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Endlich einmal konkrete, glaubhafte Daten zu Corona

(STATISTIK AUSTRIA) – Im Zeitraum von 21. bis 24. April 2020 waren maximal 0,15% oder bis zu10.823 Personen in Österreichs Privathaushalten mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus derlandesweiten COVID-19 Prävalenzstudie hervor, die Statistik Austria im Auftrag des Wissenschaftsministeriums (BMBWF) und in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK) sowie der Medizinischen Universität Wien durchgeführt hat.

Bis zu 10.823 SARS-CoV-2-Infizierte

Bei einer Stichprobengröße von 2.800 in Privathaushalten wohnhaften Personen ab 16 Jahren konnten von 1.432 Personen verwertbare PCR-Proben mittels Mund-Nasen-Rachen-Abstrich genommen werden. Darunter wurde eine Person positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet. Dieses Resultat führt zwar zu einer großen Schwankungsbreite bei der Hochrechnung, lässt aber
Rückschlüsse auf eine Obergrenze der SARS-CoV-2-Infizierten zu: Im Zeitraum von 21. bis 24. April 2020 waren höchstens 0,15% der in Österreich wohnhaften Personen mit SARS-CoV-2 infiziert, das entspricht 10.823 Personen.

Höhere Prävalenz von 0,75% in Risikogebieten
In Gemeinden mit relativ vielen bekannten Coronavirus-Infizierten ist die Prävalenz mit 0,75% zwar deutlich höher als im Durchschnitt, in absoluten Zahlen aber immer noch gering. Das ergab eine experimentelle Studie zu SARS-CoV-2-Antikörpertests, die mit einer Stichprobengröße von 540 in Privathaushalten wohnhaften Personen ab 16 Jahren durchgeführt wurde. Insgesamt 269 Personen in sechs Bundesländern und neun Bezirken unterzogen sich dafür am 25. April 2020 einem mehrteiligen SARS-CoV-2-Test. Dieser bestand aus einem Abstrich der Atemwege, um mittels PCRAnalyse zu überprüfen, ob eine aktuelle Infektion besteht, einem Antikörper-Schnelltest sowie einer Blutentnahme zur Antikörpertestung im Labor.

Laut experimenteller Studie haben 4,71% der Personen in Risikogemeinden SARS-CoV-2-Antikörper
Zum Untersuchungsstichtag am 25. April 2020 besaßen in den 27 Gemeinden mit relativ vielen bekannten Coronavirus-Infizierten laut Hochrechnung 4,71% Personen SARS-CoV-2 Antikörper (Mittelwert des 95%-Konfidenzintervalls; siehe Informationen zur Methodik). Das heißt, dass durchschnittlich 1.884 Personen in diesen Gemeinden eine zurückliegende Infektion aufweisen. Ob dies zu einer anhaltenden Immunität gegen das Coronavirus führt, lässt sich beim derzeitigen Wissensstand nicht mit Sicherheit beantworten.

Finanzielle Probleme befürchtet; für Risikogruppe steht Angst vor einer Infektion im Vordergrund
Die Corona-Pandemie und ihre gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen wirken sich auf die Ängste der österreichischen Wohnbevölkerung aus. So gaben 10% der in der COVID-19 Prävalenzstudie Befragten auf die Frage nach möglichen Folgen an, dass sie Angst vor finanziellen Problemen haben, gefolgt von der Befürchtung, sich selbst zu infizieren (7%) und jemanden in der Familie aufgrund einer COVID-19-Erkrankung zu verlieren (6%). Am vierthäufigsten wird befürchtet, dass es zu einem Anstieg von Konflikten in der Familie oder in der Beziehung kommt (5%).

Welche Folgen am häufigsten befürchtet werden, unterscheidet sich je nach derzeitiger Situation der Befragten: Betrachtet man Familien mit Kindern vor dem Schulalter (2015 oder später geboren), zeigt sich, dass am häufigsten finanzielle Probleme (19%) und am zweithäufigsten ein Anstieg an Konflikten (14%) befürchtet wird. Personen, die durch Vorerkrankungen zu einer Risikogruppe gehören, wiederum fürchten am häufigsten, selbst am Coronavirus schwer zu erkranken und einen dadurch bedingten Krankenhausaufenthalt (12%), was bei allen anderen Gruppen eher als eine wenig
wahrscheinliche Folge eingeschätzt wurde (2%).

Personen mit kritischen Vorerkrankungen fühlen sich psychisch wesentlich schlechter
Etwas weniger als zwei Drittel (64%) der gesamten österreichischen Bevölkerung ab 16 Jahren in Privathaushalten berichteten von einem eher guten psychischen Wohlbefinden, d. h., sie empfanden zumindest meistens gute Laune, Ruhe oder Entspannung. Betrachtet man nur Personen mit Kindern im Vorschulalter, gaben noch 58% ein gutes Wohlbefinden an. Unter den Personen mit kritischen Vorerkrankungen, die somit als Risikogruppe eingestuft werden, gab nur noch etwa ein Drittel (33%) an, ihr psychisches Wohlbefinden sei gut.

Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie großteils als angemessen eingeschätzt
Die überwiegende Mehrheit der Befragten erlebte die gesetzten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie als angemessen. 98% empfanden die Quarantäne in Krisengebieten als angemessen, und jeweils 97% beurteilten das Abstand halten, das Veranstaltungsverbot sowie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ebenso. Als unangemessen wurde von 44% der Befragten hingegen die Maßnahme beurteilt, sich nur in Ausnahmefällen draußen aufzuhalten – insbesondere von Personen mit Kindern vor dem Schulalter (56%).
Detaillierte Erläuterungen finden Sie im Handout zur Pressekonferenz vom 4. Mai 2020.
Informationen zum Ablauf der Erhebungen stehen auf den Webseiten zur COVID-19 Prävalenzstudie sowie zur experimentellen SARS-CoV-2-Antikörpertest-Studie zur Verfügung.

