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Wärmewende: Elektrische Wärmepumpe als Standard ? – Mit einer ausführlichen Stellungnahme von Jean Pütz

Ein völlig unausgegorenes Konzept der Wärmeversorgung der Gebäude steht vor der gesetzlichen Verabschiedung im Bundestag.

Ich sage voraus:  Es ist nicht zu finanzieren. 

Vor 33 Jahren habe ich in der Sendereihe ‚Bilder aus der Wissenschaft‘ in der ARD zwei Sendungen produziert, die dieses Problem in den Fokus setzte. Damals war die Fotovoltaik noch in den Kinderschuhen und viel zu teuer, um als regenerative Energie auch nur im Ansatz berücksichtigt zu werden. Trotzdem ist es mir damals gelungen zu beweisen, dass mit Hilfe seinerzeit bekannter Technologie und gezielten Maßnahmen der Energiebedarf und damit verbunden der CO2-Ausstoß,  um 95% hätte reduziert werden können.

Als Beweis finden Sie hier meine beiden Sendungen unter dem Titel ‚Der Sonne eine Chance‘.

Bilder aus der Wissenschaft Youtube Folge 1

Bilder aus der Wissenschaft Youtube Folge 2

Heute ist in Verbindung mit der Fotovoltaik das Energie-Plus-Haus realisierbar. Auch ohne Subventionen habe ich dieses Konzept für mich privat umgesetzt und kann behaupten, dass die Einspeisung von Energie ins öffentliche Netz im Durchschnitt über das gesamte Jahr  gerechnet ermöglicht, mit meiner ganzen Familie CO2-neutral zu leben.

So nebenbei gesagt: In diesem Konzept spielte auch der Verbrennungsmotor eine wichtige Rolle, und zwar einmal als Klein-Heiz-Kraftwerk, das heute mit regenerativen Energien z. B. mit grünem Erdgas oder Methanol betrieben, völlig CO2-neutral die Häuser mit Wärme versorgen kann. Vergleichbar mit den ohnehin unentbehrlichen Kraftwerken in der Nähe der Bevölkerung auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung. Beide Konzepte überwinden den 2. Hauptsatz der Thermodynamik, indem sie nicht nur Strom erzeugen, sondern auch Wärme die u.a. zum Heizen von Gebäuden benötigt wird. Diese würde ansonsten nutzlos in Kühltürmen verpulvert werden.
Vorausgesetzt, sie werden mit Wasserstoff oder daraus gewonnenem grünen Erdgas bzw. grünen Methanol betrieben. Das Klein-Heiz-Kraftwerk ermöglicht überall dort die Wärmeerzeugung der Gebäude, wo sich der Wärmetransport über Fernheizungen nicht lohnt.

Aber auch die gas- bzw. methanolbetriebene Wärmepumpe auf der Basis von Verbrennungsmotoren wäre sehr empfehlenswert, denn sie ist noch effizienter als die elektrische Wärmepumpe.

Sie kann, vergleichbar mit der elektrischen sogar die vier- bis fünffache Ausbeute aus der vorhandenen Energie gewinnen. Diese Energie wird natürlich aus der Umwelt oder der Geothermie gewonnen. Dadurch ist auch der 1. Hauptsatz der Thermodynamik physikalisch gewährleistet.

Kurzum, allein diese Möglichkeiten wären verlorengegangen, wenn das Verbot des Verbrennungsmotors radikal vom EU-Parlament beschlossen worden wären. Ein Glück, dass weiterdenkende Politiker dieses verhindert haben. Alles spricht dafür, dass Ideologie unsere Klimaprobleme nicht lösen kann.

Wären damals die Vorschläge in meiner Sendung vom Juli und August 1990 von der Politik ernst genommen worden, könnten spielend die CO2-Grenzwerte, die später in den Welt-Klima-Konferenzen entwickelt wurden, eingehalten werden. Ich habe übrigens die CO2-Ausstöße und deren Einsparung mit großen Ballons plastisch im Studio demonstriert. Es lebe die menschliche und nicht nur die „Künstliche Intelligenz“, die vor 33 Jahren noch nicht verfügbar war.

Der folgende Artikel des ‚businesinsider.de‘ vom 03.04.2023 ist besonders lesenswert

Ihr Jean Pütz

Milliardenkosten, Übergangsfristen, Alternativen zu Gas und Öl

(Business Insider)

  • Die Wärmewende kommt: Die Ampel-Koalition hat sich darauf geeinigt, dass ab kommendem Jahr keine neuen Öl- und Gasheizungen in Deutschland verbaut werden dürfen.
  • Neue Heizungen müssen ab dann zu mindestens 65 Prozent durch Erneuerbare Energien betrieben werden. Das bedeutet praktisch: Die elektrische Wärmepumpe wird zum neuen Standard.
  • Im Detail ergeben sich jedoch Fragen: Welche Ausnahmeregelungen gibt es? Was ist mit Gebäuden, in denen Wärmepumpen nicht effektiv sind? Welche Förderungen gibt es? Und wer zahlt den Umbau: Vermieter oder Mieter? Das steht im Gesetzesentwurf der Ampel-Parteien.

Die Ampel-Parteien haben sich – nach wochenlangem Streit und Bedenken aus Reihen der FDP – geeinigt: Ab Januar 2024 soll möglichst jede neu eingebaut Heizung zu mindestens 65 Prozent mit Erneuerbaren Energien betrieben werden. Das Kabinett will ein entsprechendes Gesetz im April beschließen. Vor der Sommerpause soll der Bundestag darüber abstimmen. Der entsprechende Entwurf für die Reform des sogenannten Gebäudeenergiegesetzes wird aktuell durch die Bundesländer und Fachverbände angehört.

Was kommt also auf Immobilienbesitzer, auf Vermieter und Mieter zu? Wer muss wann neue Heizungen einbauen lassen – und wer wie das bezahlen? Business Insider gibt Antworten.

Wann müsst ihr eure Gas- oder Ölheizung austauschen?

Die von der Ampel geplante Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes schreibt nicht vor, dass Besitzer von Gas- oder Ölheizungen diese sofort austauschen müssen. Auch wird nicht vorgeschrieben, dass kaputte Gas- oder Ölheizungen ausgetauscht werden müssen, wenn sich diese noch reparieren lassen. Das Gesetz regelt lediglich, dass ab Januar 2024 neu eingebaute Heizungen zu 65 Prozent durch erneuerbare Energien betrieben werden müssen. Wer ab dann seine Gas- oder Ölheizung austauschen lassen möchte oder muss, der muss auf klimafreundlichere Alternativen umsatteln.

Im Gesetzesentwurf sind die entsprechenden Fristen und Übergangsfristen genauer definiert.

Gibt es Ausnahmeregelungen beim Heizungsaustausch?

Bis spätestens 2045 müssen alle Heizungsanlagen vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Fällt eine Öl- und Gasheizung irreparable aus, dann gibt es jedoch Übergangsfristen beim Einbau neuer, klimafreundlicherer Heizungen.

