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MIT macht Gas zu Methanol

Nutzen statt abfackeln: MIT macht Gas zu Methanol

Alkoholart lässt sich leicht in Tanks lagern und für Automobile verwenden

Abfackeln von Erdgas: Könnte sich bald erübrigen (Foto: Matthias Krach/pixelio)
Abfackeln von Erdgas: Könnte sich bald erübrigen (Foto: Matthias Krach/pixelio)

Cambridge (pte004/18.10.2017/06:15) –

Erdgas, das bei der Ölförderung als Nebenprodukt anfällt, lässt sich
künftig nutzen. Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) http://web.mit.edu haben eine Technik entwickelt, mit der sich das Gas gewinnbringend
verwerten lässt. Bisher werden pro Jahr 150 Mrd. Kubikmeter sinnlos
verbrannt. Dabei werden 400 Mio. Tonnen Kohlendioxid frei.

Kosteneffizienz bleibt Ziel

Bisher scheitert die Nutzung daran, dass es zu teuer
ist, das Gas einzusammeln und unter hohem Druck zu verflüssigen. Auch
der Bau von Pipelines, die das Gas an Land bringen könnten, lohnt sich
nicht. MIT-Chemieprofessor Yogesh Surendranath und drei seiner Kollegen
haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Erdgas wirtschaftlich in
Methanol umwandeln lässt. Diese Alkoholart ist flüssig und lässt sich
leicht in Tanks lagern und mit Tankern transportieren. Methanol kann
direkt in Automotoren verbrannt oder in andere Treibstoffe umgewandelt
werden.

Zur Umwandlung nötig sind Katalysatoren und hohe
Prozesstemperaturen. Die Anlagen, in denen das möglich ist, sind teuer
und sehr groß, nicht gerade gut geeignet für Förderplattformen im Meer
und Erdölgewinnungsgebiete an Land. "Unsere Technik könnte neben den
Fördersystemen installiert werden", sagt Surendranath. Der Aufwand sei
gering. Es handle sich um ein elektrochemisches Verfahren, das bei
niedrigen Temperaturen abläuft. Die elektrische Energie wird genutzt, um
den Katalysator, der den Umwandlungsprozess in Gang setzt, ständig zu
erneuern.

Erdgas als Übergangsenergie

Erdgas spielt eine Schlüsselrolle beim Übergang auf
erneuerbare Energien, glaubt Surendranath. Es ist der fossile
Energieträger, bei dessen Verbrennung pro Kilowattstunde die geringsten
CO2-Emissionen anfallen. Durch die Nutzung des Rohstoffs, der bisher
einfach nur abgefackelt wird, lässt sich die Umwelt schonen.

"Seit wir elektrische Energie nutzen, haben wir die
Möglichkeit, den Umwandlungsprozess zu beschleunigen", so der Forscher.
"Zudem haben wir die Möglichkeit, Katalysatoren einzusetzen, die zuvor
unbekannt waren, weil wir sie auf eine neue Art herstellen." Als
Primärprodukte entstehen Methylbisulfate und Methansulfonsäure, die in
einem zweiten Schritt in Methanol umgewandelt werden. Daraus lassen sich
nicht nur weitere Treibstoffe gewinnen. Methanol ist auch
Ausgangsprodukt für Kunststoffe und Pharmaprodukte.

Kritik an der Gen-Technik generell!

Diese
Meldung gebe ich, Jean Pütz, mit Bedenken weiter. Die angesprochenen
Wissenschaftler sind honorige Bürger, die ihrer Überzeugung leben und
keine niederträchtigen Lobbyisten darstellen. Aber machen Sie sich Ihre
eigene Meinung

Unabhängige Wissenschaft“ im Dienst der Industrie
Wahrheitswidrige Behauptungen zu neuen Gentechnikverfahren 2. Mai 2018 / Derzeit laufen die Gentechnik-Lobbyisten Sturm in
der EU. Was sie erreichen wollen, kann erhebliche Konsequenzen für
Mensch und Umwelt haben: Die Politik soll davon überzeugt werden, dass
neue Gentechnikverfahren, bei denen beispielsweise die Gen-Schere
CRISPR/Cas zum Einsatz kommt, von der bestehenden Gentechnik-Regulierung
ausgenommen werden. Sie behaupten, man könne die Veränderungen, die mit
Verfahren des sogenannten Genome Editing herbeigeführt werden, nicht
von denen der bisherigen Züchtung unterscheiden. Das entspricht nicht
der Wahrheit. Trotzdem wird diese falsche Behauptung immer wieder
geäußert. Auch der Präsident des deutschen Biologenverbandes VBIO, Bernd
Müller-Röber, lobbyiert derzeit mit diesen falschen Argumenten bei
Abgeordneten des EU-Parlamentes.
Gerade der VBIO als Dachverband der biowissenschaftlichen
Fachgesellschaften, sollte eigentlich politisch, ideologisch und
wirtschaftlich unabhängig sein. Dies gilt aber augenscheinlich nicht für
seinen Präsidenten, der seit Jahren selbst Patente im Bereich
Gentechnik anmeldet – jüngst auch auf dem Gebiet der neuen
Gentechnikverfahren. Bernd Müller-Röber scheint somit auch als Lobbyist
in eigener Sache zu handeln.

