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Expedition zu den Gletschern der Antarktis

Expedition zu den Gletschern der Antarktis

Forschung soll Prognosen für globalen Meeresspiegelanstieg verbessern

Wie hat sich der westantarktische Eisschild im Wechsel von Kalt- und
Warmzeiten verändert? Und was bedeutet das für den heutigen und
zukünftigen Anstieg des Meeresspiegels? Das sind die Kernfragen, mit
denen 50 wissenschaftliche Fahrtteilnehmer unter Leitung des
Alfred-Wegener-Instituts am kommenden Montag, den 6. Februar 2017 mit
dem Forschungsschiff Polarstern von Punta Arenas (Chile) in Richtung des
antarktischen Amundsenmeeres aufbrechen. In dieser Region ist der
Eismassenverlust derzeit so groß, wie nirgends sonst in der Antarktis.
Erstmalig in der Antarktis soll das Meeresboden-Bohrgerät MARUM-MeBo70
zum Einsatz kommen.

Risse im antarktischen Larsen-Schelfeis und im Brunt-Eisschelf, das die
britische Polarstation Halley beheimatet, stehen derzeit unter
Beobachtung. Noch stärker als in diesen Regionen im atlantischen Sektor
der Antarktis schreitet der Eismassenverlust jedoch im pazifischen
Sektor des Kontinents voran: im Amundsenmeer. Hierhin führt die aktuelle
Expedition des Forschungsschiffes Polarstern, um Veränderungen des
Eisschildes und seinen Beitrag zur Höhe des Meeresspiegels in der
Vergangenheit zu untersuchen und so Prognosen für die Zukunft zu
verbessern.

Der globale Meeresspiegel ist zwischen den Jahren 1901 und 2010 um 19
Zentimeter angestiegen. Prognosen für die Zukunft schwanken zwischen 26
und 82 Zentimeter Anstieg bis zum Ende des Jahrhunderts. Diese Szenarien
haben noch große Unsicherheiten und neueste Modelle zeigen, dass
möglicherweise noch bis zu einem Meter mehr Anstieg zu erwarten ist.
Zukunftsprognosen für den Meeresspiegelanstieg sind wichtig, weil sie
mögliche Anpassungen und Minimierung der Auswirkungen des Klimawandels
beispielsweise durch Küstenschutzmaßnahmen mitbestimmen.

Während Computermodelle die Kopplung zwischen Eis und Ozean mittlerweile
gut abbilden, liegen noch immer zu wenige Daten über das Verhalten der
Eisschilde in der Antarktis vor. „Wir wollen deshalb erforschen, mit
welcher räumlichen und zeitlichen Variabilität und in welchem Tempo sich
der westantarktische Eisschild in der Vergangenheit vorgeschoben und
zurückgezogen hat“, sagt Dr. Karsten Gohl vom Alfred-Wegener-Institut,
Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). „Insbesondere in
der Region des Amundsenmeeres beobachten wir seit einigen Jahrzehnten
einen ungewöhnlich rapiden Eisschildrückzug, der als Vorläufer für einen
Kollaps des gesamten westantarktischen Eisschildes vermutet wird“,
berichtet der wissenschaftliche Fahrtleiter der Polarstern-Expedition.

Das Amundsenmeer liegt im pazifischen Sektor der Antarktis. Hier münden
die beiden großen Pine-Island- und Thwaites-Gletscher ins Meer, über die
gewaltige Eismassen des westantarktischen Eisschildes in den Ozean
gelangen. Typisch für den Eisschild der Westantarktis ist, dass ein
Großteil seiner Basis unter dem Meeresspiegel auf dem Kontinent
aufliegt. Bereits heute zirkuliert relativ warmes Meerwasser auf dem
Kontinentalschelf des Amundsenmeeres, was dazu führt, dass die
Aufsatzzonen des Festlandeises und die vorgelagerten aufschwimmenden
Schelfeise empfindlich reagieren: Wird der Ozean wärmer, so lässt er das
Schelfeis von unten schmelzen und verschiebt die Aufsatzzone weiter
landeinwärts. In der Folge zieht sich der Gletscher zurück und
hinterlässt einen offenen oder nur von dünnem Meereis bedeckten Ozean,
wo vorher ein hunderte Meter dicker Eisschild lag.

Genau solche Veränderungen in der Eisbedeckung machen sich
Geowissenschaftler zunutze: Anhand von Sedimentkernen auf dem eisfreien
Kontinentalschelf wollen sie herausfinden, wann und wie weit das
Amundsenmeer in der Erdvergangenheit von Eis bedeckt oder offen war. Die
entsprechenden Informationen stecken in den Resten von Kleinstalgen
(Foraminiferen und Diatomeen), die als Sedimente im Meeresboden lagern.
Um diesen Sedimenten ihre Geheimnisse zu entlocken, kommt erstmals in
der Antarktis das Meeresboden-Bohrgerät MeBo70 des MARUM – Zentrum für
Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen zum Einsatz. Es kann
Kerne bis zu einer Gesamtlänge von 70 Metern erbohren. Anschließende
Analysen – wie die Artbestimmung der Algen und die Altersdatierung –
erlauben dann Rückschlüsse auf die früheren Wassertemperaturen und die
Vereisungsgeschichte des Amundsenmeeres.

