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Neues Material hält externes Magnetfeld fest

Neues Material hält externes Magnetfeld fest

Max-Planck-Forscher entdecken starke Magnetisierung bei Messungen am HZDR und in den Niederlanden

Forscher
des Max-Planck-Instituts für Chemische Physik fester Stoffe (MPI-CPfS)
in Dresden haben eine neue Legierung konzipiert, die so stark
magnetisiert werden kann, wie bislang kein anderes Material. Die zuvor
nicht-magnetische Verbindung aus Mangan, Platin und Gallium bewahrt auch
nach Abschaltung eines externen Magnetfeldes ein starkes inneres Feld.
Ihre Messungen führten die Forscher am Hochfeld-Magnetlabor Dresden des
Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und am High Field Magnet
Laboratory (HFML) an der Radboud University in Nijmegen durch.

Die
Dresdner MPI-Forscher haben ein neues Material entwickelt, in dem sie
eine außerordentlich starke magnetische Wechselwirkung – einen
sogenannten „exchange bias“ – nachweisen konnten. Auch nach Abschalten
des externen Magnetfeldes konnte eine magnetische Feldstärke von über
drei Tesla in dem neuen Material gemessen werden. Ein sehr hoher Wert,
wie er beispielsweise von starken Magnetresonanz-Tomographen in der
Medizin erreicht wird.

Materialien via Design

Die
am MPI-CPfS berechnete und hergestellte Legierung aus
Mangan-Platin-Gallium ist scheinbar unmagnetisch. Das liegt an zwei
magnetischen Untergittern, die sich gegenseitig kompensieren. Es handelt
sich um eine sogenannte Heuslersche Verbindung. Wie durch einen
Tarnmantel geschützt, liegen hier die magnetischen Eigenschaften im
Inneren verborgen, während sich um das Material herum kein Magnetfeld
detektieren lässt. Das Design derartiger Materialien am Computer ist ein
Forschungsschwerpunkt der Max-Planck-Wissenschaftler: „Das Gute an den
Heusler-Verbindungen ist die gute Durchstimmbarkeit; ich kann einzelne
Atome so auswählen, dass deren magnetische Momente sich zu null
addieren“, sagt Ajaya Nayak, ein junger Gruppenleiter am MPI und
Erstautor der Studie.

Um
die getarnten magnetischen Eigenschaften ihrer neuen Verbindung besser
zu begreifen, nutzten die Max-Planck-Forscher zunächst das
Hochfeld-Magnetlabor (HLD) der Dresdner Kollegen am HZDR. In gepulsten
Magnetfeldern bis zu 60 Tesla konnten so erste Rückschlüsse auf die
magnetische Struktur des neu synthetisierten Materials gezogen werden.
Doch für eine kontrollierte Manipulation dieser Eigenschaften waren
weitere Experimente in statischen Magnetfeldern nötig. Vom HLD aus
entstand schnell der Kontakt zum HFML in Nijmegen, wo derartige Felder
erzeugt werden können. Hier gelang es den Wissenschaftlern schließlich,
dem Material ein Magnetfeld von über drei Tesla aufzuprägen. Dazu wurde
die Heuslersche Legierung in einem mehr als 20 Tesla starken, statischen
Magnetfeld kontrolliert abgekühlt, was schließlich zu einer
magnetischen Wechselwirkung im Material führte.

Von der Idee zur Anwendung

Die
neuen Ergebnisse sind besonders interessant für die
Grundlagenforschung, die sich mit der Synthese neuer Materialien
beschäftigt und fundamentale neue Eigenschaften solcher Verbindungen
untersucht. Doch auch zu möglichen Anwendungen ist es nur ein kleiner
Schritt: So ist es bereits gelungen, eine andere Heusler-Verbindung zu
finden, deren magnetischer Phasenübergang sich oberhalb der
Raumtemperatur befindet. Das könnte neue magneto-elektronische
Bauelemente mit einer ungewöhnlich stabilen Magnetisierung ermöglichen.
Schon heute wird ein wesentlich kleinerer „exchange bias“-Effekt in
Leseköpfen von Festplatten genutzt.

Hochfeldforschung in Europa

Die
Arbeit ist die erste gemeinsame Publikation des 2015 gegründeten
European Magnetic Field Laboratory (EMFL) und ist ein Musterbeispiel für
die Vorteile einer solchen internationalen Zusammenarbeit. Das EMFL ist
eine gemeinsame europäische Organisation des Hochfeld-Magnetlabor
Dresden (HLD-EMFL), des Laboratoire National des Champs Magnétiques
Intenses (LNCMI-EMFL) in Grenoble und Toulouse und des High Magnetic
Field Laboratory (HFML-EMFL) in Nijmegen.

