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Hypothyreose: Forderung nach neuen Studien zur Kombinationstherapie

(DGE) – Seit den 1960er Jahren, als die synthetischen Schilddrüsenhormonpräparate T4 und T3 die getrockneten Rinderschilddrüsenextrakte (wie Thyranon-Organon) ablösten, hält die Diskussion über eine Monotherapie mit T4 oder eine Kombination von T4 und T3 an. Lange Zeit verordneten die Ärzte Kombinationstherapien (mit z.T. recht hohem T3-Anteil wie  in Novothyral-Merck), dann bevorzugte man die Monotherapie mit T4. Diese wird auch heute in den meisten Leitlinien empfohlen, wobei im Einzelfall  Ausnahmen möglich seien. Man stützte sich auf zahlreiche Studien, die keinen Nutzen einer Kombinationstherapie bei Hypothyreose belegen konnten. Manche Patienten sind mit einer T4-Monotherapie aber unzufrieden und fordern von den Ärzten, auch T3 zu bekommen, entweder in Kombination mit T4,  manchmal sogar als T3-Monotherapie.

Am 12. Februar 2021 wurde nun  zu dieser Thematik ein Consensus-Dokument der Amerikanischen (ATA), Britischen (BTA) und Europäischen (ETA) Schilddrüsengesellschaft publiziert, welches auch das Ergebnis einer  Konferenz vom 3. November 2019 wiedergibt (1). Zwölf Experten hatten vorliegenden 14 Studien analysiert und festgestellt, dass diese heutigen Studienanforderungen nicht immer genügten, und es fanden zusätzlich Umfragen statt. Das Ergebnis war die Forderung, die Therapieoptionen für die Hypothyreose erneut zu studieren.  Die Autoren schreiben am Ende ihrer Publikation (1):

„Based on the presentation and discussion of these topics by the authors, we believe that there is equipoise for a new well-designed adequately powered clinical trial of combination therapy. Furthermore, patients and physicians have demonstrated an urgent strong interest in addressing the clinical problem of patients‘ dissatisfaction with the existing standard of care for thyroid hormone therapy. Additional physiological/translational data, informing the theoretical basis for potential combination therapy benefit, may be generated in parallel with planned or ongoing studies in order not to delay new studies in this area”.

Nach Abfassung diese Blogbeitrags erreicht den Referenten am heutigen Tage die Aufforderung, an einer Umfrage  zur Verwendung von Levothyroxin in Europa teilzunehmen. Sie trägt den Titel “THESIS”: Treatment of Hypothyroidism in Europe by Specialists: an International Survey. Unten sei aus dem Text zur Aufforderung, an der Umfrage teilzunehmen, des Passus wiedergegeben, welcher von einer  „ Evidenz gegen“ eine objektive Überlegenheit der T3-Behandlung spricht  und dass nur LT4-Präparate den Vorteil (gegenüber T3) hätten, physiologische Schilddrüsenhormonwerte zu erzielen.

Man darf gespannt die Ergebnisse von neuen Studien und Umfragen zur Frage „T4-Monotherapie oder Kombination T4/T3 bei Hypopthyreose ?“ erwarten.

Aufwertung des Placebo-Medikaments – ein Blick in die Tiefenpsychologie – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Hier der Beweis: Die Kraft der Selbstbestätigende Prophezeiung (self for prophesy) bestimmt sehr unser Leben. Das kann man positiv und negativ sehen. Heilpraktiker können davon ein Liedchen singen. Insofern ist die Homöopathie durchaus ernst zu nehmen.

Umgekehrt aber erzeugt sie im Erfahrungsschatz vieler Menschen, dass Verschwörungstheorien und Falschmeldungen durchaus eine Wirkung haben. Das ist gleichzeitig Segen und Fluch und beweist, wie sehr der Mensch manipuliert werden kann. Das hat nicht nur individuelle Auswirkung, auf die Psychologie, sondern ist gleichsam eine Gesetzmäßigkeit, die in der Psychologie eine wichtige Rolle spielt und unsere Vorstellung von Demokratie konterkarieren kann, nach dem Motto: Der Teufel scheißt immer auf den gleichen Haufen. auf diesem Prinzip bauen viele Autokraten ein vorhersehbares Lügengebilde auf. Die Erfolge des Faschismus und jetzt aktuell der Trumpismus haben dort ihre Ursache.

Jean Pütz

(pte) – Scheinmedikamente, sogenannte Placebos, funktionieren auch ohne Täuschung des zu behandelnden Patienten. Dies zeigt eine von Forschern des Universitätsklinikums Freiburg durchgeführte Metaanalyse. Laut der im Fachmagazin „Scientific Reports“ veröffentlichten Studie wurde ein systematischer Vergleich von 13 Studien mit 834 Teilnehmern durchgeführt.

„Erstaunliche Therapieerfolge“
„Die bewusste Einnahme eines Placebos mag zwar etwas verrückt erscheinen, aber sie hat in diesen Studien gewirkt – und damit die gezielte Täuschung der Patienten unnötig gemacht. Dass Placebos ohne pharmakologisch aktive Substanzen das Geschehen im Gehirn oder den Hormonhaushalt beeinflussen und erstaunliche Therapieerfolge erzielen können, wussten wir seit Langem“, so Forscher Stefan Schmidt. Dem Experten nach wurde die Wirkung der Placebos bisher jedoch der Erwartung der Patienten an ein aktives Medikament zugeschrieben.

Neuere klinische Studien liefern jedoch erste Hinweise, dass die Täuschung über den fehlenden Inhalt des Placebos unnötig sein könnte. Um die Wirkung offen verabreichter Placebos wissenschaftlich zu belegen, verglich das Team 13 randomisierte klinische Studien. Die in den einzelnen Studien behandelten Diagnosen reichten von Rückenschmerzen und Reizdarmsyndrom über Depression, Fatigue und ADHS bis zu Heuschnupfen und Hitzewallungen. Den Patienten war offen mitgeteilt worden, dass sie ein Placebo erhalten.

Wissenschaftliche Belege gefunden
Zudem wurden die Patienten über die prinzipielle Wirkung von Placebos informiert und um die regelmäßige Einnahme der Tabletten gebeten. Die Metaanalyse der Studien belegte laut Schmidt die überraschende Wirkung: „Wir konnten erstmals wissenschaftlich gesichert zeigen, dass auch offen verabreichte Placebos wirksam sein können.“ Sollten offen verabreichte Placebos auch im Klinikalltag Anwendung finden, könnten sie anstelle der gezielten Täuschung zusätzliche Offenheit in die Beziehung zwischen Behandelnden und Patienten bringen.

Perowskit-Solarzellen übertreffen die bisherigen Silizium-Technologien – Mit einem Fragenkatalog von Jean Pütz

Lieber Herr Pütz,
vielen Dank für Ihr Interesse an der Thematik, und entschuldigen Sie die späte Rückmeldung.
Ich versuche Antworten auf Ihre Fragen kurz zusammenzufassen, allerdings sind die Fragen zum Teil noch nicht definitiv zu beantworten:

  1. sind die Perowskit-Solarzellen im Handel schon verfügbar – wenn nicht, wann ist damit zu rechnen?

Aktuell noch nicht, allerdings gibt eine Vielzahl von Startups, die versuchen die Technologie zu einem Produkt zu machen. Dies beinhaltet z.B. flexible Perowskit-Solarzellen, Perowskit-Perowskit-Tandemsolarzellen oder Si-Perowskit-Tandemsolarzellen. Es gibt noch weitere Firmen (auch in China) über die genannten hinaus (insgesamt so 8-14 würde ich schätzen), mit zum Teil unterschiedlichen Produktideen und potenziellen Märkten Am weitesten von allen ist aktuell sicher OxfordPV, die eine Rekordeffizienz von 29.5% für Si-Perowskit-Tandemsolarzellen (im Labormaßstab) gezeigt haben und angekündigt haben dieses Jahr erste Module in ihrer Fabrik in Brandenburg zu bauen. Tandemsolarzellen ist sicher auch der aktuell vielversprechendste Markt für Perowskite. Von den Firmen in China hört man natürlich eher wenige Details.

