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26.10.20 Brandbrief an die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft e. V. und das Wuppertal-Insitut

Sehr geehrte Damen und Herren,

diese Absage bedaure ich sehr, denn als Wissenschaftsjournalist, Gründer und langjähriger Leiter der Redaktion Naturwissenschaft und Technik im WDR-TV habe ich mich stets mit der Nachhaltigkeit der Energieversorgung beschäftigt. Schon meine erste Sendereihe (13 Folgen) ‚Energie, die treibende Kraft‘, die ich 1969 geschrieben habe, weswegen ich überhaupt zum festangestellten Redakteur berufen wurde, beweist, dass ich seinerzeit sämtliche neuralgischen Punkte der CO“-Problematik, die heute aktuell sind, vorausgedacht habe. Später, 1990, hatte ich als Moderator und Autor die Verantwortung für die Sendereihe ‚Bilder aus der Wissenschaft‘, der einzigen Wissenschaftssendung in der ARD. Deshalb gelang es mir, ein damals nicht besonders beliebtes Thema zu realisieren unter dem Titel ‚Der Sonne eine Chance‘. Ich bewies, dass schon seinerzeit der Energie-Verbrauch und somit der CO2-Ausstoß mit intelligenten technischen Methoden um 95% reduziert werden konnte, das heißt, mit nur 5% wäre der damalige Gebäudebedarf zurecht gekommen. Das waren keine Wolkenkuckucksheime, sondern ich habe es mit konkreten Fakten untermalt. Als Ingenieur der Elektrotechnik, Physiker uns Soziologe gelang mit der Beweis, weil ich viele Fachgebiete zusammenbringen konnte, die heutzutage besonders im Einzelspezialistentum untergehen. Da diese Gebäudebereich auch heutzutage noch 45 – 50% für den CO2-Ausstoß verantwortlich ist, hätte man seinerzeit schon mit einer vernünftigen Wärmeschutzverordnung das heutige Problem lösen können und die CO2-Grenzwerte der EU ohne gesetzliche Restriktion einhalten. Dazu habe ich das Gesamtkonzept weiterentwickelt und im privaten Bereich realisiert, so dass ich heute CO2-neutral lebe.

Dazu gehört auch, dass ich den von der grünen  Ideologie arg gebeutelten Verkehrssektor, der für unsere privaten PKW bestenfalls 6-8% CO2-Ausstoß bringt, mit Hilfe der Elektromobilität – wohlgemerkt nicht auf die rein Batterie-getriebene Version bezogen – für die Zukunft gelöst habe. Dazu existieren sogar schon Prototypen.

Darüber möchte ich vor allen Dingen mit dem Wuppertal-Institut ins Gespräch kommen, oder ggf. auch der Johannes-Rau-Forschungsgesellschaft.

Könnten Sie mich bitte mit dem im Wuppertal-Institut verantwortlichen Wissenschaftler in Kontakt bringen, ich vermute, dass die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft eng mit ihm zusammen arbeitet. Meine Vorschläge bauen nicht auf irgendwelchen Wunschdenken auf, auch, wenn die Wasserstoff-Technologie der Zukunft eine zentrale Rolle spielt.

Mit freundlichen Grüßen
Jean Pütz

PS Ich habe nichts dagegen, wenn Sie diese Mail in Ihrem Wirkungskreis verteilen

Sehr geehrte/r Herr Jean Pütz,
vielen Dank für Ihre Anmeldung zur gemeinsamen Veranstaltung der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft (JRF), der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste (AWK) und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie am 27.10.2020 ab 16:00 Uhr.

Angesichts steigender Corona-Fallzahlen verzichten wir auf die Teilnahme externer Gäste im Wuppertal Institut und werden die Veranstaltung vor Ort in Wuppertal live ins Internet streamen.

Sie können Sie auf den YouTube-Kanälen der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft und des Wuppertal Instituts sowie auf dem Twitter-Kanal des Wuppertal Instituts mitverfolgen und dort über die Kommentar-Funktionen Ihre Fragen stellen, die Eingang in die Podiumsdiskussion finden werden.

Themen:

Rolle der EU im Rahmen des internationalen Klimaschutzes
• Prof. Dr. Manfred Fischedick
Wissenschaftlicher Geschäftsführer,Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

Integrierte Klima-Industriepolitik als Kernstück des europäischen Green Deal
• Prof. Dr. Stefan Lechtenböhmer
Abteilungsleiter Zukünftige Energie- und Industriesysteme, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

Kreislaufwirtschaft – Lösungen und Herausforderungen auf europäischer Ebene
• Dr. Henning Wilts
Abteilungsleiter Kreislaufwirtschaft, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

Textil – Aus der Umwelt, mit der Umwelt, für die Umwelt
• Prof. Dr. Thomas Gries
Mitglied der Klasse für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste

Italien schützt erosionsgefährdete Küsten – Mit einem Vorwort von Jean Pütz

Das ist nicht nur für Italien interessant, sondern auch für die Nord- und Ostsee-Ufer und Inseln. Der Spruch: ‚Wie Sand am Meer‘ verliert immer mehr  Relevanz, denn er wird immer mehr zum knappen Gut – auch weil in den durch Öl reich gewordenen Golfstaaten daraus künstliche Inseln mit schlimmen Eingriffen auf das Gleichgewicht der Natur geschaffen werden.

Jean Pütz

(pte) – Mitarbeiter der italienischen Forschungsinstitute Ispra , Consiglio Nazionale delle Ricerche, Enea  und der Scuola Universitaria Superiore di Pavia haben ein Gemeinschaftsprogramm zur Entwicklung neuer Technologien zur Überwachung von Meeresküsten gestartet. Vorrangiges Ziel der Initiative ist die Bewahrung der italienischen Küsten vor neuen Brandungs- und Erosionsschäden.

Parco Nazionale del Circeo
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht das Naturschutzgebiet im Parco Nazionale del Circeo, das eine dichte und vor Wind schützende Vegetation aufweist. Die Dünen bieten zusammen mit dem Grünbewuchs eine natürliche Barriere gegen die Meeresbrandung, indem sie den sandigen Untergrund stabilisieren. Diese Tatsache ist von zunehmender Bedeutung, da der Küstensand zu einer immer selteneren und zugleich für die Freizeit der Anwohner immer kostbareren Ressouce wird.

Als technische Grundlage diente eine Kombination aus hochauflösenden Luftaufnahmen (Lidar), durch satellitengestützte Fernerkundung gewonnenes Datenmaterial und herkömmlichen Landvermessungen vor Ort. In Forscherkreisen ist diese Methode auch als „Field spectral libraries, airborne Hyperspectral images and Lidar altimetry“ (FHyL) bekannt. „Die Zusammensetzung der Vegetation und die aus den Verwehungen entstehenden Sanddünen zu überwachen, ist unabdingbare Voraussetzung, um das dazugehörige Ökosystem vor weiteren Schäden zu bewahren“, erklärt Projektleiterin Emiliana Valentini.

