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G20-Staaten reden grün und handeln braun

‚Morning Briefing‘ von Gabor Steingart hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Die deutsche Regierung bemüht sich fleißig, die Vorgaben der Weltklimakonferenz zu erfüllen und steckt in der Zwickmühle zwischen Verlust ihrer Industriekultur und Klimaschutz. Wenn es nach den ‚Grünen‘ ginge und ebenso nach Friday for Future, würden wir jetzt schon sämtlichen CO2-Ausstoß verbieten. Auch die Wunschträume, völlig ohne fossile Energieträger auszukommen, und anstelle dessen auf regenerative Energie zu setzen, die auf unserem eigenen Territorium aus Sonne, Wind und Wasserkraft gewonnen wird, scheint für diese Protagonisten kein Problem darzustellen. Der Trend der gezielt geförderten Wissenschaft, diese Meinung zu unterstützen, verlangt die allgegenwärtige political correctnes-Manie. Unabhängige Forscher, insbesondere Fachleute, die sich mit Energie und ihre Bedeutung für die Gesellschaft auskennen, kommen nicht zu Wort. Denen ist klar, dass das aus physikalischen, soziologischen und praktischen Gründen  garantiert nicht möglich ist, trotz Milliarden staattlicher Subventionen. Das gilt insbesondere, weil im Endstadium vorwiegend unser vielfältiger Energiebedarf rein elektrisch befriedigt werden soll. Die Physikkundigen schlagen die Hände über den Kopf zusammen, denn die mehr als 40%igen Energieanteile, die auf den Gebäudesektor auch für unsere privaten Häuser anfallen, können selbst bei Einsatz von elektrischen Wärmepumpen, dieses niemals erfüllen. Jedes voll ausgebaute elektrische Netz inkl. des europäischen Hochspannungsverbund, wird dies nicht leisten könne.. Elektrische Energie für Wärme- und Kälte-Versorgung zu verwenden, ist ein Frevel. Dazu ist der Strom viel zu wertvoll und zu teuer. Gleiches gilt für die Elektromobilität in Form des E-Autos inkl. der Verbannung des Verbrennungsmotors, auf den bisher die deutsche Industrie immer noch zu 80% setzt.

Trotzdem hat die Elektromobilität eine große Chance. Die Prototypen eines sogenannten HyperHybrid-Autos existieren: rein elektromotorisch angetrieben, bei einem maximalen Verbrauch für Mittelklasseautos von 2 bis 3 Litern Benzin, welches auch ohne Schwierigkeiten durch regenerativ gewonnenes Methanol ersetzt werden kann. Dann fährt dieses HyperHybrid-Elektro-Auto völlig CO2-neutral. Das sind keine Mondschlösser, sondern ist existierende Realität, als angesprochene Prototypen jederzeit einsehbar. Im übrigen kann regeneratives Methanol aus grünem Wasserstoff und recycelten CO2 gewonnen, in Entwicklungsländern produziert, sämtliche fossilen Brennstoffe ersetzen, ohne dass Abermilliarden in neue Infrastruktur investiert werden muss.

Weil das von der Politik nicht aufgegriffen wird, bleibt den G20-Ländern nichts anderes übrig als das, was im folgenden Beitrag von Gabor Steingart moniert wird, es sei denn, sie ruinieren ihre Volkswirtschaft, wie das Deutschland bevor steht.

Einen Lichtblick gibt es, die CDU und die FDP – insbesondere Armin Laschet – fordern jetzt neuerdings für die Klimarettung Technologieoffenheit gegen vorherrschende grün-ideologische Verbots-Ideologie.

Jean Pütz

(Morning Briefing) – Nicht ohne Stolz verkündet die International Energy Agency (IEA) in Paris einen Rückgang der weltweiten Subventionen für fossile Brennstoffe. Minus 40 Prozent in 2020, nach einem Rückgang von 30 Prozent in 2019. Das ungeschulte Publikum könnte meinen: Endlich! Es geht voran mit dem Klimaschutz.

Doch die guten Nachrichten sind ein Potemkinsches Dorf der Zahlen. Diese Rückgänge verdankt das Weltklima im Wesentlichen drei Faktoren:

  1. Einem scharfen Rückgang des Energiekonsums in der Pandemie
  2. Einem Preisrückgang auf den Märkten für fossile Brennstoffe
  3. Einem höchst unvollständigen Blick der Energy Agency auf das Treiben der Staaten

Betrachtet man nämlich die gesamte Breite der staatlichen Unterstützung für die fossilen Brennstoffe, also auch die Investitionen in staatliche Raffinerien und Energiekonzerne, die Subventionen für herkömmlich befeuerte Industrieanlagen, die Steuervorteile und staatlichen Kreditzusagen für große CO2-Emittenten, ergibt sich ein gänzlich anderes Bild, wie ein Bloomberg-Report schonungslos offenlegt. Dieser Bericht wurde via Bloomberg Philanthropies finanziert und damit aus dem persönlichen Vermögen von Michael Bloomberg, der sich seit Längerem schon für den Klimaschutz engagiert. Das hier sind die Kernaussagen der Analyse:

  • In den fünf Jahren zwischen 2015 und 2020 addieren sich allein die Zahlungen der G20-Regierungen, wozu Deutschland, die USA, China, und Russland gehören, für die direkte und indirekte Unterstützung von Kohle, Gas und Öl auf 3,3 Billionen US-Dollar
  • Diese direkten und indirekten Subventionen weisen im Betrachtungszeitraum eine Reduktion um lediglich zehn Prozent auf, von 706 Milliarden in 2015 auf 636 Milliarden in 2019. Der Bloomberg-Report spricht von einer „dickköpfig hohen Unterstützung“ für die fossile Energieerzeugung.
  • Derweil es signifikante Rückgänge bei den Subventionen pro Einwohner in einigen der G-20-Staaten gibt, vorneweg in Saudi-Arabien, Argentinien und Italien, haben andere Regierungen ihre Subventionen pro Einwohner deutlich erhöht, darunter Russland, Mexiko, das Vereinigte Königreich, Indonesien, Kanada und Australien.

Nicht berücksichtigt in diesen Zahlen ist die politische Unterstützung für große fossile Energieprojekte wie die Gaspipeline Nord Stream 2 durch die deutsche Bundesregierung. Diese Pipeline, die Russland mit Deutschland verbindet und jährlich eine Gasmenge von 55 Milliarden Kubikmetern nach Deutschland befördern soll, ist das größte Projekt zur Einspeisung fossiler Brennstoffe in den deutschen Energiekreislauf:

  • Zum politischen Ziel im CDU/CSU-Wahlprogramm (Klimaneutralität bis 2045) will diese Aktivität wenig passen.
  • Der soeben beigelegte Widerstand der USA gegen die Pipeline bezog sich nicht auf den CO2-Ausstoß, sondern auf den Absender. Die USA wollten das russische Gas durch Fracking-Gas „made in the USA“ ersetzen.

Auch regeneratives Ammoniak kann Zukunft der Schifffahrt beflügeln

Hy2gen und Trafigura unterzeichnen Memorandum of Understanding zur Entwicklung einer Studie, die den Infrastruktur- und Produktionsbedarf für grünes Ammoniak zur Dekarbonisierung der Schifffahrtsindustrie quantifiziert

Wiesbaden, 23.07.2021 – Hy2gen und Trafigura haben heute eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei einer Studie unterzeichnet, die darauf abzielt, den Bedarf der Schifffahrtsindustrie an grünem Ammoniak im Zuge der Umstellung auf kohlenstoffarme und kohlenstofffreie Schiffskraftstoffe zu quantifizieren. Die Studie wird die notwendigen Aspekte für eine groß angelegte kommerzielle Einführung untersuchen, einschließlich der erforderlichen Mengen an grünem Ammoniak und der benötigten Transport- und Lagerkapazitäten.