Gehirntumor: Neuer Biomarker für bessere Therapie

Gehirntumor: Neuer Biomarker für bessere Therapie

US-Mediziner entwickeln Modell für Prognose und Behandlungserfolg

Gehirn-Scans: Tumore sind schwer behandelbar (Foto: pixelio.de, Dieter Schütz)
Gehirn-Scans: Tumore sind schwer behandelbar (Foto: pixelio.de, Dieter Schütz)

New York (pte002/17.10.2017/06:05) –

Wissenschaftler der Icahn School of Medicine http://icahn.mssm.edu haben einen Biomarker einer Glioblastom-Studie validiert, der Hinweise
auf die Prognose von Patienten und die wahrscheinliche Reaktion auf
spezifische Therapien ermöglicht. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit
Sema4 http://sema4genomics.com und Institutionen wie der Colorado State University und dem Fred Hutchinson Cancer Center durchgeführt.

Molekül BUB1B als Schlüssel

Bei Glioblastomen handelt es sich um eine sehr
aggressive und heterogene Art von Gehirntumoren. Derzeit liegt die
mediane Überlebenszeit nach der Diagnose bei nur einem Jahr. Frühere
Versuche, Glioblastome für eine Präzisionsbehandlung in molekulare
Subtypen zu untergliedern, waren großteils erfolglos. Für die aktuelle
Studie haben die Forscher eine innovative Berechnungsmethode für die
Tumore basierend auf ihrer Abhängigkeit von einem Molekül mit der
Bezeichnung BUB1B entwickelt.

Manche Arten benötigen BUB1B für ihr Überleben. Es
konnten neue Subtypen von Tumoren ermittelt werden. Es zeigte sich auch,
dass BUB1B-sensitive Tumore über eine deutlich schlechtere Prognose
verfügten. Sie sprachen jedoch auch wahrscheinlicher auf zahlreiche
Medikamente an, die bereits eingesetzt werden. Laut Forschungsleiter Jun
Zhu bedeuten die Ergebnisse des Vorhersagemodells neue Hoffnung auf
eine maßgeschneiderte Behandlung, die eher wirksam ist. Die
Forschungsergebnisse wurden in "Cancer Research" veröffentlicht.

Opioide: Erster Erfolg bei Suche nach Alternativen

Lieber Herr Pütz,

das ist ein
interessanter Artikel. Zum Glück verfügen wir in der Neurochirurgie mit
der Neuromodulation bereits jetzt über eine sehr effektive Möglichkeit,
durch elektrische Impulse die lokale Schmerzwahrnehmung zu verändern.
Hier in Krefeld haben wir dazu eine eigene Sektion innerhalb der
Neurochirurgie. Damit kommen chronische Schmerzpatienten auch sehr gut
von Ihren Opiaten weg.

Liebe Grüße, Professor Michael Stoffel



Opioide: Erster Erfolg bei Suche nach Alternativen

Wissenschaftler wollen natürliche Fähigkeiten des Gehirns nutzen

Hirn: Umgang mit Schmerzen besser verstehen (Foto: pixelio.de, Monika Torloxten)

Cambridge (pte017/27.02.2018/10:50) – Forscher unter der Leitung der University of Cambridge http://cam.ac.uk haben ermittelt, wie sich das natürliche System des Gehirns zur
Schmerzbeseitigung als mögliche Alternative zu Opioiden als Behandlung
von chronischen Schmerzen einsetzen lässt. Von chronischen Schmerzen ist
einer von drei Menschen irgendwann einmal in seinem Leben betroffen.

Eigene Schmerzausschaltung

Das Team hat einen Bereich des Gehirns
lokalisiert, der für die endogene Analgesie, also das eigene System des
Gehirns zur Schmerzausschaltung, wichtig ist. Die in "eLife"
veröffentlichten Ergebnisse könnten zu Therapien führen, die das System
durch die Stimulierung dieses Gehirnbereichs aktivieren. Dabei würden
die gefährlichen Nebenwirkungen der Opioide nicht mehr auftreten.

Opioide wie Oxycodon, Hydrocodon und Fentanyl
übernehmen das endogene analgetische System, das macht sie zu so
wirksamen Schmerzmitteln. Sie sind jedoch auch stark suchterzeugend. Das
hat zu einer Opioid-Krise in den USA geführt. Eine Überdosis ist heute
die führende Todesursache bei Menschen unter 50 Jahren. Opioid-Überdosen
sind für zwei Drittel dieser Todesfälle verantwortlich.

"Gesunden Schmerz" nutzen

Laut Forschungsleiter Ben Seymour versuchen
die Forscher derzeit zu verstehen, was das endogene analgetische System
genau ist, wie es arbeitet und wo es im Gehirn kontrolliert wird. "Wenn
wir das herausfinden, könnte es neue Behandlungsansätze geben, die bei
der Behandlung von Schmerzen sehr viel selektiver sind." Laut Seymor
kann Schmerz tatsächlich bei der Heilung helfen, da er den Drang,
unnötige Dinge zu tun, unterdrückt. Das könne in einem gewissen Sinn als
"gesunder Schmerz" angesehen werden.

"Also, warum kann das Gehirn dieses Signal
manchmal ablehnen?", fragt er. Die Forscher nahmen an, dass dieser
"gesunde Schmerz" fallweise ein Problem darstellen kann. Das gelte vor
allem dann, wenn Menschen aktiv etwas tun könnten, das hilft, wie zum
Beispiel, eine Möglichkeit zu suchen, um eine Verbrennung zu kühlen. In
diesen Situationen könnte das Gehirn das System zur Schmerzbeseitigung
aktivieren, um aktiv nach Erleichterung zu suchen.