„Wir wollen Sedimente aus den Epochen der Erdgeschichte beproben, die
analog zu den Klimabedingungen sind, die wir in den kommenden 100 bis
200 Jahren erwarten“, sagt Karsten Gohl. Dabei steht einerseits die
letzte Warmzeit vor der heutigen vor etwa 125.000 Jahren im Fokus.
Andererseits ist das Erdzeitalter des Pliozän von großem Interesse: Vor
drei bis fünf Millionen Jahren lag die Temperatur zwei bis drei Grad
über derjenigen unmittelbar vor Beginn der Industrialisierung und der
Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre entsprach mit etwa 400 ppm (Parts per
Million) dem heutigen.

Durch verschiedene Prozesse wie das Heben und Senken des antarktischen
Kontinents und Erosion liegen im Amundsenmeer geologische Schichten ganz
unterschiedlichen Alters oben am Meeresboden. An bis zu neun
verschiedenen Stellen sollen Sedimentkerne mit dem MeBo erbohrt werden.
„Zwischen den Bohrlokationen führen wir geophysikalische Messungen
durch, um die Informationen zu verknüpfen und so die
Vereisungsgeschichte des Amundsenmeeres auch in der Fläche darstellen zu
können“, erläutert der AWI-Geophysiker Gohl. „Wir hoffen, dass das
Bohrverfahren und unsere Messtechniken unter den harschen antarktischen
Bedingungen gut funktionieren und wir am 19. März mit vielen hundert
Metern Sedimentkernen in Punta Arenas wieder einlaufen“, so der
Fahrtleiter. Anschließend stehen dann Laboruntersuchungen und
Datenanalysen an. Neben den Geowissenschaftlern warten auch
Klimamodellierer am AWI sowie Forscher der beteiligten Partnerinstitute
MARUM, British Antarctic Survey und deutscher und britischer
Universitäten schon gespannt auf die Daten.

Hintergrund: Zahlen zum Meeresspiegelanstieg

Der globale Meeresspiegel ist zwischen den Jahren 1901 und 2010 um 19
Zentimeter angestiegen, das bedeutet eine Rate von 1,7 Millimeter pro
Jahr. Für den Zeitraum von 1993 bis 2010 gibt die Wissenschaft
durchschnittlich 3,2 Millimeter Meeresspiegelanstieg pro Jahr an (IPCC
2013).

Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Grönlands Gletscher im letzten
Interglazial zwischen 1,4 und 4,3 Meter zur Höhe des Meeresspiegels
beigetragen haben. Nur mit einer mittleren Gewissheit können die
Wissenschaftler in dem Bericht des Weltklimarates bei derzeitiger
Datenlage dafür angeben, dass die Eisschilde der Antarktis einen
zusätzlichen Beitrag geleistet haben.

Für die Periode 2081 bis 2100 wird ein Meeresspiegelanstieg im Vergleich
zu den Jahren 1986 bis 2005 zwischen 0,26 und 0,55 Meter
beziehungsweise zwischen 0,45 und 0,82 Meter prognostiziert – je nach
verwendetem Szenario und Modell (diese Werte sind wahrscheinlich, d.h.
sie werden mit sogenannter mittlerer Sicherheit angegeben).

(Quelle: IPCC, 2014: Climate Change 2014: Synthesis Report. Contribution
of Working Groups I, II and III to the Fifth Assessment Report of the
Intergovernmental Panel on Climate Change [Core Writing Team, R.K.
Pachauri and L.A. Meyer (eds.)]. IPCC, Geneva, Switzerland, 151 pp.;
Download: http://ar5-syr.ipcc.ch/)

Energiesparende Architektur

Die Bündelung von Technologien macht es möglich

Wörgl (pts/19.10.2005/10:00) – Die Reduzierung des Einsatzes von Kohle
und Erdöl dient nicht nur dem Klimaschutz. Effiziente Energienutzung
kann Unternehmen und Verbraucher auch reicher machen. Wie einfach
dieses Ziel zu erreichen ist, zeigt ein innovatives, heimisches
Unternehmen auf.

Außen modernstes Design, innen zukunftsweisende Technik. Und das
wichtigste: In Zeiten der Energiepreiskrise ist der neue Firmensitz der
Felbermeier-Gruppe im Norden von Salzburg ein Musterbeispiel an
Sparsamkeit. Eine einzigartige Kombination aus Solarenergie und
Erdwärme hilft das Haus im Winter auf sparsamste Art und Weise zu
beheizen und im Sommer ein angenehm kühles Raumklima zu erzeugen. Das
patentierte Energie Management System (EMS) des Unternehmens
SUN-SYSTEMS (http://www.sun-systems.at), das die Energieflüsse aus den
erneuerbaren Energien bedarfsgerecht verteilt und steuert, führt zu
einer erheblichen Steigerung des Kollektorertrages. Die Werte sprechen
für sich. Während eine "normale" Anlage ca. 35% der von der Sonne zur
Verfügung gestellten Energie nutzt, verwertet das Energie Management
System EMS bis zu 70% des einfallenden Sonnenlichtes.

