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Lobenswert – Jugend testet und forscht

Wettbewerb „Jugend testet 2018“: Beste Nachwuchstester in Berlin ausgezeichnet

Wettbewerb „Jugend testet 2018“ Pressemitteilung

Logo Jugend testet 2018

Glätteisen und Girokonten, Pinsel und Powerbanks, Metallbohrer und Müsliriegel, Fleckentferner und Fitness-Apps – beim Wettbewerb „Jugend testet 2018“ haben 2.083 junge Leute im Alter zwischen 12 und 19 Jahren Alltägliches
und Ausgefallenes getestet. Die besten Arbeiten hat die Stiftung
Warentest zusammen mit Verbraucherschutzministerin Dr. Katarina Barley
am 22. Juni 2018 in Berlin prämiert.

Neugierig,
kreativ und experimentierfreudig prüften die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer Produkte und Dienstleistungen: Sie konstruierten Maschinen,
um den Abrieb von Socken unter vergleichbaren Bedingungen zu testen. Sie
klebten systematisch Kaugummi unter ihre Schulschreibtische, um
herauszufinden, welche Kaugummis sich am Ende des Schuljahres am
leichtesten ablösen lassen. Und sie stellten fest, dass manche
Einkaufs-Papiertüten, wenn sie mit 8 Kilogramm befüllt durch die Gegend
getragen werden, bereits nach 8 Minuten reißen, andere hingegen erst
nach 28 Minuten.

Insgesamt 12.000 Euro gab es in den beiden
Wettbewerbskategorien Produkttests und Dienstleistungstests zu gewinnen.
Der mit 2.500 Euro dotierte 1. Preis in der Kategorie Produkttests geht
an eine 15-jährige Schülerin aus Göttingen für ihren Test von Flüssigseifen.
Sie untersuchte nicht nur Hautverträglichkeit, Inhaltsstoffe und die
Verpackung, sondern auch, wie gut die Seifen Bakterien, Tintenflecke
oder Zwiebel- und Knoblauch-Geruch von den Händen entfernen können.

Für seinen Test von kabellosen Vertikalmäusen erhält ein 16-jähriger Schüler aus Künzelsau (Baden-Württemberg) den
mit 2.000 Euro dotierten 2. Preis. Er wollte wissen, wie ergonomisch die
vertikalen Mäuse sind, ob diese solide verarbeitet sind und welche
Funktionalitäten sie bieten. Ebenfalls nach Baden-Württemberg geht der
mit 1.500 Euro dotierte 3. Preis, den ein Team des Berufsschulzentrums
Stockach für seinen Test von Wandfarben erhält. Neben Deckkraft und Trockenzeit der Farben prüften die Schüler
unter anderem auch, wie gut sich Tinten-, Bleistift- oder Kaffeeflecken
von der getrockneten Wandfarbe entfernen lassen und wie leicht sich das
Werkzeug hinterher reinigen lässt.

In der Kategorie
Dienstleistungstests geht der 1. Preis an drei 13-jährige Schüler aus
Falkensee (Brandenburg) für ihren umfangreichen Test von Sandspielflächen.
Sie prüften die Sandspielplätze nicht nur auf sichtbare
Verunreinigungen, Pilz- und Bakterienbefall, sondern auch auf Sicherheit
und Komfort. Außerdem wollten sie wissen, wie gut sich mit dem
jeweiligen Sand Sandkuchen formen lassen. Ihr ernüchterndes Ergebnis: In
vielen Sandkästen fanden sie Fäkalbakterien. Und dort, wo sie keine
fanden – in einem über Nacht mit Folie abgedeckten Sandkasten – wiesen
sie Pilze nach, da diese unter der nicht luftdurchlässigen Folie gut
wachsen konnten.

Nach Wolfenbüttel in Niedersachsen geht der 2. Preis in dieser Kategorie. Ein Team der Leibniz-Realschule untersuchte Online-Fanshops für Anime und Manga auf Kundenfreundlichkeit, Warenangebot und
Bestellprozess. Den 3. Preis erhalten fünf Schüler des
Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Marbach (Baden-Württemberg) für ihren Test von kostenlosen Vokabeltrainer-Apps.
Sie wollten unter anderem wissen, wie vielfältig die von den Apps
angebotenen Lernmethoden sind, wie leicht sich die Apps installieren und
bedienen lassen und wie viele persönliche Daten für die Installation
preisgegeben werden müssen.

Neben den sechs Hauptpreisen vergibt
die Stiftung Warentest zahlreiche Anerkennungspreise und Urkunden. Die
nächste Runde startet im September 2018. Mehr Informationen unter www.jugend-testet.de.

Wissenschaftsworkshops für Kinder

Kapsch und ScienceCenter-Netzwerk: Wissenschaftsworkshops für Kinder
 
Entdecken, erforschen, experimentieren
[ Fotos ]

Wien (pts027/26.08.2013/14:00) – Entdecken, erforschen, experimentieren. Unter diesem Motto fanden vom 19.-23. August 2013 interaktive Wissenschaftsworkshops bei der Kapsch Group statt. Die Workshops wurden gemeinsam mit dem ScienceCenter-Netzwerk speziell für Wiener Hortgruppen und Kinder der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kapsch angeboten.

