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Öffnet die Museen sofort! – Mit einer Stellungnahme von Jean Pütz

Lieber Helmut Maternus Bien,

Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen und gleichzeitig meine hundert prozentige Zustimmung. Ihr nachdenklich stimmender Text hat alle Probleme und Notwendigkeiten angesprochen, die in der Corona-Zeit unser Leben beeinflusst. Dass dabei leider die Kultur, die Kunst und die Geschichte hinten runter fällt, ist der Tatsache geschuldet, dass Politiker selten über ihren Tellerrand hinausschauen wollen oder dazu nicht in der Lage sind. Hervorragend finde ich Ihren Hinweis auf vergangene Seuchen und deren Fähigkeit, Kreativität und Fortschritt auszulösen. Für mich ist die Kunst der Sensor und eine Art Brennglas für die Probleme unserer Zeit. Wenn sie vernachlässigt wird, sind die Nebenwirkungen und Risiken nicht mehr überschaubar. Trotzdem möchte ich eine kleine Kritik anmelden. 1970 hatte ich die Chance, im WDR-Fernsehen die Redaktion Naturwissenschaft und Technik zu gründen. Auch dieser Bereich ist ein wichtiger Hort gewesen, menschlicher, insbesondere europäischer Kreativität. Auch das ist eine Art Kunst, die jedermann zugänglich gemacht werden sollte. Deshalb habe ich u. a. die Hobbythek als ‚trojanisches Steckenpferd‘ initiiert. In diesem Zusammenhang unterstütze ich ganz intensiv auch das Deutsche Museum München, welches die Jugend und neugierige Erwachsene in unnachahmlicher Weise motiviert, die verschlungenen Gedanken unserer Vorfahren bzgl. den Naturgesetzen nachzufolgen.  Auch das Deutsche Museum leidet ganz besonders in München und auch in seiner Dependance in Bonn unter dem, was Sie so treffend dargestellt haben.

Seit fast 20 Jahren, nach meiner Pensionierung als Redakteur für Wissenschaft in ARD und WDR unterhalte ich als Abschluss meines Lebenswerks eine wissenschaftliche Homepage   www.jean-puetz.net

Mit einer täglich aktualisierten Web-Seite. Als noch lebender Zeit-Zeuge der explosionsartigen Entwicklung von Naturwissenschaft und Technik der letzten 70 Jahre fühlte ich mich verpflichtet, dies insbesondere meinen Nachfahren zu hinterlassen, nach dem Motto, welches mich auch als Mitbegründer der Wissenschaftspressekonferenz getrieben hat: Wissen darf niemals nur Herrschaftswissen sein.

Meine Web-Seite ist eine Art ‚Wikipedia‘ geworden mit Suchfunktion. Ganz besonders empfehle ich meinen Besuchern die Rubriken: ‚Gedanken zur Zeit‘ und ‚Wissenschaft soeben eingetroffen‘. Ich bitte Sie mir zu erlauben, Ihren Text, den Sie mir als Mail zukommen ließen, in der ersten Kategorie zu veröffentlichen.

Nochmals ein großes Kompliment. Ich hoffe, dass Ihre Initiative auf fruchtbaren politischen Boden trifft. Allerdings hege ich eine gewisse Skepsis, ob das nach oben vordringt, denn bei Facebook unterhalte ich als Querdenker eine auf dem ersten Blick äußerst erfolgreiche offizielle Seite mit immerhin über 76.000 Abonnenten, um der Vernunft eine Chance zu eröffnen, mit einer Reichweite von manchmal 900.000, ist das aber bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein, obwohl – wie Sie wissen – fast ausschließlich Querdenker den Lauf der Geschichte und Kunst entscheidend geprägt haben.

Hier eine meiner derzeit letzten Initiative, die sich mit der Herstellung von schützenden Nase-Mund-Masken befassen, aber auch weitere Hintergründe der Corona-Epidemie und ihre notwendigen  Maßnahmen befasst.

Wenn Sie wollen, kann ich evtl. dazu auch Facebook nutzen, um Sie zu unterstützen.

Viel Erfolg
Ihr Jean Pütz

(westermann-kommunikation) – Der #Shutdown, diese Vollbremsung des Alltagslebens, war nötig. Auch die Letzten müssen begreifen, dass es in der Krise auf alle ankommt. Besonders in Gesellschaften, in denen man zuerst an sich selbst denkt, geht es nur so. Das Soziale kann sich kaum anders als durch Regeln effizient zur Geltung bringen. Das war auch schon 1973 bei den autofreien Sonntagen inmitten der Ölkrise so. Seit diesen Tagen hat uns die Energiefrage nie wieder verlassen. Dass jetzt und künftig die persönliche Gesundheit auf dem Spiel steht, haben alle kapiert. Auch diese Sorge wird nicht wieder verschwinden wie eine Grippe. Das ahnen wir. Und weiter?

Wir sehen, dass die Politik ‚auf Sicht’ durch die Krise navigiert, dass selbst die beratenden Experten vor allem wissen, dass sie zu wenig wissen oder sich sogar wechselseitig Unwissen vorwerfen. Alle, die Entscheidungen für sich und andere treffen müssen, brauchen Zugang zu den Wissensspeichern der Gesellschaft. Deshalb war es eine kontraproduktive Entscheidung, die Museen zu schließen. Dieser Fehler muss umgehend korrigiert werden. Öffnet sofort die Museen! Dort findet sich all das, was wir bisher an Wissen gesammelt haben über den Umgang mit Krisen und Seuchen, ihren Folgen und zu ihrer Bewältigung.

Geschichte ist die beste Zukunftswissenschaft, die wir haben. Weil wir im Rückblick auf die Vergangenheit sehen können welche Zukunftsoptionen, Szenarien und Entwicklungspfade wir wählen können, wollen oder sollen. Der Kulturhistoriker Egon Friedell hat seine ‚Geschichte der Neuzeit’ 1348 mit der Pest in Florenz beginnen lassen und die Seuche als einen Treiber für Literatur, Philosophie und Technologie identifiziert, aber auch als Anlass für Hexenverfolgung und Antisemitismus. Die Muster und Mechanismen haben sich viel weniger geändert als uns lieb wäre. In der Geschichte sehen wir welcher Weg wohin geführt hat. Aus dieser Erfahrung ergibt sich keine Zwangsläufigkeit für das Heute aber zumindest eine Warnung zu Risiken und Nebenwirkungen.

Das betrifft auch die Kunstgeschichte, die Beispiele zeigt, welche Strategien Künstler gewählt haben, um heil durch Krisen zu kommen. Claude Monet malte seine Seerosenbilder in Giverny, um mit der Verzweiflung über den ersten Maschinenkrieg 1914 – 1918 fertig zu werden. Das sind Geschichten der Krisenerfahrung, die nur die Museen im Angesicht ihrer Exponate erzählen können. Natürlich sind dabei auch digitale Wahrnehmungshilfen dienlich, aber immer auch ein wenig fahl und flau gegenüber den analogen Objekten. Deshalb öffnet die Museen und zeigt in den Sammlungen Objekte, die verstehen helfen. Beschäftigt Künstler nicht dafür, dass sie nichts tun sondern beispielweise Führungen machen, in denen sie ihre Sichtweisen und Strategien veranschaulichen. In der großen Depression in den USA gab es ein Künstlerprogramm, das Photographen beauftragte das Leben in der Krise zu dokumentieren. Aus diesem Programm gingen künftige Weltstars wie Walker Evans hervor, es entstand überhaupt erst etwas, das man als amerikanische Kultur bezeichnen konnte.

Öffnet auch die archäologischen Sammlungen und zeigt die Cloaca Maxima der Römer, ohne die eine Millionenstadt wie Rom niemals möglich gewesen wäre. Denn diese Cloaca schuf die Voraussetzung für die ungeheuere Verdichtung von Menschen an einem Ort. In Hamburg brauchte es erst einen Robert Koch, der 1892 zur Bekämpfung der Cholera in der Stadt engagiert wurde und den Zusammenhang von Seuche und fehlender (Abwasser)Infrastruktur aufdeckte.