Was Müller-Röber und andere Lobbyisten verschweigen: Wenn das Erbgut von
Organismen mit den neuen Gentechnikverfahren verändert wird,
unterscheiden sich die Ergebnisse in der Regel deutlich von denen der
bisherigen Züchtung. Das trifft auch dann zu, wenn keine neuen Gene
eingefügt wurden. Testbiotech hat jetzt einen ersten tabellarischen
Überblick zu wichtigen Unterschieden zwischen herkömmlicher Züchtung und
Genome Editing veröffentlicht.

Testbiotech tritt für eine Regulierung der neuen Gentechnikverfahren
nach dem Gentechnikgesetz ein. Sollten die neuen Verfahren nicht
gesetzlich reguliert werden, drohen ähnliche Verhältnisse wie in den
USA. Dort wurden bereits zahlreiche Gentechnik-Organismen, darunter auch
„CRISPR-Pilze“, ohne Risikoprüfung zugelassen. In der Folge gibt es
keine verlässlichen Informationen über deren Risiken und auch keine
Möglichkeit, deren Ausbreitung in der Umwelt zu verhindern. Damit fehlt
Behörden, Politik, Landwirten und Verbrauchern jegliche Kontrolle und
Wahlmöglichkeit. Auch der Gentechnik-Konzern Monsanto setzt inzwischen verstärkt auf die neuen Gentechnikverfahren. Jüngst gab das US Unternehmen bekannt, dass es
über 100 Millionen US-Dollar in ein Startup mit dem Namen Pairwise
investiert,
das entsprechende Anwendungen in der Landwirtschaft entwickeln soll. Kontakt: Christoph Then, Tel 0151 54638040, info@testbiotech.org

Aktive Vulkane in der Eifel ?

In der Osteifel
könnten Magmen aus dem oberen Erdmantel in die mittlere und obere
Erdkruste aufsteigen. Dies geht aus einer Studie des Erdbebendienstes
Südwest mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem
Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ) und dem
Landeserdbebendienst Nordrhein-Westfalen hervor. Die Wissenschaftler
präsentieren erstmals Hinweise auf von Magmabewegungen verursachte tiefe
und niedrigfrequente Erdbeben unter dem Laacher-See-Vulkan. Allerdings
gibt es keine Anzeichen für eine aktuell bevorstehende vulkanische
Aktivität. Die Forscher berichten im Geophysical Journal International (DOI: 10.1093/gji/ggy532).

„Die festgestellten
Erdbeben werden in großen Tiefen erzeugt und zeichnen sich durch
ungewöhnlich niedrige Schwingfrequenzen aus. Ihre Stärke liegt unterhalb
der Grenze der menschlichen Wahrnehmung“, erklärt Professor Joachim
Ritter vom Geophysikalischen Institut (GPI) des KIT. Die Wissenschaftler
sprechen von „Deep-Low-Frequency“-Erdbeben (kurz DLF). Sie werden in
einer Tiefe zwischen zehn und über vierzig Kilometern erzeugt, das heißt
in der Erdkruste und im oberen Erdmantel. Ihre dominanten
Schwingfrequenzen liegen zwischen einem und zehn Hertz und damit
deutlich niedriger im Vergleich zu tektonischen Erdbeben vergleichbarer
Stärke. In ihrer Studie ermittelten die Forscher von KIT, GFZ,
Erdbebendienst Südwest – dem Verbund der Landeserdbebendienste
Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg – und Landeserdbebendienst
Nordrhein-Westfalen, dass diese Erdbeben in der Osteifel episodisch in
zeitlich und räumlich eng begrenzten Gruppen auftreten und sich entlang
einer Linie von etwa 10 bis 45 Kilometern Tiefe aufreihen. Daraus
schließen die Wissenschaftler, dass im Bereich des Laacher Sees Fluide
und Magmen, das heißt aufgeschmolzenes Gestein, aus dem oberen Erdmantel
in die mittlere und obere Erdkruste aufsteigen könnten.

„Dank eines
umfangreichen Ausbaus der seismologischen Messnetze in Rheinland-Pfalz
und den angrenzenden Gebieten ließen sich 2013 erstmals tiefe und
tieffrequente Erdbeben unter der Osteifel registrieren“, sagt
Studienleiter Dr. Martin Hensch vom Verbund der Landeserdbebendienste.
„Insgesamt wurden in den vergangenen fünf Jahren vier räumlich eng
begrenzte Gruppen solcher DLF-Erdbeben in der Osteifel nachgewiesen.“
Die Bebengruppen sind vom Laacher See aus steil nach unten in Richtung
Südosten abfallend angeordnet. Neben der räumlichen Trennung ist auch
das zeitliche Auftreten der DLF-Erdbeben scharf begrenzt: Bis jetzt
haben die Experten acht Episoden von DLF-Erdbeben zwischen 40 Sekunden
und acht Minuten Dauer beobachtet.