Um das zu beweisen und herauszufinden, wo im
Gehirn dieses System aktiviert wird, haben die Forscher zwei Experimente
mit Technologien der Gehirn-Scans entwickelt. Beim ersten Experiment
brachten sie eine Metallsonde am Arm einer Reihe gesunder Freiwilliger
an. Sie wurde bis zu dem Grad erhitzt, dass Schmerzen entstanden, aber
es zu keiner Verbrennung kam. Die Teilnehmer spielten dann eine Art von
Glücksspiel, bei dem es darum ging herauszufinden, welche Taste auf
einem kleinen Keypad die Sonde kühler werden ließ. Der
Schwierigkeitsgrad wurde während der Experimente verändert. Manchmal war
es leicht, die Temperatur zu senken, manchmal schwer.

Gehirn erinnert sich fundamental

Während der Tests machten die Teilnehmer immer
wieder Angaben zu ihren Schmerzen. Zusätzlich wurde die Gehirnaktivität
überwacht. Das Ausmaß der Schmerzen, das die Freiwilligen erlebten,
stand in Zusammenhang damit, wie viel Information bei der Aufgabe in
Erfahrung gebracht wurde. Versuchten die Teilnehmer aktiv
herauszufinden, welche Taste sie drücken sollten, verringerte sich der
Schmerz. Wussten sie, welche Taste die richtige war, fand das nicht
statt. Das Gehirn verarbeitete also die Vorteile der aktiven Suche nach
Erleichterung und erinnerte sich in der Folge daran. Das wurde zur
Kontrolle des Schmerzes eingesetzt.

Beim zweiten Experiment konnte das Signal in
einer einzelnen Region des präfrontalen Cortex, dem prägenualen
cingulären Cortex, identifiziert werden. Diese Ergebnisse zeichnen ein
Bild davon, warum und wie das Gehirn unter bestimmten Bedingungen
entscheidet, den Schmerz auszuschalten. Der prägenuale cinguläre Kortex
ist dabei laut Seymor das entscheidende Zentrum zur Kontrolle von
Schmerzen im Gehirn. Die Forscher wollen nun herausfinden, wie sich
dieses Zentrum zur Behandlung von chronischen Schmerzen einsetzen lässt.

Erneuerbare Energien vor Kernenergie

Berlin, 20.05.2005 – Etwa 20 Prozent der weltweit genutzten Energie
stammt aus Erneuerbaren Energien. 77 Prozent liefern Öl, Gas und Kohle
und nur 3,3 Prozent stammen aus den weltweit 440 Kernreaktoren, so die
Zahlen der Internationalen Energieagentur. „Der Anteil Erneuerbarer
Energien wächst weiter. In Deutschland setzen wir mit dem Ausbau
Erneuerbarer Energien auf die weltweit bedeutendste
Schlüsseltechnologie der Zukunft. Das Loch, dass durch knapper werdende
Öl-, Gas- und auch Uranreserven gerissen wird, kann nur durch
Erneuerbare Energien geschlossen werden“, so Milan Nitzschke,
Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE).

In Europa haben Erneuerbare Energien ebenfalls die Nase vorn. In der
Europäischen Union tragen sie zu 9 Prozent zum Gesamtenergieverbrauch
bei und haben die Kernenergie mit 7,4 Prozent abgehängt. In Deutschland
sind Sonne, Wasser, Wind, Bioenergie und Erdwärme auf dem besten Wege
dorthin. Im traditionellen Kohleland haben Erneuerbare Energien ihren
Anteil am Gesamtenergieverbrauch auf aktuell 5 Prozent steigern können.
Kernenergie deckt zur Zeit noch 6,5 Prozent des Energiebedarfes ab.

Nitzschke: „Mit Hilfe des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist es
gelungen, den Anteil der Erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung in
nur fünf Jahren auf 10 Prozent zu verdoppeln. Im Wärme- und
Kraftstoffbereich muss jetzt ein vergleichbares Wachstum erreicht
werden. Nur mit Erneuerbaren Energien kann die Importabhängigkeit
Deutschlands reduziert werden und können fossile Energieträger durch
saubere und sichere Energie ersetzt werden.“

Kontakt:

Milan Nitzschke
Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE)
Geschäftsführer
Tel. 0174-2429918
www.bee-ev.de

Goldimplantation – Alternative bei Gelenkbeschwerden?

Goldimplantation – Alternative bei Gelenkbeschwerden?