„Für Überwachung geeignet“
Italien gilt als eine der fortschrittlichsten Nationen in Sachen Fernerkundungs- und Überwachungstechniken, zu denen auch das kürzlich implementierte Satellitenprogramm Prisma http://www.telespazio.com zählt. „Unser Land ist für derartige Überwachungsmodelle besonders geeignet, da es angesichts seines fast 7.500 Kilometer langen Küstenstreifens über eine enorme Vielfalt an Naturräumen verfügt“, meint Valentini. Speziell im Naturschutzgebiet Circeo erfolgten in den vergangenen 30 Jahren umfangreiche Maßnahmen zum Schutz des Dünensandes vor Wind- und Wettereinwirkung.

In Hinblick auf den laufenden Klimawandel und die damit verbundene Anhebung des Meeresspiegels sind die dabei gewonnenen Erkenntnisse laut den Experten von universaler Bedeutung. „Die multidisziplinäre Studie soll nicht nur dem Schutz des Naturareals des Circeo, sondern auch dem Wirtschaftsleben von ganz Italien und auch anderer Länder zugute kommen.“ Einzelheiten sind in der Fachzeitschrift „Remote Sensing“ nachzulesen.

Atomkraft wieder im Vormarsch? Sie soll Sonne-  und Wind-Kraft ergänzen können! – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Diesen Beitrag gebe ich unter Vorbehalt weiter, aber allenthalben in der Welt wird an neuen Kernreaktorkonzepten geforscht, vor allen Dingen deshalb, weil die sinnvoller Weise bevorzugte Energiequelle Wind und Sonne nur unstet anfällt und die Speichermöglichkeit von Energie sehr begrenzt ist. Interessant dabei ist, dass der in Deutschland entwickelte und demontierte Kugelhaufen-Reaktor in den USA weiter entwickelt wird. Selbst in einem anderen Konzept ist sogar von Kühlung durch Natrium die Rede, dessen Bau als ’schneller Brüter‘ in Kalkar am Niederrhein wegen berechtigter Sicherheitsbedenken eingestellt wurde. Das dafür vorgesehene Gelände ist heute von Holländern zu einem Vergnügungspark umgewandelt worden.

Wenn ich das richtig beurteile, geht es vor allen Dingen um Hochtemperatur-Reaktoren, die einen höheren Wirkungsgrad versprechen, denn die bisher errichteten Side- und Druckwasser-Reaktoren erbrachten höchstens einen Wirkungsgrad von 20%. Zu bemerken ist dabei, dass Deutschland in seiner Phobie gegen Kernkraftwerke bis auf wenige Ausnahmen allein in der Welt steht. Sogar die Finnen sind im Begriff, ein neues Kernkraftwerk, allerdings alter Prägung zu errichten.

Jean Pütz

(heise) – Mit hohen Summen fördert das US-Energieministerium zwei neue Reaktor-Typen. Sie sollen ab 2027 sicheren Strom liefern – und unstete andere Quellen ergänzen.

Der „neue König“ in der weltweiten Stromerzeugung ist Photovoltaik, wie die Internationale Energieagentur vor kurzem in ihrem Jahres-Bericht 2020 feststellte, aber zumindest manche Länder sehen weiterhin auch eine Zukunft in Atomkraft. Dazu gehören zum Beispiel die USA: Hier hat das Energie-Ministerium (DoE) soeben die ersten 160 Millionen Dollar für die Errichtung von zwei neuartigen Kraftwerken freigegeben, die ab Ende 2027 laufen sollen. Insgesamt sind dafür mehrere Milliarden Dollar Förderung möglich – und einer der beiden neuen Reaktoren könnte eine gute Ergänzung zu immer mehr Strom aus Sonne und anderen erneuerbaren, aber unsteten Quellen werden.

Die beiden Unternehmen, die jetzt die DoE-Förderung im Rahmen des im Frühjahr gestarteten Advanced Reactor Demonstration Program erhalten, sind jung, aber dennoch alte Bekannte in der Nuklear-Szene: Terrapower wurde 2006 unter anderem von Bill Gates gegründet und bekam schon 2016 zusammen mit dem Partner Southern Energy 40 Millionen Dollar für die Weiterentwicklung eines neuen Reaktor-Designs. Und auch X-energy, gegründet 2009, wurde schon 2016 vom DoE mit derselben Summe bedacht.

Auch in den USA verzögern sich die noch laufenden Projekten für neue Atomkraftwerke immer wieder oder wurden ganz eingestellt, verabschiedet aber hat sich das Land von der Weiterentwicklung der Technologie nicht. In einem Artikel zu der neuen Förderung für Terrapower und X-energy scheint das DoE sogar so etwas wie Aufbruchstimmung zu signalisieren zu wollen: Nach Jahrzehnten seien die USA jetzt endlich bereit, bei der Demonstration von fortgeschrittenen Reaktoren den nächsten Schritt zu gehen, heißt es darin. Dafür bestehe überparteiliche Unterstützung im US-Kongress, und insgesamt könnten die beiden Projekte 3,2 Milliarden Dollar bekommen.

Beide jetzt geförderten Designs unterscheiden sich von heutigen Atomkraftwerken, werden aber selbst zum Teil schon seit Jahrzehnten mit Rückschlägen erforscht und entwickelt. X-energy will einen so genannten Kugelhaufen-Reaktor bauen, bei dem der Uran-Brennstoff in Grafit-Kugeln eingekapselt ist. Ein größerer Vorrat wird so sehr langsam verbraucht.

Außerdem hat das Konzept von X-energy zwei weitere Besonderheiten. Zur Kühlung und Wärme-Übertragung dient statt Wasser Helium, was höhere Dampf-Temperaturen und somit Wirkungsgrade ermöglicht. Und der Reaktor Xe-100 ist modular aufgebaut und soll später in Fabriken vorgefertigt werden; für das DoE-Projekt sind vier Einheiten mit zusammen 320 Megawatt Leistung vorgesehen.

Zudem lässt sich das erhitzte Flüssigsalz nicht nur sofort zur Stromerzeugung im Generator verwenden, sondern auch später – alternativ kann man es zunächst in Tanks speichern. Die eigentliche Reaktor-Leistung bei dem geplanten Terrapower-Demonstrator beträgt 345 Megawatt, aber mit genügend heißem Salz im Speicher kann sie bis zu fünf Stunden lang auf 500 Megawatt erhöht werden, wie Greentech Media erklärt Auch der Reaktor von X-energy soll in der Lage sein, seine Stromproduktion an den Bedarf am Markt anzupassen. Terrapower geht mit dem Salz-Speicher aber noch einen Schritt weiter, weil sich der für noch mehr Leistung verwenden lässt.