Rund 160 Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren gingen an den fünf Tagen verschiedenen technischen und naturwissenschaftlichen Phänomenen auf den Grund. Die jungen Forscherinnen und Forscher wurden von speziell geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ScienceCenter-Netzwerks und von Kapsch-Lehrlingen beim Experimentieren begleitet. Ausgerüstet mit gedruckten Sammelkarten können die Kinder die Experimente auch zu Hause vorführen und wiederholen.

"Wir wollen den Kindern zeigen, dass Technik Spaß machen kann und Wissenschaft wirklich spannend ist", erklärt Rudolf Bernscherer, Head of Human Resources der Kapsch Group. "Die geschulten Kräfte vom ScienceCenter-Netzwerk schaffen es perfekt, hier spielerisches Lernen zu ermöglichen. Es war wirklich großartig zu sehen, mit welchem Eifer die Nachwuchswissenschaftler bei der Sache waren." So wurde in den Workshops beispielsweise erforscht, wie man eine Luftballonrakete nach dem Rückstoßprinzip oder mit einfachen Materialien eine "Kritzelmaschine" bauen kann, wohin Zuckermoleküle im Wasser verschwinden – und wie man ihnen mit Tinte auf der Spur bleiben kann. Andere Kinder versuchten sich daran, Glühbirnen über einen einfachen Stromkreis zum Leuchten zu bringen oder machten Strom hörbar.

"Mit unseren Workshops können wir den Kindern ein spannendes Ferienprogramm bieten, das sie sonst in ihren Hortgruppen so vielleicht nicht durchführen können", sagt Barbara Streicher, Geschäftsführerin des Vereins ScienceCenter-Netzwerk. "Und natürlich lernen unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch ganz nebenbei noch eine Menge Dinge aus Wissenschaft und Technik. Wir sehen das als aktive Antwort auf die Neugier der Kinder und Jugendlichen." Auch die Lehrlinge von Kapsch profitierten von der Kooperation, konnten sie doch aktiv ihr schon erworbenes Wissen an die Kinder weitergeben und für sich selbst dabei feststellen, wie viel sie in Sachen Technik schon gelernt haben.

Kapsch Group und ScienceCenter-Netzwerk – gemeinsam für mehr Spaß an Technik

Die Kapsch Group kooperiert heuer erstmalig mit dem ScienceCenter-Netzwerk bei der Durchführung der interaktiven Workshops für Wiener Hortkinder. Das ScienceCenter-Netzwerk als Zusammenschluss österreichischer Organisationen und Personen möchte durch eine Vielzahl interaktiver Aktivitäten zu mehr Verständnis von Wissenschaft und Technik beitragen. "Beim Experimentieren lernt man viel mehr als wenn man nur die graue Theorie dazu hört", sagt Rudolf Bernscherer. "Mit der Unterstützung dieser Workshops schaffen wir einen Raum, in dem die Kinder durch anfassen, erleben und ausprobieren Fähigkeiten in Wissenschaft und Technik entwickeln oder Begabungen entdecken können. Vielleicht eröffnet das auch ganz neue Wege für die berufliche Entscheidung."

Neben diesem Engagement unterstützt Kapsch auch zahlreiche Projekte und Veranstaltungen mit dem Ziel junge Menschen – insbesondere auch Mädchen – für technische und naturwissenschaftliche Berufe zu begeistern. Damit möchte das Unternehmen schon frühzeitig technische Fachkräfte für die Zukunft gewinnen und den Frauen- und Mädchenanteil in diesen Bereichen im Unternehmen steigern.

Kapsch zählt zu den erfolgreichsten Technologieunternehmen Österreichs mit globaler Bedeutung in den Zukunftsmärkten Intelligent Transportation Systems (ITS), Railway und Public Operator Telecommunications sowie Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Zur Kapsch Group zählen die drei Schlüsselgesellschaften Kapsch TrafficCom, Kapsch CarrierCom und Kapsch BusinessCom. Als Familienunternehmen mit Sitz in Wien steht Kapsch seit mehr als 100 Jahren für die konsequente Entwicklung und Implementierung neuer Technologien zum Nutzen seiner Kunden. Mit einer Vielfalt von innovativen Lösungen und Dienstleistungen leistet Kapsch einen wesentlichen Beitrag zur verantwortungsbewussten Gestaltung einer mobilen und vernetzten Welt. Die Unternehmen der Kapsch Group beschäftigen in ihren weltweiten Niederlassungen und Repräsentanzen rund 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Für weitere Informationen: http://www.kapsch.net

Killeralgen

 
Portland/Köln (pte/22.10.2009/15:25) – Supervulkane und Meteoriteneinschläge werden in der Erdgeschichte für die großen Massensterben verantwortlich gemacht. Einer neuen Theorie zufolge könnten es allerdings giftige Algen gewesen sein, die Massen von Tierarten das Leben gekostet haben, meinen James Castle und John Rodgers von der Clemson University http://www.clemson.edu. Ihre Untersuchungen sind beim jährlichen Treffen der Geological Society of America in Portland präsentiert worden.

Algenblüte durch plötzliche Temperaturveränderung

Toxische Algen gibt es in nahezu allen Gewässern, allerdings nur in geringen Konzentrationen. Eine plötzliche Veränderung der Temperatur oder Sedimenteinträge können zu einer Algenblüte führen, die dann ein Massensterben von Fischen und Weichtieren auslöst. Sogar Menschen können daran sterben. Castle und Rodgers gehen davon aus, dass genau solche Ereignisse während der fünf großen Aussterbenswellen in der Erdgeschichte geschehen sind. Jedes Mal, wenn es zu einem solchen Massensterben gekommen ist, habe es in den fossilen Algenmatten, die Stromatolithen genannt werden, einen Hinweis gefunden.