Gold ist eines der ältesten Medikamente der Menschheitsgeschichte. Ärzte verwenden es heute in der Zahnheilkunde, in der Rheumatherapie und vor allem in der Homöopathie. Warum das Metall tatsächlich heilen kann, können Wissenschaftler erst seit kurzem zweifelsfrei erklären: In winzigen Dosen hat Gold einen regulierenden Einfluss auf das menschliche Immunsystem –  zu diesem Ergebnis kamen schwedische und amerikanische Forscher. Danach verhindert Gold, dass aus dem Zellkern von Immunzellen ein Protein austritt, das Entzündungsreaktionen auslöst.1

Diese entzündungshemmende Wirkung des Goldes macht sich auch eine Methode zunutze, die bei Gelenkbeschwerden eingesetzt wird: die Goldimplantation. Sie wird zunehmend bekannter und funktioniert recht einfach: Mit Hilfe einer Hohlnadel werden Goldstückchen gewebeschonend um die Gelenke herum eingebracht. Es genügt eine örtliche Betäubung, die – für ältere Menschen besonders wichtig – das Risiko einer Vollnarkose erspart. Das Bemerkenswerte an der Goldimplantation ist zudem, dass die bei Gelenkoperationen häufig auftretenden Neu- und Spätentzündungen bisher nicht beobachtet wurden. Revisionsoperationen und Antibiotika-Therapien – die angesichts der steigenden Zahl von Resistenzen besondere Probleme aufwerfen – sind ebenfalls unbekannt.

Der dänische Arzt Dr. Hans Kryger Kjerkegaard hat bisher rund 8.000 Menschen mit arthrotischen Gelenken mit Goldimplantationen behandelt. In einer dänischen Pilotstudie an der Halswirbelsäule erfuhren 2/3 der mit Goldimplantaten behandelten Patientinnen und Patienten eine deutliche Schmerzlinderung. 2 Weitere Studien sind in Vorbereitung, und inzwischen gibt es auch in Deutschland und Österreich Ärzte, die diese Methode aufgreifen.

Tierärzte berichten schon lange von herausragenden Erfolgen der Goldimplantation in der Tierheilkunde. Daher begannen 1996 dänische Humanmediziner, diese Methode auch beim Menschen anzuwenden.

Wenn sich die Goldimplantation durchsetzt, kann sie möglicherweise vielen Menschen den schweren Eingriff z. B. einer Hüft- oder Kniegelenk-Operation ersparen. Dazu sind weitere Studien erforderlich, die ihre Wirksamkeit testen. Diese Studien sind auch Voraussetzung dafür, dass die gesetzlichen Krankenkassen in der Zukunft die Kosten für Goldimplantationen übernehmen könnten.

Die Suche nach Alternativen zum Gelenkersatz und somit auch die weitere Prüfung der Goldimplantation erscheint dringlicher denn je: 40 Millionen Menschen in Deutschland leiden an verschleißten Gelenken. Immer früher und immer häufiger werden von Operateuren Gelenkprothesen eingesetzt. Allein die Zahl der Wirbelsäulen­operationen hat sich in den letzten sechs Jahren in Deutschland mehr als verdoppelt.3 Etwa 375.000 Knie- und Hüftgelenksoperationen werden pro Jahr ausgeführt, mit steigender Tendenz. Dabei bringt ein Gelenkersatz in vielen Fällen gar keinen oder nur mäßigen Erfolg, oft bleiben die Schmerzen und vielfach müssen Operationen wiederholt werden. Die Gefahr von Infektionen ist groß, Patienten bleiben lebenslang Risikopatienten .

3,5 Milliarden Euro wenden die deutschen Versicherungsträger jährlich für Endoprothetik auf. Ein Gedankenexperiment: Wenn nur 10 Prozent aller Knie- und Hüftgelenksoperationen durch kostensparende Methoden wie zum Beispiel Goldimplantation ersetzt würden, ergäbe das bei vorsichtiger Einschätzung eine Kostenersparnis von 300 Millionen Euro im Jahr.

Hinter jedem Patienten steht ein Schicksal: Viele erleben starke Schmerzen bis hin zur Bewegungseinschränkung, woraus nicht selten familiäre Probleme, Arbeitsunfähigkeit und soziale Ausgliederung resultieren. Deshalb wird es Zeit, auf breiter Basis aktiv zu werden und Behandlungsmethoden zu suchen, die vorbeugend oder alternativ zum Gelenkersatz geeignet sind und die häufigen Begleiterscheinungen des Gelenkersatzes mindern oder gar umgehen können. Goldimplantation könnte eine solche Alternative sein. Worauf also warten wir noch?

Über das Team

Das Team Ackermann hat es sich zur Aufgabe gemacht, die unkomplizierte Behandlungsmethode der Goldimplantation deutschlandweit bekannter zu machen. Es möchte Millionen Gelenkerkrankten ermöglichen, die Goldimplantation als Kassenleistung in Anspruch nehmen zu können. Diese rein private und ehrenamtlich durchgeführte Kampagne wurde 2010 aus Überzeugung ins Leben gerufen, aus eigener Erfahrung und dem Wunsch, zu helfen. Niemand aus dem Team erhält irgendwelche Zuwendungen.

Mehr dazu auf http://goldimplantation-fuer-menschen.de

 

2017/08/18 Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat-Methoden der Einflussnahme auf Wissenschaftler und Politiker

Vertrauliche E-Mails zeigen, wie Monsanto verdeckten Einfluss auf europäische Experten nimmt.