Kommt es zu einer solchen Heizungshaverie, dann haben Immobilienbesitzer eine Frist von drei Jahren, bis sie die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes – also den Neueinbau einer Heizung, die zu mindestens 65 Prozent klimaneutral betrieben wird – umzusetzen. Während dieser Frist kann vorübergehend auch eine neue Gas- oder Ölheizung eingebaut werden. Auch Stromdirektheizungen können als Übergangslösung genutzt werden. Nach drei Jahren müssen jedoch die gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden – durch Austausch der Übergangslösung oder einer entsprechenden Ergänzung dieser.

Auch für Eigentümer im Alter von 80 Jahren aufwärts hat die Ampel-Koalition eine Sonderregelung geplant. Im Fall einer Heizungshaverie oder der Notwendigkeit des Einbaus einer neuen Heizung sind sie unbefristet von der neuen 65-Prozent-Regelung befreit. Wechselt das Eigentum dieser Menschen den Besitzer, hat der oder die dann zwei Jahre Zeit, dem Gebäudeenergiegesetz zu entsprechen.

Welche Möglichkeiten für neue Heizungen bestehen ab Januar 2024?

Die Heiz-Technologie der Zukunft ist in Konsequenz der Beschlüsse der Ampel die elektrische Wärmepumpe. Der Wirkungsgrad von Wärmepumpen übersteigt den von modernen Gasheizungen deutlich: Während eine Gasheizung aus einer Kilowattstunde Gas 0,9 Kilowattstunden Wärme macht, kann die Wärmepumpe aus einem Kilowatt Strom die drei- bis vierfache Menge Wärme herstellen.

Probleme werden da befürchtet, wo die Wärmepumpe womöglich nicht effektiv genutzt werden kann: In sehr alten, sanierungsbedürftigen Gebäuden, die Temperaturen schlecht halten. Doch zum einen haben Forscher des Freiburger Fraunhofer-Instituts in einem Feldversuch festgestellt: Auch in nicht gut sanierten und gedämmten Altbauten können Wärmepumpen effektive Heizergebnisse erzielen

Zum anderen besteht nach Angaben der Bundesregierung auch in Zukunft die Möglichkeit, eine Hybridheizung einzubauen – etwa eine Gasheizung, die mit einer Wärmepumpe gekoppelt ist. Die Wärmepumpe kann so die meiste Zeit des Jahres die Grundlast tragen, an kälteren Tagen springt der Gaskessel ein. Auch Hybridlösungen mit Brennstoffzellen oder auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplung sind möglich, aber nur, „wenn diese mindestens mit 65 Prozent grünen Gasen betrieben oder zur Erfüllung der 65-Prozent-EE-Vorgabe mit erneuerbaren Lösungen kombiniert werden.“

Auch sogenannte „H2-Ready“-Gasheizungen dürfen verbaut werden. Das sind Heizungen, die zu 100 Prozent auf Wasserstoff umrüstbar sind. Verbaut werden dürfen diese jedoch nur, wenn sie ab 2030 mit mindestens 50 Prozent Biomethan oder anderen grünen Gasen und ab 2035 mit mindestens 65 Prozent Wasserstoff betrieben werden. Der für Energie zuständige Staatssekretär Patrick Graichen sagte dazu vergangene Woche: „Dabei muss man auch sagen, dass Wasserstoffheizungen sicherlich nur in Einzelfällen die Lösung sein werden, nicht für die breite Masse, schlicht und einfach, weil Wasserstoff knapp und fürs Heizen sehr teuer sein wird.“

Was kostet mich der Wechsel zum klimaneutralen Heizen?

Die Anschaffungskosten für Wärmepumpen sind aktuell noch deutlich höher, als die für eine moderne Gasheizung. Kauf und Einbau einer Luftwärmepumpe können über 30.000 Euro kosten. Da ist die Gasheizung mit bis zu 11.000 Euro günstiger.

Im Betrieb ist jedoch die Wärmepumpe auf lange Sicht günstiger als die Gasheizung, da sie den genutzten Strom effizienter in Wärme umwandelt, als die Gasheizung das beim Erdgas tut. Ab 2027 wird sich zudem der EU-Emissionshandel auf die Gaspreise auswirken. Erdgas und Heizöl werden dann deutlich teurer werden. Nach Informationen von Business Insider wird im Bundeswirtschaftsministerium mit ähnlichen Gaspreisen wie bei der Gas-Krise im Zusammenhang mit Russlands Invasion der Ukraine im vergangenen Jahr gerechnet.

Die Bundesregierung will den Kauf von Wärmepumpen zudem finanziell fördern. Über die genauen Fördersummen verhandelt das Kabinett aktuell noch. Sie sollen jedoch sozial gestaffelt ausgestaltet werden: Wer weniger Geld zur Verfügung hat, soll stärker gefördert werden. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte am Sonntag in der ARD: „Meine Vorstellung ist, dass wir – wie es auch im Koalitionsausschuss vereinbart wurde – einen sozialen Ausgleich schaffen. Das heißt, dass die Wärmepumpen, solange sie noch teurer sind, auf den Preis einer Gasheizung runtergebracht werden.“

Auch sollen Mieter geschützt werden, wenn Vermieter die alte Gas- oder Ölheizung austauschen. Im Gesetzentwurf der Ampel sind detaillierte Regelungen festgehalten, die verhindern sollen, dass Vermieter Kosten in zu hohem Maße an Mieter weitergeben. Das gilt etwa, sollten Vermieter in der Anschaffung günstige, im Betrieb aber teure Biomethan- oder Wasserstoffheizungen einbauen. Auch, wenn Vermieter in schlecht sanierten Gebäuden eine leistungsschwache Wärmepumpe installieren, dürfen Kosten nicht einfach weitergereicht werden. Letzteres gilt jedoch nur für Gebäude, die vor 1996 gebaut wurden.

Was wird die Heizungswende der Ampel-Regierung das Land insgesamt kosten?

Im Gesetzesentwurf der Ampel-Koalition findet sich auch eine gesamtgesellschaftliche Kosten-Nutzen-Rechnung der von der Bundesregierung geplanten Heizungswende.

„Durch die Vorgabe für die Nutzung von Erneuerbaren Energien beim Einbau von neuen Heizungsanlagen entsteht den Bürgerinnen und Bürgern bis zum Jahr 2028 ein jährlicher Erfüllungsaufwand von rund 9,157 Milliarden Euro“, heißt es dort. Dem gegenüber stünden jedoch Einsparungen über die Betriebszeit von 18 Jahren in Höhe von 11,014 Milliarden Euro. Ab dem Jahr 2029 betrüge der jährliche Erfüllungsaufwand rund 5,039 Milliarden Euro. Dem gegenüber stünden Einsparungen von 11,125 Milliarden Euro.

Auch für die Wirtschaft findet sich im Gesetzestext eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Jährlich entstünden dieser Kosten von 1,12 Milliarden Euro. Über die jeweilige Lebensdauer der betroffenen Heizanlagen – das Wirtschaftsministerium rechnet hier mit drei bis 20 Jahren – stünden dem jedoch jeweils Einsparungen von 1,558 Milliarden Euro gegenüber.

