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Wohin führt die Staatsverschuldung? Treibt Corona in die Inflation? Mit einer Einführung von Jean Pütz

Die heutige Zeit ist geprägt durch Spezialisirung. Jeder Wissenschaftler oder auch Ökonom muss tief schürfen, um seine Spitzenforschung zu betreiben. Die große Gefahr ist, dass er dabei den Überblick verliert. In der Volkswirtschaft wäre das verhängnisvoll. Diese hängt von vielen Voraussetzungen ab. Natürlich sollten soziale Aspekte an vorderster Stelle stehen und im Sinne der Marktwirtschaft auch die ökologischen .

Darüber hinaus kommt es auch auch die kreative Entwicklung von Hartware und Software an. Das heißt, die technologischen Aspekte gehen in diese Gleichung mit vielen Unbekannten ein. Jetzt hat Corona-Pandemie besondere Bedingungen geschaffen, die in der Regel absolutes Neuland bedeuten.

Trotzdem muss dem neugierigen Bürger die Möglichkeit gegeben werden, zumindest Einblicke zu bekommen. Die Notwendigkeit habe ich früher einmal so beschrieben: Unsere Wirtschaft ist ein großer Ozean und der Einzelne bzw. ganze Gemeinschaften befinden sich auf einem kleinen Boot mitten in den Wellen. Da tut es gut, wenn zumindest die  Richtung erkannt wird. Dabei könnte bei der Navigation ein Kompass helfen oder das Wissen um den Verlauf der Gestirne. Mit dem Sextanten kann man dann auch wie in alter Zeit die Richtung ermitteln. Schön wäre es, wenn das Boot dann auch noch ein kleines Segel besitzt oder später einen Motor, mit dem die grobe Richtung bestimmt werden kann. Als Gemeinschaft muss man sich dann einigen, wohin es gehen soll. Dabei kann die Vernunft eine tragende Rolle spielen. Sollte dies nicht möglich sein, ist es notwendig, dass Einzelne aussteigen und auf einem individuellen Boot als Querdenker ihrer persönlichen Vernunft gehorchend versuchen, das Ziel zu erreichen. Doch das klappt nicht immer, was besonders für die Finanzen gilt. Da sitzen wir alle in einem Boot.

Nun habe ich hier einen interessanten Artikel gefunden, den mir eine Luxemburger Bank hat zukommen lassen. Ich kann nur jedem, der der Vernunft mächtig ist,  empfehlen, ihn intensiv zu studieren, denn er ist fachlich und didaktisch einfach Spitze.

Ihr Jean Pütz

(bdl) – Die Covid-19-Krise verschärft die Überschuldung der Industrieländer. Guy Wagner, Managing Director von BLI – Banque de Luxembourg Investments, sieht nur einen Ausweg: die Rückkehr zu mehr Haushaltsdisziplin.

Die außerordentliche Krise, die wir derzeit erleben, hat die Staaten zu einer Reihe von Maßnahmen gezwungen, die bereits jetzt einen Umfang von mehreren Milliarden Euro haben. Können Staaten noch mehr tun?

Man kann sich natürlich zunächst einmal die Frage stellen, wie Staaten ihre Ausgaben finanzieren. Im Allgemeinen haben sie dazu zwei Möglichkeiten: entweder durch höhere (Steuer-)Einnahmen oder aber durch Schulden. Und anders als Privatpersonen haben Staaten vielfältige Möglichkeiten, Schulden aufzunehmen – allen voran durch die Emission von Anleihen, die anschließend von Pensionsfonds oder Versicherungen gekauft werden.

Ist die aktuelle Niedrigzinsphase denn nicht ein guter Zeitpunkt für solche Anleihen?
Technisch gesehen, ja. Der Gedanke aber, dass in Niedrigzinsphasen gewissermaßen alles möglich ist, ist gefährlich. Die Finanzierungskosten sind tatsächlich sehr niedrig oder sogar negativ, und viele fragen sich, warum Staaten dies nicht nutzen, um noch viel mehr auszugeben.

Darauf gibt es zwei Antworten: Zum einen werden die Zinsen wahrscheinlich nicht für immer so niedrig bleiben. Wenn sich Staaten jetzt verschulden und die Zinsen später wieder steigen, wird der Schuldendienst einen immer größeren Teil der Steuereinnahmen aufzehren – und das ist nicht ungefährlich.

Zudem ist das private Sparvermögen nicht unbegrenzt. Je mehr sich ein Staat verschuldet, desto weniger Geld steht ihm zur Verfügung, um den privaten Sektor zu finanzieren.

Heißt das, dass Staaten keinen großen Gestaltungsspielraum haben?
Zu normaleren Zeiten wäre dieser Spielraum quasi unbegrenzt. Doch dann sind da ja noch die Zentralbanken, die man ebenfalls in die Gleichung einbeziehen muss. Wenn die Zentralbanken (wie von manchen gefordert) die von den Staaten ausgegebenen Anleihen direkt kaufen, hätten diese es theoretisch gar nicht mehr nötig, privates Sparvermögen anzuziehen. Dieser Gedanke ist gefährlich, und dieses Vorgehen hatte in der Vergangenheit verheerende Auswirkungen, so z. B. im Deutschland der 1920er Jahre oder später in Lateinamerika oder Afrika.

Nicht ohne Grund war die Unabhängigkeit der Zentralbanken immer ein hohes Gut, nicht ohne Grund war es ihnen verboten, öffentliche Anleihen direkt zu kaufen.

Eine andere Aufgabe, die die Zentralbanken seit einem Jahr übernehmen, ist die Stützung einer expansiven Geldpolitik, die auf den extrem niedrigen Zinsen basiert. Dies hat jedoch keine Probleme gelöst, sondern vielmehr mit zu der Situation geführt, in der wir uns heute befinden.

Das große Problem des weltweiten Finanzsystems ist die immer weiter zunehmende Überschuldung. Wie könnte man aus dieser Situation herauskommen?
Eine Patentlösung gibt es leider nicht. Manche vertreten eine Idee, die auf dem Papier ihren Charme haben mag: Die Zentralbanken könnten ja manche dieser öffentlichen Schuldtitel übernehmen und dann auf die Forderungen verzichten. Dies mag wie ein Zaubertrick aussehen: Weil die Zentralbanken ebenfalls zum öffentlichen Sektor gehören, wäre ein solcher Schuldenerlass für den privaten Sektor neutral, da die Verluste ja von den Zentralbanken getragen würden. Die einzige Konsequenz wäre, dass ihr Eigenkapital stark negativ würde – und manche meinen, das sei gar nicht so schlimm.

