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Wissenschaft von Bürokratie befreit

Wissenschaft von Bürokratie befreit

Bundestag verabschiedet Wissenschaftsfreiheitsgesetz / Schavan: "Die Zeit ist reif für mehr Autonomie und Eigenverantwortung

Der Deutsche Bundestag hat heute das Wissenschaftsfreiheitsgesetz ("Gesetz zur Flexibilisierung von haushaltsrechtlichen Rahmenbedingungen außeruniversitärer Wissenschaftseinrichtungen) beschlossen. Die außeruniversitären Wissenschaftseinrichtungen erhalten dadurch mehr Freiheit bei Finanz- und Personalentscheidungen, bei Beteiligungen und Bauverfahren. Dazu gehört beispielsweise, dass bürokratische Hemmnisse abgebaut, Kompetenzen gebündelt und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. "Das Gesetz stärkt die Wissenschaftseinrichtungen, damit sie sich im internationalen Wettbewerb auch künftig auf Spitzenniveau bewegen können, sagte Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung.

Forscherinnen und Forscher si nd in besonderem Maße darauf angewiesen, auf aktuelle Entwicklungen und gesellschaftliche Anforderungen – wie etwa die Energiewende oder den demografischen Wandel – flexibel und kurzfristig reagieren zu können. "Gute Forschung ist nicht planbar. Sie braucht Freiraum, um zu gelingen. Die Zeit ist reif für mehr Flexibilität im öffentlichen Haushaltsrecht, für stärkere Leistungsanreize und einen effizienteren Einsatz von Ressourcen. Dazu erhalten die Einrichtungen ein völlig neues Maß an Autonomie und Eigenverantwortung, sagte Schavan.

Darüber hinaus verstärkt das Gesetz auch die Transparenz in der Wissenschaft. Die Wirtschaftsführung der Wissenschaftseinrichtungen wird von einem adäquaten Monitoring begleitet. Der Einsatz von Ressourcen sowie der wissenschaftliche Fortschritt und Erfolg wird so besser sichtbar. Schavan betonte, die Pilotphase der Wissenschaftsfreiheitsinitative habe gezeigt: "Die Forschungsenrichtungen gehen maßvoll und verantwortungsbewusst mit ihrer Freiheit um. Sie haben unser Vertr auen verdient.

In den vergangenen Jahren hat der Bund die Investitionen in Forschung und Entwicklung konsequent erhöht, seit 2005 um 53 Prozent. Diese Prioritätensetzung trägt Früchte: Deutschland gehört nach aktuellen Untersuchungen zu den attraktivsten und dynamischsten Forschungs- und Innovationsstandorten der Welt. Außeruniversitäre Institutionen wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Zentren, die Leibniz-Institute, die Nationalakademie Leopoldina oder die Mittlerorganisationen Alexander von Humboldt-Stiftung und Deutscher Akademischer Austauschdienst haben an dieser positiven Entwicklung einen wesentlichen Anteil. Sie wirken entscheidend daran mit, dass in Deutschland auch in Zukunft Produkte, Dienstleistungen und Technologien entwickelt werden, die unseren Wohlstand sichern und mit denen wir den großen Herausforderungen wie Klimawandel, Energiewende, Demografischer Wandel oder Gesundheit begegnen können.

Das heute verabschiedete Gesetz schafft neue Freiräume, damit sich die Forschung weiterhin solchen entscheidenden Fragen widmen kann. Dies gilt unmittelbar für die in das Gesetz einbezogenen außeruniversitären Wissenschaftseinrichtungen, die mit öffentlichen Mitteln gefördert werden. Darüber hinaus ergreift die Bundesregierung auch für die Bundeseinrichtungen mit Ressortforschungsaufgaben – dazu gehören beispielsweise das Robert-Koch-Institut oder die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – ähnliche bedarfsgerechte Maßnahmen zur Flexibilisierung. "Das Wissenschaftsfreiheitsgesetz ist ein international sichtbares Zeichen zum Aufbruch, nicht nur für die außeruniversitäre Forschung, sondern für das gesamte Wissenschaftssystem, so Schavan. "Ich ermutige die Länder mit Blick auf die Hochschulen ausdrücklich, mit uns diesen Weg zu gehen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter: www.bmbf.de/de/12268.php.