  1. welche Firma ist dann Marktführer?

Siehe vorherige Antwort, aktuell noch sehr schwer zu beantworten, je nach Erfolg von OxfordPV.

  1. können Sie mir einige Informationen zur Wetteranfälligkeit und Lebensdauer geben?

Dies ist sicherlich aktuell noch die größte Schwachstelle der Technologie, da Lebensdauern von 20-30 Jahren wie bei Silizium aktuell noch in weiter Ferne sind. Allerdings gab es große Verbesserungen in den letzten Monaten/Jahren diesbezüglich und die Stabilität hat jetzt viel Aufmerksamkeit in der Forschung. Wie weit Oxford PV im Detail in dieser Hinsicht ist, weiß man aktuell noch nicht, da halten sie sich eher bedeckt. Insgesamt forschen immer mehr Gruppen insbesondere an Themen zu Stabilität und zur (weiteren) Optimierung von Perowskit-Tandemsolarzellen (im besten Falle mit Effizienzen über 30%).

  1. Wie verhält es sich mit der ökologischen Bilanz

Die aktuellen effizientesten Perowskit-Solarzellen sind Blei-haltig und auch wenn an Alternativen zu Blei als Element geforscht wird, ist man dort noch nicht weit gekommen und vermutlich muss man mit dem Blei leben. Die Bleimenge ist im Vergleich zu der Menge für alte Si-Module (glaube ich!) aber sogar geringer (da die Perowskit-Schichten sehr sehr dünn sind (~300-600 Nanometer)), und es gibt verschiedene Lösungsansätze, dass das Blei bei z.B. bei einem Bruch der Zellen nicht in die Natur (in die Erde) gelangt. Deshalb müssen die Module aber auf definitiv fachgerecht verkapselt und recycelt werden.

Ich hoffe ich konnte einen Überblick geben, bei weiteren Fragen melden sie sich einfach. Ich soll Sie auch lieb von meinem Chef grüßen, auch wenn wir beide noch vergleichsweise jung sind und Ihre aktivste Zeit nicht bewusst miterlebt haben, kann er sich gut an Sie erinnern, da seine Mutter ein Fan Ihrer Produkte war/ist ;-)) Ich gehe jetzt mal davon aus, das Sie „der“ Jean Pütz sind, wenn nicht bitte ich um Korrektur J

Mit besten Grüßen

Paul Faßl

(pte) – Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben Perowskit-Solarzellen so optimiert, dass der Wirkungsgrad jenen gängiger Siliziumzellen übertrifft. Sie setzen dabei auf eine Schicht aus Zinndioxid, die die Perowskit-Struktur von der leitenden Schicht trennt, die als Elektrode dient. In bisherigen Perowskit-Zellen befindet sich diese Schicht direkt auf dem Kristall.

Smarter Schichtaufbau
Bisher kämpfen die Forscher in aller Welt gegen eine Eigenart der Perowskit-Solarzellen, die die Effizienz beeinträchtigt. Denn frisch gebildete Elektronen verbinden sich mit ihren Gegenstücken, den sogenannten Löchern, zu einem neutralen Gebilde, ehe sie in Form von Strom abgezapft werden können. Das soll der neue Schichtaufbau künftig verhindern und die Module konkurrenzfähig machen.

Das Design von Jason Yoo, Moungi Bawendi und Fariborz Maseeh erhöht den Wirkungsgrad der Zelle auf 25,2 Prozent. So übertrifft dieser die meisten Siliziumzellen und nähert sich den Rekordhaltern, auf der Basis von Galliumarsenid, an. Die bisher leistungsfähigsten Zellen haben einen großen Nachteil. Bei ihrer Herstellung wird sehr viel Energie verbraucht, weil die notwendigen Temperaturen bei mehr als 1.000 Grad Celsius liegen. Perowskite begnügen sich dagegen mit 200 Grad Celsius. Außerdem sind sie extrem dünn und damit sehr leicht.

Perowskit versus Silizium
Laut den MIT-Forschern müssen Perowskit-Zellen die Siliziumkonkurrenz nicht verdrängen. Beide könnten sich ergänzen, da sie unterschiedliche Wellenlängen des Sonnenlichts in Strom verwandeln. So ließe sich der Wirkungsgrad drastisch anheben. Berliner Helmholtz-Forscher , die ebenfalls Perowskit-Zellen entwickeln, erwarten eine Effektivität von 30 Prozent, wenn letzte Hürden abgebaut sind – etwa die, die nun in den USA gefallen ist.

Die Zinkdioxid-Schicht wird mit der Chemischen Badabscheidung erzeugt. „Es ähnelt dem Zubereiten einer Speise“, sagt Bawendi. In einem Bad, das die Vorläuferchemikalien der gewünschten Schicht enthält, wird der Kristall eine Weile bei 90 Grad Celsius geköchelt. Dabei bildet sich die Zinndioxid-Schicht. Diese war unterschiedlich effektiv, je nach den Zutaten im Bad. Nach zahlreichen Tests fand das Team die Kombination, die die besten Ergebnisse brachte. Nächste Aufgabe der Forscher ist die Skalierung des Verfahrens, also die Herstellung von großflächigen Modulen. Bisher haben die innovativen Solarzellen lediglich Laborgröße.

Deutschland wird zur Batteriezellenfabrik Europas

(FAZ) – Europa steht vor einem Boom der Batteriezellenfertigung für Elektroautos – und Deutschland wird das mit Abstand wichtigste Zentrum dieser Zukunftsindustrie. Das prognostizieren die Fachleute des Brüsseler Klimaschutzverbands Transport & Environment (T&E) in einer neuen Marktanalyse, die der F.A.Z. vorliegt. Die Batteriezelle ist eine Schlüsselkomponente im schnell wachsenden Markt für Elektroautos: Ungefähr 40 Prozent der gesamten Wertschöpfung in der Fertigung batterie-elektrischer Fahrzeuge entfällt auf den Akku.

Bisher sind die europäischen Hersteller fast vollständig auf Lieferungen aus asiatischen Batteriezellenfabriken angewiesen. Das könnte sich jetzt schneller als bislang angenommen ändern: Schon dieses Jahr werde Europa über genügend heimische Produktionskapazitäten für Batteriezellen verfügen, um seinen Bedarf zu decken, sagt T&E voraus.

Nach Zählung der Verkehrsexperten sind derzeit in Europa 22 große Fabriken zur Herstellung von Batteriezellen („gigafactories“) geplant. Teilweise sind diese bereits im Bau. Dadurch würden bis zum Jahr 2030 ungefähr 100.000 neue Arbeitsplätze entstehen, die erwartete Jobverluste in der Herstellung von konventionellen Autos mit Verbrennungsmotor zumindest teilweise wettmachen könnten.

In Deutschland ist eine ganze Reihe von Standorten vorgesehen – darunter die neue Fabrik von Tesla in Brandenburg, das Werk von Volkswagen und Northvolt in Salzgitter und ein weiteres bei Opel in Kaiserslautern. Auch asiatische Hersteller bauen in Europa neue Fabriken. So wollen unter anderem die chinesischen Unternehmen CATL und SVolt in Thüringen und im Saarland Akkus für den europäischen Markt herstellen.