"Wenn man sich die Theorien zum Massensterben ansieht, gibt es immer noch viele Ungereimtheiten", so Castle. "Nimmt man etwa einen Einschlag heran, stellt sich die Frage, wie Lebewesen umgekommen sind. Waren es der Klimawandel oder der Staub in der Atmosphäre? Aber das allein bringt ja nicht gleich alle Lebewesen einer Art um", meint der Forscher. Die nährstoffreichen Staubpartikel gelangen irgendwann ins Wasser und werden zur Nahrung von Algen, die sich dann massenhaft vermehren.

Theorie ist reine Spekulation

Für den deutschen Botaniker Michael Melkonian von der Universität Köln http://www.melkonian.uni-koeln.de ist die Theorie der beiden Forscher allerdings reine Spekulation. "Die in den Stromatolithen entdeckten Abdrücke könnten von Cyanobakterien stammen. Und nicht einmal das ist sicher", meint Melkonian im pressetext-Interview. Es sei auch fraglich, ob Cyanobakterien zu dieser Zeit überhaupt toxisch waren. Von anderen Algen gebe es keine fossilen Spuren.

"Der Rückschluss darauf, dass es Algen waren, die zu den großen Aussterbensereignissen geführt haben, ist wissenschaftlich somit nicht nachvollziehbar", so Melkonian. Der Beweis dafür fehle. "Offensichtlich haben die Forscher so lange nach passenden Arbeiten gesucht, bis sie welche gefunden haben", kritisiert der Wissenschaftler.

"Cyanobakterien sind für eine Vielzahl von toxischen Substanzen bekannt, die auch über den Stammbaum weit verteilt sind", so der chemische Ökologe Uwe John vom Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung http://www.awi.de im pressetext-Gespräch. Das heißt, dass es nicht auszuschließen sei, dass die Cyanobakterien bereits damals giftig waren. "Wenn man von einem Massenauftreten solcher Bakterien ausgeht, werden dabei zahlreiche Substanzen freigesetzt, die sich massiv auf andere Lebewesen auswirken können", erklärt John.

Die beiden Forscher berichten auch darüber, dass mit dem Temperaturanstieg toxische Algen in den USA immer weiter nach Norden wandern und eine Gefahr für Fische, aber auch für den Menschen werden.

Natürliche Uranverbindungen mobiler als bislang angenommen

Natürliche Uranverbindungen mobiler als bislang angenommen

Das radioaktive Element Uran kann sich in sumpfigen Wiesen sammeln. Dort verwandelt es sich in das Mineral Uraninit, wodurch der Stoff verfestigt wird. Viele Forscher nehmen deswegen an, dass das Actinid auf diese Weise von der Biosphäre ferngehalten werden kann. In einem französischen Feuchtgebiet, in dem hohe Urankonzentrationen entdeckt wurden, untersuchten nun Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam mit Kollegen der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) und dem Konzern AREVA die Mobilität der Substanz. Wie sie feststellten, kann das radioaktive Element auch im festen Zustand Verbindungen eingehen, die das Uran in den biologischen Kreislauf bringen. Diese Ergebnisse haben die Forscher nun in der Fachzeitschrift Nature Communications (DOI: 10.1038/ncomms3942) veröffentlicht.

„Obwohl Uran radioaktiv ist, ist es für Mensch und Umwelt nicht zwangsläufig gefährlich“, erläutert der Leiter der Abteilung Biogeochemie am HZDR, Dr. Gerhard Geipel. „Selbst in normalen Böden finden wir es häufig. Es kommt deswegen vielmehr darauf an, in welcher Menge und vor allem in welcher Form es auftritt. Hohe Konzentrationen lassen sich zum Beispiel in Feuchtgebieten feststellen, die es wie ein Guss auffangen.“ Da der r adioaktive Stoff hier in den meisten Fällen aber als vierwertiges Uran(IV) vorkommt, das sich durch die Wechselwirkung mit Sauerstoff in das Mineral Uraninit verwandelt, galt dies bislang nicht unbedingt als Problem, da es in diesem Zustand als kaum löslich angesehen wurde und somit keine Gefahr für die biologischen Kreisläufe darstellte. Die Untersuchung eines sumpfigen Grasgebietes in der zentralfranzösischen Region Limousin, das durch Uranbergbau kontaminiert ist, könnte diese Annahme nun widerlegen.