Öffnet die Museum! Schöne Idee, aber wie soll das praktisch gelingen? Für den kommerziellen Raum gibt es die Regel, dass 1 Kunde auf 10 qm zulässig sein soll. Eine übliche Sonderausstellungsfläche im Museum hat 800 qm und damit Platz für 80 Besucher gleichzeitig. Für die meisten Museen in Deutschland dürfte das nicht wenig sein. Mundschutz-Benutzung und Hygienekonzept lassen sich leichter umsetzen als in jedem Geschäft. Sanitäre Anlagen werden sowieso penibel gewartet. An der Kasse lassen sich Plexiglashauben installieren wie an der Supermarktkasse. Selbst Führungen über Headphones sind machbar, weil die Zuhörer nicht dicht gedrängt um einen Guide herum stehen müssen.

Blockbuster-Ausstellungen arbeiten mit einem digitalen Ticketsystem, das online Karten verkauft und Zeitslots für den Besuch zuweist, damit nicht unnötig Warteschlangen entstehen. In kleineren Häusern ließe sich leicht eine Rezeption einrichten, die man telefonisch kontaktieren kann, um Karten und Besuchszeiten je nach Kapazität zu buchen. Jedes Restaurant macht es so mit seinen Reservierungen.

In Krisenzeiten erweist sich was Sonntagsreden wert sind. Systemrelevanz und Unverzichtbarkeit sind da wohlfeil, um dann in der Krise die Kultureinrichtungen sofort und reflexartig dichtzumachen und den hilfesuchenden Künstlern Einmal-Zahlungen anzubieten mit der impliziten Empfehlung, sich ein anderes Geschäftsmodell zu suchen.

Es wäre gut, wenn die Kulturverwaltungen eher Arbeit organisieren würden als Unterstützungsbedürftige zu betreuen. Niemals zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die Kultur wichtiger als im Augenblick. Die Bedeutung der Kultur wird genau in dem Augenblick unterschätzt (übrigens auch von vielen Künstlern) wo die Gesellschaft dringend auf sie angewiesen wäre.

Die phantasievollen Streaming-Aktivitäten im Internet sind nur dann eine nachhaltige Lösung, wenn sie mit Bezahlmodellen verknüpft sind und nicht weitere Selbstausbeutungsinstrumente der Künstler, denen bei der nächsten Vertragsverhandlung nach der Krise vorgehalten wird, sie wären ja auch damals für umsonst aufgetreten.

Lasst die Museen vorangehen, sie sind für das #PersonalDistancing bestens geeignet im Unterschied zu den darstellenden Künste, die ihr Publikum in Raum und Zeit konzentrieren. Lasst 2020 zum Museumsjahr werden!

Helmut Maternus Bien
Ausstellungsmacher, Festival-Kurator, Museumsberater

Hirnimplantate jetzt mit tausenden Elektroden

Ich hoffe, dass diese Methode nicht bald von autoritären Staatssystemen missbraucht wird. Es wäre die absolute Apokalypse.

Trotzdem möchte ich Ihnen die Meldung nicht vorenthalten.

Ihr Jean Pütz

(pte) – Forscher der Duke University haben zusammen mit Kollegen der Northwestern und der New York University eine extrem flexible Schnittstelle zwischen Gehirn und Außenwelt entwickelt, die tausende Elektroden enthält. Das Messsystem wird ins Gehirn implantiert. Es soll mehr als sechs Jahre lang Daten liefern.

Quarzglas nicht abgestoßen
Die Elektroden der Forscher sind nicht gekapselt, trotzen der Umgebung dennoch über lange Zeit und sind hundertmal dünner als ein Blatt Papier. Sie bestehen aus Siliziumdioxid und sind weniger als ein Mikrometer dick. Pro Tag verlieren sie in der Dicke 0,46 Nanometer durch chemische Prozesse. Das Immunsystem interessiert sich für diesen Eindringling nicht – Siliziumdioxid ist biokompatibel.

Obwohl das Material, das auch als Quarzglas bekannt ist, elektrisch nicht leitfähig ist, kann es Infos aus dem Gehirn liefern. Es handelt sich um eine kapazitive Messung, vergleichbar der Technologie, die die Bewegung eines Fingers auf einem Touchscreen registriert. Die Experten implantierten ein System mit 64 Elektroden bereits in das Gehirn einer Ratte und eines mit 1.008 Elektroden in das Gehirn eines Affen. Sie lieferten Daten über einen langen Zeitraum. „Jetzt wollen wir unsere Technik verfeinern, um Menschen zu helfen, die an Gehirnkrankheiten leiden“, so Bijan Pesaran, Professor für Neurologie an der New York University.

Immunsystem als Hauptgegner
„Der Versuch, Sensoren dazu zu bringen, im Gehirn zu arbeiten, ist vergleichbar mit dem Versenken eines Smartphones im Ozean in der Erwartung, dass es dort 70 Jahre lang funktioniert“, so Jonathan Viventi, Assistenzprofessor für biomedizinisches Ingenieurswesen an der Duke University. Erschwerend komme hinzu, dass die Elektroden weitaus dünner und flexibler seien als ein Handy.

„Der Körper ist ein Ort, der gegenüber einem unerwünschten Gast unerbittlich vorgeht“, meint der Forscher. Das Immunystem zerstöre alle Eindringlinge. Dazu komme, dass Gewebe korrosive Wirkung habe, Elektroden also auf chemischem Weg angreife. Aus diesem Grund sind Implantate wie Herzschrittmacher voll gekapselt, meist in bioverträglichem Titan.

Bewiesen: Geld macht nicht glücklich

(pte) – Forscher haben bereits nahegelegt, dass Menschen, deren Selbstwert auf ihrem finanziellen Erfolg beruht, sich im Alltag häufig einsam fühlen. Eine Studie der University at Buffalo  und der Harvard Business School hat diesen Zusammenhang jetzt näher untersucht. Laut Wissenschaftlerin Lora Park erleben diese Menschen Druck und einen Mangel an Autonomie, die mit negativen sozialen Folgen in Verbindung stehen.

Kontakte sind wichtiger
Der Druck finanzielle Ziele zu erreichen, bedeutet laut Forschungsleiterin Deborah Ward, dass auf Kosten der Menschen gearbeitet wird, die einem nahestehen. Dadurch entstehe ein Gefühl der Einsamkeit und Distanz. Die in „Personality and Social Psychology Bulletin“ veröffentlichten Forschungsergebnisse betonen die Bedeutung von sozialen Netzwerken und persönlichen Kontakten zur Erhaltung der psychischen Gesundheit. Sie sollten trotz Hindernissen oder dem Verfolgen von herausfordernden Zielen aufrechterhalten werden.

Ward zufolge stehen Depressionen und Angstgefühle mit Isolation in Verbindung. Das werde auch jetzt bei der COVID-19-Pandemie sichtbar. „Diese sozialen Verbindungen sind wichtig. Wir brauchen sie als Menschen, um uns sicher, psychisch gesund und glücklich zu fühlen. Vieles, was erforderlich ist, um im Finanzbereich erfolgreich zu sein, geht auf Kosten der Zeit, die mit der Familien oder Freunden verbracht wird.“ Der Forscherin nach ist weder der finanzielle Erfolg problematisch noch führt der Wunsch nach Geld zu diesen Zusammenhängen.

