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28.04.2020 Verschwörungstheorien und ihre gefährlichen Auswirkungen am Beispiel einer Bürgerin

Nachdenklicher Brief einer Bürgerin, die ängstlich wegen Attacken der Verschwörungstheoretiker meine Hilfe sucht.

Liebe XXXX (selbstverständlich liegt mir der Name vor),

ich werde mich um Dein Anliegen kümmern. Allerdings, Bill Gates ist ein honoriger Wohltäter der Menschheit. Er ist zwar kapitalschwer, hat sich aber zum Ziel gesetzt, sich um die vom Schicksal benachteiligten Menschen zu kümmern. Das macht er mit seiner Stiftung in unnachahmlicher Weise.

Aber ich verstehe schon, dass er ins Visier der Verschwörungstheoretiker geraten ist. Er kritisiert sehr stark die Methoden von Trump, seine Irrationalität,  und ist deshalb im offiziellen Amerika in Ungnade gefallen. Wer der Urheber dieser ganzen Fakenews ist, bleibt natürlich im Dunkeln. Doch man kann ja spekulieren. Diese Verschwörungsspezialisten – egal woher sie kommen – scheinen sehr gut miteinander vernetzt zu sein, weil sie glauben, dass die Nebenwirkungen und Risiken den Nutzen nicht aufwiegen. Sie nutzen natürlich alles, was Menschen Angst machen kann. Dazu gehört im Augenblick an vorderster Stelle die Corona-Krise. Was die Seuchen anbelangt, so leugnen sie manchmal sogar, dass die moderne Medizin überhaupt in der Lage war und ist, diese mit pharmazeutischen Methoden in den Griff zu bekommen und setzen mehr auf Esoterik. Dass diese Seuchen Millionen von Menschen dahingerafft haben, wird von vielen als Gottes Wille bewusst in Kauf genommen. Das läuft dann unter Schicksal oder Schisma. Zu dieser Gruppe zählen viele am orientalischen Tanz Interessierten, die das teilweise mit einer Menschen feindlichen Ideologie verknüpfen. Mittlerweile hat die Wissenschaft insbesondere die Funktion des Immunsystems komplett aufgeklärt. Es ist sozusagen die beste Apotheke, die es auf unserem Globus geben kann. Damit habe ich mich im Zusammenhang mit der Krankheit AIDs sehr beschäftigt, denn diese Viren greifen das Immunsystem unmittelbar in seiner Zentrale an. Ich war mir Ranga Yogeshwar einer der ersten, der in der ARD über diese beginnende Seuche seinerzeit berichtet hat.

Auch Corona wird irgendwann – ebenso wie die diversen Formen der Grippe – durch bewusste oder unbewusste  Immunisierung in den Griff zu bekommen sein. Im Gegensatz zu früher, wo man sogar wie bei den Pocken abgeschwächte aber noch lebende Viren durch impfen verabreicht hat, die dann eine ganze Armada von Immunreaktionen auslösten, die den Träger gegen diese Seuche unangreifbar machten. Allerdings hatten die manchmal Nebenwirkungen, doch immerhin ist es dem Impfen zuzuschreiben, dass die Pocken weltweit ausgerottet wurden. Aber dafür mussten  70 – 80% der Bevölkerung – zugegebenermaßen – durch Zwangsimpfungen immunisiert werden, bis sich eine sogenannte Herdenimmunität – ich nenne das Schwarmimmunität – eingestellt hat. Gleiches gilt für alle anderen Impfmöglichkeiten.

Stelle man sich einmal vor, welche schrecklichen Schicksale die Kinderlähmung noch in meiner Jugend provoziert hat. Erst die Schluckimpfung hat dieser Katastrophe ein Ende gesetzt. In dem Zusammenhang werden auch die Masern völlig unterschätzt. Deswegen sind gerade die Impfgegner mit dafür verantwortlich , dass die schlimmen Nebenwirkungen und Risiken dieser Krankheit in Kauf genommen werden. Auch dafür braucht man eine gewissen Herdenimmunität und deshalb halte ich Impfgebote für unbedingt erforderlich. Das muss in diesem Fall aber nicht notwendigerweise per Gesetz erzwungen werden, aber Sanktionen, dass nur geimpfte Kinder in  Kindergärten oder Schulen aufgenommen werden, halte ich für in Ordnung.

Ich muss Dir ganz ehrlich sagen, die Impfgegner sind verantwortungslos und haben die Zeichen der Zeit nicht vernommen. Es betrifft ja nicht nur sie selbst, sondern vor allem ihre Mitmenschen, denn nur Nichtgeimpfte übertragen diese Krankheit. Tritt diese im erwachsenen Alter auf, ist sie noch viel gefährlicher bis hin zu Gehirnhautentzündungen mit lebenslangem Siechtum

Bei den Pocken sprach ich von Lebendviren, aber die moderne Gentechnologie hat heute inkl. der Genschere erreicht, dass nur die Teile des Virus gezielt zur Impfung genutzt werden, die die gezielte Immunreaktion im Körper auslösen. Die Risiken, die seinerzeit etwa im Verhältnis 1:1.000 existierten sind heutzutage dadurch auf 1:100.000 und manche sogar 1:1.000.000 reduziert worden. Übrigens zu Ungunsten der Pharmaindustrie, denn mit Medikamenten würden sie viel mehr Geld verdienen.

Aber wie gesagt, Verschwörungstheoretiker, die die ganzen Ängste schüren, haben andere Absichten als solche Gesundheits-Aspekte – ob rechts oder links, sie wollen die Gesellschaft destabilisieren, um eine Atmosphäre der Unruhe zu schüren, die das Feld bereitet, genügend Anhänger für ihre Gesellschaft zerstörerischen Ideologien zu finden. Dass das z.B. in Rassenhass oder Religionsverfolgungen ohne Ausschluss bestimmter Bevölkerungsgruppen, die nicht in ihr Konzept passen, mündet, ist immer wieder bewiesen worden wie in Hexenverbrennungen, Konzentrationslagern von Hitler oder Stalin, der Millionen von Russen und anders Denkende im Gulag elendig hat verenden lassen. Auch die ehemalige DDR kann sich davon nicht freisprechen.