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Social Web: „Einwegkommunikation hat ausgedient“

Social Web: "Einwegkommunikation hat ausgedient"
Marketingprofessor Anton Meyer fordert nutzerorientiertes Arbeiten
 
Anton Meyer: "Kommunikationsmodelle sind veraltet" (Foto: fotodienst.at/Loschan)

Wien (pte019/19.09.2012/12:45) – "In der Unternehmenskommunikation gibt es keine Einbahnstraßen mehr, denn der Kunde übernimmt die Initiative." Zu diesem Schluss kommt Anton Meyer, Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre und Marketing an der Ludwig-Maximilians-Universität München http://www..lmu.de , im Rahmen seiner Keynote auf der heute, Mittwoch, in Wien stattfindenden Social Media Convention 2012.

Gewandelte B2B-Kommunikation

"In sozialen Medien geht es um Wertschöpfung. In der Wissenschaft heißt es immer noch, dass der Konsument der Vernichter von Wertschöpfung ist – das ist längst nicht mehr wahr. Das Internet ist das erste Massenmedium, bei dem das Produktionsmittel gleichzeitig das Distributionsmittel und das Konsummittel ist", ergänzt Meyer in seinem Vortrag über die zentralen Herausforderungen der "neuen Welt".

Der renommierte Marketingprofessor, der sich seit Beginn des neuen Jahrtausends intensiv mit sozialen Medien beschäftigt, verortet eine "verkehrte Welt" der Unternehmenskommunikation im sozialen Netz. In seinem Vortrag wies er auf den Paradigmenwechsel im Marketing und die Charakteristika der neuen Medien hin.

In der Marketingbranche vollzieht sich Meyer zufolge derzeit ein fudamentaler Wandel. Es sei wichtig umzudenken. Das, was man bisher an den Universitäten gelernt hat, müsse infrage gestellt werden. "Die neuen Herausforderungen erfordern es, interaktiv und kundengetrieben zu handeln. "Ohne Kunden haben Sie keinen Umsatz, sondern nur ein teures Hobby", erläutert Meyer, der enen Abschmelzungsprozess bei traditionellen Kommunikationsmodellen feststellt. "Die Gatekeeper-Funktion ist weg und die Unternehmen müssen sich neu erfinden."

Geänderte Beziehung zu Stakeholdern

Wichtig ist vor allem das Umdenken weg von bisheriger Einwegkommunikation. Meyer sieht auch einen "vertikalen Vertrauensverlust" gegenüber Institutionen und Unternehmen: "Während früher noch ein Grundvertrauen vorherrschte, muss heute oft erst einmal Misstrauen abgebaut werden." Die "neue Logik" werde von den Unternehmen erst langsam umgesetzt. Auch die Beziehung zu den Stakeholdern ändere sich.

"Es sind diese Augenblicke der Wahrheit, die unsere langfristigen Beziehungenn zu den Unternehmen und ihren Marken prägen", so Meyers Fazit. Neben dem Münchner konnten die Organisatoren der Social Media Convention 2012 neun weitere Experten aus dem Bereich der sozialen Medien und Unternehmenskommunikation als Referenten gewinnen (pressetext berichtete: http://bit.ly/S5aagO ). Zum Abschluss der Veranstaltung werden besonders interessante Projekte und Agenturen mit dem "Best of Social Media Award 2012" ausgezeichnet

Folsäure auch wichtig im Alter

Das B-Vitamin wirkt wie Anti-Ageing für den Geist

Washington (pte/21.06.2005/14:55) – Die Einnahme von Folsäure in hohen
Dosen kann die geistige Leistungsfähigkeit von älteren Erwachsenen
signifikant verbessern. Damit könnte ganz einfach durch die Einnahme
einer Vitaminpille der durch das Altern einsetzende Abbau der geistigen
Leistungsfähigkeit verlangsamt werden. Dieses überraschende Ergebnis
berichten die Forscher der Wageningen University http://www.wau.nl/ am
derzeit in Washington stattfindenden Jahreskongress der Alzheimer
Association http://www.alz.org/.

