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Pflanzenschutzmittel auf Äpfeln

Arbeitshandschuhe mögliche Quelle für Rückstände

Dithiocarbamate zählen zu den wichtigsten Fungiziden im Obstbau. In der Saison 2012/13 wurden bei Apfelproben an der Niederelbe Dithiocarbamatrückstände festgestellt, obwohl diese nachweislich nicht mit dithiocarbamathaltigen Pflanzenschutzmitteln behandelt worden waren. Als mögliche Quelle für die Kontamination hat der Obstbauversuchsring des alten Landes e. V. auch Arbeitshandschuhe untersuchen lassen.

Dithiocarbamate werden in der Gummiwarenindustrie als Vulkanisationsbeschleuniger und Antioxidationsmittel verwendet. Alle untersuchten Modelle von Arbeitshandschuhen enthielten Dithiocarbamate, die zum Teil deutlich über der Nachweisgrenze von 0,01mg/kg lagen. Um zu untersuchen, ob die Dithiocarbamate von Arbeitshandschuhen auf Äpfel übertragen werden können, wurden drei Modelle mit unterschiedlich hoher Belastung ausgesucht. Von 12 Mischproben mit jeweils fünf Äpfeln konnte in einem Fall eine Übertragung nachgewiesen werden. Bei der Verwendung der untersuchten Modelle besteht also zumindest ein potenzielles Risiko der Übertragung. Als bedenklich sieht es der Obstbauversuchsring an, dass auch in Handschuhen, die ausdrücklich als für die Verwendung mit Lebensmitteln geeignet ausgezeichnet waren, Dithiocarbamate nachgewiesen werden konnten.

Auf den Einsatz von Handschuhen kann im Obstbau aus Arbeitsschutz- und Hygienegründen nicht komplett verzichtet werden. Nylonhandschuhe oder solche aus Polyethylen sind aus anderen Gründen ungeeignet und können nicht empfohlen werden.

Beim Nachweis von Dithiocarbamaten könne nach diesen Untersuchungsergebnissen nicht von vornherein auf eine Fehlanwendung durch den Obstanbauer geschlossen werden. Vielmehr sollte die Unschuldsvermutung für den Obstproduzenten gelten, heißt es dazu in einem Beitrag in der Zeitschrift „Obstbau“. Auch müsse geklärt werden, wie hoch ein potenzielles Kontaminationsrisiko generell beim Kontakt mit Kunststoffen ist. Denn auch im Lebensmitteleinzelhandel würden Schutzhandschuhe getragen und in Sortieranlagen oder in Obstkisten komme das Obst ebenfalls mit diversen Kunststoffteilen in Berührung. (aid)

Mundkrebsdiagnose durch Speicheltest

Drei Bakterientypen treten bei den meisten Erkrankungen auf

Boston (pte/07.07.2005/13:45) – Speichelbakterien könnten für einen
einfachen Test zur Erkennung von Mundkrebs eingesetzt werden. Zu diesem
Ergebnis ist eine Studie des Forsyth Institute http://www.forsyth.org
und des Dana Farber Cancer Institute http://www.dfci.harvard.edu
gekommen. Die Wissenschafter identifizierten drei Bakterientypen, die
bei mehr als 80 Prozent der Erkrankungen auftraten. Krebserkrankungen
im Mundbereich werden normalerweise bei Untersuchungen durch den
Zahnarzt erkannt. Im Anschluss daran werden Gewebeproben entsprechenden
Tests unterzogen. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin
Journal of Translational Medicine
http://www.translational-medicine.com/home veröffentlicht.

Die leitende Wissenschafterin Donna Mager erklärte, dass die
Identifizierung dieser Bakterien Hoffnung auf die Entdeckung eines
frühen Krebsmarkers mache. "Wenn weitere Studien diese Ergebnisse
bestätigen, könnten groß angelegte Tests Leben retten." Derzeit liegt
die Überlebensrate bei Mundkrebserkrankungen im Zeitraum von fünf
Jahren nach der Diagnose laut BBC bei nur 54 Prozent. Verantwortlich
dafür ist, dass viele Erkrankungen erst spät erkannt werden. Die
Forscher gehen davon aus, dass eine frühe Diagnose in bis zu 90 Prozent
der Fälle rettend sein könnte.