Rund die Hälfte davon entfalle voraussichtlich auf deutsche Fabriken. Deutschland werde damit in Europa der klar dominierende Standort für die Batteriezellen-Fertigung – vor Polen, Ungarn, Norwegen, Schweden und Frankreich.

Sollten die Fachleute mit ihrer Prognose richtig liegen, wird der Aufbau einer Batteriezellen-Industrie in Europa schneller gelingen, als bislang von der EU angepeilt. Der europäische Staatenbund und die Mitgliedstaaten mobilisieren Milliardenhilfen, um den Rückstand bei der Herstellung der wichtigen Stromspeicher gegenüber asiatischen Ländern aufzuholen.

Der Verkauf von Elektroautos ist nicht zuletzt dank staatlicher Kaufprämien im vergangenen Jahr gegen den Trend stark gestiegen. Deutschland ist mittlerweile hinter China der zweitgrößte Markt für Elektroautos auf der Welt. 2020 ist der Absatz hierzulande um 260 Prozent nach oben geschnellt. Jeder siebte in Deutschland zugelassene Neuwagen verfügte über einen elektrischen oder teil-elektrischen Antrieb. Das meistverkaufte Elektroauto der Welt ist der Tesla Model 3.

Die Autoindustrie setzt inzwischen immer stärker auf den Elektroantrieb. Ford hat angekündigt, in Europa ab dem Jahr 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr anzubieten. Volvo und Jaguar Land Rover wollen den Verbrenner ebenfalls ausmustern.

Der Stuttgarter Hersteller Porsche rechnet damit, dass bis Ende des Jahrzehnts mehr als 80 Prozent seines Sportwagenabsatzes auf Elektroautos entfallen werden. Daimler-Vorstandschef Ola Källenius zeigt sich dagegen zurückhaltender: Das Unternehmen werde die Verbrenner nicht „vorzeitig“ aus dem Programm nehmen, weil mit diesen weiter viel Geld zu verdienen sei, sagte er kürzlich.

Der Verband T&E ist die Dachorganisation von rund 60 Umweltschutzverbänden in Europa mit verkehrspolitischer Ausrichtung. Unterstützt wird T&E von verschiedenen Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen, zu denen auch der Word Wildlife Fund (WWF) zählt.

Warum ist Südkorea als Demokratie besser mit Corona fertig geworden als die Europäer? Mit einer Einführung von Jean Pütz

Was ist wichtiger, Datenschutz oder Schutz von Leib und Leben? Darauf spielt sich die Frage zu, warum Südkorea bis jetzt wesentlich besser die Pandemie überstanden hat als Europa und Amerika.

1984 war ich als verantwortlicher WDR-Redakteur froh, dass es schien, dass George Orwell mit seinem berühmten Zukunfts-Roman nicht recht hatte. Das hat sich insbesondere durch das aufkommende Internet fundamental geändert. Deswegen ist verständlich, warum wir mit persönlichen Daten wesentlich verantwortlicher umgehen als asiatische Staaten.

Liest man den folgenden Beitrag, ist die Vision von Orwell 40 Jahre später eingetroffen. Wenn wir also einen Blick auf Südkorea werfen, muss diese Tatsache berücksichtigt werden. Das ist auch der Grund, weshalb die groß propagierte Corona-App in westlichen Ländern ein zahnloser Tiger geworden ist, denn eines der Geheimnisse des Erfolgs der Südkoreaner liegt in der Tatsache begründet, dass offenbar dem Datenschutz weniger Bedeutung zugemessen wurde. Ob wir dabei päpstlicher waren als der Papst, ist schwer zu beurteilen. Die Franzosen, die automatische Meldungen in ihre Apps eingebaut hatten, haben auch keine besseren Ergebnisse erzielt, weil die berechtigte Skepsis der Bürger dafür sorgte, dass nur wenige diese Apps akzeptiert haben. Immerhin haben in Deutschland die Bürger über 20-millionenfach unsere App heruntergeladen, das Problem war, dass nur wenige positive Tests  an die Gesundheitsämter weitergeleitet haben.

Ihr Jean Pütz

(Konrad Adener Stiftung) – Impfstoffe geben Hoffnung auf einen Ausweg aus der Pandemie. Gleichzeitig wird deutlich, dass uns die Notwendigkeit zu Social Distancing und Beschränkungen zumindest noch eine Weile erhalten bleiben wird. Welche Mittel und Eingrenzungen von Rechten und Freiheiten nötig und gewollt sein können, um das Recht auf körperliche Unversehrtheit, aber auch andere Freiheiten zu schützen, ändert sich mit fortschreitender Zeit und Erkenntnis. Das demokratische Korea setzte seit Beginn auf digitale Methoden.

Besonders im internationalen Vergleich sind die Infektionszahlen in Südkorea – obwohl es nach der Volksrepublik China den zweiten Schwerpunkt der Pandemie zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung ausmachte – durchgehend auf relativ niedrigem Niveau verblieben: seit Beginn der Pandemie wurden weniger als 85.000 Infektionen und 1.600 Todesfälle gezählt.  Aktuell ist das Land nichtsdestotrotz mit einer dritten Welle konfrontiert, in der die tägliche Infektionszahl jedoch unter 1.300 geblieben und zuletzt auch wieder unter 400 gesunken ist.

Die ergriffenen Maßnahmen wurden im Zeitverlauf zunehmend systematisiert und mehrfach gelockert und verschärft. Bis dato kam es jedoch zu keinem umfassenden lockdown: Privatunternehmen, insbesondere Einzelhandel und Gastronomie, konnten durchgehend geöffnet bleiben, zeitweise mit verkürzten Öffnungszeiten.

Als wesentliche Faktoren für dieses Ergebnis sind kurze Reaktionszeiten, eine hohe Konformität in der Bevölkerung und insbesondere auch eine Nutzung vorhandener Daten und digitaler Infrastruktur auszumachen.

Tracking und Monitoring

Eine Überwachung bzw. Nutzung von personenbezogenen Daten zur Kontrolle des Infektionsgeschehens erfolgt in zwei unterschiedlichen Strängen.

Bei Einreise aus dem Ausland besteht, mit Ausnahme ausgewählter Personengruppen, eine Pflicht zur 14-tägigen Quarantäne in hierfür eigens zugewiesenen Einrichtungen. Südkoreanische Staatsbürger sowie Personen mit qualifiziertem Aufenthaltstitel und nachweislichem Wohnsitz haben ersatzweise die Möglichkeit, sich einer Selbstisolierung im eigenen Wohnraum zu unterziehen.

Die Einhaltung der dabei geltenden Pflichten und Beschränkungen wird primär durch die bereits vor Einreise zwingend vorgeschriebene Installation einer App zur täglichen Selbstüberwachung von Krankheitssymptomen und Ergebniserfassung sowie durch Auswertung der Bewegungsdaten der eigenen Mobilfunknummer sichergestellt. Hinzu kommen regelmäßiger Kontakt mit der zuständigen Gesundheitsbehörde und eventuell unangekündigte Hausbesuche.

Eine nochmals weitreichendere Datenauswertung erfolgt im Falle bestätigter Infektionsfälle. Das dann greifende Tracking- und Monitoring-System wurde im Rahmen einer Kooperation von Ministry of Science and Information & Communication Technology, Ministry of Land, Infrastructure and Transport sowie Korea Center for Disease Control and Prevention (KCDC) entwickelt und beruht im Wesentlichen auf fünf Informationsquellen:

1.    Auskünfte der Infizierten
2.    Zahlungsverkehr
3.    Mobilfunknetz
4.    Überwachungskameras
5.    Entry Logs

Sobald eine Person positiv getestet wird, schalten sich sogenannte Epidemiological Intelligence Service Officers der Korea Disease Control and Prevention Agency (KDCA, vormals KCDC) ein. Diese befragen die infizierte Person und inspizieren gegebenenfalls Orte, die von dieser Person besucht wurden. Um die Aussagen des Infizierten zu überprüfen und potentielle Ansteckungen nachzuvollziehen, werten die Beamten dann in der Folge bis zu vier zusätzliche Datenquellen aus und gleichen sie mit den gemachten Angaben ab.

