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Viele Aufsichtsräte sind falsch besetzt ! Mit einem Vorwort von Jean Pütz

Liebe Leserinnen und Leser,

als die ersten Gerüchte aufkamen, dass Bayer Monsanto kaufen wollte, habe ich mich persönlich an den Aufsichtsrat von Bayer gewendet und sie ausdrücklich vor den Risiken und möglichen Folgen gewarnt. Vor allen Dingen monierte ich, weil Bayer mit diesem Deal die globale Marktführerschaft für die industrielle Landwirtschaft übernehmen wollte. Ich wies darauf hin, welch katastrophale Folgen diese so konzipierte industrielle Landwirtschaft mit ihren gentechnisch veränderten Samenprodukten, aber insbesondere auch mit Glyphosat, auf die ansässigen Bauern z. B. in Afrika und Südamerika haben würde. Dort haben bereits die Chinesen große Ländereien aufgekauft. Man stelle sich die sozialen und die Gemeinschaft zerstörerischen Wirkungen vor.

Der Aufsichtsrat hat dabei seine Pflichten völlig missachtet, insbesondere weil er jetzt sogar in der Aktionärsversammlung dem Vorstand, besonders CEO Baumann, das Vertrauen ausgesprochen hat. Dies, obwohl der Vorstand nicht entlastet wurde und der Börsenwert von Bayer schon damals absehbar unter die Summe fallen würde, die für den Kauf von Monsanto bezahlt wurde – immerhin 63.000.000 Dollar. Bedacht hat der Aufsichtsrat auch nicht, dass der Verkauf außerhalb der USA bei Prozess-Interventionen, für die in USA Schöffengerichte zuständig sind, ein Art American-First-Mentalität á la Trump durch den Einfluss der Schöffen aus dem Volk zu erwarten war.

Ich bin selbst Aufsichtsratsmitglied in einer Security-Aktiengesellschaft und verlange deshalb gesetzliche Maßnahmen, wie solche Aufsichtsratsmitglieder zur Verantwortung gezogen werden können. Verwunderlich ist diese Entwicklung auch deshalb, weil die Gewerkschaften mit dem Betriebsrat im Bayer-Aufsichtsrat vertreten sind. Doch das scheint offenbar die Kumpanei untereinander nicht zu begrenzen.

Der Gesetzgeber sollte die soziologische Kleingruppen-Forschung zu rate ziehen, da wird eindeutig beschrieben, wie solche Prozesse ablaufen.

Ihr Jean Pütz

(FAZ) Aufsichtsratsmitglieder sind häufig zu alt und falsch ausgebildet für die digitalen Herausforderungen. Für schnellere Entscheidungen sollten sie Informationen in Echtzeit bekommen.

Die Digitalisierung stellt Gesellschaft wie Unternehmen vor große Herausforderungen. Der Wandel zur Digitalisierung verändert auch unser Geschäft. Herr Snabe verfügt über eine tiefe industrielle Expertise bei Software und Digitalisierung.“ Mit diesen und weiteren Worten begründete Gerhard Cromme seine Empfehlung, den früheren Ko-Chef des Software-Konzerns SAP Jim Hagemann Snabe zum nächsten Aufsichtsratsvorsitzenden der Siemens AG zu ernennen.

Eine Analyse der Kompetenzprofile deutscher Aufsichtsräte zeigt jedoch, dass sich bis dato nur sehr wenige der führenden deutschen Unternehmen in ähnlich intensiver Weise mit den neuen Governance-Herausforderungen auseinander gesetzt haben, die die Digitalisierung mit sich bringt.

Dabei soll nicht in Abrede gestellt werden, dass das generelle Bewusstsein in den Führungschargen deutscher Unternehmen dafür gewachsen ist, dass das Thema Digitalisierung – aufgrund seines häufig maßgeblichen Einflusses auf Geschäftsmodelle, Organisationsstrukturen und -kultur – viel mehr die Aufmerksamkeit des gesamten Vorstands als nur die des Chief Digital Officers erfordert. Ein weit weniger ausgeprägtes Bewusstsein scheint jedoch darüber zu bestehen, dass eine qualifizierte Beurteilung der teilweise radikalen Strategiewechsel, die im Zuge der digitalen Transformation von Unternehmen vollzogen werden, die Mitglieder des Aufsichtsrats mit mitunter völlig neuartigen Fragestellungen, Geschäftsmodellen und Risikolagen konfrontieren. Diese besonderen Anforderungen werfen die Frage auf, welche neuen Kompetenzen und Strukturen im Aufsichtsrat benötigt werden, um eine effektive Governance in Zeiten digitalen Wandels zu gewährleisten.

