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Corona-Warnung garantiert objektiver, Regierung unabhängiger Instanzen

Gemeinsame Erklärung der Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Präsidenten von Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft und Nationaler Akademie der Wissenschaften Leopoldina

(Leibniz) – Seit einigen Wochen ist ein dramatischer Anstieg der Coronavirus-Infektionen in Europa zu verzeichnen, der inzwischen auch Deutschland erreicht hat. Dieser ist wegen der hohen Fallzahlen an vielen Orten nicht mehr kontrollierbar und kann eine beträchtliche Zahl von Behandlungsbedürftigen in den Krankenhäusern und einen deutlichen Anstieg der Sterbezahlen in Deutschland zur Folge haben. Um dies noch zu verhindern, fordern die Präsidentin und die Präsidenten von sechs Wissenschaftsorganisationen klare Entscheidungen, die schnell umgesetzt werden. Aktuell könne die Ausbreitung des Virus in vielen Regionen von den Gesundheitsämtern aus Kapazitätsgründen nicht mehr adäquat nachverfolgt werden. Um diese Nachverfolgung wieder zu ermöglichen, müssten Kontakte, die potentiell zu einer Infektion führen, systematisch reduziert werden. Je früher und konsequenter alle Kontakte, die ohne die aktuell geltenden Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen stattfinden, eingeschränkt würden, desto kürzer könnten diese Beschränkungen sein.

Wichtig sei, deutlich, schnell und nachhaltig zu reagieren. Es sei notwendig, Kontakte ohne Vorsichtsmaßnahmen auf ein Viertel zu reduzieren und dies in allen Bundesländern sowie in allen Landkreisen und Städten nach bundesweit einheitlichen Regeln durchzuführen. Je früher diese konsequente Reduktion von Kontakten ohne Vorsichtsmaßnahmen erfolge, desto kürzer könne diese andauern und desto weniger psychische, soziale und wirtschaftliche Kollateralschäden würden verursacht. Mit einer drastischen Reduktion der Kontakte ohne Vorsichtsmaßnahmen eines jeden Einzelnen auf ein Viertel könne die Pandemie eingedämmt werden.

Ziel sei es, die Fallzahlen so weit zu senken, dass die Gesundheitsämter die Kontaktnachverfolgung wieder vollständig durchführen können. Sobald dies möglich ist, könnten die Beschränkungen vorsichtig gelockert werden, ohne dass unmittelbar eine erneute Pandemiewelle drohe. Das müsse aber bereits jetzt vorbereitet werden. Nach etwa drei Wochen deutlicher Reduktion von Kontakten ohne Vorsichtsmaßnahmen werde es entscheidend sein, die bekannten Infektionsschutzmaßnahmen (AHA+L+A) bundesweit einheitlich und konsequent durchzusetzen, um die dann erreichte niedrige Fallzahl zu halten. Dabei sollten Risikogruppen durch gezielte Maßnahmen konsequent geschützt, die Kommunikation der Vorsichtsmaßnahmen verbessert und die Hygienekonzepte geschärft und kontrolliert werden.

Die 5 Irrtümer der Corona-Politik

(Morning Briefing) – Die Regierung verliert allmählich den Rückhalt der Bevölkerung. Das liegt im Wesentlichen an folgenden fünf Irrtümern, die auch dann Irrtümer bleiben, wenn sie zur Regierungspolitik erhoben wurden:

1. Die Kanzlerin mit ihrer permanenten Alarmstimmung verpasst die Gelegenheit, die Krise als Chance für Reformen zu begreifen. Die große Steuerreform unterbleibt. Die Digitalisierungsoffensive wird wieder vertagt. Die Start-up-Szene, die neue Jobs zehntausendfach schaffen könnte, wird sonntags gefeiert und werktags vergessen. So steigt die schlechte Stimmung – und die Staatsquote.

2. Die Regierung erschwert die Pandemiebekämpfung, weil sie mit der Mischung aus Großalarm und kleinkarierten Regeln die Eigenverantwortung der Bürger schwächt. Der Staat im Krisenmodus wird von Millionen Menschen mittlerweile nicht mehr als smart und besonnen, sondern als föderal gespalten und in seiner Detailfreude als übergriffig erlebt.

3. Die Regierung geht, ermuntert vom Sachverständigenrat, noch immer von einer schnellen Erholung der Volkswirtschaft aus. Doch die globale Verschärfung der Pandemie, das Fehlen eines Impfstoffes und die Zweitrunden-Effekte der Rezession (kranke Firmen stecken andere Firmen an) machen eine schnelle Rückkehr unmöglich. Die Rettungsmilliarden narkotisieren, aber heilen nicht.

4. Die Regierung hängt dem Irrglauben an, dass die Struktur unserer Volkswirtschaft nach Corona genauso aussehen wird wie vor Corona. Sie ignoriert den weltweiten Digitalisierungsschub. Ihre strukturerhaltenden Subventionen für TUI, Lufthansa, ThyssenKrupp und viele andere erschweren sogar den Transformationsprozess, statt ihn zu befördern. Deutschland wird strukturell geschwächt aus dieser Pandemie hervorgehen.

Medizinische, politische und philosophische Betrachtungen zum Thema Covid-19

(pts) – Was Terroristen mit all ihren Anstrengungen nicht erreichten, vermochte ein kleines Virus innert weniger Wochen.

Die „Bats“ – Fledermäuse – sind spätestens seit 2019 ins Bewusstsein der Menschen gerückt. Die „Bats“ machen 20 % der Säugetier-Population aus und sind die einzigen Tiere dieser Gattung, die fliegen können. Die Fledermäuse kann man als tierisches Viren-Reservoir sehen; mehr noch, sie waren in der Evolution wahrscheinlich die Eintrittspforte für die Viren in den Stammbaum der Säugetiere. Fledermäuse beherbergen die gefährlichsten Viren, so zum Beispiel Ebola-, Marburg- und eben die Coronaviren, deren aktuelle Variante COVID-19 seit Monaten die Schlagzeilen beherrscht.