Der Aufbau der Infrastruktur, um eine effiziente Lieferkette zu ermöglichen, die ausreichende Mengen des zu 100 Prozent erneuerbaren und kohlenstofffreien grünen Ammoniaks auf den Markt bringen kann, wird enorme Verpflichtungen in Bezug auf die Produktion, die Infrastruktur und den Transport erfordern, die die Studie zu quantifizieren versucht.

„Als einer der größten physischen Rohstoffhändler und Schiffscharterer der Welt ist Trafigura in einer einzigartigen Position, um diesen Übergang voranzutreiben“, sagt Cyril Dufau-Sansot, CEO der Hy2gen AG.

Trafigura hat die Schlüsselrolle und das Potenzial von Hy2gen für die industrielle Produktion von grünem Wasserstoff frühzeitig erkannt und ist seit 2019 Investor bei Hy2gen.“Hy2gen ist ein Vorreiter und Pionier in der grünen Ammoniakproduktion und Konzeptentwicklung. Wir erkennen ihre Fähigkeit sehr an, schnell Projekte in Größenordnungen durchzuführen, die den Übergang der Schifffahrtsindustrie zu sauberen Kraftstoffen beschleunigen können“, sagte Julien Rolland, Head of Power and Renewables bei Trafigura.

Mit „Laib“ und Seele: Sauerteig zum Brotbacken

Aus der Reihe „1001 Alltagstipps“  erschienen im:

Liebe Leserinnen und Leser !

Selbstgebackenes Brot erzeugt bei vielen eine wohlige Stimmung und lässt Erinnerungen an Heimat und Kindheit aufleben. Kein Wunder also, dass die Liebe zum Brotbacken gerade in unsicheren Corona-Zeiten voll im Trend ist.

Seit dem Altertum wird Brot im Wesentlichen aus gemahlenem Getreide, Wasser und einem Triebmittel hergestellt. Während für Weizenteige „zum Gehen“ meist Hefe eingesetzt wird, benötigen Roggenbrote sog. Sauerteig. Dieser enthält neben Hefepilzen auch Milchsäurebakterien die letztlich Kohlendioxidbläschen und Säuren produzieren. Dadurch werden Roggenbrote überhaupt erst backfähig, aromatisch und haltbarer.

Sauerteig ist sowohl flüssig als auch getrocknet im Supermarkt erhältlich. Bereits in den 1970er Jahren habe ich jedoch gemeinsam mit der damaligen Bundesforschungsanstalt für Getreideverarbeitung Detmold ein narrensicheres 3-Stufen-Verfahren entwickelt, das bis heute tausendfach kopiert wurde.

Hier das Originalrezept:
Zunächst werden 100 g Roggenvollkornmehl mit 100 ml warmem Wasser (40°C) in einer sauberen Schüssel verknetet und für 48 Stunden abgedeckt bei Zimmertemperatur stehen gelassen. Anschließend werden weitere 100 g Roggenvollkornmehl und 100 ml Wasser (40°C) hinzufügt und verknetet. Nach 24 Stunden werden noch einmal 200 g Roggenvollkornmehl und 200 ml Wasser (40°C) eingerührt. Nach weiteren 24 Stunden ist der Sauerteig fertig und sollte angenehm säuerlich riechen.

Mein Tipp: Damit es beim nächsten Brotbacken schneller geht, kann der Sauerteig vermehrt werden.
Dazu werden vom frischen Sauerteig 50 g abgenommen und mit so viel Rogenvollkornmehl verknetet, bis eine krümelige Streuselmasse entsteht. Dieser „Krümelsauer“ hält in einem dichten Gefäß im Kühlschrank ca. einen Monat.

Einen Tag vor dem Brotbacken werden in einer Schüssel 75 g Krümelsauer mit 350 g Roggenvollkornmehl und 375 ml Wasser (40°C) verknetet. Abdecken und 24 Stunden bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Fertig ist der „Turbo-Sauerteig“.

Brotbackrezepte auf der Basis von Sauerteig finden sich zu Hauf im Internet und in unzähligen Büchern.

Bitte bleiben Sie gesund !

Ihr Jean Pütz

Waschnüsse – ein Waschmittel vom Baum

Aus der Reihe „1001 Alltagstipps“  erschienen im:

Liebe Leserinnen und Leser !

Seit Jahrhunderten waschen die Menschen in Indien Kleidung und Haare mit einem pflanzlichen Reinigungsmittel – den sog. Waschnüssen. Die haselnussgroßen Früchte wachsen an bis zu 15 Meter hohen Seifenbaumgewächsen (lat. Sapindus mukorossi) und werden im Herbst geerntet, entkernt und schließlich getrocknet.

In der Schale der Waschnuss befindet sich eine seifenähnliche waschaktive Substanz – das Saponin – das den Baum vor Pilzbefall und Bakterien schützt. Saponine befinden sich auch in geringerer Dosis in vielen anderen Pflanzen (Spinat, Hülsenfrüchte) und werden sogar zur Schaumbildung in Zahnpasten eingesetzt.

Um es vorweg zu nehmen: Die Waschkraft von Waschnüssen ist weitaus geringer als bei herkömmlichen Waschmitteln. Besonders bei der Fleckentfernung zeigen sie Schwächen.

Für leicht verschmutzte Wäsche, speziell Wolle und Seide, sind Waschnüsse allerdings gut geeignet.

Besonders Allergiker, Kleinkinder und Menschen mit empfindlicher Haut schätzen Waschnüsse jedoch als natürliche Alternative zu chemischen Waschmitteln.

Und so wird’s gemacht:

Je nach Verschmutzung 4-8 Waschnussschalen in den mitgelieferten Baumwollbeutel füllen, zuschnüren und zu der Wäsche in die Maschine geben. Waschen wie üblich bei 30–90°C. Nicht wundern: Die Schaumbildung ist sehr gering.

Waschnüsse guter Qualität (z.B. www.govinda-natur.de) können ein zweites Mal verwendet werden bevor Sie im Bioabfall entsorgt werden.

Tipps:

  • Werden die Waschnüsse mit einem Nussknacker mehrfach zerteilt, wird mehr Saponin freigesetzt.
  • Hartnäckige Flecke mit Gallseife o.ä. vorbehandeln.
  • Bei hartem Wasser schützt ein Wasserenthärter die Heizstäbe und verstärkt die Waschkraft des Saponin
  • Für den Frischeduft kann der Beutel mit ätherischem Öl (Zitrone, Lavendel) beträufelt werden.
  • Ein Bleichmittel hilft den Grauschleier bei Weißwäsche zu vermeiden. Ich empfehle das von mir entdeckte „Proweiß Super“, das bereits bei 30°C wirkt. Nähere Informationen finden Sie in der „SANITÄTSHAUS Aktuell, Februar 2019“

Bitte bleiben Sie gesund !
Ihr Jean Pütz

Klimakrise mit Vernunft lösen: Zusammenfassung aller Widersprüche in der Klimapolitik – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Einer meiner 82.000 Facebook-Abonnenten, Kai Ruhsert, hat mir interessante Informationen geliefert, die belegen, dass ich mit meiner Kritik an der populistischen Grünen-Ideologie, die ich seit mehr als zwei Jahren mit zunehmenden Befürchtungen verfolge, nicht allein bin.