Derlei Flexibilität wird heute vielleicht noch stärker gebraucht als die fast schon berühmte Grundlastfähigkeit von Atomreaktoren: Weltweit wächst der Anteil von erneuerbaren Quellen an der Stromerzeugung, die dadurch insgesamt unstetiger wird. Bislang wurden deshalb schnelle Gas-Kraftwerke in Reserve gehalten und zunehmend große Akku-Speicher gebaut. Doch wenn die Pläne von Bill Gates‘ Atom-Unternehmen jetzt aufgehen, wäre auf gewisse Weise auch Atomkraft im Erneuerbaren-Zeitalter angekommen.

 

23.10.20 Plädoyer für eine nachhaltige, ökologische und bezahlbare Elektromobilität

Wer Äußerungen in der Presse und Industrie ernst nimmt, muss glauben, dass das rein Batterie-betriebene Elektroauto die Lösung darstellt, wie das Verkehrswesen in der Zukunft gestaltet werden soll.

Bleiben wir zunächst nur im Bereich des PKW:
Allein das Gewicht einer einigermaßen effizienten Batterie, die eine gewisse Reichweiter verspricht, müsste zu denken geben. Jeder, der sich in ein solches Auto setzt, hat mindestens 6 bis 10 Mitfahrer, denn diese Batterie wiegt mindestens 500 bis 800 kg. Während bei herkömmlichen Autos mit Verbrennungsmotor darauf geachtet wird, möglichst das Gewicht zu reduzieren, weil das im direkten Zusammenhang mit dem Energieverbrauch steht, hat das beim Elektroauto offenbar keine Geltung. Nun kann man dagegen halten, dass das in Bewegung gesetzte elektrisch angetriebene Auto, die dazu notwendige kinetische Energie beim Bremsen wieder zurückgewonnen werden kann, denn der Elektromotor ist in der Lage, sich beim Bremsen in einen Generator umzuwandeln, der damit die Batterie rückläd. Aber das ist eine Milchmädchenrechnung, denn das Gewicht vergrößert auch den Rollwiderstand der Reifen, der einen erheblichen Anteil am Energieverbrauch ausmacht.

Zu bedenken ist auch, dass die Herstellung der schwergewichtigen Batterie, bzw. genauer gesagt des Akkumulator, nicht nur bei der Gewinnung der Rohstoffe – vorwiegend Lithium und Cobalt – enorme Schäden in der Natur und dem Sozialsystem entstehen, wo diese gewonnen werden. Die ökologische Bilanz jedenfalls ist ein großes Problem und vielfach kommen die Vorteile des abgasfreien Fahrens erst nach hunderttausenden zurückgelegten Kilometern zur Geltung. Wieso dann überhaupt ein Gewinn für das Klima herausgerechnet werden kann, ist unverständlich.

Hinzu kommt, dass die Batterie-Technologie in Südostasien, insbesondere in China und Korea, enorme Fortschritte gemacht hat, die Europa durch Forschungs- und Kapitaleinsatz kaum nachholen kann. Wenn man bedenkt, dass die Kosten des Akkus mindestens ein Drittel des Gesamt-Aufwandes ausmachen, fragt man sich, woran in Zukunft die europäische Automobilindustrie noch Geld verdienen will. Für mich ist das ein Rätsel, dass diese Technologie unter diesen Umständen zur alleinigen Seligkeit führen soll.

Eine Lösung dieses Geheimnisses liefert der umschichtige Elon Musk, dem es offenbar mit genialen PR-Methoden gelungen ist, die Umweltschützer für sich einzunehmen. Das ist insofern verständlich, weil er sein Augenmerk auf einen kritischen Punkt gerichtet hat, nämlich auf die Abgase. Zunächst einmal ist in den Städten von Kalifornien der Smog, der dadurch produziert wurde, ein alltäglicher Begleiter. Noch mehr benötigt das die aufstrebende chinesische Wirtschaftsmacht. In den Hundertmillionen Städten hat mit zunehmender Verkehrsdichte die Luftverschmutzung so Überhand genommen, dass die Methode des Batterie-betriebenen Elektro-Autos als einzige Alternative erschien. Dabei wurden viele Unannehmlichkeiten im alltäglichen Einsatz, das heißt vor allen Dingen die geringe Reichweite und die enormen Kosten für die notwendige Infrastruktur der Ladesäulen, in Kauf genommen. Dass selbst der betuchte europäische Kunde, gespickt mit der Umweltideologie, das durchaus als Nachteil empfand, erkennt man daran, dass nur wenige zur Elektromobilität umstiegen, obwohl teilweise bis zu 8.000,00 € Kaufprämien ausgelobt wurden, plus Verzicht auf KFZ-Besteuerung.

Hinzu kommt, das die deutschen Automobilhersteller auch durch die EU getrieben wurden, denn der sogenannte Flottenverbrauch ihres Autosortiments erhielt einen Grenzwert, der mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren nicht erfüllt werden konnte. Da aber das Elektroauto mit Null-Verbrauch gerechnet wird, konnten sie es sich nicht leisten, durch die Produktion von Elektroautos diesen Durchschnittsverbrauch reduziert zu bekommen.

Ja, und dann kommt die Politik ins Spiel. Grün-Ideologen verdammen generell den Verbrennungsmotor als Teufelszeug und fordern, den so schnell wie möglich zu verbieten – in der irrigen Meinung, dass nur das Elektroauto das Klima retten kann.

Schon 2008 bin ich deshalb zur Firma Ford in Köln, meiner Heimatstadt, gegangen und habe ihnen den Vorschlag gemacht, einen vom Wirkungsgrad optimierten Verbrennungsmotor zu entwickeln. Ich dachte da an einen Dieselmotor oder gar eine Turbine, die wegen der höheren Verbrennungstemperatur – nach dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik – mindestens 50% des eingesetzten Treibstoffs in Bewegungsenergie umsetzen könnte. Dieser Motor hätte dann nur die Aufgabe, die Batterie zu laden, die allerdings eine wesentlich geringere Lade-Kapazität benötigte, als die heute in reine Elektroautos eingesetzte. Der Riesenvorteil eines solchen Systems wäre – so erklärte ich das den Fachleuten – dass völlig auf ein automatisches Getriebe verzichtet werden kann und nur der Elektromotor den mechanischen Antrieb bewerkstelligen würde. Leider hat Ford das abgelehnt, weil sie es als für zu teuer erachteten. Möglicherweise haben seinerzeit – das heißt vor mehr als 12 Jahren – die Autobauer im Hintergedanken mitgespielt, was später zu dem Dieselskandal führte, die Abgassoftware zu manipulieren – insbesondere die großen Deutschen, die ja mit dem Betrug in Amerika ihr Waterloo erlebten. In Europa sind sie ja relativ glimpflich davon gekommen.