COVID-19-Coronaviren haben ein neues, komplexes und hochvariables Krankheitsbild kreiert. Vom asymptomatischen Virusträger über die Grippe bis hin zum beatmungspflichtigen Intensivpatienten mit Befall mehrere Organe finden sich alle möglichen Krankheitsbilder, deren Pathomechanismus noch immer nicht klar geworden ist. COVID-19 kann unbemerkt verlaufen und trotzdem dramatische Langzeitfolgen haben, welche sogar zur Lungen-Transplantation führen können.

Inzidenz (Anzahl neuer Fälle), Pathogenität (Fähigkeit, Krankheit hervorzurufen), Morbidität (Anzahl Erkrankungen) und Mortalität (Anzahl Todesfälle) können ja nach Alter, Region, Genetik und Begleiterkrankungen vollkommen unterschiedlich sein, die Sterberaten variieren je nach Ausgangslage und Heftigkeit des Befalls zwischen 0,1 % und 70 %.

Der Ursprung von COVID-19 liegt wahrscheinlich in Wuhan, China. COVID-19 dürfte trotz aller geopolitischen Interpretationen als auf den „Bats“ vorkommendes Virus direkt oder über einen Zwischenwirt auf den Menschen übergesprungen sein.

Mutter Natur hat immer die Oberhand und sie nützt alle Annehmlichkeiten der modernen Welt, um ihre Reichweite zu vergrößern – und das hat sie bei COVID-19 eindrücklich gezeigt. Der Westen bekämpft COVID-19 mit den Methoden unserer Ur-Grosseltern – und dies in der technologisch-vernetzten Welt des 21. Jahrhunderts! Gleichzeitig geben wir Milliarden für „Homeland Security“ und „Counterterrorism“ aus, um uns gegen menschliche Feinde zu verteidigen. Was Terroristen mit all ihren Anstrengungen nicht erreichten, vermochte ein kleines Virus in wenigen Wochen: unseren modernen Lebensstil kreischend zum Stillstand zu bringen.

Diagnostik, Virus-Nachweis, medikamentöse Therapie sowie die Entwicklung von Antikörpern und adäquaten Impfstoffen laufen derzeit auf Hochtouren. Abgesehen von den medizinischen Schäden werden unsere Gesellschaften mit wenigen Ausnahmen weltweit durch die ökonomischen Konsequenzen der Pandemie in Atem gehalten. Die Konsequenzen sind bereits heute irgendwo zwischen „noch nicht absehbar“ und „folgenschwer“ zu verorten.

Alleine Mutter Natur freut sich über den deutlich langsameren Rhythmus der überbordenden Weltwirtschaft, welche offenbar konstant wachsen muss. COVID-19 zeigt uns andere Seiten des Lebens.

Medizinisch mag man das Problem COVID-19 lösen. Ob unsere Gesellschaften allerdings genügend reif sind, grundlegende Fragen zu diskutieren und entsprechende Konsequenzen zu ziehen, welche mit COVID-19 an die Oberfläche gekommen sind, ist fraglich. Und die Frage bleibt, ob die Menschheit realisiert, dass COVID-19 nicht „The Big One“ war, sondern vielleicht nur eine aufgezwungene Übung im Hinblick auf eine ungleich grössere infektiöse oder nicht-infektiöse Katastrophe in deren Rahmen „Krisenmanagement“ zwar gut und notwendig sind, aber „Krisenmanagement ohne globale und nachhaltige Kooperation“ nutzlos bleiben.

Corona-Restriktionen: Kultur und Humanrelevanz wie Wasser und Brot – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Diesen hervorragenden Beitrag von Gabor Steingart möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Er beschreibt die Gefahren, die uns nicht nur die krankmachende Wirkung von Corona bedrohen, sondern langfristig viel gefährlicher werden die Nachwirkungen bzgl. der Kultur und der Kulturschaffenden sein.

Es ist ein Beitrag, den wir uns alle ins Gästebuch schreiben sollten. Parallel dazu möchte ich das Vorwort zu meinem Facebook-Beitrag gleicher Thematik mit Lösungsvorschlägen vorstellen, die leider von den Entscheidungsträgern nicht angenommen wurden (s. Anlage als PDF-Datei)

Ihr Jean Pütz

(Morning Briefing) – Die Regierung versetzt das Land erneut in eine Art Wachkoma: Lockdown 2.0. Aus Menschen werden Betroffene.

Zumindest die Kulturszene des Landes hat ihre Sprachlosigkeit überwunden. Mit einem Lastwagen-Korso, bestehend aus Hunderten Fahrzeugen und begleitet von einem Fußmarsch, wies das Aktionsbündnis #AlarmstufeRot in der Hauptstadt auf die prekäre Lage von Musikern, Tänzern, Schauspielern, Komödianten, bildenden Künstlern, Bühnenarbeitern, Visagisten, Technikern und Produzenten hin. Der Musiker Campino, Sänger und Komponist der „Toten Hosen“, trat an das Mikrofon:

Eine Lockdownstrategie in Schwarz-Weiß, das ist zu wenig. Es geht hier nicht um Weihnachten. Es geht um ein ganzes Jahr und es geht um Tausende Existenzen.

Der Jazzmusiker und Fotograf Till Brönner – bestimmt kein Brausekopf und auch kein Verschwörungstheoretiker – drückte seine Fassungslosigkeit in einem bei Facebook und Instagram veröffentlichten Video aus:

Das Land steht kulturell still und die beweglichsten und ehrlichsten tretet ihr mit den Füßen, wenn ihr nicht handelt.

Die Künstlerin Mia Florentine Weiss bringt die Gefühle ihrer Kolleginnen und Kollegen so auf den Punkt:

Kunst ist systemrelevant. Sie ist der älteste, kleinste gemeinsame Nenner, den wir haben. So lange Kreativität in der Luft liegt, atmen wir. In dem Zuge würde ich gerne das Wort systemrelevant ändern – in humanrelevant. Kunst ist humanrelevant.

