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Erfolgversprechende Grundlagenforschung bei Krebs mit Immuntherapie

pte20181108004 Forschung/Technologie, Medizin/Wellness

Krebs: Individuelle Immuntherapie rettet Leben

US-Wissenschaftler versprechen deutlich weniger Nebenwirkungen und kürzere Therapien

(pte004/08.11.2018/06:15) – Forscher der University of California (UCI) http://uci.edu haben eine neue Methode entwickelt, mit der in relativ kurzer Zeit
besonders effektive Immuntherapien für Krebspatienten realisiert werden
sollen, die zu 100 Prozent auf die jeweilige Person zugeschnitten sind.
Damit soll es zu deutlich weniger Nebeneffekten wie etwa bei einer
Standard-Chemotherapie kommen und auch der Zeitraum, in dem die Therapie
durchgeführt werden muss, soll sich drastisch verkürzen.

Screening-System für T-Zellen

"Dieser Ansatz ist vor allem deshalb so spannend, weil sich dadurch
gleich mehrere zentrale Herausforderungen bei der Krebstherapie lösen
lassen", erklärt Weian Zhao, Associate Professor im Bereich
Pharmaceutical Sciences an der UCI. Eine davon sei das Auftreten
ernsthafter systemischer Nebenwirkungen. "Traditionelle Methoden wie
eine klassische Chemotherapie bieten im Wesentlichen nur eine
Einheitsgröße als Antwort auf eine Krebserkrankung an. Die Medikamente,
die dabei zum Einsatz kommen, lösen bei den Patienten meist viele
unschöne Nebeneffekte aus, weil sie nicht auf ihre individuellen
Bedürfnisse zugeschnitten sind", erläutert der Forscher.

Um das zu ändern, hat Zhao gemeinsam mit Nobelpreisträger David Baltimore vom California Institute of Technology http://caltech.edu ein neues Screening-System entwickelt, das es erlaubt, die Rezeptoren
von T-Zellen mit einer 100-prozentigen Spezifität für individuelle
Tumore zu identifizieren. "Im menschlichen Immunsystem verfügen T-Zellen
über Moleküle, die bestimmte Antigene an der Oberfläche von Krebszellen
binden können. Zur Behandlung eines Tumors muss man genau wissen,
welche Rezeptormoleküle gegen spezifische Antigene arbeiten", so Zhao.

Millionen von Möglichkeiten

Das Problem dabei: die Rezeptoren dieser T-Zellen können so
unterschiedlich sein, dass es Hunderte von Millionen an verschiedenen
Molekülen geben kann. "Für das Finden einer effektiven Immuntherapie
muss man deshalb aus Millionen verschiedener Möglichkeiten die richtigen
Moleküle finden. Das kann bis zu einem Jahr dauern – eine Zeit, die
viele Krebspatienten nicht haben – und pro Behandlung eine halbe Mio.
Dollar oder mehr kosten", schildert der Experte.

Durch die Verwendung winziger Öl-Wasser-Tropfen ist es Zhaos Team
gelungen, einen Weg zu finden, diesen Prozess enorm zu beschleunigen.
"Wir können nun individuelle T-Zellen dazu bringen, sich in einem
mikroskopischen Behälter mit Flüssigkeit mit Krebszellen zu verbinden.
Dadurch sehen wir schon innerhalb von wenigen Tagen, welche Antigene wir
aussortieren können", stellt der Forscher klar. Über eine Kooperation
mit dem USI-Start-up Amberstone Biosciences http://amberstonebio.com soll die neue Methode bereits in wenigen Monaten für Pharmafirmen zur Herstellung neuer Medikamente verfügbar sein, hofft Zhao.

