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Fleischkonsum steigert Darmkrebsrisiko

Potsdam/Lyon (pte/14.06.2005/22:00) – Menschen, die gerne Fleisch essen
sind nach jüngsten Studienergebnissen der "European Prospective
Investigation into Cancer and Nutrition" EPIC http://www.iarc.fr/epic
eher gefährdet an Darmkrebs zu erkranken, als jene, die wenig oder gar
keines zu sich nehmen. Wer häufig Fisch isst, senkt das Risiko. Frühere
Untersuchungsergebnisse hatten bereits auf diese Zusammenhänge
hingewiesen. Die Auswertung einer Studie mit rund einer halben Mio.
Teilnehmern bestätigt nun die Vermutung, berichtet das Deutsche
Krebsforschungszentrum http://www.dkfz.de .

Studienteilnehmer, die viel "rotes Fleisch" – dazu zählt Schweine-,
Rind-, Kalb- oder Lammfleisch – oder Fleischprodukte aßen, erkrankten
häufiger an Darmkrebs als Menschen, die nur wenig davon verzehrten.
Genau umgekehrt verhält es sich mit Fisch: Wer viel Fisch verzehrte,
hatte gegenüber Personen mit geringem Fischkonsum ein deutlich
niedrigeres Darmkrebsrisiko. Der Verzehr von Geflügelfleisch spielte
für die Erkrankungshäufigkeit keine Rolle. Nach Schätzungen der
Experten steigt das Darmkrebsrisiko pro 100 Gramm täglich verzehrtem
"roten Fleisch" um 49 Prozent. Wer 100 Gramm Wurst täglich zu sich
nimmt, steigert diese Rate sogar um 70 Prozent. Der Konsum von täglich
100 Gramm mehr Fisch halbiert dagegen das Erkrankungsrisiko. In den
Studienergebnissen wurden auch andere Faktoren wie etwa Geschlecht,
Körpergewicht, Alkoholkonsum, Sport oder Rauchen auf das
Erkrankungsrisiko mit berücksichtigt. Die Analyse stützt sich auf 1.329
Rektum- und Dickdarmkrebsfälle, die seit Studienbeginn bei den
Teilnehmern erstmalig diagnostiziert worden sind.

Der Grund warum der Konsum von Fleisch die Darmkrebsentstehung derart
fördert, liegt nach jüngsten Studien in dem mit dem Fleisch
aufgenommenen Eisen. Eisen kann die Bildung schädlicher
Nitroso-Verbindungen im Körper fördern. "Rotes" Fleisch oder
Fleischwaren haben im Durchschnitt einen höheren Eisengehalt als
Geflügel, weshalb dessen Verzehr das Darmkrebsrisiko in dieser Studie
nicht beeinflusst haben könnte. Ursache für die schützende Wirkung des
Fischverzehrs könnten bestimmte langkettige, mehrfach ungesättigte
Omega-3-Fettsäuren sein.

Darmkrebs: Forscher verstehen Signalweg

pte20190114009 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Darmkrebs: Forscher verstehen Signalweg

Weg von Colitis ulcerosa zu Krebs analysiert – Entzündungen im Körper spielen zentrale Rolle

Petrischale: Entstehung von Darmkrebs erforscht (Foto: unsplash.com, Drew Hays)
Petrischale: Entstehung von Darmkrebs erforscht (Foto: unsplash.com, Drew Hays)

Augusta
(pte009/14.01.2019/11:30) – Eine anhaltende Entzündung des Darms ist
ein bekannter Risikofaktor für Darmkrebs. Forscher des Medical College
of Georgia http://augusta.edu/mcg haben jetzt erforscht, wie das Entstehen dieser häufigen und oft
tödlichen Krebsart ermöglicht wird. Bleibt die Entzündung bestehen, kann
sie zu einer Vielzahl anderer Erkrankungen beitragen. Die Bandbreite
reicht dabei von Krebs bis zu Herz-Kreislauf-Leiden.

Genexpression im Fokus

Das Team um Kebin Liu hat nachgewiesen, dass sich ein weiterer
Schutzmechanismus gegen den Körper richtet und andere gedämpft werden.
Die Forscher beschreiben den Signalweg zum Entstehen von Krebs in
"Cell". Die chronische Entzündung bei einer Colitis ulcerosa führt zu
hohen Werten an MDSC-Zellen, die sich im Darm ansammeln. Diese Erhöhung
der Werte führt ihrerseits zur Erhöhung der Werte bei IL-10.