Neben dem positiven Umwelteffekt, wirkt sich die neue Technologie auch
wohltuend auf die Firmenbilanzen aus. "Etwa 5.000 Liter Öl und 12.500
kg CO2-Emissionen werden jährlich gegenüber einer herkömmlichen
Ölheizung eingespart", hob der Salzburger Energie-Landesrat Sepp Eisl
die Vorzüge des Energiesystems bei der Eröffnungsfeier vergangenen
Montag hervor. Joachim Ehart von der ausführenden Firma SUN-SYSTEMS
fügte hinzu: "Die hier eingesetzte Technik amortisiert sich dank
attraktiver Fördermodelle bereits nach weniger als zehn Jahren". O-Ton
des Geschäftsführers DI Horst Felbermayr jr. in einem ORF
Radiointerview: "Wir sind wirklich begeistert von diesem neuen System.
Das ist das erste Bürogebäude, das nach diesem System arbeitet. Wir
sind sehr zufrieden."

Und so funktioniert die "Klimaanlage" der Zukunft: Die Kombination von
Solar-Energie und Erdwärme, der so genannten Geothermie, ermöglicht es,
überschüssige Sonnenenergie im Sommer von den Kollektoren in das
Erdreich zu lenken. Die Energiesonden, die im Boden versenkt sind,
speichern die Wärme und geben sie bei Bedarf später wieder ab. Die
Wärme wird im Winter in die Fußbodenheizung und die Geschossdecken
geleitet, sorgt so für ein wohltuendes Raumklima.

Während der Sommermonate nutzt das Energie Management System in Form
der "Sun-Box" die gespeicherte Energie zur Kühlung. Für dieses
ausgeklügelte System wurde am Dach des viergeschossigen Gebäudes, das
vom Architekten-Team Kleboth-Lindinger nach der Form eines
Bergkristalles konzipiert wurde, eine 80 Quadratmeter große
Solarkollektorfläche installiert. Unter dem Parkplatz des
Zukunftshauses dienen rund 800 Laufmeter Tiefensonden als Erdspeicher.

Über SUN-SYSTEMS:

Die Tiroler mit Sitz in Wörgl sind spezialisiert auf thermische
Energiebereitstellung aus erneuerbarer Energie zur teilweisen bis
kompletten ganzjährigen Versorgung für Heizung, Kühlung und
Warmwasserbereitung. SUN-SYSTEMS stellt dabei die Konzeption &
Dimensionierung des Energie-Systems dar. Zudem liefert das Unternehemen
sämtliche Kernkomponenten insbesondere die maßgeschneiderte SUN-BOX mit
integrierter Wärmepumpe und patentierter hydraulischer
Energieverteilung. Die Kollektormindesterträge sowie die Deckung des
Energiebedarfs werden von SUN-SYSTEMS garantiert.

Hautkrankheit tritt gemeinsam mit psychischem Leiden

Haut als „Spiegel der Seele“

Jede dritte Hautkrankheit tritt gemeinsam mit psychischem Leiden auf

Berlin
– Nesselsucht als Folge unterdrückter Wut, Neurodermitis durch zu viel
Stress – eine Vielzahl von Hauterkrankungen hat seelische Ursachen. Eine
neue europäische Studie belegt nun, dass fast jeder dritte Hautkranke
auch unter psychischen Problemen leidet. In Anbetracht dieser Ergebnisse
fordert die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin (DGPM),
bei der Behandlung von Hautkrankheiten Diagnostik und Therapie
gleichzeitig auftretender seelischer Erkrankungen stärker als bisher zu
berücksichtigen.

In
den vergangenen Jahrzehnten haben Hauterkrankungen immer mehr
zugenommen. Neurodermitis oder Schuppenflechte etwa sind zu
Volkskrankheiten geworden. Meistens sind die Hautleiden genetisch
veranlagt. Doch darüber, ob und wann sie ausbrechen, entscheiden viele
Faktoren mit – vor allem auch die psychische Verfassung.

Dies
belegt eine neue europäische Studie, in der Wissenschaftler in dreizehn
Staaten insgesamt rund 3600 Menschen mit Hautkrankheiten befragt und
untersucht haben. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass 29 Prozent
der Hautkranken gleichzeitig auch an einer psychischen Erkrankung
litten. Zum Vergleich: In der Kontrollgruppe, die aus 1400 Menschen ohne
Hautkrankheiten bestand, lag dieser Anteil bei nur 16 Prozent. Die
Forscher stellten außerdem fest, dass der Anteil von Menschen mit
Depressionen unter den Hautkranken mehr als doppelt so hoch war, und
Angsterkrankungen oder Suizidgedanken anderthalbmal so häufig vorkamen
wie in der Kontrollgruppe.