Fazit: Die Beschlüsse der Regierung verstören. Sie tun es auch deshalb, weil die Stilllegung des Kulturlebens durch keine medizinische Studie gedeckt ist. Es geht um Symbole. Es geht um eine Machtdemonstration. Es geht darum, die Überforderung der Regierung durch Striktheit und Strenge zu kaschieren. Eine vieldeutige Situation wird durch eindeutige Beschlüsse banalisiert, womöglich auch fiktionalisiert. Mehr als das Wort Corona fürchtet man im Kanzleramt das Wort Kontrollverlust.

So werden die Künstler zum Hauptdarsteller einer surrealen Aufführung, deren Drehbuch  an Franz Kafkas „Die Verwandlung“ erinnert. Sie sind als Individualisten gestartet und wachen als Gregor Samsa auf. Die Beine flimmern hilflos in der Luft. Der Rücken fühlt sich panzerartig an, der Bauch versteift. Das Wahrzeichen der Gegenwartskultur ist Kafkas auf dem Rücken liegender Käfer.

Forscher berechnen mit Covid-19-Simulator Infektionsentwicklung für Lockdown-Szenarien

Die Hoffnung stirbt zuletzt, hoffentlich hat die Wissenschaft ausnahmsweise einmal unrecht!

Jean Pütz

(Uni Saarland) – Die Infektionszahlen im gesamten Bundesgebiet steigen rasant. Auch wenn der Teil-Lockdown nun schnell umgesetzt wird, lässt sich die starke Ausbreitung des Coronavirus nur mit Verzögerung ausbremsen. Wie die Infektionsentwicklung aussehen könnte, haben Forscher der Universität des Saarlandes jetzt in verschiedenen Szenarien durchgerechnet. Sie können damit zeigen, dass nur mit einer drastisch gesenkten Reproduktionszahl eine Überlastung der Krankenhäuser und Intensivstationen noch zu verhindern ist. Der dafür genutzte Covid-Simulator kann jetzt auch für einzelne Stadt- und Landkreise im ganzen Bundesgebiet die Infektionszahlen vorhersagen.

„Wir wissen aus der Entwicklung im Frühjahr, dass sich erhöhte Infektionszahlen erst mit mehrwöchiger Verzögerung auf die Belegung der Intensivstationen auswirken. Daher sind auch derzeit trotz anvisiertem Teil-Lockdown die Spitzenbelegungen erst zwischen Mitte November und Anfang Dezember zu erwarten. Mit unseren Simulationen mussten wir leider feststellen, dass unabhängig davon, wie stark man ab jetzt die weitere Ausbreitung des Coronavirus stoppen kann, im Dezember mindestens doppelt so viele Intensivbetten belegt sein werden wie zu Spitzenzeiten der ersten Welle“, sagt Thorsten Lehr, Professor für Klinische Pharmazie der Universität des Saarlandes. Gemeinsam mit seinem Team und Forscherkollegen hat er das mathematische Modell für den Online-Simulator entwickelt, das auf der Basis umfangreicher Daten präzise Ergebnisse für das gesamte Bundesgebiet liefert.

Nach Berechnungen der Wissenschaftler liegt derzeit die bundesweite mittlere Reproduktionszahl bei 1,43. Diese sagt aus, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt, derzeit übertragen also zehn Infizierte das Coronavirus auf etwas mehr als vierzehn Personen.  „Wenn es uns gelingen würde, den R-Wert wieder auf das gleiche Niveau wie bei dem ersten Lockdown im Frühjahr, also auf etwa 0,6 zu drücken, würde ein Monat nicht ausreichen, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Es gäbe auch dann noch bei über der Hälfte der Stadt- und Landkreise mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Schnitt der letzten sieben Tage gerechnet“, warnt Thorsten Lehr. Selbst bei dem sehr niedrigen und derzeit äußerst unrealistischen R-Wert von 0,3 lägen nach einem Monat noch knapp 20 Prozent der Stadt- und Landkreise über dem 7-Tages-Inzidenzwert von 50.

Im Rückblick konnten die Forscher genau sehen, wie sich die einschneidenden politischen Interventionen im Frühjahr, also Schulschließungen und Ausgehbeschränkungen, auf die Infektionszahlen auswirkten. Im Unterschied zu damals hat sich das Coronavirus jetzt jedoch flächendeckend in der Bevölkerung ausgebreitet. Zudem fallen die aktuell beschlossenen Maßnahmen weniger drastisch aus als im März, so dass die Wissenschaftler nicht vorhersagen können, wie gut diese das Infektionsgeschehen eindämmen können. „Wir haben daher verschiedene Reproduktionsraten durchgerechnet, um zu zeigen, wie sich die Spannweite von nur geringem Rückgang, also einem Wert von 1,1, auf eine extreme Drosselung auf 0,3, auf die Krankenhausbelegung auswirken würde“, erläutert Thorsten Lehr. Daraus ergeben sich die farbigen Kurven in den Schaubildern, die die durchschnittlich zu erwartenden Infektionsfälle und die Zahl der intensivmedizinisch zu behandelnden Covid-19 Patienten widerspiegeln.

„Diese Simulationen machen sichtbar, dass die Wirkung der aktuellen Maßnahmen wahrscheinlich stärker sein müssten als bei dem ersten Lockdown im März. Nur so kann es gelingen, dass das Infektionsgeschehen wieder kontrollierbar wird“, unterstreicht Professor Lehr. Nach den niedrigen Covid-19-Zahlen im Sommer hatte sich die Infektionsdynamik Mitte September deutlich geändert, so dass es Anfang Oktober zu dem stark exponentiellen Anstieg der täglichen Fälle kam. “Bei diesem Wendepunkt, den wir auch in den Abbildungen markiert haben, spielte vermutlich eine entscheidende Rolle, dass die Gesundheitsämter nicht mehr bei allen Infizierten nachverfolgen konnten, wo diese sich angesteckt hatten und mit wem sie seitdem Kontakt hatten“, sagt Thorsten Lehr. Um diese so wesentliche Nachverfolgung wieder zu gewährleisten, sei es sinnvoll, die Zahlen auf täglich unter 2000 Neuinfizierte zu drücken. „Wenn es uns nicht gelingt, die Reproduktionszahl in den kommenden Wochen deutlich zu senken, wird dies unweigerlich zu einer extremen Belastung des Gesundheitswesens im Dezember führen. Möglicherweise wird es daher Ende November noch zu früh sein, um wieder zu einem ‚normalen‘ Alltag zurückzukehren“, warnt Thorsten Lehr.