Vertrauliche E-Mails zeigen, wie Monsanto verdeckten Einfluss auf europäische Experten nimmt.Eine Reihe von E-Mails, die US-Verbraucheranwälte veröffentlicht haben,zeigen, wie Monsanto insgeheim Einfluss auf europäische Wissenschaftler nimmt, um das Herbizid Glyphosat von dem Verdacht reinzuwaschen, krebserregend zu sein. Die Spuren der Zahlungen führen bis zu einem führenden Wissenschaftler der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA):Jose Tarazona, der Leiter der Pestizidabteilung der EFSA, wurde für seine Teilnahme an einer Konferenz in den USA wahrscheinlich von Monsanto gesponsert. Nach den vorliegenden E-Mails wurden die Gelder über einen britischen Toxikologen weitergeleitet. Tarazona bestritt beider Konferenz, dass Glyphosat krebserregend sei. Nach dem Wortlaut der vertraulichen E-Mails wandte sich Monsanto im März 2016 an einen führenden britischen Toxikologen, Allister Vale. Dieser solle aktiv werden, um die Zulassung des Herbizids Glyphosat in der Öffentlichkeit zu verteidigen. Allister Vale war grundsätzlich zur Zusammenarbeit bereit, allerdings wollte er von Monsanto nicht direkt Zahlungen erhalten. Deswegen schlug er den Umweg über die Finanzierung einer wissenschaftlichen Konferenz vor, was auch von Monsanto befürwortet wurde.

Allister Vale organisierte im März 2017 auf der Jahrestagung der Society of Toxicology (SOT) in den USA tatsächlich eine Expertendiskussion zum Thema Glyphosat. Die Veranstaltung wurde von Vale geleitet. Jose Tarazona vertrat dort in seiner Rolle als Leiter der Pestizidabteilung der EFSA mit Nachdruck die Botschaft, dass Glyphosat nicht krebserregend sei. Monsanto tauchte nicht als Geldgeber der Tagung auf. Doch laut Programm der SOT-Tagungwurde der Auftritt von Tarazona von Allister Vale gesponsert. Im Programm der Tagung wird der Auftritt von Tarazona wie folgt angekündigt: „Is Glyphosate Probable Human Carcinogen? No!. J. Tarazona. European Food Safety Authority (EFSA) Pesticides Unit, Parma, Italy. Sponsor: A. Vale”.Der ungewöhnliche Umstand, dass ein führender Experte der EFSA sich von einer Privatperson für seinen Auftritt bezahlen ließ, legt den Verdacht nahe, dass Monsantos Gelder nicht nur an Vale, sondern auch an den Experten der EFSA geflossen sind. „Verdeckte Zahlungen an Wissenschaftler scheinen für Monsanto ein bewährtes Mittel zu sein, um wichtige Entscheidungen über ihre Produkte zu beeinflussen“, sagt Christoph Then von Testbiotech. „Bisher zeigen Behörden und Politik viel zu wenig Bereitschaft, dagegen vorzugehen. Wir wollen jetzt von der EFSA ganz genau wissen, wie und warum der Auftritt von Jose Tarazona gesponsert wurde.“

Die veröffentlichten E-Mails zeigen, dass Vale dem Anliegen von Monsanto rasch zustimmte und dass er lediglich die Herkunft des Geldes verbergen wollte. Auf der Gegenseite war Monsanto schnell einverstanden, die Zahlungen über eine die Tagung der SOT 2017 zu vertuschen. Daniel Goldstein, ein leitender Mitarbeiter von Monsanto schrieb: „Atthis point, I certainly understand the need for Monsanto (and the other manufacturers) to stand back from proceedings and to participate asobservers at most (if at all). Funding can perhaps come from theGlyphosate Consortium which is conducting the EU re-registration or viaECETOX or CEFIC, for example, and be routed via SOT or one or moreacademic institutions. At that point, we can be „hands off“ altogether.“

Demnach sollten die Gelder von Monsanto also durch verschiedene Kanäle geschleust und schließlich über eine oder mehrere wissenschaftliche Institutionen zur Verfügung gestellt werden. Alle Beteiligten sollten so eine weiße Weste behalten. In einem Schreiben an die EFSA verlangt Testbiotech jetzt Aufklärung von der Behörde: Es sei noch nicht klar, ob Tarazona wusste, woher das Geld ursprünglich kam. Ein privates Sponsoring für leitende Mitarbeiter der EFSA ist aber in jedem Fall bedenklich. In den E-Mails spielt auch ein anderer britischer Experte, Sir Colin Berry, eine wichtige Rolle. Dieser wurde offensichtlich schon vor mehreren Jahren von Monsanto bezahlt.

Berry und eine von ihm geleitete Gruppe von Toxikologen sollten laut den E-Mails wieder von Monsanto reaktiviert werden und durch Allister Vale unterstützt werden. Auch die weitere Spur von Colin Berry lässt sich verfolgen: Im Mai 2016 traf Berry zusammen mit einer Gruppe industrienaher Experten den zuständigen EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis, der sich zusammen mit der illustren Runde sogar fotografieren ließ. Thema der Besprechung: Die Sicherheit von Chemikalien. Mittlerweile befürwortet Andriukaitis eine erneute Glyphosat-Zulassung für weitere zehn Jahre in der EU.