Geld verdirbt den Charakter
Im Mittelpunkt stand das Konzept, das Psychologen als „Financial Contingency of Self-Worth“ bezeichnen. Ist der Selbstwert von Menschen durch Geld bedingt, sehen sie ihren finanziellen Erfolg in Verbindung mit dem Kern ihrer Persönlichkeit. Das Ausmaß, in dem sie finanziell erfolgreich sind, ist damit verknüpft, welche Gefühle sie über sich selbst haben. Ein erfolgreiches finanzielles Abschneiden führt zu einem guten Gefühl, finanzielle Unsicherheit zu einem Gefühl der Wertlosigkeit. Für die aktuelle Studie wurden die Daten von mehr als 2.500 Teilnehmern von fünf verschiedenen Untersuchungen ausgewertet.

Ausbreitung der Corona-Infektionen: Wachstumsmodelle – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Mir liegt viel daran, dass dieser Bericht veröffenlticht wird. Die Interscience Akademie für Algorithmik, an der ich mitgearbeitet habe, hat sich zum Ziel gesetzt, der Wissenschaft und Vernunft im Hinblick auf zukünftige digitale Anforderungen eine Plattform zu bieten. Algorithmisches Denken gehört zwar in den Bereich der Mathematik, aber jeder, der sich mit digitalen Techniken und Anwendungen beschäftigt, kommt an dieser Methode nicht mehr vorbei. Sie gehört dringendst nicht nur in Gymnasien, sondern auch in Berufsschulen und anderen Sekundär-Einrichtungen unseres Ausbildungssystems. Wir entwickeln Programme und didaktische Methoden, aber natürlich nehmen wir auch Kenntnis von gesellschaftlichen und politischen Problemen. In dem Zusammenhang hat der Mathematiker Professor Ulrich Trottenberg einen für jedermann verständlichen Artikel zum Thema exponentielles Wachstum gerade jetzt in der Corona-Krise bei der Verbreitung der Infektion eine wesentliche Rolle spielt. Ohne diese Grundkenntnisse können den Bürgern die notwendigen politischen Respektions-Maßnahmen nicht plausibel gemacht werden. Auf jeden Fall muss verhindert werden, dass der Eindruck erweckt wird,  z. B. die Kontakteinschränkung habe einen parteipolitischen Hintergrund. Leider behaupten das immer wieder bestimmte Verschwörungstheoretiker und verunsichern und ängstigen viele Menschen, die vorwiegend gefühlsmäßig orientiert sind.

Der Vernunft eine Chance, das ist unser Anliegen

Herzlichst  Ihr Jean Pütz

(Akademie für Algorithmik) – Die Corona-Krise, ihre Bewertung und die Maßnahmen zu ihrer Bewältigung sind seit Wochen das alles beherrschende Thema in den Medien. Dabei kommt neben den medizinischen, biologischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, rechtlichen und ethischen Fragen, die das Virus aufwirft, auch die Mathematik ins Spiel. Es sind mehrere Themenkomplexe, bei denen die Mathematik gefragt ist und adressiert wird: bei der Statistik der Datenerfassung und –auswertung, bei der Modellierung der Ausbreitung und der Ausbreitungsgeschwindigkeit der Infektionen, aber auch bei der Modellierung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Shutdowns. Ferner spielen u.a. Methoden des Maschinellen Lernens bei der Suche nach einem Impfstoff oder nach Medikamenten eine wesentliche Rolle.

Wir wollen hier nur den Komplex der Ausbreitung der Infektionen ansprechen. In den Medien spielt dabei das Modell des exponentiellen Wachstums eine besondere Rolle. Außer von Virologen und Epidemiologen hören wir es von Vertretern aller Medien und von Politikern. Mathematiker kommen in der Öffentlichkeit kurioserweise kaum oder eher am Rande zu Wort.

Zur Charakterisierung der Ausbreitung der Infektionen werden in den Medien eine Vielzahl von Kurven gezeigt, oft erstaunlich nichtssagende Kurven, deren Sinn von Laien nicht und Experten nur mit Mühe verstanden werden können. Manche der Kurven werden in einem Achsenkreuz gezeigt, ohne dass die Achsen bezeichnet oder erläutert würden, so dass nicht klar wird, was die Kurven eigentlich veranschaulichen.

Zum Beispiel werden zur Erklärung, warum eine Verlangsamung der Virus-Ausbreitung (durch Isolierung, Kontaktreduktion, soziale Distanzierung) medizinisch sinnvoll und notwendig ist, jeweils zwei Kurven gezeigt, deren Form an „Normalverteilungen“ aus der Statistik erinnern (eine spitze und eine flache Kurve). Zu diesen Kurven wird erklärt, dass sie einerseits die schnelle, ungebremste Ausbreitung (die spitze Kurve) und andererseits eine systematisch verlangsamte, zeitlich gedehnte Ausbreitung der Infektionen (die flache Kurve) beschreiben. Dabei soll eine waagerechte Linie, unter der die flache Kurve verläuft, die Kapazitätsgrenze für Intensivbehandlungen in deutschen Krankenhäusern charakterisieren. Diese Kurven haben aber keine präzise bezeichnete mathematische Bedeutung, sondern eher symbolischen Charakter.

Um etwas mehr Klarheit in die Vielfalt der Darstellungen zu bringen, wollen wir hier ein paar allgemeine Worte über „mathematische Wachstumsmodelle“ sagen. Dabei wenden wir uns ganz bewusst an den mathematisch nicht besonders versierten oder interessierten Leser.

Die drei wichtigsten Wachstumsmodelle sind das lineare, das exponentielle und das logistische Modell. Um sich einen Eindruck, eine Idee dieser drei Modelle zu verschaffen, braucht man nur einen Blick auf die Form der zugehörigen Wachstumskurven zu werfen.

Von diesen drei Modellen ist das lineare Wachstumsmodell das einfachste und alltäglichste. Trotzdem gehen wir hier zunächst auf das Modell des exponentiellen Wachstums ein, weil von diesem seit dem Beginn der Corona-Krise in den Medien fast ausschließlich die Rede ist.

Exponentielles Wachstum ist eigentlich leicht zu verstehen: Wenn sich z.B. irgendeine Menge täglich verdoppelt, dann haben wir es mit exponentiellem Wachstum im engsten Sinne zu tun. Sich vorstellen kann man das ja sofort. Verblüffend ist aber, wie schnell die Menge nach einer eher ruhigen Startphase anwächst.

Veranschaulicht wird dieses Anwachsen gern durch die indische Legende vom Schachbrett mir den Reiskörnern. Bei Verdoppelung der Anzahl der Reiskörner von einem Feld des Schachbretts zum nächsten sieht das Wachstum am Anfang harmlos aus. Aber am Ende, nachdem alle 64 Felder belegt sind, übersteigt die Menge der Körner alle Vorstellungen. Allein auf dem letzten Feld müssten die Reisernten der ganzen Welt von vielen hundert Jahren untergebracht werden.

Eine andere Geschichte, das Gleichnis vom Lilienteich, soll die Bedrohlichkeit des exponentiellen Wachstum deutlich machen: In einem Teich wächst eine Linie täglich auf die doppelte Größe an. In den ersten Tagen ist die Ausbreitung scheinbar völlig bedeutungslos, so geht es weiter, und auch am 29.Tag ist „nur“ der halbe See von Lilien bedeckt. Aber dann, am 30. Tag, ist der See vollständig zugewachsen, und alles Leben im See erstickt…

Nun muss es bei exponentiellem Wachstum nicht eine tägliche Verdoppelung der betreffenden Menge sein, es kann auch ein anderer Zeitraum sein, der zu einer Verdoppelung führt, z.B. eine Verdoppelung alle 4 Tage oder alle 10 Tage.

Nur am Rande sei erwähnt, dass wir es z.B. bei der Zinsesverzinsung von Kapital (wenn die Zinsen nicht abgeschöpft, sondern dem Kapital hinzugefügt werden) ebenfalls mit exponentiellem Wachstum zu tun haben: Bei einem Jahreszinssatz von zum Beispiel 5 % würde sich das Kapital bei Zinsesverzinsung ungefähr alle 14 Jahre verdoppeln.

