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22.02.21 Persönliches Plädoyer für einen realistischen Klimaschutz, der unsere Volkswirtschaft und unseren Wohlstand nicht zerstört.

Ich habe an einer Diskussion teilgenommen, in der die Windenergie problematisiert wurde. Als Freund dieser regenerativen Energie, die durchaus in der Lage ist, zum Klimaschutz beizutragen, habe ich einen offenen Brief an einen Mitdiskutanten, den Europa-Abgeordneten der CDU, Dr. Peter Liese, verfasst, der das gesamte auch von der EU vorgesehene Energiekonzept kritisiert und Alternativen vorstellt. Ich persönlich halte diese hochsubventionierten Maßnahmen für populistisch weit in der Zukunft liegenden Lösungen geprägt, die mittelfristig Millionen von Arbeitsplätzen gefährdet. Mit vernunftbezogenen Maßnahmen und nicht durch Verbots-Ideologien lässt sich das verhindern.

 

Sehr geehrter Herr Dr. Liese,

gestern habe ich mit Interesse an der Diskussion teilgenommen und war empört, dass vorwiegend die Windkraftgegner zu Wort gekommen sind. Seit 40 Jahre bemühe ich mich, in den Medien Verständnis zu schaffen für alles, was mit vernunftbetonter Wissenschaft zu tun hat. Ich habe nicht nur 1969 im Fernsehen die WDR-Redaktion ‚Wissenschaft und Technik  gegründet und war bis 2003 ihr Redaktionsgruppen-Leiter, sondern war in dieser Eigenschaft auch Initiator und Mitbegründer der WPK.org – der Wissenschaftspressekonferenz, 13 Jahre ihr erster Vorsitzender und heute Beiratsmitglied dieser florierenden Institution zur Vermittlung von Wissenschaft und Technik. Das in einer Zeit, in der Zusammenhänge und Fakten immer weniger eine vernunftbetonte Rolle spielen. Näheres über mich können Sie meiner täglich aktualisierten wissenschaftlichen Homepage: www.jean-puetz.net entnehmen.

Kurzum, daran können Sie erkennen, dass ich mich auch als Pensionär und bekannter Wissenschaftsjournalist immer noch für glaubhafte Vermittlung von wissenschaftlichen Fakten engagiere, gegen die Seuche, dass sich immer mehr wohlfeile populistische Entwicklungen in der Politik etablieren, und dieser Mainstream unsere Demokratie auf Dauer gefährdet.

Vor 31 Jahren habe ich zwei Sendungen im wissenschaftlichen Flackschiff der ARD ‚Bilder aus der Wissenschaft‘ das großen Problem der CO2-verseuchung unserer Atmosphäre gewidmet und Lösungen propagiert. Den Hebel habe ich dort angesetzt, wo die größte Vergeudung von Energie erfolgt – nicht im Verkehrssektor mit seinen 6-8% von unseren privaten Autos – sondern in Gebäuden, sowohl privat als auch geschäftlich. Das machte damals und macht heute ca. 50% des CO2-Aufkommens aus. Die Architekten liefen dagegen Sturm und die Politiker haben es damals nicht aufgegriffen. So ist heute noch die dafür zuständige Wärmeschutzverordnung ein Torso, was die technischen Möglichkeiten anbelangt.

Persönlich habe ich daraus die Konsequenz gezogen und in meinem 6-Familienhaus ein Kleinheizkraftwerk installiert, das seinen Strombedarf zu 50% abdeckt, den Rest speise ich ins Netz. Als ich mich dann aufs Land an den Rand des Bergischen Landes, hoch über der Ruhr, zurückgezogen habe, konnte ich das Verwirklichen, was ich seinerzeit propagierte – auch ohne Subvention, aus Überzeugung. Auf meinem 4 ha großem Areal im landwirtschaftlichen Schutzgebiet errichtete ich zwei Energie-Plus-Häuser mit allem Drum und Dran: Streuobstwiesen, kleiner Wald, Fischteich, Bienenzucht, großer Zisterne, Pelletheizung, Thermosolar und Fotovoltaik, so dass ich trotz zweier sparsamer PKWs mit der ganzen Familie CO2-neutral leben kann.

Mein Versuch, eine vertikale Windanlage zu errichten, scheiterte daran, dass die beauftragte Firma Pleite machte. Doch Sie sehen daran, dass ich der Windenergie als auch Fotovoltaik große Bedeutung zumesse – allerdings mit Maß.

Insgesamt habe ich ein durchgehendes Energiekonzept entwickelt, welches, anders als durch die herrschende Wunschdenken gefärbte grüne Ideologie, nicht nur im Einklang mit der Natur ist, sondern dem  Abbau der Industrie in unserem Lande keinen Vorschub leistet. Mit Bestürzung sehe ich, dass unsere beiden Volksparteien, CDU und SPD, sich immer mehr den Fantasien der ‚Grünen‘ nähert, weil sie meinen, dem Mainstream , initiiert durch die ‚Grünen‘ nicht widerstehen zu können. Diese haben zwar ihre Verdienste im nationalen Umweltschutz, dabei habe ich sie sogar anfangs unterstützt, auch mit einem Umweltmagazin, welches ich ‚Dschungel‘ nannte mit dem wichtigen Zusatz ‚Leben und Leben lassen‘- Aber was die notwendige globale Klimarettung anbelangt, führt uns das in einen wirtschaftlichen Kollaps. Dabei wird sogar die Wissenschaft durch Billiarden von Subventionen in eine Richtung korrumpiert, die ich als sehr bedenklich empfinde.