Zahlungsverkehr

Der Abgleich mit getätigten Zahlungen per Kredit- oder Bankkarte ist in Südkorea besonders effektiv, da hier der Anteil an bargeldlosem Zahlungsverkehr weltweit am höchsten ist.

Mobilfunknetz

In Südkorea gibt es mehr Mobiltelefone als Einwohner. Die Quote gehört weltweit zu den höchs-ten. Zudem ist die Netzabdeckung äußerst hoch und Endgeräte sind zu jedem Zeitpunkt mit bis zu drei Sendemasten verbunden. Dies erhöht die Genauigkeit der Ortung enorm.

Überwachungskameras

In Südkorea sind über 8 Millionen Überwachungskameras im Einsatz. Dies entspricht einer Kamera pro 6,3 Einwohner. Während Menschen im öffentlichen Raum unterwegs sind, werden diese im Durchschnitt alle neun Sekunden per Video erfasst. Dies ermöglicht eine nahezu lückenlose Nachverfolgung der Bewegungsprofile.

Entry Logs

Im Juli 2020 wurde zudem ein u.a. für die Gastronomie verpflichtendes Registrierungssystem eingeführt. Hierzu kann alternativ zur Papierform ein QR-Code in weit verbreiteten Apps, die eine zertifizierte Identifizierung ihrer Nutzer ermöglichen, erstellt und vor Ort eingescannt werden. Im Falle einer Infektion können so zeitnah alle relevanten Kontakte ermittelt werden.

Die erstellten Bewegungsprofile werden mit den Daten bereits bekannter Fälle abgeglichen und auf Zusammenhänge geprüft. Die Aufklärungsquote der Infektionswege liegt derzeit noch immer über 80 Prozent.

Es wird zudem versucht, Kontaktpersonen zu identifizieren, die weniger als zwei Meter Abstand zum Infizierten hatten, und die staatlichen Stellen veröffentlichen das erstellte Bewegungsprofil in anonymisierter Form und senden auf Basis der Zuordnung zu Sendemasten Warnungen per SMS in die jeweiligen Stadtviertel.

Rechtsrahmen und Datenschutz

In normalen Zeiten gilt im rechtsstaatlichen Südkorea ein der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union ähnliches Datenschutzrecht, wenngleich die Verhandlungen über eine formale Anerkennung von dessen Gleichwertigkeit durch die Europäische Kommission noch nicht abgeschlossen sind.

Allerdings erklärte Südkorea das Corona-Virus bereits im Januar 2020, nachdem die ersten bestätigten Fälle im Land gemeldet wurden, zur „Infektionskrankheit 1. Grades“, wodurch auch besondere Maßnahmen zur Datenverarbeitung ermöglicht werden.

In Art. 6 Abs. 2 des im Nachgang von MERS (2015) geschaffenen „Gesetzes zur Prävention und Kon-trolle von Infektionskrankheiten“ heißt es dazu:

„Die Bürger haben das Recht, die Informationen über das Auftreten von Infektionskrankheiten, die Prävention und die Kontrolle von Infektionskrank-heiten sowie über die Bekämpfung zu erfahren. Der Staat und die lokalen Regierungen müssen Informa-tionen unverzüglich offenlegen.“

Das Gesetz legt den Umfang der Offenlegung von Informationen im Falle einer Infektionskrank-heitskrise fest und spezifiziert diesen Grundsatz in Art. 34-2 Abs. 1:

„Der Leiter der Behörde für Krankheitskontrolle und -prävention (KDCA), die Bürgermeister, die Gouverneure und die Bezirksleiter müssen unverzüglich Informationen, die die Bürger zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten wissen müssen, wie u.a. die Infektionswege von Patienten, Transportmittel, medizinische Behandlungseinrichtungen und Kontakte, durch Veröffentlichung in Kommunikationsnetzen oder die Verbreitung von Pressemitteilungen offenlegen, wenn aufgrund der Ausbreitung von Infektionskrankheiten, die für die Gesundheit der Menschen schädlich sind, eine Krisenwarnung über die Stufe ‚Vorsicht‘ gemäß Art. 38 Abs. 2 des ‚Gesetzes über Katastrophen- und Sicherheitsmanagement‘ herausgegeben wurde. Geschlecht, Alter und andere Informationen, die durch das Präsidialdekret als nicht mit der Prävention von Infektionskrankheiten verbunden angesehen werden, sind jedoch ausgeschlossen.“

Weitere Artikel des Gesetzes regeln explizit die Möglichkeit zuständiger Behörden, persönliche Daten wie Name, Adresse und Telefonnummer, Krankenakten, Daten über Ein- und Auswanderung und andere Informationen von vermutlich Infizierten zur Feststellung der Bewegung zu verlangen. Es gibt dem Leiter einer Polizeibehörde die Möglichkeit, Informationen über Standortdaten von vermutlich Infizierten zu verlangen und von Anbietern persönlicher Standortinformationen und Telekommunikationsdienstanbietern entsprechende Standortdaten einzufordern (Art. 76-2).

Außerdem regelt das Gesetz:

›    Gefängnisstrafen von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafen von bis zu 20 Millionen Won (etwa 15.000 EUR) bei Verweigerung epidemiologischer Untersuchungen (Art. 79 Nr. 1),

›    Gefängnisstrafen von bis zu einem Jahr oder Geldstrafen von bis zu 20 Millionen Won bei Verweigerung der Auskunft über Standortdaten (Art. 79-2 Nr. 3),

›    Gefängnisstrafen von bis zu einem Jahr oder Geldstrafen von bis zu 10 Millionen Won  (etwa 7.500 EUR) bei Verweigerung von Hospitalisierungs- oder Quarantänemaßnahmen (Art. 79-3 Nr. 4, 5).

Die Anwendung dieser Regeln steht dabei durchaus unter gesellschaftlicher und gerichtlicher Beobachtung.

Im Mittelpunkt der zweiten Welle stand im Som-mer 2020 die Bildung eines Infektionsclusters im Stadtviertel Itaewon, das auf den Besuch eines Infizierten in Bars und Clubs zurückgeführt wurde. Zur Aufklärung der Infektionswege wurden Mobilfunkdaten von fast 11.000 Personen genutzt. Das KCDC (seit dem 12.09.2020 KDCA) und die Stadt Seoul hatten diese von den Mobilfunkanbietern gesammelt und Kurznachrichten mit der Aufforderung versandt, sich einem Corona-Test zu unterziehen. Einer der Empfänger, der weder den als Infektionsherd gemeldeten Club besucht, noch direkten Kontakt mit verdächtigen Infizierten hatte und ein negatives Ergebnis erhielt, reichte infolgedessen am 29.07.2020 beim südkoreanischen Verfassungsgericht eine Verfassungsbeschwerde ein, da er sein Recht auf Selbstbestimmung über persönliche Informationen, Kommunikationsfreiheit, Geheimhaltung bzw. Freiheit der Privatsphäre, Freiheit des allgemeinen Verhaltens und Gleichheit verletzt sehe. Die Beschwerde wurde am 25.08.2020 zur Prüfung angenommen.

Die zu Beginn der Krise übliche namentliche Veröffentlichung der Trackingdaten von Infizierten durch die Leiter der Kommunalverwaltungen oder die Einführung eines COVID-19-Armbandes wurden bereits als übermäßige Beeinträchtigung der Privatsphäre anerkannt und eingestellt.