Auf dem Papier sieht alles ganz einfach aus…
Und dennoch wäre so etwas in der Realität alles andere als leicht umzusetzen. Zudem könnte dies auch nur ein einziges Mal gemacht werden; anschließend müssten wirksame Leitplanken aufgestellt werden, um zu verhindern, dass sich die Staaten erneut verschulden. Bislang hat so etwas noch nie funktioniert.

Und man könnte sogar noch weiter gehen: Man könnte sich ja vorstellen, dass die Zentralbanken noch mehr öffentliche Anleihen von den Märkten aufkaufen, um in noch größerem Stil Verschuldung zu streichen. Doch all das würde das Problem der Überschuldung im privaten Sektor in keiner Weise lösen.

Der angenehmste Weg, um aus der Schuldenfalle herauszukommen, wäre weiteres Wachstum. Doch weil die Überschuldung das Wachstum bremst, stecken wir hier in einem Teufelskreis.

Bedeutet das, dass die bislang sakrosankten Konvergenz- und Stabilitätskriterien des Maastricht-Vertrags hinfällig geworden sind?
Der große Unterschied zu der letzten schweren Wirtschaftskrise ist, dass die meisten Staaten, vor allem in Europa, seinerzeit zwar auf Haushaltsdisziplin pochten, gleichzeitig aber eine extrem expansive Geldpolitik verfolgten. Heute wird diese Haushaltsdisziplin von manchen bereits als etwas Negatives betrachtet. Stattdessen ist man der Meinung, in einem Niedrig- bzw. Nullzinsumfeld könnten geldpolitische Maßnahmen kaum mehr etwas ausrichten und vielmehr müsse die Haushalts- und Fiskalpolitik übernehmen, um staatliche Ausgaben zu ermöglichen.

Die Abkehr von der Haushaltsdisziplin ist sicherlich eine der großen Lehren, die aus dieser Situation gezogen wurden. Dies ist mittelfristig höchst gefährlich. Guy Wagner, Managing Director von BLI – Banque de Luxembourg Investments

Hinzu kommen die weiterhin bestehenden Inflationsrisiken: Zumindest auf mittlere Sicht sind sie nach wie vor vorhanden, auch wenn die aktuelle Krise kurzfristig eher deflationsfördernd wirkt.
Auf längere Sicht jedoch sprechen verschiedene Faktoren für ein erhöhtes Inflationsrisiko: Zum einen erleben wir zurzeit einen Anti-Globalisierungstrend, der eine Rückkehr zu lokalen Produktions- und Versorgungsketten mit sich bringt. Globalisierung hat stark deflationsfördernde Auswirkungen; Globalisierungsfeindlichkeit hingegen fördert die Inflation.

Zum anderen werden die quasi unbegrenzten öffentlichen Ausgaben, die durch die viel zitierte Geldpresse finanziert werden, die Inflation mittelfristig ebenfalls anheizen.

Was wären die wichtigsten Maßnahmen, die unmittelbar umzusetzen wären?
Schwer zu sagen… Ausgangspunkt des Problems ist offensichtlich die Überschuldung: Derzeit versammeln die sieben G7-Staaten eine öffentliche Verschuldung auf sich, die 140 % ihrer Wirtschaftsleistung entspricht – ein historischer Höchststand. Dabei sind noch nicht einmal die Ausgaben berücksichtigt, die durch die Demographie und die Pensionssysteme bedingt sind.

Die Lösung, öffentliche Schulden zu streichen, kann nur funktionieren, wenn sie perfekt umgesetzt wird. Dazu bräuchte es Garantien, dass sich eine solche Überschuldung nie mehr wiederholt. Die Staaten müssten sich anschließend ausdrücklich dazu verpflichten, die vorgegebene Haushaltsdisziplin einzuhalten. Angesichts dessen, was man in der Vergangenheit erlebt hat, fällt Optimismus an dieser Stelle schwer.

23.07.20 Das reine Elektroauto – Schrott der Geschichte ?

Das reine Elektroauto – Schrott der Geschichte ? Trotzdem, es lebe die Elektromobilität!! Alternativen hier im Beitrag

Tesla behauptet, seinem Elektroauto gehöre die Zukunft. An der Börse werden seine Aktien höher bewertet als sämtliche deutsche Automobilfirmen: Volkswagen, Daimler, Audi und BMW zusammengenommen. Auf Elon Musk, dem Paradiesvogel unter den Vorständen, ist selbst unsere Autoindustrie reingefallen. Jetzt wird er gefeiert, weil er mit seiner Firma zum ersten Mal Gewinne eingefahren hat. Allerdings mehr als hundert Mal geringer als die deutschen Konzerne. Sein Elektroauto ist wegen der geringen Reichweite und dem hohen Preis bestenfalls für reiche Familien mit Eigenheim als Zweit- oder Dritt-Auto verwendbar. Dass dieses Auto leider auch von der Presse als ökologisch wertvoll und klimarettend gehandelt wird, zeugt von der Oberflächlichkeit und Emotionalität des Mainstreams. Die enormen Nachteile werden einfach weggewischt, nicht nur im Gebrauch und für Straßenparker in den Städten völlig ungeeignet. Das Abgas, welches wir vermeiden, erzeugt in den Ländern, in denen die Rohstoffe für die Batterie geschöpft werden, soziale Ungerechtigkeiten und Umweltschäden sondergleichen. Da hilft auch zukünftige hochsubventionierte Batterieforschung mittelfristig nicht weiter.

Aber es gibt eine Alternative, das sogenannte HyperHybrid-Auto mit kleinem Lademotor und geringstem Treibstoffverbrauch, der auch kostengünstig mit Solarenergie gewonnen werden kann. Deutschland ist sowieso der Weltmeister im Motorenbau, deshalb erspart es unserer auf den Leim gegangenen Automobilindustrie milliardenschwere Investitionen für die Umrüstung auf das reine Elektroauto. Jetzt besonders wichtig im Wirtschaftsaufschwung nach Corona. Man könnte sogar sagen, HyperHybrid rettet die zukunftsträchtige Elektro-Mobilität. Prototypen existieren bereits mit Reichweiten weit über 1000 Kilometer und maximalem Treibstoffverbrauch von 1,5 bis 2 Litern auf 100 Kilometer und einem Verkaufspreis, der nicht höher liegt als die heutigen sprit-fressenden Kraftfahrzeuge.