Information zur Methodik, Definitionen:
Bei der COVID-19 Prävalenzstudie wurden 1.432 in Privathaushalten wohnhafte Personen ab 16 Jahren getestet. Die Ergebnisse unterliegen einem 95%-Konfidenzintervall, d. h., zu 95% liegt der Wert der mit SARSCoV- 2-Infizierten maximal bei 10.823 Personen bzw. 0,15% der Gesamtbevölkerung ab 16 Jahren in Privathaushalten.
Bei der experimentellen Studie zu SARS-CoV-2-Antikörpertests wurden 269 in 27 Risikogemeinden in Privathaushalten wohnhafte Personen ab 16 Jahren getestet. Die Ergebnisse unterliegen ebenfalls einem 95%- Konfidenzintervall, d. h., zu 95% liegt der Wert der Personen mit SARS-CoV-2 Antikörpern minimal bei 543 Personen bzw. 1,36% und maximal bei 3.189 Personen bzw. 7,97% der Gesamtbevölkerung ab 16 Jahren in Privathaushalten.

02.05.20 Vorsicht Medizin: Beatmungsmaschine zu großes Risiko

Die Medizin muss umdenken. Das Coronavirus ist gefährlicher als gedacht, es befällt nicht nur Lungengewebe, außerdem bringt die Beatmungsmaschine Risiken, die sonst nicht akzeptabel sind.

In meinem frei moderierten Beitrag, spreche ich nicht nur dieses Problem an, sondern auch die vielen Ängste die sich mittlerweile bei den Bürgern eingenistet haben. Die einen fühlen sich sicher, weil sie glauben das Problem wäre gelöst, die anderen bleiben ängstlich, weil sie mit den vielen Fake News und Verschwörungstheorien die im Netz herumgeistern, nicht fertig werden.
Trotz allem ist nicht zu leugnen, dass wir auf der Insel der Seligen leben, wenn man die Probleme die Covid-19 in anderen Ländern bereitet, berücksichtigt. Die von Wissenschaft und Politik eingeleiteten Maßnahmen waren also richtig, jetzt gilt es sie wieder so weit zurück zu fahren und dass das weiterhin existierende Risiko einigermaßen unter Kontrolle bleibt.

Der abgedroschene Satz von Angela Merkel, „Wir schaffen das“, ist hierbei besonders angebracht denn es bleibt uns nichts anderes übrig, es sei denn wir werfen sämtliche Menschenrechte über den Haufen. Aber auch da gibt es Grenzen, und ich bin da einig mit unserem Bundestagspräsident Schäuble.

Retten um jeden Preis artet in Unmenschlichkeit aus. Die menschliche Würde schreibt uns vor, dass wir unsere Angehörigen nicht ganz einfach ohne Kontakt zu ihnen an der Beatmungsmaschine elendig sterben lassen können. Auch da muss die Medizin, aber auch die Politik umdenken.

Verdammt noch mal, es muss doch Möglichkeiten geben, dass die Angehörigen auch im Krankenhaus ihre Lieben besuchen können. Wir wissen ja heute wie man sich dagegen schützen kann. Gleiches gilt für Altersheime.

Deswegen versuche ich sie hier bei Facebook nach bestem Wissen und Gewissen zu informieren. Dabei garantiere ich mit meiner Ehre als Wissenschaftsjournalist, alles was ich hier poste mit vielen Hintergründen zu recherchieren. Ein Vorteil erwächst mir daraus, dass ich täglich meine wissenschaftliche Homepage bzw. Webseite aktualisiere und mir viele Informationen zugesandt werden die sonst nur Wissenschaftler bekommen.
Glaubwürdigkeit ist das A und O in unserem postfaktischen Zeitalter. Ich hoffe mir gelingt es Ihnen diesen Service ohne Wenn und Aber zu liefern.

Corona kann auch gefährliche Thrombosen provozieren.

Bürger in Angst wegen Fake News und Verschwörungstheorien, ein Beispiel:

Bundestagspräsident Schäuble: Menschenwürde beachten.

Folge 116: der Vernunft eine Chance

Corona: Es ist Vernunft eingekehrt ! Mit einer Bemerkung von Jean Pütz

‚Richtig interpretierte Statistik hat doch recht. Ein großer Fachmann der Statistik-Auslese, Prof. Gerd Bosbach,  erteilt zum ersten Mal Komplimente.
Jetzt müssen die Politiker die richtigen Schlüsse daraus ziehen und in Zukunft auch den Statistik-Fachleuten Gehöhr schenken und nicht nur den Virulogen und Epidemiologen.‘
Jean Pütz

Jetzt ist endlich Vernunft in die Debatte eingekehrt.

Der ganze Stil, die verschiedenen methodischen Ansätze (alle einzeln mit Makeln verbunden; geht bei Modellen gar nicht anders), die zum überwiegend gleichen Ergebnis kommen,  haben mich überzeugt. Und ich glaube und hoffe, dass das auch die Entscheider maßgeblich beeinflusst, selbst wenn die offiziell das RKI nicht fallen lassen können, allein aus Angst vor dem eigenen Gesichtsverlust.

Meine Mahner-Rolle kann ich also verlassen und mich wieder anderen Themen widmen.

Wenn Ihr nette Statistik-Irrtümer findet, lese ich die gerne.
Wenn es nennenswerte Hinweise gibt, dass die Entscheider doch nicht auf die Vernunft achten, bin ich neugierig.

Und als Statistiklehrer und Aufklärer bei Irrtümern/Lügen noch ein anspruchsvolleres Beispiel

und hier die Grafiksammlung nach Absatz 5.
Diese Übersterblichkeiten jagen Angst ein, und jetzt ganz der Didakt und Spaßvogel

Prof. Gerd Bosbach

Corona greift nicht nur die Lunge an – oft sterben nicht nur Risikopatienten an Blutgerinnsel

(aerzteblatt) – Knapp 3 Wochen lag der kanadische Schauspieler Nick Cordero wegen COVID-19 auf der Intensivstation, dann mussten die Ärzte dem 41-Jährigen das rechte Bein amputieren. Durch ein Blutgerinnsel war das Bein abgestorben. Solche Thrombosen sind eine weitere Komplikation von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus, über die Mediziner in China, Europa und den USA berichten.