„DLF-Erdbeben gelten
weltweit als Hinweis auf die Bewegung magmatischer Fluide in großer
Tiefe“, erläutert Professor Torsten Dahm, Sektionsleiter Erdbeben- und
Vulkanphysik am GFZ. „Unter aktiven Vulkanen, beispielsweise auf Island,
in Japan oder Kamtschatka, lassen sich solche Erdbeben regelmäßig
beobachten.“ Die Ergebnisse der Studie in der Osteifel legen nahe, dass
unter dem Laacher-See-Vulkan magmatische Fluide aus dem oberen Erdmantel
in die Erdkruste aufsteigen könnten. Dies lässt sich als Hinweis darauf
auffassen, dass Magmenkammern in der Erdkruste unterhalb des Laacher
Sees existieren und sich langsam füllen könnten.

Allerdings werten die
Forscher die beobachteten DLF-Erdbeben nicht als unmittelbares
Vorläufersignal einer aktuell bevorstehenden vulkanischen Aktivität.
„Der Aufstieg von Magma in die flache Erdkruste geht in aller Regel mit
hochfrequenten Erdbebenschwärmen einher. Eine solche Aktivität war in
der Osteifel bis jetzt nicht zu beobachten“, berichtet Joachim Ritter.
„Außerdem fehlen Hinweise auf Hebungen der Erdoberfläche, die bei
massiven Magmenaufstiegen deutlich feststellbar sein müssten“, ergänzt
Torsten Dahm. Datierungen der beim letzten Ausbruch vor 12 900 Jahren
geförderten Magmen zeigen, dass Befüllung und Differenziation der oberen
Magmenkammer unter dem Laacher See etwa 30 000 Jahre gedauert haben
könnten, bevor es zum eigentlichen Ausbruch kam. Das bedeutet, dass die
magmatischen Prozesse sich über extrem lange Zeiträume hinziehen, bevor
es zu einer Eruption kommt. Da die technischen Voraussetzungen zur
Detektion und Lokalisierung von DLF-Erdbeben in der Osteifel erst seit
einigen Jahren eine ausreichende Qualität erreicht haben, lässt sich
rückwirkend nicht feststellen, seit wann DLF-Erdbeben im Bereich des
Laacher Sees auftreten. Anzunehmen ist, dass dies bereits vor 2013 der
Fall war. Nach der ersten Beobachtung tiefer Erdbeben im Jahr 2013
installierten KIT, GFZ und Erdbebendienst Südwest zusätzlich ein
seismologisches Forschungsmessnetzwerk. Die gemeinsame Nutzung der
seismischen Registrierungen erlaubt nun die detaillierte
wissenschaftliche Analyse der Mikroseismizität.

Um die Zusammenhänge
zwischen den DLF-Erdbeben und möglicher magmatischer Aktivität unter der
Osteifel besser untersuchen zu können, empfehlen die Forscher eine
Intensivierung der geochemischen Überwachung zur Analyse austretender
Gase sowie wiederholte geodätische Messungen zur Feststellung möglicher
Deformationen der Erdoberfläche. Ebenso sollten gezielte
geophysikalische Untersuchungen zur Abbildung und Charakterisierung
möglicher Magmareservoire unter der Laacher-See-Region vorgenommen
werden. Weiterhin raten die Wissenschaftler zu einer Neubewertung der
vulkanischen Gefährdung der Eifel.

Invasive Schädlinge bedrohen heimische Pflanzen

Aus fernen Ländern eingeschleppt.

Mit der Globalisierung und Klimaerwärmung machen sich mehr Schädlinge und Krankheitserreger aus fernen Ländern, sogenannte Quarantäneschaderreger, bei uns breit.   Dass ein kleines Bakterium namens Xylella fastidiosa hektarweise Olivenbäume vernichtet, ist schwer vorstellbar, aber bereits geschehen. So sind in Apulien 2014 bereits 23.000 Hektar Olivenbäume dem Bakterium zum Opfer gefallen.

Das Bakterium befällt das Xylem, also das Leitgewebe, von Gehölzen. Das wird zunächst braun und stirbt schließlich ganz ab. Als Überträger wirken Insekten, die am Xylem saugen wie zum Beispiel die Wiesenschaumzikade.Solche sogenannten Vektoren, Krankheitsüberträger, nehmen die Bakterien beim Saugen an einer infizierten Pflanze auf und übertragen sie auf gesunde Pflanzen. Ein weiterer Übertragungspfad ist das Anpflanzen bereits befallener Gehölze. Die Europäische Union hat daraufhin mit einem Durchführungsbeschluss reagiert. Danach dürfen aus den Befallsgebieten in Italien stammende bestimmte Pflanzen nicht mehr zu uns kommen bzw. im Freiland gesetzt werden und müssen getestet sein. Allerdings sind die gefährlichen Bakterien über infizierte Kaffeepflanzen aus Costa Rica bereits in Deutschland angekommen, wie das Julius-Kühn-Institut in Braunschweig nachgewiesen hat.

