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Viagra verlängert Leben von Herzkranken

(pte) – Männer, die an einer chronischen Erkrankung der Herzkranzgefäße leiden und wegen einer erektilen Dysfunktion Viagra einnehmen, scheinen länger zu leben und ein geringeres Risiko zu haben, einen Herzinfarkt zu erleiden. Das geht aus einer Studie des Karolinska Institutet hervor. Details wurden im „Journal des American College of Cardiology“ publiziert.

Potenzmittel gut verträglich
Viagra und auch das Konkurrenzpräparat Cialis hemmen das Enzym Phosphodiesterase5 (PDE5) im Penis, um den Blutfluss zu erhöhen. Da diese Hemmer den Blutdruck allgemein senken, wurden sie bisher aufgrund des angeblichen Risikos eines Herzinfarkts nicht für Männer mit Herzkrankheiten empfohlen. Schon 2017 konnte Holzmann mit seinem Team zeigen, dass herzkranke Männer Viagra und Cialis gut vertragen.

In ihrer Studie sind die Forscher mit S-PDE5-Inhibitoren einen Schritt weiter gegangen. Sie verglichen die Wirkung von Alprostadil, das direkt in den Penis gespritzt wird, und PDE5-Inhibitoren bei Männern, die chronisch herzkrank sind. Die Patienten sollten mindestens sechs Monate vor Beginn der Behandlung der erektilen Dysfunktion entweder einen Infarkt, eine Ballondilatation oder eine Bypass-Operation an der Koronararterie gehabt haben.

Neue Studie für finalen Beweis
„Das Risiko eines neuen Herzinfarkts ist in den ersten sechs Monaten am größten. Danach betrachten wir die Erkrankung der Herzkranzgefäße als stabil“, so Hauptautor Martin Holzmann. Endgültige Beweise für die These, dass Viagra und Cialis bei Männern mit Herzerkrankungen lebensverlängernd wirken, gibt es noch nicht. Es bestehe eine Art „Anfangsverdacht“, heißt es.

„Vieles deutet darauf hin, dass es einen Kausalzusammenhang gibt“, unterstreicht Holzmann. Um herauszufinden, ob es diesen Zusammenhang wirklich gibt, sei eine weitere Studie mit Männern nötig, die Viagra oder Cialis nehmen, und Männern, die das nicht tun. Die bisherigen Ergebnisse legten eine Überprüfung nahe, um Gewissheit zu bekommen.

Bei der Geburt: Baby findet von selbst zur Mutterbrust

(BZfE) – Stillen ist die natürliche Ernährung für Säuglinge, denn Muttermilch enthält alles, was Säuglinge brauchen. Um den Stillstart zu erleichtern, sind die ersten Stunden nach der Geburt entscheidend. Schon kurz nach der Geburt kann das Baby intuitiv den Weg zur Brust der Mutter finden. Wichtig sind dafür ungestörter Hautkontakt und Zeit. Mit kleinen Kriech- und Krabbelbewegungen erreicht es eigenständig die Brustwarze und beginnt zu saugen. „Dieser so genannte Breast Crawl wurde wissenschaftlich erstmals 1987 beschrieben,“ erläutert Maria Flothkötter, Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung. „Es ist faszinierend, wie eigenständig und zielstrebig neugeborene Babys ihren Weg zur Brust finden können.“

Unmittelbar nach der Geburt muss sich das Baby erst einmal ausruhen. Bäuchlings auf dem Bauch der Mutter liegend macht es dann kleine Bewegungen mit Kopf und Schultern, erste Mund- und Saugbewegungen folgen, das Baby öffnet die Augen und schaut die Mutter an. Nach kurzen Ruhepausen geht es weiter und nach rund einer Stunde hat das Baby die Brustwarze erreicht, selbstständig angedockt und zu saugen begonnen. Jedes Kind hat seine eigene Geschwindigkeit. Während der Geburt verabreichte Medikamente, etwa wegen einer Periduralanästhesie (PDA), können den Breast Crawl etwas verzögern.

Der direkte Haut- und Blickkontakt nach der Geburt fördert die Bindung zwischen Mutter und Kind: Urvertrauen und Geborgenheit werden gestärkt und sein biologischer Rhythmus stabilisiert. Auch für das Stillen spielt der frühe Hautkontakt eine wichtige Rolle. Die Nationalen Handlungsempfehlungen zu Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen des Netzwerks Gesund ins Leben empfehlen daher, Müttern und Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt den Hautkontakt zu ermöglichen.