Das Team sammelte Speichelproben von 45 Patienten, die an OSCC (Oral
Squamous Cell Carcinoma) litten. Dabei handelt es sich um eine
Erkrankung, die für 90 Prozent aller Mundkrebsfälle verantwortlich ist.
Zusätzlich wurden Proben von 229 gesunden Personen ausgewertet. Die
Proben wurden auf 40 verschiedene Bakterienarten gestestet. Es zeigte
sich, dass sechs bei den Mundkrebspatienten in deutlich größeren Mengen
vorhanden waren. Drei der Arten, Capnocytophaga gingivalis, Prevotella
melaninogenica und Strepococcus mitis sagten bei mehr als 80 Prozent
der Fälle eine Erkrankung korrekt voraus. Es sei derzeit nicht
ausgeschlossen, dass diese Bakterien die Krebserkrankung verursachen.
Für eine Klärung dieser Frage seien weitere Untersuchungen erforderlich.

| | Wolfgang Kappler | Stahnsdorf/ z.Zt. Pretoria

Wolfgang Kappler Stahnsdorf/ z.Zt. Pretoria

Lieber Jean Pütz,
zuerst möchte ich noch nachträglich zum Geburtstag gratulieren. In meiner Tätigkeit als Berufsschullehrer für Elektrotechnik und als langjähriger Experte nd er Entwicklungszusammenarbeit habe ich sehr viel von ihrer Art des Unterichtens profitiert. Denn sie waren mein Berufsschullehrer in Köln im Jahre 1967 der auch mein Abschlusszeugnis unterschrieben hat! Dafür nochmals vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen von einen immer noch aktiven Schüler.
Wolfgang Kappler

MIT MIKROWELLEN GRANIT BRECHEN

MIT MIKROWELLEN GRANIT BRECHEN

In einem vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierten Projekt untersuchten
Forschungsgruppen aus Leoben, wie Abbaumethoden für hartes Gestein durch
Einstrahlung von Mikrowellen verbessert werden können, um klassische,
mechanische Verfahren zu erleichtern und Energie zu sparen.

Der Abbau von hartem Gestein wie Granit ist ein langwieriger,
energieintensiver Prozess, egal ob im Bergbau oder im Tunnelbau. Dabei
wird in mehreren Schritten vorgegangen: Zuerst müssen Risse im kompakten
Fels erzeugt werden, wobei einzelne Brocken entstehen, die dann
herausgelöst und abtransportiert werden können. In der Geschichte des
Bergbaus wurde Ersteres oft mit Feuer gemacht – die Hitze sprengt das
Gestein. Ein vom Wissenschaftsfonds FWF gefördertes, interdisziplinäres
Projekt der Lehrstühle für Mechanik, Physik und Bergbaukunde der
Montanuniversität Leoben hat nun eine moderne Variante dieser Strategie
untersucht: Zum Erhitzen des Gesteins wird Mikrowellenstrahlung
eingesetzt.

"Alle gängigen Abbaumethoden haben eines gemeinsam: Man möchte das
Gestein zuerst brechen, also Oberflächen erzeugen, aber nur ein geringer
Teil der Energie geht wirklich in diese Oberflächenschaffung. Der
Großteil geht in Form von Wärme verloren", sagt Projektleiter Thomas
Antretter vom Institut für Mechanik der Montanuniversität Leoben.
Derzeit wird das Gestein entweder gesprengt oder rein mechanisch mit
großen Maschinen aufgebrochen und abgetragen. "Das ist eine riesige
Verschwendung von Energie. Wir wollen den mechanischen Abbauprozess
nicht vollständig ersetzen, das ist nicht möglich. Aber wir können ihn
erleichtern", so Antretter.

25-MAL STÄRKER ALS EIN MIKROWELLENOFEN

Dass Mikrowellen zum Erhitzen genutzt werden können, ist aus dem Alltag
bekannt. Weniger offensichtlich ist, dass auch Gestein erwärmt werden
kann. "Man könnte tatsächlich einen Gesteinsbrocken in einen
Mikrowellenofen legen und er würde warm werden", erklärt Antretter. "Um
wirklich Risse zu erzeugen, braucht es aber höhere Energien." Für die
Praxistests wurde eine Anlage mit 25 Kilowatt Leistung verwendet, das
ist etwa das 25-Fache eines Mikrowellenherds. Die Mikrowellen werden mit
einem Applikator aufgebracht, der wie ein Schlauch aussieht –, ein
Hohlleiter, in dessen Innerem die Mikrowellen transportiert werden.