Jetzt in Corona-Zeiten lohnt es sich besonders die Ängste zu schüren. Die Parteien wie die ‚Linke‘, deren Mutterpartei die SED war, oder die AFD, die immer noch von der NSDAP träumt und ihre Verbrechen verharmlosen oder einen höheren Sinn verpassen. Deswegen kann ich nur empfehlen, gelegentlich den Verstand einzuschalten und deren queren Gedankengänge nachzuvollziehen. Dazu hat die Stiftung Gesundheit, die übrigens nicht von Bill Gates gefördert wird, einen interessanten Buchvorschlag gemacht, den ich empfehlen kann. Vielleicht ist es in der Lage, einen Teil der Ängste ein wenig abzumildern, damit Verschwörungstheoretiker keine Angriffspunkte finden.

Herzliche Grüße
Jean Pütz

Lieber Jean, wie gerade in unserem Telefonat angesprochen bewegt es mich sehr, wenn ich den ganzen Tag Videos von Freunden zugeschickt bekomme, die mich vor allem möglichen waren wollen! Es ist befremdend zu sehen, was Angst in meinem näheren Umfeld mit den Menschen macht. Da hilft nicht mehr an die Vernunft zu appellieren, die Gesellschaft driftet auseinander! Deshalb hier meine Bitte an dich! Kannst du rund um Bill Gates aufklären? Was ist in Indien und Afrika wirklich passiert mit Polioimpfungen? Wird Gates vom Indischen Staat verklagt, weil es für Missbildungen, vermehrte Todesfälle, Zwangssterilisation verantwortlich ist? Welche Macht hat er in Bezug auf Zwangsimpfungen und damit verbunden dem Einsetzen von Microchips…. Du weißt wahrscheinlich was noch so alles im Netz rumschwirrt! Ich fände es super, wenn du hier Aufklärungsarbeit leisten würdest! Du erreichst viele Menschen und kannst so toll erklären, dass es selbst der größte Hirni verstehen kann, vorausgesetzt er will! Ich danke dir und werde es eifrig teilen! Gute Gesundheit! LG Deine Freundin XXX

 

Wolfgang Schäuble zur Corona-Krise: Schutz von Leben nicht alles unterordnen

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat angesichts der Einschränkungen vieler Grundrechte davor gewarnt, dem Schutz von Leben in der Corona-Krise alles unterzuordnen.

„Wenn ich höre, „alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig“, sagte der CDU-Politiker in einem Interview des „Tagesspiegel“.

„Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gibt, dann ist das die Würde des Menschen. Die ist unantastbar. Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen“, betonte Schäuble. „Der Staat muss für alle die bestmögliche gesundheitliche Versorgung gewährleisten.

Aber Menschen werden weiter auch an Corona sterben“, sagte er. „Mit allen Vorbelastungen und bei meinem Alter bin ich Hochrisikogruppe. Meine Angst ist aber begrenzt. Wir sterben alle. Und ich finde, Jüngere haben eigentlich ein viel größeres Risiko als ich. Mein natürliches Lebensende ist nämlich ein bisschen näher.“

Schäuble warnte, bald könnte ein Kipppunkt bei der Stimmung in der Bevölkerung erreicht sein. „Es wird schwieriger, je länger es dauert.“ Gesundheitsminister Jens Spahn habe recht, wenn er sage, alle hätten miteinander noch viel zu lernen. „Wir alle wissen nicht, was unser Handeln für Auswirkungen hat, aber die Politik muss trotzdem handeln“.

22.04.20 Jetzt erst recht mit Gefühl und Vernunft gegen das Coronavirus

Der langen Rede kurzer Sinn: Was bedeutet die sogenannte Reproduktionsrate – derzeit 0,8 im Anstieg ? Wie lässt sich das verhindern?

Schauen Sie sich doch einfach mein Video an, es macht nicht nur Hoffnung, sondern hilft ganz sicher über die Corona-Krise hinwegzukommen. Ein bisschen Verstand und guter Wille.
Jean Pütz
Folge 107: Der Vernunft eine Chance….

Pneumokokken – Für wen die Impfung sinnvoll ist – Mit einer Einführung von jean Pütz

Schon vor drei Jahren habe ich mich gegen diesen Erreger der Lungentzündung (Pneumokokken) impfen lassen und bin dadurch weitgehend aus der Risikogruppe Corona-Viren rausgerutscht. Gleichzeitig aber auch dadurch, dass ich nicht adipös geworden bin. Fettleibige Menschen sind besonders gefährdet, was die Todesfolge anbelangt

Jean Pütz

(Stiftung Warentest) – Eine Impfung gegen das Coronavirus gibt es noch nicht. Das Bundesgesundheitsministerium hat aber Senioren empfohlen, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Aktuell berichten Behörden von Versorgungsengpässen bei Pneumokokken-Impfstoffen. Um die Ressourcen bestmöglich zu nutzen, raten die Impfexperten der Stiftung Warentest derzeit vorrangig Senioren mit Erkrankungen der Atmungsorgane, des Herzkreislaufsystems oder Diabetes sowie Menschen mit Immunschwäche und kleinen Kinder bis 2 Jahre zur Impfung.

Der Impfstoff Prevenar ist derzeit laut Behördenangaben nur begrenzt verfügbar, der Impfstoff Pneumovax voraussichtlich Anfang Mai 2020 wieder vom Hersteller lieferbar. Bereits im April seien Pneumovax-Chargen aus Japan importiert worden. Wegen der Engpässe hat die Ständige Impfkommission (Stiko) Hinweise veröffentlicht, wer vorrangig geimpft werden sollte. Auch die Experten der Stiftung Warentest haben sich aktuell mit dem Thema beschäftigt. Grundsätzlich ist der Nutzen bei kleinen Kindern demnach am besten belegt. Die Pneumokokken-Impfung für sie stufen die Experten daher als sinnvoll ein; die Impfung anderer Risikogruppen als voraussichtlich sinnvoll. Oberste Priorität für Senioren und chronisch Kranke habe im Moment die „Kontaktreduzierung“, betont das Robert-Koch-Institut – etwa, indem man zu Hause bleibe. Wer sich zusätzlich etwa beim Hausarzt impfen lassen möchte, kann sich vor der Terminvereinbarung auf der Website des Paul-Ehrlich-Instituts informieren, ob der Impfstoff grundsätzlich verfügbar ist (pei.de, Rubrik „Lieferengpässe von Impfstoffen“).

Pneumokokken? Noch vor ein paar Monaten kannte wohl kaum jemand diese Erreger. Das hat sich seit Beginn der Corona-Krise geändert. Im Zuge steigender Infektions­raten hatten Behörden, darunter das Bundes­gesund­heits­ministerium, Senioren aufgerufen, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Das biete zusätzlichen Schutz. Viele Menschen folgten dem Rat; schnell über­stieg die Nach­frage das Angebot. Auch kurz vor Redak­tions­schluss Mitte April 2020 war der Impf­stoff Prevenar laut Behörden­angaben „begrenzt verfügbar“. Ein anderer namens Pneumovax sei „voraus­sicht­lich Anfang Mai wieder liefer­bar“, wobei bereits im April Chargen aus Japan einge­führt worden seien.

