neutralität ist aber nicht das Entscheidende. Soll Wasserstoff mobil eingesetzt werden, etwa in Zügen, Lastwagen, Flugzeugen und Schiffen, muss dieser, der die Brennstoffzellen zur Stromerzeugung versorgt, nach dem Stand der Technik in Tanks unter einem Druck von bis zu 800 Bar oder flüssig gelagert werden. Es müsste eine neue Infrastruktur aufgebaut werden.

Ließe sich Ammoniak als Wasserstoffspender nutzen, würden drucklose Tanks genügen und die Zapfsäulen heutiger Tankstellen könnten ohne großen Aufwand für die Abgabe von Ammoniak umgerüstet werden. Es müsste lediglich sichergestellt werden, dass beim Tanken eine gasdichte Verbindung mit dem Tank des Verbrauchers hergestellt wird. Außerdem müsste dieser selbst auch gasdicht sein, denn Ammoniak ist eine ätzende Flüssigkeit.

Katalysator gleicht einer Blüte

Eines der Geheimnisse ist laut Forschungsleiter Guntae Kim der Katalysator, der die Spaltung des Ammoniaks vorantreibt. Er basiert auf Platin, das allerdings in nur geringen Mengen benötigt wird. Entscheidend ist auch die Form des Kats. Dieser ähnelt einer Blüte, sodass er eine große wirksame Oberfläche hat. Es gibt bereits Brennstoffzellen, die Ammoniak als Wasserstofflieferant nutzen. Die ätzende Flüssigkeit wird dazu auf eine Temperatur von 700 bis 800 Grad Celsius erhitzt, sodass sie sich aufspaltet.

Genutzt wird das unter anderem zur Stromversorgung von Mobilfunkmasten, die fernab von jedem Stromnetz stehen. Die Universität Duisburg-Essen und das Zentrum für BrennstoffzellenTechnik http://zbt-duisburg.de in Duisburg arbeiten zudem an einem Spalter, der direkt mit einer Brennstoffzelle gekoppelt werden soll. 2022 soll das System einsatzbereit sein.

Grüner Wasserstoff: Katalysatorenoberfläche im Blick

(KIT) – Wasserstoff, der mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird, gilt als Schlüsselelement der Energiewende: Er kann aus Wind und Sonne gewonnene Energie CO₂-neutral chemisch speichern. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forschende die Prozesse an der Oberfläche des Iridiumoxid-Katalysators für die Wasser-Elektrolyse untersucht. Ihren Forschungsbeitrag zur Entwicklung verbesserter und effizienterer Katalysatoren stellen sie im Journal ACS Catalysis der American Chemical Society vor. (DOI: 10.1021/acscatal.1c02074)

Energie aus Solarmodulen und Windrädern ermöglicht es, Wasser durch Elektrolyse ohne schädliche Emissionen in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Da die Verfügbarkeit der Energie aus erneuerbaren Quellen für die Erzeugung des grünen – das heißt CO₂-neutral erzeugten – Wasserstoffs schwankt, sei es sehr wichtig, das Verhalten der Katalysatoren unter hoher Auslastung und unter dynamischen Bedingungen zu kennen, so die Verfasser der Studie. „Bei hohen Strömen gibt es eine starke Entwicklung von Sauerstoffblasen an der Anode, was die Messung erschwert und es bislang nahezu unmöglich machte, ein zuverlässiges Messsignal zu erhalten“, erläutert der Erstautor der Studie Dr. Steffen Czioska vom Institut für Technische Chemie und Polymerchemie (ITCP) des KIT. Die Kombination verschiedener Techniken ermöglichte es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nun, die Oberfläche des Iridiumoxid-Katalysators unter dynamischen Arbeitsbedingungen grundlegend zu erforschen. „Es ist uns zum ersten Mal gelungen, das Verhalten des Katalysators auf atomarer Ebene trotz starker Blasenentwicklung zu untersuchen“, sagt Czioska. Die American Chemical Society (ACS) wertet die Bedeutung der Veröffentlichung aus dem KIT für die internationale Wissenschaftsgemeinschaft so hoch, dass sie sie mit dem ACS Editor‘s Choice ausgezeichnet hat.