Während des Alterns ist eine Verminderung der geistigen
Leistungsfähigkeit nicht vermeidbar. In ihrer aktuellen Studie haben
die niederländischen Forscher getestet, ob eine Verdoppelung der
empfohlenen Dosis Folsäure den Geist positiv stimuliert. An der Studie
nahmen 818 gesunde Probanden im Alter von 50 bis 75 Jahren teil. Diesen
wurde für die Dauer von drei Jahren entweder 800 Mikrogramm Folsäure –
das entspricht der Menge in 1,3 Kilogramm Erdbeeren – oder ein Placebo
verabreicht. Anschließend mussten sich die Teilnehmer einem
Intelligenztest unterziehen.

"Wir konnten feststellen, dass durch die Einnahme von Folsäure das
Gedächtnis der Probanden ebenso gut war, wie das von 5,5 Jahre jüngeren
Personen", erklärte Studienleiterin Jane Durga. Die Forscher stellen
jedoch klar, dass an der Studie nur gesunde und keine
Alzheimer-Patienten teilgenommen haben. Ob das Vitamin eine
Schutzwirkung gegen Alzheimer hat, ist somit nicht bewiesen.

Folsäure ist ein B-Vitamin, das vor allem in Getreide, dunkelfarbigem
Obst und Gemüse, Orangen, Erdbeeren und Bohnen vorkommt. Dem Vitamin
wurde schon in vorangegangenen Studien eine Schutzwirkung gegen
Herzerkrankungen und Schlaganfälle attestiert.

Vielseitiges Messen mit optischen Fasern

BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung

fibrisTerre GmbH

Krümmung, Dehnung & Vibration � Vielseitiges Messen mit optischen Fasern

Die
Flügel von Windkraftanlagen, die Felsen einer Steilküste, das
reibungslose Funktio­nieren einer Produktionsanlage � ein plötzliches
Versagen kann schwere
Folgen haben. Mit Hilfe von faseroptischen Sensoren ist es möglich,
frühzeitig kleinste Verän­derungen zu lokalisieren und somit ein
Frühwarnsystem zu installieren. Faseroptische Systeme eignen sich
deshalb nicht nur für die Informationsübertragung, sondern
kön­nen auch als Mess-Sensoren eingesetzt werden. Um das Potenzial
dieser Technik weiter aus-schöpfen zu können, hat die fibrisTerre GmbH
gemeinsam mit der BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
ein neues Forschungsprojekt ge­startet.

Ziel
des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen
des Programms �KMU-innovativ� geförderten Projektes ist die Entwicklung
eines
neuen Messgerätes, das optische Fasern zu hochempfindlichen Sensoren
macht, die Deh­nungen, Temperaturänderungen, Vibrationen und viele
andere Änderungen in der Um­gebung spüren. Wenn beispielsweise Zugkräfte
auf die Faser einwirken, ändern sich an dieser
Stelle der Faser die optischen Eigenschaften. Es entsteht ein
Streulicht. Das rückgestreute Licht wird aufgefangen, und das Messgerät
kann aus der Laufzeit schließen, an welcher Stelle das Ereignis
stattgefunden hat.

Bei
dem neuen Messgerät setzt man auf die digitale optische
Frequenzbereichs-Reflektometrie (OFDR). Im Gegensatz zu herkömmlichen
Geräten, die die Laufzeit
der Rückstreuung von kurzen Lichtimpulsen messen, wird bei der OFDR der
Impuls in seine spektralen Anteile aufgespalten, die dann einzeln
gemessen werden. Die neue Technik ermöglicht so kurzen Messzeiten, dass
Schwingungen, etwa an Brücken oder Wind­kraftanlagen,
schneller erfasst werden. Darüber hinaus wird das neue Verfahren neben
den bei­spielsweise aus dem Telekombereich bekannten Glasfasern auch
neuartige verlust­arme Polymerfasern nutzen und somit Bereiche
erschließen, für die Glasfasern zu zer­brechlich sind.