Die Situation verändert sich aber grundlegend, wenn der Zeitraum, in dem die Verdoppelung stattfindet, nicht konstant ist, sondern sich laufend verändert. Wenn also z.B. der Verdoppelungszeitraum erst 4 Tage, dann – nach einigen Wochen – nur noch 6 Tage, dann – noch einige Wochen später – vielleicht nur noch 10 Tage beträgt usw.

In einem solchen Fall, wenn der Zeitraum, in dem die Verdoppelung stattfindet, sich dauernd verändert (vergrößert), haben wir es nicht mehr mit exponentiellem Wachstum im engeren Sinne zu tun, sondern mit einem möglicherweise deutlich komplizierteren Anwachsen. Über einen größeren Zeitraum betrachtet, sieht das Wachstum dann vielleicht eher wie lineares Wachstum aus. Konkret: Wenn sich der Zeitraum, in dem die Verdoppelung stattfindet, ebenfalls verdoppelt, also von 4 auf 8 Tage, dann auf 16, danach auf 32 Tage usw. anwächst – dann ist das global gesehen kein exponentielles, sondern lineares Wachstum.

Lineares Wachstum lässt sich schnell abhandeln: Es wird durch eine gerade Linie charakterisiert. Es ist das uns vertrauteste Wachstumsmodell: Der Preis einer Ware steigt in der Regel linear mit der Menge der Ware, der Arbeitslohn sollte linear mit dem Zeitraum anwachsen, in dem die Arbeit ausgeübt wird usw. Bei allem, was wir in der Schule und im Alltag mit dem Dreisatz-Prinzip ausgerechnet haben und ausrechnen können, haben wir es mit linearen Beziehungen, mit linearem Wachstum zu tun.

Logistisches Wachstum als alternatives Modell zu exponentiellem Wachstum
Wie im Beispiel der Schachbrettlegende wächst unbegrenzt exponentielles Wachstum schließlich dramatisch schnell an, es geht sehr schnell ins quasi „Unendliche“.

In der Wirklichkeit ist exponentielles Wachstum aber nur theoretisch unbegrenzt, es geht praktisch eigentlich immer in eine andere Form des Wachstums über. Neben dem gerade behandelten einfachen linearen Wachstum ist ein sehr wichtiges, besonders realistisches Wachstumsmodell das logistische Wachstum.

Die obige Kurve zum logistischen Wachstum zeigt (von links nach rechts) das Charakteristische des logistischen Wachstums: Zu Beginn, in der Startphase, verhält sich die Kurve wie beim exponentiellen Wachstum, ändert dann aber – an einem „Wendepunkt“ – ihre Richtung, wird flacher und nähert sich immer mehr einer waagerechten Geraden an. Das Wachstum wird durch diese Gerade begrenzt. In der Realität ist der Übergang vom exponentiellen Wachstum in begrenztes Wachstum in aller Regel dadurch bedingt, dass Ressourcen beschränkt sind und aufgebraucht werden

Auch auf die Corona-Ausbreitung bezogen, haben wir es langfristig mit logistischem Wachstum zu tun: Wenn die senkrechte Achse die Gesamtzahl aller Infizierten (einschließlich der bereits Genesenen) beschreibt, ist klar, dass weitere Infektionen spätestens dann ausgeschlossen sind, wenn alle Individuen infiziert sind oder waren (und eine zwei- oder mehrmalige Infektion ausgeschlossen ist). Nach den Erkenntnissen der Epidemiologie ist sogar zu erwarten, dass eine solche Begrenzung praktisch schon erreicht wird, wenn etwa 70% der Individuen infiziert sind oder waren. (Man spricht dann auch von „Herdenimmunität“).

Die derzeitigen Maßnahmen zur Kontaktminimierung (im April 2020) zielen dagegen darauf ab, zu erreichen, dass jedes infizierte Individuum im Mittel möglichst nur ein oder weniger als ein weiteres Individuum mit dem Virus infiziert. Wenn das gelingt, wird die Gesamtzahl der gleichzeitig Infizierten auf Dauer auch konstant sein, oder sogar abnehmen. Eine Veranschaulichung der Fallzahlen in der Zeit ergibt als Bild dann eine Kurve, die logistischem Wachstums ähnelt. Sie hat aber eine andere Bedeutung als die gerade adressierte Kurve, da sie sich nicht auf sämtliche bis zu einem Zeitpunkt Infizierte bezieht. Selbst in solchen Fällen, bei denen die in den Medien präsentierten Kurven eine mehr oder weniger präzise Bedeutung haben, muss man also genau hinsehen und bei der Interpretation der Kurven vorsichtig sein.

Resumee
Für die Ausbreitung der Corona-Infektion ist also das exponentielle Modell immer nur kurzfristig oder für eine bestimmte Zeitspanne relevant: die Wachstumsraten ändern sich, insbesondere als Folge der getroffenen Maßnahmen, von Tag zu Tag. Global, auf lange Sicht gesehen, wird das Wachstum, das zurzeit noch exponentiellen Charakter haben mag, in ein Wachstum übergehen, das eher dem linearen oder dem logistischen Wachstumsmodell entspricht.

Viele Fragen zum Corona-Virus, u. a. zu seiner Übertragbarkeit, zu seiner Gefährlichkeit, zu seiner Ausbreitungsdynamik, zu seiner Bekämpfung sind heute noch nicht oder nicht vollständig geklärt, und auch anerkannte Experten äußern sich nicht einheitlich über diese Fragen. Insbesondere die Corona-Datenerfassung ist unübersichtlich und uneinheitlich. Über die Gesamtzahl der Infizierten (die „Dunkelziffer“) wird viel spekuliert. Die zugehörige Statistik ist infolgedessen unsicher und oft fragwürdig. Im Hinblick auf die Aufklärung der Öffentlichkeit ist es umso wichtiger, dass das, was man sicher weiß, über die Medien klar und unmissverständlich kommuniziert und veranschaulicht wird, und möglichst nur das.

Ulrich Trottenberg

Coronavirus: Leopoldina legt dritte Ad-hoc-Stellungnahme vor

(Leopoldina) – Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina veröffentlicht heute eine dritte Ad-hoc-Stellungnahme zur COVID-19-Pandemie. Das angehängte Papier „Coronavirus-Pandemie ‒ Die Krise nachhaltig überwinden“ behandelt die psychologischen, sozialen, rechtlichen, pädagogischen und wirtschaftlichen Aspekte der Pandemie und beschreibt Strategien, die zu einer schrittweisen Rückkehr in die gesellschaftliche Normalität beitragen können.

Die Autorinnen und Autoren der Stellungnahme betonen, dass vor dem Hintergrund der durch die Coronavirus-Pandemie verursachten psychischen, sozialen, wirtschaftlichen, zivilgesellschaftlichen und politischen Probleme die rasche Eindämmung der Ausbreitung der Pandemie weiterhin höchste Priorität haben müsse. Wenngleich die Pandemie das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben noch auf Monate bestimmen wird, gelte es nun, über die akuten Einschränkungen zentraler Grundrechte (wie der Bewegungsfreiheit) hinaus zu gehen und Kriterien und Strategien für die allmähliche Rückkehr in die Normalität zu entwickeln. Voraussetzung für eine solche allmähliche Lockerung sei, so die Stellungnahme, dass sich die Neuinfektionen auf einem niedrigen Niveau stabilisieren, das Gesundheitssystem nicht überlastet wird, Infizierte zunehmend identifiziert werden und die Schutzmaßnahmen (Hygienemaßnahmen, Mund-Nasen-Schutz, Distanzregeln) eingehalten werden.