Folgende Symptome können auf Xylella fastidiosa hinweisen: Die Blätter zeigen zunächst leichte Chlorosen oder verfärben sich vom Blattrand beginnend in einen Bronzeton, werden dann wässrig, bevor sie braun werden und schließlich ganz absterben. Meist sind an einzelnen Zweigen gleichzeitig alle Blätter betroffen. Das Bakterium kann sowohl in Gärten und Parks als auch in Baumschulen auftreten.

Neben Quarantäneerregern beobachten die Pflanzenschutz-Experten neue invasive Schädlinge. Nach Buchsbaumzünsler und Kirschessigfliege ist dieses Jahr die Bläulingszikade ins Visier der Wissenschaftler geraten. Diese aus den USA stammende Wanze tritt in großen Kolonien auf und befällt über sechzig verschiedene Bäume und Sträucher. Darunter Haselnuss, Oleander und Tulpenbaum. Krautige Pflanzen welken und die Triebe vertrocknen. Typische Symptome sind viel Wolle an der Blattunterseite und starkauftretender Honigtau. All das macht Zierpflanzen unverkäuflich.

Ebenfalls auf dem Vormarsch ist die Marmorierte Baumwanze, die an Blättern und Früchten von Ahorn, Schmetterlingsflieder, Hibiskus und Co., aber auch an Paprika und Tomaten saugt. Gefährlich ist dieses auch als Stinkwanze bekannte Insekt besonders für Obstplantagen. Der aus Ostasien stammende Schädling unterscheidet sich von der harmlosen Grauen Gartenwanze durch fünf helle Flecken auf dem Rücken. Charakteristisch ist überdies die kreisrunde Eiablage.

Die staatlichen Pflanzenschutzämter versuchen zu verhindern, dass die eingewanderten Schädlinge bei uns Fuß fassen. „Üblicherweise erobern invasive Arten zuerst Parks und Gärten und landen dann in den Gewächshäusern oder auf den Feldern“, berichtet Dr. Mareile Zunker vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg. Die Karlsruher Pflanzenschützer haben gerade erst ein neues hermetisch abgeriegeltes Gewächshaus aufgestellt, um gefährliche Schadorganismen in Quarantäne zu nehmen und besser zu erforschen. „Glücklicherweise hat jeder dieser Schädlinge auch eine Reihe natürlicher Feinde. Gegenspieler der Bläulingszikade sind beispielsweise  aus den USA stammende Parasitoide wie zum Beispiel Schlupfwespen. Auch harte Winter würden viele eingewanderte Schädlinge vernichten“, erklärt Gartenbauingenieurin Zunker.

Auf jeden Fall heißt es für Gärtner immer wachsam zu bleiben.  Wer unbekannte Schädlinge findet, sollte sie direkt oder gute Fotos von ihnen an die örtlichen Pflanzenschutzämter schicken. In Deutschland sind die jeweiligen Pflanzenschutzämter der Länder zuständig. Jutta Schneider-Rapp, (aid)

Raucherlunge bei Frauen auf dem Vormarsch

COPD: Raucherlunge bei Frauen auf dem Vormarsch
Gesunde Ernährung, Impfungen und Sport beugen Erkrankung vor
 
11. P-Air-Tag
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Wien (pte021/18.10.2012/13:55) – Die Raucherlunge (COPD) ist vor allem bei Frauen auf dem Vormarsch. "Zwar sind 90 Prozent der COPD-Patienten Raucher, die kommende Zeit der Innenräume ist aber für alle gefährlich", sagt Wolfgang Popp, Vorstand des Geriatriezentrums am Wienerwald http://wienkav.at/kav/gzw . Im Rahmen neuer sogenannter GOLD-Behandlungsrichtlinien http://goldcopd.org von COPD, wurden mit Komorbidität und der Exazerbationsrate zusätzliche Diagnoseparameter aufgenommen. Eine gesündere Lebensweise helfe in jedem Fall aber immer, so Popp.

Immer der Nase nach

Laut Sylvia Hartl, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie http://ogp.at , wird die Zahl an COPD-Erkrankungen auf weltweit rund 600 Mio. geschätzt. "Der Frauenanteil stieg dabei in den letzten zehn Jahren von 39 auf sogar 58 Prozent", bedauert die Oberärztin. Wegen Erkrankungen der Atemwege würden in Europa auch über acht Mio. frühzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden. Die Kosten der Hospitalisierung hält Hartl angesichts von Wiederaufnahmeraten um 40 Prozent zudem für "alarmierend".

