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Katastrophale wirtschaftliche Folgen des Brexit

(pte021/21.05.2019/12:30) – Der zweitgrößte britische Stahlkocher British Steel steht kurz vor der Insolvenz. Der Konzern ersucht die Regierung deshalb um eine Unterstützung in Höhe von 75 Mio. Pfund. Die finanziellen Schwierigkeiten würden aus „Brexit-verbundenen Problemen“ rühren. Der Konzern habe seit dem Referendum mit einem Rückgang an Bestellungen aus dem Rest von Europa zu kämpfen. Auch das geschwächte Pfund sorgt für Probleme bei British Steel.

24.500 Jobs gefährdet
„In der Rohstoffindustrie ist der Brexit ein großes Thema. Etliche Unternehmen überlegen sich weiterhin, wie weit sie in Großbritannien investieren, wollen. Es ist denkbar, dass es für britische Unternehmen zunehmend schwieriger wird, Investoren vom Kontinent zu finden, hier wird momentan eher Deutschland bevorzugt“, meint Deutsche-Bank-Analyst Michael Blumenroth im Gespräch mit pressetext. Vor allem, was die zukünftige Zollpolitik und Handelspolitik von Großbritannien angeht, gebe es viele Unsicherheiten. Dadurch würden auch für Deutschland Nachteile entstehen, schließlich wären zahlreiche Industrien in Deutschland von potentiellen Zöllen betroffen. Obwohl in Deutschland mehr investiert wird, ergeben sich laut Blumenroth in Summe daraus keine gesamtökonomischen Vorteile.

Einem Bericht der „BBC“ zufolge stehen 4.500 Arbeitsplätze in dem Unternehmen und 20.000 in seiner Versorgungskette auf dem Spiel, wenn es diese Unterstützung nicht erhält. Wird keine Einigung erreicht, geht British Steel in die Verwaltung, voraussichtlich durch die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Bereits im April dieses Jahres hatte sich British Steel 100 Mio. Pfund von der Regierung geliehen, um eine Kohlenstoff-Rechnung an die EU zahlen zu können und so ein hohes Bußgeld zu vermeiden.

Regierung nun gefordert
Die British-Steel-Shareholdergesellschaft Greybull Capital hat sich bereit erklärt, mehr Geld in das Unternehmen zu pumpen. Laut dem Umfeld von Greybull Capital wollen deren Darlehensgeber allerdings British Steel aufgeben, wenn das Unternehmen von der Regierung nicht zumindest die Summe von 30 Mio. Pfund erhält. Am Montag hat das britische Parlament einen Vertrag unterschrieben, der die Regierung und große Unternehmen dazu aufruft, britischen Stahl zu kaufen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Die Gewerkschaft GMB fordert nun, dass die Regierung Taten folgen lässt und British Steel und seine Angestellten rettet.

Individuelle Klimaanlage direkt auf der Haut entwickelt

(pte002/21.05.2019/06:05) – Ein neues Klimagerät, das wie eine Manschette beim Messen des Blutdrucks getragen wird, haben Ingenieure an der University of California in San Diego entwickelt. Die Innovation wird von einer flexiblen Batterie, die ebenfalls am Körper getragen wird, mit Strom versorgt. Das Gerät kühlt oder wärmt nach Bedarf und hält die Temperatur auf einem für den Träger angenehmem Niveau, auch wenn sich die Umgebungstemperaturen ändern.

70 Prozent weniger Energie nötig
Laut den Forschern spart die persönliche Klimaanlage Energie beim Heizen beziehungsweise Kühlen ein, etwa im Büro oder zu Hause. „Dieses Gerät kann den Temperatur-Komfort verbessern, wenn man an einem heißen Tag unterwegs ist oder am Arbeitsplatz friert“, meint Entwickler Renkun Chen. Wenn man die Klima-Armbinde trage, fühle man sich in einem weiten Temperaturbereich wohl. „Man muss dann den Temperaturregler im Sommer nicht runterdrehen und im Winter nicht hoch“, glaubt Chen. Wenn man die Raumtemperatur im Sommer um zwölf Grad höher einstelle als allgemein als angenehm empfunden, könne man 70 Prozent an Energie sparen.