Dieses Zytokin unterdrückt die Entzündung. Bei derart hohen Werten
verändert sich die Funktion von IL-10 wie auch die Rahmenbedingungen im
Darm. Anstelle der normalen Funktion aktiviert das Zytokin mit STAT3 ein
Protein, das als Genregulator fungiert. Er erhöht die Expression von
zwei Genen – und zwar von DNMT1 und DNMT3b im Darm. Diese verändern die
DNA des Tumorsuppressors IRF8 und blockieren seine Funktion.

Doppelfunktion von IL-10

Laut Liu endet der entdeckte Signalweg mit der Dämpfung von IRF8. Jetzt
suchen die Forscher nach Möglichkeiten, die hohe Expression von IL-10 im
Darm zu unterbinden. "IL-10 verfügt über eine Doppelfunktion. Es kann
entweder eine Immunreaktion fördern oder beeinflussen. Wir konnten
nachweisen, dass IL-10 die Entstehung von Darmkrebs fördert."

Bei einem gesunden Menschen gibt es keine bekannte Interaktion zwischen
IL-10 und IRF8. Beide sollen den Körper jedoch vor Erregern schützen.
Die Wissenschaftler haben daher untersucht, ob und wie eine Verbindung
bei einem chronisch entzündeten Darm besteht. Dabei sollte auch die
Hypothese überprüft werden, ob IRF8 Darmkrebs unterdrückt. Der Nachweis
gelang bei einer Maus ohne IRF8 in den Epithelzellen, die den Darm
auskleiden.

Diese Tiere waren viel anfälliger für chronische Entzündungen, der
normale Zelltod war deutlich reduziert und sie litten häufiger an
Tumoren. Bei einer chronischen Entzündung wird IRF8 gedämpft. Bei
Krebserkrankungen beim Menschen ist IRF8 im Vergleich zu normalem
Darmgewebe herunterreguliert. In dieser veränderten Umgebung waren die
Werte von MDSC und IL-10 höher. Das galt auch für die beiden Gene, die
IRF8 schließlich dämpfen. Die gleichen Veränderungen konnten bei
Darmkrebs beim Menschen nachgewiesen werden.

Kalzium – Neue Referenzwerte für Säuglinge und Kinder

 Wie viel Kalzium soll der Mensch täglich aufnehmen?

Mit dieser Frage haben sich die deutschsprachigen Fachgesellschaften für Ernährung beschäftigt und aktuelle Referenzwerte für die Zufuhr des Mineralstoffs mit der Nahrung bestimmt. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse sind in die Bewertung eingeflossen.

Kalzium ist mengenmäßig der wichtigste Mineralstoff im menschlichen Körper. Er ist wichtig unter anderem für den Aufbau von Knochen und Zähnen und deren Stabilität. Für die meisten Altersgruppen sind die empfohlenen Zufuhrmengen geblieben. Am meisten Kalzium benötigen mit 1.200 mg täglich nach wie vor Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren, da ihr Körper stark wächst. Erwachsene, Schwangere und Stillende sollten 1.000 mg Kalzium pro Tag aufnehmen. Für Säuglinge und Kleinkinder haben sich die Referenzwerte geändert. So wird für Säuglinge im Alter von vier bis zwölf Monaten eine Zufuhr von 330 mg (früher 400 mg) täglich empfohlen. Kinder von vier bis sieben Jahren sollten 750 mg (früher 700 mg) am Tag aufnehmen.

In jedem Alter lässt sich die empfohlene Kalziumzufuhr durch eine ausgewogene Ernährung mit von Natur aus kalziumreichen Lebensmitteln decken. Dazu gehören in erster Linie Milch und Milchprodukte sowie verschiedene Mineralwässer. Bereits ein Viertel Liter Milch und zwei Scheiben Emmentaler Käse (50 bis 60 g) liefern zum Beispiel mehr als 1.000 mg Kalzium. Ein Mineralwasser darf als kalziumreich bezeichnet werden, wenn es mehr als 150 mg Kalzium pro Liter enthält. Auch Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl, Rucola und Fenchel sowie einige Nüsse (Haselnüsse, Paranüsse) haben einen hohen Kalziumgehalt. Allerdings kann unser Körper Kalzium aus pflanzlichen Lebensmitteln nicht so gut verwerten wie aus Milchprodukten.