„Ich hatte 40-Jährige auf meiner Intensivstation, die Blutgerinnsel in den Fingern hatten und es sah so aus, als würden sie sie verlieren“, sagt die Ärztin Shari Brosnahan vom Universitätskrankenhaus Langone in New York. Die einzige mögliche Erklärung für diese Gerinnsel sei das SARS-CoV-2-Virus. Bei einem der Patienten würden sogar beide Beine und Hände nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, schildert die Intensivmedizinerin. Eine Amputation sei wahrscheinlich.

Blutgerinnsel sind nicht nur für die Gliedmaßen gefährlich, sondern können ihren Weg auch in die Lunge, das Herz oder das Gehirn finden und so Lungenembolien, Herzinfarkte und Schlaganfälle verursachen. In einer vor Kurzem in der niederländischen Zeitschrift Thrombosis Research  veröffentlichten Studie zeigte sich, dass es bei fast jedem dritten von 184 untersuchten Coronapatienten thrombotische Komplikationen gab. Die Wissenschaftler bezeichneten diesen Anteil als „bemerkenswert hoch“ − auch wenn extreme Folgen wie Amputationen selten sind.

Das Risiko einer Thrombose durch COVID-19 sei so hoch, dass Patienten „möglicher­weise prophylaktisch Blutverdünner verabreicht werden sollten“, schreibt ein Forscher­team um Behnood Bikdeli vom Irving Medical Center in New York im Journal of The American College of Cardiology. „Ich habe in meiner Karriere hunderte Blutgerinnsel gesehen, aber noch nie so viele anormale extreme Fälle“, sagt Bikdeli.

Noch ist unklar, warum sich die Blutgerinnsel bei COVID-19 bilden können. Eine mögliche Erklärung ist, dass Menschen, die schwer erkranken, oft an Vorerkrankungen von Herz und Lunge leiden, durch die das Thromboserisiko bereits erhöht ist.

Zum anderen begünstigt das starre Liegen auf einer Intensivstation die Entwicklung von Blutgerinnseln. Inzwischen ist auch klar, dass COVID-19 einen sogenannten Zytokinsturm auslösen kann, und diese Überreaktion des Immunsystems wird auch mit Thrombosen in Verbindung gebracht.

Oder aber das Virus selbst verursacht die Blutgerinnsel, was auch bei anderen Viren vorkommt. Ein Artikel in der Zeitschrift The Lancet  vergangene Woche zeigte, dass das Virus das Endothel der Blutgefäßen infizieren kann, was ebenfalls zu Gerinnungsstörungen führen könnte.

Bei einigen Patienten helfen Blutverdünner wie Heparin, sagt Intensivmedizinerin Brosnahan. Bei anderen seien sie hingegen wirkungslos. „Da gibt es zu viele Mikrogerinnsel und wir wissen nicht genau, wo die sitzen“, sagt Brosnahan.

Autopsien haben gezeigt, dass die Lungen mancher Verstorbener voller winziger Gerinnsel waren. Die rätselhaften Thrombosen bei COVID-19-Patienten helfen zumindest, ein anderes Phänomen der Krankheit zu erklären.

Mikrogerinnsel in der Lunge könnten der Grund sein, warum künstliche Beatmung vielen Patienten mit Sauerstoffmangel im Blut nicht hilft, sagt Cecilia Mirant-Borde, Intensiv­medizinerin an einem Militärkrankenhaus in Manhattan. Die Gerinnsel blockierten die Blutzirkulation in der Lunge und damit die Sauerstoffversorgung.

Es ist noch keine 5 Monate her, dass das Virus zum ersten Mal im chinesischen Wuhan bei einem Menschen auftauchte. Mediziner lernen jeden Tag mehr über die Infektions­krankheit. „Wir reagieren überrascht, aber eigentlich sollten wir nicht verwundert sein“, sagt die New Yorker Ärztin Brosnahan. „Viren neigen dazu, seltsame Dinge zu tun.“

28.04.2020 Verschwörungstheorien und ihre gefährlichen Auswirkungen am Beispiel einer Bürgerin

Nachdenklicher Brief einer Bürgerin, die ängstlich wegen Attacken der Verschwörungstheoretiker meine Hilfe sucht.

Liebe XXXX (selbstverständlich liegt mir der Name vor),

ich werde mich um Dein Anliegen kümmern. Allerdings, Bill Gates ist ein honoriger Wohltäter der Menschheit. Er ist zwar kapitalschwer, hat sich aber zum Ziel gesetzt, sich um die vom Schicksal benachteiligten Menschen zu kümmern. Das macht er mit seiner Stiftung in unnachahmlicher Weise.

Aber ich verstehe schon, dass er ins Visier der Verschwörungstheoretiker geraten ist. Er kritisiert sehr stark die Methoden von Trump, seine Irrationalität,  und ist deshalb im offiziellen Amerika in Ungnade gefallen. Wer der Urheber dieser ganzen Fakenews ist, bleibt natürlich im Dunkeln. Doch man kann ja spekulieren. Diese Verschwörungsspezialisten – egal woher sie kommen – scheinen sehr gut miteinander vernetzt zu sein, weil sie glauben, dass die Nebenwirkungen und Risiken den Nutzen nicht aufwiegen. Sie nutzen natürlich alles, was Menschen Angst machen kann. Dazu gehört im Augenblick an vorderster Stelle die Corona-Krise. Was die Seuchen anbelangt, so leugnen sie manchmal sogar, dass die moderne Medizin überhaupt in der Lage war und ist, diese mit pharmazeutischen Methoden in den Griff zu bekommen und setzen mehr auf Esoterik. Dass diese Seuchen Millionen von Menschen dahingerafft haben, wird von vielen als Gottes Wille bewusst in Kauf genommen. Das läuft dann unter Schicksal oder Schisma. Zu dieser Gruppe zählen viele am orientalischen Tanz Interessierten, die das teilweise mit einer Menschen feindlichen Ideologie verknüpfen. Mittlerweile hat die Wissenschaft insbesondere die Funktion des Immunsystems komplett aufgeklärt. Es ist sozusagen die beste Apotheke, die es auf unserem Globus geben kann. Damit habe ich mich im Zusammenhang mit der Krankheit AIDs sehr beschäftigt, denn diese Viren greifen das Immunsystem unmittelbar in seiner Zentrale an. Ich war mir Ranga Yogeshwar einer der ersten, der in der ARD über diese beginnende Seuche seinerzeit berichtet hat.