Pestizide schädigen menschliches Gehirn

EU: Pestizide schädigen menschliches Gehirn
Behörde für Lebensmittelsicherheit fordert Senkung der Grenzwerte
 
Vorsicht: Pestizide gefährden die Gesundheit (Foto: flickr.com/jetsandzeppelins)

Parma (pte001/19.12.2013/06:00) – Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) http://www.efsa.europa.eu hat vorgeschlagen, die sicheren Grenzwerte für den Kontakt mit sogenannten Neonicotinoiden – einer Gruppe von hochwirksamen Insektiziden – zu senken. Hintergrund für die aktuelle Entscheidung sind mehrere Studien, die erst kürzlich nachweisen konnten, dass derartige Chemikalien negative Auswirkungen auf das Gehirn von neugeborenen Ratten haben. Konkret betroffen sind etwa die beiden Pflanzenschutzmittel Imidacloprid und Acetamiprid, die in verschiedenen Experimenten bei den Tieren direkte Schäden und Beeinträchtigungen hervorriefen.

"Wir haben Bedenken, dass die beiden Pestizide Imidacloprid und Acetamiprid das sich in der Entwicklung befindende Nervensystem des Menschen beschädigen könnten", heißt es in dem EFSA-Statement. Die EU-Behörde habe mehrere Studienergebnisse vorliegen, die ähnliche negative Auswirkungen bei Ratten belegen würden. Als Konsequenz wolle man nun einen Antrag stellen, der die gültigen Richtlinien für akzeptable Grenzwerte deutlich nach unten reduziert. "Die derzeitigen Regeln für eine annehmbare Exposition bieten hier vielleicht keinen ausreichenden Schutz", betont die Behörde.

Hirnschrumpfung und Gewichtsverlust

Zur Untermauerung ihrer Argumentation verweisen die EFSA-Experten auf mehrere wissenschaftliche Untersuchungen, die an Ratten durchgeführt worden sind. In einer davon konnte zum Beispiel gezeigt werden, dass junge Nagetiere, die dem Neonikotinoid-Insektizid Imidacloprid ausgesetzt waren, anschließend mit beträchtlichen Konsequenzen zu kämpfen hatten. So wurde bei ihnen unter anderem eine Schrumpfung des Hirns, Gewichtsverlust und eine reduzierte Beweglichkeit festgestellt.

Was die tatsächliche Aussagekraft der vorliegenden Studienresultate betrifft, gibt sich die EU-Behörde aber eher konservativ. "Wir empfehlen die Durchführung weiterer Forschungsarbeiten zur Gewinnung zuverlässigerer Daten", resümiert das zuständige Prüfungsgremium, das im gleichen Atemzug auch die Festlegung eindeutiger und konsistenter Kriterien für derartige Studien fordert. Letzten Endes soll auf diese Weise eine integrierte Prüfstrategie entwickelt werden, die im Rahmen des Zulassungsverfahrens für Pestizide einem stufenweisen Ansatz folgt: zunächst Labortests mit Zellen und dann Tierversuche.

Zusammenhang mit Bienensterben

Interessant ist, dass auf Geheiß der Europäischen Union erst im April dieses Jahres ein zweijähriger Zulassungsstopp für verschiedene Arten der besagten Chemikalien ausgesprochen worden ist. Neben anderen Gefahren und Risiken war hierfür vor allem die Einschätzung vieler Experten ausschlaggebend, die den Einsatz von Pestiziden direkt mit dem oft zitierten Bienensterben in Verbindung bringt. Dass die weltweiten Bestände seit Jahren stark rückläufig sind, hatte schon die Umweltschutzgruppe GLOBAL 2000 in einem Bericht aufgezeigt (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20120403025 ). Auch damals konnten in den Bienenproben fünf schon lange verbotene Pestizide nachgewiesen werden. Die Umweltschützer sprachen von einem "völlig unerwarteten und erschreckenden Ergebnis".