Die Klimaanlage beruht auf thermoelektrischem Material. Mit Strom versorgt, verändert es seine Temperatur. Ein Thermostat sorgt dafür, dass die gewünschte Temperatur erhalten beibt. Eingebettet wird die Folie in eine flexible Hülle. Das Gerät ließe sich auch in Kleidungsstücke integrieren. „Man kann es an Stellen platzieren, die den Körper schneller kühlen oder erwärmen“, so Sahngki Hong, ein Absolvent der Hochschule im Fach Mechanik, der im Team arbeitet. Infrage kämen Nacken, Rücken, Oberarme oder Füße. Ziel ist es, mehrere Heiz- und Kühlelemente an strategisch günstigen Stellen zu platzieren.

Klimaweste braucht allenfalls 80 Watt
Das Thermoelement besteht aus einer Folie aus Wismuttellurid, die auf eine Kupferfolie festgelötet wurde. Wird dieses Sandwich mit Strom versorgt, erwärmt sich die eine Seite und die andere kühlt ab. „Zum Kühlen der Haut fließt der Strom von einem Material ins andere“, so Chen. Um Wärme zu erzeugen, lasse man den Strom einfach in die andere Richtung fließen.

Jedes Klimalelement ist fünf mal fünf Zentimeter groß. Mit 0,2 Watt ist die benötigte Leistung gering. Eine Kühlweste müsste aus 144 Elementen bestehen, die 26 bis 80 Watt verbrauchen. Eine konventionelle Klimaanlage, die ein ganzes Büro kühlt, würde mehr als zehn Kilowatt verschlingen. Es sei einfach effizienter, eine Person zu kühlen oder zu wärmen als einen ganzen Raum auf eine angenehme Temperatur zu bringen, meinen die Forscher.

Neue Erkenntnisse am Beginn des Lebens

Helmholtz-Zentrum: Die Architektur von DNA- und Eiweißmolekülen im Zellkern reguliert frühe Phasen der Embryonalentwicklung. Forschende des Helmholtz Zentrums München und der LMU in Kollaboration mit dem Hubrecht Institut in Utrecht  zeigen jetzt, dass solche Strukturen nicht vererbt werden, sondern neu entstehen. Bei diesem Prozess spielen epigenetische Mechanismen eine Rolle. Ihre Studie ist im Fachmagazin Nature erschienen. 

Bei Säugetieren beginnt die Embryogenese mit der Befruchtung: Ein Spermium dringt in die Eizelle ein. Diese beiden Zellen verschmelzen, und eine Zelle mit doppeltem, sprich diploidem Chromosomensatz entsteht. Diese sogenannte Zygote oder Ein-Zell-Embryo teilt sich und erreicht später das Zwei-, Vier-, und das 16-Zell-Stadium. Es kommt zu umfassenden Neuordnungen des Erbguts. Details zu diesem Schritt waren bisher nicht bekannt, konnten aber jetzt entschlüsselt werden.

Dreidimensionale Strukturen des Genoms werden nicht vererbt
„In Zusammenarbeit mit Jop Kind vom Hubrecht Institute Utrecht haben wir erstmals die Technik DamID* bei Säugetierembryos eingesetzt“, berichtet Prof. Dr. Maria Elena Torres-Padilla, die die Studie co-leitete. Sie ist Direktorin des Instituts für Epigenetik und Stammzellen (IES) am Helmholtz Zentrum München und Professorin für Stammzellbiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Mit DamID erzeugten die Forschenden Wechselwirkungen der DNA mit Kernlamellen, der Lamina, einem Geflecht an der Innenseite des Zellkerns. Dieser molekulare Fingerabdruck ermöglicht es ihnen, festzustellen, wie sich das Genom im dreidimensionalen Raum der Zelle anordnet.

Torres-Padilla war von den Ergebnissen ihrer Studie überrascht: „Wir fanden heraus, dass die räumliche Organisation des Genoms nicht vererbt wird, sondern erstmals im Embryo entsteht.“ Zu Beginn der Embryonalentwicklung, sprich nach der Verschmelzung der zwei Keimzellen, bildeten sich charakteristische, dreidimensionale Komplexe des mütterlichen bzw. väterlichen Genoms mit speziellen Eiweißen, den LADs**. Sie waren im Ei (nach dem Acht-Zell-Stadium) nicht mehr nachweisbar. Offensichtlich findet die räumliche Organisation nur in einem kurzen, frühen Zeitfenster während der Entwicklung statt.

