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Schmetterlingsflügel geben Solarzellen Superpower

Schmetterlingsflügel geben Solarzellen Superpower

Licht-Absorptionsrate konnte um bis zu 200 Prozent gesteigert werden

Flügel als Energielieferant (Grafik: Radwanul H. Siddique, KIT/CalTech)
Flügel als Energielieferant (Grafik: Radwanul H. Siddique, KIT/CalTech)

Karlsruhe (pte013/19.10.2017/10:30) –

Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) http://kit.edu haben Nanostrukturen, wie sie sich auf den Flügeln des Schmetterlings
"Gewöhnliche Rose" befinden, auf Solarzellen übertragen. In der Folge
konnte deren Licht-Absorptionsrate um bis zu 200 Prozent gesteigert
werden. Das Geheimnis dahinter: Kleinste Löcher absorbieren Licht über
ein breites Spektrum deutlich besser als glatte Oberflächen.

Viel effizienter als gedacht

"Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine
augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt
daran, dass er für eine optimale Wärmegewinnung das Sonnenlicht
besonders gut absorbiert. Noch spannender als sein Aussehen sind für uns
die Mechanismen, mit denen er die hohe Absorption erreicht. Das
Optimierungspotenzial, das eine Übertragung dieser Strukturen für die
Photovoltaik hat, fiel deutlich höher aus, als wir vermutet hatten", so
KIT-Forscher Hendrik Hölscher.

Die Wissenschaftler haben die beim Schmetterling
identifizierten Nanostrukturen auf der Siliziumschicht einer
Dünnfilm-Solarzelle nachgebildet. Die anschließende Analyse der
Licht-Absorption lieferte vielversprechende Ergebnisse: Im Vergleich zur
flachen Oberfläche steigt die Absorptionsrate bei senkrechtem
Lichteinfall um 97 Prozent und erhöht sich stetig, bis sie bei einem
Einfallswinkel von 50 Grad sogar 207 Prozent erreicht. "Dies ist vor
allem für europäische Lichtverhältnisse interessant, da hier häufig
diffuses Licht herrscht und das Licht nur selten senkrecht auf die
Solarzellen fällt", fügt Hölscher ergänzend hinzu.

Unterschiedliche Lochmuster

Vor dem Übertragen der Nanostrukturen wurden sowohl
Durchmesser als auch Anordnung der Nanolöcher auf dem Flügel des
Schmetterlings mittels Mikrospektroskopie ermittelt. Anschließend
analysierten sie in einer Computersimulation die Stärke der
Licht-Absorption bei unterschiedlichen Lochmustern: Dabei zeigte sich,
dass unregelmäßig angeordnete Löcher mit variierenden Durchmessern, so
wie sie beim Schmetterling zu finden sind, die stabilsten
Absorptionsraten über das gesamte Spektrum und verschiedene
Einfallswinkel erzielten. Die Löcher auf der Solarzelle haben
Durchmesser von 133 bis 343 Nanometern.

Die Karlsruher Fachleute konnten mit ihrer Forschung
zeigen, dass sich durch die Wegnahme von Material die Lichtausbeute
erheblich steigern lässt. Im Projekt arbeiteten sie mit amorphem
Silizium. Allerdings, so die Forscher, ließe sich jede Art von
Dünnfilm-Photovoltaik-Modulen mit solchen Nanostrukturen verbessern,
sogar in industriellem Maßstab.

Vom „Unkraut“ zur Delikatesse – Brennnessel

Im Frühling können sich Feinschmecker über frische Brennnesseln freuen. Die jungen Blätter mit dem fein-säuerlichen bis nussigen Aroma lassen sich in der Küche vielseitig verwenden. In Kombination mit Löwenzahn, Sauerampfer und Bärlauch lässt sich ein herrlicher Wildkräutersalat zubereiten.

Zuvor werden die gewaschenen Brennnesselblätter in ein Tuch eingeschlagen und mit einer Teigrolle gewalzt, um die unangenehme Wirkung der Nesselhaare zu vermeiden. Brennnesseln sind aber auch in der Suppe, in einer Tarte, im Risotto, in Spätzle, im Auflauf und in selbst gemachter Kräuterbutter ein Genuss. Köstlich schmeckt Brennnesselpesto mit Pinienkernen, Parmesan und Olivenöl, etwas Kräutersalz, Pfeffer und Limettensaft. Als Gemüse werden die Blätter ähnlich wie Spinat zunächst in kochendem Salzwasser blanchiert, abgetropft, grob gehackt und mit gedünsteten Zwiebeln erhitzt. Anschließend kann man das Frühlingsgemüse mit Salz, Pfeffer, Muskat, eventuell Zitronensaft und einem Schuss Sahne verfeinern.

Die Brennnessel (Urtica dioica) ist in Mitteleuropa heimisch und wächst meist in Gruppen auf nährstoffreichem Boden. Sie wird bis zu einen Meter hoch und ist an den gesägten Blättern zu erkennen, die mit kleinen Brennhaaren besetzt sind. Bei Berührung brechen sie ab und entleeren ihr Brennnesselgift, vor allem Ameisensäure, auf die Haut. Das verursacht die Brennwirkung. Die alte Heilpflanze wird gerade im Frühjahr zur Entgiftung und Entschlackung empfohlen. Brennnesseltee soll die Abwehrkräfte stärken, bei Harnwegsinfektionen, Verdauungsbeschwerden, Rheuma und Gicht helfen. Einfach einen Esslöffel frische Brennnesselblätter mit einem viertel Liter kochendem Wasser übergießen, fünf bis zehn Minuten ziehen lassen und abfiltern. Die Brennnessel ist sehr gesund, da sie reichlich Eisen, Kalzium und Kalium, Kieselsäure, Vitamin A und C enthält.

Brennnesseln können ab April bis Juli gesammelt werden – am besten an geschützten Standorten wie im eigenen Garten, am Waldrand und auf Wiesen, aber nicht direkt an der Straße oder am Ackerrand. Handschuhe schützen die Haut vor den Brennhaaren. Die jungen, etwa 20 cm hohen Pflanzen sind besonders zart und aromatisch. Aber auch die Triebspitzen von größeren Brennnesseln lassen sich in der Küche verwenden. Am besten schmeckt es, wenn man die Kräuter ganz frisch sind.
Heike Kreutz (aid)

aid: Infodienst für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Der gemeinnützige Verein löste sich 2016 auf.

Gen mitverantwortlich für Herzschwäche

Zebrafische geben Auskunft über Herzinsuffizienz

Bonn (pte/04.07.2005/10:26) – Forscher des Nationalen
Genomforschungsnetzes (NGFN) http://www.ngfn.de haben eine der
genetischen Ursachen für Herzschwäche (Herzinsuffizienz) gefunden: Das
Gen mit dem Namen "dead-beat" ist ausschlaggebend für die Pumpleistung
des Herzens. Mutationen daran verringern diese Leistung, berichten die
Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Genes &
Development". Herzinsuffizienz zählt zu den Volkskrankheiten.

Anhand einer Studie an einem Zebrafisch-Mutanten konnten die Forscher
zeigen, dass das gefundene Gen eine entscheidende Rolle dabei spielt,
die Herzmuskelkraft aufrecht zu halten. Die Mutation im dead-beat-Gen
führt bei den Fischen zu Veränderungen im so genannten VEGF-Signalweg.
VEGF war bisher als Wachstumsfaktor, der die Neubildung und
Durchlässigkeit von Blutgefäßen reguliert, bekannt. Nun zeigen die
Ergebnisse, dass der Wachstumsfaktor in Herzmuskelzellen auch eine
andere Aufgabe übernimmt. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das
Enzym PhospholipaseCgamma1, das bestimmte phosphorhaltige Fette
spaltet, so dass wichtige Botenstoffe für die Zelle entstehen. "Wird
der Bauplan der PhospholipaseCgamma1 zerstört, wie dies beim
Fischmutanten passiert ist, und dadurch der Signalweg in den Zellen
ausgeschaltet, so können sich die Herzkammern nicht mehr richtig
zusammenziehen und verlieren an Pumpkraft", so Studienleiter Wolfgang
Rottbauer. Dies führe zu einer ausgeprägten Herzschwäche.

Auf die Spur des Gens sind die Forscher durch einen Zebrafisch-Mutanten
gekommen. Diese Fische eignen sich besonders gut für die Untersuchung
von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da die Larven in den ersten zehn Tagen
ihrer Entwicklung auch ohne funktionierendes Herz leben können. Dadurch
lassen sich bei ihnen Krankheiten untersuchen, die bei anderen
Lebewesen sofort tödlich wären. Da sich die Zebrafische sehr schnell
entwickeln, entspricht ihr Herz funktionell bereits nach 72 Stunden dem
Herzen eines neugeborenen Säugetiers. Ein weiterer Vorteil der Fische
besteht darin, dass ihre Larven während der Entwicklung durchsichtig
sind. Die Wissenschaftler können die krankhaften Prozesse am Herzen
also durch das Lichtmikroskop im lebenden Fisch untersuchen.

| | Markus Danielsmeier | Datteln

Markus Danielsmeier Datteln

Guten Abend Herr Pütz,
Gerne möchte ich Ihnen zum Thema Erderwärmung und CO2 Belastung zwei Texte von HR Info schicken.
Würden Sie mir eine Ihrer Email Adressen senden, damit Sie mir, als erfahrener Journalist, Ihre Meinung dazu sagen.
Ganz herzlichen Dank im Voraus

Viele Grüße aus der Stadt Datteln größter Kanalknotenpunkt der Welt

Markus Danielsmeier

Körperbutter

Liebe Zuschauer, ein Massagegerät ist ausgesprochen hilfreich und effektiv – vor allem bei der Selbstmassage. In der Regel basieren diese Geräte auf hochfrequenten Vibrationen oder auch Klopfschwingungen.

Unübertrefflich bleibt aber die klassische Handmassage. Sie geht weit über Vibration und Klopfen hinaus und folgt einer bestimmten Massagefolge:

Bei der „Effleurage“ streichen die Hände sanft über die Haut und erwärmen sie dadurch. Bei der anschließenden „Petrissage“ wird die Haut geknetet. Das steigert die Durchblutung und löst Verspannungen. Bei der „Friction“ wird mit den Fingern kreisförmiger Druck ausgeübt. Dadurch werden knotige Muskelverhärtungen, sogenannte Myogelosen, gelöst. Beim abschließenden „Tapotement“ wird  durch leichtes Klatschen oder Klopfen tieferliegendes Gewebe gelockert.

Damit die Hände besser gleiten können, sind Massageöle zu empfehlen. Der letzte Schrei ist die sogenannte Körperbutter, gewissermaßen ein festgewordenes Öl.

Rezept für eine Körperbutter:

Für eine edle Variante benötigen Sie: 50 g Kakaobutter, 50 g Sheabutter, 20 ml Jojobaöl und 20 ml Macadamiaöl. All diese kostbaren Fette und Öle werden aus Nüssen und Bohnen vorwiegend aus der Wüsten- bzw. Tropenregion gewonnen. Sie verwöhnen die Haut und machen Sie weich und geschmeidig. Schmelzen Sie alle Zutaten gemeinsam im Wasserbad und lassen die Mischung etwas abkühlen. Geben Sie schließlich 20 Tropfen eines Duftöls Ihrer Wahl hinzu. Zur Verschönerung noch etwas Pflanzenfarbe.

In Eiswürfelförmchen gießen und im Kühlschrank erstarren lassen. Einfach in der Hand schmelzen lassen oder direkt über die Haut gleiten lassen.

Damit ist Ihre Massage garantiert „in Butter“.

Internationaler Preis für Nachwuchswissenschaftler aus dem HZDR

Internationaler Preis für Nachwuchswissenschaftler aus dem HZDR

Dresden, 06.09.2012 | Dr. Shengqiang Zhou ist Leiter einer
Helmholtz-Nachwuchsgruppe im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR)
und beschäftigt sich mit magnetischen Halbleiter-Materialien, die für
die nächste Generation von Speicherkonzepten eine Rolle spielen könnten.
Seine Leistungen auf diesem Gebiet werden heute mit dem Preis der
internationalen Fachkonferenz IBMM 2012 gewürdigt, die derzeit in
Qingdao in China stattfindet.

Die IBMM, die vom 2. bis 7. September 2012 in China abgehalten wird, ist
der internationale Treffpunkt für Wissenschaftler auf dem Gebiet der
Ionenstrahl-Physik (die Abkürzung IBMM steht für
Ionenstrahl-Modifikation von Materialien). Ionenstrahlen sind schnelle,
elektrisch geladene Teilchen, mit denen sich Materialien gezielt
verändern oder genauestens untersuchen lassen. Auf der Konferenz sind
rund 300 Teilnehmer zugegen aus den Bereichen Materialwissenschaften und
Physik, die sich für die Wechselwirkung von Ionen mit Festkörpern
interessieren.

Dr. Shengqiang Zhou lebt seit dem Jahr 2005 in Dresden, wo er zunächst
als Doktorand der Technischen Universität Dresden am HZDR arbeitete. Er
beschäftigte sich damals mit der Dotierung des Halbleiters Zinkoxid mit
magnetischen Ionen. Im Jahr 2008 führte er als Postdoktorand seine
Forschungen zu den magnetischen Eigenschaften von Materialien fort,
konzentrierte sich aber auf gängige Halbleiter-Materialien wie Silizium
und Germanium. Ihn interessiert besonders, wie diese durch
Ionenstrahl-Techniken mit magnetischen Eigenschaften versehen werden
können. Eine einjährige Unterbrechung führte ihn als Forschungsprofessor
an die Universität Peking, eine der forschungsstärksten Universitäten in
China. Seit Februar 2011 leitet er die von der Helmholtz-Gemeinschaft
geförderte Nachwuchsgruppe zu funktionellen Halbleiter-Materialien im
HZDR. Neben den vielfältigen Experimentier- und Analysemöglichkeiten im
Ionenstrahl-Zentrum des HZDR kann Dr. Zhou zusammen mit seiner
Nachwuchsgruppe auch auf hervorragende Untersuchungsbedingungen an der
�Rossendorfer Beamline� am Europäischen Synchrotron (ESRF) im
französischen Grenoble zählen.

Dr. Zhou blickt auf eine Reihe sehr gut publizierter wissenschaftlicher
Veröffentlichungen zurück. So beschreibt er in einem vielzitierten
Artikel, der in der Fachzeitschrift �Physical Review B� (DOI:
10.1103/PhysRevB.77.035209) erschienen ist, die Eigenschaften von
Nanokristallen in Zinkoxid, die durch die Implantation von Kobalt- und
Nickel-Ionen erzeugt wurden. Ein weiterer Artikel, ebenfalls in
�Physical Review B� (DOI: 10.1103/PhysRevB.75.085203), widmet sich den
Eigenschaften von Silizium, in dem sich aufgrund der Implantation von
Mangan magnetische Nanopartikel bilden. In der Zeitschrift �Applied
Physics Letters� (Doi: 10.1063/1.3428770) ist nicht zuletzt sein Artikel
über die Bedeutung der Lochkonzentration in Germanium, das mit Mangan
dotiert wurde, erschienen.

Die IBMM (http://www.ibmm2012.org) verleiht Herrn Zhou den mit 1.000
Dollar dotierten Konferenzpreis für seine Arbeiten zum Einsatz von
Ionenstrahlen für magnetische Halbleiter-Materialien und seine
sorgfältigen Analysen der zugrundeliegenden physikalischen Mechanismen.
Die Verleihung findet in Qingdao am 6. September gegen 4:00 Uhr (MEZ)
statt.

Vitamin C kein Erkältungskiller

Tägliche Einnahme bleibt ohne schützende oder krankheitserleichternde Wirkung

Canberra (pte/28.06.2005/15:55) – Die Einnahme von Vitamin C kann
Erkältungen nicht verhindern. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt
eine aktuelle Untersuchung von Robert Douglas von der Australian
National University http://www.anu.edu.au/ und Harri Hemilä von der
University of Helsinki http://www.helsinki.fi/ . Damit verliert das
Werk von Linus Pauling "Vitamin C and the common cold", das in den
70ern ein Bestseller war und den Mythos des Vitamin C’s als
Erkältungsmittel etablierte, völlig an Bedeutung. Die Ergebnisse der
Studie sind in der aktuellen Ausgabe von PloS Med http://www.plos.org
erschienen.

Die beiden Forscher analysierten 23 repräsentative Studien der
vergangenen 65 Jahre, in denen die Wirksamkeit von Vitamin C getestet
wurde. In allen Untersuchungen wurde einer Gruppe von Probanden je
200mg Vitamin C täglich verschrieben, während die Kontrollgruppe nur
ein Placebo erhielt. Nach Abschluss der eingehenden Analyse konnten die
beiden Forscher jedoch keine prophylaktischen Effekte von Vitamin C
gegen Erkältungen nachweisen. "Die regelmäßige Einnahme von Vitamin C
hat keine schützende Wirkung gegen Erkältungen und keinerlei
beziehungsweise nur geringe Auswirkungen auf den Verlauf einer
Erkältung", erklärten die Experten. Bei jenen Patienten, die trotz
täglicher Einnahme von Vitamin C dennoch eine Erkältung bekamen,
dauerte die Erkältung geringfügig kürzer als bei der Kontrollgruppe.

Einzig bei der Gruppe der Extremsportler konnten sechs Studien eine
Reduzierung der Erkältungswahrscheinlichkeit durch Vitamin C um 50
Prozent feststellen. Auch bei Erkältungen, die durch kaltes Wetter
ausgelöst werden, berichten sechs Studien von einer positiven Wirkung
von Vitamin C. In einer Untersuchung wird berichtet, dass durch die
Einnahme einer einzigen, sehr hochdosierten Menge Vitamin C (acht
Gramm) beim Einsetzten der ersten Erkältungssymptome, der
Krankheitsverlauf kürzer war.

Charakteristische Anordnung von Proteinen in der Niere reguliert den gezielten Ionentransport

Charakteristische Anordnung von Proteinen in der Niere reguliert den gezielten Ionentransport
Physiologische Gesellschaft wählt Kieler Studie zur Publikation des Monats
Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler um Professor Markus Bleich, Direktoriumsmitglied
des Physiologischen Instituts der Christian-Albrechts-Universität zu
Kiel (CAU), konnten kürzlich zum ersten Mal nachweisen, dass bestimmte
Proteine in den Nierenkanälchen in einem charakteristischen
Mosaik-Muster angeordnet sind. Diese Anordnung steuert den Rücktransport
von unterschiedlichen Ionen aus dem Primärharn. Die Ergebnisse ihrer
Studie wurden in der renommierten Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS) abgedruckt. Die Deutsche Physiologische Gesellschaft wählte die Veröffentlichung zur Publikation des Monats März.
Die
Nieren sind komplexe Gebilde aus einem System von Nierenkanälchen und
Nierenkörperchen, den sogenannten Nephronen. Die Nierenkörperchen
filtern den Primärharn aus dem Blut. In den Nephronen werden dann
wertvolle Stoffe aus dem Primärharn in den Kreislauf
zurücktransportiert. Nicht benötigte Stoffe werden letztendlich als Urin
ausgeschieden. In Zusammenarbeit mit Physiologinnen und Physiologen von
der Charité Berlin untersucht die Arbeitsgruppe von Professor Bleich
unter anderem die Funktion von einzelnen Proteinen der Claudin-Familie.
Von ihnen ist bekannt, dass sie zusammen mit weiteren Proteinen zwischen
den Zellen Kanäle für Ionen bilden.
„Unsere
Ergebnisse zeigen, wie die Niere es schafft, bei der Rückgewinnung von
Salzen aus dem Primärharn zwischen ganz unterschiedlichen Ionen wie
Natrium und Magnesium zu unterscheiden“ sagt Arbeitsgruppenleiter
Bleich. Mit Hilfe bestimmter Fluoreszenzmikroskopie-Techniken konnten
die Forscherinnen Susanne Milatz und Nina Himmerkus der Kieler
Arbeitsgruppe nun zum ersten Mal nachweisen, dass die Claudine cldn3,
cldn10b, cldn16 und cldn19 im dicken aufsteigenden Teil der
Henle-Schleife, einem Segment der Nephrone, in einem charakteristischen
Mosaik-Muster vorkommen. Mit Hilfe weiterer elektrophysiologischer und
mikroskopischer Techniken entdeckten sie, dass cldn3, cldn16, und cldn19
einen Komplex bilden, der hauptsächlich für die Rückgewinnung von
Magnesium aus dem Primärharn zuständig ist, während cldn10b die
Resorption von Natrium ermöglicht.
In
weiterführenden Experimenten wollen die Kieler Physiologinnen und
Physiologen nun untersuchen, wie Claudine in den anderen
Nephronsegmenten zusammenwirken und wie sie gesteuert werden.
Originalpublikation:
Milatz
S, Himmerkus N, Wulfmeyer VC, Drewell H, Mutig K, Hou J, Breiderhoff T,
Müller D, Fromm M, Bleich M, Günzel D. Mosaic expression of claudins in
thick ascending limbs of Henle results in spatial separation of
paracellular Na+ and Mg2+ transport. PNAS. 2017 Jan 10;114(2):
E219-E227; doi: 10.1073/pnas.1611684114

DEKADE gegen Krebs

Meine Stellungnahme:

Dieses
Forschungsvorhaben halte ich für so wichtig, dass ich an der
Informationsreise des BMBF, welches am Krebsforschungszentrum Heidelberg
beginnt, teilnehme. Ich werde hier noch weiter ausführlich darüber
berichten

Ihr Jean Pütz


Startschuss der Nationalen Dekade gegen Krebs

Neue Forschungsstrategie gegen den Krebs auf den Weg gebracht

 

Krebserkrankungen möglichst verhindern,
Heilungschancen durch neue Therapien verbessern, Lebenszeit und
-qualität von Betroffenen erhöhen – das sind die Ziele der "Nationalen
Dekade gegen den Krebs". Heute ist der Startschuss für die Initiative
unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
(BMBF) gefallen.

Krebs ist in Deutschland die zweithäufigste
Todesursache und die Krankheit, die den Menschen am meisten Angst macht.
Im Kampf gegen die Erkrankung wird das BMBF zusammen mit dem
Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und vielen weiteren Partnern aus
Forschung, Versorgung und Selbsthilfe die Aktivitäten zur
Krebsbekämpfung verstärken und bündeln. Dies wurde in einer Gemeinsamen
Erklärung vereinbart.

"Forschung ist das wirksamste Mittel gegen
Krebs. Nur so werden wir den Weg zur Heilung finden. Weitere Erforschung
von Prävention, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen soll
zielgenaue Erkenntnisse liefern. Betroffenen besser helfen zu können,
ist unser kurzfristiges Ziel Dafür werden wir Schlüsseltechnologien
nutzen, wie zum Beispiel modernste biomolekulare Analysen,
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Patienten sollen schnell von
den Forschungsergebnissen profitieren – dafür bauen wir die
Forschungsförderung aus und werden alle Beteiligten aus Forschung,
Versorgung und Politik besser vernetzen. Mir ist wichtig, dass sich die
Krebsforschung an den Wünschen und Erwartungen der Betroffenen und deren
Angehörigen orientiert. Die Ziele der Dekade werden wir deshalb
kontinuierlich im engen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern
weiterentwickeln", sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

In einem ersten Schritt fördert das BMBF
praxisverändernde klinische Studien zur Prävention, Diagnose und
Therapie von Krebserkrankungen. Eine entsprechende Förderbekanntmachung
wurde heute veröffentlicht. Hierfür werden im Rahmen der Dekade bis zu
62 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Weitere Initiativen folgen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärt: "Der Kampf gegen Krebs ist eine der größten
gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. In einer
gemeinsamen nationalen Kraftanstrengung packen wir diese Herausforderung
jetzt an. Denn nur mit gebündelten Kräften ist der Wettlauf gegen Krebs
zu gewinnen. Wir müssen noch besser in der Forschung werden. Und wir
wollen die Ergebnisse der Krebsforschung noch schneller ans Krankenbett
bringen. Daher ist eine enge Verzahnung von Forschung und Versorgung so
wichtig. Zudem werden wir die Früherkennung weiter ausbauen."

Prof. Dr. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz), sagt:
"Die wichtigsten Erwartungen an die Krebsforschung und -medizin sind,
spürbare Fortschritte zu erzielen, die schnell bei den Patientinnen und
Patienten ankommen und zu erforschen, wie die Entstehung von
Krebsneuerkrankungen verhindert werden kann. Durch die Erkenntnisse in
der Krebsforschung sollen innovative Ansätze in personalisierter
Prävention, Früherkennung und Behandlung entwickelt und in das
Gesundheitssystem implementiert werden. Dazu benötigen wir eine
langfristige Förderung, vielfältige Expertisen, hochspezialisierte,
vernetzte Infrastrukturen und eine sehr enge Kooperation von
Grundlagenforschern und klinisch tätigen Ärzten. In den kommenden zehn
Jahren gilt es daher, zukunftsweisende Strukturen wie beispielsweise die
Nationalen Centren für Tumorerkrankungen (NCT) flächendeckend
auszubauen und gemeinsam mit den onkologischen Spitzenzentren und
Partnern der "Dekade gegen Krebs" vielversprechende Forschungsergebnisse
schneller nutzbar zu machen."

"Die Forschung im Bereich der Krebsprävention
muss einen viel höheren Stellenwert erhalten als bisher. Wir begrüßen
daher sehr, dass dies im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs
vorgesehen ist. Denn fast jede zweite Krebserkrankung ist vermeidbar und
viele Risikofaktoren sind bekannt. Die Deutsche Krebshilfe und das
Deutsche Krebsforschungszentrum beabsichtigen zeitnah ein
richtungweisendes ‚Nationales Krebspräventionszentrum‘ aufzubauen. Unser
Ziel ist es, in Deutschland eine zukunftssichere und strategische
Präventionsforschung auf höchstem internationalen Niveau zu etablieren",
sagt Dr. h.c. Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe.

Neben BMBF, BMG, dkfz und der Deutschen
Krebshilfe beteiligen sich am Start der "Nationalen Dekade gegen Krebs"
viele weitere Partner, unter anderem die Felix-Burda-Stiftung,
medizinische Fachgesellschaften wie die Deutsche Krebsgesellschaft,
Verbände niedergelassener Ärztinnen und Ärzte, der GKV-Spitzenverband,
forschende Industrieunternehmen, das Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte und die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe.

Die Dekade ist eine langfristige und lernende
Initiative, weitere Partner können sich einbringen. Ein Strategiekreis,
dem Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Organisationen
angehören, wird die Dekade eng begleiten. Unter dem Vorsitz des
Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Rachel, BMBF, und des
Wissenschaftlichen Vorstandes des DKFZ, Prof. Michael Baumann, definiert
dieses Gremium zentrale Forschungsaufgaben und setzt Arbeitsgruppen
ein, die Lösungen für die größten Herausforderungen entwickeln sollen.

Experten gehen aufgrund unserer älter
werdenden Gesellschaft von einer Zunahme der Krebsneuerkrankungen in
Deutschland auf bis zu 600.000 pro Jahr bis 2030 aus.

Der diesjährige Weltkrebstag am 4. Februar
widmet sich insbesondere der Krebsprävention und Krebsfrüherkennung, die
ebenfalls ein Schwerpunktthema der "Nationalen Dekade gegen Krebs" sein
werden.