Antretters Gruppe war für die Simulationen zuständig. "Die Simulationen
waren relativ umfangreich, weil wir einerseits die elektromagnetischen
Vorgänge berechnen mussten, die Einstrahlung und die Ausbreitung der
elektromagnetischen Welle, und dann daraus schließen mussten, wie sich
das Gestein erwärmt." Antretter interessierte sich besonders für Granit,
der aufgrund seiner Härte besonders schwierig abzubauen ist. Granit
besteht aus den Gesteinen Feldspat, Quarz und Glimmer. "Diese haben
unterschiedliche Eigenschaften und erwärmen sich verschieden stark.
Abgesehen davon unterscheiden sie sich auch in ihren elektrischen
Eigenschaften, Mikrowellen werden unterschiedlich absorbiert." Auch das
habe zuerst berechnet werden müssen.

"Mit den Ergebnissen der Rechnungen zur Verlustleistung konnten wir dann
eine mechanische Rechnung machen", erklärt Antretter. "Dazu müssen wir
berechnen, wie sich die Temperatur im Gestein zeitlich entwickelt. Davon
ausgehend können wir die mechanischen Spannungen berechnen, wiederum
als Funktion der Zeit." Das wurde mit der kritischen Belastungsgrenze
für die einzelnen Gesteinsbestandteile verglichen, um festzustellen,
wann das Gestein bricht und die gewünschten Risse entstehen.

KURZE PULSE EFFEKTIVER

Thomas Antretters Team simulierte kurze, intensive Pulse von nur einer
Zehntelsekunde und zum Vergleich längere Pulse mit geringerer
Intensität, die 100 Sekunden dauerten. Die eingebrachte Energie war in
beiden Fällen gleich. "In den Simulationen zeigten die kurzen Pulse
etwas mehr Effekt, bei gleicher Energiemenge", berichtet Antretter.
Begleitend dazu gab es Versuche am benachbarten Lehrstuhl für
Bergbaukunde, der Zugriff auf eine Mikrowellenanlage hat. "Dort wurden
tatsächlich Gesteinsproben hineingelegt und bestrahlt, unter
unterschiedlichen Bedingungen und Zeiten. Es hat sich herausgestellt,
dass man diese Riss-Muster erzeugen kann, und sie stimmen gut mit dem
überein, was wir in der Simulation gefunden haben."

Die Idee, Mikrowellen zum Aufbrechen von Gestein zu verwenden, habe es
schon länger gegeben, sagt Projektleiter Antretter. "Man konnte den
Effekt aber nie richtig quantifizieren, die Versuche basierten auf
‚Trial and Error‘. So geriet das wieder in Vergessenheit."

Für eine praktische Umsetzung gebe es noch einige offene Fragen, wie
etwa Fragen zum Brandschutz. "Aus technischer Sicht steht einer
Umsetzung aber nichts im Weg", so Antretter.

Hoffnung für Parkinsonkranke

pte20181115001 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Parkinson: Protein-Blockade zerstört Klumpen

Menschliche Gehirne untersucht – Tests mit Molekül USP13 bei Mäusen erfolgreich durchgeführt

(pte001/15.11.2018/06:00) – Forscher des Georgetown University Medical Center (GUMC) http://gumc.georgetown.edu können nicht nur die für Parkinson charakteristischen Klumpen des
Proteins Alpha-Synuclein im Gehirn auflösen, sondern auch abbauen.
Studien mit Mäusen und menschlichen Gehirnen zeigen: Ein Grund für diese
sogenannten Lewy-Körper ist, dass das Molekül USP13 alle Markierungen
bei Alpha-Synuclein entfernt hat, die dieses Protein für eine Zerstörung
kennzeichnen.

Ubiquitin als Schlüssel

Die in "Human Molecular Genetics" veröffentlichten Ergebnisse zeigen,
dass die Blockierung von USP13 bei Mäusemodellen von Parkinson die
Lewy-Körper nicht nur entfernte, sondern auch eine erneute Bildung
verhinderte. Die Markierung, die USP13 entfernt, trägt die Bezeichnung
Ubiquitin. Durch sie wird das Protein Alpha-Synuclein für den Abbau
markiert.