Hirn verlangt nach Alkohol

fzm – Bis zu 85 Prozent aller entgifteten alkoholabhängigen Patienten werden rückfällig. Ein Beitrag in der Fachzeitschrift "PPmP Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2007) spricht von einem selbst bei Laborratten vorhandenen "Suchtgedächtnis". Aber es gibt sicherlich Patienten, die zumindest kurzfristig zur Schadensbegrenzung von kontrolliertem Trinken profitieren können.
Neuerdings hat man in gewissen Hirnregionen von Alkoholabhängigen Veränderungen gefunden. So berichtet ein Aufsatz in der Zeitschrift "Fortschritte der Neurologie, Psychiatrie" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2007) über einen Schwund des Stirnhirns (präfrontaler Kortex), das für die verschiedensten intelligenten Leistungen des Menschen zuständig ist. Normalerweise bildet sich dieser Hirnschwund im Laufe der Abstinenz innerhalb von etwa zwei bis drei Monaten zurück. Das intakte Funktionieren dieser Hirnregion stellt offenbar eine notwendige Bedingung für die Ausbildung einer willentlichen Handlungskontrolle dar. Darüber hinaus wirkt Alkoholkonsum wie die klassische Konditionierung, wobei ein alkohol-assoziierter Reiz (beispielsweise der Geruch, das Gläserklingen, das Einsamkeitsgefühl vor dem Fernseher) das Verlangen nach Alkoholkonsum auslöst. Tatsächlich zeigen bildgebende Studien, dass Bilder und Gerüche alkoholischer Getränke zu einer verstärkten Aktivierung von Regionen des Aufmerksamkeitssystems und anderen Arealen führen. Das Ausmaß dieser Aktivierungen sagt voraus, ob ein Patient im nachfolgenden Untersuchungszeitraum rückfällig werden wird. Für das Rückfallgeschehen ist also gar nicht so sehr das bewusst erlebte Verlangen ausschlaggebend, sondern eine automatisierte Handlungskette. Aktuelle therapeutische Ansätze können diese Prozesse positiv beeinflussen.

M. Bottlender:
One drink, one drunk – Ist kontrolliertes Trinken möglich? PPmP Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische
Psychologie 2007; 57 (1): S. 32-38

A. Heinz:
Sucht und Selbststeuerung? Neue Erkenntnisse zur Entstehung und Therapie der Alkoholabhängigkeit
Fortschritte der Neurologie, Psychiatrie 2007; 75 (1): S. 1-4

Regenschirm zum Kaputt_lachen

Schwebende Regenschirm-Drohne hält User trocken

Neues Hightech-Gerät passt Flughöhe an genaue Position des Kopfes an

"Free Parasol": schützt vor Sonnenstrahlen und Regen (Foto: it-service.co.jp)

Tokio/Graz (pte013/04.06.2018/11:30) –

Regenschirme könnten dank der Technologie "Free Parasol" bald im Schrank
verstauben – dank einer ungewöhnlichen Kombination mit einer Drohne.
Diese ist vom japanischen Unternehmen Asahi Power Service http://bit.ly/2JbXGS0 entwickelt worden und detektiert den Kopf einer Person, um sich der
Höhe genau anzupassen. Der Hightech-Schirm, der auch vor Sonnenstrahlen
schützen soll, wiegt rund fünf Kilogramm und ist bei voller Ladung etwa
20 Minuten einsetzbar.

Nicht der erste Ansatz

"Vergangenes Jahr wurde eine Phantom 4 vom Unternehmen
DJI mit einem Regenschirm ausgestattet und zum Kauf angeboten. Diese
ist, wie es scheint, aktuell nicht mehr verfügbar", fasst Mathias
Brandstötter von ROBOTICS – Institut für Robotik und Mechatronik der
JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft http://joanneum.at gegenüber pressetext zusammen. "Ich schätze die Alltagstauglichkeit
einer beschirmten Drohne für den Privatbereich als ausgesprochen gering
ein", schildert der Experte. Eine alternative Nutzung zur Beobachtung
und zum Schutz nicht menschlicher, dynamischer Objekte sei allenfalls
denkbar.