Als problematisch gilt weiterhin, dass das „Gesetz zur Prävention und Kontrolle von Infektionskrank-heiten“ keine Bestimmung enthält, dass oder wann genau die Daten zu löschen sind, die während epidemiologischer Untersuchungen gesammelt werden.

Weitere Maßnahmen und Faktoren

Die technologiegestützte Überwachung einer strikten Quarantäne sowie datenbasierte Kontaktverfolgung und Identifikation von Infektionsclustern sind zwei wichtige Teile eines Puzzles, das vor allem durch systematisierte Social-Distancing-Maßnahmen und eine über die Pflicht hinausgehende Bereitschaft zum Tragen von Masken ergänzt wird.
Maskenpflicht gilt im Prinzip an allen öffentlichen Orten (ÖPNV, Demonstrationen, medizinische Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen). Auch in der Gastronomie ist die Maske jederzeit aufzusetzen, außer es wird gegessen oder getrunken. Bei Zuwiderhandlung kann seit November 2020 ein Bußgeld von rund 75 Euro verhängt werden, Betriebe müssen bei Missachtung zwischen 1.100 und 2.200 Euro zahlen. Doch schon vor Einführung dieser Sanktionsmöglichkeiten lag der Anteil der Zuwiderhandelnden geschätzt unter einem Prozent. Der überwiegende Großteil trägt schon seit Beginn KF94/KF95 (gleichwertig zu FFP2). Vorübergehender Knappheit wurde mit Ausfuhrsperren entgegengewirkt.

Die übrigen Vorgaben der Regierung zum Social Distancing folgen einem seit 01.11. 2020 fünfstufigen Maßnahmensystem, das öffentliche Betriebe und Eirichtungen wie Schulen zu Einschränkungen zwingt, aber auch dringende Empfehlungen und Vorgaben für den privaten Raum enthält.  Die Inkraftsetzung der Maßnahmen erfolgt jeweils kurzfristig für i.d.R. 14-tägige Zeiträume und abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen. Darüber hinaus werden vorhergehende Cluster und besondere Anlässe wie Feiertage mit erhöhtem Reiseverkehr berücksichtigt, sodass es zu zusätzlichen Einschränkungen für einzelne Gruppen bzw. Orte oder schärfere Beschränkungen für Versammlungen kommt.

Politische Debatte

Die öffentliche Debatte fokussiert sich auf diese Social-Distancing-Maßnahmen und stellt ähnlich wie in Deutschland Fragen nach deren Wirksamkeit, Zielgenauigkeit und wirtschaftlichen und sozialen Kosten in den Vordergrund. Im Umfeld der nationalen Parlamentswahlen im Frühjahr 2020 oder der im April 2021 bevorstehenden Bürgermeisterwahlen in Seoul und Busan – den beiden größten Städten des Landes – aber auch von Protestbewegungen oder herausragenden Parlamentsentscheidungen wächst zudem die Kritik der Opposition an den anhaltenden Einschränkungen der Versammlungsfreiheit. Bezüglich der Verwendung von personenbezogenen Daten zur Bekämpfung der Pandemie besteht hingegen prinzipielle Einigkeit.

Fazit

Südkorea nutzt die ihm zu Verfügung stehenden Daten und Technologien erfolgreich zur Eindämmung der Pandemie auf beachtlich niedrigem Niveau, ohne dabei seine demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien auszusetzen.

Wichtige Grundlage dafür bilden neben der mehr erfahrungs- als kulturbasierten Akzeptanz für Einschränkungen in der Bevölkerung sicher auch die geographische Lage oder die Zusammensetzung der Bevölkerung, die eine Regulierung der Einreise und Quarantänevorschriften vereinfachen.

Ebenso zahlen sich aber die vorhandene digitale Infrastruktur, das daraus entstandene Datenreservoir und die bewusste Entscheidung zu deren verantwortungsvoller Nutzung aus.

 

23.02.21 Exemplarische Antwort auf Hunderttausende schriftlicher Facebook-Kommentare

Verehrte Facebook-Freunde,
nun habe ich etwa vier Stunden versucht,  die über 900 schriftlichen Kommentare von Ihnen zu beantworten. Während Sie mir mit den Emotion großen Zuspruch leisten, kommen offenbar bei den schriftlichen Antworten die Impfgegner zum Vorschein. Sie kriechen sozusagen aus ihren sonst etwas vernunftarmen Ecken heraus. Das ist ihr gutes Recht und ehrlich gesagt, ohne es zu bewerten, amüsiert mich das. Es ist unglaublich, wieso unser Bildungssystem es nicht geschafft hat, viele Menschen aus dem Denken, welches die Ursache im Mittelalter hat, zu befreien. Ich finde es toll, dass wir in unserer Demokratie jede Meinung äußern können, ohne Repressalien erwarten zu müssen. Nur, ich habe nichts anderes versucht, als Ihnen den Tatbestand der Wissenschaft vom Impfen einigermaßen zu erklären, denn ich glaube, gerade rund ums Impfen existieren sehr viel Ängste, die Corona-Pandemie ist dafür ein typisches Beispiel.

Stellen Sie sich einmal vor, wenn im Mittelalter die Pest oder die Cholera oder die Pocken grassierten, was für ein Elend das war. Dort suchte man natürlich auch einen Verantwortlichen. Das ist typisch für alles, was mit Pandemie zusammenhängt. Aber damals war die Wissenschaft nicht soweit, dass man das den Quacksalber nicht vorwerfen konnte. Dies ist nur ein Zeichen dafür, dass die Gesellschaft sich immer dann einen Sündenbock sucht, wenn sie verunsichert ist.

In meinem Text habe ich die Nanotechnologie angesprochen. Ich weiß, Mathematik und der Einstieg in den Mikrokosmos ist und muss auch nicht jedermanns Sache sein. Ein Nanometer heißt 10-9 d. h. ein Billionstel Meter. Besser vorstellbar ist es, wenn man es auf den Millimeter bezieht, also immerhin ein Millionstel Millimeter, somit unvorstellbar klein bis fast in den Bereich eines einzelnen Moleküls. Noch Anfang des 20 Jahrhunderts glaubte man, dass der Mensch niemals in diese Dimensionen eindringen könnte. Heute ist das eine Wissenschaft geworden, die es überhaupt erst ermöglicht, innerhalb kürzester Zeit z. B. einen Impfstoff zu entwickeln, der die Folgen einer Pandemie einigermaßen begrenzt.

Klar, Corona ist ein sehr heimtückisches Virus, welches nur die Alten, meist noch mit Vorerkrankungen, erwischt, deswegen glauben einige, das Recht zu haben, dieses zu verharmlosen. Doch mittlerweile ist das Durchschnittsalter auf den Intensivstationen auf 50 Jahre zurückgegangen. Aber es hat sich nun einmal durchgesetzt, dass es vorwiegend die Alten trifft. Manche denken, na ja, das ist eine Art Reinigung der Gesellschaft, was können wir heute noch mit den Alten anfangen. Vielleicht gibt es auch irgendwann einmal eine Alten-Abschussprämie. Gott sei Dank haben wir unser Grundgesetz, in dem die körperliche Unversehrtheit verankert ist, und überlässt dies eben nicht irgendwelchen Interessensgruppen. Es lebe unsere Demokratie, aber offenbar hat ich das noch nicht überall herumgesprochen. Wer Corona und seine Gefährlichkeit leugnet, nichts dagegen tut und sich nicht den empfohlenen Maßnahmen anschließt, ist offenbar mit einer Art Euthanasie – weg mit den Alten und mit unwerten Wesen – einverstanden. Natürlich denken nur wenige so, das weiß ich, aber letztlich läuft es darauf hinaus, und Deutschland hat sich da in seiner Geschichte nicht mit Ruhm bekleckert.