Aktives wie passives Rauchen, Hobbys oder Haustiere sind nur einige der Gefahrenquellen für die gesunde Luft in Innenräumen, außerhalb etwa die Feinstaubbelastung. "Seiner Nase muss man Beachtung schenken und helfen", empfiehlt Popp. Die Luftfeuchtigkeit solle zwischen 50 und 60 Prozent betragen, alles darüber forciert das Schimmelpilzwachstum – eine weiteren COPD-Gefahr. Rauchen in Räumen sei laut dem Professor 100 Mal schlimmer als Diesel-Abgase und auch die Hausstaubmilbe nicht zu unterschätzen.

Impfungen angeraten

Unterkühlung hingegen ist laut Popp kein Auslöser von Erkältungskrankheiten, sondern schon deren Beginn. Neben einer gesünderen Lebensweise zur Vorbeugung rät der Mediziner zu Impfungen. "Eine Influenza-Impfung ist für den Winter wirklich sinnvoll, auch eine Pertussis-Impfung gegen Keuchhusten nicht zu vergessen wie auch die Pneumokokken-Impfung." Am wichtigsten zur OPCD-Vorbeugung seien das (auch passive) Rauchen einzustellen und genügend zu trinken.

Erkrankungen von Lunge und Atemwegen werden laut Robab Breyer-Kohansal, COPD-Studienleiterin am Ludwig Boltzmann Institut http://copd.lbg.ac.at , künftig die vierthöchste Todesursache sein. Mitschuld trage ein "fatales Quartett" aus Herzproblemen, Diabetes, Schlaganfall und Metabolischem Syndrom. "Die Sensibilisierung gegenüber Komorbiditäten der COPD-Patienten, die von Osteoporose bis Psychosen reicht, muss unbedingt angehoben werden", so die Medizinerin. Betroffene würden im Raucherhusten oft kein Risiko erkennen.

Operation bessert Zuckerwerte bei Adipösen

Operation bessert Zuckerwerte bei Adipösen

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Düsseldorf – Die Behandlung stark übergewichtiger Menschen mit Typ-2-Diabetes durch Magenverkleinerung, Magenband oder Magenbypass ist in den letzten Jahren häufiger geworden. Verglichen mit herkömmlichen Behandlungsmethoden verbessert sich dadurch der Glukosestoffwechsel bis hin zur völligen Normalisierung. Über Wirksamkeit und Sicherheit dieser Eingriffe bei nicht stark übergewichtigen Diabetespatienten ist jedoch nur wenig bekannt. Auf dem 56. Symposium der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie diskutieren Experten Vor- und Nachteile der Bariatrischen Chirurgie und welche Patienten hiervon profitieren. Die Veranstaltung findet vom 13. bis 16. März 2013 in Düsseldorf statt.

Die Zahl der Menschen mit starkem Übergewicht, auch Adipositas genannt, ist in Deutschland in den letzten Jahren gestiegen. 23 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen gelten als fettleibig. Adipositas ist der wohl größte Risikofaktor für Typ-2-Diabetes. „Die Zahlen Betroffener werden steigen“, warnt Professor Dr. med. Michael Roden, Direktor der Universitätsklinik für Endokrinologie und Diabetologie und Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ), Düsseldorf. „Das DDZ hat errechnet, dass 2030 allein in der Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen rund 3,9 Millionen Deutsche an Typ-2-Diabetes erkrankt sein werden.“

Wichtiges Ziel der Diabetesbehandlung ist es, das Körpergewicht zu reduzieren und den Blutzucker zu senken. „Trotz nachweisbarer Erfolge einer gezielten Umstellung der Lebensgewohnheiten und medikamentöser Behandlung rückt bei übergewichtigen Typ-2-Diabetespatienten zunehmend die Bariatrische Chirurgie als Alternative zu den konservativen Behandlungskonzepten in den Vordergrund“, erläutert Roden. Dabei gehe es nicht nur um Gewichtsreduktion, sondern zunehmend darum, die Blutglukosewerte und das Gefäßrisiko zu senken.

Positive Langzeiteffekte der Bariatrischen Chirurgie sowohl auf das Körpergewicht als au ch auf Begleiterkrankungen und Lebensdauer sind schon länger bekannt. Neue Studien zeigen nun, dass Magenband, Magenbypass (Roux-en Y) und Schlauchmagenbildung nicht nur den Body-Mass-Index (BMI) um etwa die Hälfte bis drei Viertel reduzieren, sondern auch eine Heilung des Diabetes ermöglichen: In der Cleveland-Studie hatten zwölf Monate nach Magenbypass 42 Prozent und nach Schlauchmagen-Operation 37 Prozent der stark adipösen Patienten keinen Diabetes mehr. Hingegen konnte dieses Ziel bei nur 12 Prozent der mit Medikamenten behandelten Patienten erreicht werden. Ähnliche Ergebnisse liefern andere Studien. Nach mehreren Jahren kehrt jedoch bei einem Teil der Patienten der Diabetes wieder zurück.