Leider hat sich das nicht herumgesprochen und Toyota hat als erster damit angefangen, einen seriellen Hybrid-Antrieb zu entwickeln. Der wird heute als sogenannter Plugin bezeichnet. Allerdings besitzt er einen kompletten mechanischen Antrieb, wie ein herkömmliches Auto und gibt kaum weniger CO2 im Abgas frei als reine Verbrenner.

Trotzdem wird diese Schimäre mit nur unwesentlich geringeren Milliarden-Subventionen gefördert wie das reine Elektroauto.

Die Alternative, die nicht nur mir eingefallen ist – heute nennt man ihn den Parallel-Hybrid oder auch HyperHybrid – wurde aus unerfindlichen Gründen nicht weiterverfolgt, vermutlich auch, weil plötzlich der Verbrennungsmotor im Mainstream völlig in Verruf geraten war. Mit Vernunft hatte das allerdings nichts zu tun.

Nun freue ich mich, dass parallel zu mir ein mittelständischer Automobilzulieferer aus Österreich, der sich zudem erfolgreich mit Energieeinsparung im Innenraum des Autos befasste, das heißt mit effizienten Automobil-Heiz- und Kühlsystemen, den Gedanken aufgegriffen und Nägel mit Köpfen gemacht hat. Nach dem Motto: Reden ist Silber, machen ist Gold, präsentiert er seit dem vorigen Jahr zwei faszinierende Prototypen, einen Kleinwagen und einen der Mittelklasse, die genau auf dem HyperHybrid-System aufbauen. Damit wir uns wegen der Objektivität richtig verstehen, ich persönlich verstehe mich nicht als Lobbyist der Firma und erhalte auch garantiert kein Honorar, finde es aber faszinierend, dass mein Ideen-Ansatz von damals Realität werden konnte.

Nun kommt noch ein sozialer und politischer Vorteil hinzu:
Diese Autos werden nicht teurer als herkömmliche Verbrenner, sind also für jedermann erschwinglich, nicht nur für eine betuchte Elite. In der Stadt können sie mit ihrem wesentlich kleinen Akkumulator völlig abgasfrei fahren, benötigen nachweislich nicht mehr als 1-2 Liter Treibstoff auf 100 Kilometer, weil der Lademotor immer im optimalen Drehbereich arbeiten kann und nicht beim Anfahren enormen Sprit vergeudet.

Später, kann der Motor auch auf regenerativen Treibstoff, wenn dieser konkurrenzfähig, umgestellt werden und ist somit völlig CO2-neutral.Was den regenerativen Treibstoff anbelangt, bringt die sich am Horizont abzeichnende solare Wasserstoff-Technologie die Möglichkeit, mit Hilfe von Wasserstoff und recyceltem CO2 umweltfreundliches Methanol zu erzeugen. Natürlich lässt sich die Bremsenergie genauso in die Batterie zurückführen wie beim reinen Elektroauto.

Was die politische Relevanz anbelangt, so hat die Firma mit Namen OBRIST aus Österreich einen Aufruf an die Entscheider aus Politik und Industrie gestartet, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Sie plädiert vor allen Dingen für Technologie-Offenheit auf dem Weg zur Klima-Neutralität.

Brief an die Politik

Jean Pütz

Eine kritische Stimme gegen den Arbeitsabbau in der Automobil-Industrie

Wolfgang Reitzles Zumutung: Eine Republik sägt an ihrem automobilen Ast

(Welt) – 200.000 der heutigen 800.000 Jobs werden in den kommenden 18 Monaten in Deutschland aus der Autoindustrie verschwinden. Die grün-politischen Enthusiasten triumphieren ob dieses Wandels, endlich soll der Verbrenner wirklich sterben. Aber Wolfgang Reitzle, der Aufsichtsratsvorsitzende von Conti, mutet uns zu, den Folgen ins Auge zu blicken, als er in Steingarts Nachrichtenportal „The Pioneer“ sagt: „Man zerstört politisch die Autoindustrie, die ja noch 99 Prozent ihrer Wertschöpfung durch Autos mit Verbrennungsmotor generiert.“ 30.000 Stellen will Conti abbauen, davon 13.000 in Deutschland.

Die Arbeitsrechtler meinen, eine Zumutung sei eine „durch die Zumutbarkeit begrenzte Belastung“. Einfach mal ein paar Takte Weiterdenken ist so eine zumutbare Belastung.

Sicherlich, ein Wandel birgt immer auch Chancen. Für die Mobilitätsrevolution benötigen wir viele neue Unternehmen, vernetzte Software, intelligente Sensoren und all die großartigen, neuen Geschäftsmodelle. Ich bin optimistisch, dass diese auch entstehen werden. Die Bedingungen für das Wachstum dieser Ideen müssen wir jedoch alle gemeinsam noch deutlich verbessern (die Zerstörung von Jobs fällt offenbar leicht, neue Jobs zu schaffen ist schwieriger). Aber das Neue betrifft eben das Übermorgen.Als verantwortliche Entscheider benötigt man zuerst einen klaren Blick auf das Jetzt, wie ihn Reitzle liefert. Wenn die politischen Akteure in ihrer medialen Echokammer den schmelzenden Eisberg unserer – bisher tragenden – industriellen Basis quasi über Nacht verlassen wollen, muss die Industrie reagieren. Genau das macht Conti vor.Natürlich antworten wir auf die vielen Jobverluste erst mal wie konditioniert: mit Protest. Wir finden emotionale Blitzableiter und sind: Anti-Kapitalismus, Anti-Trump, Anti-China, Anti-Kommunismus, Anti-Carbon, Anti-Corona. Oder alles zugleich. Wie in der Adoleszenz bröckelt das aber irgendwann. Spätestens dann, wenn wir die simplen Fragen stellen: Was sonst werden wir morgen machen? Konkreter noch: Wovon wollen wir morgen Früh die vielen Rechnungen bezahlen? Und wer wird am Ende vom Elektromotor profitieren, wenn – wie bei der Energiewende – erst im zweiten Schritt Fragen gestellt werden, die aus politischem Kalkül im ersten Schritt als nicht opportun galten?

Die Autoindustrie, einst Motor unseres Wohlstandes, scheint dem politischen Abschuss freigegeben.