Die Forscher um Dr. Yuheng Wang von der EPFL entnahmen an verschiedenen Stellen Wasserproben aus den Abflüssen des Feuchtgebietes. Die Analyse ergab, dass das Uran in den Strömen tatsächlich befördert wurde. Dies lieferte den Wissenschaftlern allerdings noch keine Anhaltspunkte, um welche Art des radioaktiven Elements es sich dabei handelte. Denn das sechswertige Uran(VI) – neben Uran(IV) die zweite Form, in der der radioaktive Sto ff unter natürlichen Umständen vorkommt – ist gut löslich und kann dadurch leicht in die Biosphäre aufgenommen werden. „An dieser Stelle kommt das HZDR ins Spiel“, erzählt Geipel. „Die Uranmenge können wir relativ schnell und einfach mit analytischen Methoden feststellen. Schwieriger wird es, den Zustand des Elements zu bestimmen. Und genau darum ging es uns ja.“

Die chemischen Verbindungen, die das Uran eingeht, lassen sich mit der sogenannten Speziationsanalyse entschlüsseln. Über die höchste Kompetenz bei der Uranspektroskopie und die nötige Technik verfügen in Deutschland die Forscher des HZDR. Die Dresdner Wissenschaftler haben dafür eine Wasserprobe aus dem Feuchtgebiet eingefroren und mit Lasern bestrahlt. Denn der radioaktive Stoff lässt sich auf diese Weise zum Leuchten anregen. „Anhand der Spektren und Fluoreszenzlebensdauer, die sich für die beiden Formen des Urans unterscheiden, konnten wi r feststellen, dass es sich bei den Vorkommen im Wasser um Uran(IV) handelt“, berichtet Geipel. „Daraus können wir schließen, dass dieser Zustand des radioaktiven Stoffes nicht so immobil ist, wie wir bislang angenommen haben.“

Wie die Untersuchung herausgestellt hat, verändert sich das Uran(IV) nicht zwangsläufig zu Uraninit, sondern kann sich an ein feines Partikelgemisch aus Eisen, Aluminium, Phosphor und Silicium binden. Auf diese Weise formen sich Teilchen, die das Uran in die Wasserströme tragen. „Diese Ergebnisse müssen wir nun natürlich beachten, wenn wir beispielsweise bei Sanierungsmaßnahmen im Uranbergbau Grasflächen einsetzen wollen“, erläutert Geipel die Konsequenzen aus der Untersuchung. „Auch in seinem festen Zustand ist Uran nicht immer immobilisiert, könnte deshalb in die Biosphäre gelangen und somit weitere Gebiete kontaminieren.“

Heiterkeit im Alter

Sydney (pte/16.06.2006/11:15) – Ältere Menschen könnten besser darin
sein Glück wahrzunehmen und schlechter darin Angst zu empfinden. Zu
diesem Ergebnis ist eine Studie des Westmead Hospital
http://www.brain-dynamics.net gekommen. Diese Ergebnisse unterstützen
die Annahme, dass Menschen mit zunehmendem Alter heiterer werden.
Frühere Verhaltesstudien hatten gezeigt, dass die ältere Generation
emotional stabiler ist als junge Menschen. Das Team um Leanne Williams
untersuchte jene biologischen Einflüsse, die diese Veränderung erklären
können. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin The Journal
of Neuroscience http://www.jneurosci.org veröffentlicht.

Das Team ersuchte 242 Freiwillige zwischen 12 und 79 Jahren sich eine
Serie von Fotos mit verschiedenen Gesichtsausdrücken anzusehen. Die
Teilnehmer sollten eine Unterscheidung von Bildern, die Angst und Glück
zeigten, von jenen, die Wut, Ekel und Trauer zeigten, vornehmen.
Während des Betrachtens der Bilder wurde ihre Gehirnaktivität mittels
funktioneller Magnet-Resonanz-Tomographie (fMRI) sichtbar gemacht. Die
Ergebnisse deuteten darauf hin, dass ältere Menschen glückliche
Gesichtsausdrücke besser erkennen können. Teenager hingegen deuten
angstvolle Gesichtszüge rascher. Die Aufzeichnungen zeigten ebenfalls,
dass eine Gehirnregion, die mit der Kontrolle der Gefühle in
Zusammenhang steht, der mittlere präfrontale Cortex, bei älteren
Menschen beim Betrachten von angstvollen Gesichtern aktiver war. Diese
Region ist dafür bekannt, dass sie Amygdala blockiert, die Angstgefühle
auslösen kann.

Die genaue Ursache für diesen Unterschied zwischen jungen und alten
Gehirnen bleibt laut New Scientist weiter unklar. Experimente mit
Nagetieren haben jedoch gezeigt, dass chronisch hohe Werte bei
Stresshormonen, den so genannten Glucocorticoiden, die Aktivität des
mittleren präfrontalen Cortex verringern kann. Jason Radley vom Salk
Institute for Biological Studies http://www.salk.edu geht davon aus,
dass alle diese strukturellen Veränderungen im menschlichen Gehirn auf
den Einfluss dieser Hormone zurückzuführen sind. Die Anthropologin
Helen Fisher von der http://www.rutgers.edu argumentiert, dass die
Heiterkeit des Alters sogar einen evolutionären Vorteil haben könnte:
So dürften unsere frühen Vorfahren von der Anwesenheit glücklicherer
älterer Menschen bei der Klärung von Konflikten profitiert haben.

Es war einmal : Massensterben durch globale Erwärmung

Globale Erwärmung hat Erden-Leben vor 250 Mio. Jahren vernichtet

Boulder/Colorado (pte/29.08.2005/11:22) – Vor 250 Mio. Jahren war es um
zehn bis 30 Grad heißer auf der Erde als heute. Zu diesem Schluss
kommen Wissenschaftler des National Center for Atmospheric Research
(NCAR) http://www.ncar.ucar.edu in Boulder/Colorado. Schuld daran war
ein massiver Anstieg von CO2. Die Folge dieses Temperaturanstiegs war
dramatisch: Ein Großteil des Lebens auf dem Planeten wurde dabei
vernichtet. Es war das größte Massensterben der Erdgeschichte,
berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des
Wissenschaftsmagazins Geology http://www.journals.uchicago.edu .