Auch Corona wird irgendwann – ebenso wie die diversen Formen der Grippe – durch bewusste oder unbewusste  Immunisierung in den Griff zu bekommen sein. Im Gegensatz zu früher, wo man sogar wie bei den Pocken abgeschwächte aber noch lebende Viren durch impfen verabreicht hat, die dann eine ganze Armada von Immunreaktionen auslösten, die den Träger gegen diese Seuche unangreifbar machten. Allerdings hatten die manchmal Nebenwirkungen, doch immerhin ist es dem Impfen zuzuschreiben, dass die Pocken weltweit ausgerottet wurden. Aber dafür mussten  70 – 80% der Bevölkerung – zugegebenermaßen – durch Zwangsimpfungen immunisiert werden, bis sich eine sogenannte Herdenimmunität – ich nenne das Schwarmimmunität – eingestellt hat. Gleiches gilt für alle anderen Impfmöglichkeiten.

Stelle man sich einmal vor, welche schrecklichen Schicksale die Kinderlähmung noch in meiner Jugend provoziert hat. Erst die Schluckimpfung hat dieser Katastrophe ein Ende gesetzt. In dem Zusammenhang werden auch die Masern völlig unterschätzt. Deswegen sind gerade die Impfgegner mit dafür verantwortlich , dass die schlimmen Nebenwirkungen und Risiken dieser Krankheit in Kauf genommen werden. Auch dafür braucht man eine gewissen Herdenimmunität und deshalb halte ich Impfgebote für unbedingt erforderlich. Das muss in diesem Fall aber nicht notwendigerweise per Gesetz erzwungen werden, aber Sanktionen, dass nur geimpfte Kinder in  Kindergärten oder Schulen aufgenommen werden, halte ich für in Ordnung.

Ich muss Dir ganz ehrlich sagen, die Impfgegner sind verantwortungslos und haben die Zeichen der Zeit nicht vernommen. Es betrifft ja nicht nur sie selbst, sondern vor allem ihre Mitmenschen, denn nur Nichtgeimpfte übertragen diese Krankheit. Tritt diese im erwachsenen Alter auf, ist sie noch viel gefährlicher bis hin zu Gehirnhautentzündungen mit lebenslangem Siechtum

Bei den Pocken sprach ich von Lebendviren, aber die moderne Gentechnologie hat heute inkl. der Genschere erreicht, dass nur die Teile des Virus gezielt zur Impfung genutzt werden, die die gezielte Immunreaktion im Körper auslösen. Die Risiken, die seinerzeit etwa im Verhältnis 1:1.000 existierten sind heutzutage dadurch auf 1:100.000 und manche sogar 1:1.000.000 reduziert worden. Übrigens zu Ungunsten der Pharmaindustrie, denn mit Medikamenten würden sie viel mehr Geld verdienen.

Aber wie gesagt, Verschwörungstheoretiker, die die ganzen Ängste schüren, haben andere Absichten als solche Gesundheits-Aspekte – ob rechts oder links, sie wollen die Gesellschaft destabilisieren, um eine Atmosphäre der Unruhe zu schüren, die das Feld bereitet, genügend Anhänger für ihre Gesellschaft zerstörerischen Ideologien zu finden. Dass das z.B. in Rassenhass oder Religionsverfolgungen ohne Ausschluss bestimmter Bevölkerungsgruppen, die nicht in ihr Konzept passen, mündet, ist immer wieder bewiesen worden wie in Hexenverbrennungen, Konzentrationslagern von Hitler oder Stalin, der Millionen von Russen und anders Denkende im Gulag elendig hat verenden lassen. Auch die ehemalige DDR kann sich davon nicht freisprechen.

Jetzt in Corona-Zeiten lohnt es sich besonders die Ängste zu schüren. Die Parteien wie die ‚Linke‘, deren Mutterpartei die SED war, oder die AFD, die immer noch von der NSDAP träumt und ihre Verbrechen verharmlosen oder einen höheren Sinn verpassen. Deswegen kann ich nur empfehlen, gelegentlich den Verstand einzuschalten und deren queren Gedankengänge nachzuvollziehen. Dazu hat die Stiftung Gesundheit, die übrigens nicht von Bill Gates gefördert wird, einen interessanten Buchvorschlag gemacht, den ich empfehlen kann. Vielleicht ist es in der Lage, einen Teil der Ängste ein wenig abzumildern, damit Verschwörungstheoretiker keine Angriffspunkte finden.