„In
solch großem Umfang wurde der Zusammenhang von Haut- und psychischen
Krankheiten bisher nicht nachgewiesen“, sagt Professor Dr. med. Uwe
Gieler, der als kommissarischer Leiter der Universitäts-Hautklinik in
Gießen maßgeblich an der Studie beteiligt war und sich nun Fortschritte
bei der Behandlung Hautkranker verspricht. „Wenn eine Hauterkrankung auf
psychische Probleme zurückgeht, ist die Behandlung nur adäquat, wenn
die psychischen Probleme erkannt und mitbehandelt werden“, betont
Gieler. Vor allem bei allergischen Hauterkrankungen gebe es zunehmend
Hinweise auf seelische Ursachen. „Neurodermitis kann sich durch
belastenden Stress verschlimmern, unterdrückte Wut in Nesselsucht
äußern“, erläutert der DGPM-Experte. Ursache sind höchstwahrscheinlich
Neuropeptide – Botenstoffe, die der Körper in Stress-Situationen
ausschüttet. Diese könnten durch die Nervenbahnen bis zu den Organen
gelangen und dort Entzündungen verstärken.

„Gerade
die Haut reagiert häufig als Überdruckventil der Seele“, sagt Gieler.
In der deutschen „Leitlinie Allergieprävention“, an der Gieler als
Experte der DGPM mitarbeitete, findet sich seit diesem Jahr erstmals der
Bezug zu psychischen Leiden: Schwerwiegende Lebensereignisse, wie die
Trennung der Eltern oder der Tod eines Elternteils, in der
Schwangerschaft oder in der frühen Kindheit, erhöhen das Risiko für
spätere allergische Erkrankungen der Kinder. „Diese Leitlinie
verdeutlicht, wie wichtig es ist, beispielsweise im Fall frühkindlicher
Traumata gegebenenfalls frühzeitig eine psychische Behandlung in Angriff
zu nehmen, bevor das seelische Leid in einer Allergie oder
Hauterkrankung mündet “, sagt Professor Dr. med. Harald Gündel,
Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin
und Psychotherapie in Ulm und Mediensprecher der DGPM.

Nanokühlschrank hält Quantencomputer „cool“

"Nanokühlschrank" hält Quantencomputer "cool"

Erste eigenständige Kühlanlage soll Hitzeproblem effektiv lösen

Chip bleibt nanogekühlt leistungsfähig (Foto: Aalto University/Kuan Yen Tan)
Chip bleibt nanogekühlt leistungsfähig (Foto: Aalto University/Kuan Yen Tan)

Aalto (pte002/11.05.2017/06:05) –

Forscher der Aalto University http://aalto.fi in Finnland haben die erste eigenständige Kühlanlage entwickelt, die
auch bei komplexen Quantencomputern für die nötige "Coolness" sorgen
kann. Damit die potenziellen Superrechner von morgen nämlich ihre volle
Leistungsfähigkeit entfalten können, ist es notwendig, die sogenannten
"Qubits", die die physikalische Basis in der Quanteninformatik
darstellen, von jeglichen äußeren Störungsquellen abzuschirmen. Gut
isolierte Quantenbits haben allerdings das Problem, dass sie sehr
schnell erhitzen. Diese Hitze soll nun ein neuer "Nanokühlschrank"
abfangen, der erstmals in einen Quanten-Schaltkreis verbaut werden
konnte.

"Ein Standard-Ventilator kann das nicht"

"Auch klassische Computer benötigen eingebaute
Ventilatoren, Lüfter und andere Geräte, um Hitze abzuleiten.
Quantencomputer sind hier keine Ausnahme", zitiert der "NewScientist"
Mikko Möttönen, Leiter der Forschungsgruppe Quantum Computing and
Devices am Department of Applied Physics der Aalto University.

Während ein herkömmlicher Rechner mit Bits von
Informationen funktioniert, die entweder 0 oder 1 enthalten können,
kommen hierfür bei einem Quantensystem Qubits zum Einsatz. Diese können
auf Basis der Gesetze der Quantenmechanik beide Zustände gleichzeitig
einnehmen, was in der Fachwelt als "Superposition" bezeichnet wird.

Im Gegensatz zu einem traditionellen Computer, müssen
Qubits aber stets auf einem eher niedrigen Temperaturniveau gehalten
werden, damit sie einen Algorithmus ausführen können. "Qubits heizen
sich während des Rechnens stark auf. Wenn man also mehrere
Quanten-Algorithmen nacheinander abarbeiten lassen will, braucht man
einen Kühlmechanismus, der seine Aufgabe sehr schnell erledigt. Ein
Standard-Ventilator kann das nicht", erklärt Möttönen.

Elektronen springen über Energieloch

Um das Hitzeproblem zu lösen, hat der Forscher
gemeinsam mit seinem Team einen Quanten-Schaltkreis entwickelt, der
durch ein Energieloch in der Mitte in zwei Kanäle geteilt wird: eine
supraleitende "Überholspur", auf der Elektronen quasi mit null
elektrischem Widerstand dahinbrausen können, und eine normale langsamere
Spur.

Nur Elektronen, die über ausreichend Energie verfügen,
das Energieloch zu überwinden, können von der langsamen auf die schnelle
Spur wechseln. Verfügt ein Elektron nur knapp nicht über die nötige
Energie für den Sprung, kann es sich von einem Resonator ein Photon
schnappen. Dieser Prozess führt dann zu einer Abkühlung des Resonators.