Die D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr benennen die Mengen von Nährstoffen, Ballaststoffen, Energie und Wasser, die in einer bedarfsgerechten Ernährung des gesunden Menschen enthalten sein sollten. D-A-CH steht für die drei Länder Deutschland (D), Österreich (A) und Schweiz (CH), deren Fachgesellschaften diese Referenzwerte herausgeben.
Heike Kreutz, aid

aid: Infodienst für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Der gemeinnützige Verein löste sich 2016 auf.

 

Wildobst – die Hagebutte

(aid) – Als Hagebutte bezeichnet man die Früchte verschiedener Wildrosenarten. Vor allem Apfel- (Rosa rugosa) und Kartoffelrose (Rosa canina) liefern schmackhafte Hagebutten, die auch als Obstsorten kultiviert werden. Im Herbst leuchten die rundlichen bis ovalen Scheinfrüchte purpurrot an wilden Hecken und Sträuchern. Die Hagebutte ist eine alte Heilpflanze und gilt als "Vitaminbombe aus Mutter Natur". Das Wildobst wird vor allem wegen seines hohen Vitamin C-Gehalts geschätzt. Dieser kann – je nach Rosenart und Reifegrad – zwischen 400 und 5.000 mg pro 100 Gramm liegen und übersteigt damit den Vitamin C-Gehalt der Zitrone (51 mg/100g) und auch den des Sanddorns (200 bis 1300 mg/100 g) deutlich. Außerdem enthalten Hagebutten den roten Pflanzenfarbstoff Lycopin, der als Radikalfänger (Antioxidanz) wirkt, in hoher Konzentration. Die wilden Früchtchen sind reich an Vitamin B 1 und B 2, Provitamin A sowie Mineralstoffen (Eisen, Magnesium, Natrium, Phosphor), Pektin, Gerbstoffen und ätherischen Ölen. Schon die heilkundige Äbtissin Hildegard von Bingen beschrieb die süß-säuerlichen Früchte, die man im Mittelalter in Klostergärten anbaute. Der Tee aus den Hagebuttenschalen wurde damals bei Fieber und Infektionen verabreicht. Der Aufguss aus den Hagebuttenkernen ist als Naturheilmittel gegen Steinleiden, Harnwegserkrankungen und Rheuma bekannt. Das Mark der Hagebutte, die im Süddeutschen auch "Hiffe" genannt wird, findet in der Küche vielseitige Verwendung. In Form von pikanten und süßen Saucen passt es zu Fleisch- und Schmorgerichten, Wild, Gebäck und Nachspeisen. Auch zu Chutneys, Konfitüren und oder Likören verarbeitet, schmeckt das Wildobst hervorragend und eignet sich zum Abrunden raffinierter Füllungen. Frische Hagebutten kann man von September bis November am Wegesrand selbst ernten. Sie sind reif, wenn die Schale auf leichten Fingerdruck etwas nachgibt und sich die Früchte leicht pflücken lassen. Die Verarbeitung der roten Ovale ist jedoch aufwändig. Denn nicht nur Blütenansatz und Stil müssen entfernt werden, sondern auch die im Inneren der Fruchtkapsel sitzenden Samen (Nüsschen) mit ihren Härchen. Diese reizen nämlich Haut und Schleimhäute und sind vielen aus der Kindheit noch bestens als "Juckpulver" bekannt. Zum Rohverzehr eignen sich Hagebutten daher nicht. Wer nicht "pulen" möchte, kann die Früchte mit wenig Wasser weich garen und das Mus durch ein Passiersieb mit sehr feiner Lochung streichen.
aid, Ira Schneider

Depression und Schmerz verstärken einander

Depression und Schmerz verstärken einander
Anästhesist: "Facebook ist schlechte Bewältigungsstrategie"
 
Schmerz und Depression: Verhängnisvolle Zwillinge (Foto: aboutpixel.de/Rotter)

Hamburg (pte004/22.09.2011/06:10) – Depressionen und Ängste können chronischen Schmerz verstärken – und Schmerz wiederum die Depression. Auf diesen Teufelskreis machen Forscher am Europäischen Schmerzkongress http://efic.org aufmerksam. "Früher stellte man körperliche Schmerzen bei Depressiven oft ganz in Frage, heute weiß man es besser. Unter Patienten mit chronischem Schmerz entwickelt jeder Zweite eine Depression. Ebenso leidet jeder zweite Depressive über längere Zeit an körperlichem Schmerz", erklärt der Klagenfurter Anästhesist Rudolf Likar im pressetext-Interview.