Was ist also zu tun? Meiner Meinung nach müssen wir als Entscheider in der Industrie jetzt klar in die Zumutung gehen. Schluss mit dem lauen Transfer aus dem Süden, dem Osten oder den alten Kassen. Schluss mit der Hoffnung auf eine Lebensverlängerung des Verbrenners. Wenn das System uns zur Härte zwingt, müssen wir dem System die harten Antworten geben, um Reste davon am Leben zu erhalten. Gnadenlose Effizienz ist mehr denn je gefragt. Ich meine: Es muss ein Ruck durch unsere Industrie gehen, wie wir ihn noch nicht erlebt haben. Wir laufen sonst Gefahr, so wie einst die englische Fertigungsindustrie, in einem jahrzehntelangen Siechtum zu verenden.

Wir brauchen eine breit angelegte Effizienz- und Flexibilisierungsrevolution für unsere Industrie. Eine neue Welle von „lean und agil“ (mehr dazu in unserem White Paper). Wir müssen schnell und konsequent Skaleneffekte suchen, Kapazitäten anpassen, Lieferketten optimieren. Industrie 4.0 muss sofort Realität werden!

Die Zumutung für die Führung der Autoindustrie: Den Sturm annehmen und hart am Ruder stehen. Die Zumutung für die Politik: Verantwortung für die aktive Zerstörung übernehmen und eingestehen, dass wer mutwillig am Eisberg rüttelt, sich um Schwimmwesten kümmern sollte.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Diskutieren Sie gerne mit – ich freue mich über Feedback und weitere, vertiefende Gedanken.

 

21.10.2020 Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, auch wenn die Corona-Seuche den Künstlern das Leben immer schwerer macht

Persönlicher Brief an eine engagierte Malerin, die ihre Kunst auch als Kommunikation für jedermann versteht:

Liebe Bettina,

ich freue mich sehr über Deinen Erfolg. Du weißt, dass ich schon vor mehr als 20 Jahren Deine Kunst faszinierend fand. Einige Deiner Bilder hängen auch in meinem privaten Haus in exponierter Stelle, die ich teils auf Versteigerungen erworben habe. Eine geistige Verwandschaft mit meinem Denken ist nicht zu übersehen: Alle Menschen teilnehmen zu lassen an der Errungenschaft der Wissenschaft und Technik und eine Vermittlungssprache zu finden, die jedermann versteht. Das ist mein Lebensziel. Du machst es auf dem Gebiet der Kunst, Du bist nicht abgehoben und Beifall-heischend wie oft in der Kunstszene. Deine Bilder strahlen Menschlichkeit aus, die jeder versteht. Ich finde es toll, dass Du Dir gerade die so geschundenen jüdischen Mitbürger und ihr Leben nicht nur in New York, sondern auch bei uns, vorgenommen hast. Auch ich bin ein großer Freund dieser Kultur, wenngleich ich gewisse Vorbehalte habe für die Politik, die Netanjaho und Strump ausgeheckt haben.

Also noch einmal herzlichen Glückwunsch für diesen riesigen Erfolg. Wenn es einen Katalog gibt, wäre ich an einer virtuellen Version sehr interessiert.

Leider kann ich zu Deinen Vernissagen nicht leiblich erscheinen, denn ich habe meinen Führerschein abgegeben, aber ich bin geistig bei Dir.

Herzliche Grüße

Dein Jean

Zum Nordstadtblogger

20.10.2020 Offener Brief an Solarenergie Förderverein Deutschlang e. V.

Liebe Freunde,
ich besitze bereits seit 25 Jahren ein BHKW: Senertech, 600 cm3, 5,5 KW elektrisch, fast 100% Ausbeute thermische und elektrische  Energie zusammengenommen bei voller Brennwert-Technik, im sechs-Familienhaus, Mieter profitieren mit.

Nun Sehr geehrte Damen oder Herren,bei den Zielen sind wir völlig einig, aber leider bauen Sie Wolkenkuckucksheime, wenn Sie fordern, ab 2030 100% nur noch auf regenerative Energien unsere Energieversorgung aufzubauen. Emotional ist das für mich auch der größte Wunsch, doch wie soll das mit den heutigen Grün-Ideologischen Ideen geschehen, die vor allen Dingen den Verkehr dadurch reformieren wollen, in dem sie nur noch auf Elektro-Autos setzen. Im Übrigen macht der höchstens 20% des CO2-Ausstoßes in Europa aus. Aus Deutschland heraus können wir das sowieso nicht, aber wir sollten Technologien entwickeln, die auch Ländern im Zustand der wirtschaftlichen Entwicklung überzeugen und finanzierbar sind. Dazu gehört das Konzept des sogenannten HyperHybrids, welches nicht nur unsere Automobil-Industrie vor dem Absturz bewahrt, sondern Millionen von fehlgeleiteten Investitionen erspart. Das HyperHybrid-Auto kostet nicht mehr als ein herkömmliches Auto, ist aber wesentlich ökologischer als ein batteriestrotzendes Elektroauto, welches allein schon wegen des Batterie-Gewichts von 600 bis 700 kg  acht bis zehn Mitfahrer erfordert, sobald man sich hineinsetzt.

Auch HyperHybrid setzt voll auf Elektromobilität, fährt sich wie ein Elektroauto und kann CO2-neutral gestaltet werden. Dafür ist unbedingt eine Technologieoffenheit erforderlich. Schauen Sie sich dazu bitte meine beiden Facebook-Beiträge an. Mit 85.000 Followern habe ich eine ziemlich große Reichweite.

Elektroauto – Schrott der Geschichte

Die deutsche Automobilindustrie in großen Nöten

Das zum Thema Verkehr. Aber viel CO2-lastiger ist der gesamte Wärmemarkt. Wenn Sie auf 100% regenerative Energieversorgung setzen, dann vermute ich, meinen Sie damit die elektrische Energie. Als Physiker und Elektroingenieur sage ich Ihnen, kann das nicht funktionieren. Erklären Sie mir einmal, wie Sie die tausenden von Terawattstunden speichern wollen, die dann benötigt werden, wenn Sonne und Wind ihren Dienst versagen, wenn auf biologische Energie wegen der Artenvielfalt verzichten werden muss und die Wasser-Energie in Talsperren nicht ausreicht. Kommen Sie mir nicht mit dem europäischen Energieverbund über Hochspannungsnetze, dann müssen Sie – ob Sie wollen oder nicht – die französischen, belgischen und demnächst finnischen und polnischen Kernkraftwerke mit einbeziehen. Abgesehen davon, dass kaum ein Land bereit ist, auf ihre mit fossiler Energie betriebenen Kraftwerke zu verzichten.

Wie halten Sie es mit der Versorgung der Gebäude in Winter mit Heizung und im Sommer mit Kühlung? Der Strom fällt da weitgehend aus, denn das ist ein Sakrileg, diese wertvolle ordentliche Energie in unordentliche Wärme umzuwandeln, der 2. Hauptsatz der Thermodynamik lässt schön grüßen. Aber der ist leider den grünen Ideologen unbekannt.