Bei der Auswahl der Geburtsklinik können sich werdende Mütter erkundigen, ob ein ungestörter Stillstart in der Regel möglich gemacht wird: Wie sind die Abläufe nach der Geburt, wieviel Zeit haben Mutter und Kind im Kreissaal und findet die erste Vorsorge-Untersuchung auf dem Bauch der Mutter statt? Ob nach einer Spontangeburt oder nach einem Kaiserschnitt, einer Geburt in der Klinik, im Geburtshaus oder zu Hause: Oft lässt es sich gut einrichten, dass Mutter und Kind die wertvolle Zeit direkt nach der Geburt miteinander erleben können.

Bei all dem gilt: Jede Geburt und jedes Baby ist anders. Manchmal ist aus den verschiedensten – medizinischen – Gründen ein ausgiebiger, ungestörter Hautkontakt nicht möglich. Manchmal sind Babys zu erschöpft um selbstständig zur Brust zu finden oder der Start ins Leben verläuft anders als gedacht. „Kein Grund zu verzweifeln, dann kann die Mutter das Baby so früh wie möglich selber anlegen und ihm helfen, die Brust zu finden. Die Freude auf einen gemeinsamen Start ins Leben sollte im Vordergrund stehen“, so Flothkötter.

Erforschungen der Europaskepsis von Bürgern, Parteien und Bewegungen

Erforschungen der Europaskepsis von Bürgern, Parteien und Bewegungen – eine begrüßenswerte Initiative der Max-Weber-Stiftung

Max Weber: Einer der genialsten Soziologen des 20ten Jahrhunderts

(Max Weber Stiftung) – Das dreijährige Forschungsvorhaben, an dem die Deutschen Historischen Institute in London, Rom und Warschau gemeinsam mit dem Hamburger Institut für Sozialforschung arbeiten, untersucht euroskeptische Bewegungen und ihre historischen Wurzeln. Das Zusammenwachsen innerhalb Europas wurde von Beginn an von Kritik begleitet. Diese Skepsis gegenüber der europäischen Gemeinschaft ist mittlerweile ein Phänomen mit einer weit über Europa hinausgehenden Strahlkraft.

Unter dem Titel „Europas Gegenbewegungen. Euroskeptische Verflechtungen von den Anfängen der Europäischen Integration bis heute“ schließen sich die drei Institute der Max Weber Stiftung in London, Rom und Warschau mit dem Hamburger Institut für Sozialforschung zusammen und ermöglichen so interdisziplinäre und transnationale Perspektiven auf ein europäisches Thema. Das Projekt erforscht eurokritische Stimmen seit den 1950er Jahren bis in die jüngste Vergangenheit. Denn nicht erst die Flüchtlingskrise und die Covid-19-Pandemie haben den europäischen Zusammenhalt auf eine große Probe gestellt. Vielmehr gingen die europäische Idee und die Skepsis gegenüber Europa von jeher Hand in Hand. Demensprechend ist weder ein Verständnis der Vergangenheit noch eine zukünftige Förderung von Zusammenhalt in Europa möglich, wenn nicht gleichzeitig die Skepsis gegenüber der europäischen Einigung in die Überlegungen mit einbezogen wird.

Die bisherige Forschung hat sich weitgehend auf die jüngere Vergangenheit und europafeindliche politische Parteien konzentriert. Kritik an der europäischen Integration geht jedoch vielfach auf eine längere Entwicklung zurück. Dabei spielten sowohl soziale Bewegungen als auch gesellschaftliche Eliten in Verwaltung, Wirtschaft und Medien eine wichtige Rolle. Diese sprachen keineswegs immer mit einer Stimme, sondern stammten aus unterschiedlichen politischen Lagern. Sie beeinflussten den Prozess der europäischen Integration von Beginn an, entwarfen eigene, alternative Europakonzepte und schlossen Verbindungen über nationale Grenzen hinweg. Das neue Forschungsvorhaben wird die historischen Wurzeln und die Wirkungsmacht dieser Konzepte und Zusammenschlüsse erklären.

Als grenzüberschreitend arbeitende Forschungseinrichtung mit Instituten, Außenstellen und Projekten in insgesamt 15 Ländern ist die Max Weber Stiftung ein wichtiger Akteur in der europäischen Wissenschaftslandschaft und widmet sich in diesem neuen Forschungsprojekt dem Thema der Kritik am europäischen Zusammenhalt. Das Forschungsvorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert und nimmt seine Arbeit zum 1. April 2021 auf.