Nicht nur der Körper schmerzt

Mehrere Forschergruppen belegen den engen Zusammenhang zwischen Schmerz und Depression in all seinen Varianten, allen voran Maria Alexandra Ferreira Valente von der Universität Porto http://www.up.pt . Schmerz darf somit nicht als ausschließlich körperliches Phänomen betrachtet werden, fordert die Expertin. "Ärzte sollten ihr Behandlungsprogramm an das Ausmaß der Ängste oder Depressionen der Patienten anpassen."

Ein Mechanismus, der dieses Leiden im Doppelpack begünstigt, ist das Gefühl der Hilf- und Hoffnungslosigkeit, konnten Bochumer Forscher um Adina Rusu zeigen, das "Katastrophieren" macht nur alles schlimmer. Schmerzmediziner Likar sieht den Zerfall der engen sozialen Bindungen als einen Grund dafür, dass das Problem immer häufiger auftritt. "Bei Schmerz hilft Ablenkung durch ein soziales Umfeld. Doch Familie oder Stammtisch sind in Zeiten von Facebook und Versingelung immer weniger selbstverständlich, womit eine wichtige Bewältigungsstrategie verloren geht."

Depression zuerst bekämpfen

Betroffene sollten zuerst das Problem der Depression bekämpfen, rät der Experte. Hier gehe es darum, wieder Achtsamkeit und Lebensfreude zu entwickeln, Dinge neu zu lernen und somit die Depression zu besiegen. "Um körperliche chronische Schmerzen zu überwinden, müssen Patienten ihre eigene Kraft einsetzen und aktiv an der Genesung mitarbeiten. Eine OP zur Implantierung einer Platte ist beispielsweise wirkungslos, wenn nicht Übungen zum Muskelaufbau folgen."

Wachkoma-Patienten kontaktfähiger als vermutet

Wachkoma-Patienten kontaktfähiger als vermutet
Durch EEG und fMRT gezeigt: Menschen geben im Wachkoma Feedback
 
Komapatient und Arzt: könnten sich künftig verstehen (Foto: pixelio.de, sparkie)

Stuttgart (pte036/10.01.2012/16:15) – Ärzte schätzen die Reaktionsfähigkeit von Wachkoma-Patienten häufig falsch ein, so die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) http://dgkn.de . "Unsere Experten vermuten, dass die Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten besser sein kann", sagt DGKN-Sprecherin Christina Weddig gegenüber pressetext. Die Forscher haben mit hochauflösender Elektroenzephalografie (EEG) und funktioneller Kernspintomografie (fMRT) gezeigt, dass Wachkoma-Patienten reagieren.

Bewusstseinsskalen wichtig

Das Ergebnis der Untersuchungen: Jeder Fünfte weist etwa in speziellen EEG-Verfahren Hinweise für bewusste Reaktionen auf, die Standardverfahren nicht erkennen. Die DGKN fordert daher, funktionelle Bildgebungsverfahren sowie spezielle elektrophysiologische Verfahren bei der Beurteilung von Wachkoma-Patienten häufiger einzusetzen. Wachkoma-Patienten zeigen augenscheinlich keinerlei Bewusstsein für ihre Umgebung oder sich selbst – obwohl ihre Augen offen sind.

Um die Reaktionsfähigkeit dieser Patienten zu ermitteln, sollten Ärzte Bewusstseinsskalen nutzen. Das international bewährte und standardisierte klinische Diagnoseinstrument, die sogenannte Coma Recovery Scale-Revised (CRS-R), kommt nach Schätzungen der DGKN aber bisher bei weniger als fünf Prozent der Wachkoma-Patienten zum Einsatz. Mit dem CRS-R untersuchen Ärzte systematisch akustische, visuelle, motorische und verbale Reaktionen auf Reize, sowie den Aktivierungsgrad des Nervensystems.