„Zusätzlich entsteht ein einmaliger Erfüllungsaufwand von ca. 12,472 Milliarden Euro“, heißt es zudem. „Dem stehen über die jeweilige Lebensdauer der betroffenen Anlagen (3-20 Jahre) insgesamt rund 35,903 Milliarden Euro gegenüber.“

FOCUS mit Jean Pütz: Ein umfassendes Konzept zur globalen regenerativen Energieversorgung

Erstaunlich, wie sich die Presse gegenseitig ergänzt. Zunächst berichtete BILD-Zeitung in ihrer nationalen Ausgabe über meine Methode, wie es mir gelungen ist, mit meiner Familie CO2-neutral – gerechnet über das ganze Jahr im Durchschnitt – zu leben. Ich bedanke mich, dass dem Journalisten Nico Noelken das gelungen ist. Hilfreich waren auch die vielen Fotos. Er hat sogar differenziert darüber geschrieben, dass ich eigentlich ein Grünen-Sympathisant war, insbesondere, was ihre Bemühungen anbelangt, die Umwelt, d. h. Luft, Erde und Gewässer zu verbessern, inkl. Bewahrung der Artenvielfalt. Ich kritisiere allerdings heute ihr Umgang mit dem notwendigen Klima-Wandel. Das zeugt von einer extremen Unwissenheit bzgl. der naturgegebenen Gesetzmäßigkeit inkl. geringe Schwarmintelligenz in Sachen Technologie.
Dieses werfe ich den ‚Grünen‘ vor, mache stets aber auch Lösungs-Vorschläge. Die herrschende Political Correctness-Manie vieler Wissenschaftler, vieler wissenschaftlichen Institute und öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten beunruhigt mich. Z. B. vermeidet  die Redaktion des WDR-Fernsehen ‚Wissenschaft und Technik‘, die ich selbst 1969 gegründet habe, mich zu konsultieren, weil sie vermuten, dass ich mit meinem Wissen nicht zu bändigen wäre und genau deshalb gegen dieses gebotene Prinzip verstoßen würde. Ich versuche, jedermann zu informieren, nicht nur mit meiner wissenschaftlichen Homepage, sondern auch über Facebook mit immerhin über 95.000 Follower. Facebook habe ich deswegen gewählt, weil es da ermöglicht wird, ein Thema umfangreich mit allen Facetten darzustellen, was z. B. über Linkedin oder Twitter usw. nicht möglich ist.
Nun hat der renommierte FOCUS-online, wahrscheinlich ausgelöst durch BILD, meine Aktivitäten aufgegriffen und sehr objektiv dargestellt. Das veranlasst mich den Wort-Text Ihnen, meine lieben Besucher meiner Homepage, nicht vorzuenthalten. Ich weiß, über mich geistern viele Vorurteile über mich in Medien und Köpfen vieler Bürger, auch wenn ich bei Facebook meistens eine Zustimmung über 95% erreiche, und ein Diskussionsforum sondergleichen initiiert habe (immerhin mit fast zu 700 schriftlichen Kommentaren meiner Abonnenten), werde ich immer noch in die extrem rechte oder linke Ecke verfrachtet. Dabei versuche ich nur, wie es in meinem Obertitel heißt, der Vernunft eine Chance zu geben. In meinen 86 Jahren Lebenszeit begann ich als schlechter Schüler, lernte das Handwerk des Elektromechanikers – heute Mechatroniker – malochte als Mann für alle elektrischen Fragen in einem Luxemburger Eisen- und Stahl-Hüttenwerk (Esch-Belval), wurde 1959 in Köln an der dortigen staatlichen Ingenieur-Schule Elektroingenieur und übte diesen Beruf 1,5 Jahre in einem Entwicklungslabor für elektrische Schaltgeräte aus. Nach externen-Abitur studierte ich 6 Jahre an der Universität zu Köln fürs Lehramt Physik und Mathematik. Nach zwei Staatsexamen wurde ich in kürzester Zeit Oberstudienrat. Weil ich parallel dazu empirische Soziologie studierte, berief mich der WDR im vier Jahre zuvor gegründeten WDR-Fernsehen zum Gründer der Redaktion Wissenschaft und Technik. Ich wurde Redaktions-Gruppenleiter und übte dieses Amt 34 Jahre mit großer Zustimmung von Zuschauern und Vorgesetzten aus.
In dieser Zeit hat sich das Wissen um Technologie und Wissenschaft mindestens verfünfzigfacht. Meine Aufgabe, die ich mir selbst gesetzt hatte war, auch den normalen Menschen daran teilnehmen zu lassen. So entstand auch die ‚Hobbythek‘ als ‚trojanisches Pferd‘, um jedermann zu zeigen, dass Wissen um Wissenschaft enorme persönliche Vorteile bringt, aber auch um die Bedeutung der Wissenschaft und Technologie in unserer Zeit jedem demokratischen Wähler bewusst zu machen, dass das viele Geld, welches der Staat dafür ausgibt, dringend notwendig ist. Wenn ich die heutige Entwicklung betrachte, scheine ich versagt zu haben. Noch nie war die Schwarmintelligenz der Deutschen in Sachen Naturwissenschaft und Technik so gering, was dem Populismus mancher Parteien sehr begünstigt, eine große Gefahr für unsere Demokratie.
Für mich ist diese zwar keine ideale Staatsform, aber unserem genialen Grundgesetz verdanken wir immerhin über 75 Jahre funktionsfähige Zuversicht, ich hoffe, dass das auch so bleibt und der Populismus sie nicht langfristig zerstört. Ein Auto ist nicht nur deswegen ökologischer Fortschritt, weil es keinen Auspuff mehr besitzt, und Wunschdenken kann keine Naturgesetze aushebeln. Technischer Fortschritt muss dies dringend berücksichtigen, Wachstum ist nur noch akzeptierbar, wenn er auf regenerativen Energien aufbaut und bezahlbar ist. Darum geht es in der Zukunft
Jean Pütz
(FOCUS) – Die Ziele der Grünen teile Jean Pütz „ausnahmslos“. Dennoch machte der Kult-Moderator seinem Ärger über die „Grünideologen“ nun in einem Interview Luft.

Jean Pütz hält den bisherigen Weg der Grünen und vieler Klima-Aktivisten für falsch. „Für die Klimarettung reicht es nicht, Verbotsideologien zu verkünden“, erklärte der Moderator und Wissenschaftsjournalist gegenüber der „Bild“.

Technologie sei im Hinblick auf alle Energieprobleme ein wichtiger Faktor, so Pütz: „Die Grünen machen die Industrie in Deutschland kaputt. Sie meinen, durch Wunschdenken die Naturgesetze aushebeln zu können.“

Nichtsdestotrotz seien nicht alle Vorschläge der Partei sinnvoll – etwa in Bezug auf Autos: „40 Prozent des CO2-Aufkommens entsteht durch Gebäude. Private Pkw sind für nur sechs Prozent verantwortlich“, behauptete er.

Ein Verbot bestimmter Wagen sei deshalb nicht zielführend: „Das trifft nur die kleinen Leute. Demnächst kann sich der Normalbürger kein Auto mehr leisten. Mag sein, dass das von Grünideologen so gewünscht ist.“

„Deutschland opfert sich auf Kosten der kleinen Leute“

Der in Luxemburg aufgewachsene Physiker und Mathematiker empfehle Aktivisten, „sich die Zeit zu nehmen und sich Fachwissen anzueignen“. Er selbst lebe CO2-neutral auf einem ehemaligen Bauernhof im Bergischen Land und wolle so mit gutem Beispiel vorangehen.