Schauen und hören Sie sich meinen Facebook-Beitrag an. Interessant für Sie sind auch die in meiner freigehaltenen Moderation erwähnten Links

Video-Fahrbericht mit HyperHybrid-Auto

Journalistischer Beitrag

Automobil-Industrie zahlt die höchsten Gehälter – ein Anzeichen für die Bedeutung dieser Industrie-Sparte. Immerhin beschäftigt sie 850.000 Mitarbeiter, die Zulieferindustrie nicht mitgerechnet. Hier ein Artikel

Folge 128 Der Vernunft eine Chance

HyperHybrid-Auto in Funktion – Die Zukunft der Elektromobilität – Mit einer Stellungnahme von Jean Pütz

Antwort an Obrist, dem Produzenten der beiden Prototypen auf Basis von HyperHybrid, als ökologische Alternative zum reinen Elektroauto mit schwerlastigen und teuren Batterien:

Das Video habe ich mir angesehen. Als Redakteur und Filmemacher möchte ich Ihnen wirklich ein Kompliment machen. Leider fehlen ihm wesentliche Aussagen:

  • Zunächst einmal die Regeneration beim Bremsen, die die Reichweite auch wesentlich verlängert.
  • Der extrem geringe Verbrauch (2 Liter auf 100 Kilometer – und beim Zwischenladen auf längeren Strecken sogar noch weniger). Mit einer Tankfüllung von 30 Litern werden über 1000 Kilometer erreicht, ohne Zwischenstop
  • Die Möglichkeit z. B. mit regenerativem Methanol zu verwenden und dadurch wesentlich bessere Ökobilanz als jedes Elektroauto
  • Um den Innenraum zu heizen und zu kühlen, braucht man keinen kostbaren Batteriestrom
  • Der unschlagbare Preis – ein Kleinauto unter 15.000 € und ein Mittelklasseauto unter 25.000 €,

Für mich die wichtigste Eigenschaft:

  • Der deutschen Automobilindustrie werden Milliarden von Investitionen, die bei reiner Elektromobilität jeglichen Aufschwung nach Corona bremsen, Deutschland könnte seinen Vorsprung in der Motorentechnologie weltweit bewahren.

Das alles mit dem gleichen Komfort und Fahrgefühl wie beim reinen Elektroauto.

Meines Erachtens wurde auch der Unterschied zwischen einem üblichen Plug-in-Hybrid und dem HyperHybrid nicht so deutlich, wie es hätte sein können, herausgestellt. Frank Obrist wies zwar kurz darauf hin, aber leider war das nur so am Rande.

Hier geht’s zum Video

Bedeutung der Automobilindustrie für Deutschland

(Spiegel) – Die Autoindustrie ist für den deutschen Arbeitsmarkt von überragender Bedeutung – nicht nur, weil sie mit knapp 850.000 so viele Menschen beschäftigt, sondern weil sie die meisten davon auch besonders gut bezahlt. Das geht aus den Entgeltdaten für das Jahr 2019 hervor, die die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Montag veröffentlicht hat.

Demnach betrug das mittlere monatliche Bruttoentgelt von Vollzeitbeschäftigten in Deutschland im vergangenen Jahr exakt 3401 Euro. Gemeint ist der Medianlohn. Das bedeutet, dass die Hälfte der Vollzeitarbeitnehmer mehr verdient, die andere Hälfte weniger. Allerdings hat der gesamtdeutsche Medianlohn nur begrenzt Aussagekraft, denn die regionalen Unterschiede sind riesig. Und in Ostdeutschland wird auch 30 Jahre nach dem Mauerfall deutlich weniger verdient als in den westlichen Bundesländern. Das wird an einer Deutschlandkarte der Medianlöhne in den einzelnen Kreisen deutlich. Hier ist weiterhin klar die ehemalige innerdeutsche Grenze zwischen Ost und West erkennbar.

Im Westen stechen abseits der großen Metropolen besonders zwei Städte hervor: Wolfsburg und Ingolstadt, Sitze des Volkswagen-Konzerns und dessen Tochter Audi. Sie stehen ganz an der Spitze der Lohnrangliste. Wer in Wolfsburg 5089 Euro im Monat verdient, gehört damit immer noch nicht zur oberen Hälfte – in Ingolstadt liegt diese Grenze bei 5004 Euro monatlich.

Wie ist das Lohnniveau bei Ihnen vor Ort? In der Deutschlandkarte finden Sie die Daten für Ihre Stadt oder Ihren Kreis. Am Ende des Artikels finden Sie zudem eine Tabelle mit den Ergebnissen.

In den Top-Fünf-Städten findet sich mit Böblingen auf Platz vier (Medianlohn 4809 Euro) noch ein weiterer Standort eines Automobilwerks, in diesem Fall von Daimler. Allerdings ist die Autobranche nicht die einzige gut entlohnende Industrie. Auf den Plätzen drei und fünf liegen Erlangen (Medianlohn 4907 Euro), wo unter anderem Siemens ein großer Arbeitgeber ist, sowie Ludwigshafen (Medianlohn 4721 Euro), Sitz des Chemiekonzerns BASF.

„Die fünf Kreise mit den geringsten mittleren Bruttoarbeitsentgelten am Arbeitsort finden sich hingegen alle im Osten“, sagt Eric Seils vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Im Mittel am wenigsten verdienen Vollzeitarbeitnehmer in Görlitz mit einem Medianlohn von 2380 Euro. Doch auch im Erzgebirgekreis (2390 Euro), im Saale-Orla-Kreis und im Altenburger Land (je 2420 Euro) und in Vorpommern-Rügen (2423 Euro) ist es kaum mehr.

Dabei weist die BA die Monatsbezüge bereits inklusive aller Sonderzahlungen aus – also Weihnachts- und Urlaubsgeld, Gewinnbeteiligungen, Überstundenzuschläge und sonstigen Zulagen.

Nicht nur zwischen Ost und West – auch zwischen Männern und Frauen besteht ein großer Lohnunterschied. Im Mittel verdienten Männer im vergangenen Jahr 3560 Euro brutto im Monat, Frauen nur 3117 Euro, also 12,5 Prozent weniger. Betrachtet man allein die Männer, liegt deren Medianlohn in Erlangen mit 5600 Euro am höchsten. Frauen verdienen im Wolfsburg am meisten – im Mittel 4439 Euro. „Die Unterschiede sind dort besonders groß, wo die Männer – vor allem durch die Autoindustrie – besonders gut verdienen können“, sagt WSI-Ökonom Seils. Am größten ist das Gefälle zwischen Männern und Frauen in Dingolfing-Landau, Ingolstadt und Böblingen, allesamt Standorte von Autowerken.