"Über einen längeren Zeitraum betrachtet, hat dieser
Vorgang auch auf die Elektronen einen kühlenden Effekt: die heißeren
springen über die Lücke, während die kühleren zurückbleiben. Auf diese
Weise wird Hitze vom ganzen System abgeleitet, so ähnlich, wie das bei
einem Kühlschrank funktioniert", erläutert Möttönen, der vom Potenzial
seines Ansatzes überzeugt ist: "Vielleicht können wir das schon in zehn
oder 15 Jahren kommerziell nutzen."

Verwaltungsinformatiker fordern mehr Transparenz

Open Government: Verwaltungsinformatiker fordern mehr Transparenz und Beteiligung beim Regierungs- und Verwaltungshandeln

Bonn, 16. Oktober 2012  Die künftige Ausgestaltung eines offenen Regierungs- und Verwaltungshandelns in Deutschland ist Thema eines Memorandums zu "Open Government", das die Fachgruppe "Verwaltungsinformatik" der Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) herausgegeben hat. Dieses Handeln muss den Voraussetzungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden. Offenheit, Transparenz, Verantwortungsbewusstsein, Beteiligung, Zusammenarbeit, Kohärenz und (volks-)wirtschaftlicher Nutzen sind dazu wichtige Prämissen.

Bei "Open Government" geht es unter anderem um einen grundlegenden Paradigmen- und Perspektivwechsel. Immer mehr Bürger fordern die Öffnung von Staat und Verwaltung ein. Sie wollen zeitnah über Entscheidungen und deren Konsequenzen informiert werden, sich in die Meinungsbildung einbringen und an der Umsetzung mitwirken. Gleichzeitig entfalten die Möglichkeiten offener Daten und offener Innovationen beachtliche Wirkung. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den Chancen, Grenzen und Risiken von Projekten hilft, vorhandene Potenziale realistisch einzuschätzen, geeignete Steuerungsmaßnahmen zu ergreifen und den künftigen Kurs überlegt zu bestimmen.

"Um diesen Mehrwert voll auszuschöpfen, ist es wichtig zu beachten, dass Open Government weitaus mehr als nur Open Government Data ist", sagte Jörn von Lucke, Sprecher der Fachgruppe Verwaltungsinformatik, Professor an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen und Koordinator des Memorandums. "In der Debatte zu Open Government geht es um das Verständnis von Öffnung: Mit welchen eigenen Schwerpunkten wollen wir als Gesellschaft, Politik und Verwaltung diese Öffnung aktiv gestalten."

In der kommenden Woche werden sich Bund und Länder auf der Sitzung des IT-Planungsrats mit ihrem künftigen Verständnis eines offenen Regierungs- und Verwaltungshandelns beschäftigen. Das Memorandum der Fachgruppe Verwaltungsinformatik wird dem IT-Planungsrat als Diskussionsgrundlage vorgelegt.

"Wir stehen am Anfang einer langen Debatte. Die Beiträge der Fachgruppe sollen dem IT-Planungsrat vor allem Orientierung über die vielen offenen Fragestellungen in Wissenschaft und Verwaltungspraxis geben.", so Jörn von Lucke.

Das Memorandum zum Download: http://fb-rvi.gi.de/fileadmin/gliederungen/fg-vi/FGVI-121016-GI-PositionspapierOpenGovernment.pdf

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ist eine gemeinnützige Fachgesellschaft zur Förderung der Informatik in all ihren Aspekten und Belangen. Gegründet im Jahr 1969 ist die GI mit ihren heute rund 20.000 Mitgliedern die größte Vertretung von Informatikerinnen und Informatikern im deutschsprachigen Raum. Die Mitglieder der GI kommen aus Wissenschaft, Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung, Lehre und Forschung.

Regelmäßiger Sex verdoppelt Lebenserwartung

Regelmäßiger Sex verdoppelt Lebenserwartung
Paarungsfreudige Graumullen sterben später als abstinente Artgenossen

Essen (pte001/28.04.2011/06:00) – Sexuell aktive Individuen weisen eine doppelt so hohe Lebenserwartung auf als abstinente Artgenossen. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam um Philip Dammann und Hynek Burda der Universität Duisburg-Essen http://www.uni-due.de . Untersucht wurde die afrikanische Graumulle. Die Wissenschaftler hoffen, mit ihren Ergebnissen die Alterungsforschung voran zu bringen. Tierexperimente sind üblich in der Alterungsforschung. Häufig wird an Mäusen getestet. "Graumullen sind Säugetiere, sie leben lange, sie leben wie Menschen in langfristigen sexuellen Bindungen", erklärt Dammann im Gespräch mit pressetext.

[Den Wissenschaftlern nach ist von Vorteil, dass die Graumulle das ganze Jahr über Sex hat. Sie ist nicht an Brunftzeiten oder an den Eisprung des Weibchens gebunden. Die Mullen sind außergewöhnlich, denn sexuelle Aktivität ist im Tierreich keine ungetrübte Freude: "Die Risiken und physiologischen Kosten der Fortpflanzung sind bei vielen Arten so hoch, dass eine starke Aktivität meist eher negativ auf die Lebenswartung wirkt", sagt Dammann.