Im Hinblick auf den Klimawandel halte der frühere „Hobbythek“-Moderator es zudem für besonders wichtig, über den Tellerrand zu schauen: „Europa ist nicht der Nabel der Welt. Deutschland opfert sich auf Kosten der kleinen Leute. Schwellenländer müssten mit in das Boot der Klimarettung integriert werden.“

Faktenchek aus der Zeitschrift Wirtschaftskurier

Mich erstaunt, dass ein Bericht der BILD-Zeitung über meine Bemühungen, CO2 zu leben, zu einer Menge von Berichten in der deutschen Presse geführt hat. Z. B. der renommierte Wirtschaftskurier, hat einige meiner Thesen – auf Facebook veröffentlich – aufgegriffen und als Faktencheck veröffentlicht hat. Erfreulicherweise. Er bestätigt vieles gegen den Mainstream, bei einigem hat er widersprochen. Das veranlasste mich, einen ausführlichen Gegenbeweis an die Redaktion zu verfassen.

Jean Pütz

Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Name ist Jean Pütz. Im Moment bin ich in Italien. Freunde haben mir den Link zu Ihrem Faktencheck zugesandt, den offenbar Focus-online veröffentlicht hat. Gestatten Sie mir, dass ich dazu einiges richtig stellen möchte, Fakten stellen ist das erste, was ich in meinem Beruf gelernt habe. Dabei kommt es bei der Klimarettung nicht auf Werte hinter dem Komma an. Im Übrigen kritisiere ich nicht nur, sondern mache auch Vorschläge, wie die Gesetze verbessert werden können, die zwar richtige Ziele setzen, aber der Weg sie zu erreichen, dem Wunschdenken entspricht.
1. Also zunächst einmal, zu Ihrer Überschrift: ‚Grüne machen Industrie kaputt‘ stimmt nicht ganz. Ich meine damit nicht die ‚Grüne-Partei‘, sondern die ‚Grün-Ideologen‘, egal in welcher Partei, die schöngeistig gebildet keine Ahnung haben, welche Wirkungen und Risiken bestimmte in Klimakonferenzen formulierte Zeile verlangen, ohne naturwissenschaftliche, technologische und insbesondere soziologische Gesetzmäßigkeiten vernachlässigen. Vielfach werden bei uns die Industrien abgebaut, die fröhliche Auferstehung in Ländern feiern, die nicht so pedantisch diese Grenzwerte ernst nehmen. Da erinnere ich nur an die vielen Industrieeinrichtungen, die z. B. China aus Deutschland importiert hat. Ich meine damit nicht nur die Eisen-Industrie, sondern auch die chemische und Automobil-Industrie. Als Beispiel sei Daimler genannt, die ihre Verbrennungsmotoren nicht in Deutschland herstellen, sondern in China, obwohl sie ihre Profite hauptsächlich mit herkömmlichen Kraftfahrzeugen erzielen. Trotz Milliarden-schwerer Subventionen machen sie in Deutschland mit den Batterie-schweren Autos Defizite.
2. Von wem hat Ihr Autor die Information, dass der gesamte Verkehrssektor mehr CO2-Ausstoß verursacht als der, den wir zur Wärme- und Kälte-Erzeugung in unseren Gebäuden.
1990 habe ich in der ARD-Reihe ‚Bilder aus der Wissenschaft‘ zwei Sendungen unter mit Titel ‚Der Sonne eine Chance‘ produziert, dass der CO2-Austoß in den Gebäuden damals, also vor mehr als 33 Jahren, mehr 40%  betrug. Heute sind es immer noch 35%. Der Autor zitiert Institute, die mir nicht sehr glaubwürdig erscheinen, denn leider finden sich auch viele Wissenschaftler, die, angewiesen auf staatliche Unterstützung sind, die dem Prinzip Political Correctness logischerweise folgen müssen. Das möchte ich nicht verallgemeinern, doch ich bin nicht der einzige, der die Gefahren erkannt hat.
Jedenfalls habe ich Werte, dass der Verkehrssektor max. 12-14% CO2 produziert. Aber darauf habe ich mich gar nicht berufen, sondern nur auf den Anteil unserer privaten Kraftfahrzeuge, der beträgt maximal 6-8% Anteile am CO2-Ausstoß.
Ihr Autor berichtet auch, dass es möglich sei, ab 2030 80% des Stroms regenerativ zu erzeugen. Dann soll er mir bitte einmal sagen, wie der steigende Bedarf, die der Elektrizität von den ‚Grün-Ideologen‘ zusätzlich aufgebürdet werden in Zeiten, in denen Sonne und Wind uns nicht den Gefallen tun, gespeichert werden soll. Einfache Denker meinen, das könnte man mit Batterien machen, also elektro-chemisch, dann nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass alle Elektro-Ingenieure, der  auch ich einer bin, das als Wolkenkuckucksheime an, denn es handelt sich um Tausende von Terawatt-Stunden. Rationell lassen sich diese nur von riesigen Pumpspeicherwerken liefern, die höchstens in Hochgebirgen möglich sind. Das ist in Deutschland schon wegen der Topographie und der zu erwartenden Bürgerinitiativen illusorisch.
Vielleicht hat er nicht berücksichtigt, sondern eine weltweite Klimapolitik im Blick habe. Deutschland und Europa ist nicht der Nabel der Welt. Wenn es uns nicht gelingt, die Dritte-Welt-Länder mit einzubeziehen, die notwendigen Investitionen in eine Infrastruktur im regenerativen Zeitalter finanziell zu ermöglichen, und zwar global, auch in aufstrebenden Volkswirtschaften, in Augenhöhe mit den Industrieländern, bleibt unser Opfer für die Klimawende sowieso völlig umsonst.
Bitte lesen Sie dazu meinen Beitrag in der Anlage zum Thema regenerativer Welt-Energieträger Methanol in der Anlage.
Besonders lege ich Ihnen ans Herz meine Facebook-Beiträge, die meine 95.000 Follower bei einer Reichweite von 300.000 bis über 500.000 mit Tausenden von persönliche, schriftlichen Kommentaren begleiten. Dazu bitte ich Sie, insbesondere die Texte meiner beiden Links zu konsultieren, das frei-moderierte Video ist nur Beiwerk:
Das sind nur zwei Beispiele von mittlerweile über 400 Kommentaren unter Titel: ‚Der Vernunft eine Chance‘, in denen ich nicht nur Widersprüche in Politik, Technologie und Gesellschaft aufweise, ohne persönliche finanzielle Interessen. Deshalb erteile ich Ihnen auch für alles mein copyright,
So nebenbei arbeite ich jeden Tag an der Aktualisierung meiner Homepage:  www.jean-puetz.net , die ich als persönliche Hinterlassenschaft meiner 50-jährigen Tätigkeit als Wissenschaftsjournalist unterhalte, mit einer KI-Suchfunktion – ähnlich wie Wikipedia. Damit möchte ich meine Arbeit bei ARD und WDR fortführen, und zwar Wissenschaft für jedermann zu vermitteln. Die ‚Hobbythek‘ war nur ein ‚trojanisches Steckenpferd‘ zum Begreifen im wahren Sinne des Wortes, dass Wissenschaft unentbehrlich ist und wir aus dem Wissen persönliche Vorteile erzielen können, ich habe als Elektromechaniker in einem Eisen- und Stahlwerk begonnen.
Mag sein, dass ich versagt habe, denn es ist mir nicht gelungen, die Schwarmintelligenz der Deutschen in Wissenschaft und Technik nur einen Deut zu verbessern, so kann der Populismus der Parteien unkontrolliert durch die Bürger seinen Lauf nehmen. Es reicht zu zeigen, dass ein Auto keinen Auspuff hat, schon wird es für die Zukunft als ökologisch deklariert. Wärmeerzeugung wird immer noch verniedlicht, obwohl wir mittlerweile ja erkannt haben, dass die Energie die treibende Kraft darstellt. Mit dem Strom, den ein elektrischer Kocher benötigt, um 1 Liter Wasser zum Kochen zu bringen, kann man einen Aufzug mit 5 Personen und Gepäck 5 Stockwerke hochtransportieren. Der Unterschied zwischen unordentlicher Wärme und ordentlicher Energie zur Unterstützung von menschlicher Arbeit, Bewegung und Elektrizitäts-Erzeugung ist den wenigsten Menschen bewusst, doch es gibt ein wichtiges Gesetzt, welches in den Schulen viel zu nachlässig behandelt wird: das 2. Gesetzt der Thermodynamik, das im Grunde genommen besagt, dass aus Unordnung nicht ohne weiteres ohne Hilfsmaßnahmen, Ordnung entstehen kann. Deshalb hat James Watt die Dampfmaschine (Verbrennungsmotor) so spät erfunden, die bewirkte, dass Maschinenarbeit viel billiger als Sklavenarbeit wurde.
Wenn Sie wollen, können Sie mich unter folgender Telefon-Nr. erreichen: 0178 39 33 888 erreichen, damit wir einen Termin ausmachen können.
In der nächsten Woche bin ich in Karlsruhe, wo uns Wissenschaftsjournalisten die Möglichkeit der Geothermie gezeigt wird. vielleicht hilft das, den Wärme-Energiebedarf unserer Gebäude auf realistische Fundamente zu stellen.
Ihr Jean Pütz