„Es gibt allerdings auch 23 Kreise, in denen der Median der Frauen mindestens genauso hoch war wie der der Männer. Diese Kreise liegen alle im Osten“, stellt Seils fest. Am stärksten ausgeprägt war dieser Effekt in Frankfurt an der Oder, wo der mittlere Lohn der Frauen 14 Prozent höher lag als der der Männer. „Insgesamt gilt, dass die Löhne von Frauen und Männern dort ähnlicher werden, wo die Löhne insgesamt niedrig sind“, sagt Seils.

Alle oben genannten Zahlen der BA für jeden Landkreis in Deutschland beziehen sich auf die Medianlöhne am jeweiligen Arbeitsort – die Beschäftigten müssen also nicht unbedingt auch im Ort wohnen.

Betrachtet man die Kreise dagegen nach Einwohnern, kommen ganz andere Ergebnisse zustande. Die Unterschiede sind teils riesig. In Ludwigshafen etwa verdienen die Einwohner der Stadt im Mittel lediglich 3468 Euro. Diejenigen, die in der Stadt arbeiten, hingegen 4721 Euro, eine Differenz von 1253 Euro. Viele BASF-Beschäftigte wohnen lieber in der landschaftlich schönen Umgebung als in der wenig attraktiven Industriestadt.

Umgekehrt gibt es einige Landkreise, in denen die Wohnbevölkerung deutlich besser verdient als die Menschen, die vor Ort arbeiten. „Durch die Pendler kommt ein gewisser regionaler Ausgleich zustande: Die ärmeren Regionen profitieren von Zuflüssen“, sagt WSI-Ökonom Seils. So liegen etwa bei den fünf Landkreisen mit den niedrigsten Medianlöhnen für die Beschäftigten am Ort die Medianlöhne der Einwohner durchweg höher. In Görlitz etwa spiegelt sich darin der hohe Anteil von täglichen Pendlern aus Polen wider.

Betrachtet man nur den Wohnort, werden die riesigen Lohnunterschiede in Deutschland so ein wenig kleiner: Zwischen Görlitz und Wolfsburg liegen dann im Mittel nicht mehr 2709 Euro wie bei den Beschäftigten am Ort, sondern noch 2174 Euro.

Florian Diekmann

Europa wacht auf – Förderung von Lithium-Ionen-Batterien für die Mobilität – Mit einem Vorwort von Jean Pütz

Zu Recht wird die Batterieentwicklung gefördert, insbesondere, damit der Technologie-Rückstand Deutschlands und Europas gegenüber Südostasien verringert wird.

Allerdings besteht die Möglichkeit, die Elektroautos mit wesentlich weniger Batteriekapazität auszurüsten, wenn die Automobilindustrie mehr auf die sogenannte HyperHybrid-Technologie setzen würde: Ein kleiner Lademotor, der auch mit regenerativem Treibstoff aus der solaren Wasserstoff-Gewinnung betrieben werden kann (z. B. mit Methanol), ermöglicht eine Reduktion der Batteriekapazität um das 6- 7-Fache. Besonders wichtig, auf  gewichtsträchtiges Getriebe kann völlig verzichtet werden, denn die Genialität des Elektro-Antriebs bewältigt dies durch geschickte Software. Weitere Vorteile: Das HyperHybrid-Auto wird viel leichter, das Heizen und Kühlen des Innenraums muss nicht mit kostbarem Batteriestrom betrieben werden, die Bremsenergie kann weitgehend regeneriert werden. Weil der Lademotor stets im optimalen Wirkungsgradbereich läuft, ist ein äußerst geringer Verbrauch möglich und im Bedarfsfall liefert er zusätzliche Antriebsenergie zur Batterieleistung.

Vor 10 Jahren habe ich ein solches Antriebsmodell Automobilfirmen (Ford Köln) vorgetragen, weil mir der ökologische Schaden durch große Batterien des reinen Elektroautos bewusst war. Der Vorteil, den wir in unseren Städten durch Abgasfreiheit gewinnen, schadet an anderer Stelle, dort, wo die Rohstoffe gewonnen werden, der Bevölkerung. Es handelt sich also nur um eine Verlagerung auf Kosten der Menschen vorwiegend in den Entwicklungsländern, die sich nicht wehren können.

Leider wurde dieser Vorschlag wegen zu hoher Kosten abgelehnt, das war noch vor dem Software-Betrug bei Diesel-Autos.

Jetzt hat eine österreichische Entwicklungs-Firma dieses Konzept als Prototyp umgesetzt und zeigt, dass es enorme wirtschaftliche Vorteile bringt. Zwei Prototypen wurden vorgestellt: ein Kleinauto mit einem niedrigen Preis von maximal 15.000 € und einem Mittelklasse-Auto, auf der Basis des Tesla, von einem möglichen Verkaufspreis von unter 25.000 €. Mit einem Tankvolumen von 30 Litern Benzin oder regenerativem Methanol, ist eine signifikante Erhöhung der  Reichweite gegenüber dem reinen Elektroauto von über 1.200 Kilometer möglich. Treibstoff-Verbrauch unter 2 Liter auf 100 Kilometer, wenn – wie beim reinen Elektroauto zwischengeladen wird, ist der noch erheblich reduzierbar.

Trotzdem halte ich die Förderung, die im folgenden Beitragl vom KIT beschrieben,  für extrem notwendig, obwohl die österreichische Firma Obrist, die auch den Prototypen entwickelt hat, eine kompakte Lithium-Ionen-Batterie geschaffen hat, die gegenüber äußeren Temperatur-Einflüssen unempfindlich und extrem brandgeschützt ist.

Ihr Jean Pütz

(KIT) – as von der Europäischen Union (EU) geförderte Projekt BIG-MAP soll die Geschwindigkeit, mit der neue Batterietypen entwickelt werden können, erheblich beschleunigen – und das mit einem besonderen Fokus auf Nachhaltigkeit. Über die Forschungsplattform CELEST beteiligen sich daran das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Universität Ulm. Gleichzeitig verstärkt das Projekt die Forschungsaktivitäten im gemeinsamen Exzellenzcluster POLiS.