Herzliche Grüße
Jean Pütz

Lieber Jean, wie gerade in unserem Telefonat angesprochen bewegt es mich sehr, wenn ich den ganzen Tag Videos von Freunden zugeschickt bekomme, die mich vor allem möglichen waren wollen! Es ist befremdend zu sehen, was Angst in meinem näheren Umfeld mit den Menschen macht. Da hilft nicht mehr an die Vernunft zu appellieren, die Gesellschaft driftet auseinander! Deshalb hier meine Bitte an dich! Kannst du rund um Bill Gates aufklären? Was ist in Indien und Afrika wirklich passiert mit Polioimpfungen? Wird Gates vom Indischen Staat verklagt, weil es für Missbildungen, vermehrte Todesfälle, Zwangssterilisation verantwortlich ist? Welche Macht hat er in Bezug auf Zwangsimpfungen und damit verbunden dem Einsetzen von Microchips…. Du weißt wahrscheinlich was noch so alles im Netz rumschwirrt! Ich fände es super, wenn du hier Aufklärungsarbeit leisten würdest! Du erreichst viele Menschen und kannst so toll erklären, dass es selbst der größte Hirni verstehen kann, vorausgesetzt er will! Ich danke dir und werde es eifrig teilen! Gute Gesundheit! LG Deine Freundin XXX

 

Wolfgang Schäuble zur Corona-Krise: Schutz von Leben nicht alles unterordnen

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat angesichts der Einschränkungen vieler Grundrechte davor gewarnt, dem Schutz von Leben in der Corona-Krise alles unterzuordnen.

„Wenn ich höre, „alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig“, sagte der CDU-Politiker in einem Interview des „Tagesspiegel“.

„Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gibt, dann ist das die Würde des Menschen. Die ist unantastbar. Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen“, betonte Schäuble. „Der Staat muss für alle die bestmögliche gesundheitliche Versorgung gewährleisten.

Aber Menschen werden weiter auch an Corona sterben“, sagte er. „Mit allen Vorbelastungen und bei meinem Alter bin ich Hochrisikogruppe. Meine Angst ist aber begrenzt. Wir sterben alle. Und ich finde, Jüngere haben eigentlich ein viel größeres Risiko als ich. Mein natürliches Lebensende ist nämlich ein bisschen näher.“

Schäuble warnte, bald könnte ein Kipppunkt bei der Stimmung in der Bevölkerung erreicht sein. „Es wird schwieriger, je länger es dauert.“ Gesundheitsminister Jens Spahn habe recht, wenn er sage, alle hätten miteinander noch viel zu lernen. „Wir alle wissen nicht, was unser Handeln für Auswirkungen hat, aber die Politik muss trotzdem handeln“.

22.04.20 Jetzt erst recht mit Gefühl und Vernunft gegen das Coronavirus

Der langen Rede kurzer Sinn: Was bedeutet die sogenannte Reproduktionsrate – derzeit 0,8 im Anstieg ? Wie lässt sich das verhindern?

Schauen Sie sich doch einfach mein Video an, es macht nicht nur Hoffnung, sondern hilft ganz sicher über die Corona-Krise hinwegzukommen. Ein bisschen Verstand und guter Wille.
Jean Pütz
Folge 107: Der Vernunft eine Chance….

Pneumokokken – Für wen die Impfung sinnvoll ist – Mit einer Einführung von jean Pütz

Schon vor drei Jahren habe ich mich gegen diesen Erreger der Lungentzündung (Pneumokokken) impfen lassen und bin dadurch weitgehend aus der Risikogruppe Corona-Viren rausgerutscht. Gleichzeitig aber auch dadurch, dass ich nicht adipös geworden bin. Fettleibige Menschen sind besonders gefährdet, was die Todesfolge anbelangt

Jean Pütz

(Stiftung Warentest) – Eine Impfung gegen das Coronavirus gibt es noch nicht. Das Bundesgesundheitsministerium hat aber Senioren empfohlen, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Aktuell berichten Behörden von Versorgungsengpässen bei Pneumokokken-Impfstoffen. Um die Ressourcen bestmöglich zu nutzen, raten die Impfexperten der Stiftung Warentest derzeit vorrangig Senioren mit Erkrankungen der Atmungsorgane, des Herzkreislaufsystems oder Diabetes sowie Menschen mit Immunschwäche und kleinen Kinder bis 2 Jahre zur Impfung.

Der Impfstoff Prevenar ist derzeit laut Behördenangaben nur begrenzt verfügbar, der Impfstoff Pneumovax voraussichtlich Anfang Mai 2020 wieder vom Hersteller lieferbar. Bereits im April seien Pneumovax-Chargen aus Japan importiert worden. Wegen der Engpässe hat die Ständige Impfkommission (Stiko) Hinweise veröffentlicht, wer vorrangig geimpft werden sollte. Auch die Experten der Stiftung Warentest haben sich aktuell mit dem Thema beschäftigt. Grundsätzlich ist der Nutzen bei kleinen Kindern demnach am besten belegt. Die Pneumokokken-Impfung für sie stufen die Experten daher als sinnvoll ein; die Impfung anderer Risikogruppen als voraussichtlich sinnvoll. Oberste Priorität für Senioren und chronisch Kranke habe im Moment die „Kontaktreduzierung“, betont das Robert-Koch-Institut – etwa, indem man zu Hause bleibe. Wer sich zusätzlich etwa beim Hausarzt impfen lassen möchte, kann sich vor der Terminvereinbarung auf der Website des Paul-Ehrlich-Instituts informieren, ob der Impfstoff grundsätzlich verfügbar ist (pei.de, Rubrik „Lieferengpässe von Impfstoffen“).

Pneumokokken? Noch vor ein paar Monaten kannte wohl kaum jemand diese Erreger. Das hat sich seit Beginn der Corona-Krise geändert. Im Zuge steigender Infektions­raten hatten Behörden, darunter das Bundes­gesund­heits­ministerium, Senioren aufgerufen, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Das biete zusätzlichen Schutz. Viele Menschen folgten dem Rat; schnell über­stieg die Nach­frage das Angebot. Auch kurz vor Redak­tions­schluss Mitte April 2020 war der Impf­stoff Prevenar laut Behörden­angaben „begrenzt verfügbar“. Ein anderer namens Pneumovax sei „voraus­sicht­lich Anfang Mai wieder liefer­bar“, wobei bereits im April Chargen aus Japan einge­führt worden seien.