Der Prototyp der Drohne hat einen Durchmesser von 150
Zentimetern. Der Preis wird aktuellen Schätzungen zufolge bei 30.000 Yen
(rund 234 Euro) liegen. Mithilfe einer Software, die auf Künstlicher
Intelligenz basiert, ermittelt der Free Parasol die Position des Kopfes,
um sich an regnerischen sowie sonnigen Tagen darüber bewegen zu können.

Längere Anwendung als Ziel

Bei seiner Markteinführung planen die Entwickler das
Gewicht von fünf Kilogramm auf ein Kilogramm zu reduzieren und die
Flugzeit von 20 Minuten auf eine Stunde zu erhöhen. Die Forscher
arbeiten ebenfalls an der Wasserresistenz, damit der Schirm seine
Funktionskraft auch bei Regen nicht einbüßt. Die serielle Produktion
wird bis 2019 angestrebt. Der derzeitige Gesetzeslage stellt eine
weitere Problematik dar, weil sie die Nutzung von Drohnen auf privatem
Gelände beschränkt. Zudem ist in Österreich eine Betriebsbewilligung
erforderlich.

Neues OLED ohne seltenes Iridium möglich

pte20190211004 Produkte/Innovationen, Forschung/Technologie

OLEDs: Billiges Kupfer statt teures Iridium

US-amerikanische Wissenschaftler sehen einen Durchbruch zu preiswerteren Displays

(pte004/11.02.2019/06:15) – Teures Iridium lässt sich in organischen
Leuchtdioden (OLEDs) künftig durch preiswertes Kupfer ersetzen. Das wird
den Bau von Displays auf OLED-Basis, wie sie vor allem in hochpreisigen
Smartphones von Apple, Samsung und anderen Herstellern sowie in
Fernsehern verwendet werden, verbilligen. Und das ohne Einbuße an
Bildqualität, so Forscher der University of Southern California (USC) http://usc.edu .

Besondere Leuchtkraft

"Die heutige Technologie basiert auf Iridium-Komponenten, die für
Farbigkeit und Helligkeit der Displays sorgen. Aber dieses Element
gehört zu den am seltensten natürlich vorkommenden auf der Erde", sagt
Mark E. Thompson, Chemieprofessor an der USC. Er sah es als
Herausforderung an, eine Alternative zu finden, also ein gleichwertiges
Material, das in großen Mengen auf der Erde vorkommt.

Frühere Versuche mit Kupfer statt Iridium scheiterten. Die Strukturen
waren instabil, sodass die Lebensdauer der Displays gering war. Thompson
und sein Team haben nun einen neuen Kupferkomplex entwickelt, der die
nötige Stabilität hat. Komplex in der Chemie sind Verbindungen, die aus
einem Atom oder Ion als Zentralteilchen und anderen Teilchen besteht,
die Liganden genannt werden und sich drumherum positionieren.

Blau besonders problematisch

Diese Komplexe stellten sich als stabil heraus, sodass sie für den
Aufbau von OLEDs genutzt werden können. Ihre Leuchtfähigkeit entspricht
der von Iridium-Komponenten. Zudem lassen sie sich leichter energetisch
anregen, die Voraussetzung dafür, dass sie Licht emittieren. "Die
Farbskala reicht von blau über grün bis hin zu gelb", weiß Rasha Hamze.
Er ist Absolvent der USC und arbeitet mittlerweile für die Universal
Display Corporation http://oled.com , die organische Leuchtdioden entwickelt. Entscheidend war, dass der
neue Kupferkomplex die Fähigkeit hat, blaues Licht zu produzieren, das
zu den Grundfarben gehört. Bisher war nur Iridium in der Lage, diese
Farbe mit der nötigen Leuchtkraft zu erzeugen.

Cannabis verstärkt Rauschen im Hirn

Cannabis verstärkt Rauschen im Hirn

New Haven (pte003/07.12.2015/06:15) – Der Konsum von Cannabis und
damit Delta-9-THC steigert die unspezifische neuronale Aktivität, das
sogenannte "neuronale Rauschen" in den Gehirnen gesunder Erwachser. Zu
diesem Fazit kommen Forscher der Yale School of Medicine http://medicine.yale.edu um Psychiatrie-Professort Deepak Cyril D’Souza.