"Neueste Erkenntnisse zeigen jedoch, dass wir unser Verständnis vom Wachkoma grundlegend verändern müssen", so Andreas Bender, Leiter des Therapiezentrums Burgau und Spezialist für Hirnschäden. Denn Studien deuten darauf hin, dass elektrophysiologische und bildgebende Verfahren wie EEG und fMRT zusätzliche Reaktionen bei Wachkoma-Patienten messen, die Verhaltensbeobachtungen von außen nicht erkennen lassen. So weisen rund 17 Prozent der Patienten typische Aktivierungsmuster vergleichbar mit denen gesunder Probanden im fMRT auf.

Einfache Kommunikation möglich

"Teilweise war sogar eine einfache Kommunikation mithilfe des fMRT-Signals möglich", sagt Bender. Dabei konnte ein Patient während der fMRT-Untersuchung richtige Ja- oder Nein-Antworten auf autobiografische Fragen geben. Bildgebende Verfahren hätten daher in den vergangenen Jahren einen Paradigmenwechsel bei der Beurteilung von Wachkoma-Patienten hervorgerufen. Da die fMRT allerdings sehr aufwendig, teuer und störanfällig ist, bietet sich das EEG als alltagstauglichere Untersuchungsmethode zur Prüfung der Hirnfunktion der Betroffenen an.

"Auch mit dieser Methode konnten eindrucksvolle Erkenntnisse gewonnen werden: Bei verbalen Aufforderungen und Tonsignalen werden bestimmte Hirnregionen aktiv, und es kommt zu einer Veränderung des EEG-Frequenzspektrums", so Bender. In einer aktuellen Studie reagierten drei von 16 Wachkoma-Patienten auf verbale Aufforderungen, die mit der CRS-R nicht erfasst wurden.

"Unterhalb der Schwelle der klinischen Beobachtbarkeit mit Komaskalen gibt es somit bei etwa jedem fünften bis sechsten Patienten eindeutige Hinweise für bewusste Interaktionen mit der Umwelt", fasst Bender die Ergebnisse zusammen. Die Rate der Fehldiagnosen bei Wachkoma-Patienten liege daher höher als bisher vermutet, schätzen Experten der DGKN.

Sprachen-Massensterben durch das Internet

Sprachen-Massensterben durch das Internet
Linguisten und Wikipedia versuchen Entwicklung gegenzusteuern
 
Mund: 2.500 Sprachen vom Aussterben bedroht (Foto: pixelio.de, Maren Beßler)

San Francisco/Wien (pte024/09.12.2013/13:52) – Derzeit werden geschätzte 7.000 verschiedene Sprachen auf der Welt gesprochen, aber nur weniger als fünf Prozent davon sind auch online in Gebrauch. Zu diesem Ergebnis kommt die in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlichte Studie "Digital Language Death" des Linguisten András Kornai http://kornai.com und prophezeit ein Massensterben bedrohter Sprachen durch das Internet.

"Es ist denkbar, aber so pauschal lässt sich das nicht sagen. Dass nicht alle Sprachen im Internet verwendet werden, mag ein Anzeichen ihres Aussterbens sein, aber nicht der Grund. Der liegt oftmals in einer negativen Stigmatisierung alter Sprachen, die früher einen niedrigeren Status andeuteten. Englisch hingegen ist dominant und bringt Vorteile für den Sprecher", so Aaron Griffith, Sprachwissenschaftler an der Universität Wien http://univie.ac.at , gegenüber pressetext. Viele bedrohte Sprachen würden dort gesprochen, wo es keinen Webzugang gäbe.

Kein Platz im digitalen Zeitalter

Um zu messen, wie viele der gesprochenen Sprachen auch im Web verwendet werden, entwickelte Kornai ein Programm, das Top-Level-Domains durchsucht und die Anzahl der Worte in jeder Sprache verzeichnet. Auf ihren Sprachgebrauch hin analysiert, wurden außerdem Wikipedia-Seiten, Betriebssysteme und Programme zur Rechtschreibüberprüfung. Die Analyse dabei hat ergeben, dass vor allem junge User bereits zu verfallen beginnende Sprachen nicht in die Online-Welt und somit ins digitale Zeitalter mitnehmen.

Um jenem Sprachensterben entgegenzuwirken, hat die Alliance for Linguistic Diversity (ALD) http://endangeredlanguages.com eine gewaltige Crowd-Sourced-Enzyklopädie der gefährdeten Sprachen ins Leben gerufen, die Bespieltexte exotischer Sprachen bietet, wie Nganasan – gesprochen von etwa 500 Personen in Russland – oder Maxakali, das rund 800 Sprecher in Brasilien hat. Wikipedias "Inkubator" http://incubator.wikimedia.org ermutigt Hobbyschreiber dazu, Projekte in sehr alten oder wenig vertretenen Sprachen zu entwickeln. Leider garantieren solche Nachschlagewerke nicht, dass die gefährdeten Sprachen im Endeffekt auch im Web etwa bei Google nutzbar sind.