„Unerwartet stark gestiegene Nach­frage“
Der Pneumovax-Hersteller, das Unternehmen MSD, erklärte die Engpässe gegen­über test mit „unerwartet stark gestiegener Nach­frage“ – welt­weit. Wegen der komplexen biotechnologischen Herstellung lasse sich Impf­stoff nicht kurz­fristig nach­produzieren.

Welche Personen­gruppen sollten vorrangig geimpft werden?
Das sagt die Stiko. Um die Ressourcen best­möglich zu nutzen, hat die Ständige Impf­kommis­sion (Stiko) aktuelle Hinweise veröffent­licht, wer vorrangig geimpft werden sollte (ebenfalls Stand Mitte April):

  • Babys und Klein­kinder bis 2 Jahre,
  • Personen mit Immun­schwäche oder chro­nischen Atemwegs­erkrankungen,
  • Senioren ab 70 Jahre.

Das sagen die Impf-Experten der Stiftung Warentest. Unsere Experten fassen ihre Empfehlung für die Zeit der wegen Covid-19 knappen Impf­stoffe sogar noch enger und beziehen nicht alle Älteren mit ein: „In der derzeitigen Situation ist zu erwarten, dass vor allem Senioren mit Krankheiten, etwa Diabetes, chro­nischen Lungen- oder Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen, sowie Menschen mit Immun­schwäche und kleine Kinder von der Pneumokokken-Impfung profitieren“, sagt Dr. Judith Günther, Fach­apothekerin für Arznei­mittel­information und Mitglied unseres Expertenkreises zum Thema Impfen. „Die Impfung schützt Risiko­gruppen zwar nicht vor den Coronaviren selbst, aber möglicher­weise vor zusätzlichen Lungen­entzündungen durch Pneumokokken, die den Krank­heits­verlauf erschweren können.“

Nutzen bei kleinen Kindern am besten belegt
Grund­sätzlich sei der Nutzen bei kleinen Kindern am besten belegt. Die Pneumokokken-Impfung für sie stufen unsere Experten daher als sinn­voll ein; die Impfung anderer Risiko­gruppen als voraus­sicht­lich sinn­voll (siehe Tabelle unten). Die allgemeine Einschät­zung zur Pneumokokken-Impfung haben wir Ende 2018 veröffent­licht; wegen der aktuellen Situation haben unsere Experten sich nochmals mit dem Thema beschäftigt.

Für wen die Impfung gegen Pneumokokken sinn­voll ist
Die Tabelle zeigt die Einschät­zung der Stiftung Warentest zur Impfung von Personen­gruppen, die durch eine Infektion mit Pneumokokken gefährdet sind.

Wann die Keime riskant sind
Pneumokokken sind Bakterien und werden per Tröpf­chen­infektion über­tragen, etwa beim Husten oder Niesen. Sie siedeln sich bei vielen Menschen im Nasen-Rachen-Raum an, meist ohne sie krank zu machen. Ist das Immun­system aber geschwächt, können sie etwa Blut­vergiftungen, Entzündungen des Mittel­ohrs oder der Hirnhaut verursachen – und vergleichs­weise häufig Lungen­entzündungen. Zur Behand­lung dienen Antibiotika, die aber nicht immer ausreichend wirken.

Wem die Kasse die Impfung zahlt
Für alle, denen die Ständige Impf­kommis­sion die Pneumokokken-Impfung empfiehlt, tragen Krankenkassen die Kosten: Kinder bis zwei Jahre, Patienten mit bestimmten chro­nischen Krankheiten, Ältere ab 60. Das gilt auch in der aktuellen Zeit der Liefer­engpässe, für die die Stiko enger gefasste Hinweise zum Impfen gibt.

Auf den Impf­stoff kommt es an
Es gibt zwei Impf­stoff­typen: Poly­saccharid aus den Zuckern der Bakterienhülle sowie Konjugat – bei ihm sind die Poly­saccharide an ein Eiweiß­molekül gebunden. Da Poly­saccharid-Impf­stoffe bei Kindern bis zwei Jahre nicht ausreichend wirken, sind für sie zwei Konjugat-Impf­stoffe zugelassen: Prevenar schützt vor 13 verschiedenen Unterformen der Pneumokokken, Synflorix nur vor 10. Wir empfehlen nach Möglich­keit Prevenar. Senioren und Risikopatienten bekommen in der Regel Pneumovax. Das ist ein Poly­saccharid-Impf­stoff, der 23 Erregertypen umfasst.

Komplikationen sind selten
Komplikationen durch die Impfung sind sehr selten. Es kann zu Neben­wirkungen kommen, die aber meist inner­halb weniger Tage vergehen: Oft rötet sich die Einstich­stelle, schwillt an oder schmerzt. Auch allgemeine Krank­heits­zeichen wie Fieber treten möglicher­weise auf.

Der richtige Zeit­punkt für den Pikser
Pneumokokken-Erkrankungen haben vor allem in den kalten Monaten Saison. Daher werden Erwachsene häufig im Herbst geimpft, etwa parallel mit der Grippeimpfung. Alle sechs Jahre kann eine Auffrischung sinn­voll sein – am besten mit dem Arzt besprechen. Impf­stoffe für kleine Kinder werden dreimalig in bestimmten Lebens­monaten gespritzt, zum ersten Mal möglichst mit zwei Monaten. Auch das kann zeitgleich mit einem anderen Piks wie der Sechs­fach­impfung erfolgen.

Tipp: Oberste Priorität für Senioren und chro­nisch Kranke habe zu Corona-Zeiten die „Kontakt­reduzierung“, schreibt das Robert-Koch-Institut – etwa indem sie zu Hause bleiben. Das schützt vor Covid-19 ebenso wie vor der Über­tragung anderer Infektionen wie Pneumokokken.