Röntgenabsorptionsspektroskopie mit Synchrotronlicht genutzt

Die Karlsruher Forschenden des ITCP, des Instituts für Katalyseforschung und des Instituts für Angewandte Materialien –  Elektrochemische Technologien haben die für die Katalyse einzigartige Röntgenabsorptionsspektroskopie, die es erlaubt, Änderungen auf atomarer Ebene besonders präzise zu untersuchen, und weitere Analysemethoden kombiniert. „Wir konnten die regelmäßigen Abläufe an der Katalysatorenoberfläche während der Reaktion sehen, weil alles Unregelmäßige herausgefiltert wurde – ähnlich wie bei der Langzeitbelichtung einer nächtlichen Autostraße – und dennoch die dynamischen Vorgänge erkennen“, sagt Czioska. „Unsere Untersuchung zeigt, dass gerade bei sehr hohen Spannungen und unter dynamischen Bedingungen höchst unerwartete Strukturänderungen auftreten, die im Zusammenhang mit einer Stabilisierung des Katalysators stehen“, sagt der Chemiker. Das Iridiumoxid löse sich weniger auf, das Material bleibe stabil.

Ergebnisse sollen zu besseren, effizienteren Katalysatoren beitragen

Die Erforschung der Vorgänge an der Katalysatoroberfläche ebne den Weg für die weitere Untersuchung von Katalysatoren bei hohen elektrischen Potenzialen und könne dazu beitragen, verbesserte und effizientere Katalysatoren für die Anforderungen der Energiewende zu entwickeln, betont Czioska. Die Untersuchung ist Teil des Schwerpunktprogramms „Dynakat“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft, in dem deutschlandweit über 30 Forschungsgruppen zusammenarbeiten und vom KIT unter Federführung von Professor Jan-Dierk Grunwaldt vom ITCP koordiniert wird.

Grüner Wasserstoff gilt als umweltfreundlicher chemischer Energiespeicher  und damit als wesentliches Element der Dekarbonisierung von Branchen wie der Stahl- und Chemieindustrie. Die 2020 vom Bundeskabinett beschlossene Nationale Wasserstoffstrategie sieht in der verlässlichen, bezahlbaren und nachhaltigen Erzeugung von Wasserstoff die Basis für dessen zukünftige Verwendung.

53 Prozent sind Abgaben und Steuern: Beim Strom macht der Staat richtig Kasse

(Focus) – Die Strompreise in Europa sind seit Jahren im Aufwärtstrend. Doch vor allem in Deutschland müssen Kunden besonders tief in die Taschen greifen, wie eine Erhebung zeigt. Der Grund dafür: Hierzulande fließt der Großteil der Stromkosten an den Staat. Was Verbraucher jetzt tun sollten.

In Deutschland ist die Kilowattstunde Strom so teuer wie sonst nirgendwo in Europa: Verbraucher müssen hierzulande inzwischen 32 Cent berappen. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Verbraucherportals Verivox, über welche die „Bild“-Zeitung berichtet.

Größter Preistreiber bei den Stromkosten ist laut den Verivox-Daten der Staat. So machen 53 Prozent des Strompreises Abgaben, Steuern und Umlagen auf Strom aus. Alle deutschen Haushalte zusammen kostete das allein in diesem Jahr bislang 20 Milliarden Euro. Am Ende des Jahres werden es laut einer Schätzung von Verivox 38,6 Milliarden Euro sein.

Nur in einem Land liegt die Quote im europäischen Vergleich unterdessen höher: In Dänemark wandern 66 Prozent des Strompreises in die Staatskasse.

Diese Abgaben machen den Strom in Deutschland so teuer

Teuer wird der Strom hierzulande vor allem durch die Mehrwertsteuer mit 19 Prozent und die EEG-Umlage mit 6,5 Cent pro Kilowattstunde, die damit rund 20 Prozent des aktuellen Strompreises ausmacht.

Die EEG-Umlage dient zur Finanzierung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien: Das heißt, das Geld aus der Umlage geht an die Besitzer von Windrädern, Solar- und Biogasanlagen sowie an Wasserkraftwerke.