Um die weitere Entwicklung mit präzisen Prognosen zu begleiten, haben die Saarbrücker Wissenschaftler die frei zugängliche Online-Plattform des Covid-Simulators jetzt noch weiter verfeinert, so dass man auch für alle Stadt- und Landkreise im Bundesgebiet die Infektionszahlen berechnen kann. „Wir erfassen dafür nicht nur die Zahl der Coronavirus-Patienten, ihre stationäre Behandlung und die Todesfälle, sondern analysieren auch die vorhandenen Kapazitäten in den Kliniken. So können wir sehr früh auch für einzelne Regionen vorhersagen, wie viele Krankenhausbetten, intensivmedizinische Plätze oder Beatmungsplätze für die jeweiligen Infektionszahlen benötigt werden“, erläutert Thorsten Lehr.

Die Saarbrücker Forscher veröffentlichen regelmäßig detaillierte Prognosen für alle Bundesländer, die der Politik und dem Gesundheitswesen als Entscheidungshilfe dienen sollen. Das Besondere des Covid-19-Simulators ist die breite Datenbasis, die für die aufwändigen Berechnungen verwendet wird: Neben den Erhebungen des Robert-Koch-Instituts sowie der Kreis- und Landesgesundheitsämter werden beispielsweise die recherchierten Corona-Fallzahlen der „Berliner Morgenpost“ ergänzt. Zudem werden klinische Daten von über 8000 stationär behandelten Covid-19-Patienten aus über 100 deutschen Kliniken und verschiedene Angaben der Gesundheitsministerien ausgewertet.

An dem Covid-19-Simulationsprojekt sind neben dem Team von Professor Thorsten Lehr auch Forscherinnen und Forscher am Universitätsklinikums des Saarlandes beteiligt. Dazu zählen die Teams um Professorin Sigrun Smola und Dr. Jürgen Rissland am Institut für Virologie, und um Professor Thomas Volk und Professor Sascha Kreuer am Institut für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie.

 

Stoffmasken schützen effektiv gegen COVID-19

(pte) – Laut Forschern der University of Cambridge und der Northwestern University filtern die meisten für Mund-Nasen-Masken verwendeten Stoffe im nicht-chirurgischen Bereich effektiv ultrafeine Partikel heraus. Details der neuen wissenschaftlichen Studie wurden in „BMJ Open“ publiziert.

Nicht unbegrenzt nutzen
N95-Masken erwiesen sich als sehr effektiv. In manchen Bereichen wurden sie jedoch von wiederverwendbaren HEPA-Staubsaugerbeuteln übertroffen. Bei selbstgemachten Masken waren jene wirksamer, die aus mehreren Schichten Stoff bestanden. Das galt auch für jene mit Einlagen, die normalerweise für das Versteifen von Kragen eingesetzt werden. Das Atmen ist damit aber auch schwieriger als bei einer N95-Maske.

Die Experten haben auch die Leistung verschiedener Stoffe untersucht, wenn sie feucht waren und nachdem sie einen normalen Zyklus mit Waschmaschine und Trockner durchlaufen hatten. Die Stoffe funktionierten auch feucht und nach dem Waschen sowie Trocknen gut. Frühere Studien haben jedoch gezeigt, dass wiederholtes Waschen die Stoffe abbaut. Daher warnen die Wissenschaftler, das Masken nicht unbegrenzt benutzt werden sollten.

Das Team um Erstautorin Eugenia O’Kelly hat einen Apparat gebaut, der aus Schlauchstücken mit einer Stoffprobe in der Mitte bestand. Aerosolisierte Partikel wurden an einem Ende des Apparats hergestellt. Ihre Werte wurden bei einer Geschwindigkeit, die der des Hustens ähnlich war, vor und nach dem Passieren der Probe gemessen. Die Forscher testeten auch, wie gut jeder Stoff im Bereich des Atemwiderstands abschnitt. Dafür wurde qualitatives Feedback von Trägern herangezogen.

Leichtes Atmen ist wichtig
Laut O’Kelly ist eine Schutzmaske, die die Partikel zwar sehr gut blockiert, aber das Atmen einschränkt, keine gute Maske. „Jeans-Stoff hat die Partikel zum Beispiel sehr effektiv blockiert. Es ist aber schwer, damit zu atmen.“ Daher sei es wahrscheinlich keine gute Idee, sich eine Maske aus alten Jeans zu nähen. N95-Masken erlauben eine viel bessere Atmung als jede Stoffkombination mit ähnlichen Filterwerten, heißt es.

Die Wissenschaftler warnen jedoch davor, dass ihre Studie über mehrere Einschränkungen verfügt. So wurde nicht untersucht, welche Rolle die Passform beim Filtern der Partikel spielt. O’Kelly hat in einem verbundenen Projekt untersucht, wie sich die Passform von Masken in medizinischen Einrichtungen verbessern lässt. Zahlreiche Viren werden zudem von Tröpfchen transportiert, die viel größer sind als jene, die in dieser Studie untersucht worden sind. Eigenen Angaben nach gelang es jedoch nachzuweisen, dass in einer Notsituation, in der keine N95-Masken verfügbar sind, Stoffmasken beim Filtern von Partikeln, die Viren enthalten können, auch bei hoher Geschwindigkeit erstaunlich wirksam sind.