"Bei Mengen, die einem halben oder ganzen Joint entsprechen,
verursachte das Delta-9-THC psychotische Effekte und erhöhte das
neuronale Rauschen bei den Probanden", so Cyril D’Souza. Die
Untersuchungsergebnisse weisen laut den Experten auf einen starken
Zusammenhang zwischen psychotischen Auswirkungen und dem neuronalen
Rauschen hin, wodurch Informationsprozesse im Hirn behindert werden.

Psychosen und Rauschen verbunden

In der doppelblinden, randomisierten Querschnittsstudie wurde die
elektrische Aktivität des Gehirns an 24 Erwachsenen über drei Tage
untersucht, an denen die Testpersonen zwei Injektionen mit Delta-9-THC
oder einen Placebo bekamen. Bestätigen sich die Ergebnisse der
Untersuchung, könnte die vermutete Verbindung zwischen Psychose und
neuronalem Rauschen biologische Einblicke in Symptome von Schizophrenie
erlauben.

Andere Studien haben bereits gezeigt, dass Delta-9-THC bei
Konsumenten temporäre psychoseähnliche Folgen nach sich ziehen kann, die
solchen von an Schizophrenie Erkrankten ähneln. Allerdings sind die
zugrunde liegenden Wirkungsmechanismen noch nicht erforscht.

Wege in den Wissenschaftsjournalismus

Wege in den Wissenschaftsjournalismus

Artikel vom 21.03.2014

Die mediale Aufbereitung komplexer wissenschaftlicher Themen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Wie aber wird man Wissenschaftsjournalist? Wege in den Wissenschaftsjournalismus diskutierte eine Gesprächsrunde zwischen Mitgliedern der Wissenschafts-Pressekonferenz (WPK) und Journalismus-Studierenden der Hochschule Darmstadt bei der Schader-Stiftung.
Gesprächsrunde „Wege in den Wissenschaftsjournalismus“

Die Beziehung zwischen Wissenschaft und journalistischer Praxis ist nicht einfach, aber dennoch durchaus synergiefähig. Dies zeigt sich beispielsweise seit nunmehr 28 Jahren in der Arbeit der Wissenschafts-Pressekonferenz (WPK), die sich dem Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft widmet und das Ziel verfolgt, die Qualität im Wissenschaftsjournalismus zu fördern und dabei dessen Unabhängigkeit zu wahren. Eine Plattform für diesen Dialog bot am 21. März 2014 das Schader-Forum in Darmstadt an. Hier trafen Teilnehmende einer WPK-Exkursion nach Darmstadt mit Studierenden des Studienganges Wissenschaftsjournalismus der Hochschule Darmstadt zusammen.

Wie verändert sich das Klima? Welche Energiequellen stehen in welchem Maße zur Verfügung? Wie sind genveränderte Lebensmittel zu beurteilen? Auf dem Wissenschaftsjournalisten lastet die Verantwortung der Vermittlung dieser drängenden Fragen. Er fungiert als Übersetzer und Darsteller wissenschaftlicher Erkenntnisse für das Publikum. Dazu beinhaltet das Studium an der Hochschule Darmstadt unter anderem eine naturwissenschaftliche Grundausbildung, die ihre Schwerpunkte auf die Bereiche Chemie, Biotechnologie, Humanbiologie sowie Physik setzt. Daneben wird gesellschaftswissenschaftliches Basiswissen gelehrt, das welches –nach Meinung der Gesprächsrunde– einen wichtigen Bestandteil des Studiums darstellt und nicht aus dem Wissenschaftsbegriff ausgeklammert werden kann.