Öko-Diktatur oder soziale und ökologische Marktwirtschaft ? Und kaum jemand merkts !

Leider stehen wir vor dieser verhängnisvollen Weichenstellung.

Unmerklich hat sich in Deutschland die Ideologie der Verbote immer mehr durchgesetzt. Die klugen Väter der sozialen Marktwirtschaft wollten genau das verhindern.

Vielleicht ist das in Vergessenheit geraten, dass wir diesem, darauf aufbauenden Wirtschaftssystem, den Wohlstand der vergangenen 75 Jahre verdanken. Die Planwirtschaft ist krachend gescheitert, nicht nur in der DDR, sondern in allen kommunistischen Ländern. Im Übrigen schreibt sogar unser Grundgesetz diese Wirtschaftsform vor, kontrolliert vor allen Dingen durch eine starke Kartellbehörde. Ich mache darauf aufmerksam, weil die Ampelregierung es für nötig erachtet hat, im Schloss Merseburg eine Klausur zu veranstalten, um Parteidifferenzen ausräumen. Ich hoffe, dass das nicht nur auf ein Parteigeplänkel herausläuft, denn es wird die Zukunft Deutschlands bestimmen, ob wir eine Industrienation bleiben oder nicht. Es reicht eben nicht nur ökologische Ziele zu setzen, sondern in Verbindung mit diesen vielen Gesetzen, die rundherum entstanden sind, gehört auch dazu, dass überlegt wird, was technisch möglich ist und welche Nebenwirkungen und Risiken bestimmte Entscheidungen zur Folge haben. Wunschdenken kann jeder nach dem Motto, was nicht sein darf, das nicht sein kann, aber intelligente Politik weiß, dass es nur mit Verboten nicht funktionieren kann. Es lebe die Vernunft.

Hier noch der Link zum versprochen Alternativen E-Auto, das mit regenerativen efuels ungeheuer sparsam ist, ich habe das schon vor eineinhalb Jahren gepostet.

Öko-Diktatur oder soziale und ökologische Marktwirtschaft?

Leider stehen wir vor dieser verhängnisvollen Weichenstellung.

Unmerklich hat sich in Deutschland die Ideologie der Verbote immer mehr durchgesetzt. Die klugen Väter der sozialen Marktwirtschaft wollten genau das verhindern.

Vielleicht ist das in Vergessenheit geraten, dass wir diesem, darauf aufbauenden Wirtschaftssystem, den Wohlstand der vergangenen 75 Jahre verdanken. Die Planwirtschaft ist krachend gescheitert, nicht nur in der DDR, sondern in allen kommunistischen Ländern. Im Übrigen schreibt sogar unser Grundgesetz diese Wirtschaftsform vor, kontrolliert vor allen Dingen durch eine starke Kartellbehörde. Ich mache darauf aufmerksam, weil die Ampelregierung es für nötig erachtet hat, im Schloss Merseburg eine Klausur zu veranstalten, um Parteidifferenzen ausräumen. Ich hoffe, dass das nicht nur auf ein Parteigeplänkel herausläuft, denn es wird die Zukunft Deutschlands bestimmen, ob wir eine Industrienation bleiben oder nicht. Es reicht eben nicht nur ökologische Ziele zu setzen, sondern in Verbindung mit diesen vielen Gesetzen, die rundherum entstanden sind, gehört auch dazu, dass überlegt wird, was technisch möglich ist und welche Nebenwirkungen und Risiken bestimmte Entscheidungen zur Folge haben. Wunschdenken kann jeder nach dem Motto, was nicht sein darf, das nicht sein kann, aber intelligente Politik weiß, dass es nur mit Verboten nicht funktionieren kann. Es lebe die Vernunft.

Hier noch der versprochene Link zum alternativen E-Auto das viel weniger Energie benötigt um von A nach B zu fahren.

Folge 284, der Vernunft eine Chance.

Hier geht’s zum Video

Verbrenner-Aus: Showdown in Brüssel

(Morning Briefing) – In Sachen Verbrenner-Aus könnte es an diesem Mittwoch auf EU-Ebene zu einem Showdown im Ausschuss der ständigen Vertreter in Brüssel kommen. Auf dem Treffen wird die Tagesordnung für den Ministerrat kommende Woche festgezurrt, eigentlich nur eine Formalie.

Nach Informationen unseres Kollegen Thorsten Denkler will die FDP die Runde der EU-Botschafter allerdings nutzen, um ein ungeliebtes EU-Projekt zumindest auf Eis zu legen: Die neue EU-Abgasrichtilinie, die das Aus für die Neuzulassung von Verbrennermotoren ab 2035 bedeuten würde.

Die EU-Botschafter handeln auf Weisung ihrer Regierungen. Kann sich die Ampel nicht einigen, müsste sich die deutsche EU-Botschafterin enthalten.