Operative Maßnahmen werden daher laut internationaler Leitlinien bei adipösen Personen mit Typ-2-Diabetes und einem BMI von 35 kg/m² oder mehr empfohlen. Andere Studien fanden einen vergleichbaren Erfolg der Magenbypass-OP sogar bei Typ-2-Diabetes-Patienten mit geringer Adipositas (BMI < 35 kg/m²). Deswegen wird diskutiert, die BMI-Grenzen für die bariatrische Operation nach unten zu korrigieren und das chirurgische Vorgehen als „metabolische Chirurgie“ zu bezeichnen. Metabolismus bezeichnet den Stoffwechsel, also die Gesamtheit der chemischen Prozesse im Körper.

Die Langzeiterfolge und -folgen seien jedoch noch zu wenig untersucht, sodass eine generelle Empfehlung zur Ausweitung der Operationsindikation zur Therapie des Typ-2-Diabetes noch nicht gegeben werden könne. „Dies muss in Langzeitstudien weiter untersucht werden. Denn die Bariatrische Chirurgie erfordert eine intensive Betreuung der Patienten auch lange nach dem operativen Eingriff“, resümiert Professor Roden. Auf dem Symposium in Düsseldorf stellen Experten aktuelle Studienergebnisse vor und diskutieren über die Vor- und Nachteile der Bariatrischen Chirurgie.

 

Sushi selbst zubereiten

Sushi selbst zubereiten
Bei Fisch auf Herkunft und Fangmethode achten
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(aid) – Sushi liegt im Trend. Wer die japanische Spezialität selbst zubereitet, sollte beim Einkauf der Meeresfrüchte auf Art, Herkunft und Fangmethode achten. Eine umweltverträgliche Wahl sind beispielsweise Lachs aus Bio-Aquakultur, Bio-Garnelen und Surimi aus MSC-zertifiziertem Alaska-Seelachs. Das geht aus dem aktuellen Sushi-Ratgeber des World Wide Fund for Nature (WWF) Deutschland hervor. Die Bewertung erfolgte anhand verschiedener Kriterien wie dem Zustand der Fischbestände, Fangmethode, Umweltauswirkungen der Fischereien und Produktionsbedingungen.

Ein Sushi-Klassiker ist Thunfisch, wobei in Deutschland meist Gelbflossenthunfisch aus dem Pazifik oder Indischen Ozean verwendet wird. Der Blauflossenthunfisch und der Europäische Aal stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten und gehören nicht ins Sushi.

Surimi ist Fischmuskelfleisch und kann sich aus mehreren Fischarten zusammensetzen. Nur wenn deren Art und Herkunft gekennzeichnet sind, lässt sich die Umweltverträglichkeit des Produkts einschätzen.

Im Restaurant ist anhand der Speisekarte meist nicht zu erkennen, woher der Fisch im Sushi stammt und wie er gefangen wurde. Wer die japanische Delikatesse selbst zubereitet, kann dagegen verantwortungsvoll einkaufen und einen umweltverträglichen Fischfang unterstützen. Das blaue Label des Marine Stewardship Council (MSC) ist eine wichtige Orientierungshilfe für Wildfisch. Bei Zuchtfischen sind empfehlenswerte Produkte mit Bio-Siegeln, etwa von Bioland oder Naturland, gekennzeichnet.

Eine umweltfreundliche Alternative ist Fisch aus Deutschland. Für Maki-Rollen eignen sich beispielsweise Bio-Forelle oder gebratener Ostseedorsch. Und auch vegetarische Kreationen sind denkbar. Die Zubereitung von Sushi in der eigenen Küche ist nicht schwer und auch deutlich kostengünstiger als im Restaurant. Alle Zutaten sind in Asia-Läden und gut sortierten Supermärkten erhältlich.

Grundlage ist ein spezieller Rundkornreis, der nach dem Kochen mit einer Mischung aus Reisessig, Salz und Zucker aromatisiert und abgekühlt wird. Für Nigiri-Sushi befeuchtet man die Hände mit Essigwasser und formt eine Portion des klebrigen Reises zu einem Rechteck. Das Reishäppchen wird mit rohem Fisch oder Garnelen belegt und sparsam mit Wasabi gewürzt – einer scharfen Paste aus grünem Meerrettich. Für die Zubereitung von Maki-Sushi braucht man getrocknete Algenblätter, auch Nori genannt. Diese werden auf eine Bambusmatte gelegt, mit einer Reisschicht bestrichen, gefüllt und eingerollt. Für die Füllung eignen sich Thunfisch und Lachs, geräucherte Forelle, Surimi, Garnelen, aber auch Gurken- und Möhrenstreifen, Mango und Avocado. Die fertigen Häppchen werden klassischerweise in Sojasoße gedippt. Bevor man eine neue Sorte genießt, lässt sich der Fischgeschmack mit eingelegten Ingwerstreifen neutralisieren.
Heike Kreutz, www.aid.de