Im
Projekt wird das Know-how zur digitalen Fasersensorik der 2010 in
Berlin gegrün­deten fibrisTerre GmbH mit der Erfahrung der BAM in der
faseroptischen
Mess- und Prüftechnik zusammenfließen. �Ziel ist es, nach Abschluss des
Projektes ein universel­les, kosten- und energieeffizientes Messgerät
zu entwickeln, das sich auch am Markt etablieren kann�, sagt
Projektleiter Nils Nöther. Das Forschungsvorhaben innerhalb
des �KMU-innovativ�-Programms läuft bis März 2015.  Mit �KMU-innovativ�
fördert das BMBF kleine und mittlere Unternehmen, die Forschung für
neue Hightech-Produkte betreiben.

Kontakt:

Dr.-Ing. Nils Nöther

Hepatitis C: Entdeckung oft Zufallsdiagnose

Experten vermissen nationalen Hepatitis-Plan für Risikogruppen
 
Hepatitis: Einer von hundert betroffen
[ Foto ]

Wien (pte014/25.07.2012/13:55) – Hepatitis geht oft noch immer eine Zufallsdiagnose voraus. Das berichten Fachärzte des AKH Wien, die am heutigen Mittwoch über die Symptome und Heilungschancen von Hepatitis C informierten. Anlass gibt der bevorstehende Welt-Hepatitis-Tag unter der Schirmherrschaft der World Hepatitis Alliance http://worldhepatitisalliance.org und der European Liver Patients Association (ELPA) http://elpa-info.org .

Wenn auch die Heilungschancen immer besser werden, so fehle hierzulande ein nationaler Hepatitis-Plan wie etwa in Frankreich oder Bulgarien, bemängeln die Experten. "Besonders heimtückisch ist, dass erst die Diagnose das Lebensgefühl von Erkrankten mindert", sagt Gabriele Moser von der Universitätsklinik für Innere Medizin III.

Nach Infektion 20 Jahre versteckt

Laut Weltgesundheitsorganisation http://bit.ly/nWsWQC erkranken jährlich bis zu vier Mio. Menschen an Hepatitis C. In Österreich ist laut dem Gastroenterologen Peter Ferenci die Anzahl nicht wirklich bekannt. Als Risikogruppen gelten allerdings Leute mit Bluttransfusionen vor 1992, Drogensüchtige und "als große Gruppe Migranten wie Häftlinge". Bei der HCV-Übertragung werde ebenfalls "sehr viel Unsinn" gesprochen. "Hepatitis C ist sexuell nicht übertragbar, Hepatitis B schon", differenziert der Universitätsprofessor.

Nach einer Hepatitisinfektion merkt laut Experten der Patient "20 Jahre lang oft nichts", die Krankheit baue sich aber auf und ende mit Leberzirrhose oder Leberkrebs. Zu den negativen prognostischen Faktoren zählt Ferenci ein sehr heterogenes Kollektiv an Alter und Geschlecht bis hin zu Übergewicht und Diabetes. "Am wichtigsten ist das Mitmachen des Patienten bei der Therapie, was sich aber wegen den Nebenwirkungen nicht immer leicht gestaltet."

18 Tabletten täglich

Bei den Ausheilungsraten unterstreicht der Internist Harald Hofer die Abhängigkeit vom Genotyp. "Diese ist leider beim häufigsten HCV-Genotyp 1 am geringsten." Beim HCV-Genotyp 2 und 3 stehen die Heilungschancen mit einer Therapiedauer von zwölf bis 24 Wochen bei fast 90 Prozent. "Die besten Chancen auf Ausheilung bringt eine Kombinationsbehandlung mit Proteaseinhibitoren – selbst nach einer Ersttherapie", sagt der Mediziner. Eine neue Nebenwirkung von allerdings bis zu 18 Tabletten täglich seinen neuerdings Hauterkrankungen, die "sehr rasch und sehr heftig" auftreten könnten.