Laut Forschungsleiter Xiaoguang Liu liefert die aktuelle Studie neue
Beweise dafür, dass USP13 ein therapeutischer Angriffspunkt bei
Parkinson und anderen ähnlichen Erkrankungen sein könnte. Es gibt drei
Formen von motorischen Störungen, die mit einer Ansammlung von
Alpha-Synuclein in Zusammenhang stehen: Parkinson, eine Demenz mit
Lewy-Körpern und die Multiple-System-Atrophie.

Deaktivieren von USP13

Am Beginn der Studie hat das Team der Forschung zur Verfügung gestellte
menschliche Gehirne untersucht. Dazu gehörten elf Gehirne von
Parkinson-Patienten und eine Kontrollgruppe von neun gesunden Personen.
Die Autopsien wurden zwischen vier und zwölf Stunden nach Eintritt des
Todes durchgeführt. Es zeigte sich, dass die Werte von USP13 im
Mittelhirn der an Parkinson Erkrankten deutlich erhöht waren.

Studien mit Mäusemodellen von Parkinson zeigten in einem nächsten
Schritt, dass das Deaktivieren des USP13-Gens die Ubiquitinierung von
Alpha-Synuclein und damit auch den Abbau verbessern konnte. Zusätzlich
schützte die Deaktivierung von USP13 die Mäuse gegen ein durch
Alpha-Synuclein verursachtes Absterben der Neuronen, wie Seniorautor
Charbel Moussa ausführt. Die Tiere verfügten über verbesserte motorische
Fähigkeiten. Die Werte des Parkin-Proteins erhöhten sich und das
Alpha-Synuclein wurde abgebaut. Zusätzlich verbesserte sich auch die
Wirkung des Proteinkinaseinhibitos Nilotinib. Dieser Wirkstoff ist in
den USA für die Behandlung von bestimmten Formen von Blutkrebs
zugelassen.

Unterschiede in Alterungsprozess

Extreme Unterschiede in Alterungsprozess

Biologisches Alter: Bis zu 20 Jahre Unterschied unter Probanden

Alterung: Von Mensch zu Mensch verschieden (Foto: pixelio.de, Angelina Ströbel)
Alterung: Von Mensch zu Mensch verschieden (Foto: pixelio.de, Angelina Ströbel)

Durham (pte013/07.07.2015/13:00) –

Eine Studie mit gleichaltrigen Teilnehmern legt nun offen, dass es große
Unterschiede bei der Geschwindigkeit gibt, in der ein Körper altert.
Wissenschaftler der Duke University https://duke.edu analysierten dabei Daten wie das Körpergewicht, die Nierenfunktion und
die Gesundheit des Zahnfleisches. Einige der 38 Jahre alten Personen
alterten so schnell, dass ihr biologisches Alter dem eines Menschen vor
der Pension entsprach. Das Team um Terrie Moffitt will in einem nächsten
Schritt erforschen, was die Geschwindigkeit des Alterns beeinflusst.

Geschwindigkeit der Alterung noch unerforscht

Das internationale Wissenschaftlerteam begleitete eine
Gruppe von Menschen aus der gleichen Stadt in Neuseeland. Alle waren
entweder 1972 oder 1973 auf die Welt gekommen. Die Forscher untersuchten
18 Eigenschaften, die mit der Alterung in Zusammenhang gebracht werden.
Diese Untersuchungen wurden im Alter von 26, 32 und 38 Jahren
durchgeführt. Es zeigte sich in den von Proceedings of the National
Academy of Sciences http://www.pnas.org veröffentlichten Forschungsergebnissen, dass das biologische Alter mit
38 Jahren zwischen Ende Zwanzig und sogar fast 60 Jahren liegen konnte.
Moffitt zufolge sieht die letzte Gruppierung "fertig" aus und es fehlt
diesen Menschen an Vitalität.

Laut der Studie schien die Alterung bei einer Gruppe
der Teilnehmer in diesem Zeitraum fast zum Stehen gekommen zu sein.
Andere alterten jedes reale Jahr fast drei biologische Jahre. Menschen,
die biologisch älter waren, schnitten auch bei Tests zur Gehirnfunktion
schlechter ab und verfügten über einen schwächeren Griff. Bei den
meisten Teilnehmern entsprach das biologische Alter mit einer Abweichung
von nur wenigen Jahren ihrem tatsächlichen. Derzeit ist nicht
erforscht, wie sich die Geschwindigkeit der biologischen Alterung im
Verlauf eines Lebens verändert.