Die Auslöschung am Ende des Perm und dem Beginn des Trias hat die
Forscher schon seit Jahren interessiert. Mit Hilfe von
Computersimulationen haben die Wissenschaftler nun ein komplettes Bild
gezeichnet: 95 Prozent der Lebewesen im Wasser sind zugrunde gegangen.
Am Festland waren es auch rund 75 Prozent. Der Anstieg von
Treibhausgasen wie Kohlen- und Schwefeldioxid war für das Massensterben
verantwortlich. Theorien über Meteoriteneinschläge kommen als Ursache
eher nicht in Frage. Die vulkanischen Aktivitäten an der Erdoberfläche
haben die Produktion der Treibhausgase angeheizt.

Das NCAR-Team hat zur Feststellung das so genannte Community Climate
System Model (CSSM) verwendet. Dieses kombiniert Effekte der
Temperaturen in der Atmosphäre sowie der Ozeane und Meeresströmungen.
Nach den Berechnungen erwärmten sich die Meere bis hinunter zu einer
Tiefe von 3.000 Metern. Das hat den gesamten Zirkulationsprozess, der
kälteres Wasser mit Sauerstoff und Nährstoffen angereichert in tiefere
Schichten bringt, gestört. Damit ist das Wasser sauerstoffärmer
geworden und war nicht mehr in der Lage das marine Leben mit
Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen, berichtet der Studienleiter
Jeffrey Kiehl.

Auf die Frage, ob sich ein solches Klimaszenario auch auf die Jetztzeit
auswirkt, meint der Klimaexperte Herbert Formayer von der Universität
für Bodenkultur gegenüber pressetext. "Diese Gefahr ist relativ gering.
Die rein durch menschliche Aktivitäten verursachte Erwärmung, wird
aller Wahrscheinlichkeit nach bis 2100 vier bis maximal fünf Grad
betragen. Das entspricht den Werten des Mesozoikum". Durch die
Klimaträgheit werde es allerdings zu Rückkoppelungseffekten kommen, die
dann von Menschenhand nicht gesteuert werden können. Formayer, der
gemeinsam mit Helga Kromp-Kolb das "Schwarzbuch Klimawandel"
geschrieben hat (pte berichtete
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=050416005 ), warnt allerdings vor
der Bedrohung der Biosphäre durch diese Veränderungen. Zu den
Berechnungen der Wissenschaftler des NCAR meint der Experte: "Das
CSSM-Klimamodell baut den Kohlenstoffkreislauf in die Berechnungen mit
ein. Damit ist dieses Modell sehr präzise, da die Biosphäre inkludiert
ist."

Ursachenforschung zu Hochwasser

Massive Zunahme von Wetterextremen

Wien (pte/25.08.2005/14:24) – Nach den verheerenden Überschwemmungen in
Österreich und Süddeutschland werden Stimmen laut, die wieder einmal
von den Folgen der Klimaveränderung sprechen. Bestätigt werden diese
Untersuchungen von Berechnungen der Münchner Rückversicherung. In
diesen Statistiken wird klar, dass die wetterbedingten Katastrophen
global rasant zugenommen haben. Waren es zwischen 1950 und 1959 nur 13
Großereignisse, traten zwischen 1990 und 1999 insgesamt 74 solcher
Katastrophen auf.

Wissenschaftler sind sehr vorsichtig mit der Prognose solcher
Ableitungen auf die globale Klimaerwärmung. Internationale Klimamodelle
sind sehr komplex, meint der Klimaforscher Herbert Formayer von der
Wiener Universität für Bodenkultur http://www.wau.boku.ac.at im
Interview mit pressetext. Für die heftigen Niederschläge, die zum
Hochwasser führten, ist eine spezielle Wetterlage, namens Genua-Tief
oder 5b-Wetterlage, notwendig, erklärt der Experte, der gemeinsam mit
der Klimatologin Helga Kromp-Kolb das "Schwarzbuch Klima" editiert hat.
Eine solche 5b-Lage entsteht, wenn sich im Golf von Genua ein
Tiefdruckgebiet bildet, das vom Westen Richtung Osten über das
Mittelmeer zieht. Wenn das Wetter rundum wärmer ist, ist diese Front
dementsprechend heftiger. "Solche Wetterlagen kommen laufend vor",
meint Formayer. Problematisch sind sie allerdings im Sommer. Und dabei
sieht der Experte sehr wohl eine auffällige Zunahme.

"Das Wasserangebot entscheidet schließlich darüber, ob diese Wetterlage
ein Potenzial zu einer Katastrophe hat oder nicht", schlussfolgert der
Experte. Dass die Temperatur eine wesentliche Rolle spielt, ist nicht
von der Hand zu weisen, berichten auch Forscher wie Daniela Jacob vom
Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie. Extrem heiße Sommer,
sintflutartige Regenfälle und heftige Stürme hängen mittelbar mit der
globalen Erwärmung zusammen. "Die Niederschlagsmenge bleibt im Mittel
in Österreich gleich, hat zumindest das regionale
EU-Klimaforschungsprojekt Prudence ergeben. Allerdings wird es zu einer
Intensivierung der Niederschläge kommen", so Formayer. Das bedeute
auch, dass sich Menschen in Europa auf häufigere Extremwetterlagen
einstellen müssen.