Schwachpunkte
Bei dem Versuch, diese Frage zu beantworten, treten bei der Begutachtung der derzeitigen Kompetenzprofile und Aufsichtsratsstrukturen deutscher Unternehmen einige Schwachpunkte zutage:

(1) Fehlende digitale Erfahrung: Aufsichtsgremien, die einen hohen Altersdurchschnitt und geringe IT-Erfahrung aufweisen, haben als Gremium teilweise Nachholbedarf hinsichtlich der Abschätzung von Geschäftschancen digitaler Technologien, datenbasierter Geschäftsmodelle und bei der Entwicklung von digitalen Talenten aus der Millennial-Generation.

(2) Überholte Mess- und Steuergrößen: Traditionelle finanzielle Steuergrößen, die als zentrales Instrumentarium der wertorientierten Unternehmensführung über Jahrzehnte zur Beurteilung von Entscheidungsvorlagen herangezogen wurden, sind häufig ungeeignet, den Erfolg digitaler Transformationsprojekte umfassend zu beurteilen und den Aufbau neuer digitaler Geschäfte mit neuen Umsatzmodellen und Preismechanismen wirkungsvoll zu steuern.

(3) Primärer Kontrollfokus: Die Stärkung juristischer und finanzwissenschaftlicher Kompetenzen in deutschen Aufsichtsräten war vor dem Hintergrund teilweise unzulänglicher Vergütungssysteme und Compliance-Verstöße richtig. Heute erweist sich dieses primär auf Kontrolle und Risikominimierung ausgerichtete Kompetenzprofil jedoch als nachteilig, wenn es um die Beurteilung von ganz neuen Geschäften mit ihrer immanenten Unsicherheit geht.

Um diese Aspekte konsequent zu adressieren und somit eine erfolgreiche Arbeit des Aufsichtsrats zu gewährleisten, erscheinen folgende Maßnahmen überlegenswert:

Reform der Auswahlkriterien bei der AR-Besetzung
Eine effektive Governance unter den beschriebenen neuen Rahmenbedingungen erfordert Führungspersönlichkeiten, die in der Lage sind, sowohl die unternehmensinternen als auch die marktseitigen Potentiale des digitalen Wandels kompetent abzuschätzen. Dafür ist es unerlässlich, dass die handelnden Personen durch ihren fachlichen Hintergrund und/oder ihre Praxisarbeit intensiven Umgang mit digitalen Technologien und Geschäftsmodellen haben, um das Ausmaß der organisatorischen und kulturellen Transformation des Unternehmens einschätzen zu können. Bei der Nachbesetzung von Aufsichtsratsmandaten muss die digital-transformative Kompetenz somit als wesentliches Auswahlkriterium etabliert werden. Wenn auch die Berufung von „digital natives“ angesichts der zumindest in Deutschland gewünschten Seniorität von Aufsichtsräten noch ambitioniert erscheint, so sollte doch zumindest die Einstufung der Kandidaten als „digital-versiert“ als Standardvoraussetzung bei Besetzungen gelten. Neben der ethnischen oder geschlechtlichen Diversität gilt es, die „Kompetenz-Diversität“ zu stärken. Aufgrund der Signalwirkung kommt der Besetzung des Aufsichtsratsvorsitzes, wie am Beispiel Siemens ersichtlich, besondere Bedeutung zu.

Da derzeit digital versierte Aufsichtsräte noch eine knappe Ressource darstellen, kann dieser Engpass kurzfristig in Ansätzen behoben werden, indem man dem Aufsichtsrat ein „Digital Advisory Board“ mit externen Experten zur Seite stellt. Um den Stellenwert des Themas auszudrücken und eine weitergehende Spezialisierung im Aufsichtsrat zu ermöglichen, sollte zudem – neben den gängigen Kompensations- oder Risikomanagement-Komitees – über die Einrichtung eines „Digital-Komitees“ nachgedacht werden. Ein regelmäßiges direktes Reporting der/des Verantwortlichen für digitale Transformation – zum Beispiel des Chief Digital Officers – an die/den Aufsichtsratsvorsitzende/n kann helfen, die digitale Kompetenz im gesamten Aufsichtsrat auf- oder auszubauen und somit wertvolle Impulse zur höheren Effektivität des Aufsichtsrats zu liefern.