Auswirkungen und Prävention

Moffitt betonte gegenüber der BBC, dass daher jeder
Lebensbereich bei dem derzeit nur das tatsächliche Alter berücksichtigt
werde, fehleranfällig sei. "Würden wir mehr über das biologische Alter
wissen, dann können wir fairer und ausgleichender sein." Die
Wissenschaftlerin argumentiert, dass das offizielle Rentenalter für
diejenigen unfair sein könnte, die am Gipfel ihrer Arbeitskraft stehen
und aber genau zu diesem Zeitpunkt aus dem Erwerbsleben ausscheiden
müssen.

Die Forscher hatten laut eigenen Angaben nicht
erwartet, bereits so früh im Leben eines Menschen derartig deutliche
Unterschiede zu finden. Die neuen Forschungsergebnisse könnten jedoch
bei der Entwicklung neuer Untersuchungsmethoden für Bereiche wie eine
Verlangsamung der Alterung helfen. In Zukunft könnten sie aber auch
Auswirkungen auf die Medizin haben. "Wenn wir den Alterungsvorgang
verlangsamen oder das Eintreten einer Krankheit verhindern wollen, dann
werden wir bei jungen Menschen ansetzen müssen."

Immunzellen werden zu Krebskillern

Forscher programmieren T-Zellen genetisch

Mainz (pte, 26. Jan 2005 10:37) – Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz http://www.uni-mainz.de
haben die Grundlage für die Entwicklung einer neuartigen Immuntherapie
bösartiger Tumorerkrankungen beim Menschen geschaffen: Mithilfe von
genetischer Programmierung werden Immunzellen zu wirksamen
„Krebs-Killern“. Über die Forschungsergebnisse berichten die Mediziner
im Fachmagazin Immunity http://www.immunity.com .

Gesunde Zellen, die sich in Krebszellen umbilden, erzeugen bzw.
präsentieren sich mit großen Mengen an Proteinen, die „Tumor- und
Leukämie-assoziierte Antigene“ (TAA) genannt werden. Obwohl die
Immunzellen diese TAAs erkennen und identifizieren, war es bislang
schwierig, auf der Basis dieses Prozesses Immuntherapien für
Krebspatienten zu entwickeln. Denn viele gesunde Zellen produzieren
ebenfalls kleine Mengen von TAAs, die der menschliche Körper zu einem
gewissen Maß toleriert, was ihn insgesamt von einer heftigen
Immunabwehr abhält.

Dem Team des Hämatologen und Onkologen Matthias Theobald ist es nun
gelungen, die Immuntoleranz der TAAs im menschlichen Körper zu umgehen.
Die Forscher haben sich insbesondere auf das „p53 tumor suppressor
protein“, das bei Tumorerkrankungen meist verändert ist, konzentriert.
P53 wird aber im Körper deswegen toleriert, da auch normale Zellen
geringe Mengen von natürlichem p53 erzeugen. Dem Forscherteam ist es
gelungen, Mäuse zu züchten, die genetisch so verändert waren, dass
deren gewöhnlichen CD8-T-Killerzellen die Fähigkeit zur Entwicklung
einer Immuntoleranz gegenüber dem p53-Protein fehlte. Gleichzeitig
erzeugten sie einen „Immunzell-Rezeptor (T-Zellrezeptor)“, der speziell
das p53 mit ungewöhnlich hoher Effizienz identifiziert. Die Gene für
diesen Rezeptor wurden dann auf die menschlichen Immunzellen übertragen
und führten zu neu ausgerichteten Immunzellen, die die Tumorzellen
aggressiv angriffen.

Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Wolfgang Weitlaner

Stau im Hirn: Forscher finden Ursache für Parkinson

pte20180720011 Forschung/Technologie, Medizin/Wellness

Stau im Hirn: Forscher finden Ursache für Parkinson

Eiweiß alpha-Synuklein stört Kommunikation mit anderen Nervenzellen

Gehirn-Scans: Einweiß blockiert Signalwege bei Parkinson (Foto: pixelio.de/rike)
Gehirn-Scans: Einweiß blockiert Signalwege bei Parkinson (Foto: pixelio.de/rike)

Erlangen/Nürnberg (pte011/20.07.2018/12:30) –

Gestörte Transportwege in Nervenzellen, also Staus im Gehirn, können
eine bedeutende Ursache für die Entstehung der Parkinson-Krankheit sein,
wie Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg http://fau.de bestätigen. "Mit unseren Erkenntnissen können wir die
Entstehungsmechanismen bei der Parkinson-Krankheit besser verstehen und
die Entwicklung neuer Behandlungsstrategien im Verlauf der Krankheit
vorantreiben", sagt Iryna Prots, Erstautorin der Studie.