Um die von der EU und Deutschland angestrebte Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, müssen unter anderem die Treibhausgasemissionen aus dem Straßenverkehr drastisch sinken. Wesentlich dazu beitragen soll der konsequente Ausbau der Elektromobilität, der allerdings kostengünstigere und nachhaltigere Alternativen zu den bestehenden Batterien voraussetzt. „Genau das ist eine riesige Herausforderung, denn die Entwicklung neuer Batterien dauert mit derzeitigen Methoden recht lange. Im Projekt BIG-MAP wollen wir das entscheidend voranbringen”, sagt Professor Maximilian Fichtner, wissenschaftlicher Sprecher von CELEST und POLiS sowie stellvertretender Direktor am Helmholtz Institut Ulm (HIU), welches das KIT gemeinsam mit der Universität Ulm gegründet hat. Das EU-Projekt BIG-MAP (BIG steht für Battery Interface Genome; MAP für Materials Acceleration Platform) zielt darauf ab, gänzlich neue Methoden zu etablieren und dadurch die Batterieentwicklung – unter anderem durch eine konsequente Automatisierung und durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) – deutlich zu beschleunigen. Nachhaltige und ultrahochleistungsfähige Batterien sollen zukünftig durch die in BIG-MAP etablierten Methoden bis zu zehnmal schneller entwickelt werden als bisher. „Die Vision besteht aber nicht nur darin, neue Batterien viel schneller entwickeln zu können, sondern auch sicherzustellen, dass sie Energie effizient speichern können, dass sie nachhaltig und zu so niedrigen Kosten hergestellt werden können, damit es in Zukunft noch attraktiver sein wird, Strom zum Beispiel aus Sonne und Wind in Batterien zu speichern“, so Fichtner. „Eine Neuausrichtung der bestehenden Entdeckungs-, Entwicklungs- und Herstellungsprozesse für Batteriematerialien und -technologien ist notwendig, damit Europa es mit seinen Hauptkonkurrenten in den USA und Asien aufnehmen kann.“

Das Budget für BIG-MAP beläuft sich auf 16 Millionen Euro, beteiligt sind 34 Institutionen aus 15 Ländern. Das KIT ist mit den drei Professoren Maximilian Fichtner, Wolfgang Wenzel und Helge Stein nach der koordinierenden Technical University of Denmark (DTU) größter Fördersummenempfänger. Entsprechend wird auch das Exzellenzcluster Post-Lithium-Speicherung (POLiS), das vom KIT in Kooperation mit der Universität Ulm, dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZSW) sowie der Universität Gießen betrieben wird, bei der Entwicklung der neuen Methoden einen wichtigen Anteil haben. BIG-MAP wird zunächst über drei Jahre laufen, mit der Option auf eine Verlängerung um weitere sieben Jahre. Es ist das größte Einzelforschungsprojekt der europäischen Forschungsinitiative für Batterien, BATTERY 2030+.

„Bei BATTERY 2030+ und BIG-MAP müssen wir die Art und Weise, wie wir Batterien erfinden, neu erfinden. Im vergangenen Jahr ging der Nobelpreis für Chemie an die Erfinder der Lithium-Ionen-Batterie. Eine fantastische Erfindung, aber es dauerte 20 Jahre von der Idee bis zum Produkt – wir müssen in der Lage sein, es in einem Zehntel dieser Zeit zu schaffen, wenn wir nachhaltige Batterien für die Energiewende bereitstellen wollen“, sagt Tejs Vegge, Professor an der DTU und Leiter von BIG-MAP.

KI und Roboter beschleunigen die Batterieentwicklung
Im Rahmen von BIG-MAP soll eine gemeinsame europäische Dateninfrastruktur entstehen, die es ermöglicht, Daten aus allen Bereichen des Batterieentwicklungszyklus autonom zu erfassen, zu verarbeiten und in kooperativen Arbeitsabläufen zu nutzen. So wird ein physischer Zugang zu den unterschiedlich ausgestatteten Testeinrichtungen für die BIG-MAP-Forscherinnen und -Forscher dann kaum noch notwendig sein, und sie können über Landesgrenzen und Zeitzonen hinweg zusammenarbeiten. Von KI orchestrierte Experimente und Synthese werden große Mengen erfasster Daten mit Fokus auf Batteriematerialien, Schnittstellen und Zwischenphasen nutzen. Die Daten werden aus Computersimulationen, autonomer Hochdurchsatz-Materialsynthese und -charakterisierung, in Operando-Experimenten und Tests auf Geräteebene generiert. Neuartigen KI-basierten Werkzeugen und Modellen werden die Daten dazu dienen, das Zusammenspiel zwischen Batterie-Materialien und Grenzflächen zu „erlernen“ und so die Grundlage für die Verbesserung zukünftiger Batteriematerialien, Grenzflächen und Zellen zu schaffen.
„Wir werden in der Lage sein, den komplexen chemischen Raum mithilfe von autonom agierenden Robotern in nie dagewesener Geschwindigkeit und Qualität zu erkunden. Unser Verständnis wird hierbei durch eine zentrale Künstliche Intelligenz unterstützt“, erläutert Professor Helge Stein (HIU und POLiS), in dessen Forschungsgruppe die für die beschleunigte Materialentdeckung benötigte KI federführend entwickelt und über den europäischen Kontinent verteilt wird.

Verflech­tungen und Ab­hän­gig­kei­ten Deutsch­lands und Chi­nas be­leuch­tet

(ahe) – Chinas Selbstdarstellung in der Corona-Krise und wirtschaftliche Verflechtungen und Abhängigkeiten von Deutschland und China werden von Experten unterschiedlich bewertet. In einer Anhörung des Auswärtigen Ausschusses unter Leitung von Dr. Norbert Röttgen (CDU/CSU) diskutierten Sachverständige und Abgeordnete am Montag, 29. Juni 2020, unter anderem die Frage, ob China seine Marktmacht nutzt, um Interessen in Europa durchzusetzen – und ob eine „Entkopplung“, also eine Rückkehr von im Zuge der Globalisierung nach China ausgelagerter Lieferketten, angemessen oder überhaupt realistisch ist.