Wie ein Verivox-Beispiel zeigt, kostet die EEG-Umlage eine dreiköpfige Familie mit einem Stromverbrauch von etwa 4000 Kilowattstunden 309 Euro im Jahr, die Mehrwertsteuer zusätzliche 194 Euro – eine ganz schöne Belastung.

Verbraucherschützer fordern politische Reaktion auf hohe Energiekosten

Angesichts der stark steigenden Gas- und Strompreise hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband die Regierung erst Anfang des Monats erneut zum Handeln aufgerufen. „Die Politik könnte die Verbraucher entscheidend entlasten, indem sie den Strompreis senkt, Industrieausnahmen bei der EEG-Umlage und den Netzentgelten abschafft und die Netzentgelte für Strom und Gas reduziert“, sagte der  Energieexperte des Verbandes, Thomas Engelke.

Die Stromsteuer müsse auf das von der EU vorgegebene Minimum reduziert werden, sagte Engelke. Er riet Verbraucher gleichzeitig aber auch dazu, bei Bedarf den Anbieter zu wechseln.

So wechseln Sie den Stromanbieter

Wer diesem Appell folgen will, geht so vor: Verbraucher ermitteln über Vorjahresrechnungen und eine Zählerablesung ihren Energieverbrauch. Auf dieser Basis vergleichen sie Preise und Leistungen mehrerer Anbieter, zum Beispiel über ein Vergleichsportal.

„Ist ein neuer Anbieter gefunden und ein Vertrag abgeschlossen, müssen sich Verbraucher um nichts kümmern“, sagt Inse Ewen von der Verbraucherzentrale Bremen. Der neue Anbieter reicht beim alten im Auftrag des Kunden die Kündigung ein und erledigt alle Formalitäten. In aller Regel ist innerhalb kurzer Zeit der Anbieterwechsel wirksam. Je nach Stromverbrauch wird die Haushaltskasse dann durch einen günstigeren Tarif um mehrere Hundert Euro pro Jahr entlastet.

Dabei ist die unterbrechungsfreie Stromversorgung gesetzlich garantiert. Heißt, Verbraucher müssen keine Sorge haben, dass sie bei Problemen ohne Strom dazustehen.

Vertrag nicht blind abschließen

Bevor es zu einem Vertragsabschluss mit dem neuen Anbieter kommt, sollten Verbraucher dennoch mehrere Punkte kritisch prüfen. Dazu gehören vor allem Vertragslaufzeiten, Kündigungsfristen, Preisgarantien und Preisanpassungsklauseln.

Für die Frage, ab wann der neue Energieanbieter liefern kann, ist die Laufzeit des alten Vertrags entscheidend. Kündigungsfristen ergeben sich generell aus dem bestehenden Vertrag. Zu beachten ist jeweils, zu welchem Zeitpunkt Kunden bis wann kündigen können. Dabei kommt es auf Vereinbarungen über eine etwaige Mindestvertragslaufzeit an, aber auch auf eine Regelung zur stillschweigenden Verlängerung und die Kündigungsfrist an sich.

Boni machen Vertrag optisch preiswert

„Bonuszahlungen für Neukunden im ersten Jahr sind sehr attraktiv“, sagt Ewen. Aber im zweiten Jahr, wenn der Bonus wegfällt, kann es bei steigenden Grundgebühren und Kilowattstundenpreisen teuer werden. „Wer dies vermeiden will, kündigt im Idealfall rechtzeitig und wechselt erneut den Anbieter“, so Ewen.

Auch sollten Verbraucher sich darüber im Klaren sein, ob sie einen Tarif haben wollen, der nur online abgeschlossen und später auch nur online verwaltet werden kann – oder ob sie ihre Rechnung lieber per Post erhalten und beim Anbieter einen Ansprechpartner haben möchten, der auch telefonisch zu erreichen ist.

Kritisch prüfen sollten Verbraucher Angebote mit Vorkasse oder Kaution. Wird ein Lieferant insolvent, könnten im Voraus geleistete Zahlungen verloren gehen. Vorsicht gelten sollte auch bei Paketangeboten: Es macht Sinn sorgfältig zu kalkulieren, ob man über die gesamte Vertragslaufzeit den im Paket angebotenen Verbrauch erreichen kann.