 

Schwerhörigkeit im Alter erhöht Demenzrisiko – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Altersschwerhörigkeit ist normal, insbesondere die hohen Frequenzen werden immer weniger wahrgenommen. Ab 10 Herz – das beginnt schon mit 50 Jahren und ab dem 70. Lebensalter sinkt der Frequenzbereich – der vordem bis zu 16.000 Herz (Schallschwingungen pro Sek.) reichte, reduziert sich bis auf 7.000 bis 8.000 Herz. Das merken zwar ältere Herrschaften zwar weniger, wenn Sie beim Hörakustiker sich dem meist kostenlosen Test unterwerfen, fällt das auf. Gut Hörgeräte ergänzen deswegen vor allen Dingen diesen Bereich. Das Heißt, der Ton wird nicht einfach in der ganzen Bandbreite verstärkt, sondern gezielt in den oberen Frequenzen. Dann erst merkt man – und ich weiß das aus eigener Erfahrung – dass bei einem klassischen Konzert Instrumente wieder wahrgenommen werden, die vorher akustisch verschwunden waren. Also, ich empfehle jedem älteren Menschen einmal diesen Versuch zu wagen. Leider übernehmen die Krankenkassen die Kosten der guten Hörgeräte nicht insgesamt, aber wenn irgend möglich, lohnt sich die Anschaffung, insbesondere was die Lebensqualität anbelangt. Man kann wieder teilnehmen an Gesprächen, die sonst in der Fülle der Nebengeräusche untergehen.

Ob der nachfolgende wissenschaftliche Bericht, in dem ja behauptet wird, ein stark abnehmendes Hörvermögen könnte Demenz fördern, durch Hörgeräte gebremst oder verhindert wird, sollte recht bald Inhalt der Forschung sein.

Diese Versuche sind nur an Mäusen erfolgt, der Bezug auf Menschen müsste ebenfalls nachgewiesen werden. Aber interessant ist diese Meldung schon, deshalb wollte ich sie Ihnen nicht vorenthalten.

Jean Pütz

(pte) – Lässt im Alter das Gehör nach, steigt das Risiko für Demenzerkrankungen und kognitiven Verfall. Schuld daran ist die Neustrukturierung einzelner Hirnbereiche, worunter das Gedächtnis leidet, wie Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) bei Experimenten mit Mäusen nachgewiesen haben. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift „Cerebral Cortex“ veröffentlicht worden.

Experimente mit Mäusen
Die Forscher haben Mäuse untersucht, die zwar mit einem intakten Hörvermögen geboren wurden, jedoch durch einen angeborenen Gendefekt einen graduellen Hörverlust erlitten haben, der dem der Altersschwerhörigkeit beim Menschen ähnelt. Sie analysierten die Dichte der für die Gedächtnisbildung relevanten Botenstoffrezeptoren im Gehirn der Tiere und verglichen die Ergebnisse mit den Gehirnen von gesunden Mäusen. Außerdem erforschten sie, inwieweit die Informationsspeicherung im Hippocampus beeinflusst wird.

Ergebnis der Forschung: Die synaptische Plastizität im Hippocampus ist durch den graduellen Verlust des Hörvermögens beeinträchtigt. Die synaptische Plastizität wiederum ermöglicht die langfristige Speicherung von Erlebnissen, dadurch werden Erinnerungen gebildet und festgehalten. Die Verteilung und Dichte von Botenstoffrezeptoren änderte sich stetig. Mit Fortschreiten der Schwerhörigkeit verstärkten sich auch die Effekte im Gehirn. Darüber hinaus zeigten die schwerhörigen Mäuse zunehmende Einschränkungen bei ihrer Gedächtnisleistung.

Informationsverarbeitung verändert
„Unsere Ergebnisse bieten neue Einblicke in die mutmaßliche Ursache für den Zusammenhang zwischen kognitivem Verfall und altersbedingtem Hörverlust bei Menschen. Wir glauben, dass die ständigen Veränderungen der Neurotransmitterrezeptorexpression, die durch fortschreitenden Hörverlust verursacht werden, auf der Ebene der sensorischen Informationsverarbeitung zu einer Art Treibsand führen, der verhindert, dass der Hippocampus effektiv arbeitet“, so RUB-Forscherin Denise Manahan-Vaughan.

 

Insektensterben: nicht pauschal, sondern einmal differenziert gesehen

(iDiv) – Eine Analyse weltweiter Langzeitstudien zeigt, dass dieZahl landlebender Insekten zurückgeht. Sie sank im Schnitt um 0,92 %pro Jahr, was einem Rückgang von 24 % über 30 Jahre entspricht.Gleichzeitig stieg die Zahl der an Süßwasser gebundenen Insektenwie Libellen und Köcherfliegen um 1,08 % pro Jahr. Dies könntedie Folge von Gewässerschutzmaßnahmen sein. 
Diesen durchschnittlichen, globalen Trends stehen sehrunterschiedliche Entwicklungen vor Ort gegenüber. Dabei scheinenmenschliche Einflüsse die Trends zu verstärken. Zu diesenErgebnissen kommt die bislang umfassendste Meta-Analyse vonInsektenbeständen an 1676 Orten weltweit. Die Studie wurde vonForschern des Deutschen Zentrums für integrativeBiodiversitätsforschung (iDiv), der Universität Leipzig (UL) undder Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) geleitet und istin der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift Scienceerschienen. Sie schließt wichtige Wissenslücken im Kontext desviel diskutierten „Insektensterbens“. 

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Studien veröffentlicht, dieeinen dramatischen Insekten-Rückgang zeigen. Besonders vielAufmerksamkeit erhielt eine Studie aus Naturschutzgebieten im Raum Krefeld.Diese fand einen Rückgang der Biomasse fliegender Insekten von mehrals 75 % über 27 Jahre. Die 2017 veröffentlichte Studie befeuerteDiskussionen über das Phänomen des„Insektensterbens“. Seitdem wurden weitere Studien zurEntwicklung von Insektenbeständen an verschiedenen Orten weltweitveröffentlicht. Die meisten zeigten starke, andere leichteRückgänge, und einige sogar leichte Zunahmen. Doch bislang wurdendie weltweit verfügbaren Daten nicht zusammengefügt umfestzustellen, wie verbreitet und wie stark der Rückgang der Insektentatsächlich ist. Bis jetzt.

Bislang umfassendste Datensammlung
Ein internationales Forscherteam stellte Daten aus 166 Langzeitstudienan weltweit 1676 Orten zusammen, um Veränderungen der Insektenzahlen(Individuen, nicht Arten) zu untersuchen. Diese Daten wurden im Zeitraumzwischen 1925 und 2018 erhoben. Die komplexe Analyse offenbarte großeUnterschiede in den lokalen Trends – selbst zwischen nahe gelegenenOrten. So gab es in Ländern mit vielen Langzeitstudien wieDeutschland, Großbritannien oder den USA sowohl Orte mitRückgängen als auch Orte mit wenig Veränderungen oder sogarZunahmen.
Im globalen Durchschnitt gingen landlebende Insektenwie Schmetterlinge, Heuschrecken oder Ameisen um 0,92 % pro Jahrzurück.