Die Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland fördert die Forschung mit Schwerpunkten auf den Gebieten der Geschichts-, Kultur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in ausgewählten Ländern und damit das gegenseitige Verständnis. Sie unterhält zurzeit weltweit zehn Institute sowie weitere Forschungsgruppen und Büros. Mit ihren Infrastrukturen bietet die MWS beste Voraussetzungen für exzellente geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung, die durch unmittelbare Nähe zu den Forschungsgegenständen und im Austausch unterschiedlicher Perspektiven und Herangehensweisen entsteht.

Anteil der Wärme-Erzeugung in Gebäuden völlig unterschätzt bei CO2-Einsparung für Klimaschutz – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Im Zusammenhang mit der Verteufelung des Verbrennungsmotors wird der Energieverbrauch von Gebäuden,  der immerhin 50% der CO2-Erzeugung in Deutschland verursacht, vernachlässigt. Wärme wird in der Regel in Gasthermen, Ölheizungen und Fernheizungen direkt in den Gebäuden produziert. Viel intelligenter ist es, wenn in einem Kleinheizkraftwerk zusätzlich auch Elektrizität-Erzeugung erfolgt. Der in der Bevölkerung völlig unbekannte 2. Hauptsatz der Thermodynamik belegt, dass bei der Erzeugung von elektrischem Strom, wenn er nicht durch Fotovoltaik oder Windenergie gespeist wird, unweigerlich Wärmeverluste anfallen. Im Gegensatz zur direkten Verbrennung kann dabei diese Abwärme zu Heizzwecken verwendet werden, so dass eine enorme CO2-Einsparung erfolgt. Dafür benötigt man aber Verbrennungskraft-Maschinen, denn die mögliche Brennstoffzellen-Technik ist im Moment noch völlig unausgereift.

Offenbar ist diese Energie-Einsparung bei der Neufassung der Klimaschutzgesetze weitgehend vernachlässigt worden.

Nur ein persönliches Beispiel: In meinem kleinen Mietshaus arbeitet ein Kleinheizkraftwerk, welches bei Wärmebedarf gleichzeitig 5,5 Kilowatt Strom erzeugt, der seit fast 30 Jahren im Haus verwendet oder ins Netz eingespeist wird. Dadurch habe ich eine enorme Einsparung erreicht. Dazu muss ich sagen, dass das zu Anfang mit relativ geringen Subventionen gefördert wurde. Das soll jetzt gesetzmäßig wegfallen und dagegen, nur weil die Politiker dieses vergessen haben oder die physikalischen Hintergründe nicht verstehen bzw. aus ideologischen Gründen bewusst unterdrücken.

Lesen Sie dazu den Verbändeapell des Bundesverband Kraft-Wärme-Kupplung e. V., den ich 100 % unterstütze.

Jean Pütz

KWK-Anlagenbetreiber und die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft eint das Interesse am Erhalt und der künftigen Einsetzbarkeit einer für die Wärmewende und damit den Klimaschutz relevanten Technologie. Diese ist durch die bestehenden Regelungen des BEHG infrage gestellt.

KWK-Anlagenbetreiber können ohne ein wirtschaftliches und konkurrenzfähiges “Produkt” am Wärmemarkt nicht bestehen. Für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft bzw. Mieter ist es inakzeptabel, für Wärme aus KWK-Anlagen eine höhere BEHG-Belastung zahlen zu müssen als im Vergleich zu einer ungekoppelten Erzeugung der Wärme.

In dem Appell wird eine schlanke Lösung vorgeschlagen, die zusammen mit einer noch in Beratung befindlichen Umsetzungsverordnung zum BEHG noch dieses Jahr umgesetzt werden kann, bevor die Heizkostenabrechnungen beginnen.

Der B.KWK hat den Verbändeapell mit der Bitte um Unterstützung des Vorschlags zusätzlich an die Mitglieder im Ausschuss Wirtschaft und Energie des Bundestags gerichtet.

Hier geht’s zum Bericht:     CO2-Bepreisung

Treffpunkt Dorflinde

Ich habe vor zwei Jahren zwei große Lindenbäume auf meinem Grundstück gepflanzt, denn ich bin Imker und die Linde hat eine zusätzliche Funktion, indem sie in ihren Blüten Nektar produziert, auf den im wahrsten Sinne des Wortes die Bienen fliegen. Außerdem finde ich, dass dieser Baum in unseren Dörfern und Städten fast völlig verschwunden ist. Leider, denn Lindenblütentee ist eine Delikatesse, die ich früher kostenlos ernten konnte. Außerdem kommt mir nicht aus dem Sinn, die Linde viel besungen in Volksliedern.