Ein Beispiel dafür ist, dass überall versucht wird, den verteufelten Verbrennungsmotor loszuwerden. Dabei spielt er in meinem Konzept – und zwar heute schon realisierbar – eine CO2-neutrale Rolle. Ich bin nicht nur ein großer Anhänger der Windenergie, sondern auch der Gewinnung von regenerativem Wasserstoff. Dafür ist er Träger der Energie der Zukunft. Aber auch Wasserstoff kann wegen seiner physikalischen Eigenschaften nur begrenzt eingesetzt werden, denn für seine notwendige Verflüssigung ist eine Temperatur von minus 250°C erforderlich und macht ihn daher in der Anwendung sehr problematisch. Aber mit Hilfe von rückgewonnenem CO2 und dem Einfluss von Solarenergie lässt er sich chemisch problemlos und umweltfreundlich in Methanol oder Äthanol umwandeln. Die dafür notwendigen Katalysatoren hat die Wissenschaft schon entwickelt. Das würde auch einen Kreislauf von CO2 ermöglichen, der, ähnlich wie das, was uns die Pflanzen bieten, viele Probleme lösen könnte. Selbst die Umwandlung in Methan, das in die vorhandenen Ferngasleitungen eingespeist werden kann und nicht wie Wasserstoff sehr flüchtig ist, wird möglich. Dabei muss auf Technologie-Freiheit geachtet werden und nicht von vornherein wie der Verbrennungsmotor verteufelt werden. Letztlich würde das in eine Utopie führen, die auch die Wissenschaft nicht bieten kann.

Im Übrigen reicht diese Erkenntnis, das dem Volk zu vermitteln, wegen mangelnder Schwarmintelligenz der Deutschen nicht aus. Als Ingenieur und Physiker beobachte ich, dass in den Schulen z. B.  das wichtige 2. Gesetz der Thermodynamik in seiner Bedeutung nicht mehr gelehrt wird. Dabei handelt es sich um die Umwandlung von chaotischer bzw. unordentlicher Wärmenergie in geordnete und gerichtete Bewegungs- oder elektrischer Energie. In der Schule lernt man dazu den Begriff Entropie, was nichts anderes Bedeutet als den Grad der Unordnung. Wenn man aus Unordnung Ordnung machen will, ist das ein großer Aufwand, sprich, es entstehen Wärmeverluste.

Sie arbeiten vermutlich auch im Homeoffice, haben Ihren Schreibtisch schön geordnet, dann kommt eines Ihrer Kinder und mach Tabula rasa, wirft alles runter. Jetzt können Sie zwei Strategien zur Restauration einsetzen: warten, dass sich alles von selbst ordnet – da können Sie lange warten – oder, Sie bücken sich und legen alles an seinen Platz zurück. Sie müssen mir aber zugeben, dass das ein erheblicher Aufwand für Sie ist. Das nennt man dann den thermodynamischen Wirkungsgrad, was offenbar so kompliziert ist, dass das Volk es nicht begreift. So wird alles in einen Topf geworfen: Energie = Energie. Dass aber Wärmeenergie viel aufwändiger ist als Bewegungsenergie, ist den Bürgern schlecht zu vermitteln. Deswegen verteufeln die ‚Grünen‘ im Volksverständnis die Bewegungsenergie, das Objekt der Begierde ist dann unsere private Bewegungsfreiheit, eben das Auto.

Deswegen habe ich mich so geärgert, als Frau Neubauer ihr politisches Credo herunter rasselte, sie verwechselte Äpfel mit Birnen, in dem Sie  den Elektromotor und Verbrennungsmotor verglich. Klar, wenn ich Bewegung mit Elektrizität erzeuge, müssen keine Verluste entstehen – anders aber, wenn ich aus Wärme das gleiche erzeuge. Verschwiegen wird dabei, dass die Elektrizität ja irgendwie erzeugt werden muss. Dass die dafür notwendige elektrische Energie in Deutschland regenerativ gewonnen werden kann, ist natürlich Wunschdenken. Auch Strom hat seine physikalischen Gesetze, er lässt sich nicht wie Pakete hin und her schieben. Wenn mehr angefordert wird als geliefert werden kann, kommt es zum Gau. Leider steht uns das bevor, wenn diese grünen Ideen sich durchsetzen würden. Alles das kann ich Ihnen, lieber Herr Dr. Liese, bis ins letzte belegen.

Außerdem habe ich auch ein Konzept für eine in Zukunft CO2-freie Elektro-Mobilität entwickelt, genannte HyperHybrid, welche mit einem Siebtel der Batteriekapazität eines reinen Elektroautos auskommt, dadurch viel leichte ist und nicht teurer als ein herkömmliches Auto, sich aber genauso fährt wie ein Elektroauto.

