Alle Beiträge von Minge

Neuer Covid 19-Impfstoff nach klassischer Methode – eine Alternative für mRNA-Skeptiker

(BMBF) – Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat am heutigen Montag die Zulassung des COVID-19-Impfstoffes der US-amerikanischen Firma Novavax in Europa empfohlen.

Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger:

„Die Zulassung eines weiteren Impfstoffs gegen Corona durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) ist eine sehr gute Nachricht. Dadurch wird das Impfangebot in absehbarer Zeit sinnvoll ergänzt und die Impflust angeregt. Es handelt sich bei dem Impfstoff von Novavax um einen traditionellen Protein-basierten Impfstoff, der einem Totimpfstoff sehr ähnelt. Das zugrundeliegende Prinzip hat sich bei Impfstoffen gegen zahlreiche virale Erreger über Jahrzehnte bewährt. Der Impfstoff von Novavax ist mit einer Wirksamkeit von 90 Prozent hoch effektiv und diesbezüglich vergleichbar mit den bereits zugelassenen mRNA-Impfstoffen. Die Arbeiten von Novavax wurden maßgeblich mit Fördergeldern der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) finanziert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) förderte das Corona-Impfstoff-Programm von CEPI bisher mit 350 Millionen Euro. Ich hoffe nun auf eine schnelle STIKO-Empfehlung, damit der neue Impfstoff auch in Deutschland eingesetzt werden kann. Es zeigt sich erneut, welche Chancen in der Forschung liegen und wie wichtig eine konsequente Förderung ist.“

Hintergrund:

Die Arbeiten von Novavax wurden maßgeblich durch die internationale Stiftung CEPI, der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations, mit Fördermitteln in Höhe von 414 Mio. US-Dollar finanziert. CEPI verfolgt das Ziel, die Entwicklung von Impfstoffen gegen Krankheitserreger mit Pandemiepotenzial zu fördern. Deutschland ist Gründungsmitglied von CEPI und einer der Hauptinvestoren.

Die Covid-19-Pandemie hat Deutschland in den letzten Wochen mit einer starken vierten Welle erfasst. Mit der Zulassung des Impfstoffes von Novavax wird die Palette verfügbarer Impfstoffe in absehbarer Zeit sinnvoll ergänzt und dazu beigetragen, dass sich noch mehr Menschen in Deutschland impfen lassen.

Zellulosefasern ideal zum Abfiltern von CO2 aus Luft und Abgasen

(DITF) – Der Schutz des globalen Klimas ist ein Vorhaben, das sowohl die Industrie wie auch die Gesellschaft vor eine große Aufgabe stellt. Allein durch Begrenzung der globalen Emissionen, durch Einsparung von Kohlenstoffdioxid (CO2), werden die Klimaziele nicht zu erreichen sein. Denn auch weiterhin wird es unvermeidbare CO2-Emissionen geben, die dennoch kompensiert werden müssen. Wege aus dieser misslichen Situation können Maßnahmen wie Aufforstung, Kohlenstoffbindung im Boden oder gar das aktive Abtrennen von CO2 aus der Luft sein. Solche sogenannten ‚Direct-Air-Capture-Technologien‘, werden bereits aus verschiedenen Ansätzen heraus im Forschungsmaßstab oder in Pilotanlagen erprobt. In einem dieser Verfahren setzt man spezielle Filter ein, mit denen sich CO2 aus der Atmosphäre entfernen lässt. Die DITF entwickeln im Rahmen eines Forschungsprojektes textile Materialien zur CO2-Abtrennung aus der Luft. CO2 kann auf diesem Wege längerfristig fixiert und damit dem Klimakreislauf dauerhaft entzogen werden. Oder es wird als Rohstoff für die Herstellung von CO2-neutralen Kohlenwasserstoffen genutzt.