Das Papier thematisiert Fragen der daten- und modellgeleiteten Entscheidungsunterstützung und Perspektiven, die in die Abwägung von Rechtsgütern einzubeziehen sind. Vorgeschlagen werden weiterhin Empfehlungen zur Abfederung von psychologischen und sozialen Auswirkungen. Zudem werden Maßnahmen für den Wirtschafts- und Finanzsektor sowie den Bildungsbereich erläutert. Als Rahmen dafür benennt die Stellungnahme folgende Prinzipien: der Schutz jedes einzelnen Menschen und die Ermöglichung eines menschenwürdigen Lebens sowie die stufenweise zu realisierende Wiederherstellung der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Handlungsfähigkeit der Bürgerinnen und Bürger. Alle Maßnahmen sollen sich an den Leitkonzepten von Nachhaltigkeit und Resilienz orientieren.

Die dritte Stellungnahme ergänzt die beiden Stellungnahmen zu gesundheitspolitischen Fragen im Umgang mit der Pandemie vom 3. April und vom 21. März. Diese Empfehlungen gelten weiterhin. Darüber hinaus, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dürfe die aktuell stark auf COVID-19-Patienten konzentrierte Versorgung nicht zu einer Unterversorgung anderer Erkrankter führen. Dabei seien ausreichende Intensiv- und Schutzkapazitäten für neue Ausbrüche der Pandemie als Reserve vorzuhalten. Das Gesundheitswesen solle analysiert und entsprechend angepasst werden. Außerdem müsse die Forschung zu wirksamen Medikamenten und die Entwicklung von schnell und in großen Mengen verfügbaren Impfstoffen massiv vorangetrieben werden. Die Nationale Akademie der Wissenschaften wird den Verlauf der Pandemie weiter aufmerksam und aktiv begleiten.

Das Z‘-Boson in der Vermessung

(KIT) – Im japanischen Forschungszentrum für Teilchenphysik KEK in Tsukuba, etwa 50 Kilometer nördlich von Tokio, ist seit etwa einem Jahr das Belle II-Experiment in Betrieb. Hier sucht ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) nach exotischen Teilchen, die unser Verständnis der Dunklen Materie im Universum voranbringen sollen. Für eines dieser Teilchen, das sogenannte Z‘-Boson, konnten nun die Masse und die Stärke seiner Wechselwirkung mit bisher unerreichbarer Genauigkeit eingegrenzt werden. Die Ergebnisse sind soeben im renommierten Wissenschaftsjournal Physical Review Letters erschienen.

Seit etwa einem Jahr nimmt das Belle II-Experiment Daten für physikalische Messungen. Sowohl der Elektron-Positron-Beschleuniger SuperKEKB als auch der Detektor Belle II waren in mehrjährigen Umbauarbeiten gegenüber den Vorgängern verbessert worden, um eine 40 Mal höhere Rate an Daten zu erzielen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zwölf Instituten in Deutschland sind maßgeblich am Bau und Betrieb des Detektors, der Entwicklung von Auswertungsalgorithmen und der Analyse der Daten beteiligt. Das KIT hat für Belle II Software zur Rekonstruktion der Teilchenspuren entwickelt, anwendungsspezifische integrierte Schaltungen (ASICs) für die Auslese der Daten entwickelt und produziert, Hardware mit modernen Machine-Learning-Algorithmen zum Aufspüren von Teilchenspuren konstruiert und Berechnungen durchgeführt, die die künftigen Belle II-Daten mit fundamentalen Theorien verknüpfen. „Eine Besonderheit des KIT ist, dass dabei Physiker und Elektroingenieure eng zusammengearbeitet haben”, erklärt Professor Ulrich Nierste aus dem Institut für Theoretische Teilchenphysik des KIT, dessen Arbeitsgruppe theoretische Studien für das Experiment durchführt.

Mit Belle II suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Spuren neuer Physik, mit der sich zum Beispiel das ungleiche Vorkommen von Materie und Antimaterie oder die mysteriöse Dunkle Materie erklären lassen. Eines der bisher unentdeckten Teilchen, nach dem der Belle II-Detektor Ausschau hält, ist das Z‘-Boson – eine Variante des bereits nachgewiesenen Z-Bosons. Letzteres agiert als Austauschteilchen für die schwache Wechselwirkung.

Soweit wir wissen, besteht etwa 25 Prozent des Universums aus Dunkler Materie, wohingegen die sichtbare Materie knappe 5 Prozent des Energiebudgets ausmacht. Beide Materieformen ziehen sich gegenseitig über die Schwerkraft an. Die Dunkle Materie bildet so eine Art Schablone für die Verteilung der sichtbaren Materie, was sich zum Beispiel in der Anordnung von Galaxien im Universum zeigt.

Bindeglied zwischen Dunkler und normaler Materie
Das Z‘-Boson könnte eine interessante Rolle beim Zusammenspiel von Dunkler und normaler, sichtbarer Materie spielen, also eine Art Vermittler zwischen den beiden Materieformen sein. Das Z‘ kann – zumindest theoretisch – aus der Kollision von Elektronen (Materie) und Positronen (Antimaterie) im SuperKEKB hervorgehen und dann in unsichtbare Dunkle-Materie-Teilchen zerfallen. „Somit kann das Z‘-Boson helfen, das Verhalten von Dunkler Materie zu verstehen – und nicht nur das: Mit der Entdeckung des Z‘ ließen sich auch andere Beobachtungen erklären, die nicht mit dem Standardmodell, der grundlegenden Theorie der Teilchenphysik, in Einklang stehen“, erläutert Ulrich Nierste die Untersuchungen.

Wichtiges Indiz: Nachweis von Myonenpaare
Doch wie lässt sich das Z‘-Boson im Belle II-Detektor aufspüren? Nicht auf direktem Weg, so viel ist sicher. Theoretische Modelle und Simulationsrechnungen sagen voraus, dass sich das Z‘ durch Wechselwirkungen mit Myonen, schwereren Verwandten der Elektronen, verraten könnte: Wenn Wissenschaftler nach den Elektron-/Positron-Zusammenstößen eine ungewöhnliche hohe Anzahl an Myonen-Paaren mit gegensätzlicher Ladung sowie unerwartete Abweichungen bei Energie- und Impulserhaltung entdecken, wäre das ein wichtiges Indiz für das Z‘.

Allerdings lieferten die neuen Belle II-Daten noch keine Anzeichen für das Z‘-Boson. Jedoch können die Wissenschaftler mit den neuen Daten die Masse und Kopplungsstärken des Z‘-Bosons mit einer bisher unerreichbaren Genauigkeit einschränken.

Mehr Daten, genauere Analysen
Diese ersten Ergebnisse stammen aus der Analyse einer kleinen Menge an Daten, die noch in der Anlaufphase von SuperKEKB im Jahr 2018 gewonnen wurden. Seinen Vollbetrieb nahm Belle II am 25. März 2019 auf. Seither sammelt das Experiment Daten, während gleichzeitig die Kollisionsrate von Elektronen und Positronen stetig verbessert wird. Wenn das Experiment perfekt eingestellt ist, wird es ein Vielfaches der Daten liefern, die in die aktuell veröffentlichten Analysen eingeflossen sind. Die Physiker*innen hoffen so, neue Erkenntnisse über die Natur der Dunklen Materie und andere ungeklärte Fragen zu erzielen.  „Mit mehr Daten eröffnen sich neue Möglichkeiten, die Dunkle Materie zu erforschen: In Zerfällen schwerer Mesonen könnten Z’-Bosonen oder andere „dunkle” Austauschteilchen entstehen, die den Detektor verlassen, aber als Defizit in der Energiebilanz des Zerfalls dennoch bemerkt werden” erläutert Dr. Goldenzweig, dessen Arbeitsgruppe am Institut für Experimentelle Teilchenphysik des KIT auf solche Messungen spezialisiert ist.

Die deutschen Arbeitsgruppen im Belle II-Experiment werden mit Finanzmitteln folgender Einrichtungen und Programme gefördert:

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung: Rahmenprogramm Erforschung von Universum und Materie (ErUM)
  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder:

„ORIGINS“:                      EXC-2094 – 390783311

„Quantum Universe“:    EXC-2121 – 390833306

  • European Research Council
  • European Union’s Horizon 2020 – grant agreement No 822070
  • Helmholtz-Gemeinschaft
  • JENNIFER im Rahmen von Horizon 2020 der Europäischen Kommission
  • Max-Planck-Gesellschaft

 

10.04.20 Meine Osterwünsche in Corona Zeiten. Nicht verzagen

Provoziert covid-19 einen Kriegszustand? Auch ein Gruß an die gelähmten Ostermarschierer.