„Der chinesischen Führung geht es um narrative Dominanz“
Mikko Huotari, Direktor des Mercator Institute on China Studies, sagte mit Blick auf die Bewältigung der Corona-Krise, dass es der chinesischen Führung um „narrative Dominanz“ gehe. In der Selbstdarstellung der Kommunistischen Partei habe das Land erfolgreich und effizient auf die Pandemie reagiert, im Systemwettbewerb mit dem westlichen Modell Überlegenheit demonstriert.
Huotari wertete diese auf sämtlichen Kanälen verbreitete Erzählung allerdings auch als Zeichen von Schwäche. Die Krise habe auch das Vertrauen in die eigenen Lösungsfähigkeiten erschüttert, die Parteiführung sitze weniger fest im Sattel, als das man im Westen häufig annehme. Huotari warnte gleichwohl davor, Chinas „außenpolitische Diskursmacht“ zu unterschätzen. So nutze Peking Abhängigkeiten im EU-Kontext aus. „China ist heute schon ein innenpolitischer Faktor in Europa.“

„China hält am westlichen Globalisierungskonzept fest“
Prof. Dr. Dr. h. c. Mechthild Leutner, emeritierte Sinologin an der Freien Universität Berlin, betonte hingegen, dass die Bewältigung der Corona-Krise in China als Bestätigung des Systems wahrgenommen werde und das Selbstvertrauen in die eigenen Kräfte gestärkt habe. Als Hauptbedrohung würde das das US-Narrativ eines „America First“ gesehen, das auf Entkopplung und eine Umkehr bei der Globalisierung setzte.
„China hält am westlichen Globalisierungskonzept fest“ und setze auf multilaterale Lösungen. Die Führung der USA wolle hingegen insbesondere die Europäer zu einem härteren Chinakurs bringen. „In dieses dichotomische Deutungsschema sollten wir als Europäer uns nicht zwingen lassen.“

„Der chinesische Weg als Modell für die Welt“
Dr. Angela Stanzel (Stiftung Wissenschaft und Politik) sagte, dass die Regierung Chinas sich als Führerin im Kampf gegen das Virus inszeniere. Staatsmedien propagierten den chinesischen Weg als Modell für die Welt und suggerierten, dass andere Länder nicht so schnell und effizient reagiert hätten.
Die Führung in Peking versuche diese Erzählung einer „heroischen Pandemiebekämpfung“ mit einem anderen Narrativ zu verknüpfen, nach dem China Opfer des Westens sei. Im Laufe der Pandemie seien Neuinfektionen zunehmend als von Ausländern eingeschleppte Fälle dargestellt worden. Bei Neu-Ausbrüchen wie zuletzt in Peking habe man mit dem Finger auf Importlachs aus Europa gezeigt.

„Deutschland wird als Technologiequelle betrachtet“
Dr. Bastian Giegerich (International Institute for Strategic Studies) verwies auf die enormen industrie-, sicherheits- und militärpolitischem Ambitionen Chinas. Das Land wolle sich zu einem führenden Akteur in Bereichen wie Robotik, Luft- und Raumfahrttechnik, Cyber- und Informationstechnologie und Künstliche Intelligenz aufschwingen.
Länder wie Deutschland würden auf diesem Weg als „Technologiequelle“ betrachtet, auf konventionellen Feldern sei die chinesische Industrie aber inzwischen eigenständig: „Kopieren verliert an Bedeutung.“ Bemerkenswert seien hingegen chinesische Investitionen in deutsche IT-Start-Ups. Hier gehe es um militärische Anwendungsmöglichkeiten wie Echtzeitdatenanalyse, Zielbestimmung und autonome Waffensysteme.

„Die Abhängigkeit ist nicht einseitig“
Dr. Stefan Mair vom Bundesverband der Deutschen Industrie sprach sich für eine Balance in den Beziehungen mit China sowohl als systemischer Wettbewerber als auch als wirtschaftlicher Kooperationspartner aus. Die Hoffnung, dass mehr Handel und Kooperation mit China zu mehr Rechtsstaatlichkeit und Fairness im Geschäftsgebaren führten, sei nicht aufgegangen. Es sei wichtig für Deutschland und die EU, die eigene Position zu stärken – durch europäische Einigkeit, mehr Investitionen in die eigene Wettbewerbsfähigkeit, durch Schutz vor Marktverzerrungen.
Die chinesische Regierung habe keine Scheu, Abhängigkeiten ausnutzen, die etwa für deutsche Autohersteller, Maschinenbauer und Chemieunternehmen auf dem chinesischen Markt bestünden. Die Abhängigkeit sei aber nicht einseitig, China profitiere nach wie vor von deutschem Know-how: „Das sollte uns Selbstvertrauen geben.“

„Deutschland im europäischen Vergleich am verwundbarsten“
Dr. Janka Oertel (European Council on Foreign Relations) betonte, dass Deutschland mit Abstand Chinas größter Handelspartner innerhalb Europas sei. „Im europäischen Vergleich ist Deutschland am verwundbarsten.“ Im Zuge der Globalisierung ausgelagerte Produktionsketten ließen sich wie jetzt im Falle von Masken und medizinischer Schutzkleidung zurückverlagern, bei komplexeren Lieferketten und hochwertigeren Produkten sei dies nicht so einfach möglich.
Oertel verwies unter anderem auf das chinesische Post-Corona-Konjunkturpaket, das klar auf eine Marktdominanz bei der 5G-Mobilfunktechnik ziele. Die Gefahr sei, dass solche Abhängigkeiten durch die chinesische Regierung instrumentalisiert würden.

„Lohnende Kooperationsziele zwischen Deutschland und China“
Prof. Dr. Shiwei Shi (University of International Business and Economics, Beijing) wandte sich gegen eine wirtschaftliche Entkopplung von China: „Kein Land wird davon profitieren.“ Die immer engere Kooperation und Aufgabenteilung im Zuge der Globalisierung habe zur enormen Effizienzerhöhung der Weltwirtschaft geführt und zum Beispiel auch die Preise für die Käufer von Computer und Smartphones hierzulande gesenkt.
Lohnende Kooperationspotenziale zwischen Deutschland und China machte der Experte im Bereich Robotik, bei alternativen Antriebstechniken und bei der Digitalisierung aus – darunter die Mobilfunktechnik 5G.

 

Der Jugend ins Gästebuch – früher war nicht alles besser

Heute mal etwas zum Nachdenken …

Stell dir vor, du wärst 1900 geboren.
Wenn du 14 bist, beginnt der Erste Weltkrieg und dieser endet mit 18 Millionen Toten.

Kurz darauf tötet eine weltweite Pandemie, die spanische Grippe, 50 Millionen Menschen. Du kommst lebend raus und unversehrt, bist 20.

Mit 29 überlebst du die globale Wirtschaftskrise, die mit dem Zusammenbruch der New Yorker Börse begann und Inflation, Arbeitslosigkeit und Hungersnot hervorruft.

Mit 33 kommen die Nazis an die Macht.
Du bist 39, wenn der Zweite Weltkrieg beginnt und er endet mit 45 Jahren. Während des Holocaust sterben 6 Millionen Juden. Es werden insgesamt über 60 Millionen Tote geben.