Reform der Steuerungslogik und Steuerungsmetriken
Die größten Wachstumspotentiale im Zuge der digitalen Transformation liegen zweifellos in der Entwicklung neuer digitaler Angebote und Geschäftsmodelle. Allerdings zielt eine Großzahl von Digitalisierungsinitiativen, die derzeit auf Vorstands- und Aufsichtsratsebene verabschiedet werden, vor allem auf Effizienzgewinne durch erhöhte Automatisierung ab. Neben der Verschärfung des globalen Wettbewerbs scheint dies darin begründet zu liegen, dass diese Art von Kostensenkung relativ leicht mit den etablierten Metriken zu beurteilen ist. Effizienzpotentiale sind jedoch endlich und ein Nullsummenspiel, sobald sämtliche Wettbewerber ihre administrativen und operativen Prozesse digital optimiert haben.

Um jedoch den Wandel zu neuen Geschäftsmodelllogiken zu vollziehen, müssen Metriken und Bewertungsmaßstäbe, die noch heute zur Beurteilung von Investitionen und Geschäften herangezogen werden, überarbeitet werden. Beispielsweise werden bei Plattformgeschäftsmodellen Nutzerdaten und Daten über Anwendungsverläufe (Verweildauern, Klickraten, Bewegungsprofile) zum wertvollen Gut, auf Basis derer man nach sorgfältiger Analyse erfolgreiche Mehrwertdienste anbieten kann. Dies können bei Tesla neue Autopilotfunktionen oder bei Mapal, einem mittelständischen Anbieter für hochpräzise Werkzeuge, Mehrwertdienste für Fertigungsroboter sein. Ebenso bedeutet der Übergang auf Betreibermodelle, beispielsweise im Cloud Computing, eine Transformation von Einmallizenzen mit Wartungsumsätzen zu einem integrierten Strom aus regelmäßig wiederkehrenden Abonnementzahlungen.

Für die Steuerung bedeutet dies ein Wandel vom Denken in Produktdeckungsbeiträgen hin zum Kundenwert über den gesamten Lebenszyklus. Getreu dem weiterhin gültigen Leitsatz: „Man kann nur managen, was man auch messen kann“, ist eine Reformation der Steuerungslogik und -metriken im Aufsichtsrat erforderlich, um eine strategische Fehlorientierung zu vermeiden. Typische Mess- und Steuerungsgrößen digitaler Geschäfte sollten auch als neue Aufsichtsrats-Kompetenz geschult werden.

Reform der Governance-Kultur in Zeiten von Strukturbrüchen
Im Gegensatz zum angelsächsischen Governance-Modell mit seinem integrierten „Board of Directors“ wird im dualistischen deutschen Governance-Modell eine klare Aufgabentrennung zwischen dem geschäftsführenden Vorstands- und dem kontrollierenden Aufsichtsratsgremium vollzogen. Dies steht aber keineswegs einer stärker gestaltenden Rolle des Aufsichtsrats entgegen; vielmehr sollte dieser seine Beratungsfunktion des Vorstands im Hinblick auf die Schaffung von digitalen Rahmenbedingungen dahingehend erweitern, dass der unternehmerische Aufbau neuer digitaler Geschäfte und die Kompetenzerneuerung begünstigt wird.

Dies erfordert „Business Judgement“ (unternehmerische Urteilsfähigkeit) im besten Sinne des Deutschen Corporate-Governance-Kodex für Aufsichtsräte, das die Haftung für unternehmerische Entscheidungen unter Unsicherheit limitiert. Selbstverständlich darf dies nur dann gelten, wenn es auf Grundlage angemessener Informationen, ohne Berücksichtigung sachfremder Interessen, zum Wohl der Gesellschaft und in gutem Glauben ausgeübt wurde. Bei aller Ermutigung für digitalen Wandel bleibt die strikte Einhaltung ethischer und rechtlicher Standards ein Muss.

Für diese stärker gestaltende Rolle ist auch eine neue Transparenzkultur zwischen Vorstand und Aufsichtsrat erforderlich, um die Voraussetzung für die Nutzung neuer digitaler Möglichkeiten bei der Analyse von Geschäftsdaten und der Entscheidungsunterstützung zu nutzen. Der Ansatz eines „Digital Boardroom“ hat das Potential, die Qualität der Diskussionen und somit letztlich auch die Qualität der Entscheidungsfindung im Aufsichtsrat substantiell zu erhöhen. Um schnelle Entscheidungen treffen zu können, sollten die Daten der einzelnen Geschäftsbereiche in einer zentralen Informationsquelle konsistent zusammengefasst werden und kontextbezogene Kennzahlen zur Analyse historischer Daten und der Prognose künftiger Entwicklungen in Echtzeit zur Verfügung stehen.