Bezogen auf die Lebensqualität von Hepatitis-Erkrankten unterstreicht Gabriele Moser, Ärztin und Psychotherapeutin, den Einfluss der Psyche. "Körperliche Faktoren sind eigentlich nachrangig und die Lebensqualität bis zur Diagnose ungebrochen." Angelika Widhalm, Vorsitzende der Hepatitis Hilfe Österreich http://gesundeleber.at , fordert daher mehr Information über Hepatitis, besseres medizisches Personal und mehr Verständnis für die Erkrankung "am Arbeitsplatz".

Europäischer Hepatitis-Index in Arbeit

Ziel des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli ist, die Bevölkerung für die Gefahren der viralen Hepatitis zu sensibilisieren. Unterstützt wird die Initiative auch vom Health Consumer Powerhouse http://healthpowerhouse.com , das im Auftrag von ELPA einen Europäischen Hepatitis-Index entwickeln soll, der die Maßnahmen gegen Hepatitis B und C in den EU-Mitgliedsstaaten wie auch Norwegen, Kroatien und der Schweiz bewertet und vergleicht. Die Arbeit am Index startet voraussichtlich im Oktober 2012 in Brüssel.

Fotos zur Veranstaltung unter http://fotodienst.pressetext.com/album/3047

Glas, das nicht beschlägt

Nanotechnologie schafft Mini-Schwamm, der Feuchtigkeit aufnimmt

Montreal (pte/31.08.2005/11:32) – Glas, das auch bei noch so hoher
Luftfeuchtigkeit niemals anläuft, haben Wissenschaftler des
Massachusetts Institute of Technology MIT in Boston herstellen können.
Das Einsatzgebiet dieser beschichteten Gläser wäre vielseitig und
reicht von der Schibrille über den Badezimmerspiegel bis hin zur
Autowindschutzscheibe. Das Glas kann aber auch noch etwas anderes: es
spiegelt nicht, berichten die Forscher beim Jahrestreffen der American
Chemical Society in Washington DC
http://www.chemistry.org/portal/a/c/s/1/home.html.

Forschungsleiter Michael Rubner vom MIT hat das Glas mit einer
Nanobeschichtung versehen, die nur noch 0,2 Prozent des einfallenden
Lichts reflektiert. Das ist um einiges mehr als bisheriges
Antireflex-Glas, das zwischen zwei und drei Prozent reflektiert. Das
besondere an dem neuen Glas ist aber die Tatsache, dass es kleine
Wasserpartikel aufsaugen kann und dadurch das Beschlagen verhindert.
Winzige Polymerpartikel und Glas-Nanopartikel wirken ähnlich wie ein
Schwamm: Sie saugen die Wassertröpfchen auf und bilden einen dünnen
Wasserfilm. Normalerweise sind es nämlich die Tröpfchen, die dafür
sorgen, dass sich das Glas beschlägt. "Das System funktioniert wie
molekulare Windeln", meint Rubner.

Die Partikel messen im Querschnitt nur etwa sieben Nanometer und sorgen
dafür, dass das Glas immer noch durchsichtig bleibt. Mit Hilfe von
chemischen Lösungen, die positiv und negativ geladen sind, werden die
Partikel auf das Glas aufgetragen, das anschließend auf 500 Grad
Celsius erhitzt wird, um die Beschichtung kratzfest zu machen. Bisher
ist es den Forschern nur gelungen, diese Partikel auf Oberflächen
aufzutragen, die hohen Temperaturen standhalten können. In Zukunft will
das Forscherteam um Rubner aber auch Materialien verwenden, die
niedrigere Schmelzpunkte haben.

Im Zuge der Untersuchungen haben Rubner und sein Team auch ein Glas
entwickelt, das das Wasser ähnlich wie eine Lotusblume sofort abrinnen
lässt. Wird nämlich zusätzlich eine schicht mit wachsähnlichen
Polymeren aufgetragen, rollen die Wassertropfen ähnlich wie an einer
Lotusblüte herab und nehmen Schmutzpartikel auch gleich mit. "Eine
Mischung dieser Eigenschaften, gibt es in der freien Natur auch: Ein
Käfer der Gattung Stenocara, der in der Namib-Wüste lebt, hat einen
Teil des Panzers, der Wasser anzieht und einen anderen, der es extrem
abstößt", so Rubner. Damit kann das Insekt, das in einer der
trockensten Regionen der Erde lebt, in der es fast nie regnet,
Wassertröpfchen zum Überleben einfangen.