Während im internationalen Wettbewerb bereits mehrere Firmen um die beste Technologie wetteifern, CO2 in großen Mengen und gewinnbringend aus der Luft zu extrahieren, steht dem ganz großen Durchbruch noch die Wirtschaftlichkeit im Wege: Der geringe Anteil von CO2 in der Atmosphäre (0,04%) erfordert es, enorme Mengen Luft durch die Filter zu pumpen, um einen nennenswerten Anteil von CO2 herauszufiltern. Das Abscheiden des absorbierten Kohlendioxids aus den Filtern benötigt wiederum größere Mengen an Wärmenergie. Der wirtschaftliche Betrieb ist unter den bisherigen Bedingungen nicht möglich. Bei der Weiterentwicklung der CO2-Abtrennung aus der Luft wird man daher an mehreren Stellschrauben drehen müssen, um die technologische Effizienz des Verfahrens zu steigern und gleichzeitig den Energieverbrauch zu minimieren.

Autarker Luftfilter für die CO2-Abtrennung
Ein gemeinsames Forschungsprojekt des Zentrums für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg, der DITF Denkendorf, des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und der Mercedes-Benz AG Sindelfingen hat das Ziel, eine verbesserte, hocheffiziente CO2-Abtrennung aus der Luft mittels gewebefixierter Amine zu verwirklichen. Das Verfahren soll in einem Demonstrator umgesetzt werden, der autark zu betreiben ist: Der Ressourcenverbrauch soll rein auf erneuerbarem Strom und Abwärme basieren, gedeckt aus Solarenergie oder Wärmepumpen. Durch die besondere Bauweise des Luftfilters wird, anders als bei bereits etablierten Verfahren, ein kontinuierlicher Betrieb der Anlage ermöglicht. Damit wird die Hochskalierbarkeit auf industrielle Maßstäbe verbessert.

Innerhalb dieses auf vier Jahre angelegten Verbundforschungsprojektes bringen sich die DITF mir ihrer langjährigen Expertise in der Entwicklung von cellulosebasierten Fasermaterialien ein. Sie werden als Filtermedium in dem Demonstrator eingesetzt. Ausgehend von den Ergebnissen eines vorangegangenen Forschungsprojektes, in dem bereits ein Screening möglicher Verfahren zur CO2-Bereitstellung aus der Luft und der dafür eingesetzten sorbierenden Materialien durchgeführt worden ist, fiel die Wahl für das aktuelle Forschungsprojekt auf cellulosisches, faserbasiertes Material.

Optimierte Cellulosefasern aus Denkendorf
Unter der Leitung von Dr. Frank Hermanutz werden im Kompetenzzentrum Biopolymerwerkstoffe die Fasern für die Filter ausgesponnen und chemisch so modifiziert, dass sie Amine an ihre Oberfläche koppeln. In den Technika der DITF entwickelt und optimiert man hierfür neue Spinnverfahren. Die Amine sorgen für die temporäre Bindung des CO2 an das Filtermaterial. Der Vorteil, der für die Verwendung faserbasierter Cellulose spricht, liegt in der offenen, luftdurchlässigen Struktur faserbasierter Werkstoffe. Sie ermöglichen nicht nur einen hohen Luftdurchsatz, sondern verfügen auch über eine große spezifische Oberfläche, die für die Anbindung möglichst großer CO2-Volumina von Vorteil ist. Ziel der chemischen Modifizierung der Cellulose wird es sein, sowohl die Faser an sich wie auch die Anbindung der Amine derart zu optimieren, dass die Adsorptionsfähigkeit für CO2 bestmöglich ausgenutzt wird.

Ein ganz neues verfahrenstechnisches Konzept wird im Aufbau des Filters verfolgt: Es wird nicht, wie sonst üblich, ein statischer Filter verwendet, der nach vollständiger Beladung der Aminogruppen mit CO2 ausgeheizt werden muss. Der Filtriervorgang wird vielmehr in einen kontinuierlich arbeitenden Prozess eingebunden, der einen dauerhaften und energiesparenden Betrieb zulässt. Sofern das System an bestehende Luftströme wie Gebäudeklimatisierungen oder Abluft angeschlossen wird, entfällt die Notwendigkeit, energieintensive Ventilatoren einzusetzen.