Ich füge Ihnen zu diesem Thema den Link eines meiner vielen Facebook-Beiträge bei. Meine fast 84.000 Follower loben es über den Klee. Es existiert als Prototyp, denn die Idee hat parallel zu mir eine österreichische Technik-Schmiede realisiert. Es handelt sich nicht um ein Wolkenkuckucksei, ich bin mit den beiden Fahrzeugen im Alpenvorland selbst herumgefahren. In eine solche Fabrik zu investieren wäre umweltfreundlicher als auf Elon Musk mit seinem Tesla-Werk in Brandenburg. Wie unpraktisch das Elektroauto ist, sieht man daran, dass es pro Exemplar mit 9.000 Euro subventioniert werden muss, damit es überhaupt gekauft wird. Das Elektroauto ist bestenfalls ein Stadtauto, dafür brauchen es die Chinesen und reichen Kalifornier. Aber offenbar kann keiner dem Marketing von Tesla widerstehen.

Auf der Autobahn A2 vor Bielefeld, löste sich der Stau nur deswegen sehr zögerlich auf,  weil die Insassen einiger Elektroautos nicht stundenlang in der Kälte sitzen wollten, doch die Heizung leerte innerhalb kurzer Zeit die Batterie, so dass nichts für die Fortbewegung übrig blieb.

Elektroauto – Schrott der Geschichte

Funktion HyperHybrid als Trickfilm

Mit freundlichen Grüßen
Jean Pütz

18.02.21 Welcher Impfstoff ist empfehlenswert: Was Regierung und Robert-Koch-Institut nicht erwähnen!

Große Irritation. Viele Bürger lehnen es ab, sich mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff , produziert mit der sogenannten Vektor-Methode, behandeln zu lassen. Er soll nur ca. 73% Erfolg verheißen, das heißt, von 1000 Menschen, die damit geimpft wurden, bleiben 270 übrig, bei denen er nicht bzw. nur begrenzt wirkt. Dem gegenüber steht der Impfstoff von BionTech, genannt mRNA-Impfstoff, der einen 95%igen Erfolg verspricht.

Die Tatsache der verminderten Wirksamkeit bedeutet zwar, dass rein zahlenmäßig die Verbreitung des Corona-Virus eingeengt würde, aber individuell ist schon zu verstehen, dass viele lieber so lange warten wollen, bis sie die Möglichkeit haben, mit dem besseren geimpft zu werden.

Hinzu kommt, dass AstraZeneca die deutsche Regierung und die EU durch die Ansage der Lieferverzögerungen an der Nase herumgeführt hat und ein scheinbares Monopol brutal ausnutzte.

Aber es gibt noch einen ganz anderen wissenschaftlichen Aspekt: Gott sei Dank werden heute ja nicht mehr – wie in früheren Zeiten – die Impfstoffe auf Basis von abgetöteten Virenkörpern in ihrer Gänze gewonnen, sondern nur die Teile, die tatsächlich eine Immunreaktion auslösen. Die erst 2010 entwickelte Genschere – auch Crisp genannt – ermöglicht es, mit Hilfe der Nanotechnik tief in den Mikrokosmos einzusteigen, sogar nur die Erbinformation, und zwar die RNA dieser Virusteile zu verwenden. Die sogenannte mRNA, die Messenger- oder Boten-RNA, bedarf aber eines Trägers, denn sie ist sehr instabil. Beim BionTech- und Moderna-Impfstoff wurde dafür eine geniale Lösung gefunden. Sie ermöglichte, diese Boten-RNA in winzig kleine Kügelchen im Nanobereich, deren Membran sich aus Phosphorlipid-Molekülen zusammensetzt, zu verpacken. Nanobereich bedeutet, dass diese im Durchmesser nicht größer sind als einige Millionstel Millimeter. Diese Methode eröffnet nicht nur die Gewinnung von neuartigen Medikamenten, sondern wurde eigentlich entwickelt zur Krebsbekämpfung. Sie ist so genial, dass ich sicher bin, dass ihr einmal der Nobelpreis für Medizin zugesprochen wird.

Im Gegensatz dazu benutzt AstraZeneca als Träger ungefährliche monoklonal gewonnene Viren von Schimpansen, die beim Menschen keine Krankheit auslösen.

Nun kommt eines, meines Erachtens entscheidendes Moment der begrenzten Wirksamkeit hinzu. Beide Impfstoffarten benötigen zwei Applikationen. Während durch diese Nanokügelchen als RNA-Träger beim BionTech-Impfstoff das Immunsystem nicht aktiviert wird und nur auf die darin enthaltenen RNA-Anteile reagiert, ist das beim AstraZeneca-Impfstoff und den Trägerviren nicht der Fall. Deswegen besteht das Problem, dass bei der zweiten Injektion dieser Art von Impfstoff auch der Trägervirus angegriffen wird und deshalb nicht so wirksam ist. Es existiert also ein Konstruktionsfehler.