Heutige Entscheidungssituationen werden hingegen oftmals noch dadurch verkompliziert, dass Rückfragen zu Entscheidungsvorlagen mangels Daten oft nicht abschließend geklärt werden können und somit vertagt werden müssen. Im schlechtesten Fall kommt es aufgrund von wahrgenommenem Entscheidungsdruck sogar zur Beschlussfassung ohne Abklärung der offenen Punkte. Digitalisierung kann in diesem Kontext bedeuten, dass alle Teilnehmer in Echtzeit auf dieselben Daten zugreifen. Dies ermöglicht es, die Sachverhalte und Szenarien tiefer zu erörtern und auf dieser Grundlage direkt eine gemeinsame Entscheidung zu treffen. Durch die ausgeprägtere Ausübung einer gestaltenden statt ausschließlich kontrollierenden Funktion in Kombination mit einem professionalisierten, datengestützten Entscheidungsprozess könnten Aufsichtsräte das Vertrauen von Investoren, Analysten und nicht zuletzt auch Regulatoren in die Governance ihrer Unternehmen stärken.

Insektensterben 2019: Das BMBF weiß Bescheid

BMBF fördert Forschungsprojekt zum Insektenschutz

Der heutige Weltbienentag macht auf die Bedeutung der Bienen und den dramatischen Rückgang der Wildbienen aufmerksam. Sie stehen stellvertretend für viele bedrohte Insektenarten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) engagiert sich vielfältig für den Erhalt der Insekten. Ganz praktisch mit einem Bienenhotel, das heute am Standort des BMBF in Berlin eingeweiht wird. Vor allem aber fördert das BMBF auch Forschungsprojekte zum Insektenschutz. Ein Beispiel ist das Projekt DINA, das die Ursachen des Insektenrückgangs in Naturschutzgebieten erforscht.

„Die Honigbienen gehören zu unseren wichtigsten Nutztieren. Wildbienen und andere Insekten erfüllen auf unserer Erde für den Menschen überlebenswichtige Aufgaben: sie bestäuben Blüten, sorgen für die Fruchtbarkeit des Bodens und sichern damit unsere Ernährung. Das Insektensterben betrifft uns alle. Deshalb hoffen wir, dass viele unserem Beispiel folgen und Insekten mehr Raum geben, zum Nisten, zur Nahrungssuche und zur Überwinterung. Wir wollen aber auch die Gründe für den dramatischen Insektenrückgang besser verstehen. Deshalb fördern wir das Projekt DINA. Gemeinsam mit der Landwirtschaft und weiteren Interessensgruppen werden im Projekt DINA Lösungen für einen besseren Insektenschutz erarbeitet“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

Weltweit nimmt die Anzahl der Arten drastisch ab. Dies bedroht auch zunehmend unsere Lebensgrundlage. Der am 6. Mai veröffentlichte Bericht des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) machte dies deutlich. Besonders kritisch ist auch der Rückgang von Insekten wie Wildbienen, Schmetterlingen und Käfern. Die viel beachtete „Krefelder Studie“ des Entomologischen Vereins Krefeld e. V. hatte einen Rückgang der Gesamtmenge an Fluginsekten um über 75 Prozent in den letzten 27 Jahren in Deutschland verzeichnet. Fragen zu den Ursachen und zu systemischen Zusammenhängen dieses dramatischen Rückgangs blieben in der Studie ungeklärt.

Das am 1. Mai gestartete Projekt „DINA – Diversität von Insekten in Naturschutzgebieten“ soll Klarheit in die Debatte zum Insektensterben bringen. In den nächsten vier Jahren erforschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, welche Faktoren zum Insektensterben in welchem Umfang beitragen und wo für eine Umkehrung des Trends angesetzt werden muss. DINA wird im Rahmen der „Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt“ des BMBF mit insgesamt 4,2 Mio. Euro gefördert. Für die Umsetzung der Forschungsinitiative stellt das BMBF in den kommenden fünf Jahren insgesamt 200 Mio. Euro zur Verfügung. Kernelemente der Initiative sind u. a. die Entwicklung innovativer Technologien für die effizientere Erfassung von biologischer Vielfalt, die Analyse der Ursachen, Dynamiken und Folgen des Artenverlustes, sowie die Bereitstellung von Systemlösungen.

Im Rahmen von DINA werden Forschende das Vorkommen von Insekten und deren Einflussfaktoren wie Landschaftsstruktur und Pestizideinsatz über vier Jahre in 21 Schutzgebieten intensiv analysieren und damit die bisher umfangreichste Studie zu Fluginsekten in Schutzgebieten durchführen. Die Ergebnisse von DINA sollen in evidenzbasierte Empfehlungen für die Politik, Landwirtschaft und Kommunen münden.