Unter dem Titel „Wege in den Wissenschaftsjournalismus“ wurde die Frage danach aufgeworfen, ob und in wieweit Wissenschaftsjournalismus überhaupt in einer universitären Laufbahn erlernbar wäre. Welche Kenntnisse sind für den späteren Beruf vermittelbar und wo sind Grenzen der Lehre? Beschränkungen finden sich vor allem im Hinblick auf die Tiefe der wissenschaftlichen Kenntnisse. Im Rahmen des Studiums kann zwar lediglich ein mehr oder weniger umfangreiches Basiswissen vermittelt werden, aber der Umgang mit diesem breit aufgestellten Wissen und die Fähigkeit, sich schnell in komplexe Sachverhalte einarbeiten zu können, wurden in der Gesprächsrunde als Schlüsselqualifikationen herausgestellt.

Die Gesprächsrunde eröffnete sowohl den bereits etablierten Journalisten, als auch den Studierenden neue Sichtweisen. Für die Studierenden erwies sich die Möglichkeit des Kontakts, besonders hinsichtlich Fragen nach dem Übergang vom Studium in die berufliche Praxis und den Arbeitsmarkt, als nutzbringend. Der immer wieder betonte Praxisbezug, in Form von Volontariat oder Praktikum, wurde dabei als zielführende Ergänzung zum Studium herausgestellt. Offen Probleme, wie finanzielle Unsicherheiten und die Ungewissheit über Kontinuitäten der Beschäftigung, wurden von den Journalisten als Risiken des Berufs formuliert und diskutiert. Dennoch riefen leidenschaftliche Plädoyers, unter anderem durch Jean Pütz (Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator), die Studierenden dazu auf, Neugier zu zeigen und interessiert zu bleiben. Dieses Interesse würde ihnen auf ihrem Weg in den Wissenschaftsjournalismus helfen und als wiederkehrende Motivation dienen.

Urintests regelmäßig! Forderung des DGIM-Vorsitzenden

Eiweiß im Urin zeigt Gefäßschäden an – sicherer als Cholesterin Berlin,
Januar 2005 – Ein einfacher und kostengünstiger Urintest liefert den
besten Hinweis auf eine bestehende Gefäßerkrankung. Herzinfarkt,
Schlaganfall oder das „Raucherbein“ sind die späten Folgen krankhaft
veränderter Blutgefäße. Ob die Adern geschädigt sind, lässt sich jedoch
schon im Frühstadium an anderer Stelle im Körper untersuchen: der
Niere. Professor Dr. med. Manfred Weber, Vorsitzender der Deutschen
Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), fordert deshalb gezielte
Untersuchungen im Rahmen von Früherkennungsprogrammen. Streifen für
einen einfachen Urintest sind in jeder Apotheke erhältlich. Bekannte
Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen sind vor allem Nikotin,
Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Übergewicht und „Zucker“. „Mit
keiner anderen Form der Diagnostik ist so einfach nachzuweisen, ob
diese „Gefäßkiller“ schon Schäden gesetzt haben, wie durch die
Untersuchung des Urins“, betont Professor Weber, Chefarzt der
Medizinischen Klinik I, Kliniken der Stadt Köln. Der Test zeigt an, ob
vermehrt Eiweiß – so genanntes Albumin – im Urin enthalten ist. Diese
„Albuminurie“ entsteht, wenn die Nierengefäße durchlässiger werden –
das Albumin tritt in den Urin über, ganz gleich ob die Durchlässigkeit
durch Bluthochdruck, Diabetes, Nikotin oder Entzündungen verursacht
wurde. Eiweiß im Urin ist laut Professor Weber das derzeit eindeutigste
Anzeichen dafür, dass bereits Frühschäden an den Gefäßen bestehen. Der
Internist misst diesem Risikoindikator sogar mehr Bedeutung zu als
einem erhöhten Cholesterinwert. Der Harntest sei deshalb
aussagekräftiger und wichtiger als die Blutuntersuchung auf
Cholesterin. Trotzdem werde er heute kaum in der Vorsorge eingesetzt.
Würde der Test flächendeckend genutzt, könnte er als wirksame Maßnahme
zur Früherkennung von Gefäßschäden dienen und Herzinfarkt oder
Schlaganfall vermeiden helfen. Professor Weber fordert deshalb, ab dem
50. Lebensjahr mindestens einmal jährlich einen solchen Test
durchzuführen. „Das Gute daran: Der Patient kann ihn für etwa zwei Euro
kaufen und selbst anwenden“, erläutert der Präsident des diesjährigen
Internistenkongresses. Wenn der Teststreifen keine erhöhte
Eiweißkonzentration ausweist, hat der Patient laut Professor Weber mit
großer Wahrscheinlichkeit keine Gefäßschäden. Bei einem positiven
Testergebnis sollte der Patient jedoch einen Arzt aufsuchen. Dieser
kann durch weitere Untersuchungen klären, inwieweit das Herz und die
Blutgefäße anderer Organe in Mitleidenschaft gezogen sind. Damit lassen
sich eine Verminderung der Nierenleistung, eine Erkrankung der
Herzkranzgefäße oder ein Schlaganfallrisiko rechtzeitig erkennen und
vielfach auch behandeln.