Arbeitsmarkt 2030: Rechne das bitte kurz aus

Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

Arbeitsmarkt 2030: Rechne das bitte kurz aus

Anfang März haben das Bundesinstituts für
Berufsbildung (BIBB) und das Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
(IAB) die Ergebnisse der dritten Welle der Qualifikations- und
Berufsfeldprojektionen vorgelegt. Das Ergebnis: Trotz erhöhter Zuwanderung droht
Fachkräfteengpass. Die Prognose basiert auf Datengrundlagen und methodischen
Ansätzen, die Fraunhofer FIT gemeinsam mit der Gesellschaft für wirtschaftliche
Strukturforschung (GWS) erarbeitet hat.

»Trotz einer seit dem Jahr 2010 stetig zunehmenden Zuwanderung sowie
steigender Erwerbsquoten wird es möglicherweise nicht gelingen, den drohenden
Fachkräfteengpass im mittleren Qualifikationsbereich – also bei Personen mit
abgeschlossener Berufsausbildung – zu verhindern. So könnte die Zahl der am
Arbeitsmarkt verfügbaren Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung bis zum
Jahr 2030 um rund drei Millionen zurückgehen.« so die Zusammenfassung der
dritten Welle der Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen, die eine Prognose
zur Entwicklung des Arbeitsmarktes in Deutschland bis zum Jahr 2030 liefert (www.bibb.de/de/66476.htm).

Die Untersuchung wurde unter Leitung des Bundesinstituts für Berufsbildung
(BIBB) und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auf Basis
von Datengrundlagen und methodischen Ansätzen des Fraunhofer-Instituts für
Angewandte Informationstechnik FIT und der Gesellschaft für wirtschaftliche
Strukturforschung (GWS) erstellt. Zur Berechnung des zu erwartenden
Arbeitsplatzbedarfs wurden die Vorteile der beiden bisher verwendeten Modelle
des Fraunhofer FIT und der GWS zu einem neuen präziseren Modell vereint.
Maßgeblich beteiligt war hier die Forschungsgruppe Mikromodelle des Fraunhofer
FIT, die bereits seit mehr als 20 Jahren im Auftrag des Bundesministeriums für
Bildung und Forschung Projektionen zum zukünftigen Arbeitsangebot erstellt (http://s.fhg.de/arbeitskraefteangebot).

Die Arbeitsangebotsprojektionen des Fraunhofer FIT basieren auf verschiedenen
Verlaufsmodellen, mit denen der zukünftige Erwerbspersonenbestand über Zu- und
Abgänge bestimmt wird. »Zentraler Ausgangspunkt für eine gute Prognose ist daher
die genaue Analyse des Ist-Angebotes, wozu die Alters-, Qualifikations- und
Berufsstruktur der Bevölkerung und die Erwerbsquoten in Abhängigkeit von Alter,
Bildung, Geschlecht und Berufsfeld des erlernten Berufes bestimmt werden«, so
Michael Kalinowski, Wissenschaftler der Forschungsgruppe Mikromodelle des
Fraunhofer FIT.

Mit einkalkuliert wird auch, dass gleichzeitig neue Erwerbspersonen
nachwachsen – etwa aus jüngeren Jahrgängen oder durch Zuwanderung aus dem
Ausland. Hier wird nun auch die erhöhte Zuwanderung im Vergleich zu den beiden
ersten Prognosen aus 2010 und 2012 berücksichtigt.

Ein zentraler Aspekt bei der Projektion der im Zeitverlauf hinzukommenden
Erwerbspersonen durch Nachwachsen und Zuwanderung besteht in der Modellierung
seiner Qualifikationsstruktur unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen von
Bildungs- und Erwerbsbeteiligung. Hier kommt das von Fraunhofer FIT so genannte
Übergangsmodell des beruflichen Bildungswesens zum Einsatz, das auf Konzepten
und Methoden der Bildungsgesamtrechnung des IAB fußt und in den letzten Jahren
stetig weiter entwickelt wurde. Dieser Modellansatz eignet sich wegen der
expliziten Modellierung des Bildungssystems sowohl für Langfrist- als auch
verlässliche Mittel- und Kurzfristprognosen. Das Übergangsmodell wurde im Rahmen
des QuBe-Projektes (www.qube-projekt.de) von Fraunhofer
FIT erstellt. Zusammen mit der von der GWS ermittelten Erwerbsbeteiligung bis
zum Jahr 2030 ist so die Bestimmung des zukünftigen Arbeitsangebots
möglich.