Unter wissenschaftlicher Leitung des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sieben verschiedenen Forschungseinrichtungen mit Bürgerwissenschaftlern des Entomologischen Vereins Krefeld e. V. und Akteuren aus Landwirtschaft und Behörden zusammen. Die Bestimmung der Insekten findet auf Arten-Ebene statt, u. a. durch das sogenannte DNA-Metabarcoding. Es ermöglicht mittels des „genetischen Fingerabdrucks“ eine schnelle Bestimmung von Arten. Das Projekt DINA untersucht zudem, welchen Einfluss verschiedene Faktoren – wie Zerschneidung der Lebensräume, Landnutzung und ökotoxikologische Belastung – auf die Insektengemeinschaft haben. Informationen zur Pestizidbelastung werden beispielsweise durch chemische Analysen von Boden, Vegetation, Insekten und Wasser sowie in angrenzenden, landwirtschaftlichen Flächen gewonnen. Im Dialog mit Landnutzern, Verwaltern, Naturschützern und Landeigentürmern sollen dann tragbare Handlungsoptionen entwickelt werden.

Schlagen Schüler-Streiks die weltweit einzige tatsächlich helfende Hand aus?

Eine Satire, wer glaubt dran ? Bekommt Greta Thunberg den Friedensnobelpreis? So verrückt ist mittlerweile unsere Medienlandschaft.

Weltrat der Weisen: „Schlagen Schüler-Streiks die weltweit einzige tatsächlich helfende Hand aus?“

Bergisch Gladbach (pts021/15.05.2019/12:30) – Kommt es zur Verbesserung der Welt von Grund auf oder ist die Welt, wenn Greta nicht kommt, für „Weltverbesserung“ vielleicht sogar endgültig verloren? ARD-(„Report“)-Journalist a.D. Dr. Franz Alt hat die Haupt-Moderation der Klima-Schnell-Wende-Konferenz übernommen, bei der vielleicht sogar höchstpersönlich die Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit a. D. und Bundesverdienstkreuz-Geehrte Prof. Dr. Dr. hc. mult. Ursula Lehr als prominenteste „Aktive Wissenschaftlerin“ des Weltrates der Weisen symbolisch zwei erste 25 Milliarden schwere Geldpakete überreichen soll.

Vielleicht springt ihr aber dabei auch der ebenfalls Bundesverdienstkreuz-Geehrte Prof. Dr. Ralf Zoll, Soziologe, Friedens- u. Konfliktforscher als Überbringer seitens des Weltrates bei und übergibt dann mit ihr gemeinsam die Pakete fernsehgerecht an Greta Thunberg, Luisa Neubauer, Jakob Blasel (Fridays For Future) und Dr. Eckart von Hirschhausen (Scientists For Future).

Die diese dann wiederum an die Bundesminister Spahn und Klöckner weiterereichen sollen, und die dann an Bundesminister Altmaier. Und der soll damit die CO2-Bepreisung und den Umstieg weg von der Kohle hin zu den Erneuerbaren Energien so solide finanzieren, dass niemand etwas verliert, aber doch eine Lenkwirkung weg vom CO2-relevanten Handeln resultiert.

Und dann sollen die Minister, vielleicht vor tausenden demonstrierenden Schülern, mit den jungen Leuten per Handschlag einen neuen Generationen-Vertrag besiegeln. Und feierlich geloben, 95 % der durch den Rat erwirtschafteten Milliarden für Gretas Klima-Ziele, und 5 % für die Wirtschaft zu verwenden, damit auch die zufrieden ist und stabiler wird. Die 50 Milliarden sollen innerhalb der nächsten ein bis eineinhalb Jahre durch das Know-how der 24 Professoren, Doktoren usw. des Weltrates bezüglich der ersten von 20 Reformen erwirtschaftet werden, der „Combireform Ernährung & Gesundheit“ – deswegen die beiden zuständigen Minister.

Der schon als Teilnehmer feststehende Präsident des Allgemeinen Patienten-Verbandes, Christian Zimmerman, wird berichten, warum allein in der Gesundheits-System-Hälfte der Combireform 70 Milliarden pro Jahr Einsparungs-Potenzial vorliegen.

Und für den Weltrat werden das Professoren wie der als Teilnehmer feststehende Prof. Dr. Manfred Mertins bestätigen. Und dabei die systematischen System-Fehler anreißen, auch im Ernährungssystem, und wie sie uns lauter übergewichtige und kranke Schüler bescheren, die Jahr für Jahr milliardenschwere Verluste für unsere Volkswirtschaft bedeuten.

Nur: Wenn Greta nicht kommt, um die 50 Milliarden und später dann auch die vorgesehenen 850 Milliarden entgegenzunehmen, wird die Konferenz abgesagt, weil dann wahrscheinlich die Bundesminister genauso wenig kommen dürften wie die Tagesschau. Und weil dann die Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit a. D. und Bundesverdienstkreuz-Geehrte Prof. Dr. Dr. hc. mult. Ursula Lehr und die anderen 23 „Weisen“ kein Gehör in der großen Öffentlichkeit finden dürften.