Insekten verschwinden leise
Erstautor Dr. Roel van Klink, der bei iDiv und der UL forscht, sagt:“0,92 Prozent klingt vielleicht nicht nach viel, aber es bedeutet 24Prozent weniger Insekten über 30 Jahre und sogar eine Halbierungüber 75 Jahre. Der Rückzug der Insekten findet leise statt– in nur einem Jahr bemerken wir das nicht. Es ist wie wenn man anden Ort zurückkehrt, wo man aufgewachsen ist. Nur wenn man jahrelangnicht dort war, bemerkt man, wie viel sich tatsächlich veränderthat – leider oft zum Schlechteren.”

Die Insekten-Rückgänge waren in Teilen der USA sowie inEuropa, insbesondere in Deutschland, am stärksten. In Europaverstärkten sich die negativen Trends in den letzten Jahren –die größten Rückgänge wurden seit 2005beobachtet.

Weniger Insekten in der Luft
Beim Thema “Insektensterben” wird oft angeführt, dassheute weniger tote Insekten an Auto-Windschutzscheiben kleben als noch vorzehn oder zwanzig Jahren. Letztautor Prof. Jonathan Chase, Wissenschaftlerbei iDiv und der MLU, sagt dazu: “Viele Insekten fliegen – dassind dann die, die von Windschutzscheiben und Kühlergrills erschlagenwerden. Wir konnten zeigen, dass fliegende Insekten im Schnitttatsächlich weniger geworden sind. Aber die meisten Insekten sindnicht augenfällig und leben im Verborgenen – im Boden, inBaumwipfeln oder im Wasser.“

Für die neue Studie untersuchten die Forscher auch Daten zu vielendieser verborgenen Lebensräume. Es stellte sich heraus, dass heuteweniger Insekten in Bodennähe leben als früher –ähnlich wie in der Luft. Im Gegensatz dazu blieb die Zahl derInsekten, die in Bäumen leben, im Schnitt unverändert.

Erholung bei Süßwasserinsekten
Gleichzeitig stieg die Zahl der Insekten, die ihr Leben zeitweise imWasser verbringen wie Libellen, Wasserläufer und Köcherfliegen,im Durchschnitt um 1,08 % pro Jahr. Das entspricht 38 % über einenZeitraum von 30 Jahren. Jonathan Chase hält das für ein gutesZeichen: „Die Zahlen zeigen, dass wir die negativen Trends umkehrenkönnen. In den letzten 50 Jahren wurde weltweit viel getan, umverschmutze Flüsse und Seen wieder zu säubern. Dadurch haben sichmöglicherweise viele Populationen von Süßwasserinsektenerholt. Das stimmt zuversichtlich, dass wir die Trends auch beiPopulationen umkehren können, die momentanzurückgehen.“

Roel van Klink fügt hinzu: “Insektenpopulationen sind wieHolzscheite, die unter Wasser gedrückt werden. Sie streben nach oben,während wir sie immer weiter nach unten drücken. Aber wirkönnen den Druck reduzieren, so dass sie wieder auftauchen. DieSüßwasserinsekten haben gezeigt, dass das möglich ist. Esist allerdings nicht immer leicht, die Ursachen für dieRückgänge und somit die effektivsten Gegenmaßnahmenauszumachen. Diese können auch von Ort zu Ort andersaussehen.”

Keine einfachen Lösungen
Ann Swengel, Co-Autorin der Studie, erforscht seit 34 Jahren dieSchmetterlingspopulationen an Hunderten Orten in den USA. Sie betont, wiekomplex die beobachteten Trends sind: „Wir verzeichnen starkeRückgänge, auch an vielen geschützten Orten. Aber wir habenauch beobachtet, dass es Schmetterlingen an einigen Standorten gut geht. Esbraucht Jahre und viele Daten um sowohl die Erfolge als auch dieMisserfolge zu verstehen, Art für Art und Ort für Ort. Vielesliegt außerhalb des Einflussbereiches eines Einzelnen, aber eszählt wirklich jede Entscheidung, die wir für jeden Standorttreffen.“

Lebensraumzerstörung wahrscheinlicher Grund fürRückgänge
Obwohl die Forscher nicht mit Sicherheit die Ursachen für dieverschiedenen Trends – positive wie negative – benennenkönnen, fanden Sie in den Daten doch entsprechende Hinweise.Insbesondere scheint die Zerstörung natürlicher Lebensräume– vor allem durch Verstädterung – landlebende Insektenzurückzudrängen. Andere Berichte, wie das „GlobaleAssessment“ des Weltbiodiversitätsrates IPBES§,weisen ebenfalls darauf hin, dass die veränderte Landnutzung und dieZerstörung von Lebensräumen Hauptursachen sind für weltweiteVeränderungen der biologischen Vielfalt.

Die neue Studie ist die aktuell umfassendste ihrer Art –ermöglicht durch iDiv’s Synthesezentrum sDiv. Sie gibt Einblickein die weltweite Situation der Insekten und zeigt, wo ihr Schutz amdringendsten ist.

Vom Makrokosmos in den Mikrokosmos

(Uni Stuttgart) – Forschende vermessen erstmals die Dynamik von Skyrmionen aus Licht auf ultraglatten Goldplättchen

Im Zentrum eines Wirbels bestehen sehr hohe Drehgeschwindigkeiten, die bei großen Tornados gewaltige Zerstörungskräfte entfalten können. Ähnliche Effekte werden für Licht vorhergesagt, das auf einer atomar glatten Goldoberfläche entlangläuft und dabei Drehimpulse und Wirbel ausbilden kann. Forschenden der Universitäten Stuttgart und Duisburg-Essen sowie der University of Melbourne (Australien) ist es jetzt erstmals gelungen, diese nach ihrem Entdecker Tony Skyrme „Skyrmionen“ genannten Wirbel-Muster auf der Nanometerskala zu filmen. Über die bahnbrechende Arbeit berichtet das Fachmagazin Science am 24. April 2020.

Wenn eine Eiskunstläuferin zur Pirouette ansetzt und dabei die Arme hebt, dreht sie sich aufgrund der Drehimpulserhaltung immer schneller um die eigene Achse. Der gleiche Pirouetteneffekt lässt an heißen Sommertagen über abgeernteten Felder die so genannten „Staubteufel“ entstehen, kleine Wirbelstürme aus heißer Luft, und er gibt großen Tornados ihre zerstörerische Kraft. Der Physiker Tony Skyrme hat sich in den 1960er-Jahren in einem Forschungsfeld, das man Topologie nennt, ausführlich mit solchen Wirbeln beschäftigt. Nach ihrem Entdecker werden die Muster „Skyrmionen“ genannt.