Im aktuellen Fall war eine Verschärfung der Situation auch deshalb
gegeben, weil die Schneegrenze im August auf über 3.000 Meter lag. Der
negative Effekt ist dann in den Tälern umso heftiger. Nach den
Berichten der Münchner Rückversicherung wird die Verletzlichkeit nach
solchen Extremwetterereignissen immer höher. Das bedeutet, dass die
Zahl der Schadensfälle steigt. "Wir müssen den Menschen begreiflich
machen, nicht dort zu leben, wo sie sich dem Wasser entgegenstellen",
meint Ewald Schnug vom Institut für Ökologischen Landbau der
Bundesanstalt für Landwirtschaft http://www.pb.fal.de in Braunschweig
gegenüber pressetext.

Vergessene Nachrichten? – eine interessante Initiative mit den TOP TENS

Relevant, aber kaum in den
Medien

Top Ten der Vergessenen Nachrichten: Platz eins
für das größte Freihandelsabkommen der Welt

Deutschlandfunk und
Initiative Nachrichtenaufklärung veröffentlichen Liste wichtiger Nachrichten
mit wenig Berichterstattung

Die größte Freihandelszone
der Welt entsteht, ohne dass die Öffentlichkeit davon Notiz nimmt. Viele
Senioren nehmen ungeeignete Medikamente ein – aber die Möglichkeiten, dies zu
verhindern, bleiben weithin unbekannt. So urteilt eine Jury mit Vertreterinnen und
Vertretern aus Wissenschaft, Medien und Studierenden deutscher Hochschulen, die
die Nachrichten der vergangenen zwölf Monate analysiert hat. Grundlage für die
Liste vernachlässigter Nachrichten bilden Vorschläge aus der Bevölkerung. Die
Top Ten dieser „Vergessenen Nachrichten“ wurde jetzt von der
Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks gemeinsam mit der Initiative
Nachrichtenaufklärung e.V. (INA) veröffentlicht.

Auffällig ist in diesem
Jahr, dass es neben zwei Themen aus dem Bereich Gesundheit und auch zwei Themen
aus dem Bereich des Datenschutzes auf die Liste geschafft haben. Auch die
Zusammenarbeit innerhalb der EU und andere internationale Fragen sind stark
vertreten.

Die Initiative
Nachrichtenaufklärung macht gemeinsam mit der Nachrichtenredaktion des
Deutschlandfunks mit den „Vergessenen Nachrichten“ seit 2015 auf
vernachlässigte Nachrichten und Defizite im Informationsbereich aufmerksam.
Recherchierenden Journalistinnen und Journalisten stellt die Initiative auf
Anfrage auch weitergehendes Informationsmaterial zur Verfügung.

Weitere Informationen zur
Initiative Nachrichtenaufklärung erhalten Sie unter: www.derblindefleck.de

Die Top Ten der Vergessenen
Nachrichten:

Top 1: JEFTA – Das größte
Freihandelsabkommen der Welt

Die Europäische Union und
Japan bilden seit dem 1. Februar 2019 die größte Freihandelszone der Welt. Das
Abkommen mit dem Kürzel JEFTA wurde gleichzeitig mit den viel diskutierten
Verträgen TTIP und CETA ausgehandelt, stand aber im Vergleich zu diesen sehr im
Hintergrund der öffentlichen Wahrnehmung.

Top 2: Der gläserne
Passagier – Sammlung von Fluggastdaten in der EU

Wer innerhalb Europas ein
Flugzeug besteigt, der wird seit dem vergangenen Jahr grundsätzlich
registriert. Mit dem Fluggastdatengesetz hat Deutschland 2018 eine
EU-Richtlinie mit weitreichenden Folgen umgesetzt: Bei jedem Flug werden 20
persönliche Informationen an staatliche Behörden übermittelt, fünf Jahre lang
gespeichert und gegebenenfalls auch weitergegeben. Während über die Speicherung
solcher Daten bei Flügen in die USA vor einigen Jahren noch sehr kontrovers
diskutiert wurde, gab es über die neue innereuropäische Regelung nur sehr wenig
Berichterstattung – obwohl sie die meisten EU-Bürger deutlich stärker betrifft.

Top 3: Venezuela und das
Völkerrecht – Kein Thema?

Die Bundesregierung hat
Anfang 2019, wie auch zahlreiche andere Staaten, den selbsternannten Übergangspräsidenten
Venezuelas, Juan Guaidó, als amtierenden Staatschef anerkannt. Völkerrechtlich
war dies ein Novum, wie Juristen im Auftrag des Bundestags festgestellt haben.
Während die politische Entwicklung und die humanitäre Krise in Venezuela in
Deutschland auf breites Interesse stoßen, haben Medien über die damit eng
verknüpfte rechtliche Debatte nur wenig berichtet. Und das in einer Situation,
in der das Land möglicherweise vor einem Bürgerkrieg steht und die USA bereits
offen mit einer Invasion gedroht haben.