Hobbytipp Nr. 300

Nr. 300: Vom genussvollen Umgang mit der Zeit

Im Dezember 1974 ging die erste Hobbythek über den Sender. Damals saß ich noch zusammen mit Wolfgang Back im Studio. Wir hatten uns vorgenommen, eine Sendung für„Hobbyisten“ zu gestalten, also für all die Menschen, die sich in ihrer Freizeit kreativ betätigen wollen. Damals war das Ganze ein Experiment – denn eine solche Sendung, die sich mit der Freizeit beschäftigt, gab es im deutschen Fernsehen noch nicht. Dass die Hobbythek 25 Jahre später immer noch auf Sendung sein würde, das hatten wir beide uns in unseren kühnsten Träumen nicht vorstellen können.

PDF-Download: Hobbytipp Nr. 300

Naturschutz und Energiewende: Einklang ist möglich – Mit einer Stellungnahme von Jean Pütz

Meine persönliche Bemerkung:

Energiewende ist notwendig,
aber es müssen nicht nur Artenvielfalt und Klimaschutz erreicht werden.
Es bringt nichts, wenn dabei die volkswirtschaftlichen Bedingungen
insbesondere der Industrie so gestaltet werden, dass Deutschland
konkurrenzunfähig bleibt. Viel hilft viel ist nicht immer das Gebot der
Stunde. Extremer Naturschutz und grüne Ideologie kann auch schädlich
werden. insbesondere müssen Grenzaufwand, Grenzertrag und Grenzwirkung
berücksichtigt werden. Es bringt nichts, wenn nur Deutschland den
Musterknaben spielt und die ganze Welt darauf pfeift. Selbst wenn
national nur noch regenerativ gewirtschaftet würde, und alle möglichen
Grenzwerte – teilweise willkürlich festgelegt – erreichbar wären, würde
das dem Weltklima bei 2-3 % Verminderung nicht viel helfen. Effizienter
wäre es, wenn Deutschland Technologien zur Verfügung stellt, die
insbesondere den Entwicklungsländern hilft, auf regenerative Energien
ohne wirtschaftliche Nachteile zurückzugreifen. Ein Beispiel dafür ist
die derzeitige Dieseldiskussion. Alle in Deutschland ausrangierten
Kraftfahrzeuge finden bereits in Tschechien, Polen und Ungarn reißenden,
weil billigen Absatz. Dem Klima ist dabei nicht geholfen. Das ist meine
persönliche Meinung. Ich bin gerne bereit, mich eines Besseren belehren
zu lassen.

Trotzdem unterstütze ich mit den genannten Einschränkungen den folgenden Energie-Report aus dem Bundesamt für Naturschutz

Ihr Jean Pütz

Naturschutz und Energiewende: Einklang ist möglich

Bundesamt für Naturschutz legt „Erneuerbare Energien Report“ vor:
• Ausbau der erneuerbaren Energien muss effizienten Umgang mit Fläche stärker berücksichtigen
• Landschaftliche Qualitäten erhalten, hilft Akzeptanz zu erhalten

Berlin/Leipzig,
13. Februar 2019: „Der Ausbau erneuerbarer Energien ist zum Erreichen
der Klimaschutzziele zwingend erforderlich und muss auch Arten und
Lebensräume vor den Folgen des Klimawandels schützen. Die Energiewende
muss natur- und umweltverträglich erfolgen. Eine wichtige Rolle spielen
dabei ein effizienter Umgang mit der Fläche und die Berücksichtigung der
jeweiligen landschaftlichen Gegebenheiten“, sagt Prof. Beate Jessel.
Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz hat heute den
Erneuerbare Energien Report des BfN vorgestellt.

Der
Report beruht auf den Ergebnissen von mehr als 40 Vorhaben des
Forschungsschwerpunkts „Naturschutz und erneuerbaren Energien“ am BfN.
Mit dem aktuellen Überblick zeigt das BfN eine Vielzahl von
Möglichkeiten auf, den tiefgreifenden Umbruch der Energieversorgung in
Einklang mit dem Naturschutz zu gestalten. Im Fokus stehen dabei die
Aspekte „Fläche“ und „Landschaft“. Denn die hohe Anzahl und die weite
räumliche Verbreitung von Anlagen erneuerbarer Energien tragen zum
Wandel von Landnutzung und Landschaftsbild bei, sie bergen außerdem
Risiken für bestimmte Arten und ihre Lebensräume. Aktuell ist
beispielsweise zu beobachten, dass für die erneuerbaren Energien
zunehmend naturnahe Flächen wie beispielsweise Wälder oder extensiv
genutztes Grünland in Anspruch genommen werden.
„Doch ein
naturverträglicher EE-Ausbau kann gelingen – das macht unser
Energiereport deutlich“, betont Prof. Jessel. „So ist und bleibt es für
den Naturschutz wie auch überhaupt für das Gelingen der Energiewende
weiterhin zentral, vorrangig Energieeinsparungen und Effizienzmaßnahmen
voranzutreiben und damit den Energiebedarf an sich zu begrenzen.“ Von
besonderer Bedeutung ist weiterhin ein sparsamer Umgang mit der
begrenzten und begehrten Ressource Fläche: „Wir sollten im ländlichen
Raum den Fokus auf flächeneffiziente Technologien sowie eine sorgfältige
Standortwahl legen und gleichzeitig stärker als bisher bestehende
Dachflächen vor allem in den großen Ballungsräumen für Solar-Anlagen
nutzen“, so die BfN-Präsidentin. „Ein vermehrter verbrauchsnaher Ausbau
kann so zum Schutz der ,freien Landschaft‘ beitragen. Keine
ausbaufähigen und naturverträglichen Handlungsoptionen sehen wir
hingegen für Bioenergie aus Anbaubiomasse. Außerdem sollten in den
Planungs- und Genehmigungsverfahren zur Energiewende landschaftliche
Qualitäten und damit das Schutzgut Landschaft stärkere Berücksichtigung
finden. Dies ist auch für die Akzeptanz der Energiewende von zunehmender
Bedeutung.“