Internet kann nur Hilfe sein

"Das Internet kann gut dafür verwendet werden, an neuen Sprachen interessierte Leute miteinander zu vernetzen. Aber es kann nur eine Hilfe darstellen, wenn bereits ein gewisses Interesse vorhanden ist", erklärt der Linguist im Gespräch mit pressetext. Etwa 2.500 der geschätzten 7.000 Sprachen weltweit sind laut ALD vom Aussterben bedroht.

Der Sprachentod erfolgt etappenweise: Zuerst wird die Sprache in praktischen Bereichen, wie etwa dem Handel, nicht mehr von ihren Sprechern verwendet. Danach verlieren die Jungen das Interesse an jener Sprache und schlussendlich vergisst die jüngere Generation die Sprache vollkommen. Technisch gesehen ist eine Sprache jedoch am Leben, solange sie von mindestens einer Person gesprochen wird, weshalb die Zeitspanne vom Verfall zum tatsächlichen Tod der Sprache meistens eine lange ist.

"Digital Language Death"-Studie: http://plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0077056

Früher Beginn der Vorsorge-Darmspiegelung

Darmkrebs: Anzahl der Betroffenen unter 55 Jahren nicht rückläufig

DGVS empfiehlt früheren Beginn der Vorsorge-Darmspiegelung

Berlin
– Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten (DGVS) plädiert dafür, die Darmspiegelung zur
Vorsorge von Darmkrebs bereits ab dem Alter von 50 Jahren durchzuführen,
da die Häufigkeit des kolorektalen Karzinoms ab diesem Alter deutlich
ansteigt. Während die Erkrankungsfälle bei Menschen über 55 Jahren
rückläufig sind, ist bei Jüngeren kein Rückgang zu verzeichnen. Derzeit
haben gesetzlich Versicherte ab dem Alter von 55 Jahren Anspruch auf die
Vorsorge-Darmspiegelung. Die aktuellen Empfehlungen zum
Darmkrebs-Screening finden sich auch in der kürzlich aktualisierten
S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom.

Noch
immer ist Darmkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung in Deutschland.
Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser sind die
Heilungschancen. Die Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt, ist die
zuverlässigste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs. Der Arzt kann im
Rahmen dieser Untersuchung nicht nur Vorstufen entdecken, sondern diese
auch entfernen, noch bevor sie sich zu einem Krebsleiden
weiterentwickeln. Deshalb gibt es seit 2002 in Deutschland ein
gesetzliches Früherkennungsprogramm für das kolorektale Karzinom.
Derzeit wird die Darmspiegelung von den gesetzlichen Kassen regelhaft ab
dem Alter von 55 Jahren erstattet. „Seit Einführung der
Darmkrebsvorsorge in Deutschland erkranken und sterben weniger Menschen
an Darmkrebs. Eine Studie aus Deutschland hat gezeigt, dass durch die
Vorsorge-Koloskopie etwa 180 000 Darmkrebserkrankungen verhindert
wurden“, so Professor Dr. med. Wolff Schmiegel, Direktor der
Medizinischen Universitätsklinik Knappschaftskrankenhaus,
Ruhr-Universität Bochum und Koordinator der DGVS-Leitlinie Kolorektales
Karzinom. „Dies gilt aber nur für Menschen ab 55 Jahren, das Alter, in
dem die Vorsorge-Koloskopie beginnt. Bei Personen unter 55 Jahren lässt
sich kein Rückgang feststellen“. Generell steigt die Häufigkeit des
kolorektalen Karzinoms ab einem Alter von 50 – und nicht erst ab 55
Jahren – deutlich an.