Weitere Themen:

4. Gesünderes Wasser ist
möglich – Chemikalien meist nicht gefiltert

5. Das Stiftungs(un)wesen –
Almosen statt Sozialpolitik?

6. Kinderarbeit für das
Brautgeld – Das Sumangali-System in Indien

7. Wohlstand und Demokratie
in Afrika – Das Beispiel Botswana

8. Gefährliche Cocktails –
Falsche Medikation bei Senioren

9. Internet-Kriminalität –
Aufklärung gelingt nur selten

10. Lebenslanges Leiden –
Genitalverstümmelung in Deutschland

Deutschlandradio

Raus aus Depression, Angst oder Essstörung

Raus aus Depression, Angst oder Essstörung – mit PC statt Psychotherapeut?

Wann Online-Psychotherapie geeignet ist und was Nutzer beachten sollten

Berlin
– Psychische Erkrankungen sind weit verbreitet: Jeder zehnte, so
Schätzungen des Robert Koch-Instituts, ist hierzulande beispielsweise
von einer Depression betroffen. Psychische Beschwerden wie Ängste,
Süchte oder Depressionen stehen zudem an zweiter Stelle der Ursachen für
krankheitsbedingte Fehltage. Auf der Suche nach Hilfe nutzen viele
Betroffene auch das Internet, wo mittlerweile eine Vielzahl von
Programmen und Apps zur Intervention bei psychischen Beschwerden
verfügbar sind. Sie bieten auf den ersten Blick viele Vorteile: sie sind
ortsunabhängig nutzbar, lange Wartezeiten auf Therapieplätze lassen
sich überbrücken, die Hemmschwelle, einen Therapeuten aufzusuchen,
entfällt. Bisher aber fehlen einheitliche Standards zu Qualität,
Patientensicherheit und Finanzierung solcher Angebote. Wie sollten
Betroffene also richtig vorgehen? Welche Vorteile, welche Grenzen hat
Online-Psychotherapie? Diese Fragen thematisieren Experten auf der
morgigen Pressekonferenz anlässlich des Deutschen Kongresses für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Berlin. 

Für welche psychischen Beschwerden sind elektronische Angebote verfügbar und geeignet?

Die
meisten Erkenntnisse liegen aktuell für Interventionen bei Depressionen
und Angststörungen vor. Hier haben verschiedene Online-Programme in
Studien ihre Wirksamkeit und nachhaltigen Effekte bewiesen – und zwar in
vergleichbarer Qualität mit konventioneller Psychotherapie. Bei diesen
handelt es sich meist um therapeutenunterstützte Programme – das heißt,
der Patient durchläuft das Therapieprogramm weitestgehend selbstständig,
erhält aber regelmäßig Rückmeldung durch einen Therapeuten, der auch
für Fragen zu Verfügung steht. Digitale Anwendungen kommen außerdem
ergänzend zur klassischen Therapie und in der Nachsorge zum Einsatz,
etwa in der Rückfallprävention von Essstörungen und bei Adipositas.
Insbesondere für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen haben sich Serious Games,
in denen Therapieinhalte spielerisch vermittelt werden, als wirksam
erwiesen. Außerdem werden E-Mental-Health-Anwendungen für die Behandlung
posttraumatischer Belastungsstörungen erforscht und vereinzelt
eingesetzt. „Ungeeignet sind digitale Anwendungen, wenn sich Menschen in
akuten, schweren Krisensituationen befinden“, sagt Professor Dr. med.
Stephan Zipfel,
Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsklinik Tübingen.

Wie wirkungsvoll sind Online-Programme?

Im
Allgemeinen gilt: Der therapeutische Effekt bei Online-Verfahren mit
therapeutischer Unterstützung ist höher als bei Programmen, die ohne
Kontakt zu einem Therapeuten angelegt sind. Angebote, die eine sehr
niedrige Zugangsschwelle haben, also beispielsweise anonym und ohne
vorherigen Abklärungsprozess mit einem Therapeuten gestartet werden
können, werden gerne genutzt, aber oft auch wieder abgebrochen. Angebote
mit höherer Zugangsschwelle haben sich in Studien als nachhaltiger
erwiesen, das gilt vor allem bei Programmen zur Behandlung einer
Depression. „Generell ist eine vorgeschaltete Diagnostik durch einen
Facharzt empfehlenswert, bei der sich dieser einen ausreichenden
Eindruck vom Patienten und seinem körperlichen und psychischen Zustand
und seine soziale Einbindung machen kann“, empfiehlt Zipfel.

Wie finden Betroffene ein seriöses Angebot?

Die
Flut von Gesundheits-Apps und -Programmen im Netz ist schier
unüberschaubar. Darunter sind auch zahlreiche unseriöse oder nutzlose
Angebote. Derzeit existiert kein einheitlicher Standard oder eine
Zertifizierung für Online-Psychotherapieprogramme, die Nutzern als
Orientierung dienen könnten. Patienten sollten deshalb ihren Hausarzt
oder Therapeuten fragen, welche Programme wirksam und für sie geeignet
sind. Ein alternativer Weg führt über die Krankenkasse: Inzwischen
bieten viele Versicherer ihren Mitgliedern kostenfrei
Online-Interventionen für verschiedene Beschwerdebilder an. Aber auch
hier ist bei vielen Angeboten eine vorherige Abklärung bei einem
Therapeuten Voraussetzung für die Teilnahme. Die
Bundespsychotherapeutenkammer hat zudem eine Checkliste für
Interessierte zusammengestellt, anhand derer sie Angebote kritisch
hinterfragen können. Dazu gehören Aspekte zu Datensicherheit und der
fachlichen Qualifikation der Ansprechpartner bei den Programmen:
www.bptk.de/uploads/media/20170627_patienten-checkliste.pdf