Fitness für den Darm: Probiotischer Joghurt

Aus der Reihe „1001 Alltagstipps“  erschienen im:

Liebe Leserinnen und Leser,

kaum zu glauben, ich als Pollenallergiker sehe dem Frühling gelassen entgegen. Das verdanke ich dem ausreichenden Verzehr von probiotischem Joghurt. Darin enthalten sind spezielle Milchsäurebakterien, die der aggressiven Magensäure widerstehen können und so in den Darm gelangen. Dort verbessern sie die für das Immunsystem so wichtige Darmflora. Täglicher Verzehr von ca. 300 ml hilft nicht nur bei Allergien, es hält Krankheitserreger in Schach und die Verdauung auf Trab.

Selbermachen lohnt sich besonders, weil handelsübliche Produkte meist überzuckert, aromatisiert und viel zu teuer sind. Seit 35 Jahren steht das im Mittelpunkt meines Frühstücks.

Zunächst wird 1 Liter H-Milch auf ca. 38°C (z.B. in der Mikrowelle) erhitzt. Da hinein wird eine kleine Messerspitze probiotisches Joghurt-Ferment eingerührt. Man bekommt es z.B. in Bioläden und Apotheken und besteht meist aus Laktobazillen und Bifidobakterien.

Zum Fermentieren wird die „beimpfte“ Milch nun in einem 1-Liter-Joghurtbereiter 12 Stunden warm gehalten. Empfehlenswert sind die Geräte von „Rosenstein & Söhne“ und „Rommelsbacher“.

Bei der Fermentation wird übrigens der Milchzucker zur Milchsäure restlos vergoren. Deshalb ist dieser Joghurt auch für Lactoseintolerante wie mich, hervorragend geeignet. Mit Früchten und Müsli ergänzen.

Mein Tipp: Werden in die Milch noch zwei Esslöffel Magermilchpulver eingerührt, wird der Joghurt besonders cremig und stichfest.

Ihr Jean Pütz

Offener Brief zur Klimarettung an ‚Friday for Future‘

Reaktion auf eine Mail von Frau Carla Reemtsma im Rahmen ihrer ‚Campact‘-Kampagne.
Dort fordert ‚FFF‘ Maßnahmen aus verständlichen Emotionen heraus, die aber in dieser extremen Form nicht realisierbar sind oder Deutschland ruinieren würden.

Liebe Frau Reemtsma

als Wissenschaftsjournalist habe ich mich sehr über Ihre Initiative gefreut, allerdings reicht es nicht aus Engagement zu haben, sondern dazu gehört auch Wissen, Wissen um die Nebenwirkungen und Risiken bestimmter Maßnahmen. Da stelle ich fest, dass Sie nur kritisieren, aber keinen Vorschlag machen, wie man diese auch von mir sehr unterstützte Klimarettung so gewährleisten kann, dass unsere Gesellschaft noch eine Chance hat. Also einfach nur die Erzeugung von CO2 abzuschaffen ist zwar löblich, aber führt zu Nebenwirkungen und Risiken, die nicht berücksichtigt werden. Natürlich bin ich absolut gegen jegliche fossilen Energieträger, doch mit der Abschaffung in Deutschland kommen wir nicht weiter. Sie werden sehen, dass das in anderen Ländern zu verstärkten Bemühungen um die Kernenergie führt. Wenn man etwas kritisiert, sollte man sich auch Gedanken darüber machen, wie man das Problem lösen kann. Ich war ehemals Oberstudienrat in Physik, da habe ich meinen Schülern beigebracht, dass es ganz wichtig ist, Ursache und Wirkung zusammenzubringen. Das ist ein Prinzip, auf das man nicht verzichten kann.

Leider ist aber das Wissen um diese naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten im Volk so gering verbreitet, dass ich davon spreche, dass die Schwarmintelligenz der Deutschen in dieser Hinsicht sehr gering ist und wir deshalb auch teilweise Populisten auf den Leim gehen. Eine Gefahr die genauso groß ist wie die Klima-Problematik. Ihr Protest in Ehren, aber wenn sie keine Vorschläge machen, wie das Problem zu lösen ist, und sich an den Mainstream halten, der Maßnahmen die mittlerweile auch von der Politik aufgegriffen werden, dann werden sie Schiffbruch erleiden. Deutschland wird sich dann mit seiner Industrie- und Technologie-Kultur abbauen.