Da waren die Russen schlauer. Ihr viel zu schnell im eigenen Land genehmigter Vektor-Impfstoff, genannt Sputnik, benutzt für die erste Applikation einen anderen Trägervirus als bei der zweiten. Deshalb fragt es sich, warum Deutschland und die EU diesen Impfstoff nicht in Betracht gezogen und nach gründlicher Prüfung genehmigt hat. Das mag politische Gründe haben, aber Gesundheit geht vor.

Nun klagen viele Bürger, die mit dem AstraZeneca-Impfstoff behandelt wurden, über unangenehme Nebenwirkungen. Auch das mag an dem Trägervirus liegen, denn beim mRNA-Wirkstoff sind diese äußerst selten, wie ich an mir selbst beobachtet habe. Meine Impfung vor 10 Tagen erzeugte noch nicht einmal Unpässlichkeit wie leichtes Fieber oder Kopfschmerzen. (Trotzdem sei gesagt, dass diese individuelle Bewertung nichts mit Wissenschaft zu tun hat, das kann allein eine repräsentative statistische Datenverwertung erfüllen.)

Fazit: Diese in der Presse stark überzogenen Neben- und Nachwirkungen des AstraZeneca-Impfstoffs sollte trotzdem niemanden davon abhalten, sich impfen zu lassen. Er ist das kleinere Übel. Immerhin verhindert er eine schwere Corona-Erkrankung mit teilweise langen schwerwiegenden Nachwirkungen bis hin zum Tod.

Wenn ich das politisch bewerten sollte, würde ich unbedingt für eine freie Wahl des Impfstoffs plädieren, insbesondere weil der mRNA-Impfstoff – nicht nur von BionTech, sondern auch der von der amerikanischen Firma Moderna – mittlerweile auch in großen Mengen produziert werden kann. Der einzige Nachteil: Der Aufwand, um diesen Impfstoff tief zu kühlen, ist groß und wahrscheinlich deshalb für den Einsatz in den Tropen nicht geeignet, aber es sind ja noch andere Impfstoffe in der Pipeline, die das Problem lösen können, nicht nur von AstraZeneca, zum Beispiel der Vektor-Impfstoff der Russen und Chinesen? Das wird leider bei uns in der öffentlichen Diskussion unterdrückt.

Weitergehende Informationen finden Sie auch in folgenden Link:

Und hier die Stellungnahme des Präsidenten der Impfkommission

Folge 168. Der Vernunft eine Chance.

 

Probleme mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff – Mit einer Einleitung von Jean Pütz

In meinem Facebook-Beitrag vom 08.Februar 2021 habe ich bereits darauf hingewiesen. Dieser Vektor-Impfstoff ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Da sind die Russen mit ihrem ‚Sputnik-Impfstoff‘ intelligenter vorgegangen. Jetzt kommen neue Nebenwirkungen ans Licht, die leider selbst vom RKI verniedlicht werden. Deswegen möchte ich Ihnen den Auszug aus ‚Morning Briefing‘ von Gabor Steingart nicht vorenthalten

Jean Pütz

PS Vor 10 Tagen habe  ich zum 1. Mal den mRNA-Impfstoff injiziert bekommen und verspüre nur ganz schwache Nebenwirkungen

(Morning Briefing) – Im Kampf gegen Corona sind die Impfstoffe unsere wirksamste Waffe. Sagen alle Politiker. Was sie nicht sagen: Manche Impfstoffe wirken wie eine Präzisionswaffe; andere wie eine Schrotflinte.

Womit wir bei dem schwedisch-britischen Konzern AstraZeneca wären. Die volle Wirksamkeit des von ihm vertriebenen Impfstoffcocktails tritt nur bei 65 bis 70 Prozent der Patienten ein, wie sich jetzt herausstellt. Das heißt: Bei 100 Millionen geimpften Personen stehen 30 bis 35 Millionen Menschen ohne den umfassenden Schutz da und können sogar weiterhin am Corona-Virus erkranken. Dafür sind die Nebenwirkungen umso heftiger: Fieber. Erbrechen. Schüttelfrost.

Der Impfstoff von Moderna wies in den Studien eine Wirksamkeit von 94 Prozent auf, das Vakzin von BioNTech eine Wirksamkeit von 95 Prozent. Auch hier treten Nebenwirkungen auf, nur eben weniger heftig. Beide Impfstoffe basieren auf einem grundsätzlich anderen Design und sind in weltweiten Studien umfangreich getestet.

Da wundert nicht: Bundesweit wurden von 736.800 bislang gelieferten Impfdosen von AstraZeneca nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag lediglich 64.869 Dosen verimpft. Aus Kreisen des Bundesgesundheitsministeriums heißt es, dass Impftermine „massenhaft“ ausfallen würden. Der Stoff stößt auf Skepsis bis Ablehnung:

  • Im Saarland haben viele Bürger ihren Impftermin abgesagt oder einen anderen Wirkstoff verlangt – die Termine wurden daraufhin an andere Menschen vergeben, da man sich nicht aussuchen kann, mit welchem Mittel man geimpft wird. Es wird geimpft, was auf den Tisch kommt.
  • In Brandenburg wurden die Bestände bislang noch gar nicht angerührt, in Baden-Württemberg wurden gerade mal 0,19 Prozent der vorhandenen Impfdosen gespritzt.
  • Seit mehreren Tagen werden immer mehr Fälle bekannt, bei denen Menschen nach der AstraZeneca-Impfung starke Nebenwirkungen hatten. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mussten sich mehrere medizinische Mitarbeiter aufgrund der Nachwirkungen des Impfstoffes krankmelden. In beiden Bundesländern wurde das Impfen an insgesamt drei Orten gestoppt.
  • Auch die Gewerkschaft der Polizei in Bayern sieht die Immunisierung von Polizisten mit dem Corona-Impfstoff kritisch und fordert, dass die Polizei wegen permanenter Einsatzbereitschaft nicht durch einen unzuverlässigen Impfstoff gefährdet werden darf.
  • Anfang Februar hat die Zulassungsbehörde der Schweiz den Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns abgelehnt. Der Grund: Unzureichende Daten, es fehlten zusätzliche Angaben zu Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität.
  • In der schwedischen Region Sörmland südwestlich von Stockholm wurden Ende vergangener Woche die Impfungen mit dem AstraZeneca Vakzin ausgesetzt, nachdem 100 der 400 geimpften Krankenhausangestellten Nebenwirkungen zeigten. Inzwischen wird die Impfung schrittweise wieder aufgenommen.
  • Die französische Arzneimittelbehörde empfiehlt, Gesundheitspersonal nur gestaffelt mit AstraZeneca zu impfen. Grund war auch hier die vorübergehende Aussetzung der Impfung in einem Krankenhaus, nachdem sich sieben von 20 Angestellten mit Nebenwirkungen krankmeldeten.

    Es muss eine Auswahlmöglichkeit der Impfstoffe für die Menschen geben, damit die Impfbereitschaft hoch bleibt. “

    Fazit: Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache. Die Meinungen – auch die der Regierungsmitglieder – sollten den Fakten folgen.

Neue Hoffnung für altersbedingte Makuladegeneration

(Pro Retina) – In einem internationalen Forschungsverbund haben Forschende des Paul-Ehrlich-Instituts einen grundlegenden Mechanismus aufgeklärt, der für die Spätform der altersbedingten trockenen Makuladegeneration (AMD), der sogenannten geografischen Atrophie, verantwortlich ist. Damit gibt es nun einen vielversprechenden Therapieansatz mit Arzneimitteln, die ursprünglich für Patienten mit HIV eingesetzt werden.

Über sieben Millionen, meist ältere Menschen in Deutschland leiden unter der altersbedingten trockenen Makuladegeneration (AMD). Bei der trockenen Spätform der AMD, der sogenannte geografische Atrophie, sterben die für die Sehfähigkeit essenziellen Zellen des retinalen Pigmentepithels (RPE) ab. Laut einer Pressemitteilung konnten nun Forschende des Paul-Ehrlich-Instituts in einem internationalen Forschungsverbund mit Wissenschaftlern in Virginia und Kalifornien den Mechanismus aufklären, der zu der späten Form der Erkrankung führt. So reichern sich, laut der Forschung, im Zytoplasma (Zellplasma genannt, das ist die organische Substanz innerhalb der Zelle) der RPE-Zellen die DNA sogenannter transponierbarer Alu-Elemente an. Dies sind bewegliche DNA-Abschnitte, die sich im Genom individueller Zellen ausbreiten können. Die Anreicherung erfolge dadurch, dass ALU-RNA im Zytoplasma dieser Zellen durch bestimmte Enzyme der Wirtszelle in ALU-DNA umgeschrieben werden. Diese angereicherte ALU-DNA wiederum schädige die Zellen so, dass sie schließlich absterben. Es gibt keine Hinweise, dass diese DNA in den Zellkern gelangt und dort das Zellgenom verändert. Es sei plausibel, so die Forschenden, dass es so zur geografischen Atrophie komme.

Therapieoptionen durch bekannte Medikamente
Durch diese neue Erkenntnis kommen laut Pressemitteilung des Paul-Ehrlich-Instituts für an AMD erkrankte Patienten bekannte Medikamente als Therapieoption ins Blickfeld, die normalerweise zur Behandlung von HIV-Infektionen eingesetzt würden. Denn diese Arzneimittel, sogenannte Nukleosidische-Reverse-Transkriptase-Hemmer (NRTI), hemmten das Enzym, das RNA in DNA umschreibe und somit auch den bei der AMD ablaufenden Prozess. Eine Auswertung von vier Datenbanken unterschiedlicher US-amerikanischer Krankenversicherungen mit mehr als 100 Millionen Patienten, die über einem Zeitraum von 20 Jahren eingeschlossen waren, untermauerten die Hoffnung auf eine Therapiemöglichkeit: Innerhalb der Gruppe der mit diesen Hemmern (NRTI) behandelten Personen seien 40 Prozent weniger an trockener AMD erkrankt als Personen ohne NRTI-Behandlung. Erste klinische Prüfungen für NRTI bzw. ihrer als Kamuvudine bekannten Derivate soll bereits veranlasst sein.