Also, was ich mit meiner möglichst objektiven Erklärung nach bestem Wissen und Gewissen wollte war, ist Sachlichkeit in die Diskussion bringen. Ich weiß, Impfgegner kann ich nicht überzeugen. Aber es ist schon ein interessantes Phänomen, warum finden wir in unserer heutigen, durch Technik, Vernunft und Wissen geprägten Zeit, immer noch so viele Menschen, die nicht bereit sind, die Wissenschaft zur Kenntnis zu nehmen. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir in unserer scheinbar gesicherten Welt jedes Risiko vermeiden wollen. Klar, Impfen ist mit einem minimalen Risiko verbunden, doch das Problem unserer Zeit ist, dass die Menschen gar kein Risiko mehr wollen. Leider kann man nicht beweisen, dass man auf Grund einer Impfung nicht krank geworden ist, der Erfolg der Impfmethode ist geradezu ihr Verhängnis.

Außerdem wird von einigen Kommentarschreibern behauptet, ich würde mit meinen Beiträgen von der Pharmaindustrie bezahlt. Also mit Verlaub, am Impfstoff verdient die Pharmaindustrie relativ wenig, aber an den Medikamenten, die benötigt werden zur Behandlung der Erkrankung, die nicht geimpft sind, verdient sie Millionen. Das zum Thema Logik. Als Beispiel sei das existierende Medikament auf der Basis von Antikörpern, welches Bundesgesundheitsminister Spahn für Millionen Euro geordert hat, und dessen Wirkung nur am Beginn der Erkrankung wirkt. Pro Dosis kommen da drei- bis viertausend Euro zustande, wer soll das bezahlen?

Trotzdem, ich schätze jeden, der sich bei mir äußert und versuche, ihm auch individuell zu antworten, aber vielleicht verstehen Sie, dass das bei dieser Fülle an Kommentaren nicht mehr möglich ist. Bitte entschuldigen Sie.

Herzlichst Jean Pütz

Aufwertung des Placebo-Medikaments – ein Blick in die Tiefenpsychologie

Hier der Beweis: Die Kraft der Selbstbestätigende Prophezeiung (self for prophesy) bestimmt sehr unser Leben. Das kann man positiv und negativ sehen. Heilpraktiker können davon ein Liedchen singen. Insofern ist die Homöopathie durchaus ernst zu nehmen.

Umgekehrt aber erzeugt sie im Erfahrungsschatz vieler Menschen, dass Verschwörungstheorien und Falschmeldungen durchaus eine Wirkung haben. Das ist gleichzeitig Segen und Fluch und beweist, wie sehr der Mensch manipuliert werden kann. Das hat nicht nur individuelle Auswirkung, auf die Psychologie, sondern ist gleichsam eine Gesetzmäßigkeit, die in der Psychologie eine wichtige Rolle spielt und unsere Vorstellung von Demokratie konterkarieren kann, nach dem Motto: Der Teufel scheißt immer auf den gleichen Haufen. auf diesem Prinzip bauen viele Autokraten ein vorhersehbares Lügengebilde auf. Die Erfolge des Faschismus und jetzt aktuell der Trumpismus haben dort ihre Ursache.

Jean Pütz

 

Der Presserat: Instanz für Beschwerden über populistische Entgleisungen der Presse

Wenn es den Presserat nicht gäbe, müsste er schleunigst eingerichtet werden. Gerade in der Zeit, in der FakeNews nicht nur über die Neuen Medien Verbreitung finden, ist eine demokratische Korrekturinstanz außerordentlich wichtig. In Zukunft werde ich hier auf meiner Homepage regelmäßig die Interventionen des Presserates posten.

Jean Pütz

(Presserat) – Der Deutsche Presserat verzeichnet so viele Beschwerden wie noch nie: 4.085 Personen wandten sich 2020 an die Freiwillige Selbstkontrolle der Print- und Onlinemedien, fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor mit 2.175 Beschwerden.

Verantwortlich für die Steigerung waren u.a. Massenbeschwerden, etwa zu Artikeln über die Kindstötungen in Solingen oder zur Polizeikolumne in der taz. 53-mal erteilte der Presserat eine öffentliche Rüge, ebenfalls deutlich öfter als im Vorjahr mit 34 Rügen.

„Gerade in unsicheren Zeiten wünschen sich Leserinnen und Leser eine Berichterstattung, der sie vertrauen können“, so der Sprecher des Presserats Sascha Borowski. „Die vielen Anfragen zu Corona-Berichten zeigen, dass der Pressekodex und die Freiwillige Selbstkontrolle durch den Presserat hier eine wichtige Rolle spielen.“

Über die Corona-Berichterstattung in Print- und Onlinemedien beschwerten sich 581 Leserinnen und Leser. Die meisten von ihnen hielten den Redaktionen falsche Tatsachenbehauptungen oder unzureichende Recherche vor. Von den 321 bereits geprüften Fällen wurden vier gerügt. „Ansonsten haben sich die betroffenen Redaktionen beim Top-Thema Corona mit großer Mehrheit an ethische Grundsätze gehalten“, so Borowski.

Insgesamt am häufigsten gerügt wurden 2020 Verstöße gegen den Opferschutz sowie Fälle von Schleichwerbung und mangelnder Kennzeichnung von Anzeigen. „Redaktionen sollten im Interesse der eigenen Glaubwürdigkeit redaktionelle Inhalte und Werbung deutlich trennen“, so Borowski.

22.02.21 Persönliches Plädoyer für einen realistischen Klimaschutz, der unsere Volkswirtschaft und unseren Wohlstand nicht zerstört.

Ich habe an einer Diskussion teilgenommen, in der die Windenergie problematisiert wurde. Als Freund dieser regenerativen Energie, die durchaus in der Lage ist, zum Klimaschutz beizutragen, habe ich einen offenen Brief an einen Mitdiskutanten, den Europa-Abgeordneten der CDU, Dr. Peter Liese, verfasst, der das gesamte auch von der EU vorgesehene Energiekonzept kritisiert und Alternativen vorstellt. Ich persönlich halte diese hochsubventionierten Maßnahmen für populistisch weit in der Zukunft liegenden Lösungen geprägt, die mittelfristig Millionen von Arbeitsplätzen gefährdet. Mit vernunftbezogenen Maßnahmen und nicht durch Verbots-Ideologien lässt sich das verhindern.

 

Sehr geehrter Herr Dr. Liese,

gestern habe ich mit Interesse an der Diskussion teilgenommen und war empört, dass vorwiegend die Windkraftgegner zu Wort gekommen sind. Seit 40 Jahre bemühe ich mich, in den Medien Verständnis zu schaffen für alles, was mit vernunftbetonter Wissenschaft zu tun hat. Ich habe nicht nur 1969 im Fernsehen die WDR-Redaktion ‚Wissenschaft und Technik  gegründet und war bis 2003 ihr Redaktionsgruppen-Leiter, sondern war in dieser Eigenschaft auch Initiator und Mitbegründer der WPK.org – der Wissenschaftspressekonferenz, 13 Jahre ihr erster Vorsitzender und heute Beiratsmitglied dieser florierenden Institution zur Vermittlung von Wissenschaft und Technik. Das in einer Zeit, in der Zusammenhänge und Fakten immer weniger eine vernunftbetonte Rolle spielen. Näheres über mich können Sie meiner täglich aktualisierten wissenschaftlichen Homepage: www.jean-puetz.net entnehmen.