Auch bei Licht, das auf atomar glatten Goldoberflächen entlanglaufen kann, gibt es eine Art Drehimpuls, und es können sich Wirbel, sogenannte Vortices ausbilden. Allerdings sind die Wirbel in diesem Fall nur wenige Hundert Nanometer groß, und das Auge dieser Nanotornados hat nur eine Größe von wenigen Nanometern. Daher konnte bisher noch niemand die genaue Ausrichtung dieser Wirbel messen. Ebenso war es unmöglich, die Wirbeldynamik anzuschauen, denn die Zeit, die das Licht benötigt, um einmal um einen solchen Wirbel herumzulaufen, beträgt nur wenige Femtosekunden (Billionstel Millisekunden).

In einer aufsehenerregenden Arbeit ist es jetzt einem Team aus Forschenden der Universität Stuttgart, der Universität Duisburg-Essen und der University of Melbourne in Australien gelungen, erstmals solche Skyrmionen aus Licht auf der Nanometerskala zu filmen. Dabei konnten die Forschenden sogar die Richtung des elektrischen und magnetischen Feldes im Licht in allen drei Dimensionen aufnehmen und seine Bewegung messen. Der Theoretiker Tim Davis aus Melbourne, der in Stuttgart und Duisburg mit Unterstützung des Quantenzentrums IQST zu Gast war, berechnete die benötigten Lichtwellenlängen, die Nanostrukturen sowie genauen Dicken der Goldplättchen und sagte vorher, wie sich regelmäßige Felder aus Lichtwirbeln verhalten würden.

Neue Methode zur Herstellung atomarer Goldplättchen
Bettina Frank aus der Arbeitsgruppe von Prof. Harald Gießen am 4. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart gelang es mit einer neuen, von ihr selbst entwickelten Methode, atomar glatte Goldplättchen mit einstellbarer Dicke im Nanometerbereich herzustellen. Zum Einsatz kamen dabei Silizium-Wafer, wie man sie in der Chipherstellung kennt. Die Plättchen wurden von ihr mit Nanostrukturen versehen. Dabei kam ein hochpräziser Gold-Ionenstrahl als Nanozerstäuber zum Einsatz. Dadurch können beim Bestrahlen mit Laserpulsen einer genau berechneten Wellenlänge im Infrarotbereich ganze Skyrmionenfelder aus Licht entstehen, sogenannte plasmonische Skyrmionen.

Die Messung der Vektordynamik, also der dreidimensionalen Ausrichtung der Plasmonen-Lichtfelder und ihres zeitlichen Verhaltens, gelang in einem speziell dafür entwickelten Experiment der weltweit führenden Gruppe um Prof. Frank Meyer zu Heringdorf an der Universität Duisburg-Essen. Die Doktoranden Pascal Dreher und David Janoschka schossen dafür Laserpulse von nur 13 Femtosekunden Pulsdauer bei 800 nm auf die Goldplättchen mit den Nanostrukturen aus Stuttgart. Durch den Photoeffekt, für den Einstein seinen Nobelpreis bekommen hatte, werden Elektronen aus der Goldprobe geschleudert, die dann in einem Elektronenmikroskop vermessen werden. Durch eine geschickte Kombination von mehreren Laserpulsen mit verschiedenen Lichtpolarisationen und mehrfache Wiederholung des Experiments kann man nun durch Projektion die verschiedenen Vektorkomponenten der Lichtfelder bestimmen.

Indem man zwei Laserpulse nacheinander auf die Probe schickt, kann man die Nanotornados aus Licht sowohl anwerfen und dann durch die ultrakurzen Laserpulse abtasten, so dass man innerhalb einer Nacht einen ganzen Nanofilm dieser Lichtwirbelstürme aufnehmen kann.

Neue Art der Mikroskopie
Prof. Harald Gießen vom 4. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart glaubt, dass man auf der Basis dieser Forschung in Zukunft mit neuartigen Mikroskopen viel kleinere Strukturen mit Licht herstellen könnte, als dies bisher der Fall war. „Die Kombination aus Bahndrehimpuls und den Vektoreigenschaften führt schon mit linearer Optik zu plasmonischen Vortexstrukturen im Nanometer-Bereich“ berichtet er. „Auch wird es möglich sein, unter einstellbaren Randbedingungen zeitaufgelöste Skyrmionenphysik experimentell zu beobachten.“ Besonders spannend werde die Wechselwirkung solcher Skyrmionenfelder und ihrer Bahndrehimpulse mit benachbarten Teilchen in Halbleitern, zum Beispiel in atomar dünnen, zweidimensionalen Materialien, so Gießen weiter: „Dank unserer neuen Raith-Ionenstrahl-Lithographiemaschine haben wir fast unendlich viele Möglichkeiten, verschiedene topologische Nanostrukturen zu erzeugen und mit der Duisburger Nanokamera ihre Skyrmionendynamik zu studieren“.

17.04.20 Denkt bei Corona auch an unsere Studenten!!!

Zerstört Corona alle unsere Hoffnungen? Ein Versuch eine der wichtigen Zukunftsfragen mit heutigen Mitteln zu lösen.

Zunächst, ein bisschen Spaß muss sein. Aber dann möchte ich mich einigen Fragen widmen, die etwas abseits des „Mainstreams“ liegen. Sie beherrschen jedenfalls nicht die alltäglichen Nachrichten.
Mir liegen vor allen Dingen, als Wissenschaftsjournalist, unsere Studenten am Herzen. Sie leiden besonders unter dem vermaledeiten Virus Covid-19.

Lange Rede kurzer Sinn, schauen Sie sich doch einfach mein Video an.
Ihr Jean Pütz

Folge 81. Mit Vernunft in die Zukunft, oder??