Als alternative wird immer die regenerative Wasserstoff-Technologie angeführt. Auch davon träume ich und finde es auch realisierbar, aber nicht innerhalb von 10 Jahren. Und so einfach wird das auch nicht klappen. Um Wasserstoff mit Erdgaspipelines zu verteilen, ist er zu flüchtig. Alles muss umgebaut werden. Wer glaubt, der wäre doch einfach zu verflüssigen, dem sei gesagt, dass dafür Temperaturen von -252°C oder etwas mehr als 50° K notwendig sind. Ob sich der hohe Energieaufwand lohnt, muss noch bewiesen werden – und wenn, müssen völlig neue Thermosbehälter im großen Stil entwickelt werden.

Es geht natürlich auch unter hohem Druck, aber ob das für Autos nicht zu gefährlich ist, muss noch bewiesen werden.

Jetzt habe ich noch eine frohe Botschaft für Freunde vom Wasserstoff: Er lässt sich mit Solarenergie und regenerierten oder recycelten Kohlendioxid in Methanol oder Ethanol einbringen und so zum Treibstoff der Zukunft verwandeln. Aber das alles bedarf seine Zeit, dann auf Verbrennungsmotoren total zu verzichten, grenzt an die Quadratur des Kreises. Mit den Verbrennungsmotoren könnte Wasserstoff oder Methanol dienen, durch Wärmepumpen Gebäude außerordentlich effizient zu heizen oder zu kühlen. Ob dabei Brennstoffzellen langfristig ökonomisch nutzbar sind, ist die Frage, wenn, dann die sogenannte Hochtemperatur-Brennstoffzelle, die dann Wasserstoff mit geringen Verlusten in elektrischen Strom umwandeln könnte. An der KFA in Jülich hat man schon einen Wirkungsgrad von 62% erreicht.

Also noch einmal deutlich: Wenn überhaupt die Klimakatastrophe abgewendet werden soll, dann ist als Voraussetzung Technologieoffenheit erforderlich und nicht Träumereien, die populistisch für jedermann verständlich aber ins Leere führen.

Ich unterstütze die Ziele des Solarenergie-Fördervereins Deutschland und lebe selbst CO2-neutral mit zwei Energie-plus-Häusern mit Fotovoltaik und Thermosolar-Flächen und in meinem sechs-Familienhaus in Köln, in dem ich mein Büro habe. Es besitz für den Wärmebereich ein Kleinheizkraftwerk, welches mit Erdgas angetrieben wird,  dessen CO2 im Abgas demnächst auf einfachste Weise herausgefiltert werden kann, um im CO2-Recycling für die Herstellung von z. B. Methanol aus regenerativem Wasserstoff produziert zu werden. So nebenbei entsteht als ‚Abfall‘ 5 kW elektrische Energie, die auch den Mietern preiswert zur Verfügung steht, der Überschuss wird ins Netz eingespeist.

Ich hoffe, dass dieses Konzept von Ihnen nicht einfach nur ideologisch abgewertet wird, weil Sie sich auf dem Mainstream festgelegt haben. Es war sowieso ein großer Fehler, nicht mit dem Energiesparen im Gebäudebereich anzufangen. Schon 1990 habe ich in der Bekannten ARD-Sendereihe ‚Bilder aus der Wissenschaft‘ in zwei Folgen zum Thema ‚Der Sonne eine Chance‘ darauf hingewiesen, dass mit gutem Willen und effizienter Technologie damals schon eine Energie-Einsparung im Gebäudebereich bis zu 95% erfolgt wäre. Hätte man das realisiert, könnten wir selbst die strengsten Vorgaben der EU – ohne Deutschland zum Agrarland zu machen, erfüllen.

Gerne bin ich bereit, auch einmal einen Vortrag vor Ihrem Kreis zu halten. um mein schlüssiges Konzept vorzustellen, sobald es Corona erlaubt.

Jean Pütz

PS Wenn Sie jetzt noch Lust haben, genießen Sie  meinen Facebook-Beitrag ‚Ich klage an“

Ich klage an – die langfristige ‚Grünen-Ideologie‘ zur Rettung des Klimas

Zum Schluss habe ich eine entscheidende Frage: Wenn ich der Grünen-Ideologie folge, dann soll ab 2030 der Verbrennungsmotor abgeschafft werden. Wie steht B.KWK e. V. zum Thema Technologie-Offenheit. Warum zieht er den grünen Ideologen nicht die Zähne bzw. holt sie vom Wolkenkuckucksheim herunter? Helfen Sie mir, dem Mainstream ein Schnippchen zu schlagen. Ich selbst lebe CO2-neutral und habe ein durchgängiges Konzept entwickelt, wie Klimaschutz und seine engen Ziele mit alternativen Methoden erreicht werden können, ohne der Deutschen Industrie sämtliche Konkurrenzfähigkeit zu entziehen. Dazu gehört auch ein alternatives Verkehrskonzept, die HyperHybrid-Methode. Mittlerweile gibt es zwei Prototypen, die CO2-neutralen Verkehr ermöglichen.

 

 

Freiheit der Forschung – eine Voraussetzung für liberale Demokratie

Karliczek: Europäischer Forschungsraum muss Garant für Forschungsfreiheit sein

EU-Ministerinnen und Minister für Forschung bestärken auf EFR Ministerkonferenz die Freiheit der Forschung

(bmbf) – An diesem Dienstag sind die EU-Forschungsministerinnen und -minister in einer hybriden Konferenz in Bonn zu Beratungen über den europäischen Forschungsraum und zur aktuellen Lage der Forschungsfreiheit zusammengekommen. Zur Stärkung der Forschungsfreiheit wurde die „Bonner Erklärung“ auf den Weg gebracht, die bereits am Tagungsort von zahlreichen Teilnehmer unterzeichnet wurde. Zu dem Treffen erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hat sich einem widerstandsfähigen, souveränen und nachhaltigen Europa verschrieben. Dazu brauchen wir einen dynamischen Europäischen Forschungsraum.

Mit der Unterzeichnung der Bonner Erklärung zur Forschungsfreiheit haben wir heute ein bedeutendes Signal gesetzt, mit dem das Wertefundament dieses Europäischen Forschungsraums betont wird. Die Bonner Erklärung hat einen hohen politischen Symbolgehalt.

Die Verteidigung und der Schutz der Forschungsfreiheit ist die Basis für eine gute Zukunft Europas. Mit einer starken Forschung können wir die Grundlage für Fortschritt und Wohlergeben der Menschen in den nächsten Jahrzehnten legen. Wir verurteilen alle Versuche, Forschungsfreiheit einzuschränken. Das gilt auch für Angriffe gegen Wissenschaftler aus einigen Teilen der Gesellschaft, wie dies leider auch in der Corona-Pandemie verstärkt zu beobachten ist.