Fatale Klumpenbildung

Charakteristisch für die Form einer Nervenzelle sind
ihre feinen Fortsätze, die bis zu einem Meter lang werden können und
Kontaktstellen zu anderen Nervenzellen bilden. Um diese wichtige
Aufgabe, nämlich die Kommunikation mit anderen Nervenzellen, zu
erledigen, müssen die fein verästelten Fortsätze und deren Enden, die
Synapsen, aus dem Zellkörper heraus regelmäßig mit Energie versorgt
werden.

Wird die Versorgung unterbrochen, gehen die Synapsen
zugrunde. Es werden Verbindungen zwischen Nervenzellen gestört, was zum
Absterben der Zellen führen kann. Dieser Ablauf ist typisch für die
Entstehung von Parkinson. Auslöser des nun nachgewiesenen Staus ist das
Eiweiß alpha-Synuklein, das auch in gesunden Nervenzellen vorkommt. In
erkrankten Nervenzellen lagert sich das Protein ab, verklumpt sogar, und
führt zu einem Stau, der die Energieversorgung der Zellfortsätze stört
und letztendlich die Synapsen schädigt.

Erfolg durch Substanz

Diesen Mechanismus konnten die Forscher auch in
Zellkulturen von Parkinson-Patienten nachweisen. Dazu wurde den
Betroffenen eine Hautprobe entnommen. Diese Hautzellen wurden dann in
Stammzellen umgewandelt, die zu jedem beliebigen Zelltyp
weiterentwickelt werden können – in diesem Fall zu Nervenzellen. In
ersten Versuchen gelang es, die Bildung von alpha-Synuklein-Klumpen zu
unterdrücken. Der Transport in den Nervenzellfortsätze verbesserte sich.
Allerdings ist die verwendete Substanz noch nicht klinisch zugelassen.

Krebserkrankungen in der Familie: Erbe oder Zufall?

We nn sich Krebserkrankungen in der Familie häufen, kommt leicht die Sorge auf, dass eine Veranlagung dahinter stecken könnte. Doch sind bei einer genetischen Disposition potenziell alle Angehörigen betroffen? Und kann man vorbeugend etwas tun?

Berlin, 1. August 2012 – Bei der Entstehung von Krebserkrankungen spielen Umwelteinflüsse eine große Rolle. Warum aber bekommt mancher schwere Raucher niemals Lungenkrebs, während in seltenen Fällen auch konsequente Nichtraucher bereits in jungen Jahren an Lungenkrebs sterben? Das Zusammenspiel von U mwelteinflüssen und erblicher Veranlagung, eine Krebserkrankung auszubilden, ist in den meisten Fällen nicht vorhersagbar; dagegen gibt es Familien, in denen etwa jeder Zweite an einem bestimmten Organkrebs erkrankt.

Wenn sich Krebserkrankungen in der Familie häufen, kann auch eine genetische Veranlagung dahinter stecken. Über Familienanamnese und Gentests lässt sich heute das individuelle Erkrankungsrisiko einschätzen – und zumindest ein Teil der Angehörigen entlasten.

Im Monatsthema August gibt das Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) einen informativen Überblick über die Thematik und erörtert Pro und Contra der individuellen Testung. Prof. Rita Schmutzler, Gynäkologin am Kölner Universitätsklinikum, spricht im DKG-Experteninterview ergänzend über den aktuellen Wisse nsstand bei erblichen Mammakarzinomen und den Zusammenhang mit Eierstockkrebs. Außerdem erläutert sie Möglichkeiten der Früherkennung und prophylaktische Maßnahmen für betroffene Frauen.
Das ausführliche Gespräch mit vielen weiteren Informationen steht ab sofort unter www.krebsgesellschaft.de/thema_august2012 als mp3 zum Download bereit.