Mit einer Retrospektive: Anstelle von Osterwünschen – nicht in Zeiten der Cholera, wie Gabriel Garcia Marquez in seinem Roman so wunderbar beschrieben hat, sondern in Coronazeiten. Tröstlich ist, dass uns die Wissenschaft heute bessere Möglichkeiten bietet als jemals zuvor. Ich weiß, diejenigen Familien nicht nur hier in Deutschland sondern vor allem in Italien, Spanien jetzt auch England die ihre Angehörigen verloren haben ist das nur ein geringer Trost. Aber wir Überlebenden haben zu danken.

Den vorliegenden, von mir moderierten Beitrag habe ich vor 2 Jahren hier bei Facebook gepostet: Das Osterfest konnten wir damals gemeinsam feiern. Alles das hat uns das Coronavirus gestohlen. Aber Kopf hoch. Schauen Sie bitte auf meine offizielle FacebookSeite, da habe ich Ihnen Tipps und Rezepte gepostet, wie Sie diese schreckliche Zeit des Stillstandes einigermaßen ungeschoren überleben können.

Jetzt haben Sie ja auch Zeit zum Nachdenken, vielleicht unterstützt Sie dabei das, was ich seinerzeit nach einem Rombesuch als Kommentar bei Facebook eingebracht habe. und vielleicht noch ein Ratschlag. Beim Einkauf beobachte ich dass viele Menschen immer noch keine Schutzmaske tragen. Das ist fahrlässig. Man kann sich nicht mehr herausreden dadurch dass es diese Maske nicht gibt. Selbst hergestellt macht höchstens eine Arbeitszeit von 30 Minuten aus. Auch ohne Nähmaschine.

Was sind 30 Minuten gegen ein Leben, denn man weiß ja nie ob der Virus ein doch erwischt hat, damit schützen Sie auch ihr gegenüber und wenn Sie die Tipps von mir verwenden vielleicht auch sich selbst aber davon bin ich fest überzeugt als einer derjenigen der mit 83 Jahren dem Risiko besonders ausgesetzt ist.

Also ein frohes Osterfest und bleiben Sie mir alle gesund. Vergessen Sie nicht, Ihr Immunsystem zu stärken, dann ziehen wir dem dem letztlich unausweichlichen Virus den Zahn. Zum Immunsystem gehört aber auch eine begrenzte körperliche Fitness. Gehen Sie also spazieren oder treiben sie in Maßen Sport

Herzlichst Ihr
Jean Pütz
Folge 106. Der Vernunft eine Chance

08.04.20 Virtueller Rundgang durch das Deutsche Museum München

Liebe Freunde,

ich bin Mitglied im Freundeskreis des Deutschen Museums München und seiner Dependance in Bonn. Dieser unnachahmlichen Präsentation von Naturwissenschaft und Technik habe ich viel zu verdanken. Es hat mir das wichtigste geschenkt, was ich jedem jungen Menschen empfehle: ‚Neugier‘. Es ist das beste Start-Kapital für den Eintritt ins Leben. Als ehemaliger Studienrat für Physik muss ich einige meiner damaligen Kollegen  tadeln, aber nur ganz wenigen. Manchmal vergessen sie einfach ihre Schüler zu motivieren. Das geschieht fast ausschließlich durch Experimente.

Was Sie als meine Facebook-Freunde vielleicht nicht wissen. Ich habe großen Erfolg mit meiner sogenannten ‚Pützmunter Show‘.  Da veranstalte ich auf Wunsch z. B. von Universitäten, Schulen, Firmen oder Jubiläen eine Art physikalisch-chemisches Kabarett mit mehr als 50 Experimenten. Es darf gelacht, gestaunt und nachgedacht werden. Dazu gehört auch gelegentliches Zaubern und Mitmachen beim großen politisch-physikalischem Ratespiel. Damit teste ich regelmäßig die Schwarmintelligenz meiner Zuschauer. Das kann in kleinem Kreis erfolgen, aber auch – wie letztlich an der RWTH Aachen – vor 1.400 interessierten Teilnehmern. Die große neue Aula war komplett bis zum letzten Platz besetzt. Das ist nur ein Beispiel.

Oft findet das auch im Rahmen der ‚Nacht der Wissenschaften‘ an verschiedenen Universitäten, demnächst in Göttingen – wenn Corona es erlaubt. Auch die Handwerkskammer in Koblenz hatte mich zur „Langen Nacht der Technik“ eingeladen. Wegen der großen Nachfrage nach Eintrittskarten musste ich insgesamt viermal antreten. Und auch am 07. November 2020 ist die Pützmunter-Show wieder dabei.

Auch alles das stellt das Deutsche Museum in den Schatten, wo ich übrigens auch anlässlich  der  Einweihung der Nanohalle in München eine ‚Pützmunter-Show‘ vor ausverkauften Rängen dargeboten habe.

Aber Sie wissen, Corona-Zeiten ermöglichen es leider nicht, dies alles live zu genießen. Da ich selbst noch zwei Kinder im Schulalter habe weiß ich, wie gähnend die Langeweile unseren Nachwuchs befällt. Da erreichte mich die folgende Mail mit fantastischen Links. Tagelang waren meine Kinder beschäftigt. Das ist Motivation pur. Ich kann Ihnen nur empfehlen, auf die Links zu klicken und sie weiterzureichen an Kinder und neugierige Erwachsene. Was hatte Deutschland und die Welt für geniale Vorfahren, angefangen bei James Watt, der mit seiner Dampfmaschine die Abschaffung der Sklaverei ermöglichte. Aber auch Wissenschaftler, die mir als lebenslange Vorbilder gelten, angefangen bei Karl Friedrich Gauß, der nicht nur den Magnetismus und seine Wirkungen entdeckte und erforschte, James Clerk Maxwell, der die nach ihm benannten Gleichungen formulierte, die Magnetismus und elektro-statische Gesetzmäßigkeiten zusammenbrachte, Werner von Siemens, dem wir den genialen Elektromotor verdanken, um nur einige wenige zu nennen. Über allen thront natürlich Albert Einstein, der mit seiner Relativitätstheorie das Verständnis zum unendlichen Kosmos eröffnete. Erwähnt habe ich nicht Menschen wie Luis Pasteur, Robert Koch, usw. aus der medizinischen Sektion. Aber auch dazu finden Sie extrem gut aufgearbeitetes Anschauungsmaterial. Emil von Behring, der durch seine Entdeckung des Impfens, mithalf, die schrecklichen mittelalterlichen Seuchen wie Pest, Pocken, Cholera, Kinderlähmung, Milzbrand – und vielleicht demnächst, wenn sich die unbelehrbaren Impfgegner nicht durchsetzen, Masern, Tollwut, fast alle infektiösen Kinderkrankheuten, ebenso wie die Grippe und recht bald auch den den ganzen Globus lahmlegenden Covis-19-Virus zu besiegen. Dabei gibt es auch tolle Beispiele aus dem Bereich der  Chemie, der Nanotechnologie, der Weltraumfahrt und leider auch der Wissenschaft rund um den Krieg – kurzum alles, was Naturwissenschaft und Technik zu bieten hat.

Von Zuhause erleben Sie die Wunder der Natur virtuell, ich möchte sagen, einmalig auf der Welt – und das alles ohne Gefahr zu laufen, dem Corona-Virus anheim zu fallen.