„Inzwischen
stehen zahlreiche E-mental-Health-Interventionen – Online-Programme,
Apps, Computerspiele oder Virtual Reality- Anwendungen – zu Verfügung,
die großes Potential als Ergänzung zur klassischen Psychotherapie
haben“, sagt Professor Zipfel. Ein Problem seien derzeit aber die
fehlenden Standards. „Digitale Anwendung müssen – wie andere
Medizinprodukte auch – im Hinblick auf Wirksamkeit und
Patientensicherheit geprüft und zertifiziert werden und wirksame
Angebote sollten dann auch allen Versicherten zu Verfügung stehen.“


Schlaganfall – und dann Demenz?

Schlaganfall – und dann Demenz? Experten empfehlen Rauchstopp, Bewegung und gesunde Ernährung zur Prävention

Berlin
– Wer bereits einen Schlaganfall erlitten hat, besitzt gegenüber
Gleichaltrigen ohne Vorbelastung ein viel höheres Risiko, erneut daran
zu erkranken. Nach mehreren Hirninfarkten steigt auch die
Wahrscheinlichkeit an einer vaskulären, also an einer gefäßbedingten
Demenz zu erkranken auf bis zu 40 Prozent an. Die Deutsche
Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) klärt auf, wie beide Krankheiten
zusammenhängen – und wie eine Prävention gelingen kann. 

Mehr
als 260 000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland einen
Schlaganfall. „Dabei werden Nervenzellen in einem bestimmten Areal des
Gehirns durch ein verstopftes oder geplatztes Gefäß geschädigt“,
erläutert Professor Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Pressesprecher der
DSG. „Die Patienten zeigen Symptome wie beispielsweise eine halbseitige
Lähmung der Gesichts- oder Körpermuskulatur und können möglicherweise
nicht mehr richtig sprechen.“ Neueste Untersuchungen bestätigen, dass
bereits einzelne Schlaganfälle in strategisch wichtigen Hirnregionen zu
Gedächtnisstörungen und in seltenen Fällen zu einem dementiellen Syndrom
führen können. Diese Form der sogenannten vaskulären Demenz entsteht
durch eine gestörte Blutversorgung des Hirngewebes, vor allem, wenn sich
mehrere Schlaganfälle ereignen. „Während ein Schlaganfall diesbezüglich
meistens noch nicht so kritisch ist, steigt das Risiko eine vaskuläre
Demenz zu erleiden nach mehreren Ereignissen stufenweise an“, erläutert
Schäbitz. Im Gegensatz dazu entwickelt sich die Alzheimer-Demenz
chronisch fortlaufend. Hier wird die Gedächtnisstörung durch das
langsame Absterben von Nervenzellen ausgelöst. Während bei der Alzheimer
Demenz das Kurzzeitgedächtnis sowie die zeitliche und räumliche
Orientierung früh gestört sind, stehen bei Patienten mit vaskulärer
Demenz Konzentrations- und Denkstörungen aber auch Störungen in Abläufen
von Alltagsfunktionen sowie Gangstörungen im Vordergrund.

Bei
Schlaganfall und vaskulärer Demenz bestehen die identischen
Risikofaktoren. „Hierzu zählen ein zu hoher Blutdruck, bestimmte
Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern und Diabetes Mellitus. Und auch
Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht, Rauchen und mangelnde Bewegung
erhöhen die Gefahr für einen Schlaganfall und damit für eine vaskuläre
Demenz“, sagt Professor Dr. med. Martin Dichgans, 2. Vorsitzender der
DSG. Maßnahmen, die einem Schlaganfall vorbeugen können, wirken auch
dieser Form der Demenz entgegen. Besonders Menschen, die bereits einen
oder mehrere Hirninfarkte hatten und Personen, die ein erhöhtes Risiko
dafür haben, sollten nach Ansicht des Experten eine gezielte Prävention
betreiben. Professor Schäbitz rät: „Mit ausreichender Bewegung – etwa
einer halben Stunde pro Tag – und einer gesunden Ernährung mit viel
Obst, Gemüse, Salaten, Hülsenfrüchten und Fisch kann einem Schlaganfall
gezielt vorgebeugt werden.“ Rauchern empfiehlt er zudem dringend, sich
den Griff zur Zigarette abzugewöhnen. Menschen mit Bluthochdruck sollten
diesen medikamentös richtig einstellen lassen. Aktuelle Studien zeigen
einmal mehr, dass Vorhofflimmern als mögliche Schlaganfallursache ein
wichtiger Risikofaktor für Demenz ist. „Daher muss nach einem
Schlaganfall intensiv danach gesucht werden und wenn das Vorhofflimmern
festgestellt wird, müssen Patienten unbedingt mit der Einnahme von
Medikamenten zur Blutverdünnung – also mit einer oralen Antikoagulation –
behandelt werden. „Wer nach dem ersten Schlaganfall seinen Lebensstil
umstellt und seine Risikofaktoren konsequent behandelt, kann nicht nur
das Risiko erheblich reduzieren, einen weiteren Schlaganfall zu
erleiden, sondern beugt effektiv der Entwicklung einer vaskulären Demenz
vor“, meint Schäbitz abschließend.