Die Erfindung der MIT-Forscher beurteilt auch der Wiener
Wissenschaftler Hans Kuzmany vom Institut für Materialphysik der
Universität Wien http://www.univie.ac.at/materialphysik als höchst
interessant. Es sei eine Frage der Oberflächenspannung, ob ein Glas
beschlägt oder nicht. Ausschlaggebend dafür ist die Tröpfchenbildung,
so der Experte im Gespräch mit pressetext. Dass es solche Erfindungen
nicht schon längst in großindustrieller Fertigung erzeugt werden, sei
letztlich wahrscheinlich auf das Problem der mechanischen Qualität
zurückzuführen. "Ich könnte mit vorstellen, dass die
Widerstandsfähigkeit das Problem ist", meint Kuzmany. Es sei
uninteressant, ein Glas herzustellen, bei dem ein Fingerabdruck zur
Zerstörung der Nanoschicht führt.

Treibhausgas aus der Tiefsee

Methan vom Meeresgrund trägt stärker zur globalen Erwärmung bei als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung nach Untersuchungen an einem Schlammvulkan in der Tiefsee zwischen Norwegen und Spitzbergen.

Ein wichtiger Faktor für den derzeitigen globalen Klimawandel ist der Treibhauseffekt. Verantwortlich dafür sind unter anderem die beiden Gase Kohlendioxyd und Methan. Sie verhindern, dass überschüssige Wärme von der Erde ins Weltall abgestrahlt wird. Ein Methanmolekül ist hierbei über 20-mal wirkungsvoller als Kohlendioxyd und leistet damit einen deutlichen Beitrag zur Erderwärmung.

Während man die meisten Methanquellen an Land kennt, sind ozeanische Methanquellen weit weniger erforscht. Fraglich ist vor allem der Anteil an Methan, der aus dem Ozean in die Atmosphäre gelangt, also klimarelevant ist. Bis vor kurzem wurde angenommen, dass vom Meeresboden freigesetztes Methan sofort von Mikroben zersetzt und unschädlich gemacht wird. Methan aus der Tiefsee hätte damit praktisch keine Auswirkungen auf unser Klima.

Forschungen eines deutsch-französisch-russischen Teams unter Leitung des Alfred-Wegener- Instituts zeigen jedoch, dass erhebliche Mengen an Methan aus untermeerischen Quellen in die Atmosphäre gelangen. Bei Untersuchungen am aktiven Håkon Mosby Schlammvulkan zwischen Norwegen und Spitzbergen entdeckten die Forscher eine Wolke aus Methanblasen, die sich 800 Meter über dem Tiefseeboden in 1250 Metern Tiefe ausbreitet. Optische und akustische Beobachtungen zeigten, dass das umgebende Wasser vom Auftrieb der Bläschen nach oben gerissen wird und das Methan auch oberhalb der Blasenauflösung weiter zur Meeresoberfläche trägt. Allein im Bereich des Håkon Mosby Schlammvulkans fördern die Bläschen nach Berechnungen der Wissenschaftler einige hundert Tonnen Methan pro Jahr in die obere Wassersäule. “Weltweit wird die Zahl der untermeerischen Schlammvulkane auf mehrere tausend geschätzt³, erklärt Eberhard Sauter, Geochemiker am Alfred-Wegener-Institut. “Ihr Beitrag zum globalen Methanhaushalt kann also durchaus wichtig
sein.³

Derzeit wird versucht, eine akustische Methode zur Bestimmung der Methanmenge zu entwickeln. Damit sollen Methanquellen künftig leichter gefunden und charakterisiert werden können. Man erhofft sich so genauere Zahlen zur Unterstützung von Modellrechnungen zur Klimaentwicklung.

Die Ergebnisse wurden in Kooperation des Alfred-Wegener-Instituts mit seinem französischen Partnerinstitut Ifremer unter Beteiligung des Bremer Max-Planck-Insituts für Marine Mikrobiologie und des Institutes für Angewandte Physik der Russischen Akademie der Wissenschaften Nizhny Novgorod erarbeitet.

Der Originalartikel ist im März 2006 in Earth and Planetary Science Letters veröffentlicht.

Wenn Alkohol zu Gewalt führt

Köln – Alkoholkonsum und Gewaltausbrüche sind eng miteinander verbunden. Das zeigt die aktuelle Kriminalstatistik der Bundesrepublik. Mehr als 30 Prozent aller Gewaltverbrechen geschehen demnach unter Alkoholeinfluss. Besonders hoch ist der Anteil der betrunkenen Täter bei schwerer und gefährlicher Körperverletzung. Wie Alkohol und Gewalt zusammenhängen und welche Lösungsansätze es gibt, diskutieren Experten auf der Pressekonferenz des 2. Deutschen Suchtkongresses in Köln.

„Die Wechselwirkungen zwischen Alkohol und Gewalt sind ein hochkomplexes Thema. Hier gilt es noch viele Fragen zu klären – zum Beispiel, wie stark der Einfluss anderer Faktoren wie Alter, Geschlecht und sozialer Herkunft ist“, sagt Professor Dr. rer. nat. Michael Klein, Tagungspräsident des 2. Deutschen Suchtkongresses und Leiter des Deutschen Instituts für Sucht- und Präventionsforschung an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln. „Dass es jedoch einen deutlichen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und gewalttätigen Handlungen gibt, zeigt eine Vielzahl von Untersuchungen“, so Klein weiter.

Eine davon ist der „Freiburger StreetTalk“: 308 Personen wurden zu Alkoholkonsum und Gewalterleben in der Freiburger Innenstadt befragt. Den Ergebnissen zufolge hatten 90 Prozent der an einer Schlägerei Beteiligten vorher Alkohol getrunken. Besondere Bedeutung kommt dabei jenen zu, die bereits vor dem Ausgehen im heimischen Umfeld Alkohol trinken. „Diese „Vorglüher“ verlagern nicht einfach nur den Ort des Trinkens. Sie trinken vielmehr insgesamt deutlich mehr Alkohol als „Nicht-Vorglüher“ – und zwar auch noch beim Ausgehen selbst. „Vorglüher“ haben ein ganz anderes, deutlich problematischeres Konsummuster als Personen, die sich nüchtern auf den Weg in die Stadt machen“, erklärt Diplompsychologin Jeanette Piram, Leiterin der Drogenhilfe Freiburg, im Vorfeld des 2. Deutschen Suchtkongresses. Der „StreetTalk“ habe gezeigt, dass sie signifikant häufiger an gewalttätigen Auseinandersetzungen beteiligt seien. „Zwei Drittel der an einer Schlägerei beteiligten Personen hatten bereits zu Hause getrunken.“

Weitere Ergebnisse der Befragung sowie mögliche Lösungsansätze wird Piram mit ihren Kollegen auf der Pressekonferenz des Suchtkongresses diskutieren. Der 2. Deutsche Suchtkongress findet vom 16. bis zum 19. September 2009 in der Fachhochschule Köln statt. In 180 Vorträgen und 45 Symposien bietet er einen Überblick über das gesamte Spektrum der Suchtforschung.

| | Ernst Löbach | Eschen

Ernst Löbach Eschen

Lieber Jean

Zu Deinem achtzigsten (extra ausgeschrieben!) Geburtstag wünschen wir Dir weiterhin den Tatendrang und die Schaffenskraft, die Dich schon immer auszeichneten. Uta erinnert sich noch gerne daran, wie Du (damals Referendar) bei einer Prüfungs-Fete in unserem Studenten-Apartment (Ecke Salierring/Eifelstr.,oberster Stock) als einziger junger Mann von vielen sich dafür interessierte, was in der kleinen Küche technisch vorging.