Hapers Bazaar hatte kürzlich eine Zusammenstellung von vorbildlichen digitalen Auftritten von Museen veröffentlicht. Dank der engagierten Arbeit des Deutschen Museums kürte Hapers Bazaar die virtuelle Führung des Deutschen Museums zu den weltweit 5 besten Museumsauftritten im Internet, welche Sie hier gerne direkt besuchen können.

Das Deutsche Museum arbeitet fleißig hinter verschlossenen Türen für Sie weiter und eröffnet so neue Wissens- und Begegnungsstätten, welche Sie 24h/7 Tage die Woche erkunden können. So wurden in den letzten 2 Wochen auch neue Life-Streaming Führungen auf dem YouTube Kanal des Deutschen Museums eingestellt.

Nun erleben Sie z.B. das Bergwerk, die Luft- und Schifffahrt bequem von zuhause aus. Die schnelle Umsetzung war dank Ihrer Mitgliedsbeiträge und Spenden, des selbstfinanzierenden Angebots der unbürokratischen Zusammenarbeit des Deutschen Museums mit dem Freundeskreis, möglich. Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle nochmals an alle Beteiligten!

Zudem läuft auf der Instagram Plattform für die jungen Museumsfans eine Ferien-Challenge. Vielleicht eine willkommene Gelegenheit für Groß und Klein jetzt daran zusammen teilzunehmen! Wenn Sie Zeit und Lust haben, klicken Sie doch auf den verschieden Internet-Kanälen, dazu gehören auch Facebook und Twitter, des Deutschen Museums rein und erleben Sie virtuell unser schönes Museum!

Herr Dr. Holfelder hatte am Wochenende für seine Familie und seine Freunde unter bit.ly/virtuell-erleben ein paar Tipps und Tricks für virtuelle Führungen durch Google Arts & Culture und Google Earth zusammengestellt, die er sehr gerne auch mit den Freundinnen und Freunden des Deutschen Museums teilt!

Abschied von Ludwig Erhards Ideen der sozialen Marktwirtschaft ?

(Morning Briefing) – Die großen Verlierer der Coronakrise sind Ludwig Erhard und die von ihm formulierten Grundsätze der Ordnungspolitik. Die Idee, dass der Staat in der Wirtschaft als Schiedsrichter, nicht aber als Sturmspitze auftritt, wurde ohne Aussprache suspendiert. Tabus werden gebrochen, geradezu lustvoll, wie es scheint. Das Mastermind hinter der Pandemiebekämpfung ist nicht Erhard, sondern Kevin Kühnert.

► Seit 2014 hielt die Große Koalition am Kurs der Schwarzen Null fest – einem Haushalt ohne Neuverschuldung. Dann kam die Coronakrise – und das abrupte Ende der Schuldenbremse aus Artikel 109 des Grundgesetzes. Addiert man alle jetzt frei gezeichneten Ausgaben zusammen, geht Bundesfinanzminister Olaf Scholz ein zusätzliches Risiko in Höhe von rund 750 Milliarden ein – das entspricht mehr als 200 Prozent des bisherigen Haushaltsbudgets.

► Die sogenannte No-Bail-Out-Klausel (Nichtbeistandsklausel) im Artikel 125 des EU-Vertrags besagt, dass ein EU-Mitgliedstaat nicht für einen anderen Staat finanziell haften darf. Doch das wird in der Stunde der europäischen Not negiert. Die südeuropäischen Schuldenstaaten brauchen jetzt keine Eurobonds, denn sie haben den mehrfach aufgestockten Euro-Rettungsschirm ESM. Dieser hat nach Angaben seines Chefs Klaus Regling noch 410 Milliarden Euro an Kreditlinien zur Verfügung.

► Die Europäische Zentralbank wollte sich schrittweise aus der Staatsfinanzierung und dem Marktgeschehen zurückziehen – in ihren Büchern befinden sich mittlerweile Staatsanleihen und Aktien im Wert von bald 2,8 Billionen Euro. Doch dank Corona gehts jetzt erst richtig los. Eben hat die Zentralbank ein Notkaufprogramm für weitere 750 Milliarden Euro beschlossen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde:

Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliches Handeln.“

► Der Unternehmer trägt das Risiko seines Handelns, sagt Erhard, denn Risiko und Verantwortung dürfen nicht entkoppelt werden. Dieser Grundsatz gilt nun nicht mehr. Der Staat bürgt, bezuschusst und kreditiert auf Teufel komm raus: 100 Milliarden Euro für Kapitalmaßnahmen, 400 Milliarden Euro für Bürgschaften, weitere 100 Milliarden Euro für Staatsbeteiligungen, 50 Milliarden Soforthilfen für Soloselbstständige und Kleinunternehmen stehen zur Verfügung. Die neue Hemmungslosigkeit begründet Olaf Scholz so:

Es gibt keine Grenze nach oben.“

► Die Gewerbefreiheit, ein Essential der Marktwirtschaft, wurde aufgehoben. Firmen müssen Zwangspausen einlegen. Die Mode in den Lagern der Textilbranche ist aus dem Trend, bevor die Saison überhaupt angefangen hat. Vom Café um die Ecke über Einzelhändler bis hin zum familienbetriebenen Mittelstand wird um die Existenz gekämpft. Der erhabene Satz des Ludwig Erhard gilt nicht mehr:

Der Markt ist der einzige demokratische Richter, den es überhaupt in der modernen Wirtschaft gibt.“

► Die Vertragsfreiheit der Arbeitnehmer ist außer Kraft gesetzt. Statt am Fließband, im Büro oder Verkauf zu stehen, sitzen sie nun zu Hause. Der Staat zahlt ihnen Kurzarbeitergeld – im März gingen mit bald einer halben Million Anträgen so viele Ersuche wie in den vergangenen zwölf Jahren zusammen ein. Gegen ihren Willen wird das bedingungslose Grundeinkommen für viele Menschen zur Wirklichkeit.

► Das Recht auf Eigentum, in Artikel 14 des Grundgesetzes geregelt, gilt noch – aber mit Einschränkungen. Die Zweitwohnung und das Ferienhaus dürfen derzeit nicht betreten werden. Auch die Verfügungsgewalt über Gaststätten, Theater, Sportstätten und Einzelhandelsgeschäften ist massiv durch die Notverordnungen eingeschränkt. Der Kapitalist ohne die Möglichkeit der Kapitalakkumulation hört nach Karl Marx auf, ein Kapitalist zu sein.

► Der direkte Eingriff in privatwirtschaftlich geführte Unternehmen, wie einst von Kevin Kühnert angeregt, ist jetzt groß in Mode: Mit der Lufthansa wird derzeit intensiv über eine Staatsbeteiligung verhandelt, um die Airline vor dem unverschuldeten Absturz zu bewahren. Weitere Firmen dürften folgen, die der Staat aufrichtet, nachdem er sie in die Knie gezwungen hat.

Fazit: Was wir jetzt Rettung nennen, werden wir bald als Verwerfung erleben. Die neue Normalität einer staatlich gezauberten Wohlstandskulisse ist eine Normalität auf Abruf. Der Preis für die Rettung der Marktwirtschaft ist womöglich ihre Zerstörung.

Gabor Steingart

05.04.20 Piraten Aktion Trumps in Bangkok

Frachtflugzeug mit Gesichtsmasken gegen Corona gekapert und nach USA umgeleitet.

Er soll sich seine Masken sauer einlegen. Wir brauchen Sie nicht mehr, wir können Sie selbst wirksamer herstellen, als diejenigen die es aber derzeit sowieso nicht zu kaufen gibt.

Nochmals, eine ausführliche Bauanleitung einer Maske der besonderen Art finden Sie in meinem moderierten Beitrag. dabei spielt auch der Tausendsassa Teebaumöl eine bedeutende Rolle.

Jedenfalls ist diese Maske speziell für den Alltag konzipiert und verhindert zuverlässig, dass wir uns einigermaßen sicher fühlen können, auch wenn wir ausnahmsweise mal 1,5 bis 2 m Abstände mal unterschritten werden. Das Teebaumöl neutralisiert die Coronaviren, die möglicherweise die Filterwirkung der Maske überwunden haben. ich bin fest davon überzeugt dass die Version mit der Innentasche die Bürger besser schützt, als alles was es für Laien zu kaufen gibt.