Die räumliche Anordnung beeinflussen
Außerdem fanden die Wissenschaftler heraus, dass dieser Vorgang über epigenetische Mechanismen*** gesteuert wird. Die Anwesenheit eines speziellen Gens (Kdm5b) verhinderte beispielsweise, dass Komplexe zwischen dem väterlichen Erbgut und den Kernlamellen entstanden. Torres-Padilla: „Mit dieser neuen Methode haben wir künftig Möglichkeiten, Zellen im frühen Embryo von Säugetieren vollständiger zu erforschen.“ Sie hofft, dass Studien dieser Art zu einem tieferen Verständnis epigenetischer Vorgänge führen; diese seien auch bei Menschen von großer Bedeutung. Zahlreiche Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, die Alzheimer-Krankheit oder Krebserkrankungen lassen sich nämlich nicht allein mit genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen erklären. Hier könnte der Epigenetik eine wichtige Rolle zukommen.

Originalpublikation:
Borsos M, Perricone SM et al. (2019): Genome-lamina interactions are established de novo in the early mouse embryo. Nature. DOI: 10.1038/s41586-019-1233-0

Jugendarbeitslosigkeit kann mit deutschen Know-How überwunden werden

BMBF – Deutsches Knowhow in der Berufsbildung ist weltweit gefragt. 2018 erhielt die Zentralstelle der Bundesregierung zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit (GOVET) 230 Anfragen aus dem Ausland. Diesem Bedarf will die Bundesregierung noch besser gerecht werden. Dafür hat sie heute die „Strategie der Bundesregierung zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit“ von 2013 fortgeschrieben. Die vielfältigen deutschen Aktivitäten sollen künftig enger miteinander verknüpft und damit noch wirkungsvoller werden. Gemeinsame Planungen sollen die deutschen Berufsbildungskooperationen steigern und das deutsche Engagement noch sichtbarer machen.

In Indien wird die gemeinsame strategische Ausrichtung bereits erfolgreich erprobt. Dort werden Elemente der dualen Ausbildung in Berufsbildungscluster eingeführt – weitere Länderstrategien werden folgen. Globale Herausforderungen wie der digitale Wandel, globalisierte Wertschöpfung und Fachkräftebedarfe oder nachhaltige Entwicklung werden dabei Berücksichtigung finden. Das gemeinsame Handeln soll regelmäßig unabhängig evaluiert werden.

„Das Erfolgsrezept unseres beruflichen Bildungssystems wollen wir unseren Partnerländern nahebringen. Deutschland ist Exportweltmeister: Made in Germany ist nach wie vor eine international renommierte Marke. Das gilt für unsere Produkte und Dienstleistungen ebenso wie für unser berufliches Bildungssystem. Viele unserer weltweiten Partner sind an einer Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung interessiert“, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. „Die Stärke der beruflichen Bildung ist ihre Nähe zur betrieblichen Praxis und dass wir sie gemeinsam mit den Sozialpartnern stetig fortentwickeln.“ Viele Kooperationsländer beziehen Unternehmen und Sozialpartner noch nicht genug in die Gestaltung des Ausbildungssystems für junge Menschen ein.

Das Auswärtige Amt räumt der Beruflichen Bildung einen hohen Stellenwert in den bilateralen Beziehungen zu zahlreichen Staaten ein. „Berufliche Bildung ist nicht nur ein wirksames Instrument gegen Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel; sie fördert darüber hinaus eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft und deren Kohärenz; schließlich ist Berufliche Bildung eine wichtige Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit von Betrieben und damit für die Schaffung von Wohlstand in einer Gesellschaft“, so Bundesaußenminister Heiko Maas. Berufliche Bildung trägt darüber hinaus dazu bei, Chancen und Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt in Herkunftsländern zu verbessern. „Gerade deshalb ist unser Engagement für Berufliche Bildung im Ausland auch in unserem eigenen Interesse.“

Die Berufsbildungszusammenarbeit ist eingebettet in das deutsche Engagement für die Ziele der Entwicklungsagenda 2030 der Vereinten Nationen und die multilaterale Entwicklungspolitik, etwa der G-20. Die Bundesregierung unterstützt die Partnerländer dabei, ihre Bildungssysteme auszubauen und zu verbessern und die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen zu erhöhen. Damit leistet sie einen Beitrag dazu, Ursachen von Flucht und Migration zu mindern.