Jean Pütz

(BZfE) – In ländlichen Regionen ist die Dorflinde noch häufig zu finden. Die großen alten Bäume stehen auf dem Marktplatz oder vor einer Kirche. Hier trafen sich früher die Menschen, um Tanzfeste zu feiern oder Gericht zu halten. Doch der Laubbaum ist nicht nur kulturell interessant, sondern hat auch kulinarisch Einiges zu bieten.

Die jungen Blätter der Linde entfalten sich im April und haben ein mildes fein-säuerliches Aroma. Sie schmecken roh im Salat oder Smoothie, fein geschnitten auf dem Butterbrot, aber auch gedünstet als Spinatgemüse. Blätter und Blütenknospen können zum Strecken von Getreidemehl verwendet werden. Probieren Sie auch ein Pesto mit Lindenblättern, Olivenöl, Zitronensaft, Pinienkernen, Parmesan und Knoblauch.

Die zuckersüßen Blüten sind gut zum Aromatisieren von Desserts und Getränken geeignet. Sie lassen sich aber auch zu Sirup oder Gelee verarbeiten. Bekannt ist das besondere Aroma des Lindenblütenhonigs. Lindenblütentee ist ein gängiges Mittel bei Erkältungskrankheiten. Er soll die Abwehrkräfte stärken und entzündungshemmend wirken. Die enthaltenen Schleimstoffe bringen vor allem bei Hustenreiz und Halsschmerzen Linderung. Für einen Tee wird der gesamte Blütenstand mit Hochblatt verwendet: Zwei Teelöffel frische Blüten mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Die Blüten sind gelblich, aber der aufgegossene Tee hat eine tief goldrote Färbung.

Die Linde gehört zu den Malvengewächsen. Hierzulande sind zwei Arten heimisch, die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) und die Winterlinde (Tilia cordata). Die Laubbäume mit ausladender Krone können bis zu 40 Meter hoch und 1.000 Jahre alt werden. Häufig sieht man sie in Parks, Gärten und Alleen. Die Blätter sind herzförmig und kerbig gesägt. Die Sommerlinde blüht von Juni bis August, die Winterlinde einige Wochen später. Die Blüten sind gelblich-weiß und stark duftend. Nach dem Verblühen bilden sich kleine kugelförmige Früchte mit einem länglichen Blatt, das an ein Segel erinnert. Wenn sie noch weich sind, können sie als Kapernersatz in Salzlake oder Essig eingelegt werden.

Chinas Banken knebeln Entwicklungsländer

(pte) – Ungewöhnliche Geheimhaltungsbestimmungen sowie Klauseln, die zulasten anderer internationaler Geldgeber gehen: Chinas Banken positionieren sich bewusst als vorrangige Gläubiger und schränken die Handlungsoptionen der Schuldnerländer im Falle einer Zahlungsunfähigkeit teilweise stark ein. Zu dem Schluss kommt ein Forscher-Team unter Beteiligung des Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel).

100 Verträge mit 24 Staaten
Die Experten haben 100 Originalverträge chinesischer Gläubiger mit 24 Staaten ausgewertet und deren Kreditvergabepraxis an Entwicklungsländer analysiert. „Durch die Belt and Road Initiative ist China zum größten öffentlichen Gläubiger für Entwicklungsländer aufgestiegen, die finanzierenden Staatsbanken treten als sehr versierte Kreditgeber auf, die ihre Verhandlungsmacht gekonnt zu ihrem Vorteil ausnutzen“, sagt Christoph Trebesch, Forschungsdirektor am IfW Kiel und Mitautor der Studie „How China Lends“.

Die Verträge enthalten ungewöhnlich weitreichende Vertraulichkeitsklauseln, die Kreditnehmer daran hindern, die Bedingungen oder manchmal sogar die Existenz der Kredite offenzulegen. Dabei unterlagen die Verträge alsbald immer strengeren Geheimhaltungsklauseln. Seit 2014 enthält jeder untersuchte Vertrag eine Vertraulichkeitsklausel. Damit sind sie für Steuerzahler, die für die Rückzahlung aufkommen müssen, intransparent und ebenso für andere Kreditgeber, die dadurch die Bonität eines Landes nicht zuverlässig einschätzen können.