Wir, meine Frau und ich, haben uns eine Besonderheit einfallen lassen, dabei spielt wie gesagt das Teebaumöl eine herausragende Rolle. Die Maske besteht im Prinzip aus einer vor Mund und Nase befestigten kleinen Tasche. In diese Tasche lassen sich nun beliebige Filtermaterialien einbringen, z. B. mehrere Lagen Papiertaschentücher oder Kosmetiktaps oder Kaffeefilter oder Mullbindenstoff usw. Je mehr Lagen, umso stärker die Filterwirkung, aber das können Sie selbst entscheiden. Deshalb ist es auch nicht so wichtig, welchen Stoff Sie für die Maske selbst auswählen, das können durchaus die Reste eines ausgemusterten gutgewaschenen Hemdes sein, mit bunten Blümchen oder farbigen Mustern, oder Filzstoff. Die eigentliche Filterwirkung übernimmt die Einlage. Sie wird in der Wirksamkeit unterstützt durch das Teebaumöl.

Teebaumöl ist bakterizid und virunguent, d. h., es tötet auch Viren, zum Beispiel die hartnäckigen Viren, die Warzen verursachen und nachweislich auch die Gattung der Grippeviren. Ausdrücklich möchte ich darauf hinweisen, dass Teebaumöl kein Medikament darstellt. Allerdings ist es hervorragend geeignet, um kleine Wunden zu desinfizieren, Pickel, Mückenstiche usw. Selbst bei einem Zeckenbiss macht es sich nützlich, allerdings muss vorher mit einer speziellen Zange die Zecke – vor allem der Kopf – aus der Haut entfernt werden. Danach einfach einen Tropfen Teebaumöl auf die entstandene kleine Wunde träufeln. Zur Hälfte mit Olivenöl vermischt, ist es auch gut für die Ohrenpflege, auch ein paar Tropfen im normalen Mundwasser verstärkt die desinfizierende Wirkung. Seit mindestens 20 Jahren behandle ich damit auch meinen Schnupfen, wie im Video gezeigt. Allerdings im Sinne der Aromatherapie, wobei es nur auf die Verdunstung des Teebaumöls ankommt.

Genauso ist es auch hervorragend geeignet, die Filter- und Viren abweisende Wirkung der Einlage der Masken zu verstärken. Es schützt dann nicht nur wie bei einer normalen Maske Ihr Gegenüber, sondern auch Sie selbst. Die Wirkung hält etwa 2-3 Stunden an, ganz einfach, solange Sie das Teebaumöl noch riechen können. Damit erwähne ich einen kleinen Nachteil, denn seinen Geruch kann man nicht als Parfum bezeichnen. Es riecht irdisch nach Gartenerde, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran. Wer das völlig ablehnt, kann es z. B. mit ätherischem Lavendelöl oder im Falle von Schnupfenanwendungen in einem kleinen Fläschchen mit ein paar Tropfen ätherischem Pfefferminzöl vermischen.

Wie jedes Medikament aus der Retorte der pharmazeutischen Industrie hat es natürlich auch in Grenzen Nebenwirkungen. Allerdings sind diese im Verhältnis zum Nutzen vernachlässigbar. Da wird behauptet, es schade der Lunge, aber das Coronavirus schadet der Lunge tausendmal mehr. Das ist wie bei allen Medikamenten eine Frage der Abwägung, die ganz klar zu Gunsten des Teebaumöls ausfällt. Ich habe mich ausführlich mit dem Teebaumöl beschäftigt und sogar mit Dr. Walter Boehres, der lange in Australien praktiziert hat, ein Büchlein geschrieben, unter dem Titel: ‚Tausendsassa Teebaumöl‘. Leider ist es vergriffen, wurde aber mindestens 100.000 Mal verkauft. (Im Internet-antiquariat noch erhältlich). Selten haben wir soviel Zustimmung erfahren. Seit wir in der Hobbythek darüber berichtet haben, fehlt es bei Millionen von deutschen Bürgern nicht im Medizinschrank.

Wie alle ätherischen Öle und sonstigen Naturheilmittel, aber auch viele Produkten aus der Apotheke, kann es bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Das lässt sich aber mit einem Tropfen, auf den unteren Innenarm geträufelt, leicht feststellen. Auch das wird im Video ausführlich beschrieben.

Es gibt noch einen weiteren großen Vorteil unserer Maske mit der Tasche, sie kann jederzeit gewaschen werden. Nehmen Sie die Filtermaterialien raus und vernichten sie ggf. Manchmal genügt dann eine einfache Handwäsche. Zur sicheren Desinfektion sollte man ein Bleichmittel auf Sauerstoffbasis verwenden. Das Hobbythek-Bleichmittel, welches wir seinerzeit entdeckt hatten – wir haben es ‚Hygienebleiche jp‘ genannt – tötet die Mikroben schon bei Temperaturen unter 40°C . Einfach in der Lauge eine Stunde stehenlassen und danach gründlich auswaschen. Mehr als einen Liter lauwarme Waschlauge benötigen Sie nicht, das reicht zur Desinfektion der Masken der ganzen Familie.

Noch ein Tipp: Sollten Sie in die Quarantäne geraten sein oder sogar einen Angehörigen, der erkrankt ist, pflegen, dann müssen Sie auch ganz besonders auf die Waschmaschinenwäsche achten. Auch da hat die Hobbythek seinerzeit ein Pulverbleichmittel gefunden, mit dem Sie Energiesparend bei niedrigen Temperaturen (max. 40°C) waschen können. Geben Sie einfach Ihrem normalen Feinwaschpulver einen Messbecher (z. B. Espressotasse) von dem von uns sogenannten ‚Proweiß-Super‘ hinzu. Der beim Waschvorgang freiwerdende atomare Sauerstoff (nicht O2, sondern O) killt zuverlässig alles, was Krankheiten verursachen kann.

Alle diese Mittel können Sie über das Internet beziehen, in dem Sie die Stichworte: Hygienebleiche und Proweiß-Super eingeben. Beide Mittel waren übrigens Bestandteil des Waschmittelbaukastens der Hobbythek. Es gibt einige Firmen aus der ehemaligen Lieferantencrew, die das heute noch anbieten ebenso wie preiswertes genuines australisches Teebaum. Auch sonstige ätherische Öle wie Lavendel oder Pfefferminz usw. sind dort vorrätig.

Wer sich evtl. etwas mehr mit der Aromatherapie beschäftigen möchte, empfehle ich die beiden Bücher, welche ich als Herausgeber mit dem anerkannten aromatherapeutischen Fachmann, Dr. Kurt Schnaubelt, aus San Francisco verfasst habe:

‚Neue Aromatherapie‘ ISDN 3-8025-1288-X,
‚Praxis der Neuen Aromatherapie‘ ISDN 3-8025-1348-7
Auch diese Bücher sind leider vergriffen, aber ebenso im Antiquariat erhältlich

Gleiches gilt für das Hobbythekbuch, das ich mit Christine Niklas als Co-Autorin schon Anfang der 90er Jahre geschrieben habe:

‚Gesundheit mit Kräutern und Essenzen‘ ISDN 3-8025-6176-7

Darin finden Sie sämtliche Monographien aller Kräuter und ätherischen Öle. Das Teebaumöl war damals noch nicht so bekannt, aber die WHO hat ihm dann später eine ausführliche Monographie gewidmet.

Wie wichtig eine Mund-Nasen-Maske ist, wird an folgendem Experiment der Sektion Bauphysik der Bauhaus Universität Weimar sehr deutlich.

Bleiben Sie gesund

Ihr Jean Pütz

Folge 105 ‚Der Vernunft eine Chance‘