Leider führen die derzeit beschlossenen Maßnahmen zur Klimarettung trotz Milliarden schwerer Subventionen des Staates in eine gefährliche Sackgasse. Politiker. Mangelnde naturwissenschaftliche Kenntnisse von Politikern und Entscheidern haben dazu erheblich beigetragen, dass die Vernunft nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Sie fühlen sich bestätigt durch die Zustimmung vieler Wissenschaftler und Institute, die allerdings sich wegen der staatlichen Finanzierung oft zum political correctness verpflichtet fühlen, denn alles, was in das Wunschdenken der Politiker und Lobbyisten passt wird mit Milliarden Euro gefördert. Das macht es den Kritikern immer schwerer mit ihren Mahnungen durchzukommen. Populistisch nenne ich das Verhalten der grünen Ideologen, weil sie fundamentale Naturgesetze und technologische Unmöglichkeiten aussparen. Die mangelnde naturwissenschaftliche Bildung der Bürger macht die Vorstellung hoffähig, dass die Wissenschaft und technische Intelligenz alles regeln wird. Der Rattenfänger von Hameln lässt grüßen. Dabei wird das wichtigste Prinzip der Naturwissenschaft, nämlich das von Ursache und Wirkung, völlig beiseite geschoben. Bisher beruhte die technische Kreativität auf der Suche nach dem geringsten Übel.  Eingriffe in die Natur basieren stets auch darauf, dass der Mensch die Natur stört. Dann kommt es darauf an, sie so wenig wie möglich und mit Hilfe technologischer Entwicklung nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit zu beeinträchtigen. Da helfen keine radikalen Verbote, sondern unter zu Hilfenahme der Logik z. B. die Artenvielfalt zu bewahren, die Klimaerwärmung zu bremsen, usw., ohne die technischen Errungenschaften, die der Mensch geschaffen hat, die für unseren Wohlstand verantwortlich sind, über die Maßen zu behindern. Was bringt das Verbot des Verbrennungsmotors, wenn er sogar helfen kann, Klimaprobleme zu lösen?

Gleiches gilt für das Wunschdenken, mit der in Deutschland gewonnenen regenerativen Energie, den enorm steigenden Bedarf an elektrischer Energie befriedigen zu können. Übrigens, die Elektrizität allein erfüllt nur einen Teil an der gesamten Energienachfrage, was völlig vergessen wird. Der Blick über die Grenzen und globales Denken bringt die Lösung. Um das zu begreifen reicht lineares Denken nicht aus. Dazu sei beispielsweise das schwergewichtige, Batterie getriebene Elektro-Auto genannt. Nur weil keine Abgase entstehen, muss das nicht klimagerecht sein. Warum sich dieses so eingefressen hat in die öffentliche Meinung, ist für das Land der Erfinder und Denker eine Schande. Wenn man in der Ökobilanz ein wenig komplexer nachdenkt, fällt jedem auf, dass das Auto das Klima nicht retten kann. Dabei gibt es Alternativen zu der Elektromobilität, die völlig verworfen werden, weil sinnlose Subventionen den Blick auf das Ganze verhindern.

Ich hoffe, dass meine Idee, die Zukunftsenergie Grüner Wasserstoff, der gebrauchsfreundlich in regeneratives Methanol verwandelt werden kann, Widerhall findet. Es hat sich noch nicht herum gesprochen, dass Methanol sämtliche fossilen Treib- und Brennstoffe ersetzen kann, das heißt sowohl Erdöl aber auch Kohle und Erdgas. Dabei wird Kohlensäure im Recycling-Verfahren zu einem Wertstoff, der die CO2-Neutralität ermöglicht.

Einen Riesenvorteil bringt Methanol zusätzlich, es ist als enorm energiehaltige Flüssigkeit ohne große Subventionen in Infrastruktur einsetzbar, und im Verbrennungsmotor erzeugt es sogar höhere Wirkungsgrade, als wenn er mit Benzin oder Diesel betrieben würde. Die Verbrennungsmotoren-Technologie ist seit 100 Jahren kontinuierlich optimiert worden. Deutschland war dabei weltweit führend. Warum dann auf Brennstoffzellen zu setzen, nur weil sich dabei nichts bewegt, bringt keinen Vorteil. Auch die Brennstoffzelle ist genauso wie der Verbrennungsmotor dem Gesetz des 2. Hauptsatzes der Thermodynamik unterworfen. Die Brennstoffzelle viel teurer und hat seine Bewährungsprobe im Dauer- und Massenbetrieb noch vor sich.

Insbesondere hoffe ich, dass die Idee der Produktion von Methanol in klimageschädigten, aber von der Sonne verwöhnten  Entwicklungsländern an Ort und Stelle in großen Fabriken, gespeist durch die immer preiswertere moderne Fotovoltaik, politisch aufgegriffen wird. Sie ermöglicht in den ärmsten Ländern eine Arbeitsplatz schaffende Industrialisierung. Historisch gesehen geschah die industrielle Entwicklung in unseren Breiten auch immer dort, wo Energielagerstätten oder Wasserkraft vorhanden waren. Entwicklungshilfe auf Augenhöhe wird möglich, basierend auf dem Eigeninteresse der Industrieländer, ja sie schafft die Voraussetzung überall für CO2-neutrales, nachhaltiges wirtschaftliches  Wachstum – eine ideale Win-Win-Situation. Man darf sich fragen, warum das bisher noch nicht durchdacht worden ist. Es sollte zukünftig an erster Stelle aller Bemühungen stehen, die Klimaproblematik sozialverträglich zu lösen. Dann würde der von den Grünen immer gehegte Wunsch, aus Deutschland heraus die Welt zu retten, tatsächlich Wirklichkeit!! Um die Finanzierung mache ich mir keine Sorge. Alle bisher auf fossile Energie setzenden Staaten, vor allen Dingen die Erdölproduzenten und die Börsen aller Länder würden sich darauf stürzen, auch weil alle Infrastrukturen bereits vorhanden sind. Grünes Methanol machts möglich.

Jean Pütz

Die folgenden Links, enthalten  zwar noch nicht meine Vorschläge, aber sie belegen die Notwendigkeit des Umdenkens von grün-emotionalem Mainstreamdenken. Allerdings empfehle ich nur dann die Links zu verarbeiten, wenn Sie tief in das Thema einsteigen wollen, sonst ist das eine Strapaze.

Lieber Herr Pütz,

ganz ausgezeichnet, ich kann Ihnen da nur zustimmen:

https://derelektroautoschwindel.wordpress.com/2021/02/05/die-welt-durch-verzicht-retten/

https://derelektroautoschwindel.wordpress.com/2021/01/31/der-klimawandel-als-pseudobegrundung-fur-postwachstums-strategien/

https://derelektroautoschwindel.wordpress.com/2021/06/10/leitfaden-zur-erkennung-ideologischer-einfluesse-auf-stellungnahmen-zur-energiewende/

Und wenn Sie sich nicht auch noch selber die Mühe machen wollen, die angeblichen Klimavorteile von E-Autos zu sezieren, dann erlaube ich mir dazu diesen Hinweis:

https://derelektroautoschwindel.wordpress.com/das-buch/

Ein Leser schrieb mir dazu:

„Ich habe es in einem Zug gelesen. Chapeau! Das ist mit großer Akribie und Umsicht sowie beeindruckendem Sachverstand geschrieben. Immer dann, wenn ich gedacht habe, jetzt müsste das Buch aber auf das und das eingehen, folgte prompt eine passende Passage. Alles drin, und kein Gramm Fett zu viel. Las sich bei allem Faktenreichtum durchweg spannend und vor allem zum Schluss dann auch noch recht amüsant (armer Prof. Wietschel). Hier hätten es Presse und Rundfunk verdient, auch noch kritisch gewürdigt zu werden? Aber wahrscheinlich wollten Sie nicht, dass Ihre Emotionen dann doch noch in den Galopp übergehen. Beeindruckend und der Sache dienlich, dass der Text trotz des Reichtums an belegten Absurditäten so sachlich bleibt. …
Bleibt die Frage, warum es so gekommen ist. Vor allem eingangs nehmen Sie die Politik in Schutz („schlecht beraten durch die Wissenschaft“), um dann gegen Ende darzustellen, dass viele Wissenschaftler und Berater halt nach der Pfeife der Politik tanzen, um weiterhin an Projekte und Aufträge zu kommen. Nun, eine klare Antwort habe ich auch nicht, aber irre ist es schon, ein riesiges Programm zu pushen, das das Gegenteil dessen bewirkt, was erreicht werden soll. Eigentlich ein Fall für die Soziologen und Herdenforscher. Bleibt spannend. – Keep up the good work!“

Auch der Experte Dieter Teufel, Leiter des Umwelt- und Prognose-Instituts in Heidelberg, kam zu einer wohlwollenden Bewertung: „Seine Gedankengänge sind logisch, die Herleitungen sauber, die Quellen gut belegt.“

Mit freundlichem Gruß

Kai Ruhsert

Regenerative Kraftstoffe für den Verbrennungsmotor

(KIT) – reFuels umfassen erneuerbare Kraftstoffe, die über unterschiedliche Wege hergestellt werden können. Wenn diese so gemischt und aufbereitet werden, dass sie die bestehenden Kraftstoffnormen erfüllen, können damit alle verbrennungsmotorischen Anwendungen bedient werden. Zu diesem Ergebnis kommen aktuelle Fahrzeug- und Flottentests im Projekt „reFuels – Kraftstoffe neu denken“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Im Vergleich zu rein fossilen Kraftstoffen ermöglichen die reFuels-Kraftstoffgemische eine mindestens 25-prozentige CO₂-Reduktion. Zusätzlich bieten sie leichte Vorteile bei den Schadstoffemissionen.

„Flüssige Kraftstoffe werden im Mobilitäts-Mix noch länger erforderlich sein, etwa im Bereich des Langstrecken-Schwerlastverkehrs, der Schiff- und Luftfahrt, aber auch in der Bestandsflotte der Pkw. Hier können synthetische Kraftstoffe eine komplementäre Lösungsmöglichkeit zur ‚Defossilisierung‘ des Verkehrs bieten“, so Dr. Uwe Wagner vom Institut für Kolbenmaschinen (IFKM) des KIT. „Dafür müssen sie nachhaltig erzeugt werden können und möglichst schnell verfügbar sein“, sagt Professor Nicolaus Dahmen, im reFuels-Projekt zuständig für die Bereitstellung der Kraftstoffe. Für alle Arten heute üblicher Kraftstoffe gibt es etablierte und neue Prozesse, die den jeweiligen Kraftstoff liefern. „Die derzeit erprobten reFuels-Kraftstoffgemische ermöglichen bereits jetzt eine mindestens 25-prozentige CO₂-Reduktion im Vergleich zu rein fossilen Kraftstoffen“, so Dahmen. Im Projekt reFuels konnte dies für einige Beispiele, für die das KIT Technologien betreibt oder – wie im Fall des Hydrotreated Vegetable Oil (HVO) – eine andere Quelle für die Kraftstoffe gefunden hat, gezeigt werden.

Praxistests zeigen positive Ergebnisse
„Die bisher bei uns untersuchten reFuels-Kraftstoffgemische halten bestehende Kraftstoffnormen für Benzin- und Dieselkraftstoffe ein. Bei Anwendungstests in Pkw der Bestandsflotte konnten wir bei reFuels keine nachteiligen Eigenschaften feststellen. In einzelnen Fällen zeigten sich hinsichtlich der Schadstoffemissionen sogar leichte Vorteile – sowohl bei den Diesel- als auch den Benzinfahrzeugen“, fasst Wagner die bisherigen Ergebnisse der RDE-Fahrten (Real Driving Emissions) mit kommerziell erhältlichem R33 und am KIT synthetisiertem G40 zusammen. Er und sein Team am IFKM untersuchten bei RDE-Fahrten in Karlsruhe und Umgebung, wie sich reFuels im realen Fahrbetrieb verhalten. Diese Fahrten fanden auf Streckenabschnitten in der Stadt, auf der Landstraße und der Autobahn statt, die aktuellen gesetzlichen Vorgaben zur Zertifizierung von Neufahrzeugen entsprechen. Für die Testfahrten des KIT wurden vier verschiedene Pkw mit einem mobilen Emissionsmessgerät (Portable Emission Measurement System, PEMS) ausgerüstet. Mit diesem Gerät, das auch im europäischen Forschungsprojekt MetroPEMS zum Einsatz kommt, können Stickoxid-, Partikel- und CO₂-Emissionen während der Fahrt gemessen werden. Zudem wurden Flottentests mit sechs Lkw durchgeführt. Diese haben mit dem Kraftstoff C.A.R.E Diesel® aus 100 Prozent kommerziell verfügbarem HVO über 350 000 Kilometer zurückgelegt. „Auch hier zeigten die Ergebnisse keinerlei Probleme in der Anwendung“, sagt Wagner. Für weitere Tests ist eine Ausweitung der Flotte und eine Verlängerung des Dauerlaufs bis 2024 geplant. „Auch Versuche an einem Bahnmotor mit R33 und reinem HVO zeigten dieselben Ergebnisse wie die Straßenversuche“, so der Experte.

Umweltbilanzierung zeigt potenzielle Vorteile
Im Rahmen des ganzheitlichen Projektkonzeptes wurden die regenerativen Kraftstoffe einer Umweltbilanzierung unterzogen. Dazu wurden alle wesentlichen Energie- und Stoffströme im Zusammenhang mit der Bereitstellungs- und Nutzungskette der reFuels und ihrer fossilen Pendants erfasst und ausgewertet. „Die Ergebnisse zeigen, dass die reFuels nennenswertes CO₂-Einsparpotenzial besitzen“, sagt Dr. Andreas Patyk vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT.  „Um die Treibhausgas-Reduktionspotenziale der auf Elektrolyse basierenden eFuels auszuschöpfen, muss der Strom zu 100 Prozent regenerativ erzeugt werden.“ Das für die Synthese notwendige CO₂ kann aus der Luft abgeschieden werden oder aus Abgasströmen von beispielsweise Biogas- und Kläranlagen oder auch Zementwerken stammen. „Für die Etablierung der Technologie müssen die PtX-Anlagen mit ausreichend hohen Volllaststundenzahl betrieben werden können“, so Patyk.

reFuels werden am KIT hergestellt
Am KIT wurden zunächst mittels unterschiedlicher Prozesse verschiedene Kraftstoffmischungen aus regenerativ synthetisierten Kraftstoffkomponenten (reFuels) und fossilen Kraftstoffen hergestellt. Diese Kraftstoffmischungen erfüllen bestehende Normen. Für Dieselkraftstoffe gilt die Norm EN590, für Ottokraftstoffe die EN228. Diese Kraftstoffmischungen sind drop-in-fähig, das heißt sie können in bestehenden Verbrennungsmotoren eingesetzt werden. „Damit geben wir uns aber noch nicht zufrieden“, so Dahmen, „denn Ziel der Entwicklung müssen eigenständige Kraftstoffe ganz ohne fossile Anteile sein.“