Psychische Komponenten nicht erfassbar

Anders bei der afrikanischen Nagetier-Art: Sexuell aktive Tiere können über 20 Jahre alt werden, die abstinenten Koloniegenossen höchstens acht bis zehn. Selbst wenn die Lebensbedingungen ansonsten identisch sind. Außergewöhnlich sind die Graumullen auch deshalb, weil sie feste Bindungen eingehen. "Ich gehe nicht davon aus, dass das Graumullen-Männchen sein Weibchen liebt, aber wenn sie sich gefunden haben, bleiben sie auch zusammen", sagt Dammann.

Die psychische Komponente sei nicht so stark ausgeprägt wie beim Menschen. Getestet wird daher nur die Biologie der Tiere. Die Graumullen haben alle die selben Gene – genau wie Menschen auch. Bei der Gruppe, die sich fortpflanzt und langsam altert, analysierten die Wissenschaftler, welche Gene aktiv werden. "Wir haben 30.000 Gene, die sind nicht immer aktiv." Welche Gene aktiv oder inaktiv sind, könne einen Hinweis darüber geben, welche Gene auch beim Menschen zur langsameren Alterung beitragen. Es bleibt jedoch noch zu erforschen, ob die Ergebnisse auf Menschen übertragbar sind.

Gehirnjogging

Das Trainieren des Gedächtnis macht nicht nur Spaß, es steigert auch die Konzentrationsfähigkeit auf der Arbeit und in der Schule. Erste Studien belegen außerdem, dass „Hirnjogging“ positiven Einfluss auf Alzheimer-Erkrankungen nehmen kann. Es gibt unzählige Spielvarianten, die Spaß machen und die kognitiven Fähigkeiten stärken.

Grundsätzlich gilt, dass man am besten lernt, wenn sich visuelle Verbindungen im Kopf aufbauen lassen. Bilder helfen dabei, aus trockenen Fakten greifbares Wissen zu erzeugen und Eselsbrücken zu bauen.Man sollte den Kopf regelmäßig auch außerhalb der Schule für
Konzentrationsübungen nutzen, und zwar regelmäßig. Denn wie beim Sport können
gesetzte Ziele nur durch stete Anstrengung erreicht werden.

Spielerisch das Gehirn trainieren

Das altbekannte Memory ist nicht nur etwas für kleine Kinder. Es gibt für jede Altersklasse unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, sodass selbst im Erwachsenenalter noch Memory als Gedächtnis- und Konzentrationsspiel genutzt werden kann.

Auch „Ich packe meinen Koffer“ ist ein tolles Spiel, um die Merkfähigkeit zu verbessern. Ohne Hilfsmittel lässt es sich zudem sehr gut auf langweiligen Auto- oder Zugfahrten spielen.

Eine Runde Scrabble ist das perfekte Spiel, um mit Spaß Gedächtnis und Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten.

Übrigens, der Duden gehört zu jedem Spiel dazu, besser noch der spezielle Scrabble-Duden (Bibliographisches Institut). Das Wörterbuch gibt an, welche Wörter und
Wortformen beim Scrabbeln als sprachüblich gelten und gelegt werden dürfen.

Und nicht zu vergessen: Der Online-Duden ist eine gute Sache. Beim Spiel bevorzuge ich jedoch die „klassische“ Variante.

Idee und Text: Horst Minge und Jean Pütz

 

Strategien gegen den Hunger

Strategien
gegen den Hunger
Kritik an Effizienz, Rodungen und
Energiepflanzen
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(aid)
– Derzeit leiden weltweit rund eine Milliarde Menschen an Hunger. Mit
Maßnahmen, die an die Region und die Feldfrucht angepasst sind, könnte
die Ernährung von zusätzlich drei Milliarden Menschen gesichert werden.
Das lässt eine Untersuchung des Instituts für Nutzpflanzenwissenschaften
und Ressourcenschutz der Universität Bonn vermuten. Die Wissenschaftler
haben gemeinsam mit US-Kollegen eine Weltkarte von Strategien gegen den
Hunger veröffentlicht. 17 Nutzpflanzen wie Mais, Soja, Reis und Weizen
standen auf dem Prüfstand.

Ein Ziel ist es, die Ernteerträge
zu erhöhen. Dabei ist die Mischung verschiedener Maßnahmen wie eine
bessere Unkraut- und Schädlingskontrolle, angepasste Düngemittel,
hochwertiges Saatgut und ausreichende Bewässerung erfolgversprechend.
Die Unterschiede von Land zu Land sind groß. So erzielen die deutschen
Landwirte bereits 80 bis 90 Prozent der möglichen Erträge, während in
anderen Regionen mit der richtigen Produktionstechnik zehnmal so viel
geerntet werden könnte. Wenn man die Erträge "nur" um 50 Prozent
steigern würde, wäre laut Studie schon die Ernährung von zusätzlich rund
850 Millionen Menschen möglich.