Schaffung totaler Abhängigkeit
Auch beinhalten die Verträge Bestimmungen, die chinesischen Staatsbanken Vorrang vor anderen Gläubigern geben. Fast ein Drittel der Verträge verlangte von den kreditnehmenden Ländern, erhebliche Barguthaben auf Bank- oder Treuhandkonten zu halten, die chinesische Banken im Falle eines Zahlungsausfalls beschlagnahmen können. Diese informellen Sicherheitsvereinbarungen setzen die chinesischen Kreditgeber an die Spitze der Rückzahlungslinie, da die Banken auf die Konten ihrer Kreditnehmer zugreifen können. In den meisten Verträgen wurde den Kreditnehmern auch ausdrücklich untersagt, ihre Schulden in Abstimmung mit anderen Gläubigern umzustrukturieren, so dass es allein im Ermessen Chinas liegt, ob, wann und wie es in Not geratenen Ländern einen Schuldenerlass gewährt.

Die Verträge geben China auch einen großen Spielraum, Kredite zu kündigen oder die Rückzahlung zu beschleunigen, wenn es mit der Politik eines Kreditnehmers nicht einverstanden ist. Beispielsweise behandelt die China Development Bank den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu China als ein „Ausfallereignis“. Weitreichende Cross-Default- und Cross-Cancellation-Bestimmungen geben chinesischen Kreditgebern zudem mehr Einfluss auf Kreditnehmer und andere Gläubiger, als bisher angenommen wurde.

Angst vor Chinas Neo-Liberalismus – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Die zunehmende Tendenz Chinas zum autoritären Staat war schon lange absehbar. In meinen Kommentaren sowohl bei Facebook als auch auf dieser Homepage, habe ich mich immer schon darüber gewundert, wie blauäugig die Deutsche Regierung als auch die EU mit China umgegangen ist.

In der Zeit, als ich der Vorsitzende der Wissenschaftspressekonferenz war, in der auch chinesische Wissenschaftsjournalisten Mitglied wurden, konnte ich bemerken, wie eifrig diese die wissenschaftliche Scene beobachteten. Ich vergesse nie, dass ich seinerzeit bei der Pressekonferenz der AEG-Telefunken dabei war, als die erste CCD-Technologie (charge-capdevise-technology) als Grundlagen-Technologie vorgestellt wurde. Heute beruhen auf dieser Technologie sämtliche Bildgebenden Verfahren, Kamerachips und Displays. Sie hat die elektronischen z. B. Fernsehröhre komplett abgelöst und ermöglicht letztlich die hochauflösende Fernsehen-Darstellung oder den Computer-Display.

Mit der Realisierung taten sich die Deutschen schwer. Das geschah dann in Fernost: Japan, Korea, China, Singapore usw. Sie glauben gar nicht, wie interessiert die chinesischen Journalisten sich alles haarfein notiert haben. Das erwähne ich nur deshalb, weil was insbesondere die Halbleiter-Technik und Elektronik anbelangt, nicht nur die USA, sondern auch die Chinesen uns die Butter vom Brot genommen haben. In Deutschland stritt man sich über Nutzen und Gefahren der Kernenergie, über die schmutzige Stahlherstellung, über den Hochgeschwindigkeitszug Transrapid und viele andere Schlüsseltechnologien. Ja, die Chinesen waren z. B. bereit, ganze Eisen- und Stahlwerke Detail für Detail in Deutschland abzubauen und genauso in China als funktionierende Fabrik zu errichten.

Ein Beispiel ist in der Kernenergie der Kugelhaufen-Kernreaktor oder der Hochgeschwindigkeitszug Transrapid – und natürlich alles, was die moderne IT-Technik anbelangt. Das Problem dabei ist, dass auch die Wissenschaft dieser Technologien aus Deutschland verschwanden. Die Chinesen legen nach Konfuzius keinen Wert darauf, das Rad neu zu erfinden, sondern besser zu werden als der Meister, der ihnen das alles beigebracht hat. Deshalb waren ihnen anfangs Patente völlig egal, aber teilweise wurden sie ihnen ja sogar geschenkt. Das gilt für die neuartigen Kernreaktoren und z. B. mit dem hochentwickelten Transrapid schaffen sie im weiten chinesischen Raum ein Hochgeschwindigkeits-Systemen sondergleichen, usw., usw.

Die Folge: Die anfangs völlig unterentwickelte Wirtschaft  explodierte regelrecht und inzwischen stehen Deutschland und Europa als Bittsteller bereit, um überhaupt noch Anteil an dieser Entwicklung zu haben. Die Wirtschaftsverträge wurden nach chinesischem Gusto aufgezwungen und erst kürzlich mussten in Nachbehandlungen enorme Konzessionen an diesen autoritären Staat gemacht werden. Das gilt z. B. auch für das Elektroauto und die gesamte Automobilindustrie, die nach dem Dirigismus der Chinesen tanzt. Ohne Elektroauto hätte China niemals seine Smok-belasteten Großstädte einigermaßen bewohnbar zu erhalten. Als angebliches Noch-Entwicklungsland ist es ihnen auch gelungen, die notwendigen ökologischen Maßnahmen für den Klimawandel um Jahrzehnte zu verschieben. China weiß den bei uns bevorstehenden elektrischen Gau brutal zu umgehen und sich seine Vorteile aus diesem Zeitverzug zu sichern.