Stellungnahme der Impfkommission zum Impfstoff von AstraZeneca

(Morning Briefing) – Die Tatsache, dass das Vakzin aus dem Hause AstraZeneca nicht so wirksam ist wie die mRNA-Impfstoffe von BioNTech und Moderna, sorgt für Unmut. Vielerorts ist die Bereitschaft des Klinikpersonals, sich mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns zu impfen, gering.

Doch was ist dran an der Skepsis gegenüber dem Impfstoff? Und wie rational ist die Impfverweigerung ?
Prof. Dr. Thomas Mertens, Arzt, Virologe und Chef der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut, sortiert im Morning Briefing Podcast das unübersichtliche Gelände.

Die Kritik am Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca hält Mertens für überzogen:

„Es ist aller Mühen wert, den Menschen klarzumachen, dass dieser Impfstoff sehr wohl in der Lage ist zu schützen. “

„Denn auch der Impfstoff von AstraZeneca schützt vor schweren Krankheitsverläufen. “

Gabor Steingart

09.02.21 Geimpft!! Wie fühlt sich es an ? Vorfreude auf die Pützmunter-Shows …

Liebe Facebook-Freunde, hurra ich bin geimpft.

Ich habe mit Absicht sechs Stunden gewartet, bevor ich mein Video von meiner Impfung mit dem Corona mRNA-Impfstoff ins Netz gesetzt habe. Also ganz klar, es geht mir gut, sogar sehr gut, auch weil ich demnächst erwarten kann, dass mir das Coronavirus nichts mehr anhaben kann. In drei Wochen bekomme ich die zweite Impfdosis, und dann bin ich hoffentlich zwei Wochen später immunisiert. Ich kann mich also wieder unter die Menschen wagen.
Wissen Sie was mir besonders gefehlt hat, das ist meine Pütz-Munter-Live-Show. Kennen Sie eigentlich diese Show? Es handelt sich dabei um ein physikalisch-chemisches Kabarett zum Lachen und Stauen mit vielen Experimenten und in enger Anbindung an politische Missetaten. Das läuft ganz bewusst nicht in einem Fernsehkanal oder in den neuen Medien, sondern weil ich mich dort mit meinen Zuschauern real Aug‘ in Aug‘ austauschen und den Applaus genießen kann.

Hier alles Wissenswerte zur Pützmunter-Experimente-Show

Folge 166. Der Vernunft eine Chance

 

08.02.21 Impfstoff Sputnik als Heilsbringer?

Sputnik als Heilsbringer? Die Russen nennen so ihren Impfstoff gegen Corona, der ist viel besser als sein Ruf.
Eine etwas provozierende Stellungnahme!
Morgen bin ich dran, ich werde in Köln geimpft. Für den Termin habe ich mir durch Hartnäckigkeit ,wie jede/r andere sorgen müssen. Dieser, gedankenlos von den Initiatoren erwartete Prozedur, hat mich schon geärgert, denn ältere Menschen können normalerweise nicht so einfach mit dem Computer umgehen. Das war aber leider der einzige Zugang der Erfolg verhieß.
Nun zu einem Thema, dass mir stärker die Zornesröte ins Gesicht trieb; ich meine das Gerangel um die Impfstoffverfügbarkeit. Die EU und die Bundesregierung wurden von dem Produzenten AstraZeneca regelrecht vorgeführt. Dabei gab es bereits einen Vektorimpfstoff der sogar viel effizienter ist als der, worum sich die Regierungen mit der englischen Firma gestritten haben.
Der Blick nach Russland hätte genügt. Stichwort Sputnik. Alles Weitere entnehmen Sie bitte meinem frei moderierten Video, anstelle langer Texte gilt das gesprochene Wort. Bin mal gespannt auf ihre Reaktionen. Dabei geht es auch um ein zukünftiges friedliches Verhältnis zu Russland. Putin hin und Putin her.
Jean Pütz
Folge 165: der Vernunft eine Chance.

 

Verschwörungsmythen – große Gefahr für unsere Demokratie – nicht nur in Corona-Zeiten

‚Campact‘ ist eine Vereinigung, die sich überparteilich für Transparenz in der Politik bemüht. Ich kann nicht beurteilen in welcher Effizienz, trotzdem finde ich,  dass es das folgende Bekenntnis, verdient hat, publiziert zu werden. Ich persönlich verfolge die dort angegebenen Ziele und habe die gleiche Befürchtung, insbesondere die Erfahrungen, die mit den angesprochenen angeblich querdenkenden Gruppen bei ‚Campact gemacht wurden, sind auch die meinigen. Besonders äußern sie sich in meinen Facebook-Beiträger immer und geballt  in der Rubrik ’schriftliche Kommentare‘. Da wird alles geleugnet, was die Vernunft gebietet – verbunden mit persönlicher Beschimpfung. Der Trost, der mir bleibt, dass unter meinen fast 84.000 Abonnenten bei Facebook viele sind, die umgehend die Behauptungen gerade rücken und  mich verteidigen, was ich natürlich  durch eigene Gegenkommentare unterstütze. Auch bei mir verzeichne ich, dass sich tausende Abonnenten abgemeldet haben, doch ich weigere mich, diesen mittelalterlichen Methoden Gehör zu schenken. Trotzdem ist das zu einem unnachahmlichen Diskussionsforum geworden, dass die Gefahren für unsere Demokratie verdeutlicht. wie zu erwarten, ist natürlich Corona das Hauptvehikel, auf dem diese Sippschaft reitet.