Kurzum, daran können Sie erkennen, dass ich mich auch als Pensionär und bekannter Wissenschaftsjournalist immer noch für glaubhafte Vermittlung von wissenschaftlichen Fakten engagiere, gegen die Seuche, dass sich immer mehr wohlfeile populistische Entwicklungen in der Politik etablieren, und dieser Mainstream unsere Demokratie auf Dauer gefährdet.

Vor 31 Jahren habe ich zwei Sendungen im wissenschaftlichen Flackschiff der ARD ‚Bilder aus der Wissenschaft‘ das großen Problem der CO2-verseuchung unserer Atmosphäre gewidmet und Lösungen propagiert. Den Hebel habe ich dort angesetzt, wo die größte Vergeudung von Energie erfolgt – nicht im Verkehrssektor mit seinen 6-8% von unseren privaten Autos – sondern in Gebäuden, sowohl privat als auch geschäftlich. Das machte damals und macht heute ca. 50% des CO2-Aufkommens aus. Die Architekten liefen dagegen Sturm und die Politiker haben es damals nicht aufgegriffen. So ist heute noch die dafür zuständige Wärmeschutzverordnung ein Torso, was die technischen Möglichkeiten anbelangt.

Persönlich habe ich daraus die Konsequenz gezogen und in meinem 6-Familienhaus ein Kleinheizkraftwerk installiert, das seinen Strombedarf zu 50% abdeckt, den Rest speise ich ins Netz. Als ich mich dann aufs Land an den Rand des Bergischen Landes, hoch über der Ruhr, zurückgezogen habe, konnte ich das Verwirklichen, was ich seinerzeit propagierte – auch ohne Subvention, aus Überzeugung. Auf meinem 4 ha großem Areal im landwirtschaftlichen Schutzgebiet errichtete ich zwei Energie-Plus-Häuser mit allem Drum und Dran: Streuobstwiesen, kleiner Wald, Fischteich, Bienenzucht, großer Zisterne, Pelletheizung, Thermosolar und Fotovoltaik, so dass ich trotz zweier sparsamer PKWs mit der ganzen Familie CO2-neutral leben kann.

Mein Versuch, eine vertikale Windanlage zu errichten, scheiterte daran, dass die beauftragte Firma Pleite machte. Doch Sie sehen daran, dass ich der Windenergie als auch Fotovoltaik große Bedeutung zumesse – allerdings mit Maß.

Insgesamt habe ich ein durchgehendes Energiekonzept entwickelt, welches, anders als durch die herrschende Wunschdenken gefärbte grüne Ideologie, nicht nur im Einklang mit der Natur ist, sondern dem  Abbau der Industrie in unserem Lande keinen Vorschub leistet. Mit Bestürzung sehe ich, dass unsere beiden Volksparteien, CDU und SPD, sich immer mehr den Fantasien der ‚Grünen‘ nähert, weil sie meinen, dem Mainstream , initiiert durch die ‚Grünen‘ nicht widerstehen zu können. Diese haben zwar ihre Verdienste im nationalen Umweltschutz, dabei habe ich sie sogar anfangs unterstützt, auch mit einem Umweltmagazin, welches ich ‚Dschungel‘ nannte mit dem wichtigen Zusatz ‚Leben und Leben lassen‘- Aber was die notwendige globale Klimarettung anbelangt, führt uns das in einen wirtschaftlichen Kollaps. Dabei wird sogar die Wissenschaft durch Billiarden von Subventionen in eine Richtung korrumpiert, die ich als sehr bedenklich empfinde.

Ein Beispiel dafür ist, dass überall versucht wird, den verteufelten Verbrennungsmotor loszuwerden. Dabei spielt er in meinem Konzept – und zwar heute schon realisierbar – eine CO2-neutrale Rolle. Ich bin nicht nur ein großer Anhänger der Windenergie, sondern auch der Gewinnung von regenerativem Wasserstoff. Dafür ist er Träger der Energie der Zukunft. Aber auch Wasserstoff kann wegen seiner physikalischen Eigenschaften nur begrenzt eingesetzt werden, denn für seine notwendige Verflüssigung ist eine Temperatur von minus 250°C erforderlich und macht ihn daher in der Anwendung sehr problematisch. Aber mit Hilfe von rückgewonnenem CO2 und dem Einfluss von Solarenergie lässt er sich chemisch problemlos und umweltfreundlich in Methanol oder Äthanol umwandeln. Die dafür notwendigen Katalysatoren hat die Wissenschaft schon entwickelt. Das würde auch einen Kreislauf von CO2 ermöglichen, der, ähnlich wie das, was uns die Pflanzen bieten, viele Probleme lösen könnte. Selbst die Umwandlung in Methan, das in die vorhandenen Ferngasleitungen eingespeist werden kann und nicht wie Wasserstoff sehr flüchtig ist, wird möglich. Dabei muss auf Technologie-Freiheit geachtet werden und nicht von vornherein wie der Verbrennungsmotor verteufelt werden. Letztlich würde das in eine Utopie führen, die auch die Wissenschaft nicht bieten kann.

Im Übrigen reicht diese Erkenntnis, das dem Volk zu vermitteln, wegen mangelnder Schwarmintelligenz der Deutschen nicht aus. Als Ingenieur und Physiker beobachte ich, dass in den Schulen z. B.  das wichtige 2. Gesetz der Thermodynamik in seiner Bedeutung nicht mehr gelehrt wird. Dabei handelt es sich um die Umwandlung von chaotischer bzw. unordentlicher Wärmenergie in geordnete und gerichtete Bewegungs- oder elektrischer Energie. In der Schule lernt man dazu den Begriff Entropie, was nichts anderes Bedeutet als den Grad der Unordnung. Wenn man aus Unordnung Ordnung machen will, ist das ein großer Aufwand, sprich, es entstehen Wärmeverluste.

Sie arbeiten vermutlich auch im Homeoffice, haben Ihren Schreibtisch schön geordnet, dann kommt eines Ihrer Kinder und mach Tabula rasa, wirft alles runter. Jetzt können Sie zwei Strategien zur Restauration einsetzen: warten, dass sich alles von selbst ordnet – da können Sie lange warten – oder, Sie bücken sich und legen alles an seinen Platz zurück. Sie müssen mir aber zugeben, dass das ein erheblicher Aufwand für Sie ist. Das nennt man dann den thermodynamischen Wirkungsgrad, was offenbar so kompliziert ist, dass das Volk es nicht begreift. So wird alles in einen Topf geworfen: Energie = Energie. Dass aber Wärmeenergie viel aufwändiger ist als Bewegungsenergie, ist den Bürgern schlecht zu vermitteln. Deswegen verteufeln die ‚Grünen‘ im Volksverständnis die Bewegungsenergie, das Objekt der Begierde ist dann unsere private Bewegungsfreiheit, eben das Auto.

Deswegen habe ich mich so geärgert, als Frau Neubauer ihr politisches Credo herunter rasselte, sie verwechselte Äpfel mit Birnen, in dem Sie  den Elektromotor und Verbrennungsmotor verglich. Klar, wenn ich Bewegung mit Elektrizität erzeuge, müssen keine Verluste entstehen – anders aber, wenn ich aus Wärme das gleiche erzeuge. Verschwiegen wird dabei, dass die Elektrizität ja irgendwie erzeugt werden muss. Dass die dafür notwendige elektrische Energie in Deutschland regenerativ gewonnen werden kann, ist natürlich Wunschdenken. Auch Strom hat seine physikalischen Gesetze, er lässt sich nicht wie Pakete hin und her schieben. Wenn mehr angefordert wird als geliefert werden kann, kommt es zum Gau. Leider steht uns das bevor, wenn diese grünen Ideen sich durchsetzen würden. Alles das kann ich Ihnen, lieber Herr Dr. Liese, bis ins letzte belegen.