Gleichzeitig binden sie viele Länder in Afrika und Südamerika durch angebliche Wohltaten und finanzielle Unterstützung an sich. Ihre Corona-Impfpolitik bietet ihnen neuen Spielraum. In Afrika kaufen sie große Ländereien auf, um dort industrielle Landwirtschaft betreiben zu können, ohne Rücksicht auf soziale Verwerfungen. Sie haben einen imperialistischen Kapitalismus geschaffen, dem sogar die Wallstreet-Börse Tribut zollt. Die Politiker schauen ihnen hilflos zu, denn die Chinesen haben unsere konjunkturelle Entwicklung voll im Griff, Deutschland kann sich einen Wirtschaftskrieg mit China nicht leisten.

Der folgende Auszug aus Morning Briefing bestätigt und ergänzt alle diese Befürchtungen, die bis in die Macht- und Friedens-Politik hineinreichen. Auf dem mittleren Luxus-Deck im Salon der Titanic spielt die Tankapelle und selbst die Passagiere der ersten Klasse merken nicht, das eine Katastrophe bevorsteht.

Jean Pütz

(Morning Briefing) – Jeder tote Winkel, der Name gibt uns einen Hinweis, kann tödlich sein. Denn in seinem Schatten nähert sich mitunter eine Gefahr, die nicht als solche erkannt wird. Das gilt beim Autofahren und auch in der Weltpolitik.

Womit wir bei der Volksrepublik China wären. Derweil der Westen mit der Corona-Pandemie und ihren ökonomischen Folgen kämpft, hat China den Krisenmodus verlassen und nutzt das westliche Abgelenkt-Sein zum weiteren Machtausbau. Die im Dunkeln sieht man nicht:

1. In Hongkong wurde das Wahlgesetz geändert. Und zwar so, dass man nicht mehr wirklich von Wahlmöglichkeiten sprechen kann. Das Parlament in Hongkong soll künftig 90 statt 70 Sitze haben. 40 davon werden von einem pekingtreuen Komitee vergeben, 30 von „Fachwahlkreisen“, die ebenfalls als pekingtreu gelten. Die übrigen 20 dürfen in direkten Wahlen bestimmt werden. Allerdings: Hier sichert sich die chinesische Regierung Vetorechte, um bestimmte Kandidaten schon an der Kandidatur zu hindern. So sehen Wahlgesetze aus, wenn Diktatoren sie schreiben.

2. Im südchinesischen Meer ist China in das Hoheitsgebiet der Philippinen eingedrungen. 220 chinesische Fischerboote wurden etwa 300 Kilometer westlich der philippinischen Insel Palawan gesichtet – allerdings nicht, um zu fischen. Manila wertete das Vorgehen so, wie es auch gemeint war, als gezielte Provokation. Das betroffene Seegebiet wurde vom Internationalen Gerichtshof zwar zu philippinischem Gebiet erklärt. Peking aber erhebt weiterhin Anspruch.

3. Durch kostspielige Impfstoff-Einkäufe in der westlichen Welt hat sich Peking eine neue Währung zugelegt, mit der sich in Entwicklungsländern Gefolgschaft einkaufen lässt: „China hat 69 Entwicklungsländern Impfdosen gespendet“, verkündete Außenminister Wang Yi, „und exportiert Impfstoffe in 43 Länder“. Mit dieser Impf-Diplomatie schafft Peking neue Abhängigkeiten und erhöht so seinen Einfluss in der Welt.

4. Als Antwort auf die aggressive China-Politik der Amerikaner strebt die Regierung in Peking nach größerer Autarkie. Und mit der Verabschiedung des Fünf-Jahres-Plans Anfang März, der eine Politik der zwei Wirtschaftskreisläufe skizziert, ist China diesem Vorhaben näher gerückt.

5. Die chinesische Regierung reagiert zunehmend aggressiv auf Kritik der Menschenrechtsverletzungen an den Uiguren. Unter dem Deckmantel der Sicherheitspolitik werden Angehörige der muslimischen Minderheit in Lager gesperrt, zwangssterilisiert, zur Arbeit gezwungen und von ihrem kulturellen Erbe entfernt. Umerziehung nennt das die chinesische Regierung, Genozid nennen das die Regierungen Kanadas, der USA und der Niederlande.