„Unerwartet stark gestiegene Nach­frage“
Der Pneumovax-Hersteller, das Unternehmen MSD, erklärte die Engpässe gegen­über test mit „unerwartet stark gestiegener Nach­frage“ – welt­weit. Wegen der komplexen biotechnologischen Herstellung lasse sich Impf­stoff nicht kurz­fristig nach­produzieren.

Welche Personen­gruppen sollten vorrangig geimpft werden?
Das sagt die Stiko. Um die Ressourcen best­möglich zu nutzen, hat die Ständige Impf­kommis­sion (Stiko) aktuelle Hinweise veröffent­licht, wer vorrangig geimpft werden sollte (ebenfalls Stand Mitte April):

  • Babys und Klein­kinder bis 2 Jahre,
  • Personen mit Immun­schwäche oder chro­nischen Atemwegs­erkrankungen,
  • Senioren ab 70 Jahre.

Das sagen die Impf-Experten der Stiftung Warentest. Unsere Experten fassen ihre Empfehlung für die Zeit der wegen Covid-19 knappen Impf­stoffe sogar noch enger und beziehen nicht alle Älteren mit ein: „In der derzeitigen Situation ist zu erwarten, dass vor allem Senioren mit Krankheiten, etwa Diabetes, chro­nischen Lungen- oder Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen, sowie Menschen mit Immun­schwäche und kleine Kinder von der Pneumokokken-Impfung profitieren“, sagt Dr. Judith Günther, Fach­apothekerin für Arznei­mittel­information und Mitglied unseres Expertenkreises zum Thema Impfen. „Die Impfung schützt Risiko­gruppen zwar nicht vor den Coronaviren selbst, aber möglicher­weise vor zusätzlichen Lungen­entzündungen durch Pneumokokken, die den Krank­heits­verlauf erschweren können.“

Nutzen bei kleinen Kindern am besten belegt
Grund­sätzlich sei der Nutzen bei kleinen Kindern am besten belegt. Die Pneumokokken-Impfung für sie stufen unsere Experten daher als sinn­voll ein; die Impfung anderer Risiko­gruppen als voraus­sicht­lich sinn­voll (siehe Tabelle unten). Die allgemeine Einschät­zung zur Pneumokokken-Impfung haben wir Ende 2018 veröffent­licht; wegen der aktuellen Situation haben unsere Experten sich nochmals mit dem Thema beschäftigt.

Für wen die Impfung gegen Pneumokokken sinn­voll ist
Die Tabelle zeigt die Einschät­zung der Stiftung Warentest zur Impfung von Personen­gruppen, die durch eine Infektion mit Pneumokokken gefährdet sind.

Wann die Keime riskant sind
Pneumokokken sind Bakterien und werden per Tröpf­chen­infektion über­tragen, etwa beim Husten oder Niesen. Sie siedeln sich bei vielen Menschen im Nasen-Rachen-Raum an, meist ohne sie krank zu machen. Ist das Immun­system aber geschwächt, können sie etwa Blut­vergiftungen, Entzündungen des Mittel­ohrs oder der Hirnhaut verursachen – und vergleichs­weise häufig Lungen­entzündungen. Zur Behand­lung dienen Antibiotika, die aber nicht immer ausreichend wirken.

Wem die Kasse die Impfung zahlt
Für alle, denen die Ständige Impf­kommis­sion die Pneumokokken-Impfung empfiehlt, tragen Krankenkassen die Kosten: Kinder bis zwei Jahre, Patienten mit bestimmten chro­nischen Krankheiten, Ältere ab 60. Das gilt auch in der aktuellen Zeit der Liefer­engpässe, für die die Stiko enger gefasste Hinweise zum Impfen gibt.

Auf den Impf­stoff kommt es an
Es gibt zwei Impf­stoff­typen: Poly­saccharid aus den Zuckern der Bakterienhülle sowie Konjugat – bei ihm sind die Poly­saccharide an ein Eiweiß­molekül gebunden. Da Poly­saccharid-Impf­stoffe bei Kindern bis zwei Jahre nicht ausreichend wirken, sind für sie zwei Konjugat-Impf­stoffe zugelassen: Prevenar schützt vor 13 verschiedenen Unterformen der Pneumokokken, Synflorix nur vor 10. Wir empfehlen nach Möglich­keit Prevenar. Senioren und Risikopatienten bekommen in der Regel Pneumovax. Das ist ein Poly­saccharid-Impf­stoff, der 23 Erregertypen umfasst.

Komplikationen sind selten
Komplikationen durch die Impfung sind sehr selten. Es kann zu Neben­wirkungen kommen, die aber meist inner­halb weniger Tage vergehen: Oft rötet sich die Einstich­stelle, schwillt an oder schmerzt. Auch allgemeine Krank­heits­zeichen wie Fieber treten möglicher­weise auf.

Der richtige Zeit­punkt für den Pikser
Pneumokokken-Erkrankungen haben vor allem in den kalten Monaten Saison. Daher werden Erwachsene häufig im Herbst geimpft, etwa parallel mit der Grippeimpfung. Alle sechs Jahre kann eine Auffrischung sinn­voll sein – am besten mit dem Arzt besprechen. Impf­stoffe für kleine Kinder werden dreimalig in bestimmten Lebens­monaten gespritzt, zum ersten Mal möglichst mit zwei Monaten. Auch das kann zeitgleich mit einem anderen Piks wie der Sechs­fach­impfung erfolgen.

Tipp: Oberste Priorität für Senioren und chro­nisch Kranke habe zu Corona-Zeiten die „Kontakt­reduzierung“, schreibt das Robert-Koch-Institut – etwa indem sie zu Hause bleiben. Das schützt vor Covid-19 ebenso wie vor der Über­tragung anderer Infektionen wie Pneumokokken.