Öffnet die Museen sofort! – Mit einer Stellungnahme von Jean Pütz

Lieber Helmut Maternus Bien,

Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen und gleichzeitig meine hundert prozentige Zustimmung. Ihr nachdenklich stimmender Text hat alle Probleme und Notwendigkeiten angesprochen, die in der Corona-Zeit unser Leben beeinflusst. Dass dabei leider die Kultur, die Kunst und die Geschichte hinten runter fällt, ist der Tatsache geschuldet, dass Politiker selten über ihren Tellerrand hinausschauen wollen oder dazu nicht in der Lage sind. Hervorragend finde ich Ihren Hinweis auf vergangene Seuchen und deren Fähigkeit, Kreativität und Fortschritt auszulösen. Für mich ist die Kunst der Sensor und eine Art Brennglas für die Probleme unserer Zeit. Wenn sie vernachlässigt wird, sind die Nebenwirkungen und Risiken nicht mehr überschaubar. Trotzdem möchte ich eine kleine Kritik anmelden. 1970 hatte ich die Chance, im WDR-Fernsehen die Redaktion Naturwissenschaft und Technik zu gründen. Auch dieser Bereich ist ein wichtiger Hort gewesen, menschlicher, insbesondere europäischer Kreativität. Auch das ist eine Art Kunst, die jedermann zugänglich gemacht werden sollte. Deshalb habe ich u. a. die Hobbythek als ‚trojanisches Steckenpferd‘ initiiert. In diesem Zusammenhang unterstütze ich ganz intensiv auch das Deutsche Museum München, welches die Jugend und neugierige Erwachsene in unnachahmlicher Weise motiviert, die verschlungenen Gedanken unserer Vorfahren bzgl. den Naturgesetzen nachzufolgen.  Auch das Deutsche Museum leidet ganz besonders in München und auch in seiner Dependance in Bonn unter dem, was Sie so treffend dargestellt haben.

Seit fast 20 Jahren, nach meiner Pensionierung als Redakteur für Wissenschaft in ARD und WDR unterhalte ich als Abschluss meines Lebenswerks eine wissenschaftliche Homepage   www.jean-puetz.net

Mit einer täglich aktualisierten Web-Seite. Als noch lebender Zeit-Zeuge der explosionsartigen Entwicklung von Naturwissenschaft und Technik der letzten 70 Jahre fühlte ich mich verpflichtet, dies insbesondere meinen Nachfahren zu hinterlassen, nach dem Motto, welches mich auch als Mitbegründer der Wissenschaftspressekonferenz getrieben hat: Wissen darf niemals nur Herrschaftswissen sein.

Meine Web-Seite ist eine Art ‚Wikipedia‘ geworden mit Suchfunktion. Ganz besonders empfehle ich meinen Besuchern die Rubriken: ‚Gedanken zur Zeit‘ und ‚Wissenschaft soeben eingetroffen‘. Ich bitte Sie mir zu erlauben, Ihren Text, den Sie mir als Mail zukommen ließen, in der ersten Kategorie zu veröffentlichen.

Nochmals ein großes Kompliment. Ich hoffe, dass Ihre Initiative auf fruchtbaren politischen Boden trifft. Allerdings hege ich eine gewisse Skepsis, ob das nach oben vordringt, denn bei Facebook unterhalte ich als Querdenker eine auf dem ersten Blick äußerst erfolgreiche offizielle Seite mit immerhin über 76.000 Abonnenten, um der Vernunft eine Chance zu eröffnen, mit einer Reichweite von manchmal 900.000, ist das aber bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein, obwohl – wie Sie wissen – fast ausschließlich Querdenker den Lauf der Geschichte und Kunst entscheidend geprägt haben.

Hier eine meiner derzeit letzten Initiative, die sich mit der Herstellung von schützenden Nase-Mund-Masken befassen, aber auch weitere Hintergründe der Corona-Epidemie und ihre notwendigen  Maßnahmen befasst.

Wenn Sie wollen, kann ich evtl. dazu auch Facebook nutzen, um Sie zu unterstützen.

Viel Erfolg
Ihr Jean Pütz

(westermann-kommunikation) – Der #Shutdown, diese Vollbremsung des Alltagslebens, war nötig. Auch die Letzten müssen begreifen, dass es in der Krise auf alle ankommt. Besonders in Gesellschaften, in denen man zuerst an sich selbst denkt, geht es nur so. Das Soziale kann sich kaum anders als durch Regeln effizient zur Geltung bringen. Das war auch schon 1973 bei den autofreien Sonntagen inmitten der Ölkrise so. Seit diesen Tagen hat uns die Energiefrage nie wieder verlassen. Dass jetzt und künftig die persönliche Gesundheit auf dem Spiel steht, haben alle kapiert. Auch diese Sorge wird nicht wieder verschwinden wie eine Grippe. Das ahnen wir. Und weiter?

Wir sehen, dass die Politik ‚auf Sicht’ durch die Krise navigiert, dass selbst die beratenden Experten vor allem wissen, dass sie zu wenig wissen oder sich sogar wechselseitig Unwissen vorwerfen. Alle, die Entscheidungen für sich und andere treffen müssen, brauchen Zugang zu den Wissensspeichern der Gesellschaft. Deshalb war es eine kontraproduktive Entscheidung, die Museen zu schließen. Dieser Fehler muss umgehend korrigiert werden. Öffnet sofort die Museen! Dort findet sich all das, was wir bisher an Wissen gesammelt haben über den Umgang mit Krisen und Seuchen, ihren Folgen und zu ihrer Bewältigung.

Geschichte ist die beste Zukunftswissenschaft, die wir haben. Weil wir im Rückblick auf die Vergangenheit sehen können welche Zukunftsoptionen, Szenarien und Entwicklungspfade wir wählen können, wollen oder sollen. Der Kulturhistoriker Egon Friedell hat seine ‚Geschichte der Neuzeit’ 1348 mit der Pest in Florenz beginnen lassen und die Seuche als einen Treiber für Literatur, Philosophie und Technologie identifiziert, aber auch als Anlass für Hexenverfolgung und Antisemitismus. Die Muster und Mechanismen haben sich viel weniger geändert als uns lieb wäre. In der Geschichte sehen wir welcher Weg wohin geführt hat. Aus dieser Erfahrung ergibt sich keine Zwangsläufigkeit für das Heute aber zumindest eine Warnung zu Risiken und Nebenwirkungen.

Das betrifft auch die Kunstgeschichte, die Beispiele zeigt, welche Strategien Künstler gewählt haben, um heil durch Krisen zu kommen. Claude Monet malte seine Seerosenbilder in Giverny, um mit der Verzweiflung über den ersten Maschinenkrieg 1914 – 1918 fertig zu werden. Das sind Geschichten der Krisenerfahrung, die nur die Museen im Angesicht ihrer Exponate erzählen können. Natürlich sind dabei auch digitale Wahrnehmungshilfen dienlich, aber immer auch ein wenig fahl und flau gegenüber den analogen Objekten. Deshalb öffnet die Museen und zeigt in den Sammlungen Objekte, die verstehen helfen. Beschäftigt Künstler nicht dafür, dass sie nichts tun sondern beispielweise Führungen machen, in denen sie ihre Sichtweisen und Strategien veranschaulichen. In der großen Depression in den USA gab es ein Künstlerprogramm, das Photographen beauftragte das Leben in der Krise zu dokumentieren. Aus diesem Programm gingen künftige Weltstars wie Walker Evans hervor, es entstand überhaupt erst etwas, das man als amerikanische Kultur bezeichnen konnte.