Alterndes Gehirn: Teil der angeborenen Immunabwehr reguliert Blut-Hirn-Schranke

Deutsch-Amerikanisches Forschungsteam hat Rolle des Komplementsystems bei Alterungsprozess des Gehirns nachgewiesen

(Uni Kiel) – Wenn der Mensch älter wird, verändern sich Strukturen und Funktionen im Gehirn. Eine wichtige altersabhängige Veränderung ist die erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke, die normalerweise nur bestimmte Stoffe aus der Blutbahn in das Gehirn hinein und wieder hinauslässt. Dies kann unter anderem die Entstehung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimerdemenz begünstigen. Eine Reihe von vorangegangenen Studien legt nahe, dass die verminderte Funktion der Blut-Hirn-Schranke mit immunologisch-bedingten Entzündungsprozessen zusammenhängt – die genauen Mechanismen dahinter sind jedoch bisher wenig verstanden. In Laborversuchen hat jetzt Professor Jörg Köhl, Vorstandsmitglied im Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) und Direktor des Instituts für Systemische Entzündungsforschung (ISEF), Universität zu Lübeck (UzL) und Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, zusammen mit der Arbeitsgruppe von Professor Hui Zheng (Huffington Center on Aging, Houston, USA) einen Mechanismus identifiziert, durch den das sogenannte Komplementsystem, ein bestimmter Teil des Immunsystems, die Gefäßentzündung und die damit assoziierte gestörte Funktion der Blut-Hirn-Schranke während des Alterungsprozesses reguliert. Ihre Ergebnisse haben die Forschenden vor kurzem in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Investigation“ veröffentlicht.

Das Komplementsystem ist Teil der angeborenen Immunabwehr. Es besteht aus mehr als 40 Proteinen, die im Blut und als Rezeptoren auf der Oberfläche von Zellen vorkommen. Zu diesen Proteinen gehören die sogenannten Komplementfaktoren und deren Spaltprodukte, sowie Rezeptoren, die diese Spaltprodukte erkennen. Das System spielt eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Mikroorganismen. Es signalisiert die Anwesenheit von Krankheitserregern sowie die Bindung von Antikörpern an Krankheitserreger, aber auch an körpereigene Strukturen. Durch Fehlregulation des Komplementsystems kann es jedoch auch im Verlauf von bestimmen Erkrankungen zu einer überschießenden Entzündungsreaktion kommen, die Gewebeschäden verursacht. Während die meisten Komplementproteine in der Leber produziert werden, ist seit längerem bekannt, dass sowohl Komplementfaktoren als auch Komplementrezeptoren davon unabhängig auch direkt im Gehirn produziert werden. Von besonderer Bedeutung ist der Komplementfaktor C3, der in zwei Teile gespalten werden kann, C3b und C3a. C3a löst seine biologische Wirkung dadurch aus, dass es an den C3a-Rezeptor bindet, der u.a. auf Gefäßendothelzellen, also den Zellen, die das Innere von Blutgefäßen auskleiden, und verschiedenen Gehirnzellen vorhanden ist.

In der jetzt publizierten Studie konnten die Forschenden zeigen, dass im alternden Gehirn die C3/C3a-Produktion zunimmt und es zu einer Aktivierung des C3a-Rezeptors auf Gefäßendothelzellen des Gehirns kommt. Als Reaktion darauf produzieren diese Zellen vermehrt ein bestimmtes Adhäsionsmolekül, was zu einer verstärkten Einwanderung von Lymphozyten, also speziellen Immunzellen, in das Gehirn führt. Zusätzlich induziert die Aktivierung des C3a-Rezeptors auf den Gefäßendothelzellen die Freisetzung von intrazellulären Calcium-Ionen. Das führt zu einer Störung eines speziellen Proteins auf den Gefäßendothelzellen, welches von zentraler Bedeutung für die Verbindung dieser Zellen ist. Ein Aufbrechen dieser Verbindungen hat eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke zur Folge. Dadurch ist das Gehirn nicht mehr so gut vom Rest des Körpers abgegrenzt, so dass Entzündungen aus der Umgebung leichter auch auf das Gehirn übergreifen können.

Um diesen Krankheitsmechanismus aufzuklären, hatten die Forschenden einen transgenen Mausstamm entwickelt, bei dem die Mäuse genetisch so verändert sind, dass sie keinen C3a-Rezeptor auf den Gefäßendothelzellen mehr ausbilden. Die spezifische Ausschaltung des C3a-Rezeptors in den Gefäßendothelzellen schützte die Mäuse nicht nur vor einer erhöhten Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke im Alter. Sie reduzierte zudem die entzündliche Aktivität von speziellen Immunzellen im Gehirn, den Mikrogliazellen, und vergrößerte das Volumen des Hippocampus und der Großhirnrinde von alternden Mäusen im Vergleich zu Tieren mit C3a-Rezeptor. Der Hippocampus ist von besonderer Bedeutung für Lern- und Gedächtnisprozesse.

„Unsere Befunde zeigen eine neue, durch das Komplementsystem gesteuerte Regulation der Blut-Hirn-Schranke auf und damit verbunden der Immunzellaktivierung, Entzündung und Degeneration im alternden Gehirn“, sagt Köhl. „Die Daten deuten darauf hin, dass die gezielte Blockierung einzelner Elemente des Komplementsystems zu einer wesentlichen Verbesserung der Gefäßfunktion und Verringerung der Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke führen könnte und damit zu einer Reduktion der Neuroinflammation sowie Neurodegeneration im Alter“, so Köhl weiter.

Die Beobachtungen könnten auch interessant sein im Hinblick auf akute Entzündungszustände wie Schlaganfälle und Schädel-Hirn-Traumata oder neurodegenerative Erkrankungen, insbesondere Alzheimer, bei denen das Alter der größte Risikofaktor ist. „Aus vorangegangenen Studien ist bekannt, dass das Komplementsystem auch bei diesen Erkrankungen stark aktiviert wird“, erklärt Köhl.  „Unsere Erkenntnisse könnten also zukünftig auch neue Therapieansätze für diese altersbedingten Erkrankungen des Gehirns ermöglichen.“

28.10.20 Corona weltweit, kann Deutschland dem entgehen ?

Corona weltweit: Haben wir eine größere Chance, glimpflicher davon zu kommen?

Ist Covid-19 nur eine Gefäßkrankheit?

Das Covid-19-Virus hat sich als viel heimtückischer herausgestellt, als anfangs vermutet. Die ganze Welt ist lahmgelegt, die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Wirkungen sind noch unabsehbar. In den Nachrichten wird immer die Zahl der sogenannten Genesenden aufgezählt, das heißt aber nicht, dass alle danach wirklich gesund sind. Viele beklagen monatelang den Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, leiden vor allen Dingen an Erschöpfung und sind kaum belastbar. Umso wichtiger ist die Vorbeugung.