„Männer
haben in jedem Alter ein deutlich höheres Risiko für die Entwicklung
von Darmkrebstumoren als Frauen“, erklärt Privatdozent Dr. med.
Christian Pox, Chefarzt der Medizinischen Klinik und Leiter des
Darmkrebszentrums im Krankenhaus St. Joseph-Stift in Bremen und
ebenfalls Koordinator der S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom. „Dies gilt
auch für die Altersspanne von 50 bis 54 Jahren. In einer prospektiven
Studie aus den Jahren 2014/2015, in der bei 1396 Versicherten zwischen
50 und 54 Jahren eine Koloskopie durchgeführt wurde, wurden bei 8,6
Prozent der untersuchten Männer und bei 4,5 Prozent der untersuchten
Frauen fortgeschrittene gut- oder bösartige Tumore (Neoplasien)
entdeckt.“

Die
DGVS-Experten fordern daher, dass entsprechend der Empfehlung der
aktuellen S3-Leitlinie Versicherte ab einem Alter von 50 Jahren Anspruch
auf die zuverlässigste Methode – mit der höchsten Sensitivität und
Spezifität – zur Darmkrebs-Früherkennung und -Vorsorge, die
Darmspiegelung, haben sollten.

2017
schlugen internationale Experten auf dem Kongress der Vereinigten
Europäischen Gastroenterologie (United European Gastroenterology, UEG)
ein Screening bereits ab 45 Jahren vor. Aufgrund der für Deutschland
aktuell noch unzureichenden Datenlage bezüglich Darmkrebserkrankungen
bei jüngeren Menschen empfiehlt die DGVS ein generelles Screening ab 45
Jahren derzeit nicht. Die DGVS plädiert jedoch für ein Pilotprojekt zum
möglichen Nutzen des Screenings für Männer ab 45 Jahren.

Derzeit
sieht das gesetzliche Darmkrebs-Früherkennungsprogramm ab dem Alter von
50 Jahren einen immunologischen Stuhltest zur Früherkennung vor. Ab dem
Alter von 55 Jahren haben gesetzlich Versicherte dann Anspruch auf die
Vorsorge-Darmspiegelung. Bei negativem Ergebnis kann die Darmspiegelung
einmalig nach zehn Jahren wiederholt werden.

Personen
mit einem erhöhten familiären Risiko für Darmkrebs sind aktuell im
gesetzlichen Darmkrebs-Früherkennungsprogramm nicht gesondert
berücksichtigt. Zu dieser Gruppe gehören etwa Angehörige von
Darmkrebs-Betroffenen. In Deutschland trägt jeder Bürger ein
durchschnittliches Risiko von etwa sechs Prozent, im Laufe seines Lebens
an Darmkrebs zu erkranken. Mit jedem Blutsverwandten, der an Darmkrebs
erkrankt ist oder war, verdoppelt sich jeweils das Erkrankungsrisiko. In
seltenen Fällen wird Darmkrebs durch vererbbare Genveränderungen
verursacht. Anlageträger haben ebenfalls ein sehr hohes
Erkrankungsrisiko. Bei diesen beiden Risikogruppen sollte die
Darmkrebsfrüherkennung deshalb früher beginnen. Eine Beurteilung des
individuellen Risikos ist über einen standardisierten kurzen Fragebogen
möglich. Eine sinnvolle Vorgehensweise könnte darin bestehen,
Versicherten ab dem 30. Lebensjahr einmalig einen Fragebogen zur
Erfassung des familiären Risikos zukommen zu lassen, um eine mögliche
Risikosituation frühzeitig erkennen und Betroffenen rechtzeitig
medizinisch helfen zu können.

Gebäudedämmung nötiger denn je

Holzfaserdämmstoffe beschleunigen die Energie-Trendwende

  
Wuppertal (pts/06.10.2009/10:00) – Den privaten Energieverbrauch im Zaum zu halten, fällt vielen Bundesbürgern offenbar leichter als gedacht: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ging der Verbrauch fossiler Brennstoffe zum Beheizen der rund 39 Millionen Wohnungen in Deutschland zwischen 2000 und 2006 um deutlich mehr als ein Zehntel zurück! Zu dieser erfreulichen Entwicklung haben nach Einschätzung des Verbandes Holzfaser Dämmstoffe (VHD) mehrere Faktoren beigetragen, zu denen neben einem bewussteren Umgang mit fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl und Erdgas auch das verstärkte Interesse vieler Wohneigentümer an nachhaltigen Maßnahmen zur Wärmedämmung zählt. Dadurch konnte sich der Marktanteil ökologischer Holzfaserdämmstoffe seit der Jahrtausendwende bis heute mehr als verdoppeln.