Für die Herstellung von reFuels gibt es am KIT zwei Syntheseanlagen: In der bioliq®-Anlage auf dem Campus Nord des KIT wird beispielsweise Stroh verarbeitet, um synthetisches Benzin aus Biomasse der zweiten Generation, sogenannte advanced biofuels, zu produzieren. Anders als bei Biokraftstoffen der ersten Generation konkurriert die Synthese dieser fortschrittlichen Kraftstoffe aus Biomasse nicht mit dem Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln auf landwirtschaftlichen Flächen. „Wir müssen die Teller-oder-Tank-Diskussion vermeiden. Deshalb setzen wir auf Rohstoffe, die nicht in diesem Konflikt stehen“, sagt der Projektkoordinator, Dr. Olaf Toedter. Im benachbarten Energy Lab 2.0 des KIT entstehen eFuels aus der Elektrolyse von Wasser mithilfe von regenerativ gewonnenem Strom und CO₂. Ziel ist vor allem Kerosin, daneben entstehen auch Diesel- sowie Benzinfraktionen. Das bei der Verbrennung von eFuels entstehende CO₂ wird dadurch kompensiert, dass für ihre Herstellung CO₂ aus der Umgebungsluft oder aus biogenen Quellen verwendet wird.

Das Projekt „reFuels – Kraftstoffe neu denken“
Das Projekt betrachtet seit Januar 2019 Herstellung und Einsatz von erneuerbaren Kraftstoffen ganzheitlich. Solche Kraftstoffe können bestehende Verbrennungsmotoren zukünftig antreiben – in Pkw, Nutz- und Schienenfahrzeugen sowie in Flugzeugen. Sechs Institute des KIT arbeiten gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus Energiewirtschaft, Mineralöl-, Automobil- und Zulieferindustrie unter dem Dach des Strategiedialogs Automobilwirtschaft des Landes Baden-Württemberg an der Bereitstellung und Einführung von reFuels. Zwei Pilot- und weitere Technikumsanlagen des KIT lieferten regenerative Kraftstoffe, die aufbereitet, charakterisiert und in Versuchsmotoren getestet wurden. So konnten Syntheseverfahren für reFuels optimiert werden, um Rohemissionen zu reduzieren. (cko)

 

Was Erdgas wirklich kostet – Roadmap für den Gasausstieg – Mit einer Einführung von Jean Pütz

Sehr geehrte Damen oder Herren,

ich habe früher Herrn Sladek sehr geschätzt, denn seine Initiativen habe ich immer unterstützt. Leider ist dem diese Diskussion überhaupt nicht gerecht geworden. Ich habe sie von Anfang bis zum Ende verfolgt und selten so unqualifizierte, ideologisch gefärbte, einseitige Diskussionen erlebt wie diese. Jetzt weiß ich auch, warum der Vertreter des Ministeriums mit Abwesenheit glänzte und die Bundestags-Abgeordnete der SPD nur Allgemeinplätze verkündete, ganz im Sinne des Mainstreams der glaubt, aus Deutschland heraus könnten wir die Welt retten. Das ärgert mich um so mehr, als dass ich Klimaschützer der ersten Stunde bin. Vielleicht hätte es Ihnen geholfen, wenn Sie meine damaligen Sendungen in der ARD-Reihe ‚Bilder aus der Wissenschaft‘ zwei Folgen mit dem Titel ‚Der Sonne eine Chance‘, ausgestrahlt 1990, sich einmal angeschaut hätten. Sie können sie bei YouTube runterladen.

Ich bedaure sehr, dass nicht nur Schönau, sondern vor allem die sogenannte FÖS sich mit ihrem wissenschaftlich verbrämten Rechnereien in die Sekte der Realitäts-Verweigerer verabschiedet hat.

Bitte streichen Sie mich aus Ihrem Abonnement-Kreis.

Jean Pütz

(EWS) – Die am heutigen Mittwoch veröffentlichte Studie «Was Erdgas wirklich kostet – Roadmap für den Gasausstieg im Wärmesektor» zeigt deutlich, dass die Klimakosten von Erdgas weit höher sind als bisher angenommen und in erheblichem Maße zu den Treibhausgas-Emissionen beitragen. Die vom Forum Ökologisch Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag der EWS Elektrizitätswerke Schönau durchgeführte Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass durch die Verwendung von Erdgas im Wärmesektor in Deutschland jährliche Treibhausgas (THG)-Emissionen in Höhe von 91,5 bis 107,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten anfallen – wovon 87,1 Tonnen verbrennungsbedingt aus CO2-Emissionen stammen und rund 4,4 bis 20 Millionen Tonnen aus Methanleckagen entweichen. Zum Vergleich: die gesamten CO2-Emissionen des Landes Berlin betrugen im Jahr 2019 etwa 17 Millionen Tonnen CO2.

Nach dem Schadenskostenansatz für 2021 bedeutet das: Durch die Nutzung von Erdgas im Gebäudesektor entstehen Klimakosten von rund 18 bis 21 Milliarden Euro, wobei auf die besonders klimawirksamen Methanleckagen rund 0,9 bis vier Milliarden Euro entfallen.

Klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2030 möglich

«Die Studie macht mehr als deutlich, dass wir einen baldigen Ausstieg aus dem Erdgas in der Wärmeerzeugung brauchen», sagt Sebastian Sladek, Vorstand der EWS Elektrizitätswerke Schönau. Vor dem Hintergrund, dass die Treibhausgas-Emissionen im Gebäudesektor ­- mit 16 Prozent für die Emissionen insgesamt in Deutschland verantwortlich – zu mehr als 60 Prozent auf die Erzeugung von Wärme auf Basis von Erdgas zurückgehen, betont Sladek: «Wir können und müssen in Deutschland schnellstmöglich klimaneutral werden und daher auch im Wärmesektor auf regenerative Lösungen setzen. Dass dies möglich ist, zeigt die Studie sehr eindrucksvoll.»

Isabel Schrems, Autorin der Studie und Wissenschaftliche Referentin beim FÖS, hob bei der Vorstellung ihrer Analyse hervor, dass das Potenzial aus Solarthermie, Biomasse, Geothermie, Umweltwärme und Abwärme aus der Industrie im Jahr 2030 bei 1.403 bis 2.183 Terrawattstunden liege. Damit sei es fast doppelt so hoch wie der heutige Endenergieverbrauch im Gebäudewärmesektor. Zusammen mit der erwarteten weiteren Zunahme der Energieeffizienz sei sehr wahrscheinlich, dass in Deutschland bis Ende des Jahrzehnts genügend erneuerbare Wärme erzeugt werden kann. Ein Ausstieg aus der Nutzung aller fossilen Energieträger im Gebäudebereich, inklusive Erdgas, machbar sei.

Klimakosten von Erdgas noch nicht eingepreist

«Die Studie zeigt, dass die wahren Klimakosten durch Erdgas weit höher sind als der aktuelle Preis», betonte Carolin Schenuit, geschäftsführende Vorständin des FÖS, «denn drei Viertel dieser Kosten sind bisher nicht im Preis berücksichtigt. Diese Kosten über den Brennstoffemissionshandel schnellstmöglich einzupreisen ist klimapolitisch dringend angezeigt und logische Konsequenz aus dem Klima-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes. Wir brauchen auf dem Weg zum Erdgas-Ausstieg aber auch ordnungspolitische und planungsrechtliche Maßnahmen, um schnell voranzukommen. Mit kommunalen Wärmeplänen und einem Neubauverbot für Gasheizungen können dezentrale, nachhaltige Wärmenetze gefördert werden. Das wird z. B. in Dänemark bereits praktiziert.»