Gott sei Dank gibt uns die moderne Wissenschaft Einblicke in die Eigenschaften des Virus, so dass Überlebenschancen möglich werden für diejenigen, die die Krankheit erwischt hat – im Gegensatz zu den Seuchen des Mittelalters wie Pest, Cholera, Pocken, Kinderlähmung, die mehr als die Hälfte der Bevölkerung dahinrafften. Kein Wunder, dass oft völlig irrsinnige Ursachen vermutet wurden, sogar sogenannte Hexen, Juden, psychisch Geschädigte wurden dafür verantwortlich gemacht. Zwar gibt es auch heute noch verrückteste Erklärungen, die von Verschwörungstheoretikern bewusst gestreut werden, um die Menschen zu verunsichern, aber wenn man das mit Hexenverfolgung und Missdeutungen der Vergangenheit vergleicht, ist das harmlos.

Übrigens, hier möchte ich auch noch ein weitverbreitetes Missverständnis ausräumen: Das Corona-Virus ist keine reine Lungenkrankheit, wie anfangs vermutet, sondern eigentlich hat es die Blutgefäße als Ziel, z. B. die großen und kleinen Adern und Venen, aber auch die feinsten – auch Kapillare genannt – die die Zellen mit dem so wichtigen Sauerstoff versorgen. Ganz extrem viele Kapillare besitzt die Lunge, deshalb ist sie dem Covid-19-Virus besonders ausgesetzt. Aber auch anderen Organe sind stark von Kapillaren durchsetzt, wie das Herz, die Leber, die Bauchspeicheldrüse, die Nieren usw. So kann sich Covid-19 sogar im Gehirn einnisten.

Siehe dazu auch das folgende Video

Leider hat das Corona-Virus auch die Eigenschaft, nicht alle Menschen gleichermaßen zu gefährden. Die Gemeinheit besteht darin, dass es selektiv für alle Alten und Menschen mit bewussten und unbewussten Vorerkrankungen erwischt. Das ist gleichzeitig auch ein Problem, denn viele Jugendlichen glauben, es gehe sie nichts an, und sind deshalb umso schwieriger von der Notwendigkeit der Vorbeugungsmaßnahmen zu überzeugen, obwohl sie gefährliche Überträger des Virus sein können.

Hinzu kommt, dass, als die Eigenschaften des Virus noch nicht richtig erkannt waren, viele Einschränkungen der Politik über das Ziel hinausschossen. Am schlimmsten war der Lockdown, der das ganze Leben wie in einer Zeitlupe blockierte. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind unübersehbar, nur extreme Subventionshilfen konnten sie kurzfristig abschwächen. Vielleicht auf Kosten unserer Nachfahren?

In Deutschland hatten wir das Glück, dass die Politik die Ratschläge der Wissenschaft ernst genommen hat. Deshalb sind wir bisher relativ glimpflich davon gekommen. Allerdings sind die Warnungen der Wissenschaft vor einer möglichen zweiten Welle von der Bevölkerung nach dem Motto: was nicht sein darf, was nicht sein kann, weitgehend abgelehnt worden. Jetzt haben wir weltweit das Problem, dass Verbreitungsherde kaum mehr ausgemacht werden können und sich das Virus anschickt, exponentiell zu verbreiten. In einigen Ländern verdoppelt es sich Woche für Woche. Wollen wir hoffen, dass uns das erspart bleibt.

Trotzdem halte ich einen zweiten Lockout für unangebracht, weil die Wirtschaft sämtliche Möglichkeiten der Verhütung weitgehend genutzt hat. Dazu gehören Restaurants, Museen, Theater, Kinos usw. Es ist nicht bewiesen, dass diese jemals zum Hotspot wurden. Im Gegensatz dazu nächtliche Bars, bestimmte Innenkneipen, Diskotheken usw. auch Weihnachtsmärkte und – für mich als Kölner sehr bedauerlich – der Karneval. Die Vorsichtsmaßnahmen sind auch unbedingt erforderlich für öffentliche Verkehrsmittel, die dafür sorgen müssen, dass keinesfalls eine Überfüllung entsteht und Abstand gehalten werden kann. Das gilt auch für Sport- und dessen Veranstaltungen. Auch wenn viele Fans darunter leiden. Kurzum, überall dort, wo enge Kontakte nicht vermieden werden können.

Das Problem ist der private Sektor, dem man mit Gesetzen kaum beikommen kann. So stirbt die Hoffnung zuletzt. Eigentlich bleibt nur noch der Ratschlag, möglichst wenig Kontakte zu suchen, Distanz zu wahren und die Nase-Mund-Maske-Regeln strikt einzuhalten. Auch das Händewaschen und/oder Desinfektionsmittel-Benutzung nicht vergessen. Die Verbreitung des Virus geschieht nicht nur durch Übertragung in der Luft (eingebettet in Aerosole), sondern auch in geringerem Maße über Flächenkontakte (Tischoberflächen, Halte- und Türgriffe).

Dass auf keinen Fall die Kitas und Schulen geschlossen werden dürfen, belegt die Tatsache, dass Kinder nur selten als Überträger infrage kommen. Anders die Jugendlichen. Leider sind vor allen Dingen die Schultoiletten oft in einem desolaten Zustand, von Hygiene keine Spur. Warum gibt es eigentlich in den Schulen keine ständige Reinigung durch festangestellte Toilettenkräfte, das sollte uns die Gesundheit unserer Kinder Wert sein.

Übrigens, eine Hoffnung für alle, die positiv getestet wurden: Nicht immer heißt das, dass das Virus sie erreicht hat. Wie immer beim Messen, können Fehler auftreten. Leider liegt es oft daran, dass die Ergebnisse der verschiedenen Labore nicht immer vergleichbar sind, weil sträflicher Weise der wichtigste Test, der sogenannte PCR-Test nicht standarisiert ist.