Bundesminister Dr. Gerd Müller betont: „Die Jugend braucht Chancen und Perspektiven, denn nur, wenn junge Menschen eine gute Ausbildung bekommen, können sie etwas aufbauen – für sich selbst, für ihre Familien und für ihr Land. Berufsbildung ist eine Investition in die Zukunft junger Menschen und das Fundament einer nachhaltigen Entwicklung. Darum hat die deutsche Entwicklungspolitik die Zusagen für berufliche Bildung seit 2013 auf 255 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Mit unserer BMZ Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung schaffen wir Arbeitsplätze und qualifizieren junge Menschen. Zudem tragen Job- und Ausbildungspartnerschaften zum Beispiel in Kenia und Ägypten zur Schaffung neuer Ausbildungsplätze bei.“

Die gemeinsame internationale Berufsbildungskooperation unterstützt zugleich deutsche Unternehmen im Ausland und ihre Geschäftspartner dabei, qualifizierte Fachkräfte zu finden.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier betont: „Wir fördern die duale Berufsausbildung in unseren Partnerländern. Damit helfen wir deutschen Unternehmen im Ausland, aber auch lokalen Betrieben, Fachkräfte passgenau auszubilden. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für ihre Wettbewerbsfähigkeit. Eine qualifizierte duale Ausbildung in einem am Arbeitsmarkt nachgefragten Beruf steigert die Chancen der jungen Menschen eine dauerhafte Beschäftigung zu finden.“

Schließlich profitiert auch die deutsche Berufsbildung von der Erfahrung anderer Länder und gewinnt durch das gemeinsame Lernen Impulse für die Weiterentwicklung des deutschen Systems.

Osteoporose – Vorbeugen für starke Knochen

(BZfE) – Osteoporose, auch „Knochenschwund“ genannt, gehört zu den am
weitesten verbreiteten Volkskrankheiten in Deutschland. Schätzungsweise
vier bis sechs Millionen Menschen sind allein hierzulande betroffen. Durch
den Verlust von Knochensubstanz und –struktur werden die Knochen im Laufe
der Jahrzehnte immer brüchiger. Der Bundesselbsthilfeverband für
Osteoporose (BfO) schätzt, dass mehr als 130.000 Menschen in Deutschland
pro Jahr einen Oberschenkelhalsbruch und Wirbelbrüche erleiden.

„Das Risiko einer Osteoporose im Alter lässt sich vermindern durch die
größtmögliche Knochenmasse in der Jugend.“ So bringt es der BfO in
seiner Broschüre „Osteoporose und Ernährung“ auf den Punkt. Tatsächlich
hängt die Gefahr brüchiger Knochen im Alter eng zusammen mit dem Aufbau
von gesunden Knochen bis zum Alter von etwa 30 Jahren. Durch gezielte
Ernährung und ausreichend Bewegung lässt sich aber der Verlust an
Knochenmasse und das Fortschreiten der Krankheit im späteren Lebensalter
noch verlangsamen.

Genügend Calcium – vor allem aus Milch und Milchprodukten – ist einer
von vielen Faktoren, die bei der Prävention und Therapie von Osteoporose
eine entscheidende Rolle spielen. Entscheidend ist es, in jungen Jahren die
maximale Knochenmasse zu optimieren und im Alter den Knochenabbau zu
minimieren. Bei diesem Prozess spielen neben der Calciumzufuhr unter
anderem auch körperliche Aktivität und die Vitamin D-Versorgung eine
wichtige Rolle.

Stillen entlastet das Gesundheitssystem

(BZfE) – Mehr gestillte Kinder könnten die Gesundheitssysteme weltweit
um riesige Beträge entlasten. Das gilt sowohl in den sogenannten
Industrienationen wie auch in Schwellen- und Entwicklungsländern. Immer
häufiger wurden zuletzt ökonomische Analysen im Kontext des Stillens
durchgeführt, um den Einfluss des Stillens auf vermeidbare Todesfälle und
Erkrankungen zu untersuchen. Auch die Kosteneffektivität für das
Gesundheitssystem und damit die Bedeutung für die Gesellschaft wurden
erforscht.

Insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern ist jeder US-Dollar,
der in Stillförderung investiert wird, gut investiertes Geld, denn er
bringt einen wirtschaftlichen Ertrag von 35 US-Dollar. Dieser besteht u.a.
aus geringeren Gesundheitskosten und weniger Arbeitsausfall durch
Krankheit. Und noch eine Zahl lässt aufhorchen: Es braucht nur
überschaubare 4,70 Dollar pro Neugeborenem für eine intensive
Stillförderung. Damit würde das Ziel der Weltgesundheitsorganisation
erreicht werden, die Steigerung des ausschließlichen Stillens in den
ersten sechs Monaten auf mindestens 50 % aller Babys bis 2025 auszuweiten.
Das könnte die vorzeitigen Sterbefälle in Ländern mit einer hohen
Kindersterblichkeit pro Jahr um circa 820.000 verringern. Damit hätte das
Stillen als Einzelmaßnahme den größten gesundheitsförderlichen Einfluss
auf die Kindersterblichkeit in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Eine Gruppe internationaler Wissenschaftler schätzt auf Basis von
Modellrechnungen, dass bereits eine 10-prozentige Steigerung der Rate
ausschließlich gestillter Kinder eine Kostenreduktion von mindestens 312
Millionen US-Dollar in den USA, 7,8 Millionen Dollar in Großbritannien, 30
Millionen Dollar in China und 1,8 Millionen Dollar in Brasilien zur Folge
hätte. Eine Erhöhung der Stillraten auf 90 % in Brasilien, China und den
USA sowie auf 45 % in Großbritannien würde die Behandlungskosten für
häufig auftretende Kinderkrankheiten wie Lungenentzündung, Durchfall und
Asthma sehr deutlich senken. Die USA würden dadurch mindestens 2,45
Milliarden, Großbritannien 29,5 Millionen, China 223,6 Millionen und
Brasilien 6,0 Millionen Dollar einsparen. Für Deutschland gibt es aktuell
keine entsprechenden Schätzungen. Es besteht aber Konsens darüber, dass
niedrige Stillraten nicht nur ein Problem von Schwellen-und
Entwicklungsländern sind. Auch bei uns würde das Gesundheitssystem also
in vielerlei Hinsicht – die Auswirkungen auf die Krankheitskosten der
Frauen sind noch nicht berücksichtigt – von mehr Stillförderung
profitieren.

Um einen Überblick über Strukturen, Akteure und Maßnahmen zur
Stillförderung in Deutschland.zu bekommen, wurde das Forschungsprojekt
„Becoming Breastfeeding Friendly“ aufgesetzt. Das Bundesministerium
für Ernährung und Landwirtschaft hat das Netzwerk Gesund ins Leben und
die Nationale Stillkommission beauftragt, dieses Vorhaben für Deutschland
durchzuführen. Die Universität Yale begleitet den gesamten Prozess
wissenschaftlich. „Becoming Breastfeeding Friendly“ wird die aktuelle
Situation der Stillförderung in Deutschland systematisch abbilden und
Daten für die Stillförderung und den Stillschutz in Deutschland liefern.
Die Empfehlungen werden hierzu auf einer Fachkonferenz in Berlin
vorgestellt.

Zelltod beeinträchtigt Abwehr von Infektionen

(pte001/22.05.2019/06:00) – Tote Zellen stören laut einer Studie der University of Sheffield die Immunreaktionen und untergraben die Abwehr gegen Infektionen. Zellen, die darauf programmiert sind, abzusterben, können die normale Funktion der Immunzellen, der Makrophagen, beeinträchtigen. Das kann Auswirkungen darauf haben, wie gut sie auf Wunden reagieren und im Körper nach Infektionen suchen.