 

Schwerhörigkeit im Alter erhöht Demenzrisiko – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Altersschwerhörigkeit ist normal, insbesondere die hohen Frequenzen werden immer weniger wahrgenommen. Ab 10 Herz – das beginnt schon mit 50 Jahren und ab dem 70. Lebensalter sinkt der Frequenzbereich – der vordem bis zu 16.000 Herz (Schallschwingungen pro Sek.) reichte, reduziert sich bis auf 7.000 bis 8.000 Herz. Das merken zwar ältere Herrschaften zwar weniger, wenn Sie beim Hörakustiker sich dem meist kostenlosen Test unterwerfen, fällt das auf. Gut Hörgeräte ergänzen deswegen vor allen Dingen diesen Bereich. Das Heißt, der Ton wird nicht einfach in der ganzen Bandbreite verstärkt, sondern gezielt in den oberen Frequenzen. Dann erst merkt man – und ich weiß das aus eigener Erfahrung – dass bei einem klassischen Konzert Instrumente wieder wahrgenommen werden, die vorher akustisch verschwunden waren. Also, ich empfehle jedem älteren Menschen einmal diesen Versuch zu wagen. Leider übernehmen die Krankenkassen die Kosten der guten Hörgeräte nicht insgesamt, aber wenn irgend möglich, lohnt sich die Anschaffung, insbesondere was die Lebensqualität anbelangt. Man kann wieder teilnehmen an Gesprächen, die sonst in der Fülle der Nebengeräusche untergehen.

Ob der nachfolgende wissenschaftliche Bericht, in dem ja behauptet wird, ein stark abnehmendes Hörvermögen könnte Demenz fördern, durch Hörgeräte gebremst oder verhindert wird, sollte recht bald Inhalt der Forschung sein.

Diese Versuche sind nur an Mäusen erfolgt, der Bezug auf Menschen müsste ebenfalls nachgewiesen werden. Aber interessant ist diese Meldung schon, deshalb wollte ich sie Ihnen nicht vorenthalten.

Jean Pütz

(pte) – Lässt im Alter das Gehör nach, steigt das Risiko für Demenzerkrankungen und kognitiven Verfall. Schuld daran ist die Neustrukturierung einzelner Hirnbereiche, worunter das Gedächtnis leidet, wie Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) bei Experimenten mit Mäusen nachgewiesen haben. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift „Cerebral Cortex“ veröffentlicht worden.

Experimente mit Mäusen
Die Forscher haben Mäuse untersucht, die zwar mit einem intakten Hörvermögen geboren wurden, jedoch durch einen angeborenen Gendefekt einen graduellen Hörverlust erlitten haben, der dem der Altersschwerhörigkeit beim Menschen ähnelt. Sie analysierten die Dichte der für die Gedächtnisbildung relevanten Botenstoffrezeptoren im Gehirn der Tiere und verglichen die Ergebnisse mit den Gehirnen von gesunden Mäusen. Außerdem erforschten sie, inwieweit die Informationsspeicherung im Hippocampus beeinflusst wird.

Ergebnis der Forschung: Die synaptische Plastizität im Hippocampus ist durch den graduellen Verlust des Hörvermögens beeinträchtigt. Die synaptische Plastizität wiederum ermöglicht die langfristige Speicherung von Erlebnissen, dadurch werden Erinnerungen gebildet und festgehalten. Die Verteilung und Dichte von Botenstoffrezeptoren änderte sich stetig. Mit Fortschreiten der Schwerhörigkeit verstärkten sich auch die Effekte im Gehirn. Darüber hinaus zeigten die schwerhörigen Mäuse zunehmende Einschränkungen bei ihrer Gedächtnisleistung.

Informationsverarbeitung verändert
„Unsere Ergebnisse bieten neue Einblicke in die mutmaßliche Ursache für den Zusammenhang zwischen kognitivem Verfall und altersbedingtem Hörverlust bei Menschen. Wir glauben, dass die ständigen Veränderungen der Neurotransmitterrezeptorexpression, die durch fortschreitenden Hörverlust verursacht werden, auf der Ebene der sensorischen Informationsverarbeitung zu einer Art Treibsand führen, der verhindert, dass der Hippocampus effektiv arbeitet“, so RUB-Forscherin Denise Manahan-Vaughan.

 

Insektensterben: nicht pauschal, sondern einmal differenziert gesehen

(iDiv) – Eine Analyse weltweiter Langzeitstudien zeigt, dass dieZahl landlebender Insekten zurückgeht. Sie sank im Schnitt um 0,92 %pro Jahr, was einem Rückgang von 24 % über 30 Jahre entspricht.Gleichzeitig stieg die Zahl der an Süßwasser gebundenen Insektenwie Libellen und Köcherfliegen um 1,08 % pro Jahr. Dies könntedie Folge von Gewässerschutzmaßnahmen sein. 
Diesen durchschnittlichen, globalen Trends stehen sehrunterschiedliche Entwicklungen vor Ort gegenüber. Dabei scheinenmenschliche Einflüsse die Trends zu verstärken. Zu diesenErgebnissen kommt die bislang umfassendste Meta-Analyse vonInsektenbeständen an 1676 Orten weltweit. Die Studie wurde vonForschern des Deutschen Zentrums für integrativeBiodiversitätsforschung (iDiv), der Universität Leipzig (UL) undder Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) geleitet und istin der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift Scienceerschienen. Sie schließt wichtige Wissenslücken im Kontext desviel diskutierten „Insektensterbens“. 

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Studien veröffentlicht, dieeinen dramatischen Insekten-Rückgang zeigen. Besonders vielAufmerksamkeit erhielt eine Studie aus Naturschutzgebieten im Raum Krefeld.Diese fand einen Rückgang der Biomasse fliegender Insekten von mehrals 75 % über 27 Jahre. Die 2017 veröffentlichte Studie befeuerteDiskussionen über das Phänomen des„Insektensterbens“. Seitdem wurden weitere Studien zurEntwicklung von Insektenbeständen an verschiedenen Orten weltweitveröffentlicht. Die meisten zeigten starke, andere leichteRückgänge, und einige sogar leichte Zunahmen. Doch bislang wurdendie weltweit verfügbaren Daten nicht zusammengefügt umfestzustellen, wie verbreitet und wie stark der Rückgang der Insektentatsächlich ist. Bis jetzt.