Entsprechende Maßnahmen sind
vor allem für Afrika (43 % mögliche höhere Erträge), Asien (29 %) und
Osteuropa (20 %) relevant. Des Weiteren werden Lebensmittel ineffizient
genutzt. Vor allem in den Entwicklungsländern geht ein Drittel bis die
Hälfte der Nahrungsmittel verloren, da sie von Schädlingen gefressen
werden oder aufgrund von schlechter Lagerung und Transport verderben.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass rund um den Globus
pflanzliche Nahrungsmittel seltener für den menschlichen Verzehr
angebaut werden. So wird immer mehr Mais und Soja verfüttert, aber die
Futtermittel können eben nicht hundertprozentig in Fleisch, Milch und
Eier umgesetzt werden. In Industrieländern nimmt der Anbau von
Energiepflanzen zu. In Deutschland etwa werden nur noch 40 Prozent der
auf Ackerland erzeugten Kalorien direkt für die Ernährung von Menschen
genutzt. Im ostafrikanischen Kenia liegt die Quote dagegen bei fast 100
Prozent.

Die Umwandlung von Regenwäldern in Acker- und
Weideland führt zum Verlust der Artenvielfalt. Gleichzeitig werden
dadurch der Klimawandel und die Ausbreitung der Wüsten beschleunigt, was
die Zahl der Hungernden weiter in die Höhe treiben wird. Die
Wissenschaftler fordern dazu auf, diese Entwicklung zu stoppen. Das gilt
vor allem für Brasilien: 34 Prozent des Weltregenwald-Verlustes zwischen
den Jahren 2000 und 2012 ist auf dieses südamerikanische Land
zurückzuführen. Indonesien liegt mit 17 Prozent auf dem zweiten
Platz.

Zaubertinte

Um eine magische Illusion zu erreichen, kommen eine Vielzahl unterschiedlicher Techniken zur Anwendung: Psychologie, Ausnutzung von Wahrnehmungslücken, Kunstgriffe, optische Täuschungen und Ausnutzung physikalischer Zusammenhänge.

Im Falle der bekannten Magier David Copperfield, Hans Klok sowie Siegfried & Roy funktioniert die Show außerdem nur unter Zuhilfenahme kostspieliger Lichttechnik und jeder Menge „Mitwisser“ …

Nicht selten sind es aber auch die kleinen „Tricks“, die das Publikum bis heute faszinieren. Bereits im 19. Jahrhundert traten „Taschenspieler“ auf Jahrmärkten auf und konnten mit wenigen Requisiten verblüffende Kunststücke aufführen.

Besonders verblüffend und zugleich simpel in der Anwendung ist z.B. der „Magische Löffel“, der aus sog. Memory-Metall, bzw. Formgedächtnis-Metall, besteht. Diese speziellen Legierungen „merken“ sich ihre Ursprungsform.
Der Löffel ist im erhitzten Zustand gestreckt und nimmt beim Erkalten die ursprüngliche geknickte Form an. Uri Geller lässt grüßen …

Bis heute faszinieren mich Tricks, bei denen Gegenstände oder gar Menschen in der Luft frei schweben oder fliegen – sogar durch Ringe hindurch. Man geht davon aus, dass diese Illusion über eine ausgeklügelte Aufhängung aus unsichtbar gemachten Drähten realisiert wird.

Manche Zaubertricks lassen sich aber auch selbst herstellen. So zum Beispiel unsere geheimnisvolle Zaubertinte – einem wahren Klassiker des Schabernacks.

Stellen Sie sich einen blauen Tintenfleck auf einem kostbaren Textil vor. Wohl gar nicht lustig findet der Betroffene diesen – zugegeben – ziemlich heftigen Scherz.
Doch keine Sorge. Schon nach wenigen Sekunden verschwindet der Fleck wie von Zauberhand.

Hier die Rezeptur für unsere Zaubertinte.

Man benötigt zunächst 2 Gramm Thymolphtalein. Das bekommt man im Chemikalienhandel, in der Apotheke oder im Internet. Dabei handelt es sich um einen völlig ungiftigen sogenannten Indikator mit dem man nachweisen kann, ob eine Flüssigkeit sauer oder basisch ist.
Sicher kennen Sie aus dem Chemieunterricht noch das pH-Papier, das sich je nach pH-Wert verfärbt.

Das Thymolphtalein wird in 20 ml Weingeist (90%ig) restlos aufgelöst. Danach kommen noch 20 ml destilliertes Wasser hinzu. Destilliert deshalb, damit sich später auf dem Stoff keine hässlichen Fleckenränder bilden.

Diese Flüssigkeit hat nun einen pH-Wert von 7, das man daran erkennt, dass die Flüssigkeit farblos ist.

Nun rühren Sie noch sorgfältig 6 Gramm Soda (Natriumcarbonat) unter. Augenblicklich färbt sich die Lösung blau, das daran liegt, dass das Soda den pH-Wert auf 9 erhöht hat.

Die Zaubertinte ist nun fertig, aber wie wird sie wieder klar ? Ganz einfach, der Kohlendioxid-Anteil in der Luft bildet sich im Wasser der Tinte zu Kohlensäure. Dadurch wird binnen von Minuten der pH-Wert gesenkt und der Fleck löst sich im Nichts auf.