Verena Graichen, Stellvertretende Vorsitzende des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, drängte bei der Podiumsdiskussion im Anschluss an die Studienvorstellung auf mehr Energieeffizienz bei der Umsetzung der Wärmewende. Ein großes und schnell ausbaubares Potenzial liege in der energetischen Gebäudesanierung. Die per Video zugeschaltete SPD-Bundestagsabgeordnete Nina Scheer betonte, dass Erdgas allenfalls noch für eine kurze Übergangszeit als Brücke zum Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energien dienen dürfe. Vor allem müsse der Ausbau der Erneuerbaren Energien – auch im Wärmesektor – deutlich beschleunigt werden. Dies müsse, so waren sich die Podiumsteilnehmer:innen weitestgehend einig, vor allem auch über eine grundsätzliche Reform des Systems der Steuern, Abgaben, Entgelte und Umlagen auf Energie geschehen.

 

Über das FÖS
Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) e.V. ist ein unabhängiger politischer Think Tank für marktwirtschaftliche Instrumente in der Umwelt- und Klimapolitik. Das FÖS erstellt ökonomische Studien und politische Expertisen. Seit 1994 setzt es sich für die Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft zu einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft ein.

Über die EWS Elektrizitätswerke Schönau
Seit 2009 firmiert die heutige EWS Elektrizitätswerke Schönau eG als Genossenschaft mit ca. 9.000 Mitgliedern. Die EWS-Gruppe setzt sich für die Energiewende und eine vollständige, effiziente Energieversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien ein. Bürgerliches Engagement, Mitbestimmung und Dezentralisierung gehören dabei zu den Grundpfeilern des unternehmerischen Handelns. Aktuell werden bundesweit ca. 220.000 Kunden mit Ökostrom und Biogas versorgt.

 

Reinfall mit Impfstoff Curevac gegen Corona – Ursache und Folgen

Curevac, das war lange Zeit die große Impfstoff-Hoffnung im Kampf gegen Corona. Nachdem das Management vergangene Woche die finalen und weiterhin schlechten Ergebnisse des Impfstoffs mit 48 Prozent Wirksamkeit vermeldet hatte, ging das Unternehmen erst einmal auf Tauchstation. Jetzt erfuhr Business Insider aus Branchenkreisen, dass seit Wochen ein interner Machtkampf in der Tübinger Zentrale tobt.

Dabei geht es unter anderem darum, wie die schlechten Daten interpretiert und nach außen kommuniziert werden sollen. Ziel des Managements von Curevac ist, trotz der spärlichen Wirksamkeitsdaten, den Impfstoff unbedingt durch die Zulassung bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zu bringen. Es ist der letzte Strohhalm, an den sich alle klammern.

Dass der Impfstoff den Konkurrenten Biontech/Pfizer und Moderna meilenweit unterlegen ist, steht seit längerem fest. Und es ist auch seit längerer Zeit intern bekannt, dass es erhebliche Schwierigkeiten mit dem Tübinger Vakzin und der Zulassungsstudie gibt. Studienleiter Peter Kremsner von der Universität Tübingen, den Business Insider nach dem Grund für das schlechte Abschneiden des mRNA-Vakzins fragte, erklärt: „Wir konnten einfach nicht hoch genug dosieren.“ Niemand hat in Europa mehr Probanden geimpft als Kremsner. Da der mRNA-Impfstoff im Gegensatz zu dem von Biontech/Pfizer und Moderna chemisch unmodifiziert ist, führte eine höhere Dosis zu starken Immunreaktionen. Zu Beginn hatten die Ärzte laut Kremsner auch Dosierungen mit 16 und 20 Mikrogramm getestet. Die Unverträglichkeiten war dann nicht mehr tolerabel.

Ein weiteres Problem des Curevac-Vakzins besteht darin, dass er Älteren offenbar kaum zu schützen vermag. „Es wirkt praktisch überhaupt nicht bei Älteren, man kann zumindest sagen, wir haben zu wenig Fälle“, erklärt Studienleiter Kremsner. Insgesamt traten in der Phase-3-Studie 21 Fälle von Covid-19-Infektionen bei den über 60-Jährigen auf. Schlechter hätte es kaum laufen können. Auch wenn dies nicht statistisch signifikant ist, heißt es doch vorläufig, dass die Impfung gerade in derjenigen Altersgruppe seine Wirkung verfehlt, die sie besonders dringend benötigt.

Was heißt dies nun für Menschen, die zwischen 55 und 60 Jahre alt sind? Die komplette Wirkungslosigkeit setzt ja nicht schlagartig mit dem runden Geburtstag ein, bei der eine „60“ auf der Torte prangt?

Aufgrund dieser Daten fahndet das Unternehmen nun nach einer geeigneten Untergruppe, für die es eine Notzulassung oder Zulassung beantragen könnte und für die die EMA mit viel guten Willen dann grünes Licht geben würde. Zumindest hypothetisch. „Wir sind noch in der Analyse und in Gesprächen mit der Europäischen Arzneimittelagentur“, erklärt CEO Franz-Werner Haas gegenüber Businessinsider.

Bei der Präsentation der Studien-Endergebnisse vertrat Haas vergangene Woche hingegen eine komplett andere These. Die zirkulierenden Virusvarianten hätten dazu geführt, dass ihr Vakzin schlechter abgeschnitten habe. Die finale Messung ergab 48 Prozent Wirksamkeit.

Tatsächlich war im europäischen Teil der Studie praktisch nur eine einzige Variante anzutreffen: 92 Prozent der Proben bestanden aus Alpha, also der britischen Variante. Bei den unter 60-Jährigen wirkt das Curevac-Vakzin laut Präsentation gegen Alpha zu 55 Prozent. Addiert man die Gesamtpopulation mit den Älteren hinzu, müsste man noch ein paar Prozentpunkte von der Wirksamkeit abziehen und landete wieder bei etwa 48 oder 50 Prozent.

Auf die Frage, wie hoch die Wirksamkeit im europäischen Part in der Studie insgesamt war und wie hoch damit der Schutz vor der Alpha-Variante, sagte eine Sprecherin von Curevac: „Diese spezifischen Zahlen nach Kontinenten gesplittet haben wir nicht kommuniziert, lediglich jeweils immer bezogen auf die Gesamtanzahl.“

Es fällt ebenfalls auf, dass die Curevac-Untersuchung vom ursprünglichen Studienprotokoll stark abweicht. In der ursprünglichen Version mussten 160 Fälle von Covid-19 erreicht werden, damit das Data Safety Monitoring Board die finalen Datenanalyse vornehmen kann. Festgelegt wurde, dass bei 160 Fällen mit einer 50,5 Prozent Wirksamkeit der Studienerfolg eingetreten wäre. Doch anstatt den Erfolg bei 160 fällen zu vermelden, hat das Unternehmen weitere 68 Fälle abgewartet. 228 Fälle in der Präsentation. Die Gesamtwirksamkeit beträgt 48 Prozent. Damit gilt die Studie nach wissenschaftlichen Kriterien als gescheitert, da sie die Hürde, den so genannten primären Endpunkt, nicht erreicht hat. Studienleiter Kremser wollte dies nicht kommentieren.