Hier ein Ausschnitt aus dem Wortlaut des Campact-Vorstands Dr. Felix Kolb, mit dem ich mich identifiziere

Ihr Jean Pütz

(Campact) – Es kann schmerzen, Haltung zu zeigen – das haben wir 2020 erfahren. Unser Umgang mit Corona und Verschwörungsmythen hat uns viel gekostet. Vorstand Dr. Felix Kolb erklärt, was passiert ist, und was Campact jetzt unternimmt.

Die Verbreitung der Lügen über das Coronavirus hat handfeste Auswirkungen: Menschen sterben völlig unnötig an Covid-19. Wenn vereinzelte Leugner*innen weder Abstand halten noch Maske tragen, gefährden sie zunächst sich selbst und ihre Angehörigen. Beim Einkauf, im Bus oder auf der Arbeit können sie aber etliche andere anstecken. So werden Menschen, die das Virus leugnen, selbst zu Pandemiebeschleunigern. Das können wir in vielen Landkreisen in Sachsen und Thüringen beobachten.[4] Auch deshalb haben wir schon im Juni angefangen, vor Corona-Leugner*innen und der Teilnahme an sogenannten Hygiene-Demos zu warnen.

Auch über Corona hinaus sind Fake News und Verschwörungsmythen gefährlich. Sie untergraben eine wichtige Grundlage der demokratischen Gesellschaft: „Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung, aber niemand hat das Recht auf seine eigenen Fakten“, hält der amerikanische Soziologe Daniel Patrick Moynihan fest. Was einer Gesellschaft droht, in der diese Maxime selbst vom Regierungschef ignoriert wird, mussten wir die letzten Jahre in den USA mit ansehen.

Auch nach dem Ende der Pandemie werden Fake News und Verschwörungsmythen nicht in ihr gesellschaftliches Nischendasein zurückkehren. Es ist kein weiter Schritt vom Leugnen des Coronavirus hin zum Leugnen der menschengemachten Klimakrise. In beiden Fällen gibt es von Seiten der Wissenschaft, von wenigen Einzelmeinungen abgesehen, einen klaren Konsens. Um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft nicht zu gefährden, müssen wir gegen Mythen und Fake News vorgehen. Das ist unsere Strategie:

  • Welchen Nachrichten im Zeitalter von Blogs, Social Media und Youtube kann man trauen und welchen nicht? Auf diese Frage gibt es keine einfache Antwort. Genau dort setzt die Initiative DetektivKollektiv an. Sie baut eine Community von Bürger*innen auf, die die Vertrauenswürdigkeit von Meldungen überprüft – bietet so Orientierung und nimmt Falschmeldungen ihre Wirkung. Wir möchten diese Initiative unterstützen.
  • Wir alle kommen mit Falschmeldungen in Berührung und kennen Menschen, die bereits mehr oder weniger intensiv diese Falschmeldungen in ihre Weltsicht eingebaut haben. Wie damit umgehen? Keine einfache Frage. Wir wollen für alle engagierten Bürger*innen die besten Handreichungen entwickeln und zur Verfügung stellen.
  • Bereits jetzt zeichnet sich das nächste Betätigungsfeld für die Corona-Leugner*innen ab. Sie verbreiten Halbwahrheiten und Lügen über die entwickelten Impfstoffe. Wir wollen fundiert und unabhängig über die Chancen und Risiken aufklären. Dazu wollen wir mit Mediziner*innen und Kommunikationsexpert*innen zusammenarbeiten.

All diese Aktivitäten wollen wir zusätzlich zu unseren Kampagnen umsetzen. Denn wir möchten keine Ressourcen abziehen für Themen wie Bienen- und Klimaschutz oder Lobbytransparenz. Im Jahr der Bundestagswahl tun sich riesige Chancen für diese Bereiche auf. Deshalb meine Bitte: Unterstützen Sie unseren Kurs und machen Sie möglich, dass unsere Bürgerbewegung weiterhin unabhängig arbeiten und Position beziehen kann. Schon mit 2 Euro wöchentlich bringen Sie Campact nach vorne.

PS: Haben auch Sie einen Freund oder eine Bekannte, der*die das Virus leugnet oder kleinredet? Vielleicht sogar ein Familienmitglied, das völlig abgetaucht ist in einem Verschwörungsmythos? Dann wissen Sie: Es ist hart, zu diesen Menschen durchzudringen. Wir versuchen es weiter – und klären über das Virus und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse auf. Vor einigen Wochen haben wir deshalb ein Dossier an Tausende Menschen verschickt, mit dessen Hilfe sie besser auf Falschmeldungen reagieren können. Bitte ermöglichen Sie Aktionen wie diese mit einer regelmäßigen Spende.