Dann war es das mit den ersten 50 Milliarden fürs Klima und auch den weiteren 850 Milliarden, die der Weltrat in Aussicht gestellt hat – Greta Thunberg hat sie nicht abgeholt, Chance vertan.

So bleiben der auch als Teilnehmerin und Co-Moderatorin feststehenden Ehrenamtlichen Assistentin des Weltrates, Susanne Fischer, nur die bangen Fragen: „Kommt Greta oder kommt sie nicht? Kann die Welt verbessert werden oder ist sie vielleicht auf immer und ewig verurteilt zum ‚Schrecken ohne Ende‘?“ Das ist die berühmte Gretchenfrage am 18./19. Mai.

Wissenschaftlich gesehen, sprechen viele kleine Details dafür, dass diese Konferenz die letzte Chance für die Menschheit sein könnte. Der berühmte Wissenschaftler Stephen Hawking hatte die Menschheit ja schon für endgültig verloren erklärt. Es gibt jedenfalls keinen einzigen wissenschaftlichen Hinweis dafür, dass die Menschheit noch einmal eine andere Chance bekommen wird

Krebsforschung: Mit Kollagen zum Ziel ?

(pte001/16.05.2019/06:00) – Viele handelsübliche Pharmaka können die der Entstehung von Krebszellen und ihrer Streuung in Metastasen zugrundeliegenden Mechanismen blockieren. Dabei spielt Kollagen eine wichtige Rolle. Das haben Forscher des zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Genetica e Biofisica in Zusammenarbeit mit Kollegen des Istituto Firc di Oncologia Molecolare anhand zahlreicher Labortests ermittelt. Finanziell unterstützt wurde die Studie von der Krebsforschungsstiftung Fondazione Airc und dem Bildungsministerium Miur .

Ungleichgewicht im Stoffwechsel

Bei der roboterunterstützten Untersuchung von mehreren Tausend Medikamenten wurden die molekularen Vorgänge aufgedeckt, die die Zellen zur Fortbewegung im menschlichen Körper befähigen. „Wir haben festgestellt, dass eine rasche Beschleunigung der Kollagenbildung ein Ungleichgewicht im Stoffwechsel hervorruft und damit das epigenetische Profil der Zelle verändert, ohne die Gensequenz zu beeinflussen“, sagt Projektleiterin Gabriella Minchiotti. Diese bislang unbekannte Kommunikation zwischen Kollagen und DNA wird durch die vom Vitamin C abhängigen Dioxinasen bestimmt.

Ein konkretes Ergebnis hat sich nach der Verwendung von Budesonid ergeben. Das ist ein Arzneistoff, der normalerweise zur Behandlung von Asthmabeschwerden eingesetzt wird. „Beim Brustkrebs reduziert dieses Medikament nachweislich die Fähigkeit der Tumorzellen, sich weiter zu verbreiten und Metastasen zu bilden“, ergänzt Minchiotti. Die Tests lieferten einen gute Grundlage zur Weiterentwicklung von Strategien des sogenannten „drug-repositioning“, insbesondere in solchen Fällen, bei denen die Stoffwechselvorgänge des Kollagen eine entscheidende Rolle spielen. Details wurden in „Cancer Research“ publiziert.

Skorpiongift macht Tumor-OPs noch besser

Forscher modifizieren „BLZ-100“ – Chirurgen erkennen Krebszellen, weil sie fluoreszieren

Angeles/Seattle (pte004/13.05.2019/06:15) – Neurochirurgen, die Tumore im Gehirn entfernen, haben künftig bessere Chancen, Krebszellen von gesundem Gewebe zu unterscheiden. Das ermöglicht eine neue Bildgebungsmethode von Forschern des Cedars-Sinai Medical Center. Partner war Blaze Bioscience, ein Spezialist für Markierungsstoffe. Dazu gehört „BLZ-100“, das die Fachleute modifiziert haben. Sie fügten eine synthetische Aminosäure hinzu, die in der Natur im Gift von Skorpionen zu finden ist.

Nahinfrarotes Licht fluoresziert

Der neue Tumormarker bindet noch zuverlässiger an Tumorzellen und sendet vor allem eindeutige optische Signale, wenn er mit nahinfrarotem Licht bestrahlt wird. Die dazu nötige Kamera haben Cedars-Sinai-Spezialisten entwickelt. Das Bild, das diese aufnimmt, wird in das OP-Mikroskop eingespielt.