Die Brüsseler EU-Kommission und die Bundesregierung sind in Schweigsamkeit vereint. Angesichts der vielen Probleme im Zuge der Pandemie-Bekämpfung traut man sich eine Neujustierung der bisherigen China-Politik nicht zu.

Doch die Welt der Geopolitik kennt keine strategischen Pausen.

 

CO2: Wertstoff im Kreislauf – Aus CO2 wird Methan

(pte) – Forscher der King Abdullah University of Science and Technoloy (KAUST)  können (CO2) in Methan, also synthetisches Erdgas, umwandeln. Dazu setzen sie wie üblich Wasserstoff ein, den ein mit Solarstrom versorgter Elektrolyseur produziert. Clou des Verfahrens ist ein Katalysator, dessen Wirkung durch das Licht der Sonne verstärkt wird. Er besteht aus nanometerfeinen Partikeln aus Nickel, die sich auf einer Unterlage aus Bariumtitanat befinden.

Hoher Wirkungsgrad
Das neue Verfahren absorbiert die Energie von Licht. Elektronen werden dadurch in einen hochenergetischen Zustand versetzt. Diese auch als „heiße Elektronen“ bekannten Teilchen regen die Verschmelzung von Wasserstoff und CO2 an. Es entsteht Methan, das bei der Verbrennung nur so viel Klimagas freisetzt, wie bei seiner Herstellung der Umgebungsluft entnommen wurde.

Die heißen Elektronen werden von allen Wellenlängen erzeugt, nicht nur von ultraviolettem Licht, wie es bei bisherigen Katalysatoren üblich ist. Das ist ein großer Vorteil, denn die Sonnenstrahlen bestehen lediglich zu vier bis fünf Prozent aus ultraviolettem Licht. Anders ausgedrückt, ist der Wirkungsgrad erheblich höher als bei bisher genutzten Reaktionen. Wie hoch er genau ist, verraten die Forscher nicht.

Umweltverträglicher Weg
„Wir sind der festen Überzeugung, dass unsere Strategie in Kombination ein nachhaltiger Weg sein könnte, um dieses schädliche Treibhausgas in wertvollen Kraftstoff umzuwandeln“, sagt Postdoc Diego Mateo. Außer als Treibstoff für Erdgasfahrzeuge ließe sich das Methan in Erdgasnetze einspeisen, was so zum Puffer für Solarenergie wird.

Die Forscher versuchen mit ihrer Technik nun weitere Produkte zu erstellen. „Wir wollen auch andere wertvolle Chemikalien wie Methanol herstellen“, sagt KAUST-Forschungsleiter Jorge Gascon. Methanol kann in speziellen Automotoren oder als Benzinzusatz genutzt werden. Um die Gewinnung von CO2 aus der Luft müssen sich die Forscher nicht kümmern. Dafür gibt es bereits etablierte Techniken, die ihren Energiebedarf mit Solarstrom decken. Anlagen des Schweizer Unternehmens Climeworks, das aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich hervorgegangen ist, werden bereits serienmäßig hergestellt.

Vitamin D-Versorgung und Infektionsschutz – Keine Nahrungsergänzung nötig

(BZfE) – Können Vitamin-D-Präparate einer Infektion mit dem Corona-Virus vorbeugen bzw. den Schweregrad der Covid-19-Erkrankung reduzieren? Diese Frage wird derzeit in Fachkreisen diskutiert. Hintergrund: Vitamin D hat nicht nur wichtige Funktionen für den Knochenstoffwechsel, sondern trägt auch zur normalen Funktion des Immunsystems bei. Wissenschaftler vermuten zwar, dass es einen möglichen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Serumspiegel und einem erhöhten Infektionsrisiko bzw. für einen schweren Krankheitsverlauf gibt. Dennoch: Laut einer Fachinformation der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) reichen die Studienergebnisse nicht aus, um einen eindeutigen kausalen Zusammenhang zu erkennen.

Momentan gebe es keine Belege dafür, dass Vitamin D-Präparate bei Personen mit einer adäquaten Versorgung vor einer Infektion mit dem Virus schützen oder den Schweregrad der Erkrankung verringern können. Trotzdem empfiehlt die DGE grundsätzlich eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung. Da der Körper rund 80 bis 90 Prozent des Bedarfs durch die Sonneneinstrahlung in der Haut erhält, sollte man sich regelmäßig im Freien aufhalten. Den Rest sollte man durch Vitamin D-haltige Lebensmittel wie fettreiche Fische (zum Beispiel Hering, Makrele und Lachs) sowie Pilze und Hühnerei zu sich nehmen.