Damit würde das Unternehmen dann nicht nach ein paar Tagen einen Zulassungsantrag einreichen, sondern bespricht vielmehr erst mit den Arzneimittelbehörden, für welche Untergruppe eine Zulassung noch möglich wäre. Das kann dauern.

Bei den 10 000 europäischen Probanden der Phase-3-Studie spielte Delta noch gar keine Rolle. Curevac identifizierte in der gesamten Studie insgesamt nur ein Prozent. Denn die Delta-Variante zirkulierte während der Studie noch nicht. Sie verbreitete sich erst rasant nach der Auswertung der Daten.

In Südamerika traten neben dem Ursprungstyp aus dem chinesischen Wuhan fünf namentlich aufgeführte Varianten auf. Hinzu kommen 13 Prozent „Sonstige“. Zählt man Delta aus dem europäischen Teil hinzu, kommt man rechnerisch insgesamt auf den Urspungstyp und sechs häufigere Varianten. Die Grafik in der Präsentation von Vorstandsvorsitzendem Haas nennt hingegen 15 Varianten. Die fehlenden neun Varianten verbergen sich unter den dreizehn Prozent „Sonstige“, spielen daher zahlenmäßig für das Gesamtgeschehen eine eher untergeordnete Rolle. Nur sechs Varianten und 13 Prozent „Sonstige“, davon ein einziges Prozent Delta, kamen in der Studie vor. Die These, welche die niedrige Wirksamkeit hauptsächlich auf das schwierige Variantenumfeld schiebt, wirkt auf der Grundlage dieser Zahlenanalyse weit hergeholt.

Noch dazu steht nun fest: Die anderen mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna wirken gut gegen die Varianten. Hier büßt die Effektivität einige Prozentpunkte ihrer 95-prozentigen beziehungsweise 94-prozentigen Wirksamkeit ein. Nur Delta scheint die Wirksamkeit der Impfstoffe möglicherweise empfindlich zu senken.

Aktuell verschleiert nun Curevac offenbar das Problem und sagt, sie hätten die erste Studie mit validen Daten zu den Varianten präsentiert. Erst die umfassende Veröffentlichung der Endergebnisse dürfte Klarheit schaffen, was das Curevac-Vakzin kann und was nicht. „Die Studiendaten werden wie für klinische Studien üblich demnächst im Rahmen einer wissenschaftlichen Publikation veröffentlicht“, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

Wie kam es zu den Fehlern? Man habe am Anfang Zeit verloren, sagt ein Brancheninsider gegenüber Business Insider, und sei viel zu spät mit der Phase-3-Studie gestartet. Als die Studie im Dezember vergangenen Jahres dann begann, wurde der erste Impfstoff von Biontech/Pfizer in der EU bereits zugelassen. So zögerten viele potentielle Probanden, da die Leute hofften, auf irgendeinem Weg an das wirksame Biontech/Pfizer-Vakzin heranzukommen. In der Curevac-Studie bestand ja eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, statt des Impfstoffs eine unwirksame Scheinimpfung zu erhalten. Nur schleppend konnte Curevac daher die nötigen Probanden rekrutieren.

Interessant wird sein, ob die EU der Firma das Vakzin überhaupt abnehmen wird. In der Online-Pressekonferenz vergangene Woche gab sich Vorstandschef Haas selbstbewußt und sagte, es gäbe eine Abnahmeverpflichtung der EU für den Impfstoff, wenn die EMA eine Zulassung erteilen würde. Doch das stimmt so nicht.

Mittelstands-Pleiten häufen sich wegen Mainstream-Klimarettungs-Politik

Monatelang wurde gestritten, in der letzten Juniwoche schließlich stimmte der Bundestag der Carbon-Leakage-Verordnung zum Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) zu. Am Mittwoch beschloss auch das Bundeskabinett die Regelung. „Carbon Leakage“ bezeichnet die Produktionsverlagerung ins Ausland aufgrund von CO2-Kosten. Genau diesen Effekt soll die Verordnung verhindern.

Doch sie bleibt weit hinter den Erwartungen der Unternehmen zurück. Die Hoffnungen Tausender Firmen des industriellen Mittelstands, die Regierungskoalition aus Union und SPD würde den Entwurf des Bundesumweltministeriums noch an entscheidenden Stellen nachbessern, haben sich nicht erfüllt.

Ihn beschleiche Resignation, „weil man schon heute klar vorausberechnen kann, dass man trotz aller Anstrengungen und trotz jahrhundertelanger erfolgreicher Arbeit wegen der politischen Rahmenbedingungen am Standort Deutschland kaum noch bestehen kann“, sagte Volker Schulte, technischer Leiter und Prokurist der Olsberg GmbH im Sauerland, dem Handelsblatt. „So eine kopflose und desaströse Politik haben die energieintensiven deutschen Mittelständler nicht verdient“, sagte Schulte.

In dem 1577 gegründeten Unternehmen sind zwei Eisengießereien betroffen, eine davon am Hauptsitz des Unternehmens in Olsberg, die andere in Königshütte in Sachsen-Anhalt. In Olsberg arbeiten 150 Menschen in der Gießerei, in Sachsen-Anhalt 50.

1500 Unternehmen mit Kompensationsansprüchen
Mit dem CO2-Preis sollen Investitionen in klimafreundliche Technologien gefördert werden. Das gilt für den privaten Bereich wie für Unternehmen. Die Gastherme im Heizungskeller soll durch eine elektrische Wärmepumpe ersetzt werden, der Verbrenner-Pkw durch ein E-Auto. Unternehmen sollen erdgas- oder kohlebefeuerte Anlagen durch strom- oder wasserstoffbasierte Verfahren ersetzen. Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb mit Ländern stehen, in denen es vergleichbare Belastungen nicht gibt, sollen eine Kompensation erhalten.

Nach Angaben der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt), die beim Umweltbundesamt (UBA) angesiedelt ist, sind etwa 1500 Unternehmen berechtigt, die Kompensation in Anspruch zu nehmen. Das voraussichtliche Kompensationsvolumen beziffert die DEHSt für 2021 auf 274 Millionen Euro, für 2022 auf 329 Millionen Euro.

Doch die Kompensation ist knapp bemessen. „Wir bekommen eine Kompensation in Höhe von 26 Prozent der Kosten, die der CO2-Preis bei uns auslöst. 50 bis 80 Prozent dieser Kompensation müssen wir in Klimaschutzmaßnahmen investieren“, kritisierte Schulte. „Wir bleiben auf 74 Prozent der Kosten sitzen. Das frisst die Umsatzrendite annähernd auf“, sagte er. „Unsere Wettbewerber in Europa kennen die Kostenlast, die das BEHG verursacht, nicht. Sie stehen im Ringen um Aufträge künftig deutlich besser da als wir.“

Die Olsberg-Gießereien sind kein Einzelfall. Dem Handelsblatt liegen Berechnungen für einzelne Unternehmen vor, denen zufolge die CO2-Kosten die Umsatzrendite sogar übersteigen. Das gilt bereits ab einem CO2-Preis von 25 Euro. Mit dem geplanten Anstieg des CO2-Preises wachsen die wirtschaftlichen Probleme deutlich.

Eine praktikable Alternative steht nicht zur Verfügung
Gibt es für die Olsberg-Gießereien einen Ausweg? Die Gießereien des Unternehmens werden mit Öfen betrieben, die mit Kokskohle befeuert werden. Könnte das Unternehmen nicht einfach auf das deutlich weniger CO2-intensive Erdgas umsteigen?