Große Windkraftanlagen klimafreundlicher

Ökobilanz untermauert Trend des wachsenden Rotordurchmessers
 
Windkraft: Größe für Klima vorteilhaft, sagen Forscher (Foto: Flickr/de la Paz)

Zürich (pte001/22.06.2012/06:00) – Windkraftanlagen beeinträchtigen das Klima umso weniger, je größer sie gebaut werden. Zu diesem Schluss kommen Forscher der ETH Zürich http://www.ifu.ethz.ch im Fachblatt "Environmental Science & Technology". "Bisher nahm man bloß an, dass größere Windkraftanlagen umweltfreundlicheren Strom erzeugen als kleine. Wir haben dies nun quantitativ bewiesen", erklärt Studienleiterin Marloes Caduff im pressetext-Interview.

Riesen im Vormarsch

Schon in den vergangenen Jahrzehnten sind Windräder nicht nur mengenmäßig, sondern auch in ihren Baudimensionen ständig gewachsen: Erreichten die Anlagen 1980 gerade einmal 15 Meter Rotordurchmesser, werden Windanlagen heute bis zu zehnmal größer dimensioniert: Aktuell hält die Offshore-Anlage "Alstom Haliade 150" vor Frankreichs Küste mit 150 Metern Durchmesser den Rekord, noch größere Objekte sind jedoch in Planung.

"Gemäß der ‚economy of scale‘ wird Strom aus Windkraft umso billiger, je mehr man produziert. Wir wollten überprüfen, ob dieser Positiveffekt auch für die klimarelevanten Umweltfolgen gilt", erklärt Caduff. Analysiert wurden existierende Studien zu zwölf Windrädern von 12,5 bis 90 Metern Höhe, deren Ökobilanz – von Produktion bis Betrieb und Entsorgung – die Forscher nach einer Harmonisierung der Daten verglichen.

Günstiger dank Know-how

Je größer die Anlage, desto nachhaltiger der produzierte Strom, so das Ergebnis. Zwei Hauptgründe führt Caduff dafür an: "Günstig wirkt erstens der Lerneffekt über die Jahre, was etwa das Material und die Form der Rotorblätter betrifft. Dieser Fortschritt erlaubt es zweitens, mehr Wind zu nutzen, ohne dass die Masse des Turmes oder der Generatorkopf proportional größer werden", erklärt die Forscherin.

Ins Gewicht fällt in der Ökobilanz vor allem der Stahl für den Turm, das Glasfaser-Plastik, der Chromstahl für den Generatorkopf sowie der Beton für das Fundament. Eine Extrapolierung der Daten für noch größere Windräder sei laut Caduff nicht zulässig, immerhin könnten jedoch Anlagenbetreiber die Berechnungen für eine erste Abschätzung der Umweltwirkung ihrer eigenen Generatoren nutzen, indem sie diese in Durchmesser und Höhe einordnen.