Bereits vor der Pandemie poppt das Thema „Vitamin D“ regelmäßig im Winter auf. Auch wenn dann weniger „Sonnenvitamin“ in der Haut gebildet wird, kann der Körper in den Frühlings- und Sommermonaten in der Regel ausreichend davon „tanken“. Er kann es speichern und in den Wintermonaten davon zehren. Mit Vitamin D angereicherte Lebensmittel wie Fruchtsäfte oder Milch, die immer häufiger in Lebensmittelregalen angeboten werden, sind nicht notwendig. Ebenso wenig wie Nahrungsergänzungsmittel.

Im Zweifel sollte man zunächst ärztlich abklären lassen, ob eine Unterversorgung vorliegt. Denn: Ein dauerhaftes Zuviel durch entsprechende Präparate kann beispielsweise zu Nierensteinen führen. Aufpassen müssen höchstens Risikogruppen wie ältere Menschen, die sich wenig im Freien aufhalten und vollverschleierte Frauen.

Wie funktioniert die mRNA-Methode ? Mit einer Einführung von Jean Pütz

Diese Innovation wurde überhaupt erst möglich durch die Erfolge der Nanotechnologie. Auf den Millimeter bezogen bedeutet das, dass es heutzutage möglich ist, in den Bereich eines Millionstel Millimeter gezielt einzugreifen. Die mRNA-Methode fußt auf der spontanen Bildung von Membranen, die jede Zelle umschließen. Wenn man im Lexikon nachschaut, wird dort von sogenannten Lipiden berichtet, aus denen diese Membranen bestehen. Aber präzise gesagt sind es Phospho-Lipide, Moleküle, die einen wasserliebenden Bereich besitzen und gleichzeitig einen fettliebenden. Deswegen können sie sich auch auf Grund ihrer elektrostatischen Eigenschaften zu Membranen zusammenfinden, sie sind sozusagen die Brückensubstanz zwischen wässrigen Körpersäften und den Fettbestandteilen. In der Kosmetik benutzt man sie als Emulgatoren.

Vor etwa vierzig Jahren machte eine französische Kosmetik-Firma Furore mit den sogenannten Liposomen, die allerdings unter einem normalen Mikroskop erkennbar sind. Nun muss man sich das in den Nanobereich vorstellen, und auch dort fügen sich die Phospho-Moleküle zu extrem winzigen Kügelchen zusammen, die mit noch kleineren Molekülen gefüllt werden könne. Z. B. durch die Genschere CRIPS aus einer Erbsubstanz herausgelösten RNA-Strängen. Das genau ist die geniale Methode, die es ermöglicht, die immunisierenden Teile einer Virus-RNA zu stabilisieren, in dem sie Mikro-Lipid-Kügelchen als Träger aufgenommen werden.

Jean Pütz

Präzise beschreibt diese Methode der folgende Artikel:

mRNA-Impfstoffe sind eine neue Art von Impfstoffen, die einen beispiellosen Aufschwung in der Grundlagen- und klinischen Forschung erlebt haben. Zur Jahreswende 2020 wurden zwei mRNA-Impfstoffe von der EU-Kommission zugelassen: BioNTech/Pfizer-Impfstoff kurz vor Weihnachten und dann Moderna-Impfstoff Anfang Januar. Diese Impfstoffe gehörten zu den ersten verfügbaren Impfstoffen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie und sie demonstrierten die Potenz und Vielseitigkeit der mRNA-Technologie zum Schutz vor Infektionskrankheiten.

Die fantastische Beschleunigung der Entwicklung von mRNA-Impfstoffen ist mit neuen Formulierungen verbunden, die auf Lipid-Nanopartikelsystemen (LNPs) basieren, die seit Jahrzehnten als innovative Verabreichungssysteme entwickelt werden.
Da diese neue Verabreichungstechnologie bei Hunderten von Millionen Menschen in der Europäischen Gemeinschaft und auf der ganzen Welt zum Einsatz kommen wird, werden in diesem Webinar die wichtigsten Merkmale der Lipid-Nanopartikel (LNPs) vorgestellt, die für den mRNA-Impfstoff COVID-19 verwendet wurden, und es werden erste Erkenntnisse für die weitere Impfstoffentwicklung und darüber hinaus für neue mRNA-Therapien gewonnen