Die Praxis: Der Chirurg arbeitet am offenen Gehirn. Der OP-Bereich wird mit nahinfrarotem Licht bestrahlt, das den Tumormarker fluoreszieren lässt. Jetzt kann der Operateur die Grenze zwischen Tumor und gesundem Gewebe genau erkennen, sodass er nicht mehr gezwungen ist, aus Sicherheitsgründen auch nicht erkrankte Zellen zu entfernen. Umgekehrt bleiben Tumore, die ein wenig abseits liegen, nicht mehr unentdeckt.

Tumorzellen leuchten hell auf

„Mit dieser Fluoreszenz sieht man den Tumor sehr viel deutlicher, weil er leuchtet wie ein Weihnachtsbaum“, sagt Neurochirurg Adam Mamelak. Das ist vor allem bei Gliomen wichtig, das ist eine Gruppe von Krebsarten, die vor allem Gehirn und Rückenmark befallen. Sie sind besonders gefährlich, weil sie sich zu tarnen wissen, sodass sie ohne Hilfsmittel von gesunden Zellen schwer zu unterscheiden sind. Da sie mit einer Chemotherapie nicht abzutöten sind, ist die komplette chirurgische Entfernung bisher die einzige Therapie.

Bei klinischen Tests erhielten 17 Patienten mit Gehirntumoren das modifizierte BLZ-100. Der Anteil an Skorpiongift variierte. Trotzdem trat der Fluoreszenzeffekt in allen Fällen auf. Nach der OP wurden die Patienten 30 Tage lang intensiv beobachtet. Bei keinem stellten die Ärzte Nebenwirkungen fest. Trotzdem sind weitere klinische Tests vorgesehen, ehe der Antrag auf Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA http://www.fda.gov beantragt wird.

13.05.2019 Nahrung löst Immunantwort im Darm aus !

Unsere Redaktion war seinerzeit diejenige, die als erste mit dem Vorurteil aufräumte, AIDS befalle nur schwule Männer. Es war eine ARD-Sendung, die seinerzeit im Rückblick mit dafür sorgte, dass diese schreckliche Krankheit in Deutschland relativ wenige Opfer forderte. Ein Beweis, dass verständliche Aufklärung insbesondere über Fernsehen und Rundfunk enorme Wirkung verursachen kann. Ich persönlich habe durch diese Recherchen endlich einmal auch Informationen zu Funktionsmechanismus des Immunsystem recherchieren können, denn die T4-Helferzelle steht im Mittelpunkt der weltweit besten Apotheke, die wir in uns tragen.
Was mich seinerzeit besonders faszinierte war die Tatsache, dass an der Immunantwort gegen alle möglichen Erreger insbesondere der Darm – genauer gesagt – der Dünndarm verantwortlich ist. Das sind die im Artikel genannten Peyerschen Plaques, die die Immunantwort triggern – nachzulesen in meinem Hobbytehkbuch ‚Darm & Po‘. Damals vermutete ich – wohlgemerkt vorwissenschaftlich – dass die Darmflora ganz entscheidend für unsere Gesundheit mitwirkt.
Das war der Grund, weshalb ich bei einer dänischen Firma ein probiotisches Joghurt-Bakterien-Gemisch zusammenstellen lies. 30 Jahre später bestätigt mich die Forschung aber auch meine Fitness im hohen Alter. Ob das auch daran liegt, dass ich mit 82 Jahren noch keinen Zentimeter kleiner geworden bin, kann ich nicht belegen, aber auch das ist eine vorwissenschaftliche Vermutung von mir. Auch heute noch gehört jeden Tag eine gehörige Portion selbstgemachten Joghurts (mindestens 350 ml) mit Früchten, Nüssen und Getreidekörner, zum sonst spärlichen Frühstück. Es lebe die Wissenschaft.