Öffnet auch die archäologischen Sammlungen und zeigt die Cloaca Maxima der Römer, ohne die eine Millionenstadt wie Rom niemals möglich gewesen wäre. Denn diese Cloaca schuf die Voraussetzung für die ungeheuere Verdichtung von Menschen an einem Ort. In Hamburg brauchte es erst einen Robert Koch, der 1892 zur Bekämpfung der Cholera in der Stadt engagiert wurde und den Zusammenhang von Seuche und fehlender (Abwasser)Infrastruktur aufdeckte.

Öffnet die Museum! Schöne Idee, aber wie soll das praktisch gelingen? Für den kommerziellen Raum gibt es die Regel, dass 1 Kunde auf 10 qm zulässig sein soll. Eine übliche Sonderausstellungsfläche im Museum hat 800 qm und damit Platz für 80 Besucher gleichzeitig. Für die meisten Museen in Deutschland dürfte das nicht wenig sein. Mundschutz-Benutzung und Hygienekonzept lassen sich leichter umsetzen als in jedem Geschäft. Sanitäre Anlagen werden sowieso penibel gewartet. An der Kasse lassen sich Plexiglashauben installieren wie an der Supermarktkasse. Selbst Führungen über Headphones sind machbar, weil die Zuhörer nicht dicht gedrängt um einen Guide herum stehen müssen.

Blockbuster-Ausstellungen arbeiten mit einem digitalen Ticketsystem, das online Karten verkauft und Zeitslots für den Besuch zuweist, damit nicht unnötig Warteschlangen entstehen. In kleineren Häusern ließe sich leicht eine Rezeption einrichten, die man telefonisch kontaktieren kann, um Karten und Besuchszeiten je nach Kapazität zu buchen. Jedes Restaurant macht es so mit seinen Reservierungen.

In Krisenzeiten erweist sich was Sonntagsreden wert sind. Systemrelevanz und Unverzichtbarkeit sind da wohlfeil, um dann in der Krise die Kultureinrichtungen sofort und reflexartig dichtzumachen und den hilfesuchenden Künstlern Einmal-Zahlungen anzubieten mit der impliziten Empfehlung, sich ein anderes Geschäftsmodell zu suchen.

Es wäre gut, wenn die Kulturverwaltungen eher Arbeit organisieren würden als Unterstützungsbedürftige zu betreuen. Niemals zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die Kultur wichtiger als im Augenblick. Die Bedeutung der Kultur wird genau in dem Augenblick unterschätzt (übrigens auch von vielen Künstlern) wo die Gesellschaft dringend auf sie angewiesen wäre.

Die phantasievollen Streaming-Aktivitäten im Internet sind nur dann eine nachhaltige Lösung, wenn sie mit Bezahlmodellen verknüpft sind und nicht weitere Selbstausbeutungsinstrumente der Künstler, denen bei der nächsten Vertragsverhandlung nach der Krise vorgehalten wird, sie wären ja auch damals für umsonst aufgetreten.

Lasst die Museen vorangehen, sie sind für das #PersonalDistancing bestens geeignet im Unterschied zu den darstellenden Künste, die ihr Publikum in Raum und Zeit konzentrieren. Lasst 2020 zum Museumsjahr werden!

Helmut Maternus Bien
Ausstellungsmacher, Festival-Kurator, Museumsberater

Hirnimplantate jetzt mit tausenden Elektroden

Ich hoffe, dass diese Methode nicht bald von autoritären Staatssystemen missbraucht wird. Es wäre die absolute Apokalypse.

Trotzdem möchte ich Ihnen die Meldung nicht vorenthalten.

Ihr Jean Pütz

(pte) – Forscher der Duke University haben zusammen mit Kollegen der Northwestern und der New York University eine extrem flexible Schnittstelle zwischen Gehirn und Außenwelt entwickelt, die tausende Elektroden enthält. Das Messsystem wird ins Gehirn implantiert. Es soll mehr als sechs Jahre lang Daten liefern.

Quarzglas nicht abgestoßen
Die Elektroden der Forscher sind nicht gekapselt, trotzen der Umgebung dennoch über lange Zeit und sind hundertmal dünner als ein Blatt Papier. Sie bestehen aus Siliziumdioxid und sind weniger als ein Mikrometer dick. Pro Tag verlieren sie in der Dicke 0,46 Nanometer durch chemische Prozesse. Das Immunsystem interessiert sich für diesen Eindringling nicht – Siliziumdioxid ist biokompatibel.

Obwohl das Material, das auch als Quarzglas bekannt ist, elektrisch nicht leitfähig ist, kann es Infos aus dem Gehirn liefern. Es handelt sich um eine kapazitive Messung, vergleichbar der Technologie, die die Bewegung eines Fingers auf einem Touchscreen registriert. Die Experten implantierten ein System mit 64 Elektroden bereits in das Gehirn einer Ratte und eines mit 1.008 Elektroden in das Gehirn eines Affen. Sie lieferten Daten über einen langen Zeitraum. „Jetzt wollen wir unsere Technik verfeinern, um Menschen zu helfen, die an Gehirnkrankheiten leiden“, so Bijan Pesaran, Professor für Neurologie an der New York University.

Immunsystem als Hauptgegner
„Der Versuch, Sensoren dazu zu bringen, im Gehirn zu arbeiten, ist vergleichbar mit dem Versenken eines Smartphones im Ozean in der Erwartung, dass es dort 70 Jahre lang funktioniert“, so Jonathan Viventi, Assistenzprofessor für biomedizinisches Ingenieurswesen an der Duke University. Erschwerend komme hinzu, dass die Elektroden weitaus dünner und flexibler seien als ein Handy.

„Der Körper ist ein Ort, der gegenüber einem unerwünschten Gast unerbittlich vorgeht“, meint der Forscher. Das Immunystem zerstöre alle Eindringlinge. Dazu komme, dass Gewebe korrosive Wirkung habe, Elektroden also auf chemischem Weg angreife. Aus diesem Grund sind Implantate wie Herzschrittmacher voll gekapselt, meist in bioverträglichem Titan.