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, rufen Sie den folgenden Link auf

Folge 145

PCR-Test ist nicht standardisiert

(pts) – Für die Anzahl der Vermehrungszyklen der PCR-Tests – ein entscheidender Faktor für das Ergebnis – gibt es keinen offiziellen Standard. Dies geht aus einem ausführlichen Briefwechsel zwischen der ETH-Forscherin und Kantonsrätin Dr. sc. nat. ETH Barbara Müller (SP/TG) und Pascal Strupler hervor, bis vor Kurzem Direktor des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

17 kritische Fragen zur Wissenschaftlichkeit der Massnahmen hat die corona-kritische Forscherin und Politikerin im August an den damaligen Direktor des BAG gestellt. Der Briefwechsel ist heute von Corona-Transition veröffentlich worden. Die Antworten werfen ein scharfes Licht auf die Informationspolitik der zurzeit wichtigsten Regierungsbehörde.

30 Zyklen sind genug
Eine entscheidende Frage ist die nach den Vermehrungszyklen beim PCR-Test. Je höher ihre Zahl, desto mehr RNA-Material steht zur Verfügung, das dann in einem Test positiv anschlagen kann. Gemäss den „Entlassungskriterien aus der Isolierung“ des Robert Koch-Instituts führen Vermehrungszyklen über 30 zu einer „entsprechend geringen Viruslast, die nach bisherigen Erfahrungen mit einem Verlust der Anzüchtbarkeit einhergeht“.

In der Schweiz sind 40 Zyklen gängige Praxis
Für Auskünfte zur Frage nach der Anzahl der Zyklen verweist Pascal Strupler an die Labors. Corona-Transition hat fünf Labors telefonisch befragt. Ergebnis: durchschnittlich 40 Zyklen. Wird 40 statt 30 Mal vermehrt, steht dem Testgerät über 1000 Mal mehr Material zur Verfügung. Das bedeutet zwar keine Vertausendfachung der positiven Testresultate; aber die Unterschiede sind erheblich.

Fast zwei Drittel sind falsch positiv – mindestens
Das Wadsworth Center, das Labor des US-Bundesstaates New York, hat die Testzahlen vom vergangenen Juli analysiert. 40 Vermehrungszyklen ergaben 872 positive Testresultate. 35 Zyklen hätten zu einer Reduktion der positiven Resultate um 43 Prozent geführt, 30 Zyklen zu einer Verminderung um 63 Prozent. In dieser Zahl ist allerdings die falsch-positiv-Quote noch nicht eingerechnet, die dadurch entsteht, dass der Test gar kein infektiöses Virus feststellen kann.

Gemessen wird ein langlebiges Bruchstück ohne Infektiosität
In einem Fall gibt Pascal Strupler auch eine eindeutig unwahre Anwort. So behauptet er, dass die „RNA-Stücke rasch verschwinden“, die der PCR-Test vermehrt und misst. Richtig ist, dass diese Bruchstücke noch drei Monate nach einer mutmasslichen Infektion messbar sind. Die amerikanischen „Centers for Disease Control“ (CDC) schreiben: „Auch wenn das vermehrungsfähige Virus drei Wochen nach Beginn der Symptome nicht isoliert werden konnte, kann bei genesenen Patienten noch bis zu 12 Wochen lang SARS-CoV-2-RNA in den Proben der oberen Atemwege nachgewiesen werden.“

Flüssiges Methanol als Alternative zu gasförmigem Wasserstoff – Mit einem Vorwort von Jean Pütz

Methanol – vielleicht einmal der Treibstoff der Zukunft. Methanol lässt sich nicht nur aus dem Anbau von Energiepflanzen gewinnen – z. B. Mais, Zucker oder Getreide (das hätte den Nachteil, dass es in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht und den Anbau von Monokulturen begünstigt). Demgegenüber lässt sich Methanol aber auch CO2-neutral mit Hilfe der Energie der Sonne gewinnen. Zunächst wird es z. B. durch Elektrolyse  mit Hilfe von Solarstrom der Wasserstoff als Gas gewonnen. Reiner Wasserstoff hat allerdings den Nachteil, dass er nur sehr umständlich gespeichert werden kann. Entweder unter hohem Druck oder indem er verflüssigt wird. Dazu bedarf es allerdings einer Temperatur weit unter 0°C, und zwar -252°C oder etwa 20°K. Schon die Elektrolyse hat keinen besonders hohen Wirkungsgrad, wenn man dann auch noch den Solarstrom zur Erzeugung der niedrigen Temperatur verwendet, ist die gesamte Energieausbeute sehr schlecht. Der flüssige Wasserstoff muss in aufwändigen Thermos-Behältern abgefüllt und transportiert werden. Auch das Verbreiten von Wasserstoff über die vorhandenen Erdgaspipeline hätte seine Tücken. Wasserstoff ist sehr flüchtig und dadurch müssen die Dichtungen des Erdgasnetzes extrem verbessert bzw. umgebaut werden, was sehr kostentreibend ist.

Aber es gibt eine interessante Alternative. Da spielt wieder die Sonnenenergie und noch zu entwickelnde spezielle Katalysatoren eine Rolle. Man kann auf diese Weise daraus Methanol gewinnen. Allerdings benötigt man dazu wiederum CO2, denn der darin enthaltene Kohlenstoff bindet die Wasserstoff-Atome an sich, so dass der Wasserstoff quasi auf elegante Weise verflüchtigt wird. Wenn dann auch noch das CO2 aus der Atmosphäre entnommen wird – was allerdings sehr aufwändig ist, oder aus recyceltem CO2 aus dem Abgas von nicht zu vermeidenden Verbrennungsmotoren oder mit Erdgas betriebenen Heizungsanlagen, dann ist es möglich, dieses Methanol völlig regenerativ und CO2-frai zu gewinnen.

Im folgenden Artikel wird eine Methode beschrieben, die – um Wasserstoff effizient in Brennstoffzellen einsetzen zu können – es wieder in Wasserstoff zurückgewandelt wird. Dann fragt man sich, warum es nicht auch direkt in vorhandenen Verbrennungsmaschinen eingesetzt werden kann. Die dabei entstehenden geringen Restmengen an CO2 können sogar recycelt werden, so dass das zu einem völlig CO2-freien Nullspiel wird. Dazu ist allerdings Technologie-Offenheit erforderlich und nicht die Verbots-Ideologie.