"Die Bundesbürger haben längst erkannt, dass mit Öl und Kohle auf Dauer kein Staat zu machen ist. Auf erneuerbare Energien und Holzfaserdämmstoffe bei Neubau- und Sanierungsvorhaben zu setzen, gilt heute mehr denn je als Ausdruck ökologischer und ökonomischer Vernunft", betont Dr.-Ing. Tobias Wiegand, Geschäftsführer des Verbandes Holzfaser Dämmstoffe (VHD) in Wuppertal.

Natürlich bauen, besser dämmen
Vornehmlich das Angebot immer besser gedämmter Eigenheime – von Niedrigenergie- über Passiv- und Energieeffizienzhäuser bis hin zu Gebäuden, die mit ihrer innovativen technischen Ausstattung sogar Energieüberschüsse erzielen – hat seit Beginn dieses Jahrtausends zu einer erheblichen Verringerung des Energiebedarfs von Neubauten geführt. Dabei spielt die bereitwillige Nutzung beispielsweise von Solarthermie, Photovoltaik und Wärmepumpen ebenso eine Rolle wie die ungebremste Nachfrage nach natürlichen Dämmstoffen vor allem aus Holzfasern. Als Wegbereiter dieser Energieeffizienzbewegung sind das Zimmererhandwerk sowie die Fertigbauindustrie zu nennen, deren Offerten andere Anbieter zum Mitziehen bewegen. So waren es zunächst größere Fertigbauunternehmen, die ihre Produktionsanlagen auf die Beplankung mit Holzfaserdämmplatten umgerüstet haben. Heute ziehen viele kleinere Hausbaufirmen und Handwerksbetriebe nach und bieten namentlich für Sanierungsvorhaben den Einsatz ökologischer Holzfaserprodukte an.

Sünden der Vergangenheit
In den letzten fünf Jahren vor der Jahrtausendwende war der Energieverbrauch fürs Heizen bundesweit noch mit unschöner Regelmäßigkeit gestiegen. Insgesamt gibt es in Deutschland zirka 39 Millionen Wohnungen, von denen mehr als die Hälfte zwischen 30 und 60 Jahre alt sind. Das Aufdämmen dieser Bestandsgebäude im Dachbereich sowie an der Fassade gegen Raumwärmeverluste, der Austausch ihrer oftmals maroden, manchmal sogar noch einfach verglasten Fenster sowie die Erneuerung technisch überkommener Brenner gelten als vordringliche Maßnahmen, um den Energiebedarf weiter zu senken. Umweltfreundliche Sanierungsmaßnahmen im Gebäudebestand werden von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) deshalb mit zinsverbilligten Darlehen gefördert. Der anhaltende Trend hin zu natürlichen Dämmmaterialien dürfte sich im Zuge energetischer Sanierungsmaßnahmen daher auf Bestandsgebäude in ganz Deutschland ausweiten. Ähnliche Tendenzen sind auch in anderen europäischen Ländern wie Österreich, Ungarn, Italien (vornehmlich Südtirol), Frankreich und Tschechien zu beobachten.

Eine Sache für Sanierungsprofis
Bei anstehenden Reparatur- und Verschönungsarbeiten rund ums Haus sowie bei der energetischen Modernisierung lohnt es sich zumeist, an den Werterhalt der Immobilie zu denken und einen qualifizierten Fachbetrieb hinzuzuziehen. Soll der Energiebedarf des Hauses dauerhaft verringert werden, ist im ersten Schritt das Dämmen von Dach und Außenwänden mit ökologischen Holzfaserprodukten zu empfehlen. Ein Fachbetrieb des Zimmererhandwerks führt die erforderlichen Dämmarbeiten mit gebotener Sorgfalt aus und ermittelt auch den Energiebedarf des Hauses vor und nach Durchführung der Sanierung. An der Differenz beider Kennwerte kann man leicht erkennen, wie sehr sich die Ausgaben für eine Holzfaserdämmung rechnen. Schließlich sinkt der Energiebedarf des Eigenheims erheblich, während der merkantile Wert der Immobilie umso stärker steigt, sofern die Dämmmaßnahmen fachgerecht erledigt wurden.

Weitere firmenneutrale Informationen über die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Holzfaserdämmstoffen im Neubau und Immobilienbestand finden sich ebenso wie die Adressen aller VHD-Mitglieder im Internet auf http://www.holzfaser.org