Wenn du 52 bist beginnt der Korea-Krieg.

Mit 64 beginnt der Vietnamkrieg und endet mit 75

Ein Kind, das 1985 geboren wurde, glaubt, dass seine Großeltern keine Ahnung haben, wie schwierig das Leben ist, aber sie haben mehrere Kriege und Katastrophen überstanden.

Ein 1995 geborenes und heute 25 jähriges Kind glaubt, dass es das Ende der Welt sei, wenn sein Amazon-Paket mehr als drei Tage dauert, bis es ankommt –  oder sein Foto nicht mehr als 15 ′′ Likes ′′ bekommt, das auf Facebook oder Instagram gepostet wurde…

2020 leben viele von uns in Komfort, haben Zugang zu mehreren Unterhaltungsquellen zu Hause und können dank staatlicher Hilfen eine neue Pandemie friedlich überleben.

Aber die Leute beschweren sich, weil sie mehrere Wochen lang zu Hause bleiben müssen. Sie haben doch Strom, Telefon, Essen, heißes Wasser und ein Dach am Kopf.

Nichts davon gab es früher. Doch die Menschheit hat viel schlimmere Umstände überstanden und niemals ihre Lebensfreude verloren.

Und seit Tagen beschweren wir uns, weil wir Masken tragen müssen, um in Supermärkte zu kommen, einkaufen, öffentliche Verkehrsmittel zu nehmen…

Vielleicht ist es an der Zeit, weniger egoistisch zu sein, aufzuhören zu jammern und zu weinen.

Autor unbekannt ′

20.07.20 Europa und die wirtschaftliche Hegemonie Chinas

Holt uns China demnächst die Butter vom Brot. Wie soll Deutschland und Europa auf die immer mehr zum Vorschein kommenden Hegemonie-Pläne Chinas reagieren???

Blauäugig hat die Politik bisher darauf reagiert, wie das Kaninchen auf die Schlange. Das Thema würde zwar auch diskutiert aber verschwand stets genauso schnell wie es gekommen war.. Dahinter stand oft die Befürchtung nur ja nicht der Wirtschaft zu schaden. Das dabei insbesondere der deutsche Mittelstand unter die Räder gekommen ist ist Hallen Regierungen, ob Rot-Grün oder schwarz rot Nicht aufgefallen. hören und sehen sich dazu meinen moderierten Beitrag an.

Zu dem Thema habe ich aber auch einen besonders interessanten Artikel gefunden, den sich die Politik mal hinter die Ohren schreiben sollte. Weil er mir so wichtig erschienen habe ich ihn auch auf meiner Homepage veröffentlicht.

Folge 127 der Vernunft eine Chance

Kreislaufwirtschaft: Wieviel Wiederverwertung wollen wir? – Mit einem Vorwort von Jean Pütz

In dem Beitrag wird darüber berichtet, dass vor allen Dingen junge Leute – 29 und jünger – intensiv die Wiederverwertung von biologischem Abfall begrüßen und für die Endprodukte höhere Preise in Kauf nehmen würden. Aber ich denke, das geht nicht nur die jungen Menschen an, sondern auch die alten. Ich bin 83 Jahre alt und befürworte dies ganz intensiv und meine, dass auch Technologien entwickelt werden, die – wenn nicht schon vorhanden – eine ökonomische und ökologische Verwertung möglich machen. Vielleicht ist das noch viel zu wenig bekannt, dass es z. B. hervorragende Recyclinghöfe für biologischen Pflanzenabfällt gibt, im Internet unter dem Stichwort: Kompostierung und Recycling, ganz besonders die sogenannte Pflanzerde, bestehend aus Kompost, Sand und Muttererde. Das erspart auf jeden Fall teure Blumenerde aus den Garten-Centern, Super-  und Baumärkten. Für wenig Geld kann man dort seinen Garten auf Vordermann bringen. Natürlich lassen sich auch viele andere Abfälle zur Rohstoff-Gewinnung recyclen, insbesondere Energie.

Ihr Jean Pütz

(Wissenschaftsjahr) – 78,2 Prozent der deutschen Bevölkerung befürworten eine möglichst vollständige Wiederverwertung von Produkten, auch wenn diese dadurch teurer würden. Das ergab eine repräsentative Umfrage, die das Meinungsforschungsunternehmen Civey im Auftrag des Wissenschaftsjahres 2020/21 – Bioökonomie durchgeführt hat. Besonders hoch ist die Zustimmung in der Altersgruppe der unter 29-Jährigen (85,1 Prozent). Eine Hürde zeichnet sich allerdings bei der Nutzung biologischer Abfälle für die Produktion von Gütern ab. Deren Potential ist aus Sicht der Bioökonomie besonders vielversprechend. Gerade hier sind die Befragten aber deutlich zurückhaltender: Fast die Hälfte (43,1 Prozent) stehen der Verwertung biologischer Abfälle unentschieden (17,2 Prozent) oder negativ (25,9 Prozent) entgegen – ein Spannungsfeld?

„Die Bioökonomie ist ein wichtiger Treiber, um unsere Wirtschaft widerstandsfähiger und nachhaltiger zu gestalten. Im Bereich der Wiederverwertung kann innovative Forschung diesen Prozess entscheidend unterstützen“, so Prof. Dr. Martin Kranert, Lehrstuhlinhaber für Abfallwirtschaft und Abluft an der Universität Stuttgart. „Ziel unseres Projekts ‚RUN‘ ist es beispielsweise, Stoffkreisläufe zwischen Stadt und Land zu schließen. Um derartige Projekte in die Praxis zu überführen, erfordert es aber auch Akzeptanz gegenüber neuen, auf den ersten Blick ungewöhnlichen Verfahren. Neben der Forschung ist daher auch der Dialog mit der Gesellschaft wichtig. Hier können Chancen aufgezeigt und Vorbehalte aufgeklärt werden.“

Themen wie Abwasser und Müll werden eher selten mit Innovationen in Verbindung gebracht. In der Bioökonomieforschung eröffnet sich hier aber ein weites Fachgebiet mit vielfältigen Ansätzen, die unseren Rohstoffverbrauch senken und unsere Wirtschaft unabhängiger von globalen Rohstoffströmen machen können.

 

Nutzt China Corona, um sich die Perlen der deutschen Wirtschaft zu greifen?

(Business Insider) – In einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) warnt der Ökonom Jürgen Matthes davor, dass chinesische Investoren deutsche Firmen kaufen, um in den Schlüsseltechnologien aufzuholen. Gerade auch in der Corona-Krise.