Im
„Erneuerbare Energien Report 2019“ werden darüber hinaus auch Ansätze
für die konkrete Umsetzung des Anlagenausbaus vorgestellt. So wurden
unter anderem Möglichkeiten für die naturschutzgerechte Standortwahl und
zum naturschutzgerechten Bau und Betrieb von erneuerbaren
Energieanlagen weiter ausgearbeitet. Beispielsweise können intelligente
Vermeidungsmaßnahmen im Umfeld von Windparks dabei helfen,
Artenschutzkonflikte zu minimieren.

Erneuerbare Energien Report 2019 – Ergebnisse

Der Ausbau der erneuerbaren Energien (EE) ist zum Erreichen der
Klimaschutzziele notwendig und muss im Einklang mit den Zielen des
Natur- und Umweltschutzes er-folgen. Er ist daher bewusst so zu steuern,
dass er im Einklang mit Natur und Landschaft verwirklicht wird.

Die Umsetzung von Maßnahmen zur Energieeffizienz und -einsparung ist
eine we-sentliche Voraussetzung für das Erreichen einer
naturverträglichen Energiewende.
• Ziel muss ein landschafts- und
standortbezogener Mix aus (flächen)effizienten EE-Anlagen mit möglichst
niedrigen Auswirkungen auf Mensch, Natur und Landschaft sein. Dafür sind
auch neue Wege nötig. Unerlässlich ist beispielsweise das stärkere
Einbeziehen der städtischen Räume, insbesondere durch den dezentralen
Ausbau von Photovoltaik auf Dächern.


Landschaftsbild und Landschaftserleben sollten bei der Planung und
Zulassung von EE-Anlagen künftig besser berücksichtigt werden, auch
sollten die Bürgerinnen und Bürger verstärkt in diese Prozesse
eingebunden werden.
• Sowohl bei der Standortplanung wie auch bei
strategischen Überlegungen für den weiteren EE-Ausbau sind
Naturschutzaspekte frühzeitig mit zu berücksichtigen. Dazu sind unter
anderem auch Instrumente zur bundesweiten räumlichen Verteilung zu
diskutieren.

Hintergrund

Der Forschungsschwerpunkt „Naturschutz und erneuerbaren Energien“
Im
Forschungsschwerpunkt „Naturschutz und erneuerbaren Energien“ am
Bundesamt für Naturschutz befassen sich mehr als 40 Forschungs- und
Entwicklungs-Vorhaben mit Fragen zur naturverträglichen Energiewende.
Dabei handelt es sich auch um strategische Überlegungen zur weiteren
Ausrichtung des Energiesystems. Mit dem „Erneuerbare Energien Report“
legt das Bundesamt für Naturschutz eine Synthese der
Forschungsergebnisse vor. Dabei stehen Lösungen und Lösungsansätze für
ein Miteinander von Naturschutz und Energiewende im Mittelpunkt. Denn
ein großer Teil der Energiewende steht noch bevor: Im Jahr 2018 betrug
der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung 35 Prozent,
bis zum Jahr 2050 soll dieser auf mindestens 80 Prozent steigen.

Weiterführende Informationen über die Forschung des BfN an der Schnittstelle Naturschutz und Energiewende finden Sie unter www.bfn.de/themen/erneuerbare-energien.html und auf der Website www.natur-und-erneuerbare.de

Wissenschaftsforum mit internationalem Auftakt

Wissenschaftsforum mit internationalem Auftakt

Am 4. September eröffnet der Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), Professor Dr. Michael Dröscher, das Wissenschaftsforum Chemie im Bremer Congress Centrum. Bei dieser größten deutschen Chemiker-Tagung im Internationalen Jahr der Chemie 2011 wird die Auftaktveranstaltung international geprägt sein. So wird es Grußadressen von der European Association for Chemical and Molecular Sciences (EuCheMS) sowie aus den USA und aus China geben. Ausgezeichnet werden Wissenschaftler aus der Schweiz und den USA, und für die musikalische Untermalung sorgt das Orchestra Chimica aus Japan.