Ohne deutsche Zustimmung aber käme die qualifizierte Mehrheit nicht zustande, wonach 65 Prozent der EU-Bevölkerung von den Ja-Stimmen gedeckt sein müssen. Italien, Ungarn und Polen wollen dem Verbrenner-Aus nicht zustimmen. Eine deutsche Enthaltung würde das Gesetz zu Fall bringen.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten, dies zu verhindern: Das Gesetz wird ganz von der Tagesordnung genommen. Oder die zuständige deutsche Umweltministerin Steffi Lemke weist die Botschafterin eigenmächtig an, dem Verbrenner-Aus doch zuzustimmen.

Das wäre eine schwere Bürde für die Koalition. Formal würde dann kommende Woche der Rat der EU-Bildungsminister das Thema aufrufen. Deutschland wird darin von Bettina Stark-Watzinger (FDP) vertreten. Der Plan der FDP ist, dass sie dann für die Enthaltung sorgt.

Michael Bloss, klimapolitischer Sprecher der Grünen im EU-Parlament, sagte uns:

Es wäre ein fatales Signal, wenn Deutschland jetzt das Verbrenner-Aus kippt. Damit droht Deutschland zum Klima-Bremsklotz Europas zu werden. Deutschland würde sich als absolut unzuverlässiger Verhandlungspartner zeigen, wenn es jetzt von getroffenen Vereinbarungen abrückt. “

Angst vor massivem Stellenabbau: Nach Verbrenner-Aus herrscht bei Bosch-Mitarbeitern „Alarmstufe Rot“

(Focus) – Der Betriebsrat von Bosch und die IG Metall reagieren auf das von der EU beschlossene Verbrenner-Aus ab 2035 und kündigen eine Betriebsversammlung an zehn Standorten in Deutschland an. Es herrsche Angst vor einem massiven Stellenabbau, teilte der Bamberger Betriebsratsvorsitzende Mario Gutmann gegenüber dem „ Bayerischen Rundfunk “ mit.

„Alarmstufe Rot“ für 900.000 Beschäftigte in Deutschland

Auch die mögliche Verlagerung der Produktionsstätten ins Ausland bereite vielen Mitarbeitern Sorge. Als Grund nennt Gutmann, dass hierzulande Teile für Verbrennermotoren gefertigt werden, die spätestens nach dem EU-Verbot ab 2035 unbrauchbar seien.

An der Betriebsversammlung werden auch das Bamberger Werk mit seinen knapp 6300 Mitarbeitern sowie der Standort in Nürnberg teilnehmen. Zwei Drittel der rund 6300 Beschäftigten in Bamberg konzentrieren sich derzeit allein auf die Fertigung von Teilen für Verbrennermotoren.

Martin Feder von der IG Metall spricht von „Alarmstufe Rot“ und warnt: „Die Zukunft der industriellen Fertigung ist in Gefahr.“ Das sei nicht nur bei Bosch zu spüren, sondern gelte für viele Unternehmen. 900.000 Beschäftigte sind aktuell in Deutschland „direkt und indirekt“ an der Verbrennermotoren-Produktion beteiligt.

„Die Politik verschläft gerade den Innovationsschub“

Feder nennt das Vorgehen des Autoherstellers Ford als warnendes Beispiel. In Köln und Aachen sollen knapp 2300 Arbeitsplätze abgebaut werden. Währenddessen baut Ford jedoch bereits an einer neuen Fabrik in den USA, die mehrere Milliarden Dollar kosten soll. Dort will Ford bald Batterien für E-Autos fertigen.

Durch Subventionen und Steuererleichterungen seien die USA und China besonders starke Produktionsförderer im eigenen Land. Der Bamberger Betriebsratschef Gutmann spricht über die daraus resultierende Deindustrialisierung in Deutschland und meint: „Die Politik verschläft gerade den Innovationsschub in die Zukunft.“

Bosch: „Wir sehen auch die Politik in der Verantwortung“

Die Robert Bosch GmbH ließ auf Anfrage des „BR“ mitteilen: „Grundsätzlich gehen wir dahin, wo unsere Kunden sind, und folgen damit unserem ‚Local for local‘-Prinzip. Das heißt, wir fertigen vornehmlich in der Region für die Region.“ Martin Schultz, kaufmännischer Bosch-Werkleiter in Bamberg, appelliert derweil an die Unterstützung aus der Politik: „Wir sehen allerdings auch die Politik in der Mitverantwortung, bei ihren Entscheidungen zur Zukunft der Mobilität die Ausgewogenheit zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Fragen im Auge zu behalten.“

Nach den bisherigen Plänen sollen ab 2035 in der EU keine neuen Pkw mit Verbrenner mehr zugelassen werden. Die EU-Länder hatten sich bereits im Oktober auf einen Kompromiss verständigt. Zuletzt hatte das EU-Parlament die neuen CO2-Vorgaben gebilligt, wonach in der EU ab dem Jahr 2035 nur noch Neuwagen verkauft werden dürfen, die im Betrieb keine Treibhausgase ausstoßen. Die EU-Staaten müssen noch zustimmen. Die Vereinbarung soll 2026 erneut überprüft werden können.

Photovoltaik-Abhängigkeit von China

(pte) – Rund 87 Prozent der nach Deutschland importierten Photovoltaikanlagen (PV) im Wert von 3,1 Mrd. Euro kamen 2022 laut neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus China. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr Photovoltaikanlagen im Wert von rund 3,6 Milliarden Euro nach Deutschland importiert.

Holland und Taiwan mischen mit

Auf China als wichtigstem Lieferanten von Solarzellen, Solarmodulen und Co folgen mit großem Abstand die Niederlande (143 Mio. Euro oder vier Prozent) sowie Taiwan (94 Mio. Euro oder drei Prozent). Der Wert der Importe von Photovoltaikanlagen war 2022 damit mehr als doppelt so hoch wie der Wert der Exporte dieser Waren aus Deutschland.

Exportiert wurden im vergangenen Jahr Photovoltaikanlagen im Wert von gut 1,4 Mrd. Euro. Diese gingen zu einem großen Teil in europäische Staaten. Die wichtigsten Abnehmer waren Österreich (206 Mio. Euro, 14 Prozent), die Niederlande (164 Mio. Euro, elf Prozent) und Italien (160 Mio. Euro, elf Prozent).

Weniger Solarkollektoren hergestellt

In Deutschland ist die Produktion von Solarmodulen für Photovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Von Januar bis September 2022 wurden rund 2,9 Mio. Solarmodule zum Absatz im In- oder Ausland produziert. Das waren 44 Prozent mehr als in den ersten drei Quartalen 2021 (zwei Mio. Stück) und 75 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vor-Corona-Jahres 2019 (knapp 1,7 Mio. Stück).

Die Produktion von Solarkollektoren und auch deren Anstieg gegenüber den Vorjahren fiel dagegen deutlich geringer aus als bei Solarmodulen. Von Januar bis September 2022 wurden 202.000 Solarkollektoren produziert. Das waren in etwa so viele wie in den ersten drei Quartalen 2021 (200.000 Stück) und 25 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2019 (gut 161.000 Stück).

Bestätigung durch Habeck der Wärmepumpe als Heizgerät

(Pioneer Briefing) – Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Bauministerin Klara Geywitz (SPD) wollen trotz scharfer Kritik aus Union und FDP an ihren Plänen für das neue Gebäudeenergiegesetz festhalten und vor der Sommerpause einen Entwurf in die Ressortabstimmung geben.