Hinweis: Der Abdruck des Mona tsthemas oder von Teilen des Artikels ist unter Angabe der Quelle „www.krebsgesellschaft.de“ möglich. Bei Publikation oder Teilpublikation in Online-Medien ist darauf zu achten, dass die Quellenangabe auf www.krebsgesellschaft.de verlinkt. Bitte senden Sie ein Belegexemplar (pdf) ihres Artikels an kirsten.herkenrath@dkg-web.de.

Die Reihe „Thema des Monats“ in der Patientenrubrik des DKG-Internetportals richtet sich an Patienten, Angehörige und interessierte Leser. Sie widmet sich 12 Mal im Jahr aktuellen Fragestellungen in den Bereichen Krebserkrankung, Prävention, Vorsorge und Nachsorge.

Die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG) ist das größte onkologische Netzwerk von Experten im deutschsprachigen Raum und zählt mehr als. 7.000 Mitglieder. Das Internetportal www.krebsgesellschaft.de hat im Monat mehr als eine Millionen Besucher und ist Deutschlands größtes Wissensportal zum Thema Krebs.

Verdauung passt sich an Gift und Antibiotika an

Verdauung passt sich an Gift und Antibiotika an

Flexibler Metabolismus als Grundlage für die menschliche Evolution

Bauch: Der Darm ist äußerst anpassungsfähig (Foto: pixelio.de, Sigrid Rossmann)
Bauch: Der Darm ist äußerst anpassungsfähig (Foto: pixelio.de, Sigrid Rossmann)

Mailand (pte001/25.06.2015/06:00) –

Die im menschlichen Verdauungsapparat enthaltenen Mikroorganismen können
vor den Auswirkungen von Mangelernährung und toxischen Substanzen
schützen. Das haben Forscher des zum Nationalen Forschungsrat CNR
gehörenden Istituto di Tecnologie Biomediche http://www.itb.cnr.it herausgefunden.

Volk der Hazda untersucht

Ausgangspunkt der Studie waren die Bakterienstämme im
Darm der tansanischen Volksgruppe der Hazda, eine der letzten
Populationen weltweit, die sich noch überwiegend aus ihrer Tätigkeit als
Jäger und Sammler ernähren. Diese wurden mit denen der Einwohner von
Bologna verglichen. "Unsere Studie hat gezeigt, dass die Darmbakterien
eine entscheidende Rolle bei dem für unsere Gesundheit notwendigen
energetischen Gleichgewicht spielen", erklärt Projektleiterin Clarissa
Consolandi.

Die bei den Hazda entdeckten Darmbakterien sind in der
Lage, die in für sie weitgehend fremden Nahrungsmitteln wie Milch und
Eiern vorkommenden essenzielle Aminosäuren zu erzeugen. Umgekehrt können
die bei den Bolognesern untersuchten Darmbakterien in bei ihnen weniger
üblichen Lebensmitteln wie Soja und Reis enthaltene essentielle
Aminosäuren synthetisieren. Eine weitere überraschende Entdeckung: "Die
Darmbakterien der Italiener besitzen die Fähigkeit, toxische Substanzen
wie das aus der Ölproduktion stammende Naphtalen und die zur
Lebensmittelkonservierung verwendete Benzoesäure abzubauen."

Antibiotika-Resistenz ergründet

Die vielfältigen Eigenschaften des menschlichen Darms
sind eine adaptive Reaktion auf xenobiotische Einflüsse, denen vor allem
die städtische Bevölkerung ausgesetzt ist. Außerdem gibt es den
Wissenschaftlern nach eine Spezialisierung in dem Sinne, dass die
Darmflora der Hazda auf Polisacharide aus faserreichen Pflanzen und die
der Italiener eher auf Einfachzucker, wie in Nudeln oder Brot,
eingestellt ist.

Die Studie wurde zusammen mit dem Max-Planck-Institut http://mpg.de und der University of Nevada http://unr.edu durchgeführt. Auch wurde die in den vergangenen 20 Jahren in den
Industrienationen stark zunehmende Resistenz gegen Antibiotika
untersucht. Anhand der Darmvergleiche mit den Hazda konnte nachgewiesen
werden, dass die starke Verwendung von Antibiotika nicht nur zur Bildung
neuer Bakterienstämme, sondern auch zur Mobilität zwischen
Mikroorganismen führt und die Entwicklung wirksamer Antibiotika
erschwert.