Mit einer Wasserpistole kann man nun sein Unwesen treiben…

Idee & Text: Horst Minge

Endokrinologen raten von Fernbehandlung via Internet ab

Endokrinologen raten von Fernbehandlung via Internet ab

Bochum – Mit der „Pille danach“ wird nach un geschütztem Sex eine Schwangerschaft verhindert. Die Standardbehandlung soll heute mit dem Progesteronrezeptor-Modulator Ulipristalacetat erfolgen, erklären führende Fachgesellschaften. Das nachträglich eingenommene hormonelle Verhütungsmittel verzögert den Eisprung und kann innerhalb von fünf Tagen nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Von Fernbehandlungen mit Verschreibungen der „Pille danach“ via Internet aus Großbritannien, wie jüngst in den deutschen Medien berichtet wurde, rät Professor Dr. med. Dr. h.c. Helmut Schatz, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) ab und empfiehlt, besser einen Frauenarzt aufzusuchen, auch um sich beraten zu lassen.

Mehr als 400 000 mal verordnen Mediziner pro Jahr in Deutschland die „Pille danach“. Durch diese auch „postkoitale Kontrazeption“ genannte Methode werden zahlreiche ungeplante Schwangerschaften und eventuell darauf folgende Schwangerschaftsabbrüche verhindert. Derzeit sind in Deutschland zwei Wirkstoffe zugelassen. Professor Dr. med. Thomas Rabe, Präsident der Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF) e. V. und Mitglied der DGE aus Heidelberg: „Beide Substanzen, sowohl das Gestagenderivat Levonorgestrel als auch der Progesteronrezeptor-Modulator Ulipristalacetat sind wirksame und sichere Substanzen.“ Beide verzögern den Eisprung. Sie dürfen nicht mit der „Abtreibungspille“ verwechselt werden, die als Wirkstoff Mifepriston enthält und nur auf einem Sondervertriebsweg direkt über die Firma zugänglich ist.

Die DGGEF und der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) e. V. haben auf der Basis neuerer Studien ihre Stellungnahme zur Notfallkontrazeption aktualisiert. Nicht mehr Levonorgestrel, sondern Ulipristalacetat ist der neue Standard für die Notfallkontrazeption. Professor Dr. Thomas Strowitzki, Ärztlicher Direktor der Abteilung Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, Universitäts-Frauenklinik Heidelberg erläutert: „Grund für die neue Bewertung ist die überlegene Wirkung von Ulipristalacetat“. Das ergab eine gepoolte Analyse zweier Vergleichsstudien an insgesamt 3.368 Frauen. Ulipristalacetat hat eine Wirksamkeit von etwa 75 bis 84 Prozent, Levonorgestrel von 52 bis 69 Prozent. Dabei ist die Wirkung abhängig vom Zeitpunkt der Einnahme. „Je früher die Einnahme erfolgt, dest o mehr ungewollte Schwangerschaften können verhindert werden“, ergänzt das DGE-Mitglied.

Beide Stoffe wirken ähnlich, sie greifen in das Hormonsystem Hirnanhangdrüse/Eierstöcke ein und verzögern den Eisprung. Über eine sogenannte negative Rückkopplung wird die Produktion des Luteinisierenden Hormons (LH) in der Hypophyse, das den Eisprung auslösen kann und die Gelbkörperbildung fördert, gehemmt, der LH-Peak verhindert (selbst wenn dieser bereits begonnen hat) und der Eisprung verschoben. Die verzögerte Ovulation erfolgt etwa fünf Tage später . Spermien überleben im weiblichen Genitaltrakt aber nur drei bis fünf Tage. Damit ist genug Zeit gewonnen, um das „fruchtbare Zeitfenster“ zu schließen. Es handelt sich somit um kei ne Mittel, das einen Frühabort eines befruchteten Eies auslöst oder dessen Einnistung, die „Nidation“ in die Gebärmutterschleimhaut verhindert, wie es durch das Einsetzen einer kupferbeschichteten „Spirale“ in die Gebärmutter bewirkt wird.

Anders als Levonorgestrel kann Ulipristalacetat bei bereits ansteigendem LH-Spiegel und einer Follikelgröße von 18 mm den Eisprung noch verschieben. „Aufgrund dieser überlegenen Wirksamkeit ist Ulipristalacetat das Mittel der ersten Wahl in der Notfallkontrazeption“, so Professor Rabe. In Deutschland ist Levonorgestrel als „Pille danach“  nicht rezeptfrei erhältlich, anders als in vielen europäischen Ländern. Das deutlich sicherer wirkende Ulipristalacetat ist generell rezeptpflichtig. Die Hormonexperten raten ab, eine „Pille danach“ über das Internet zu bestellen. Auf das Konsultieren eines Arztes sollten Frauen aus Sicherheitsgründen nicht verzichten, um sich bezüglich der Anwendung und über mögliche Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Menstruationsbeschwerden wie Schmierblutungen oder Unregelmäßigkeiten der Monatsblutung zu informieren. Es gibt auch Kontraindikationen, das heißt Zustände, wo die „Pille danach“ erheblich schaden kann, wie etwa bei schweren Lebererkrankungen oder bei einer bereits bestehenden, bislang noch nicht bekannten Schwangerschaft. Daher sollte besser sofort ein Frauenarzt oder eine Notfallstation aufgesucht werden.