Der ursprünglich geplante Kabinettstermin Ende März werde nicht eingehalten, hieß es. Grund: Habecks Fachleute wollen auch die bisher umstrittene Solardach-Pflicht bei Neubauten in das Gesetz bringen. Das Bauministerium lehnt dies ab.

Gemäß einer Vereinbarung des Koalitionsausschusses vom Herbst soll ab 2024 und nicht erst ab 2025 das Einbauverbot für Öl- und Gasheizungen in Neubauten gelten, heißt es im Wirtschaftsministerium. Häuser müssen dann zu 65 Prozent mit Öko-Energie geheizt werden, das würde dann nur noch Fernwärme, Wärmepumpen, Biomasse-Kessel oder hybride Lösungen erlauben.

Es soll aber lange Übergangsfristen geben, damit Hausbesitzer und Vermieter von Häusern mit Gas- oder Ölheizungen Zeit haben. Die Pflicht gelte für Neubauten und bei Ersatzanschaffungen.

Der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) bezeichnete die Pläne als „nicht machbar“. Die Regeln würden „völlig an der Realität vorbei gehen“, sagte Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing. Es werde „nirgendwo genug grünen Wasserstoff oder Biomethan“ geben, der über das Gasverteilnetz beim Endkunden ankommen könnte.

Nach Daten des Bundesverbandes der Heizungsindustrie waren 2021 von 980.000 neuen Heizungen knapp 65 Prozent Öl- und Gasheizungen. 35 Prozent der Heizungen waren Wärmepumpen oder Biomassekessel.

FDP: Wo sind all die Wähler hin?

(Pioneer Breifing) – Das Problem der FDP in einem Wort? Unehrlichkeit.

Die Partei des Liberalismus ist nicht etwa gegenüber dem Bürger, der Wirtschaft oder dem Kanzler unehrlich. Sie ist unehrlich zu sich selbst.

Sie mag nicht von außen kritisiert werden, was man ja verstehen kann. Aber sie mag auch nicht nach innen freimütig diskutieren, warum sie da steht, wo sie steht. Die entscheidenden fünf Fragen bleiben auf diese Art nicht nur unbeantwortet. Sie bleiben ungestellt:

Warum haben sich gegenüber der erfolgreichen Bundestagswahl von 2021 knapp drei Millionen Wählerinnen und Wähler in die Büsche geschlagen?

Wieso hat die Partei alle Regierungsämter in Nordrhein-Westfalen verloren?

Saarland, NRW, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Berlin: Warum sind mittlerweile fünf Landtagswahlen hintereinander verloren gegangen?

Warum reicht es für eine liberale Großstadtpartei nicht mal in der Hauptstadt zu einem Sitz im Berliner Abgeordnetenhaus?

Warum kann die FDP von der Verbotsorgie der Grünen und den Steuererhöhungsfantasien von SPD und Grünen nicht profitieren?

Die demoskopischen Befunde, die Professor Manfred Güllner von Forsa gestern unter der Überschrift „Der große Wählerschwund der FDP“ veröffentlicht hat, sind von allen Weckrufen der vergangenen Monate der schrillste. Demnach…

… wandelt sich die FDP von einer Klientelpartei für den Mittelstand zu einer Protestpartei für junge Männer.

… verliert die FDP vor allem die älteren Wähler und auch jene mit geringerem Haushaltseinkommen.

….. haben ausgerechnet diejenigen FDP-Wähler das Vertrauen verloren, die mit einer pessimistischen Wirtschaftsentwicklung rechnen.

…. ist die Abwanderung in Ostdeutschland überproportional stark.

Die verlorene Berlinwahl illuminiert die Unehrlichkeit der FDP auf der großen Bühne. Vom Parteivorsitzenden bis zum Spitzenkandidaten sind sich noch in der Wahlnacht alle einig: Es lag nicht am Kandidaten, nicht an der Kampagne, auf keinen Fall an den tapferen Wahlkämpfern. Vermutlich hat sich das Bürgertum einfach geirrt oder – schlimmer noch – die Genialität der Wahlkampfführung nicht verstanden. Schäm dich, Wähler!

Es ist ja nicht so, dass es Christian Lindner an Dynamik und Selbstbewusstsein mangelt. In seinem Freiheitsdrang, der auch die Freiheit einer verweigerten Selbstbesinnung beinhaltet, erinnert er an den jungen Friedrich Schlegel, der in seiner Zeit als genial und unberechenbar galt. „Mein Ziel ist zu leben, frei zu leben“, verkündete er und riet selbst den Freunden davon ab, ihm zu nahe zu kommen. „Am liebsten besieht man mich aus der Ferne wie eine gefährliche Rarität.“

Die Mutter war nicht glücklich über die Entwicklung ihres einen Sohnes: „Gib ihm guten Rat und Vermahnung“, schrieb die Mutter von Friedrich an ihren Sohn August Wilhelm, auf dass er seinen jüngeren und dynamischeren Bruder zur Besinnung bringen möge: „Fritze, macht uns Not.“

Die oben genannten Umfrageergebnisse des Forsa-Instituts dürften bei einigen FDP-Politikern tiefe Sorgenfalten verursachen. Wo liegen die Gründe für die schlechten Zahlen aus der internen Sicht?

Das wollte ich von Ria Schröder wissen. Sie war Vorsitzende der Jungen Liberalen und sitzt seit anderthalb Jahren im Bundestag für die FDP als bildungspolitische Sprecherin ihrer Partei. Die Unzufriedenheit der FDP-Wähler auf Bundesebene ist laut Schröder auf externe Ursachen zurückzuführen:

 

 

Der große Exodus: Deutschland vertreibt seine Industrie

(Pioneer Briefing) – Wissenschaftler und Vorstände von Aktiengesellschaften pflegen in Deutschland traditionsgemäß einen gemäßigten Ton. Sie tragen gedeckte Farben. Sie schlagen nicht gerne an die große Alarmglocke. Ruhiger und sachlicher Umgang miteinander, über die Grenzen von Theorie und Praxis, von Politik und Unternehmen hinweg, gehört zur Kultur dieses Landes. Dies ist einer der Gründe, warum Deutschland so stark ist. Zur kollektiven Erfahrung in Wirtschaft und Wissenschaft gehört, dass Schweigen oft besser ist als öffentliches Reden und dass man Kritik meist effizienter hinter verschlossenen Türen anbringen kann als auf dem Marktplatz.

Dies sind die Regeln. Doch von diesen Regeln gibt es Ausnahmen. Hin und wieder, vielleicht einmal pro Dekade, treten besondere Umstände ein, in denen alle sachlich vorgetragenen Hinweise in kleiner Runde nichts bringen und tief sitzende Frustration sich breitmacht. In denen Loyalität zum Land und Verantwortung für die Volkswirtschaft so stark in Konflikt zu Verfehlungen der Politik geraten, dass gar nichts anderes übrig bleibt, als seine Stimme laut und hörbar zu erheben.

Einen solchen Punkt haben wir jetzt erreicht – und zwar in der Energiepolitik. Vergleichbar ist die gegenwärtige Lage nur mit der Phase von Massenarbeitslosigkeit und weit verbreiteter Hoffnungslosigkeit vor der Ankündigung der Agenda 2010 durch Gerhard Schröder im Jahr 2003.