Zur Freiheit der Forschung gehört aber auch Verantwortung. Es ist wichtig, dass Forschung transparent und innerhalb klarer ethischer Leitplanken stattfindet. Heute haben schon einige meiner Kolleginnen und Kollegen die Erklärung unterzeichnet. Viele andere Staaten haben erfreulicherweise entsprechende Zusagen abgegeben. Ich möchte erreichen, dass sich bis Ende unserer Präsidentschaft alle EU-Mitgliedsstatten für einen verbesserten Schutz der Forschungsfreiheit aussprechen.

Bei der heutigen Ministerkonferenz haben wir uns im Kreise der EU-Mitgliedstaaten auch zur Neuausrichtung des Europäischen Forschungsraums ausgetauscht. Es geht uns darum, wie Europa in Wissenschaft, Forschung und Innovation noch besser werden kann. Hierzu zählt vor allem die schnellere Umsetzung von Innovationen und Forschungsergebnissen in wirtschaftlich nutzbare Produkte sowie die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

Die Europäische Kommission hat uns mit ihrer Mitteilung vom 30. September zur Zukunft des Europäischen Forschungsraums eine ganze Reihe von Maßnahmen vorgelegt. Wir haben die Mitteilung heute diskutiert und unsere eigenen Ideen und Prioritäten von Seiten der Mitgliedstaaten in die Debatte eingebracht. Im Rat für Wettbewerbsfähigkeit am 27. November wollen wir als Mitgliedstaaten hierzu Ratsschlussfolgerungen verabschieden.

Ich freue mich sehr, dass wir die heutige Gelegenheit auch genutzt haben, um eine nationale Kampagne zum Europäischen Forschungsraum zu starten. Uns geht es darum, dass der Europäische Forschungsraum nicht abstrakt bleibt, keine Idee nur für Eingeweihte. Austausch und Zusammenarbeit in Europa sind wichtig für alle Menschen. Deshalb wird die Kampagne unter dem Motto stehen: „Der Europäische Forschungsraum: Gemeinsam zu mehr Wissen.“ Wir werden damit in den kommenden Monaten und Jahren für einen Europäischen Forschungsraum werben, der für Leistungsfähigkeit, Dynamik und wertegeleitete Wissenschaft und Forschung steht.

Pessimistische Prognose der Nach-Corona-Zeit – aber Nachdenkenswert

Die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht bringt die Vernunft ein helles Licht am Ende des Tunnels

Jean Pütz

(Morning Briefing) – Die Corona-Erkrankung des Gesundheitsministers, eines Mannes von Tatkraft und Besonnenheit, der in dieser Pandemie seine Rolle gefunden hat, macht betroffen. Sie zeigt, dass es jeden erwischen kann. Auch den Umsichtigen, den gut Informierten, den jungen Mann ohne Vorerkrankung, der von Ärzten gut beschützt wird. Ich wünsche Jens Spahn einen milden Krankheitsverlauf und danach gute Besserung.

Wir sollten seine Erkrankung nicht als neuen Höhepunkt eines medialen Spektakels begreifen, sondern als Zäsur, als Einschnitt in unsere bisherige Denk- und Debattenroutine. Diese Pandemie löst ein ökonomisches und soziales Beben aus, von dem wir erst die Vorläufer erleben. Eine Destabilisierung der bisherigen Weltordnung deutet sich an, die durch kein Kurzarbeitergeld verhindert werden kann. Fünf Dinge werden nie mehr sein wie zuvor:

1. Die bisherige Welt beruhte unausgesprochen auf dem Trickle-Down-Effekt, also auf der Annahme, dass wenn es dem oberen Drittel gut geht, auch das untere Drittel profitiert. Dies erweist sich in der Krise als Illusion. Die ökonomischen Eliten – der Staatsdienst, die Kernbelegschaften der Traditionsunternehmen und die von der Börse finanzierten Technologie-Start-Ups – haben sich vom prekären Teil der Arbeitswelt entkoppelt, da wo Tagelöhner, Leiharbeiter und Soloselbstständige sich nun im Überlebenskampf befinden.

2. Was in Amerika die Arbeitslosigkeit, ist in der Dritten Welt der Hunger. Soziale Unruhen, härter werdende Verteilungskämpfe und ein Anwachsen der Migrationsströme dürften mit Zeitverzögerung die Welt von morgen erschüttern. Bis der Impfstoff entwickelt und global verteilt ist, wird das Virus in immer neuen Wellen angreifen.

3. Die europäischen Sozialstaaten versuchen derzeit den Nachfrageausfall durch Billionen-Schulden zu kompensieren, was die Gegenwartsgesellschaft narkotisiert, aber das künftige Leben schwer belasten wird. Die Staatsverschuldung der Industriestaaten übersteigt signifikant heute schon das Niveau nach der Weltfinanzkrise und erreicht in Kürze den Stand der Weltkriegsjahre.

Damals konnte die Schuldenlast durch ein exponentielles Wirtschaftswachstum und insbesondere durch den Aufstieg der USA zur Weltwirtschaftsmacht zurückverdient werden. Die heutige Pandemie aber trifft – zumindest im Westen – auf reife Volkswirtschaften, die Jahre brauchen werden, um überhaupt das Vor-Corona-Niveau wieder zu erreichen.

4. Corona wirkt auf weite Teile der traditionellen Industrie wie eine Sterbehilfe. Der Retterstaat stützt und beteiligt sich in der Hoffnung, das Sterben zu verlangsamen. Doch die digitale Wertschöpfung ersetzt in beschleunigtem Tempo große Teile der Traditionswirtschaft, was im kometenhaften Aufstieg der Technologiebörsen seinen Ausdruck findet. Der von Yuval Noah Harari prognostizierte Einsatz der Mensch-Maschine, die besser und präziser operieren, rechnen und fliegen kann als der Chefarzt, der Controller und der Lufthansa-Pilot, wird dadurch beschleunigt. Homo Deus steht ante Portas – mit allem, was das für Millionen von gut bezahlten Jobs im Mittelbau unserer Gesellschaft bedeutet. Corona hat diese Entwicklung nicht ausgelöst, wohl aber beschleunigt.

5. Was als medizinisches Infektionsgeschehen begann und sich nun in den weitverzweigten Leitungssystemen der Globalwirtschaft fortsetzt, dürfte auch die politische Landschaft verändern. „Seuchen sind die sozialsten aller Krankheiten“, sagt Prof. Malte Thießen. Kosten-Nutzen Relationen, der Freiheitsbegriff, die Rolle des Staates und das Verhältnis gegenüber dem Anderen werden – sagt er – bei jeder globalen Seuche neu verhandelt. Es kommt, wir erleben das bei dieser Neu-Verhandlung zur gesellschaftlichen Kontroverse und womöglich zur Spaltung.