Ich bitte Sie, einmal meinen mittlerweile weit verbreiteten Kommentar zu lesen, der in Facebook eine außergewöhnliche Resonanz gefunden hat. Gerne bin ich bereit, mit Ihnen zu diskutieren und komme auch sozusagen präsent zu Ihnen, um Ihnen Ihre Widersprüche zu offenbaren. Dazu gehört Logik und naturwissenschaftliches Grundwissen. Das habe ich nicht nur als Wissenschaftsjournalist, sondern ich bin auch Diplom Ingenieur der Elektrotechnik, wie gesagt Oberstudienrat in Physik gewesen und habe Soziologie, und zwar empirische Soziologie, studiert, um zu begreifen, warum Deutschland im Dritten Reich diesem Verbrecher und Psychopathen anheimgefallen ist. Im Alter kann ich dieses Wissen sehr gut gebrauchen, ist aber auch für junge Menschen wissenswert.

Übrigens als Jugendlicher war ich einmal Elektromechaniker und habe diese Lehre zu Ende gebracht. Also ich bin ein zugegeben alter weiser Mann, der aber seine Weisheit durchaus noch hinterfragt und vermitteln will. Noch mal deutlich gesagt, mit Emotionen können wir unser Klima nicht retten, wir müssen die Vernunft zu Hilfe nehmen.

Hier nun der Link zu meinem letzten Facebook Artikel, der heute, am Montag, mittlerweile eine Reichweite von über 140.000, mit fast 40.000 Interaktionen und fast 1.000 schriftlichen Kommentaren der Facebook-Freunde erhalten hat. Es lohnt sich also, den Link anzusehen.

Aber vielleicht interessiert Sie auch meine wissenschaftliche Homepage die ich seit über 15 Jahren täglich aktualisieren. aktualisieren.

Ich bin gespannt auf ihre Reaktion, und ob die Jugend auch noch andere, mit der Logik verknüpfte Ideen und Lösungen zur Kenntnis nimmt.
Jean Pütz

Leiden eines Wissenschaftsjournalisten, der lebenslang auf die Vernunft und auf Nachhaltigkeit gesetzt hat

Brief an einen ähnlich denkenden Kollegen

Lieber Jörg Sommer,

zunächst ein riesiges Kompliment für Ihren ausgewogenen und notwendigen Beitrag. Zu 100% stehe ich auf Ihrer Seite, insbesondere weil ich als Wissenschaftsjournalist alles das am eigenen Leibe erfahren habe. Trotzdem dürfen uns diese Weisheiten nicht davor zurückhalten, immer wieder zu mahnen und Widersprüche in der Gesellschaft und Politik aufzudecken. Klar, wir sind Rufer in der Wüste, Sisyphus oder auch Kämpfer gegen Windmühlen des Sancho Panza . Was Sie noch nicht erwähnt haben, ist die Manie, die ich dem Wirken der Bildzeitung oder anderer Zeitungen ankreide, nämlich dass höchstens die Überschrift und drei Zeilen danach gelesen werden. Es ist nicht die Schuld der Boulevard-Zeitungen. Sie reagieren nur auf das, was sich in der Bevölkerung breit gemacht hat. Verhängnisvoll wirkt sich dann auch noch aus, dass ‚Bad News is good News‘ für große Auflagen sorgt. Wie es mit diesem Verhalten möglich wird, die Demokratie mit realistischen Inhalten zu füllen und dem Populismus und den Verschwörungstheorien Paroli zu bieten, kann ich nicht mehr erklären. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Vielleicht kann ich Ihnen über eine positive Beobachtung von mir berichten: Ähnlich wie ich früher die ‚Hobbythek‘ als ‚trojanisches Steckenpferd‘ erfunden habe, um die Wissenschaft- und Technologie-Entwicklung an bildungsarme Bürger heranzuführen, genauso operiere ich auch heute als ‚weiser alter Mann‘. Ich muss ertragen, dass ich deswegen immer noch als ‚Bastelonkel der Nation‘ in die Schublade gesteckt werde, obwohl ich tausende wegweisende Sendungen als Autor, Moderator und Redakteur verantwortet habe: 1971 die aufkommende Halbleitertechnik und zwei Jahre später die Digitaltechnik in 13-folgigen Serien, 1978 die Folgen des Mikrochips, der die Hardware durch Software ablöste und 1990 den CO2-Aspekt als große Gefahr mit entsprechenden aber leider unberücksichtigten Lösungen für jedermann verständlich im 3. und 1. ARD-Programm, und vieles andere mehr auch 20 Jahre im Voraus.