Brennstoffzellen, die einigermaßen einen hohen Wirkungsgrad entwickeln, bedürfen Betriebstemperaturen von über 800°C, so dass der praktische Vorteil gegenüber Verbrennungsmotoren verschwindet. Trotzdem möchte ich Ihnen den folgenden Artikel nicht vorenthalten.

Jean Pütz

(Ing) – Methanol – vielleicht einmal der Treibstoff der Zukunft. Methanol lässt sich nicht nur aus dem Anbau von Energiepflanzen gewinnen – z. B. Mais, Zucker oder Getreide (das hätte den Nachteil, dass es in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht und den Anbau von Monokulturen begünstigt). Demgegenüber lässt sich Methanol aber auch CO2-neutral mit Hilfe der Energie der Sonne gewinnen. Zunächst wird es z. B. durch Elektrolyse  mit Hilfe von Solarstrom der Wasserstoff als Gas gewonnen. Reiner Wasserstoff hat allerdings den Nachteil, dass er nur sehr umständlich gespeichert werden kann. Entweder unter hohem Druck oder indem er verflüssigt wird. Dazu bedarf es allerdings einer Temperatur weit unter 0°C, und zwar -252°C oder etwa 20°K. Schon die Elektrolyse hat keinen besonders hohen Wirkungsgrad, wenn man dann auch noch den Solarstrom zur Erzeugung der niedrigen Temperatur verwendet, ist die gesamte Energieausbeute sehr schlecht. Der flüssige Wasserstoff muss in aufwändigen Thermos-Behältern abgefüllt und transportiert werden. Auch das Verbreiten von Wasserstoff über die vorhandenen Erdgaspipeline hätte seine Tücken. Wasserstoff ist sehr flüchtig und dadurch müssen die Dichtungen des Erdgasnetzes extrem verbessert bzw. umgebaut werden, was sehr kostentreibend ist.

Falls im nächsten Jahr die ersten Serienautos mit Brennstoffzelle auf den Straßen rollen, könnte es bis dahin an der Zapfsäule schon eine Alternative zu Wasserstoff in Gasform geben: flüssiges Methanol. Wiener Forscher entschlüsseln derzeit die Rätsel der Katalysatoren, die Methanol während der Fahrt in ein Gemisch aus CO2 und molekularem Wasserstoff umwandeln.

Automobilbauer weltweit forschen an Alternativen zum klassischen Otto-Motor. Als umweltfreundliche Antriebstechnik gilt die Brennstoffzelle. Sie gewinnt Reaktionsenergie, indem sie Wasserstoff und Sauerstoff in Wasser umwandelt. Aus dem Auspuff strömt lediglich harmloser Wasserdampf. Der japanische Autobauer Toyota will bereits nächstes Jahr den FCV auf die Straße schicken. Der Wasserstofftank soll hinter der Rückbank des Brennstoffzellenautos installiert sein und sich in drei bis fünf Minuten betanken lassen – ein wesentlicher Vorteil zur längeren Ladezeit der Elektromotoren.

Doch das Tanken mit Wasserstoff sorgt bei vielen potentiellen Nutzern für Unbehagen. Denn das Gas zischt solange durch den Schlauch der Zapfsäule, bis im Druckgastank ein gewaltiger Druck aufgebaut ist. Bis zu 700 bar herrschen im Inneren – das über Deihundertfache des üblichen Reifendrucks. Eine Größenordnung, bei der viele Interessenten an eine rollende Bombe denken.

Brennstoffzellen-Autos könnten auch flüssiges Methanol tanken
Wasserstoff für Brennstoffzellenautos muss man allerdings nicht zwangsweise in Gasform tanken. Eine Alternative ist flüssiges Methanol. Es lässt sich während der Fahrt wieder in Wasserstoff und Kohlendioxid zerlegen. Bei dieser sogenannten Dampfreformierung spielen Metallkatalysatoren eine Schlüsselrolle, die Forscher an der Technischen Universität in Wien derzeit untersuchen. Denn nur mit dem richtigen Katalysator entsteht aus Methanol und Wasserdampf ein reines Gemisch aus CO2 und molekularem Wasserstoff, das kein für die Brennstoffzelle gefährliches Kohlenmonoxid enthält.

Besonders kompliziert sind die Prozesse an der Katalysatoroberfläche. „Unterschiedliche Atom- und Molekülsorten sind beteiligt“, erklärt Forscherin Karin Föttinger, die im Spezialforschungsbereich Foxsi der TU Wien arbeitet. „Oft ist schwer zu sagen, welche für die Reaktion wichtig sind, und welche untergeordnete Rollen spielen.“

Forscher kommen Geheimnissen der Katalysatoren auf die Spur
Während sich viele Experten in der Industrie noch nach dem Schema Versuch und Irrtum an die richtige Zusammensetzung der Katalysatoren herantasten, geht die TU Wien einen Schritt weiter. Mit modernen spektroskopischen Methoden untersucht Föttinger, wie Reaktionen am Katalysator im Detail ablaufen. Ihr Kollege Christoph Rameshan trennt die einzelnen Komponenten und analysiert sie in Modellsystemen einzeln. So können die Forscher nachvollziehen, was genau bei den komplizierten chemischen Prozessen an der Katalysator-Oberfläche passiert.

Als Katalysatoren kommen übrigens meist winzige Nanopartikel aus Metall zum Einsatz – oft aus Palladium. Sie sitzen auf Metalloxid-Oberflächen wie Zinkoxid. Heiß diskutiert war in den letzten Jahren die Frage, ob das Oxid oder das Reinmaterial für die Katalyse zuständig ist. Föttinger gibt jetzt eine Antwort: „Unsere Messungen zeigen: Man braucht beides.“ Kollege Rameshan konkretisiert: „Das Oxid ist wichtig für die Wasseraktivierung, für die Aufspaltung der Wassermoleküle. Das Metall hingegen ist wichtig für die Aufspaltung des Methanols.“