Zellmanipulation als Ziel
Makrophagen sind bei Wunden nötig, um eine Infektion zu verhindern und den Heilungsprozess zu unterstützen. Diese weißen Blutkörperchen können allerdings auch viele Krankheiten verursachen oder verschlimmern. Dazu gehören Krebs, Herzerkrankungen und neurodegenerative Erkrankungen. Die Studienergebnisse zeigen, dass die Immunzellen der Beseitigung abgestorbener Zellen Vorrang einräumen. Dadurch wird ihre normale Migration zu Verletzungen außer Kraft gesetzt und die Immunreaktion beeinträchtigt.

Die in „PLOS Biology“ veröffentlichten Forschungsergebnisse könnten zu neuen Ansätzen der Manipulation dieser Zellen und einer Beschleunigung des Heilungsvorgangs führen. Die Studie wurde an Fruchtfliegen durchgeführt, die über Zellen mit einer sehr großen Ähnlichkeit zu den Makrophagen beim Menschen verfügen. Dabei wurde auch eine neue Rolle eines Proteins Six-Microns-Under (Simu) beim Halten der Immunzellen am Ort der Verletzung entdeckt. Ohne dieses Protein verließen die Makrophagen die Wunde frühzeitig.

Reaktion von Fruchtfliegen
Laut Mitautorin Hannah Roddie zeigt die aktuelle Studie, dass die Art und Weise, wie die Blutkörperchen der Fruchtfliegen auf Verletzungen und absterbende Zellen reagieren, den menschlichen Immunzellen sogar noch ähnlicher ist, als bisher angenommen. In einem nächsten Schritt wird untersucht, welche Signale die Makrophagen nutzen, um absterbende Zellen aufzuspüren und wie sie sich zwischen toten Zellen und Wunden entscheiden.

Erhöhtes Risiko für Schenkelhalsfrakturen

(Prof. Helmut Schatz) Mehr als die Hälfte der US-Bevölkerung und etwa 30% der Deutschen nehmen Nahrungsergänzungsmittel zu sich. Eine Kohorte aus der Nurses´ Health Study, einer prospektiven Untersuchung an US-Krankenschwestern von 1984-2014, ergab, dass bei hoher Zufuhr von Vitamin B6 und B12 ein erhöhtes Schenkelhalsbruch-Risiko besteht .

Von 75.864 postmenopausalen weissen Krankenschwestern erlitten in 3 Jahrzehnten 2304 (3%) einen Schenkelhalsbruch. Ihr mittleres Alter bei der Fraktur betrug 75.8 Jahre (Bereich 47.7 – 93.0 ), der mittlere Body Mass Index (BMI) 24.3 kg/m2. Die Fraktur-Patienten nahmen täglich im Mittel 3.6 mg Vitamin B6 zu sich,  für Vitamin B12 waren es 12.1 µg/Tag. Dies ist wesentlich mehr als die empfohlene mittlere Tagesdosis (RDA, Recommended Daily Allowance) in den USA von 1.3 mg für Vitamin B6 und 2.4 µg für Vitamin B12 (RDA in der Europäischen Union: 1.4 mg bzw. 2.5 µg).

Vergleich des Frakturrisikos zwischen Patienten mit niedriger (<2 mg/Tag) und hoher  (=/> 35 mg) B6-Einnahme: RR 1.29; CI 1.04-1.59, p=0.06; Vitamin B12: niedrige (< 5µg/Tag) vs. hohe (=/>30 µg/Tag) Einnahme: RR 1.25; CI 0.98-1.58,  p= 0.02 für linearen Trend).

Das höchste Frakturrisiko fand sich bei kombinierter Einnahme von Vitamin B6 und B12 in  hohen Dosen (B6 =/> 35 mg/Tag, B12 =/> 20 mg/Tag): Es war um fast 50% gesteigert (RR 1.47, CI 1.15-1.89) gegenüber Frauen mit niedriger Aufnahme beider Vitamine  (B6 <2 mg/Tag und B12 <12 µg/Tag).

Kommentar
Ein erhöhtes Risiko für Schenkelhalsfrakturen unter hochdosierter Einnahme von Vitamin B6 in Kombination mit B12 wurde unerwarteterweise bereits in einer Sekundäranalyse von zwei doppelblinden randomisierten klinischen Studien (RCT´s) gefunden (2). Die Autoren der jetzigen Publikation (1) können keine Erklärung für ihre Befunde geben.