Bislang umfassendste Datensammlung
Ein internationales Forscherteam stellte Daten aus 166 Langzeitstudienan weltweit 1676 Orten zusammen, um Veränderungen der Insektenzahlen(Individuen, nicht Arten) zu untersuchen. Diese Daten wurden im Zeitraumzwischen 1925 und 2018 erhoben. Die komplexe Analyse offenbarte großeUnterschiede in den lokalen Trends – selbst zwischen nahe gelegenenOrten. So gab es in Ländern mit vielen Langzeitstudien wieDeutschland, Großbritannien oder den USA sowohl Orte mitRückgängen als auch Orte mit wenig Veränderungen oder sogarZunahmen.
Im globalen Durchschnitt gingen landlebende Insektenwie Schmetterlinge, Heuschrecken oder Ameisen um 0,92 % pro Jahrzurück.

Insekten verschwinden leise
Erstautor Dr. Roel van Klink, der bei iDiv und der UL forscht, sagt:“0,92 Prozent klingt vielleicht nicht nach viel, aber es bedeutet 24Prozent weniger Insekten über 30 Jahre und sogar eine Halbierungüber 75 Jahre. Der Rückzug der Insekten findet leise statt– in nur einem Jahr bemerken wir das nicht. Es ist wie wenn man anden Ort zurückkehrt, wo man aufgewachsen ist. Nur wenn man jahrelangnicht dort war, bemerkt man, wie viel sich tatsächlich veränderthat – leider oft zum Schlechteren.”

Die Insekten-Rückgänge waren in Teilen der USA sowie inEuropa, insbesondere in Deutschland, am stärksten. In Europaverstärkten sich die negativen Trends in den letzten Jahren –die größten Rückgänge wurden seit 2005beobachtet.

Weniger Insekten in der Luft
Beim Thema “Insektensterben” wird oft angeführt, dassheute weniger tote Insekten an Auto-Windschutzscheiben kleben als noch vorzehn oder zwanzig Jahren. Letztautor Prof. Jonathan Chase, Wissenschaftlerbei iDiv und der MLU, sagt dazu: “Viele Insekten fliegen – dassind dann die, die von Windschutzscheiben und Kühlergrills erschlagenwerden. Wir konnten zeigen, dass fliegende Insekten im Schnitttatsächlich weniger geworden sind. Aber die meisten Insekten sindnicht augenfällig und leben im Verborgenen – im Boden, inBaumwipfeln oder im Wasser.“

Für die neue Studie untersuchten die Forscher auch Daten zu vielendieser verborgenen Lebensräume. Es stellte sich heraus, dass heuteweniger Insekten in Bodennähe leben als früher –ähnlich wie in der Luft. Im Gegensatz dazu blieb die Zahl derInsekten, die in Bäumen leben, im Schnitt unverändert.

Erholung bei Süßwasserinsekten
Gleichzeitig stieg die Zahl der Insekten, die ihr Leben zeitweise imWasser verbringen wie Libellen, Wasserläufer und Köcherfliegen,im Durchschnitt um 1,08 % pro Jahr. Das entspricht 38 % über einenZeitraum von 30 Jahren. Jonathan Chase hält das für ein gutesZeichen: „Die Zahlen zeigen, dass wir die negativen Trends umkehrenkönnen. In den letzten 50 Jahren wurde weltweit viel getan, umverschmutze Flüsse und Seen wieder zu säubern. Dadurch haben sichmöglicherweise viele Populationen von Süßwasserinsektenerholt. Das stimmt zuversichtlich, dass wir die Trends auch beiPopulationen umkehren können, die momentanzurückgehen.“

Roel van Klink fügt hinzu: “Insektenpopulationen sind wieHolzscheite, die unter Wasser gedrückt werden. Sie streben nach oben,während wir sie immer weiter nach unten drücken. Aber wirkönnen den Druck reduzieren, so dass sie wieder auftauchen. DieSüßwasserinsekten haben gezeigt, dass das möglich ist. Esist allerdings nicht immer leicht, die Ursachen für dieRückgänge und somit die effektivsten Gegenmaßnahmenauszumachen. Diese können auch von Ort zu Ort andersaussehen.”

Keine einfachen Lösungen
Ann Swengel, Co-Autorin der Studie, erforscht seit 34 Jahren dieSchmetterlingspopulationen an Hunderten Orten in den USA. Sie betont, wiekomplex die beobachteten Trends sind: „Wir verzeichnen starkeRückgänge, auch an vielen geschützten Orten. Aber wir habenauch beobachtet, dass es Schmetterlingen an einigen Standorten gut geht. Esbraucht Jahre und viele Daten um sowohl die Erfolge als auch dieMisserfolge zu verstehen, Art für Art und Ort für Ort. Vielesliegt außerhalb des Einflussbereiches eines Einzelnen, aber eszählt wirklich jede Entscheidung, die wir für jeden Standorttreffen.“

Lebensraumzerstörung wahrscheinlicher Grund fürRückgänge
Obwohl die Forscher nicht mit Sicherheit die Ursachen für dieverschiedenen Trends – positive wie negative – benennenkönnen, fanden Sie in den Daten doch entsprechende Hinweise.Insbesondere scheint die Zerstörung natürlicher Lebensräume– vor allem durch Verstädterung – landlebende Insektenzurückzudrängen. Andere Berichte, wie das „GlobaleAssessment“ des Weltbiodiversitätsrates IPBES§,weisen ebenfalls darauf hin, dass die veränderte Landnutzung und dieZerstörung von Lebensräumen Hauptursachen sind für weltweiteVeränderungen der biologischen Vielfalt.

Die neue Studie ist die aktuell umfassendste ihrer Art –ermöglicht durch iDiv’s Synthesezentrum sDiv. Sie gibt Einblickein die weltweite Situation der Insekten und zeigt, wo ihr Schutz amdringendsten ist.