Die Parallelen zu damals sind offenkundig:

  • Damals legte Deutschland sich lahm durch einen übermäßig erstarrten Arbeitsmarkt. No fire, no hire. Kreativität und Unternehmertum erstickten in verkrusteten Vorschriften.
  • Heute führt die schlecht geplante und mangelhaft durchgeführte Energiepolitik zur Deindustrialisierung des Landes. Der Energiepreis ist nicht einfach nur ein Preis unter vielen. Er ist der Preis aller Preise. Jede Form wirtschaftlicher Wertschöpfung bedingt immer die Transformation von Vorprodukten in Endprodukte. Diese Transformation verbraucht Energie. Steigt der Preis von Energie über ein Maß hinaus, das über die Absatzpreise an Kunden weitergegeben werden kann, dann wird diese Transformation schlichtweg eingestellt. Die wirtschaftliche Tätigkeit erstirbt. Energiepreise wirken oft noch stärker als Zinsen auf den wirtschaftlichen Output. Kein anderer Faktor kann Deindustrialisierung so schnell erzwingen wie der Energiepreis.

Manche Länder, wie die USA oder Großbritannien, haben ihre eigene Deindustrialisierung vor Jahrzehnten mutwillig beschlossen und bereuen dies inzwischen. Die Vereinigten Staaten unter Präsident Joe Biden machen diesen Fehler nun wett durch ein machtvolles Programm der Reindustrialisierung.

Deutschland hat zum Glück nie vorsätzlich vereinbart, seine Industrie aus dem Land zu vertreiben. Doch nun geschieht genau dies als Begleitschaden einer chaotischen Energiepolitik. Fahrlässig ohne Vorsatz, dafür aber mit grober Fahrlässigkeit – das ist fast noch schlimmer. Grobe Fahrlässigkeit beruht auf Ignoranz, Pflichtvergessenheit und Unkenntnis. Sie zu erkennen und zu heilen, bedarf der Selbstreflexion und Einsicht. Davon ist Deutschland weit entfernt.

Dies ist der Grund, warum führende Köpfe aus Wissenschaft und Wirtschaft ihre Stimme erheben. Sie fordern eine Umkehr. In der heutigen Ausgabe unseres Tech Briefing Podcasts kommt Matthias Zachert zu Wort, Vorstandsvorsitzender des börsennotierten Spezialchemie-Unternehmens Lanxess mit Sitz in Köln. Zachert und sein Team haben ihr Unternehmen zu einem international erfolgreichen Powerhouse aufgebaut, doch sie fühlen sich ihrer Heimat Nordrhein-Westfalen eng verbunden. Aus genau diesem Grund erhebt Matthias Zachert deutlich seine Stimme.

Ein Weckruf, den jeder hören sollte, der in der Politik Verantwortung trägt. Warum? Weil Zachert zum ersten Mal in der Geschichte seines Unternehmens von der traditionellen Linie abrückt, Erweiterungsinvestitionen bevorzugt an den heimischen Standorten vorzunehmen. Damit ist es jetzt vorbei. Lanxess kann es sich wegen der Energiepreise nicht mehr leisten, sein Engagement in Deutschland zu verstärken.

Das Unternehmen verabschiedet sich – wenn die Politik nichts ändern – auf Raten ins Ausland, vor allem in die USA. Das ist nicht nur keine leere Drohung; sondern überhaupt keine Drohung. Es ist schlicht und einfach die Schlussfolgerung aus Excel-Tabellen. Produktion in Deutschland rechnet sich auf diesem Preisniveau nicht mehr. Was sich nicht rechnet, wandert ab. Diese simple Wahrheit bleibt vielen Politikern verschlossen, was aber nichts daran ändert, dass Arbeitnehmer und Gesellschaft die Kosten und Folgen der Abwanderung kollektiv zu tragen haben.

Eine solche Abwanderung erfolgt selten schlagartig. Sie vollzieht sich in langsamem Tempo. Wer das nicht versteht, erleidet das Schicksal des sprichwörtlichen Froschs im langsam heißer werdenden Wassertopf. Erst gibt es keine Erweiterungsinvestitionen mehr, dann wird irgendwann die Wartung zurückgefahren, dann veralten die Anlagen, dann steht eines Tages eine Industriebrache dort, wo früher Menschen arbeiteten.

Linde verlässt den Dax und ist an die Wall Street verloren. Lanxess kündigt Deutschland seine Treue auf. Viele andere Beispiele belegen den Trend. Konzernlenkern wie Wolfgang Reitzle und Matthias Zachert ist es hoch anzurechnen, dass sie nicht im Verborgeneren handeln, sondern aktiv und öffentlich warnen, bevor sie ihre unweigerlichen Schlussfolgerungen ziehen. Aufgabe von Politik und Gesellschaft ist es, diese Warnungen ernst zu nehmen, sie nicht in den Wind zu schlagen und den Trend entschlossen aufzuhalten.

Einer Studie der Deutschen Bank zufolge schrumpft die Produktion wegen der steigenden Energiepreise in Deutschland 2022 um 2,5 Prozent und im Jahr 2023 um fünf Prozent. Mit der Produktion schrumpft auch der Wohlstand.

Erschreckend sind schon die nackten Zahlen: Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet mit etwa 80 Euro pro Megawattstunde Erdgas. Teilweise muss man am Gasspot-Markt sogar mit 90 Euro kalkulieren. Der Gaspreis lag im Januar 2023 um die 66 Euro je Megawattstunde am niederländischen Großhandelsplatz TTF. Im November wurden durchschnittlich 94 Euro pro MWh Gas fällig. Im Oktober lag der Börsen-Gaspreis noch bei durchschnittlich 82 Euro pro MWh. Auf dem Höhepunkt der bisherigen Preis-Aufwärtsspirale Ende August 2022 betrug der Großhandelspreis für eine MWh an der niederländischen TTF-Börse 346 Euro.

Unter solchen Umständen wird energieintensive Produktion in Deutschland zum Spiel für Hasardeure. Diesem Menschenschlag aber dürfen verantwortungsbewusste Führungspersönlichkeiten nicht angehören.

Und die Wissenschaft? Selbst ein besonnener Wissenschaftler wie Hans-Werner Sinn, ehemaliger Präsident des Ifo-Instituts, weiß sich keinen anderen Rat mehr, als mit dem ganz dicken Schlegel machtvoll an die Alarmglocke zu schlagen. Wie jüngst in der Neuen Osnabrücker Zeitung

Kern seines Arguments: Jeder Liter Öl und Kubikmeter Gas, den wir in Deutschland einsparen, steht dem Weltmarkt weiter zur Verfügung, wird von anderen Ländern eingekauft und dort verarbeitet oder verbrannt. Dies geschieht sogar zu sinkenden Preisen, da alle deutschen Einsparmaßnahmen nachfragemindernd und damit preissenkend wirken. Es wird genauso viel fossile Energie verbraucht wie ohne Deutschlands Anstrengungen, doch die Kohlendioxid-Emissionen steigen, weil die billig kaufenden Länder weniger Umweltschutz betreiben als Deutschland.

Nur einen einzigen Ausweg gibt es aus dieser Malaise, argumentiert Sinn