Der Filter wird als spezieller Bandapparat konstruiert, in dem die Cellulosefasern in Form von Vliesen zu Endlosbändern verarbeitet sind. Diese Bänder laufen, gleich einem Förderband, auf Rollenbahnen durch den Anluftstrom und binden dort das CO2. Anschließend werden in einem räumlich abgetrennten Desorptionsbereich die Bänder in drei Temperaturzonen aufgeheizt. Dort trennt sich von den Aminogruppen Wasser und CO2.

Der kontinuierliche Prozess, der durch die umlaufenden Vliesbänder ermöglicht wird, gestattet eine kostensparende und wartungsarme Prozessführung. Neben der Gewinnung von CO2 wird auch die separate Entnahme von Wasser einen synergetischen Effekt von hohem Wert darstellen: Da schon die Anlage für den energieautarken Betrieb entworfen wird, ist es prinzipiell möglich, sie auch in infrastrukturschwachen und wasserarmen Gegenden zu betreiben. Die Wassergewinnung kann dann einen nicht unerheblichen Mehrwert darstellen. Die Ausführung als Bandapparat erleichtert es, das Verfahren in sehr große Leistungsklassen hoch zu skalieren, da hierfür vor allem eine einfach zu verwirklichende Vergrößerung der Bandlänge erforderlich ist.

 

Coronaviren und ihre Mutationen aus dem Abwasser ablesen!

(DWA)- Nicht jeder Coronainfizierte wird in Deutschland auf die Omicron-Variante getestet, nicht jeder Infizierte wird über das Meldesystem der Gesundheitsämter erfasst, bezüglich der Verbreitung der Omicron-Variante besteht aktuell eine hohe Dunkelziffer. Über den Abwasserpfad können jedoch belastbare Daten über die Verbreitung von Virusmutationen in Deutschland und in den einzelnen Regionen sowie über die Trendentwicklung gewonnen werden – schnell, umfassend und zuverlässig. Bereits Mitte Dezember konnten Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München die Omicron-Variante in höherer Konzentration im Abwasser der Stadt nachweisen. Prof. Susanne Lackner von der TU Darmstadt analysierte Mitte Dezember einen Anteil von zwei Prozent der Omicron-Variante im Abwasser in hessischen Kläranlagen. „Die Abwasserwirtschaft kann den Gesundheitsbehörden in Deutschland wertvolle Informationen zur Pandemiebekämpfung liefern“, betont Johannes Lohaus, Sprecher der Bundesgeschäftsführung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA).

Seit einem Jahr leitet die DWA das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „Abwassermonitoring zur Bestimmung des SARS-CoV-2-Infektionsgrades der Bevölkerung und Aufbau eines flächendeckenden Frühwarnsystems – Koordination der Forschungsaktivitäten in Deutschland durch die DWA (CoroMoni)“, das inzwischen bis Ende 2022 verlängert und durch zusätzliche Aufgaben erweitert wurde. „Omicron zeigt erneut, welche Vorteile ein abwasserbasiertes Frühwarnsystem bietet“, so Lohaus.

Neben der Vernetzung der Forschungsakteure unterstützt die DWA mit dem Projekt CoroMoni die Bundesregierung bei der Vorbereitung eines bundesweiten abwasserbasierten Überwachungssystems zur Infektionslage mit SARS-CoV-2 in Deutschland. Für den gesamten Workflow des Abwassermonitorings, beginnend bei der Probenahme über den laboranalytischen Nachweis der SARS-CoV-2 spezifischen RNA in Abwasserproben bis hin zur Auswertung und Darstellung der Ergebnisse, werden Leitlinien und Hinweise zum Vorgehen erstellt, die allen Beteiligten Orientierung geben. Um das Betriebspersonal auf Kläranlagen mit den besonderen Anforderungen der Abwasserprobenahme für den SARS-CoV-2-Nachweis vertraut zu machen, werden Schulungen, z.B. in Form von Web-Seminaren konzipiert und angeboten. Außerdem wird im CoroMoni-Projekt der Frage nachgegangen, wie ein flächendeckendes Überwachungsnetz in Deutschland strategisch aufgebaut sein muss, um den größtmöglichen Informationsgewinn zu erzielen, ohne alle rund 9500 kommunalen Kläranlagen in Deutschland beproben zu müssen.