Seit 15 Jahren unterhalte ich eine täglich aktualisierte wissenschaftliche Homepage und seit 5 Jahren eine offizielle Seite bei Facebook. Ganz gegen den oberflächlichen Trend, nehme ich mir die Freiheit, in langen schriftlichen und frei gesprochenen Kommentaren die besagten Widersprüche in Gesellschaft, Politik und Technologie offen zu legen. Meine Follower müssen sich oft mit 5-seitigen Texten und über 10-minütigen Videovorträgen auseinander setzen. Dass ich trotzdem fast 85.000 Abonnenten gewonnen habe, muss man doch auf die Habenseite der Schwarmintelligenz der Deutschen einordnen. Derzeit sind es nur noch knapp über 82.000 Follower, weil sich die meisten AFD-Anhänger, insbesondere die Querdenker verabschiedeten, weil ich sie zu oft mit Argumenten angegriffen habe.

Ihr Jean Pütz

Was man noch sagen darf

(Demokratie Plus) – Der „Judenstern“ ist wieder in Mode.

Über 75 Jahre nach dem abrupten Ende des Holocausts ist er wieder auf deutschen Straßen zu sehen. Was hat es damit auf sich?

Ab 1941 mussten Personen, die nach den nationalsozialistischen Rassegesetzen („Nürnberger Gesetze“ von 1935) als Juden und Jüdinnen galten, zwangsweise den so genannten „Judenstern“ an ihrer Kleidung tragen, um öffentlich als Juden kenntlich zu sein.

Sie wurden so ausgegrenzt, öffentlichen Misshandlungen ausgesetzt und konnten jederzeit verhaftet und in Lager verfrachtet werden.

Im Jahr 2021 nähen ihn Menschen freiwillig auf ihre Kleidung, ergänzt um die Aufschrift „ungeimpft“.

Das kann man als geschmacklos bezeichnen, es unhistorisch nennen oder gar anmerken, damit würde die Schreckensherrschaft der Nazis verharmlost. Man kann und darf darüber empört sein.

Doch ist man genau in die Falle gelaufen, die damit aufgestellt wurde.

Denn das gemeinsame Narrativ von Rechtspopulist*innen, Reichsbürger*innen, Nazis und eben auch vielen Akteuren der so genannten „Querdenker“ ist der Opferkult um die eigene Person.

Sascha Lobo hat dies kürzlich im SPIEGEL ganz wunderbar herausgearbeitet. In seiner lesenswerten Kolumne geht er der Frage auf den Grund, was Rechtsradikale und deren unkritisches Umfeld dazu treibt, diesen Opferkult strategisch zu zelebrieren.

Offensichtlich steckt dahinter die Hoffnung, die eigene politische Täterhistorie im Nachhinein umzuinterpretieren. Das ist nachvollziehbar und auch zumindest in Teilen der Öffentlichkeit erfolgreich.

Genau das ist die Herausforderung für unsere Demokratie. Es sind nicht ihre Feinde am rechten Rand. Die wird es immer geben. Es sind deren Narrative, die aktuell so große Teile der Bevölkerung erreichen, wie selten zuvor.

Wir alle sind Opfer der Pandemie. Doch viele sehen sich auch als Opfer der Demokratie. Sie klagen darüber, dass ihnen ausgerechnet ein Recht verwehrt würde, das wie kaum ein anderes für die Demokratie steht:

das Recht der freien Rede.

Der Eindruck, „man dürfe Vieles nicht mehr sagen“, ist beileibe kein Randphänomen. Immer mehr Menschen haben dieses Gefühl. Befeuert wird es sicher durch die skizzierten Strategien. Aber das alleine würde keine Wirkung erzeugen, wenn es nicht an die Erfahrungen der betreffenden Personen andocken könnte.