Vorbeugende Behandlung mit Antibiotika vor vielen Operationen kontraproduktiv

Asymptomatische Bakteriurie

DGI warnt vor häufigem Fehleinsatz von Antibiotika bei Gelenkersatzoperationen

Köln
– Gelenkersatzoperationen, etwa der Einsatz einer Hüftprothese, gehören
zu den häufigsten Eingriffen in Deutschland. Um das Risiko einer
Gelenkinfektion zu verringern, erhalten viele Patienten vor dem Eingriff
Antibiotika. In manchen Fällen überflüssigerweise – beispielsweise,
weil im Urin des Patienten Bakterien gefunden werden. Sofern ein Patient
keine Symptome einer Harnwegsinfektion aufweist, sind Bakterien im Urin
nur in den seltensten Fällen behandlungsbedürftig. Dennoch wird bei der
sogenannten asymptomatischen Bakteriurie (ASB) oft unnötigerweise
Antibiotika verabreicht. Eine aktuelle Meta-Analyse zeigt: Es gibt keine
Belege dafür, dass eine Antibiotikabehandlung der ASB vor
Gelenkoperationen die Rate von Gelenkinfektionen senken kann. Darauf
weisen die Experten der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI)
hin. Um die Entstehung von Antibiotikaresistenzen zu reduzieren, setzt
sich die Fachgesellschaft unter anderem in ihrer Antibiotic
Stewardship-Kampagne für einen rationalen Einsatz von Antibiotika ein.

Für
die aktuelle Metaanalyse werteten Wissenschaftler acht internationale
Studien zur ASB-Therapie bei endoprothetischen Eingriffen aus. Das
Ergebnis: Weder das Screening auf Bakterien im Urin noch die dann oft
folgende Antibiotikabehandlung bringt einen Vorteil. Die Rate an
Protheseninfektionen wird dadurch nicht beeinflusst. (1) „Wir empfehlen
Kliniken deshalb auch, bei Gelenkprothesen-Patienten keine
ASB-Screenings durchzuführen“, so Professor Dr. med. Gerd Fätkenheuer,
DGI-Präsident und Leiter der Infektiologie an der Klinik I für Innere
Medizin am Universitätsklinikum Köln. „Statt dem Patienten zu nutzen,
hat dieses Vorgehen oft lediglich einen überflüssigen Einsatz von
Antibiotika zur Folge.“ Angesichts der hohen Operationszahlen sei in der
Endoprothetik der rationale Einsatz von Antibiotika von besonderer
Relevanz.

Nicht
nur bei Gelenkoperationen – auch sonst erfolgt bei der asymptomatischen
Bakteriurie oft unnötigerweise eine Therapie. Sie gehört zu den
häufigsten Fehlindikationen bei der Verwendung von Antibiotika. In einer
Metaanalyse, die 2017 im Fachblatt Open Forum Infectious Diseases
erschien, wurden internationale Studien zur ASB-Behandlung aus den
vergangenen 15 Jahren ausgewertet. In dieser Zeit wurden
durchschnittlich 45 Prozent aller Patienten mit ASB unnötigerweise mit
Antibiotika behandelt. (2)

Tatsächlich
sei es jedoch nicht immer einfach, die nicht-behandlungsbedürftige
asymptomatische Bakteriurie von einer behandlungsbedürftigen
Harnwegsinfektion zu unterscheiden, räumt der DGI-Präsident ein.
Entscheidend seien auch hier eine gründliche Anamnese und die klinische
Untersuchung, Anzeichen für eine Harnwegsinfektion seien üblicherweise
häufiger Harndrang oder Schmerzen beim Wasserlassen. Speziell ältere und
multimorbide Patienten hätten mitunter jedoch unspezifische
Beschwerden, die als Symptome einer Harnwegsinfektion fehlgedeutet
werden könnten. „Dies ist – neben einem falschen Sicherheitsdenken – ein
häufiger Grund für die Übertherapie der ASB.“

Umso
mehr Bedeutung komme deshalb Antibiotic Stewardship zu, also Programmen
zur Gewährleistung einer optimalen Antibiotikatherapie in Kliniken.
Diese beinhalten etwa Schulungen und Beratungen durch
Infektionsspezialisten. Wie erfolgreich schon vergleichsweise einfache
Maßnahmen sein können, zeigt auch die Metaanalyse von Flokas und seinen
Co-Autoren: Durch Schulungen und Feedback-Gespräche etwa sank die Zahl
der unnötigen Antibiotikagaben bei ASB in einigen Studien um bis zu 80
Prozent. (2) „Wenn der rationale Einsatz von Antibiotika und damit die
Eindämmung von Resistenzen gelingen soll, dann ist der Ausbau von
Antibiotic Stewardship-Programmen und von infektiologischer Expertise in
der Versorgung unabdingbar“, so Fätkenheuer.

Literatur:

(1) Zhang et al.:

Research progress of asymptomatic bacteriuria before arthroplasty

Medicine (2018) 97:7(e9810). http://dx.doi.org/10.1097/MD.0000000000009810

(2) Flokas et al.: