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Ein Superdatenspeicher für Europa ?

(BMWi) – Wenn Sie sich für dieses Thema ausführlich interessieren wollen, empfehle ich Ihnen folgenden Artikel. Es ist sozusagen eine Darstellung der Probleme, die entstehen, wenn Europa sich nicht unabhängig macht von amerikanischen oder chinesischen Cloud-Anbietern und wie die Probleme gelöst werden können.
Ihr Jean Pütz

Wir, Vertreter der deutschen Bundesregierung, Wirtschaft und Wissenschaft, streben eine leistungs- und wettbewerbsfähige, sichere und vertrauenswürdige Dateninfrastruktur für Europa an. Dazu haben wir unter dem vorläufigen Projektnamen GAIA-X die Grundlagen für den Aufbau einer vernetzten, offenen Dateninfrastruktur auf Basis europäischer Werte erarbeitet. Das Projekt dient dem Ziel,

1. die technische und wirtschaftliche Konzeption einer solchen Infrastruktur zu konkretisieren,
2. auf dieser Basis ein gemeinsames Ökosystem von Anwendern und Anbietern aus Organisationen der öffentlichen
Verwaltung, des Gesundheitswesens, Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen zu schaffen
3.sowie unterstützende Rahmenbedingungen und Strukturen zu etablieren.
Wir verstehen das „Projekt GAIA-X“ als Wiege eines offenen digitalen Ökosystems, in dem Daten sicher und vertrauensvoll verfügbar gemacht, zusammengeführt und geteilt werden können. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit weiteren europäischen Ländern für Europa, seine Staaten, seine Unternehmen und seine Bürgerinnen und Bürger die nächste Generation einer vernetzten Dateninfrastruktur zu schaffen, die den höchsten Ansprüchen an digitale Souveränität genügt und Innovationen fördert.
Ausgehend von den europäischen Werten orientieren wir uns an diesen Leitprinzipien:
1. Europäischer Datenschutz
2. Offenheit und Transparenz
3. Authentizität und Vertrauen
4. Souveränität und Selbstbestimmtheit
5. Freier Marktzugang und europäische Wertschöpfung
6. Modularität und Interoperabilität
7. Nutzerfreundlichkeit

Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sind entschlossen, gemeinsam die Voraussetzungen für eine zukunftsorientierte und innovative Datenökonomie in Deutschland und Europa zu schaffen. Wirtschaft und Gesellschaft erwarten zu
Recht, dass die digitale Infrastruktur ein hohes Maß an Sicherheit und Verfügbarkeit aufweist.

Unter Dateninfrastruktur verstehen wir eine vernetzte technische Infrastruktur aus Komponenten und Diensten, die den Zugang zu Daten sowie deren Speicherung, Austausch und Nutzung gemäß vordefinierten Regeln ermöglicht. Unter einem
digitalen Ökosystem verstehen wir das Netzwerk aus Entwicklern, Anbietern und
Anwendern digitaler Produkte und Services in Verbindung mit Transparenz, breitem Zugang und vitalem Austausch. Es stellt somit eine entscheidende Grundlage für europäisches Wachstum, digitale Innovationen und neue Geschäftsmodelle dar.
Wir setzen auf bewährte Stärken Europas. Dazu zählen unter anderem die Vielfalt der Angebote sowie starke mittelständische und dezentrale Strukturen. Auf diese Weise verknüpfen wir die zahlreichen über Europa verteilten Investitionen in digitale Technologien und lassen sie stärkere Wirkung entfalten.

Das „Projekt GAIA-X“ sieht die Vernetzung dezentraler Infrastrukturdienste, insb. Cloud- und Edge-Instanzen, zu einem homogenen, nutzerfreundlichen System vor. Die daraus entstehende vernetzte Form der Dateninfrastruktur stärkt sowohl die digitale Souveränität der Nachfrager von Cloud-Dienstleistungen als auch die Skalierungsfähigkeit und Wettbewerbsposition europäischer Cloud-Anbieter.
Das Lösungskonzept von GAIA-X beruht auf zentralen technischen Anforderungen an eine Architektur einer vernetzten, offenen Dateninfrastruktur:
1. Datensouveränität im Sinne einer vollständigen Kontrolle über gespeicherte und verarbeitete Daten sowie die unabhängige Entscheidung darüber, wer darauf zugreifen darf.
2. Einsatz nachvollziehbar sicherer, offener Technologien, u.a. durch Einsatz von Open Source Grundsätzen, in einem offenen Ökosystem.
3. Dezentrale bzw. verteilte Datenverarbeitung über Multi-Edge, Multi-Cloud oder Edge-to-Cloud Verarbeitung für die Gewinnung von Verbundvorteilen.
4. Interoperabilität sowohl hinsichtlich technischer und semantischer Standards als auch im Sinne einer Interkonektivität auf Netzwerk-, Daten- und Dienstebene zwischen Edge- oder Cloudinstanzen.
5. Unabhängige und automatisierbare Zertifizierung und Kontrahierung eines Teilnehmers am GAIA-X-Ökosystem bzgl. der Einhaltung des GAIA-X-Regelwerkes hinsichtlich IT-Sicherheit, Datensouveränität, Service Levels und Rahmenverträgen.
6. Bereitstellung zentraler Dienste, die das Ökosystem für einen sicheren und anwendungsfreundlichen Betrieb benötigt (z.B. Authentifizierung).
7.Selbstbeschreibende GAIA-X-Knoten zur Förderung der Transparenz, aber auch zur Schaffung neuer Geschäfts- und Anwendungsmodelle teilnehmerübergreifend (z.B. Daten- oder Dienstvermittlung).Die Offenheit für nationale und europäische Initiativen mit ähnlicher Zielrichtung gibt dem Projekt ein entscheidendes Momentum für eine gemeinsame europäische Lösung. Aufbauend auf existierenden Lösungen und deren
Weiterentwicklung wollen wir aus Europa heraus wettbewerbsfähige Angebote für die Welt entwickeln.

Die Mitwirkung steht auch Marktteilnehmern außerhalb Europas offen, die unsere Ziele der Datensouveränität und Datenverfügbarkeit teilen.
Die vernetzte Dateninfrastruktur ist auf die Bedürfnisse sowohl der Anbieter als auch der Anwender zugeschnitten:
Sie stärkt die Transparenz und Sichtbarkeit auf Anbieterseite, treibt Innovationen im Bereich der Datenökonomie voran, umfasst ein klares Bekenntnis zur Interoperabilität der Angebote und verknüpft Unternehmen jeder Größe vom Industriekonzern über Mittelständler bis hin zu Start-ups.
Zur Umsetzung der vernetzten Dateninfrastruktur erachten wir eine zentrale, europäisch getragene Organisation für notwendig. Sie soll aus wirtschaftlicher, organisatorischer und technischer Sicht die Basis für eine vernetzte Dateninfrastruktur sein. Ihre Aufgabe wird sein, eine Referenzarchitektur zu entwickeln, Standards zu definieren sowie Kriterien für Zertifizierungen und Gütesiegel vorzugeben. Sie soll ein neutraler Mittler und Kern des europäischen Ökosystems sein.

Wir ermöglichen mit diesem Konzept einer vernetzten Dateninfrastruktur, dass sich Europa mit einem vitalen Ökosystem in der Datenökonomie entfalten kann. Wir streben ein Ökosystem an, das Wirtschaft, Wissenschaft, Staat und Gesellschaft gleichermaßen Souveränität und Nutzen bietet.

Wissenschaftler entschlüsseln ein weiteres Geheimnis unserer Sonne

(HZDR) – Im rotierenden Plasma der Sonne wirkt ein bis dato unbeachteter Mechanismus: eine magnetische Instabilität, von der Wissenschaftler zuvor dachten, dass sie unter diesen Bedingungen physikalisch unmöglich wäre. Dieser Effekt könnte sogar eine wesentliche Rolle bei der Entstehung des Sonnenmagnetfelds spielen, wie Forscher des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR), der Universität Leeds und des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) in der Fachzeitschrift Physical Review Fluids (DOI: 10.1103/PhysRevFluids.4.103905) berichten.

Wie bei einem gigantischen Dynamo entsteht das starke Magnetfeld der Sonne durch elektrische Ströme. Um diesen sich selbst verstärkenden Mechanismus des Sonnendynamos besser zu verstehen, müssen Forscher die Vorgänge und Strömungen im Sonnenplasma entschlüsseln. Unterschiedliche Drehgeschwindigkeiten verschiedener Regionen und komplexe Strömungen im Inneren der Sonne wirken zusammen, um das Magnetfeld zu erzeugen. Dabei können außergewöhnliche magnetische Effekte auftreten – wie die jetzt entdeckte magnetische Instabilität.

„Super-HMRI“ nennen die Forscher den neu erkannten Spezialfall der Magnetorotationsinstabilität (MRI). Es ist ein magnetischer Mechanismus, der rotierende, elektrisch leitende Flüssigkeiten und Gase in einem Magnetfeld instabil werden lässt. Das Besondere in diesem Fall: die Super-HMRI benötigt exakt die Bedingungen, wie sie im Plasma nahe des Sonnenäquators vorherrschen – dort, wo Astrophysiker die meisten Sonnenflecken und somit die größte magnetische Aktivität der Sonne beobachten. Allerdings war diese Instabilität in der Sonne bisher vollständig übersehen worden und wird in Modellen des Sonnendynamos noch nicht berücksichtigt.

Magnetische Geburtshelfer
Dabei ist bekannt, dass magnetische Instabilitäten entscheidend an vielen Vorgängen im Universum beteiligt sind. Beispielsweise entstehen Sterne und Planeten aus großen, sich drehenden Scheiben aus Staub und Gas. Ohne Magnetfelder ließe sich dieser Vorgang nicht erklären. Magnetische Instabilitäten machen die Strömung in den Scheiben turbulent und ermöglichen so, dass sich die Masse zu einem zentralen Objekt zusammenballt. Wie ein Gummiband verbindet das Magnetfeld benachbarte Schichten, die mit unterschiedlicher Geschwindigkeit rotieren. Es beschleunigt die langsamen äußeren und bremst die schnellen inneren Materieteilchen. Die Wirkung der Fliehkraft reicht dort nicht mehr aus und die Materie stürzt ins Zentrum. In der Nähe des Sonnenäquators verhält es sich genau umgekehrt. Hier bewegen sich die inneren Schichten langsamer als die äußeren. Ein solches Strömungsprofil galt in Fachkreisen bislang als physikalisch extrem stabil.

Die Forscher vom HZDR, von der Universität Leeds und vom AIP haben diesen Fall dennoch näher untersucht. Für ein kreisförmiges Magnetfeld hatten sie bereits errechnet, dass auch für außen schneller rotierende Flüssigkeiten und Gase eine magnetische Instabilität auftreten kann. Allerdings nur unter unrealistischen Bedingungen: Die Rotationsgeschwindigkeit müsste nach außen hin zu stark anwachsen.

Schrauben- statt kreisförmig
Im zweiten Anlauf gingen sie nun von einem schraubenförmig geformten Magnetfeld aus. „Wir erwarteten nichts Besonderes mehr, aber dann gab es eine handfeste Überraschung“, erinnert sich HZDR-Wissenschaftler Dr. Frank Stefani. Denn hier kann die magnetische Instabilität bereits einsetzen, wenn die Geschwindigkeit zwischen den rotierenden Plasmaschichten nur schwach zunimmt – was in der äquatornahen Region der Sonne der Fall ist.

„Die neue Instabilität könnte eine wichtige Rolle bei der Erzeugung des Sonnenmagnetfeldes spielen“, schätzt Stefani ein. „Um dies zu bestätigen, müssen wir allerdings zunächst noch weitere, numerisch aufwändige Rechnungen durchführen.“ Prof. Günther Rüdiger vom AIP ergänzt: „Astrophysiker und Klimaforscher hoffen noch immer auf ein besseres Verständnis des Sonnenfleckenzyklus. Vielleicht bringt uns die jetzt gefundene ‚Super-HMRI‘ den entscheidenden Schritt weiter. Wir werden das prüfen.“

Aufbauend auf unterschiedlichen, aber komplementären Spezialisierungen in der Astrophysik und der Magnetohydrodynamik beschäftigt sich das interdisziplinäre Forscherteam bereits seit über 15 Jahren mit magnetischen Instabilitäten – im Labor, auf dem Papier und mit Hilfe aufwändiger Simulationen. Die Wissenschaftler wollen physikalische Modelle verbessern, kosmische Magnetfelder verstehen und innovative Flüssigmetallbatterien entwickeln. Durch die enge Kooperation gelang es ihnen 2006, die Theorie der Magnetorotationsinstabilität erstmals experimentell zu bestätigen. Auch für die jetzt theoretisch vorhergesagte Spezialform planen die Forscher den Praxistest: In einem Großexperiment, das derzeit im DRESDYN-Projekt am HZDR aufgebaut wird, wollen sie magnetische Instabilitäten im Labor untersuchen.

28.10.2019 Weltkünstler HA Schult feiert seinen 80.Geburtstag

Lieber HA,

Du Tüte, muss ich über die Medien erfahren, dass Du 80 Jahre alt geworden bist? Ich habe Dich für wesentlich jünger gehalten, deswegen bin ich von den Socken, dass Du Dich schon in meine Altersgegend begeben hast.

Schön, dass der SWR Dir eine Sendung gewidmet hat. Kunst steht ja seltener im Mainstream der Journalisten, doch wenn einer, dann hast Du diese Würdigung verdient. Du hältst Dich nicht auf mit Kinkerlitzchen, sondern hast stets das Ganze im Auge. Dein permanenter Blick über den Tellerrand, über die Probleme unserer Zeit, grenzen Dich von vielen Machern in der Kunst ab. Du bist für mich einer der Sensoren, für die ich die Kunst unentbehrlich halte. Schon sehr früh hast Du das Thema der Nachhaltigkeit für die Kunst entdeckt.

Übrigens haben wir dieses sogar parallel zueinander 1968 kund getan. In meiner allerersten Sendereihe, 13 Folgen ‚Energie, die treibende Kraft‘, deren Drehbuch ich zu der Zeit schrieb, forderte ich, die Nachhaltigkeit in die ’10 Gebote‘ aufzunehmen. Ein elftes Gebot sollte dringend überall verbreitet werden: „Du sollst die Ressourcen dieser Erde nur soweit nutzen, dass unsere Kinder und Kindeskinder die gleichen ‚Chancen‘ behalten“.

Insbesondere deswegen benötigen wir die Kunst, die Vieles viel früher antizipiert als Politik, Wirtschaft und menschliche Umgangsformen.

Gott sei Dank stellen 80 Jahre heutzutage keine Grenze mehr dar. Im biblischen Sinne ist das zwar ein Methusalem-Alter, aber heute können wir uns noch einiges vornehmen. Die Gehirnzellen müssen genauso weiter trainiert werden, wie der Körper.

Du hast eine wunderbare junge Frau, die ich hiermit herzlich grüßen möchte. Die Dir neben Deinen vernunftbetonten Handlungen die notwendigen Gefühlserlebnisse verleiht. Auch das ist eines meiner Geheimnisse, der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein.

Trotzdem brauchen wir wegen des technischen Turmbaus zu Babel, den wir im Begriffe sind zu erreichten, die Vernunft. Ohne sie bricht er wie in der Bibel wie ein Kartenhaus zusammen. Du gehörst mit zu denen, die diesen Prozess aufhalten können – unter dem Motto: ‚Vernunftbegabte Bürger aller Länder vereinigt euch‘.

Noch einmal die herzlichsten Glückwünsche

Dein Jean

PS Nicht vergessen, in 20 Jahren treffen wir uns in Köln im Brauhaus Früh am Kölner Dom – 11:11 Uhr am 11. November 2039.

Wasserstoff aus Erdgas ohne CO2-Emissionen

(KIT) – Durch Methanpyrolyse lässt sich fossiles Erdgas zukünftig klimafreundlich nutzen: Methan wird dabei in gasförmigen Wasserstoff und festen Kohlenstoff gespalten, der einen wertvollen Grundstoff für verschiedene Industriezweige darstellt und darüber hinaus sicher gelagert werden kann. Dies kann ein wichtiger Baustein für eine künftig klimaneutrale Energieversorgung sein. Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben hierfür ein besonders effizientes Verfahren entwickelt. Gemeinsam mit dem Industriepartner Wintershall Dea wird es nun für den Einsatz im industriellen Maßstab weiterentwickelt.

Wasserstoff gilt in der Energiedebatte zunehmend als Schlüssel für das Gelingen der Energiewende. Experten der International Energy Agency IEA haben errechnet, dass schon eine Beimischung von 20 Prozent Wasserstoff im europäischen Gasnetz die CO2-Emissionen um 60 Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren. Das ist so viel, wie Dänemark in einem ganzen Jahr ausstößt. „Die direkte thermische Spaltung von Methan und anderen Kohlenwasserstoffen bietet eine Möglichkeit, um Wasserstoff aus Erdgas herzustellen – und zwar ohne direkte CO2-Emissionen“, erklärt Professor Thomas Wetzel vom Institut für Verfahrenstechnik des KIT. Seine Forschungsgruppe am KIT entwickelte dafür zusammen mit dem Institute for Advanced Sustainability Studies e. V. in Potsdam ein Verfahren, bei dem Methan in einem mit Flüssigmetall befüllten Blasensäulenreaktor kontinuierlich in seine Bestandteile zerlegt wird: in Wasserstoff und festen Kohlenstoff. Der Kohlenstoff kann als Reinstoff in fester Form sicher gelagert und in vielen industriellen Bereichen genutzt werden. Der Wasserstoff wiederum lässt sich als sauberer Energieträger im Strom-, Wärme- und Mobilitätsbereich nutzen oder in industriellen Prozessen einsetzen, beispielsweise bei der Herstellung von Stahl.

Forschungskooperation mit Wintershall Dea
In einem gemeinsamen, zunächst auf drei Jahre angelegten Projekt wollen das KIT und der Industriepartner Wintershall Dea in den nächsten drei Jahren nun die Grundlagen für einen künftigen industriellen Einsatz der Methanpyrolyse schaffen. „Es gibt weltweit große Mengen Erdgas und es gibt die Möglichkeit, dieses Erdgas klimaneutral nutzbar zu machen. Wie wir das technisch effizient umsetzen und später auch für große Gasmengen einsetzen können: Das wollen wir in unserem Forschungsprojekt nun untersuchen“, sagt Wetzel. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und sind überzeugt, dass wir gemeinsam einen wichtigen Beitrag für eine zukunftsfähige Energieversorgung leisten können.“ Hugo Dijkgraaf, Vorstandsmitglied und Chief Technology Officer von Wintershall Dea sagt: „Die Perspektiven, die wir in unserer Kooperation mit dem KIT etablieren, zeigen: Erdgas kann Zukunft. Schon heute ist Erdgas der sauberste konventionelle Energieträger. Aber Erdgas kann künftig noch klimafreundlicher werden: indem wir das CO2 abspalten und aus Erdgas Wasserstoff gewinnen.“

Preisgekrönte Forschung zur Methanpyrolyse
Die Forschung von KIT und dem Institute for Advanced Sustainability Studies e. V. zur Methanpyrolyse wurde 2018 mit dem Innovationspreis der Deutschen Gaswirtschaft ausgezeichnet und gewann außerdem den Publikumspreis bei der Zukunftswerkstatt ERDGAS 2018, den die Brancheninitiative Zukunft ERDGAS ausgerichtet hat. „Bei der Zukunftswerkstatt und beim Innovationspreis der Deutschen Gaswirtschaft bekommen zukunftsweisende Gastechnologien eine Bühne“, sagt Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS. Dass KIT und Wintershall Dea nun ein gemeinsames Projekt starten, um dekarbonisiertes Erdgas auf den Markt zu bringen begrüße er sehr: „Wir brauchen grünes Gas und solche zukunftsgerichteten Partnerschaften, um die Herausforderungen des Klimawandels zügig zu meistern“, so Kehler. Zukunft ERDGAS ist gemeinsam mit anderen Branchenverbänden ebenfalls Träger des Innovationspreises. Beide Veranstaltungen werden von Wintershall Dea unterstützt.

Über Wintershall Dea
Mit dem Zusammenschluss von Wintershall Holding GmbH und DEA Deutsche Erdoel AG bilden zwei erfolgreiche Firmen mit langer Tradition das führende unabhängige Erdgas- und Erdölunternehmen Europas: Wintershall Dea. Das Unternehmen mit deutschen Wurzeln und Sitz in Kassel und Hamburg sucht und fördert weltweit in 13 Ländern Gas und Öl auf effiziente und verantwortliche Art und Weise. Mit Aktivitäten in Europa, Russland, Lateinamerika und der MENA-Region (Middle East & North Africa) verfügt Wintershall Dea über ein weltweites Upstream-Portfolio und ist mit Beteiligungen im Erdgastransport zudem im Midstream-Geschäft aktiv.

Wintershall Dea steht für mehr als 120 Jahre Erfahrung als Betriebsführer und Projektpartner entlang der gesamten E&P-Wertschöpfungskette. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 4.000 Mitarbeiter aus über 60 Nationen. Die durchschnittliche Tagesproduktion im Jahr 2018 von rund 590.000 Barrel Öläquivalent will das Unternehmen bis 2023 auf rund 750.000 Barrel steigern.

27.10.2019 Syrien-Rettung, genauso wichtig wie Klimadiskussion und CO2 Reduktion

Wenn die Politik nicht über ihren Schatten springt, dann wird Syrien ein Fiasko, dass uns alle teuer zu stehen kommt.

Es geht dabei nicht nur um Flüchtlinge, sondern um Erpressbarkeit in einer Form, die uns und ganz Europa eine vernunftbetonte Politik im Nahen Osten unmöglich macht. Die eher militärischen Vorschläge, die AKK in Bedrängnis gebracht hat und teilweise unberechtigt zum Sport ihrer Kollegen gemacht zeigen nur, wie hilflos selbst die NATO diesem Geschehen zuschauen muss.

Ein Paradigmenwechsel ist unbedingt erforderlich. Der besteht darin, dass mit dem „Verbrecher“ Assad unbedingt verhandelt werden muss. Dadurch das Russland eine äußerst intelligente und geschickte Politik in Syrien betrieben hat, sitzt Assad am längeren Hebel.

Der Westen argumentiert mit scheinheiliger Moral, aber Erdogan hat da seine Vorteile rausgezogen und will damit seine Kurden Probleme mit extrem undemokratischen und aggressiven Mitteln lösen.

Die Vorwände sind so durchsichtig, dass man es kaum glauben kann dass irgendjemand im das abnimmt. Was den US-Präsidenten Trump dazu bewogen hat, wider besseres Wissen sich aus der Verantwortung zu ziehen, ist ein Skandal. Aber wir Europäer stehen dem hilflos gegenüber.

Die Quintessenz: Mit amerikanischen Verständnis können wir nicht mehr rechnen, deshalb muss Europa die Initiative ergreifen und mit Assad und Russland unmittelbar verhandeln. In der Vergangenheit wurden mit wesentlich schlimmeren Verbrechern Abkommen verabschiedet. Wenn selbst die christlichen Syrer sich das Assad-Regime als Schutzmacht wünschen, weil die sonst in einer islamischen Gesellschaft vogelfrei würden, muss uns dies zu denken geben.

Ich bin kein Außenpolitiker, aber hoffe das die Vernunft den Profis nicht ganz abgeht und dass sie ihre Ideologien mal beiseite lassen, um ein äußerst gefährliches Problem zu lösen, auch was Israel anbelangt.

Folge 44. Mit Vernunft in die Zukunft, oder ?

Nebenwirkungen und Folgen des Bundesgesetzes zur Reduzierung von CO2

(CO2 Abgabe e.V.) – Zum heutigen Beschluss der Bundesregierung für ein Gesetz zum CO2-Preis erklärt Dr. Jörg Lange, geschäftsführender Vorstand des CO2 Abgabe e.V.:

„Der von der CDU/CSU und SPD geführten Bundesregierung verabschiedete Gesetzesentwurf muss vom Deutschen Bundestag in zentralen Punkten deutlich geschärft werden. Nur ein höherer Einstiegspreis von 40 Euro, ein nationaler CO2-Mindestpreis im Emissionshandel und eine stärkere Entlastung vor allem einkommensschwacher Haushalte sorgen für die notwendigen ökonomischen Anreize, einen sozialen Ausgleich und wirksamen Klimaschutz. Zudem sind erheblich Zweifel angebracht, ob der Mechanismus eines nationalen Festpreis-Emissionshandels überhaupt zeitnah verfassungskonform umgesetzt werden kann. Mit über 4.000 Verpflichteten droht mit dem Festpreis-Emissionshandel ein unvollziehbares, klageanfälliges bürokratisches Monster.“

Hintergrund: Laut den Plänen der Bundesregierung soll ab 2021 der CO2-Preis bei 10 Euro pro Tonne liegen, er soll dann bis 2025 auf 35 Euro steigen. Ab 2026 soll ein Mindest- und Höchstpreiskorridor von 30 bis 60 Euro gelten, bevor sich der Preis am Markt bilden soll. Die Lenkungswirkung des Preiseinstiegs und des Preisanstiegspfads sind völlig offen.Die Einnahmen aus den geringen CO2-Preisen werden nur zum Teil zur Senkung von Steuern und Umlagen fließen. So soll die EEG-Umlage bis 2023 um 0,625 Cent pro Kilowattstunde sinken. Eine ausreichende Entlastung einkommensschwacher Haushalte wird bezweifelt. Verschiedene rechtliche Einschätzungen bezweifeln, dass ein Festpreis-Emissionshandel bis 2021 verfassungskonform eingeführt werden kann. Mit der hohen Anzahl der Verpflichteten droht eine Klagewelle und ein großer, bürokratischer Aufwand.

Der CO2 Abgabe e.V. ist eine Gruppe von bislang mehr als 1.000 Unternehmen, Verbänden, Kommunen und Einzelpersonen, die für eine wirksame Lenkungsabgabe auf Treibhausgase (CO2 u.a.) eintritt, um die zahlreichen Umlagen und Steuern auf Energie in Deutschland am Klimaschutz neu auszurichten. Zu den Gründungsmitgliedern gehören u.a. Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Thomas Jorberg (Vorstandssprecher der GLS Bank und Rudolf Kastner (Vorstand im Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft).

23.10.2019 Wahlprogramme oft für den Bürger unverständlich

Nicht nur die bevorstehende Landtagswahl in Thüringen bringt es an den Tag. Eine wissenschaftliche Untersuchung belegt, dass die Sprache und die Texte der Politiker nicht nur oft abgedroschen sind, sondern für den Wähler meist unverständlich. Die Universität Hohenheim bei Stuttgart hat dies in einer umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchung belegt und Noten verteilt.

Mein Appell: Wenn Ihr Politiker die Demokratie ernst nehmen wollt, dann drückt euch wenigstens in euren Wahlprogrammen so aus, dass ein normaler Bürger es versteht. Das gilt insbesondere für alles was ihr vor den Wahlen versprecht. Bestimmte Parallelgesellschaften entwickeln für sich eine Art Geheimsprache, die viele Bevölkerungsgruppen ausschließen soll. Ich weiß, das wollt ihr keineswegs, aber es wird so. Das ist der Boden auf dem Populismus wächst und gedeiht..

Das viele Bevölkerungsgruppen sich von der Politik abwenden, ich nicht nur den nicht gehaltenen Versprechen geschuldet, sondern auch weil das Gehabe und die Sprache manchen Wähler abstößt.
Das dann charismatische Scharlatane das Blaue vom Himmel versprechen können und die Oberhand gewinnen, wie beispielsweise in den USA oder in der Türkei, ist dann kein Wunder.

Folge 43. Mit Vernunft in die Zukunft, oder ?

Unverständlichkeit der Wahlprogramme

(Uni Hohenheim) – Kommunikationswissenschaftler der Universität Hohenheim analysieren Wahlprogramme auf formale Verständlichkeit und auf populistische Sprache.

Bandwurmsätze mit bis zu 74 Wörtern (SPD), Wortungetüme wie „Gewässerrandstreifenregelung“ (AfD) und „Funkzellenabfragen-Transparenz-System“ (FDP) oder Fachbegriffe wie „Land Grabbing“ (AfD) und „Makerfairs“ (Grüne): Die Wahlpro­gramme der Parteien zur Landtagswahl in Thüringen sind für viele Laien schwer zu verstehen. Das ist das Ergebnis einer Analyse von Kommunikationswissenschaftlern der Universität Hohenheim in Stuttgart. Und: Den größten Anteil populistischen Vokabulars weist das Programm der AfD auf – stärker noch als bei der Wahl in Sachsen und Brandenburg am 1. September dieses Jahres.

„Parteien sollten ihre Positionen klar und verständlich darstellen, damit die Wählerinnen und Wähler eine begründete Wahlentscheidung treffen können. Dazu dienen die Wahlprogramme“, betont der Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim. Er hat mit seinem Team die Wahlprogramme zur Landtagswahl in Thüringen 2019 untersucht.

Wahlprogramme noch schlechter verständlich als bei Landtagswahl 2014
Mit Hilfe einer Analyse-Software fahnden die Wissenschaftler um Prof. Dr. Brettschneider unter anderem nach überlangen Sätzen, Fachbegriffen, Fremdwörtern und zusammengesetzten Wör­tern. Anhand dieser Merkmale bilden sie den „Hohenheimer Verständlichkeitsindex“. Er reicht von 0 (schwer verständlich) bis 20 (leicht verständlich).

Im Durchschnitt ist die Verständlichkeit der Landtagswahlprogramme in Thüringen mit 7,1 Punkten noch etwas niedriger als bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2014 (7,4 Punkte). Für Prof. Dr. Brettschneider sind diese Werte enttäuschend: „Alle Parteien haben sich in den letzten Jahren Transparenz und Bürgernähe auf die Fahne geschrieben, doch mit derartigen Wahlprogrammen verpassen sie eine kommunikative Chance. Sie schließen einen erheblichen Teil der Wählerinnen und Wähler aus.“

AfD und FDP mit der unverständlichsten Sprache, CDU am verständlichsten
Das formal verständlichste Wahlprogramm in Thüringen liefert die CDU mit 7,9 Punkten auf dem Hohenheimer Verständlichkeitsindex. Auch 2014 hatte sie dort den ersten Platz belegt. Ihr folgen die SPD mit 7,7 Punkten und die Grünen mit 7,5 Punkten. Den letzten Platz teilen sich die AfD und die FDP mit jeweils 6,4 Punkten. Aus sprachlicher Perspektive sind ihre Programme am unverständlichsten.

„Alle Parteien könnten verständlicher formulieren“, ist Prof. Dr. Brettschneider überzeugt. „Das zeigen gelungene Passagen in den Einleitungen und im Schlussteil. Die Themenkapitel sind hingegen das Ergebnis innerparteilicher Expertenrunden. Diesen ist meist gar nicht bewusst, dass die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler ihren Fachjargon nicht versteht. Wir nennen das den ‚Fluch des Wissens’. Zudem nutzen Parteien abstraktes Verwaltungsdeutsch auch, um unklare oder unbeliebte Positionen zu verschleiern. In diesem Fall sprechen wir von taktischer Unver­ständlichkeit.“

Verständlichkeitshürden schließen Wählerinnen und Wähler aus
„Land Grabbing“ (AfD), „Regulatory Sandboxes“ (CDU), „EdTech Coaches“ (FDP), „Jobseeker“ (FDP), „Makerfairs“ (Grüne), „Mesh-Netzwerke“ (Grüne), „heterodoxe Ökonomie“ (Linke) oder „front office“ (SPD): Die Programme der Parteien enthalten zahlreiche Fremd- und Fachwörter. Vor allem für Leser ohne politisches Fachwissen stellen diese eine große Verständlichkeitshürde dar.

Einen ähnlichen Effekt hätten Wortzusammensetzungen oder Nominalisierungen, so Claudia Thoms, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Kommunikationstheorie. Einfache Begriffe würden so zu Wort-Ungetümen, wie z.B. „Gewässerrandstreifenregelung“ (AfD), „Jugendkunstschullastenausgleich“ (CDU), „Funkzellenabfragen-Transparenz-System“ (FDP), „Totalherbizid-Reduzierungs-Strategie“ (Grüne) oder „Beteiligten-Transparenz-Dokumentation“ (Linke).

„Auch zu lange Sätze erschweren das Verständnis. Das gilt besonders für Wenig-Leser. Sätze sollten möglichst nur jeweils eine Information vermitteln“, erklärt Thoms. „Der längste Satz findet sich im Programm der SPD mit 74 Wörtern. Aber auch bei allen anderen Parteien tauchen überlange Sätze auf. Sätze mit 30 und 40 Wörtern sind keine Seltenheit.“

Populistische Sprache bei der AfD am häufigsten
Bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen vor wenigen Wochen haben die Hohenheimer Forscher erstmals auch die Verwendung populistischen Vokabulars untersucht. Diese Analyse haben sie nun auch in Thüringen durchgeführt. Dabei verwendeten sie die Anti-Elitismus-Dimension einer Wortliste von Rooduijn und Pauwels (2011). Sie zählten, wie oft Begriffe aus dieser Wortliste in den jeweiligen Wahlprogrammen vorkommen.

Die Wortliste besteht aus den folgenden Begriffen: elit*, konsens*, undemokratisch*, referend*, korrupt*, propagand*, politiker*, täusch*, betrüg*, betrug*, *verrat*, scham*, schäm*, skandal*, wahrheit*, unfair*, unehrlich*, establishm*, *herrsch*, lüge* (die Sternchen dienen als Platzhalter, um unterschiedliche Schreibweisen der Wörter und zusammengesetzte Wörter zu berücksichtigen).

Im Schnitt enthalten die Programme in Thüringen ähnlich häufig populistisches Vokabular wie die Landtagswahlprogramme in Brandenburg und Sachsen in diesem Jahr. Mit Abstand am populistischsten ist die Sprache der AfD in Thüringen. Dort ist sie sogar noch populistischer als in den Programmen der AfD in Brandenburg und Sachsen. Auf Platz 2 und 3 folgen die Grünen und die Linke.

„Populistische Rhetorik besteht natürlich aus mehr als aus einfachen Begriffen. Aber die untersuchten Begriffe sind gute und bewährte Indikatoren für Populismus“, sagt Prof. Dr. Brettschneider. Gemein hätten Populisten unterschiedlicher Färbung, dass sie (1) das (eine, wahre) Volk als Gegenspieler einer (2) (entfremdeten, feindlichen) Elite begreifen. Typischerweise fokussierten Rechtspopulisten dabei vor allem auf kulturelle Themen (beispielsweise Migration), während Linkspopulisten eher ökonomische Themen in den Mittelpunkt stellten.

HINTERGRUND: Die Hohenheimer Wahlprogramm-Analyse
Das Fachgebiet für Kommunikationswissenschaft, insbesondere Kommunikationstheorie, an der Universität Hohenheim untersucht in seiner Langzeitstudie unter anderem folgende Fragen: Kommunizieren die Parteien in ihren Wahlprogrammen so verständlich, dass die Wahlberechtigten sie verstehen können? Welche Verständlichkeits-Hürden finden sich in den Wahlprogrammen? Und welche Themen und Begriffe dominieren in den Programmen?

Inzwischen haben die Wissenschaftler mehr als 700 Landtags-, Bundestags- und Europa­wahl­programme analysiert. Möglich werden diese Analysen durch die Verständlichkeits-Software „TextLab“. Die Software wurde von der Ulmer Agentur H&H CommunicationLab und von der Universität Hohenheim entwickelt. Sie berechnet verschiedene Lesbarkeitsformeln sowie Text­faktoren, die für die Verständlichkeit relevant sind (z.B. Satzlängen, Wortlängen, Schachtelsätze und den Anteil abstrakter Wörter).

Aus diesen Werten setzt sich der „Hohenheimer Verständlichkeitsindex“ zusammen. Er bildet die Verständlichkeit der Programme und Texte auf einer Skala von 0 (schwer verständlich) bis 20 (leicht verständlich) ab. Zum Vergleich: Doktorarbeiten in Politikwissenschaft haben eine durch­schnittliche Verständlichkeit von 4,3 Punkten. Hörfunk-Nachrichten kommen im Schnitt auf 16,4 Punkte, Politik-Beiträge überregionaler Zeitungen wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Welt oder der Süddeutschen Zeitung auf Werte zwischen 11 und 14.

18.10.2019 Wird der Krieg wieder Mittel der Politik ?

Wie konnte es dazu kommen, dass wir Europäer hilflos solchen Kriegsverbrechern wie Erdogan und denen die es ermöglicht haben, ausgeliefert sind ?
In einer Retrospektive versuche ich die Phänomene Erdogan, Trump & Johnson zu analysieren.
Sie haben die Schwächen der Demokratie genutzt um mit Angstschürerei, Lügen, Fake News, übertriebenen Nationalismus und staatlichem Egoismus ans Ruder zu kommen.
Erleichtert wird es Ihnen durch die neuen sozialen Medien. Zwar kann jedermann wie niemals zuvor Nachrichten aus aller Welt empfangen, aber die “selektive Wahrnehmung“ bewirkt dass er nur das aus der Fülle von Informationen herauszieht was zufälligerweise in sein vorurteilsbehaftetes Gehirn hinein passt.

Dabei spielen Instinkte die in der Steinzeit Sinn hatten , eine wesentliche Rolle. Kein Wunder, dass der Populismus mittlerweile die Demokratie immer mehr untergräbt.
So wird das Volk immer mehr von Gefühlen gelenkt, obwohl unsere Welt so kompliziert geworden ist, dass ohne übergreifende Vernunft ein gefährlicher Absturz droht. Nachhaltigkeit und Umweltschutz ist unentbehrlich aber mögliche Risiken und Nebenwirkungen werden unterdrückt. Auch das ist Populismus, wenn die Einfalt über die Vielfalt obsiegt. Nicht nur das Naheliegende führt zum Ziel sondern die Berücksichtigung aller Zusammenhänge. Alexander von Humboldt, der vor 200 Jahren geboren wurde, hat seinerzeit schon versucht die verschiedenen Sparten der Wissenschaft zusammenzuführen. Aber das Spezialistentum von heute entfernt sich immer mehr von dieser Tugend, sodass oft Lösungen verfolgt werden, die niemals in dieser Einseitigkeit zum Ziel führen. Leider ist heutzutage auch die Wissenschaft diesem Mainstream ausgeliefert. Davor kann ich nur warnen.
Ihr Jean Pütz
(Wissenschaftjournalist , Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik , Physiker und Soziologe)

Folge 42. Mit Vernunft in die Zukunft, oder ?

Vitamin D kann für Knochen ohne Nutzen sein

(DGE) – Auf der Jahrestagung der American Society of Bone and Mineral Research (ASBMR) berichtete am 24. September 2019 Meryl LeBoff  (1) über eine Subanalyse der VITAL-Studie (vgl. 2) an gesunden von Männern und Frauen.

Elisabeth Hlavinka (3) referierte diesen Beitrag  in MEDPAGE TODAY unter dem griffigen Titel: Vit D Supplements Flop Again for Bone Health. A couple of years of vitamin D supplementation had no effect on bone mineral density (BMD) or bone loss in healthy people, according to an ancillary study of the VITAL trial presented here. In a subcohort involving 771 adults who received no bone active medications, 2.000 IU daily vitamin D supplements showed no effect on absolute or percent change in BMD compared with placebo, with the differences between groups measured at the spine, hip, or whole body, all <0.5% (so Meryl LeBoff vom Brigham and Women’s Hospital in Boston). “Among 687 patients with 2-year follow-up data, supplementation was not associated with changes in volumetric BMD versus placebo. Daily supplements of vitamin D for 2 years did not improve bone density or structure in generally healthy men and women in the U.S. not selected for vitamin D insufficiency“.  LeBoff fuhr fort:  „Participants may have already reached the vitamin D level needed for bone health”.  In weiteren Substudien wurde beim ASBMR-Kongress berichtet, dass Vitamin D Supplementierung auch keinen Einfluss auf Stürze hatte: „Specifically, in participants with at least one fall at baseline, vitamin D supplementation versus placebo did not affect subsequent falls, injurious falls, or those resulting in doctor or hospital visits”.

Felicia Cosman von der Columbia University New York, welche die Sitzung moderierte, kommentierte die Subanalyse der Vital-Studie (4): „I think the take-home message is that many healthy ambulatory people 55 years of age and older do not need supplement vitamin D, certainly not 2000 IU daily, so people should not routinely take this. Indeed, one recently published study (5) has even suggested that high dose vitamin D may be detrimental to bone health. However, that message is very different to those with osteoporosis”.

In MEDPAGE TODAY schreibt Hlavinka über diese Studie weiter: “The VITAL findings are in line with results from another trial, the Calgary Vitamin D Study (5) reported last month, which showed no bone benefit, in fact it found a possible adverse effect with the high doses of vitamin D in healthy people.  About 300 patients have been randomized to receive either low (400 IU), moderate (4,000 IU), or high (10,000) levels of vitamin D.  The trial involved  men and women, ages 55-70, with basal vitamin D levels from 30 to 125 nmol/L (12 to 50 ng/mL). The group had a mean age of 62 and 54% were male. Their serum 25-hydroxyvitamin D (25-OH-D) levels were well above the targeted recommendation”.  Nach 3-jähriger Behandlung mit 4000 oder 10 000 IU/ Vitamin D pro Tag fand man im Vergleich zu 400 IU/Tag einen statistisch signifikant geringeren Knochenmineralgehalt am Radius, an der Tibia mit  täglich 10 000 IU.

In Orlando wurde nun ein Update dieser Studie präsentiert, welcher ergab, dass, entgegen den Erwartungen der Autoren, die Vitamin D – Supplemente zu keiner Zunahme von Koronarverkalkungen geführt haben: „Our study corroborates other trials, such as the VITAL trial, that have not shown any effect of vitamin D supplementation on cardiovascular events or mortality,“ so E.Billington, die Erstautorin des Calgary-Study-Update  in Orlando,  (6).

Kommentar
Diese Resultate liegen ganz auf der Linie des Referenten, welcher dem, wie man in der Presse oft lesen konnte „Vitamin D -Hype“ stets abwartend-distanziert gegenübergestanden hat, dies in vielen Blogbeiträgen geäußert hat und sich jetzt zunehmend bestätigt sieht.

Helmut Schatz