Auch der Virologe als Politiker, Prof. Karl Lauterbach, kann sich in Sachen Corona irren

Professor Trottenberg ist ein mit mir befreundeter Mathematiker, der den ersten deutschen parallelen Superrechner entwickelt hat. Ich bin voll bei ihm, denn was wahr ist, muss wahr bleiben, denn die exakte Mathematik macht es einfach, die Wahrheit zu finden – im Gegensatz zu dem, was in vielen öffentlichen Diskussionen verkündet wird.

Nachfolgend der Brief von Professor Trottenberg an Prof. Lauterbach (SPD)

Jean Pütz

Sehr geehrter Herr Prof. Lauterbach, lieber Herr Kollege,

im Rahmen einer Talkshow haben Sie sich kürzlich – wie ich es von Ihnen gewohnt bin und schätze – sehr engagiert und klar über die Gefährlichkeit des mutierten Virus geäußert. Dabei ist Ihnen leider ein (mathematischer) Fehler unterlaufen, der die Öffentlichkeit verunsichern könnte.

Ihre Formulierung: Da das mutierte Virus (B.1.1.7) offenbar deutlich ansteckender sei als das nicht mutierte, müsse der R-Wert entsprechend kleiner sein, um zu einer vergleichbaren Reduktion der Neuinfektionen zu führen. Der Fehler dieser Formulierung besteht darin, dass ein bestimmter (konstanter) R-Wert <1 (z.B. 0,8)  immer, unabhängig vom Virus, zu der gleichen Reduktion führt. Die Tatsache, dass die Virusvarianten unterschiedlich ansteckend sind, bedeutet nur, dass der gleiche R-Wert (z.B. 0,8) bei der ansteckenderen Variante schwerer zu erreichen ist als bei der weniger ansteckenden.

Vielleicht haben Sie gelegentlich die Möglichkeit, diesen Sachverhalt öffentlich klarzustellen.

Mit besten Grüßen
Prof. Dr. Ulrich Trottenberg

Der russische Corona-Impfstoff besser als sein Ruf ?

Der russische Corona-Impfstoff besser als sein Ruf? Jedenfalls wirksamer als der von Astra-Zeneca
(Apothekerzeitung) – Auch andere Konsortien entwickeln Vektorimpfstoffe auf Basis von menschlichen oder Affen-Adenoviren. Zu den bekanntesten Vertretern gehören der Corona-Impfstoffkandidat Ad26.COV2.S der Firma Johnson & Johnson sowie die Kandidaten Ad5-nCoV von CanSino Biologics und AZD1222 der Kooperation der University of Oxford mit Astra-Zeneca. Mit Letzterem wurde bereits im Juni eine Phase-III-Studie begonnen.

Entwickelt wurde der russische Impfstoff Gam-COVID-Vac Lyo vom staatlichen Gamaleya-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau. Er besteht aus zwei Komponenten:

Zum einen eine rAd26-Komponente, die einen rekombinanten Adenovirus-Vektor auf der Basis des menschlichen Adenovirus Typ 26 enthält, in den das SARS-CoV-2- S-Protein-Gen integriert wurde.
Zum anderen eine rAd5-Komponente, die analog einen rekombinanten Adenovirus-Vektor auf der Basis des menschlichen Adenovirus Typ 5 enthält, in den ebenfalls das SARS-CoV-2 S-Protein-Gen integriert wurde.
Die erste Impfkomponente dient als sogenannter »Primer«, der eine erste Immunantwort auslöst, wohingegen die zweite Impfkomponente als »Booster« eingesetzt wird, der die Immunantwort noch verstärken soll.

Registriert ist der Impfstoff laut Registrierungsbescheinigung als diese klassische Prime-Boost-Immunisierung. Dabei wird am Tag 1 mit der ersten Komponente geimpft und am Tag 21 mit der zweiten Komponente. Die Besonderheit dieses Regimes besteht darin, dass durch eine Kombination unterschiedlicher Immunogene eine additive oder synergistische Wirkung auf das Immunsystem erzielt werden kann. Eine Prime-Boost-Strategie kann beim Einsatz von bestimmten Impfstoffen, darunter auch viralen Vektoren, sogar erforderlich sein, da bereits nach der erstmaligen Anwendung das Immunsystem massiv auf das Trägervirus reagiert und bei einer zweiten Applikation des gleichen Impfantigens die Immunantwort auf den Vektor ebenfalls geboostert wird. Diese könnte dann die Immunantwort gegen das SARS-CoV-2-Protein quasi überdecken.

Die Entwickler des Sputnik-Impfstoffs hätten sehr bewusst auf eine zweistufige Impfung mit zwei unterschiedlichen viralen Vektoren gesetzt, berichtete der stellvertretende Direktor des Zentrums für wissenschaftliche Arbeit des Gamaleya-Zentrums, Denis Logunov, bereits Ende Juli in einem Interview gegenüber dem Internetportal »Meduza«. Der Grund hierfür seien Erfahrungen mit Vektorimpfstoffen gegen das MERS-Coronavirus und das Ebolavirus, die gezeigt hätten, dass eine einmalige Impfung in manchen Bevölkerungsgruppen für einen Immunschutz nicht ausreiche.