Nahrung löst Immunantwort im Darm aus ! Mit einer Bemerkung von Jean Pütz

Unsere Redaktion war übrigens seinerzeit diejenige, die als erste mit dem Vorurteil aufräumte, AIDS befalle nur schwule Männer. Es war eine ARD-Sendung, die seinerzeit  im Rückblick mit dafür sorgte, dass diese schreckliche Krankheit in Deutschland relativ wenige Opfer forderte. Ein Beweis, dass verständliche Aufklärung insbesondere über Fernsehen und Rundfunk enorme Wirkung verursachen kann. Ich persönlich habe durch diese Recherchen endlich einmal auch Informationen zu Funktionsmechanismus des Immunsystem recherchieren können, denn die T4-Helferzelle steht im Mittelpunkt der weltweit besten Apotheke, die wir in uns tragen.
Was mich seinerzeit besonders faszinierte war die Tatsache, dass an der Immunantwort gegen alle möglichen Erreger insbesondere der Darm – genauer gesagt – der Dünndarm verantwortlich ist. Das sind die im Artikel genannten Peyerschen Plaques, die die Immunantwort triggern – nachzulesen in meinem Hobbytehkbuch ‚Darm & Po‘. Damals vermutete ich – wohlgemerkt vorwissenschaftlich –  dass die Darmflora ganz entscheidend für unsere Gesundheit mitwirkt.
Das war der Grund, weshalb ich bei einer dänischen Firma ein probiotisches Joghurt-Bakterien-Gemisch zusammenstellen lies. 30 Jahre später bestätigt mich die Forschung aber auch meine Fitness im hohen Alter. Ob das auch daran liegt, dass ich mit 82 Jahren noch keinen Zentimeter kleiner geworden bin, kann ich nicht belegen, aber auch das ist eine vorwissenschaftliche Vermutung von mir. Auch heute noch gehört jeden Tag eine gehörige Portion selbstgemachten Joghurts (mindestens 350 ml) mit Früchten, Nüssen und Getreidekörner, zum sonst spärlichen Frühstück. Es lebe die Wissenschaft.
Jean Pütz

Nahrung löst Immunantwort im Darm aus

Marburger Forscher revidieren Lehrbuchwissen – Nachweis über programmierten Zelltod erbracht

Marburg/Berlin/Mainz/Aachen (pte020/13.05.2019/10:30) – Nahrung löst im menschlichen Darm eine Immunantwort aus. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Forscher der Universität Marburg . Sie stellen damit ein in der Wissenschaft bislang festgeschriebenes Gesetz auf den Kopf. Laut dem Team um den Immunologen Ulrich Steinhoff löst die Nahrung im Dünndarm eine Immunantwort aus, die dadurch in Schach gehalten wird, dass die beteiligten Immunzellen absterben.

Peyer-Plaques als Schlüssel

„Bisher galt es als medizinisches Lehrbuchwissen, dass die Proteine in der Nahrung keine Immunreaktionen hervorrufen dürfen, sonst herrsche Chaos“, meint Steinhoff. Zusammen mit Kollegen aus Marburg, Berlin, Mainz, Aachen und Göteborg verfolgten die Experten das Schicksal von T-Zellen in den Peyer-Plaques. Das sind lymphknotenartige Strukturen im Dünndarm, die Ansammlungen von Immunzellen enthalten. „Die Peyer-Plaques sind diejenigen Orte im Verdauungstrakt, an denen Immunantworten initiiert werden“, so der Marburger Erstautor Alexander Visekruna.

T-Zellen gehören zu den wichtigsten Akteuren der Abwehr; bei ihnen handelt es sich um weiße Blutzellen, die körperfremde Proteine erkennen. Sie produzieren die T-Zellen in den Peyer-Plaques Moleküle. Nach einer gewissen Zeit unterlaufen die Zellen ein Programm, das dazu führt, dass sie absterben – die Fachleute sprechen von programmiertem Zelltod oder Apoptose. „Im Darm stellt sich ein Fließgleichgewicht wie bei einem Dorfbrunnen ein, es werden dauernd neue Immunzellen durch die Nahrung aktiviert und genauso viele durchlaufen den programmierten Zelltod und sterben ab“, sagt Steinhoff.

Gute Darmflora heißt auch Tod

Der Immunblocker PD-1 ist dafür verantwortlich, die T-Zellen zur Apoptose zu veranlassen. Hemmt man die Aktivität von PD-1, so führt dies zu Darmentzündungen, weil die Immunzellen nicht absterben. „Das erklärt auch, warum Darmentzündungen häufig bei Patienten mit Melanomen auftreten, bei denen PD-1 durch Antikörper ausgeschaltet wird“, unterstreicht Immunologe Steinhoff. Um zu testen, welche Bedeutung der Immunreaktion des Darms zukommt, wurden Tests mit der Nahrung von Mäusen durchgeführt. Erhalten die Tiere eine Protein-freie Diät, die alle wichtigen Nährstoffe enthält, so verkümmert der Dünndarm – offenbar braucht der Organismus Proteine, die das Immunsystem erkennen kann.

Im Einklang mit diesen wissenschaftlichen Befunden zeigte sich bei Patienten mit der chronischen Darmentzündung Morbus Crohn, dass sie in den Peyer-Plaques eine stark verringerte Anzahl von Immunzellen aufweisen, die Apoptose erleiden. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass der programmierte Zelltod von nahrungsaktivierten Immunzellen das Markenzeichen eines gesunden Darms ist“, fasst Steinhoff zusammen.