China-Expertin Agatha Kratz vom Forschungsinstitut Rhodium hält dagegen. Sie glaubt, dass nur ein kleiner Teil der Investitionen ein hohes Risiko berge.

Die deutsche Bundesregierung ist jedenfalls gewarnt. Und verschärft die Regeln.

Seit die Kommunistische Partei Chinas ihre Strategie „Made in 2025″ verkündet hat, ist klar: Bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts will die Volksrepublik zur globalen Industriemacht Nummer eins aufsteigen. Auf dem Weg dorthin möchte Peking in zehn Schlüsseltechnologien investieren.

Dafür kaufen chinesische Investoren auch ausländisches Know-how ein. Sie beteiligen sich etwa an deutschen Firmen oder übernehmen diese ganz. Der bisher wohl bekannteste Fall ist der des Augsburger Roboterherstellers Kuka, den 2016 die chinesische Midea-Gruppe übernahm.

Die Corona-Krise, fürchten Wirtschaftskreise, könnte es chinesischen Investoren jetzt noch leichter machen. Das könnte vor allem dann zutreffen, wenn Staatshilfen für geschwächte deutsche Firmen austrocknen und sich dann Investoren aus Fernost finanzkräftiger und großzügiger erweisen als andere.

Verfolgen Chinas Investoren andere Ziele als Gewinn?
In einer neuen Studie warnt Jürgen Matthes, Ökonom am Institut der Wirtschaft (IW). Es gebe zahlreiche Indizien, dass technologisches Wissen aus Deutschland abfließe. China versuche so, industriepolitisch aufzuholen. Gerade in der Coronakrise bestehe die Gefahr, dass die Volksrepublik gezielt finanziell in Not geratene, aber durchaus innovative Firmen in Industrieländern übernehme.

Für seine Analyse hat Matthes ökonomische Arbeiten aus den USA und der EU ausgewertet, eigene Beobachtungen ergänzt und eine Unternehmensumfrage aus dem Jahr 2018 hinzugefügt.

Eines seiner zentralen Ergebnisse: Chinesische Staatsunternehmen übernehmen deutsche Firmen vorwiegend in den zehn von China festgelegten technologischen Schlüsselbranchen. Darunter fallen etwa die Autoindustrie, Biomedizin/Medizintechnik, Maschinenbau und Robotik, vor allem aber auch Informations-, Kommunikations- und Elektrotechnik.

Matthes verweist auf eine Studie des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo. Demnach erwerben chinesische Investoren im Vergleich zu anderen Käufern Unternehmen, die tendenziell größer, patentreicher, höher verschuldet und damit weniger profitabel sind. „Die geringe Rentabilität könnte darauf hindeuten, dass andere als reine Gewinnziele verfolgt werden“, schreibt er. Sprich: politisch-strategische auf Kosten etwa Deutschlands.

Daimler nutzt China-Connection
Matthes befürchtet, dass ein staatlich gesteuertes, schnelles Aufholen Chinas in den Industrieländern zu Wohlstandsverlusten führen könnte, auch wenn dies theoretisch und empirisch derzeit nicht eindeutig zu belegen sei. Doch wie groß ist die Gefahr der chinesischen Aufkauf-Politik für Deutschland wirklich?

„Es ist nicht immer schwarz und weiß“, sagt Agatha Kratz, China-Expertin des Forschungsinstituts Rhodium. „Deutsche Firmen bekommen dank chinesischer Aktionäre oder Investoren auch den Zutritt zum chinesischen Markt.“

Kratz verweist auf den Fall des zweitgrößten deutschen Autobauers Daimler. Dort wurde der Milliardär Li Shufu, Gründer des chinesischen Autobauers Geely, 2019 größter Einzelaktionär. Seitdem arbeiten Daimler und Geely eng zusammen. Das bringt dem deutschen Autohersteller klare Vorteile in der Volksrepublik, dem größten Automarkt der Welt.

Kratz hat selbst zu Chinas Aufkauf-Politik in Europa geforscht. „Chinesische Investitionen im Ausland haben eine klare Gewinnabsicht“, sagt sie. Aber: Die Politik lenke sie über staatliche Anreize gezielt in Branchen mit Schlüsseltechnologien oder -industrien.

„Die wertvollsten Güter in Deutschland und Europa sind nun mal Technologien und Industrien“, sagt Kratz. „Wenn Unternehmen in China das Gefühl haben, dass diese Türen offen stehen, dann nutzen sie das natürlich auch aus.“

Kratz findet chinesische Investitionen prinzipiell nicht verwerflich. Zu verstärkter Achtsamkeit rät sie aber vor allem dort, wo es auch dank kräftiger Hilfen der chinesischen Politik zu einem Technologietransfer kommen könne.

Insbesondere Chinas Staatshilfen hält auch IW-Ökonom Matthes für problematisch. Er wirft dem Land „Wettbewerbsverzerrung“ vor. Wenn es um Übernahmen ausländischer Unternehmen gehe, profitierten chinesische Firmen von erleichtertem Kapital- und Devisenzugang, von Steuererleichterungen und Versicherungen, führt er aus. So könnten sich chinesische Investoren im Preiskampf mit westlichen Konkurrenten einen Vorteil verschaffen.

Deutschland versucht Chinas Aufkäufe einzubremsen
Deutschland versucht spätestens seit Kuka dagegenzuhalten. Die Bundesregierung verhinderte etwa im Herbst 2018 den Kauf des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz durch chinesische Investoren. Stattdessen sprang die staatliche Förderbank KfW ein. Zudem erschwerte die Bundesregierung erst diesen Juni noch weiter Investitionen aus Drittstaaten in heimische Unternehmen, die für strategisch wichtig erachtet werden.

Trotzdem rät Matthes zu Vorsicht. Er erinnert, dass Deutschland im vergangenen Jahrzehnt auf dem europäischen Kontinent das wichtigste Übernahmeziel für chinesische Investoren gewesen sei. Allein im zweiten Halbjahr 2019 investierten Chinesen insgesamt 4,2 Milliarden Dollar in die Bundesrepublik, wie eine Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) zeigt.

Dass chinesische Investoren jetzt die Corona-Krise nutzten, um Deutschland auszukaufen, glaubt China-Expertin Kratz allerdings nicht. Vielmehr deuteten die Zahlen zu den chinesischen Auslandsinvestitionen etwas ganz Anderes an. Demnach haben chinesische Investoren im ersten Quartal 2020 so wenig im Ausland investiert wie seit fast zehn Jahren nicht mehr.