Außerdem habe ich auch ein Konzept für eine in Zukunft CO2-freie Elektro-Mobilität entwickelt, genannte HyperHybrid, welche mit einem Siebtel der Batteriekapazität eines reinen Elektroautos auskommt, dadurch viel leichte ist und nicht teurer als ein herkömmliches Auto, sich aber genauso fährt wie ein Elektroauto.

Ich füge Ihnen zu diesem Thema den Link eines meiner vielen Facebook-Beiträge bei. Meine fast 84.000 Follower loben es über den Klee. Es existiert als Prototyp, denn die Idee hat parallel zu mir eine österreichische Technik-Schmiede realisiert. Es handelt sich nicht um ein Wolkenkuckucksei, ich bin mit den beiden Fahrzeugen im Alpenvorland selbst herumgefahren. In eine solche Fabrik zu investieren wäre umweltfreundlicher als auf Elon Musk mit seinem Tesla-Werk in Brandenburg. Wie unpraktisch das Elektroauto ist, sieht man daran, dass es pro Exemplar mit 9.000 Euro subventioniert werden muss, damit es überhaupt gekauft wird. Das Elektroauto ist bestenfalls ein Stadtauto, dafür brauchen es die Chinesen und reichen Kalifornier. Aber offenbar kann keiner dem Marketing von Tesla widerstehen.

Auf der Autobahn A2 vor Bielefeld, löste sich der Stau nur deswegen sehr zögerlich auf,  weil die Insassen einiger Elektroautos nicht stundenlang in der Kälte sitzen wollten, doch die Heizung leerte innerhalb kurzer Zeit die Batterie, so dass nichts für die Fortbewegung übrig blieb.

Elektroauto – Schrott der Geschichte

Funktion HyperHybrid als Trickfilm

Mit freundlichen Grüßen
Jean Pütz

18.02.21 Welcher Impfstoff ist empfehlenswert: Was Regierung und Robert-Koch-Institut nicht erwähnen!

Große Irritation. Viele Bürger lehnen es ab, sich mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff , produziert mit der sogenannten Vektor-Methode, behandeln zu lassen. Er soll nur ca. 73% Erfolg verheißen, das heißt, von 1000 Menschen, die damit geimpft wurden, bleiben 270 übrig, bei denen er nicht bzw. nur begrenzt wirkt. Dem gegenüber steht der Impfstoff von BionTech, genannt mRNA-Impfstoff, der einen 95%igen Erfolg verspricht.

Die Tatsache der verminderten Wirksamkeit bedeutet zwar, dass rein zahlenmäßig die Verbreitung des Corona-Virus eingeengt würde, aber individuell ist schon zu verstehen, dass viele lieber so lange warten wollen, bis sie die Möglichkeit haben, mit dem besseren geimpft zu werden.

Hinzu kommt, dass AstraZeneca die deutsche Regierung und die EU durch die Ansage der Lieferverzögerungen an der Nase herumgeführt hat und ein scheinbares Monopol brutal ausnutzte.

Aber es gibt noch einen ganz anderen wissenschaftlichen Aspekt: Gott sei Dank werden heute ja nicht mehr – wie in früheren Zeiten – die Impfstoffe auf Basis von abgetöteten Virenkörpern in ihrer Gänze gewonnen, sondern nur die Teile, die tatsächlich eine Immunreaktion auslösen. Die erst 2010 entwickelte Genschere – auch Crisp genannt – ermöglicht es, mit Hilfe der Nanotechnik tief in den Mikrokosmos einzusteigen, sogar nur die Erbinformation, und zwar die RNA dieser Virusteile zu verwenden. Die sogenannte mRNA, die Messenger- oder Boten-RNA, bedarf aber eines Trägers, denn sie ist sehr instabil. Beim BionTech- und Moderna-Impfstoff wurde dafür eine geniale Lösung gefunden. Sie ermöglichte, diese Boten-RNA in winzig kleine Kügelchen im Nanobereich, deren Membran sich aus Phosphorlipid-Molekülen zusammensetzt, zu verpacken. Nanobereich bedeutet, dass diese im Durchmesser nicht größer sind als einige Millionstel Millimeter. Diese Methode eröffnet nicht nur die Gewinnung von neuartigen Medikamenten, sondern wurde eigentlich entwickelt zur Krebsbekämpfung. Sie ist so genial, dass ich sicher bin, dass ihr einmal der Nobelpreis für Medizin zugesprochen wird.

Im Gegensatz dazu benutzt AstraZeneca als Träger ungefährliche monoklonal gewonnene Viren von Schimpansen, die beim Menschen keine Krankheit auslösen.

Nun kommt eines, meines Erachtens entscheidendes Moment der begrenzten Wirksamkeit hinzu. Beide Impfstoffarten benötigen zwei Applikationen. Während durch diese Nanokügelchen als RNA-Träger beim BionTech-Impfstoff das Immunsystem nicht aktiviert wird und nur auf die darin enthaltenen RNA-Anteile reagiert, ist das beim AstraZeneca-Impfstoff und den Trägerviren nicht der Fall. Deswegen besteht das Problem, dass bei der zweiten Injektion dieser Art von Impfstoff auch der Trägervirus angegriffen wird und deshalb nicht so wirksam ist. Es existiert also ein Konstruktionsfehler.

Da waren die Russen schlauer. Ihr viel zu schnell im eigenen Land genehmigter Vektor-Impfstoff, genannt Sputnik, benutzt für die erste Applikation einen anderen Trägervirus als bei der zweiten. Deshalb fragt es sich, warum Deutschland und die EU diesen Impfstoff nicht in Betracht gezogen und nach gründlicher Prüfung genehmigt hat. Das mag politische Gründe haben, aber Gesundheit geht vor.

Nun klagen viele Bürger, die mit dem AstraZeneca-Impfstoff behandelt wurden, über unangenehme Nebenwirkungen. Auch das mag an dem Trägervirus liegen, denn beim mRNA-Wirkstoff sind diese äußerst selten, wie ich an mir selbst beobachtet habe. Meine Impfung vor 10 Tagen erzeugte noch nicht einmal Unpässlichkeit wie leichtes Fieber oder Kopfschmerzen. (Trotzdem sei gesagt, dass diese individuelle Bewertung nichts mit Wissenschaft zu tun hat, das kann allein eine repräsentative statistische Datenverwertung erfüllen.)

Fazit: Diese in der Presse stark überzogenen Neben- und Nachwirkungen des AstraZeneca-Impfstoffs sollte trotzdem niemanden davon abhalten, sich impfen zu lassen. Er ist das kleinere Übel. Immerhin verhindert er eine schwere Corona-Erkrankung mit teilweise langen schwerwiegenden Nachwirkungen bis hin zum Tod.

Wenn ich das politisch bewerten sollte, würde ich unbedingt für eine freie Wahl des Impfstoffs plädieren, insbesondere weil der mRNA-Impfstoff – nicht nur von BionTech, sondern auch der von der amerikanischen Firma Moderna – mittlerweile auch in großen Mengen produziert werden kann. Der einzige Nachteil: Der Aufwand, um diesen Impfstoff tief zu kühlen, ist groß und wahrscheinlich deshalb für den Einsatz in den Tropen nicht geeignet, aber es sind ja noch andere Impfstoffe in der Pipeline, die das Problem lösen können, nicht nur von AstraZeneca, zum Beispiel der Vektor-Impfstoff der Russen und Chinesen? Das wird leider bei uns in der öffentlichen Diskussion unterdrückt.

Weitergehende Informationen finden Sie auch in folgenden Link:

Und hier die Stellungnahme des Präsidenten der Impfkommission

Folge 168. Der Vernunft eine Chance.