Schulte ist skeptisch: „Es ist für uns nicht leicht, Alternativen zu Koks zu finden. Wir brauchen Temperaturen von 1540 Grad Celsius, den Kohlenstoff zum Aufkohlen des Eisens und die reduzierende Atmosphäre im Ofen für den Einsatz auch geringerwertiger Schrotte“, sagte der promovierte Ingenieur. Das lasse sich mit einem erdgasbetriebenen Ofen nicht erreichen. „Das funktioniert nicht einmal auf der Ebene technischer Versuche.“

Wäre Strom eine Alternative? Grundsätzlich kommt ein Induktionsofen in Betracht, der mit Strom betrieben wird. „Wir würden dann an Recyclingfähigkeit einbüßen, mehr Strom verbrauchen als die gesamte Stadt Olsberg und beim aktuellen Strommix in Deutschland kaum weniger CO2 ausstoßen als aktuell“, sagte Schulte.

Tausende Unternehmen bekommen gar keine Kompensation
Außerdem gehe bei strombasierten Hochtemperaturprozessen der Effizienzvorteil von Strom verloren. „Es wäre also sinnvoll, den Strom zunächst für die Elektromobilität oder für den Betrieb von Wärmepumpen im Gebäudesektor einzusetzen. Sollte es dann in einigen Jahren tatsächlich gelungen sein, Strom aus erneuerbaren Quellen im Übermaß zur Verfügung zu haben, könnte er auch für Hochtemperaturprozesse in der Industrie eingesetzt werden“, sagt Schulte. Aber bis dahin dürfte es seiner Meinung nach noch ein weiter Weg sein.

Neben Fälle mit einer aus Sicht der Unternehmen unzureichenden Kompensation treten Tausende Fälle von Firmen, die gar keinen Ausgleich erhalten, obwohl sie erhebliche CO2-Kosten haben und im internationalen Wettbewerb stehen. Das liegt beispielsweise daran, dass die Unternehmen die für die Kompensation erforderliche Handelsintensität nicht belegen können, weil diese schlicht nicht statistisch erfasst wird. Die Handelsintensität sagt aus, in welchem Umfang ein Unternehmen Handel mit Drittstaaten außerhalb der EU betreibt.

Zur Beantwortung der Frage, ob und inwieweit ein Unternehmen im internationalen Wettbewerb steht, ist die Handelsintensität aus Sicht vieler Firmen daher völlig ungeeignet. Ihr Argument: Ein Autozulieferer, der seine Gussteile zu hundert Prozent an ein Autowerk in Deutschland liefert, steht im internationalen Wettbewerb – er muss sich gegen Konkurrenz aus Frankreich, Ungarn oder Asien durchsetzen.

Zu den Unternehmen, die komplett leer ausgehen, gehören Feuerverzinker, Teile der Keramikindustrie und der Textilindustrie. In den betroffenen Branchen wächst die Verzweiflung.

„Die Carbon-Leakage-Verordnung zum BEHG stellt für viele Unternehmen der Keramikindustrie ein Desaster dar“, sagte Christoph René Holler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Keramische Industrie, dem Handelsblatt. „Die Geschirrindustrie bekommt eine Kompensation in Höhe von 49 Prozent, muss also noch 51 Prozent der Kosten, die das BEHG verursacht, selbst tragen, ähnlich sieht es für die Sanitärkeramik aus“, klagt Holler.

Das belaste die Wettbewerbsfähigkeit enorm. „Für technische Keramik gibt es gar keine Kompensation. Das gleicht einem massiven Anschlag auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen“, sagte er.

An Warnungen hat es nicht gefehlt
Aus Sicht der Unternehmen ist die Lage besonders ärgerlich, weil es an Warnungen in den vergangenen Monaten nicht gemangelt hat. Die Union macht die SPD für das Ergebnis verantwortlich: „Die Union wollte wesentlich weitreichendere Entlastungen gerade von kleinen und mittelständischen Unternehmen. In den Verhandlungen mit der SPD haben wir daher intensiv auf eine weitere Erhöhung der Kompensationsgrade und niedrigere Zugangsschwellen zum Carbon-Leakage-Schutz gedrungen“, sagte Unionsfraktionsvize Stephan Stracke (CSU) dem Handelsblatt.

Dies sei jedoch aufgrund des starken Widerstands des Koalitionspartners und des Bundesumweltministeriums nicht erreichbar gewesen. „Die Verweigerungshaltung der SPD zeigt, wie weit sich die SPD bereits von den berechtigten Schutzinteressen der Arbeitnehmer entfernt hat“, ergänzte er.

Die Sozialdemokraten weisen den Vorwurf zurück. Für die SPD sei klar, dass die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Unternehmen sichergestellt sein müsse, sagte Bernd Westphal, energiepolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, dem Handelsblatt. „Die Verordnung enthält zudem eine Evaluierungsklausel, die eine Überprüfung bis Ende 2021 vorsieht“, sagte Westphal. Damit sei sichergestellt, dass auf mögliche Überforderungen – im Dialog mit den betroffenen Akteuren – zu gegebener Zeit reagiert werden könne.

Das Bundesumweltministerium hat wenig Verständnis für die Kritik. Die Verordnung schaffe „ein solides Fundament für einen wirkungsvollen Schutz vor Verlagerungen deutscher Unternehmen ins Ausland“, sagte ein Ministeriumssprecher. „Wenn beim Vollzug der Verordnung erkennbar wird, dass die Regelungen nicht ausreichen, um einen angemessenen Schutz zu gewährleisten, ist eine Anpassung der Regelungen möglich.“

Ist Besserung in Sicht, falls die Grünen an der nächsten Bundesregierung beteiligt sind? Dieter Janecek, Sprecher für Industriepolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, weckt Hoffnung: „Leider wird die Carbon-Leakage-Verordnung dem Anspruch eines nachhaltig-innovativen und klimaneutralen Umbaus der industriellen Prozesse nicht gerecht.“ Die Verordnung sei handwerklich schlecht gemacht und führe zu Nachteilen im internationalen Wettbewerb.

 

Wissen und Gerechtigkeit

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Jean Pütz

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Der „Runde Tisch Freie Lizenzen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ macht dies seit 2018 möglich. Jedes Jahr lädt Wikimedia Deutschland Vertreter*innen der Rundfunkanstalten, Bildungsakteure und Ehrenamtliche dazu ein, gemeinsam über den freien Zugang zu Inhalten zu diskutieren. Beim Runden Tisch am 25. Juni wurde Bilanz gezogen. Denn Vieles hat sich in den letzten Jahren bewegt:

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Sophie Burkhardt, ZDF, HR Neue Medien, Leitung funk

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„Herdenimmunität“ gegen Desinformation
Falschinformationen, das wissen wir, verbreiten sich schnell. Die Teilnehmenden des Runden Tisches sind sich einig, dass es gerade jetzt wichtig ist, verlässliche Informationen bereitzustellen – nur so lässt sich der Tendenz zur gezielten Desinformation wirksam begegnen. Gesicherte Informationen aus guten Quellen müssen möglichst schnell, einfach und leicht verbreitet und genutzt werden können (vgl. dazu diesen Blogbeitrag).

„Verlässliche und gut recherchierte Informationen bewirken – wenn sie sichtbar und überall zugänglich sind – eine „Herdenimmunität“ gegen Fake News und Verschwörungstheorien, nicht nur in der Pandemie. Deshalb wünschen wir Länder uns eine stärkere Zusammenarbeit von ARD, ZDF und Deutschlandradio gerade auch mit Kultur- und Bildungseinrichtungen, wie sie im Rahmen des Runden Tisches nun schon seit 2018 mit Leben gefüllt wird.“