Für Grußadressen aus der Politik wurden Professor Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, sowie Renate Jürgens-Pieper, die Bremer Senatorin für Bildung und Wissenschaft, eingeladen. Weiteres Lokalkolorit mit deutlich internationaler Ausrichtung wird Professor Dr. Karin Lochte, Direktorin am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, mit ihrer Grußadresse einbringen.

Die erste Auszeichnung, die anlässlich des Wissenschaftsforums 2011 vergeben wird, ist die Adolf-von Baeyer-Denkmünze der GDCh, eine Goldmedaille, verbunden mit einem Preisgeld von 7.500 Euro. Professor Dr. François Diederich von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich wird damit geehrt. Diederich ist einer der prominentesten Vertreter der Organischen Chemie mit einem international herausragenden Renommee. Er hat wesentliche Akzente auf ganz unterschiedlichen Gebieten gesetzt, von der Materialwissenschaft bis zur medizinischen Chemie. Seine wissenschaftlichen Beiträge (rund 600 Publikationen) zur Aromatenchemie, zur Chemie der Fullerene, zu Wirt-Gast-Wechselwirkungen und zum „de novo“-Design von Substraten für Enzymrezeptoren gehören zu den meist zitierten Arbeiten auf diesen Gebieten.

Der gebürtige Luxemburger studierte Chemie in Heidelberg, wo er 1979 promovierte. Nach einem Postdoktoranden-Aufenthalt an der University of California at Los Angeles (UCLA) trat er 1981 eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg an. Nach seiner Habilitation 1985 wurde er an die UCLA berufen, wo er 1989 zum Full Professor of Organic and Bioorganic Chemistry ernannt wurde. Seit 1992 ist er ordentlicher Professor für Organische Chemie an der ETH Zürich. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, der American Academy of the Arts and Sciences, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) sowie der Real Academia Española de Ciencias. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Otto-Bayer-Preis für Chemie, dem Humboldt-Forschungspreis, dem Burckhard-Helferich-Preis, und der August-Wilhelm-von-Hofmann-Denkmünze.

Nach der anschließenden Verleihung des Karl-Ziegler-Preises an Professor Dr. Hans-Joachim Freund, Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin, über die eine separate Pressemitteilung der GDCh am 15. Juni informiert hat, wenden sich der designierte EuCheMS-Präsident, Professor Dr. Ulrich Schubert aus Wien, der bis 2010 amtierende ehemalige Präsident der American Chemical Society, Professor Dr. Joseph S. Francisco aus West Lafayette, Indiana, und der stellvertretende Präsident der Chinesischen Chemischen Gesellschaft, Professor Dr. Guibin Jiang aus Peking mit einem Grußwort an die Teilnehmer der Eröffnungsveranstaltung. Jiang wird u.a. auch auf das Joint Symposium „Chemistry and Water“ eingehen, das chinesische und deutsche Wissenschaftler am 5. September im Rahmen des Wissenschaftsforums bestreiten werden.

Als krönender Abschluss der Auftaktveranstaltung wird die US-Amerikanerin Professor Dr. Emily A. Carter von der Princeton University mit der August-Wilhelm-von-Hofmann-Vorlesung geehrt. Die 50jährige studierte Chemikerin ist jetzt Forschungsdirektorin und Professorin für Energie und Umwelt, für Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik sowie angewandte und computergestützte Mathematik. In ihrem Vortrag in Bremen befasst sie sich mit der Frage, wie die Quantenmechanik zur Lösung der weltweiten Energieprobleme beitragen kann. Bezogen auf ihre Forschungsarbeiten erläutert sie, wie Materialien optimiert werden können, die zur Verbesserung der Effizienz von Turbinen für die Stromerzeugung und für Flugzeugantriebe beitragen sollen, und wie die Verbrennung von Biokraftstoffen oder die Tritium-Aufnahme in die Wände von Fusionsreaktoren charakterisiert werden kann. Bei ihren wissenschaftlichen Fragestellungen geht es ferner um die Optimierung der mechanischen Eigenschaften von Leichtmetalllegierungen, die bei Fahrzeugen den Kraftstoffverbrauch senken sollen, um die Optimierung des Ionen- und Elektronentransports in den Kathoden von oxidischen Festkörperbrennstoffzellen sowie um Unterstützung der Materialentwicklung für die Photovoltaik und Photoelektroden, mit denen Sonnenlicht in Elektrizität umgewandelt oder zur Kraftstofferzeugung genutzt werden kann. Schnelle und präzise Methoden der Quantenmechanik machen die Materialentwicklungen berechen- und planbar.

Die gesamte Veranstaltung wird musikalisch vom Orchestra Chimica Tokio, einem Laienorchester der Japanischen Chemischen Gesellschaft, und weiteren Gastmusikern gestaltet, und zwar aus Anlass des Jubiläums zur 150jährigen Deutsch-Japanischen Zusammenarbeit und Freundschaft. Im Zeichen dieses Jubiläums steht auch ein Sondersymposium mit japanischen Wissenschaftlern, das sich am 7. September auf dem Bremer Wissenschaftsforum u.a. mit anorganischen Materialentwicklungen, aber auch mit biochemischen Fragestellungen und historischen Aspekten der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Japan befasst.

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