Die Stärke der Studie besteht in der großen Kohorte und jahrzehntelangen Dauer mit Fragebogen-Kontrollen der Diät, der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und anderer möglicher Einflußfaktoren (confounders) alle zwei Jahre. Es konnte aber nicht ausgeschlossen werden, dass die Krankenschwestern Nahrungssupplemente zu sich nahmen, weil sie in einem schlechteren Gesundheitszustand waren.

Abschließend möchte der Referent betonen, was er in seinen DGE-Blogbeiträgen schon immer empfiehlt: Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpräparate nicht einzunehmen, wenn kein nachgewiesener, gravierender Mangel mit klinischen Symptomen (signs and symptoms) vorliegt. Eine normale, ausgewogene Mischkost versorgt die deutsche Bevölkerung in der Regel ausreichend mit allen notwendigen Vitaminen. Nahrungsergänzungsmittel unterliegen zudem nicht dem Arzneimittelgesetz, sondern werden rechtlich als Lebensmittel behandelt. Somit sind sie nur anzeigepflichtig, d.h.,  ihre Zusammensetzung, Wirksamkeit und Sicherheit wird nicht überprüft. Nicht selten sind ihnen Wirkstoffen wie etwa Hormonsubstanzen oder andere, in den Stoffwechsel eingreifende Medikamente beigemischt, die nicht auf der Packung angegeben werden.

Schwund bei Ihren gespeicherten Daten absehbar

(pte004/16.05.2019/06:15) – Daten im Internet bestehen nicht ewig. Die gespeicherten Inhalte von Nutzern gehen früher oder später verloren. Einem Bericht von „The Conversation“ zufolge sind momentan rund 15 Zettabyte an Daten im Umlauf und wächst in einem Ausmaß von 70 Terabyte pro Sekunde. Doch Inhalte gehen auch konstant offline und können nicht mehr wiederhergestellt werden.

Speichermedien mit Ablaufdatum
Und auch technische Probleme kommen hinzu. Magnetische Speichermedien wie Festplatten halten nur drei bis fünf Jahre. Die darauf vorhandenen Daten müssen immer wieder kopiert werden. Dabei stellt sich auch die Frage, welche Daten es wert sind, erhalten zu werden. Ein weiteres Problem ist veraltete Software. Wenn Daten beispielsweise in den 1980er-Jahren auf Software wie WordPerfect oder WordStar gespeichert wurden, kann es in Zukunft sehr schwer sein, sie zu lesen, vor allem wenn die Software nicht mehr unterstützt wird oder die Entwicklerfirmen nicht mehr im Geschäft sind.

Es gibt viele Organisationen, die versuchen, möglichst viele Daten am Leben zu halten. Ein Start-up namens „The Internet Archive“  macht beispielsweise Fotos von größeren Seiten wie der der „New York Times“ oder Facebook, jedoch erfasst sie damit nur etwa 0,0003 Prozent aller Daten im Internet. Die Kosten für die Erhaltung von Daten sind auf lange Sicht ebenfalls hoch. Sie werden laut „The Conversation“ über einen Zeitraum von zehn Jahren auf etwa 2.500 Dollar pro Terabyte eingeschätzt. Ob für diese Kosten aufgekommen wird, hängt vom Wert der Daten ab. Persönliche Inhalte könnten demnach verloren gehen.

Myspace fehlen 50 Mio. Dateien
Ein besonderes Beispiel für den Datenverlust an den Zahn der Zeit ist die Plattform Myspace. Im Jahr 2008 noch das größte soziale Netzwerk, hat die Seite bis heute viele Mitglieder eingebüßt und wechselte bereits dreimal den Besitzer. Anfang des Jahres 2019 stellte sich heraus, dass auf Myspace 50 Mio. Dateien, die zwischen 2003 und 2015 hochgeladen wurden, inzwischen verloren gingen.

21.05.2019 China dominiert die Elektromobilität. Müssen wir darauf reinfallen?

Vorsicht !! China dominiert die Elektromobilität. Müssen wir darauf reinfallen? Gibt es nicht differenziertere Lösungen? Insbesondere der Mittelstand klagt, weil trotz aller offiziell Bekundungen, in Asien die Chancengleichheit verwehrt wird.
Eine Analyse am Beispiel des Elektroautos.
Folge 12. Mit Vernunft in die Zukunft, oder?