Liebe Grüße und alles Gute
von Uta und Ernst Löbach

Bequem Heizen mit Holzpellets

Je größer das Wachstum, desto sicherer die Versorgung zum Niedrigtarif

Stuttgart (pte/31.08.2005/15:18) – Die rasante sich nach oben drehende
Preisspirale bei Mineralöl, lässt erneuerbare Energien in neuem Licht
dastehen. Das gilt auch beim Heizen. Zu den Gewinnern zählen dabei
Pelletsheizungen. Und dabei gilt der Slogan: Je größer das Wachstum,
desto stabiler bleiben die Preise. Und hinzu kommt noch der Vorteil,
dass es zu keiner Verknappung des Rohstoffes kommt, denn Pellets werden
aus bisher ungenutztem Restholz gefertigt.

"In Deutschland und im internationalen Umfeld sind neue
Produktionsstätten für Pellets entstanden und weitere befinden sich im
Bau", so Barbara Pilz, Chefredakteurin des Magazins "Pelletsmarkt und
Technik" http://www.pelletsmagazin.de. Derzeit produzieren in
Deutschland 28 Werke knapp 300.000 Tonnen Pellets. Weitere 14
Produktionsstätten sind in Planung. "Vergleicht man die Preise der
vergangenen drei bis vier Jahre miteinander, ist eine Verbilligung der
Pellets eindeutig erkennbar", erklärt Pilz im Interview mit pressetext.
Das Angebot liege deutlich über der Nachfrage. Den Jahresverbrauch für
das Jahr 2005 schätzt die Expertin mit etwa 200.000 Tonnen. Die Kosten
liegen bei 170 Euro pro Tonne. Das sei um vier bis fünf Euro weniger
als in den Vorjahren.

"Vergleicht man die jährlichen Energiekosten eines Einfamilienhauses
mit einem zehn-Kilowatt-Kessel und einer Wohnfläche von 150
Quadratmetern miteinander, wird der Vorteil der Pellets gegenüber
Heizöl offensichtlich", so Pilz. Bei einem Literpreis von 56 Euro-Cent
ist die Pelletsheizung um fast die Hälfte günstiger. "Die Technologie
der Pelletsheizungen ist in den vergangenen Jahren deutlich verbessert
worden", erklärt Pilz. Zum Standard gehören hier Automatisierung bei
Wärmetauscher- und Brennereinigung. "Der einzige Aufwand, der den
Nutzer noch trifft, ist das Entleeren der Aschenlade", meint Pilz.

Auch hinsichtlich der Heizleistung haben die Pellets dazugewonnen.
Durch die Schaffung einer Norm namens DINplus, die eine Kombination der
österreichischen Ö-Norm mit der Deutschen Industrienorm DIN ist,
gewährleistet einen fixen Bestandteil von Wasser- und Aschengehalt (er
liegt bei weniger als 0,5 Prozent). Einziges Handicap der
Pelletsheizungen ist der höhere Anschaffungspreis. "Rechnet man
allerdings die Nutzungsdauer mit ein und stellt eine
verbrauchsgebundene Kostenrechnung auf, schneidet die Pelletsheizung
deutlich besser ab als etwa eine Öl- oder Gasheizung", erklärt Pilz.
Derzeit überwiegen in Deutschland bei den Neuinstallationen noch dir
Gasheizungsanlagen (70 bis 72 Prozent), gefolgt von den Ölheizanlagen
(25 bis 26 Prozent). Die Pelletsheizanlagen kommen auf etwa zwei
Prozent. Hier sieht Pilz allerdings große Zuwachsraten für die
kommenden Jahre.

Einen Überblick über den wachsenden Pelletsmarkt erhalten Besucher der
Fachmesse Pellets 2005 http://www.pellets2005.de , die am 13. und 14.
Oktober in Stuttgart stattfindet. Zeitgleich geht auch das 5.
Industrieforum Holzenergie in Stuttgart über die Bühne. Barbara Pilz
ist für die Organisation des Kongress verantwortlich. Träger der
Veranstaltung sind der Deutsche Energie-Pellet-Verband
http://www.depv.de und die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie DGS
http://www.dgs.de .