Fazit: Mit der Fortdauer der Pandemie verlängern sich die Schmerzen und vertiefen sich die Gegensätze. Die Welt von morgen wird eine andere sein.

10.10.20 Großmannssucht in Berlin, speziell im Bundeskanzleramt

Angela Merkel will offenbar dem türkischen Autokraten Recep Tayyip Erdoğan in nichts nachstehen, offenbar ist sie neidisch auf seinen protzigen, neugebauten Präsidentschaftspalast in Ankara. Das Volk hungert, aber Erdogan regiert in einem Gebäude, welches sich nicht einmal der König Ludwig XIV. hätte leisten können.
Dazu habe ich einen interessanten Beitrag in ‚Morning Briefing‘ von Gabor Steingart gefunden, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.
Da fragt man sich wirklich, warum es einen Bundesrechnungshof gibt, wenn er diese Verschwendungssucht in Corona-bedingt knappen Zeiten nicht beeinflussen bzw. verhindern kann.
Es geht um das Bundeskanzleramt, die schon heute mit 25.347 Quadratmetern Nutzfläche größte Regierungszentrale der westlichen Welt – rund achtmal größer als das Weiße Haus, zehnmal größer als Downing Street No. 10 und dreimal größer als der Élysée-Palast in Paris.

Dieses Bundeskanzleramt, so haben Merkel und ihr Kabinett beschlossen, soll bis zum Jahr 2028 durch einen Neubau auf der gegenüberliegenden Spreeseite auf 50.000 Quadratmeter verdoppelt werden. Im Januar 2019 wurde das Projekt den Parlamentariern als „nüchterner, auf Funktionalität ausgerichteter Zweckbau“ verkauft.
Doch davon kann nicht die Rede sein. Als der Bundesrechnungshof sich mit den Planungen befasste, stieß er auf die Platin-Card-Variante eines Regierungssitzes, wie man ihn weltweit nirgendwo sonst findet. Das muss man sich in Zeiten knapper Kassen erstmal trauen:

Geplant ist ein Kindergarten für 12 bis 15 Kinder mit einer Nutzfläche von 266,5 m². Kostenpunkt: 2,8 Millionen Euro. Dies entspreche dem dreifachen eines normalen Kindergartenplatzes, sagt der Rechnungshof.
Neun Wintergärten sind in Planung, die sich auf jeweils fünf Etagen erstrecken. Für die Verglasungen, den Sonnenschutz der Wintergärten und Befahranlagen zur Glasreinigung werden über 14 Millionen Euro veranschlagt.

Die Verdoppelung der Bürofläche ist für 395 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter projektiert. Die Kosten pro Quadratmeter belaufen sich auf unfassbare 18.529 Euro. Vergleichbare öffentliche Bauten wie der Neubau des Innenministeriums (6.499 Euro), das Humboldtforum (15.265 Euro) und die Erweiterung des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses (11.443 Euro) kommen mit deutlich weniger aus.

Kanzleramt first
Verhältnis der Gesamtkosten zur Nutzfläche, in Euro pro Quadratmeter

Obwohl es im alten Kanzleramt schon eine 200 m² große Kanzlerwohnung gibt, soll eine neue Kanzlerwohnung, diesmal von 250 m² Größe, entstehen. Allein die „rechnerischen Ausstattungskosten“ der Gemächer mit Sofas, Schrankwand und Lampen liege bei 225.000 Euro, schätzt der Rechnungshof.

Eine zweite 176 Meter lange Brückenverbindung über die Spree, um das Bestandsgebäude mit dem Erweiterungsbau fußläufig zu verbinden, sei notwendig, sagt das Kanzleramt. Kostenpunkt: 18,1 Millionen Euro.

Ein zusätzlicher Hubschrauberlandeplatz ist für zehn Millionen Euro in Arbeit. Die kreisrunde Plattform soll sich auf einem 23 Meter hohen Sockel befinden.
© dpa

Das Bundeskanzleramt will von einem Zweckbau jetzt nichts mehr wissen. Der Regierungssitz genieße „innerhalb der Bundesregierung eine Solitärstellung“, deshalb dürfe der „Neubau nicht unter das architektonisch-bautechnische Niveau des bestehenden Kanzleramtsgebäudes absinken“, teilte man dem Rechungshof mit.
Die Unterbringung der Kanzleramts-Kinder im nahe gelegenen Parlamentskindergarten sei nicht möglich; die Errichtung der Wintergärten schon wegen der gleichen Arbeitsbedingungen für alle unabdingbar und die zweite Kanzlerwohnung unverzichtbar, ließ das Kanzleramt den Rechnungshof wissen.
Die Kostenexplosion ist angesichts dieser staatlichen Spar-Verweigerung keine Überraschung mehr. Nachdem man dem Parlament zunächst Baukosten in Höhe von rund 400 Million Euro genannt hatte, beziffert das Innenministerium die Angelegenheit nun auf über 600 Millionen Euro, was dem Rechnungshof noch immer als eine unhaltbare Untertreibung scheint. In dem Prüfbericht heißt es:
Der Bundesrechnungshof hat Zweifel, dass alle zu erwartenden Kosten bekannt sind. Dadurch besteht ein erhebliches zusätzliches Kostenrisiko. «

Was bleibt, sind Fragen der grundsätzlichen Art: Wozu braucht Deutschland eine derartige Expansion der Regierungszentrale? Warum lässt die Regierung zu, dass in ihrem Einflussbereich Quadratmeterpreise aufgerufen werden, die kein Hollywoodstar zahlen würde und die auch alle bisherigen Dimensionen in Deutschland sprengen? Wieso schaut ausgerechnet Angela Merkel, die sich zu Recht viel auf ihre Bescheidenheit zugutehält, dabei zu, wie für ihre Nachfolger eine Wirkungs- und Spielstätte entsteht, die das von den Berlinern in Anspielung an den früheren Bauherrn Helmut Kohl „Kohlosseum“ genannte Kanzleramt ins Obszöne übersteigert.
© dpa

Fazit: Politisch will der geplante Prunkbau nicht so recht mit dem Staatsverständnis der CDU harmonieren. Wie ein surrealer Zwischenruf aus der Geschichte wirken jene Parteitagsreden und Programmbeschlüsse, die vom schlanken Staat erzählen. Offenbar rechnet man mit der Apathie der Bürger, die ihre Erregungsenergie bereits andernorts verfeuert haben. Botho Strauß hat es geahnt:

»Die Menschen in post-panischer Zeit werden nicht mehr erschreckbar sein. «
action de chercher
Folge 144: der Vernunft eine Chance