Diese Erfahrungen sind objektiv natürlich weder mit der Judenverfolgung, der Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus, dem Alltag der Menschen, die in einer der vielen Diktaturen dieser Welt leben, vergleichbar.

Aber sie sind subjektiv vorhanden.

Um sie zu verstehen, müssen wir genauer hinhören. In der aktuellen Shell-Jugendstudie stimmen zum Beispiel 68 Prozent der Jugendlichen folgender Aussage zu:

„In Deutschland darf man nichts Schlechtes über Ausländer sagen…“

Wer das glaubt, sieht seine Grundrechte eingeschränkt, glaubt nicht mehr an das große demokratische Versprechen des freien Wortes, ist irgendwann auch für bewusst kreierte Begriffe wie „Merkeldiktatur“ offen.

Die gedankliche Kette ist also erstaunlich kurz. Das kann sie nur sein, weil sie eine Abkürzung nimmt, weil sie ein Missverständnis ausnutzt, das erst mit den Sozialen Blasen des Internetzeitalters möglich geworden ist.

Welches Missverständnis?

Wir kommen ihm auf die Spur, wenn wir uns den Satz aus der Shell-Studie in Gänze ansehen. Er lautet nämlich:

„In Deutschland darf man nichts Schlechtes über Ausländer sagen, ohne gleich als Rassist beschimpft zu werden.“

Genau darum geht es: Natürlich haben wir Meinungsfreiheit in einem Umfang, der aktuell weltweit und historisch ganz außergewöhnlich ist.

Aber: Wer seine Meinung äußert, muss in einer demokratischen Gesellschaft damit leben, das ihm widersprochen wird.

Und längst nicht alles, was da geäußert wird, ist nur „Meinung“. Manches ist Vorurteil, Beschimpfung, Verdrehung von Tatsachen oder schlicht Lüge. Und auch umgekehrt gilt: Selbst eine schlichte Meinung kann mit Widerspruch in Form von Beschimpfungen, Bedrohungen, Lügen oder echten Shitstorms gekontert werden.

Wir haben in unserer Demokratie aktuell kein Problem mit der Meinungsfreiheit, wir haben ein Problem mit dem Diskurs.

Wir können ihn nicht. Wir haben ihn verlernt. Weil wir ihn zu wenig führen.

Wir kreisen in unseren Selbstbestätigungsblasen, in denen wir jede Meinung, und sei sie auch noch so absurd und exotisch, nicht nur äußern dürfen, sondern mehr Applaus bekommen, je demagogischer wir sie formulieren.

Prallen wir dann live oder digital mit einer anderen Blase zusammen, geht die Post ab. Am Ende halten die einen die anderen für bekloppt, und die vermeintlich Bekloppten fühlen sich als Opfer einer Meinungsdiktatur.

Mit jedem Zusammenprall werden die Gräben tiefer, die Wunden blutiger und die gegenseitige Verachtung weiter bestärkt.

Da hilft es dann oft nicht mehr, neue Diskursformate zu erdenken oder mehr Beteiligung anzubieten. Was als Feuerlöscher gedacht ist, wird bei so verhärteten Fronten schnell zum Brandbeschleuniger.

Was uns in Deutschland abhanden gekommen ist, ist Diskurskompetenz. Das ist eine Frage des Könnens, des Wollens und der Einstellung. Einfach nur mehr Möglichkeiten anzubieten, genügt nicht mehr.

Es geht um nichts weniger als einen Kulturwandel. Der ist, das zeigt die Geschichte, stets mühsam, immer schmerzlich, oft zäh – aber möglich.

Dazu müssen wir jedoch zunächst die Mechanismen entlarven, die uns in die aktuelle Situation manövriert haben und sie immer weiter anheizen. Erst dann haben wir eine Chance, nicht nur irgendwelche Diskurse anzuzetteln, sondern Prozesse in Gang zu setzen, die unsere Demokratie wieder stärken, weil sie Streit wieder zu dem machen, was er für eine Demokratie sein sollte: Treibstoff.

Einen wichtigen Faktor, seine Wirkung und wie wir ihm entgegensteuern können, wollen wir uns in der kommenden Woche genauer anschauen:

Den individuellen und kollektiven Narzissmus.

Herzlichst, Jörg Sommer