Im Abwasser lassen sich SARS-CoV-2-Viren mit einem Vorlauf von bis zu 14 Tagen vor den gemeldeten Fallzahlen nachweisen. Auch neue Virus-Varianten, wie die erstmalig in Südafrika entdeckte Omicron-Variante, können im Abwasser frühzeitig detektiert werden. Im Abwasser von Pretoria gab es frühzeitig Hinweise auf eine rasche Zunahme der Virus-Ladung, die auf Omicron zurückzuführen war. Der Anstieg der Viruslast im Abwasser hilft den Fachleuten und Corona-Krisenstäben, die anteilige Verbreitung der Omicron-Variante mit einem Vorlauf von ein bis zwei Wochen abzuschätzen und Entscheidungen über notwendige Maßnahmen zu treffen.

Die DWA

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) setzt sich intensiv für die Entwicklung einer sicheren und nachhaltigen Wasserwirtschaft ein. Als politisch und wirtschaftlich unabhängige Organisation arbeitet sie fachlich auf den Gebieten Wasserwirtschaft, Abwasser, Abfall und Bodenschutz.

In Europa ist die DWA die mitgliederstärkste Vereinigung auf diesem Gebiet und nimmt durch ihre fachliche Kompetenz bezüglich Regelsetzung, Bildung und Information der Öffentlichkeit eine besondere Stellung ein. Die rund 14 000 Mitglieder repräsentieren die Fachleute und Führungskräfte aus Kommunen, Hochschulen, Ingenieurbüros, Behörden und Unternehmen.

Hoffnung für die Tropen – Tief-Kühlung nicht mehr erforderlich?

(pte) – Elarex , ein Spin-off der McMaster University, entwickelt eine Technologie, die flüssige mRNA-Impfstoffe ohne das derzeit für die Lagerung und den Transport notwendige Tiefkühlen sicher und einsetzbar macht. Zu dem Zweck hat das Unternehmen von der Bill & Melinda Gates Foundation eine Förderung über 1,2 Mio Kanadische Dollar (rund 0,8 Mio Euro) erhalten.

Bessere Verteilung als Ziel

Das Aufrechterhalten der Kühlkette von der Herstellung bis zur Verabreichung einzelner Dosierungen ist nötig, stellt aber eine aufwendige, Ressoucen-intensive und teure Barriere für eine gerechte weltweite Verteilung von Impfstoffen dar. Davon betroffen sind vor allem Entwicklungsländer. Ein technologischer Durchbruch für bessere Thermostabilität von flüssigen mRNA-Nanopartikeln würde eine effizientere Nutzung und Verteilung von mRNA-Impfstoffen in Ländern mit mittleren und geringen Einkommen ermöglichen.

Elarex wurde 2019 gegründet, um eine Technologie zu vermarkten, die von einem Team um Carlos Filipe entwickelt wurde. Die Forscher haben eine Aufbewahrungsmethode für das Suspendieren von biologischen Nanopartikeln in einem auflösbaren, genusstauglichen Material aus Zucker und Stärke entwickelt. Diese Plattform ist darauf ausgerichtet, Impfstoffe und Therapien monatelang ohne Kühlung sogar bei heißem Wetter funktionsfähig zu halten.

Plattform sicher integrieren

Elarex-CEO und -Mitbegründer Robert DeWitte erklärt: „Es ist eine sehr motivierende, externe Bestätigung, dass wir in die richtige Richtung gehen. Wir hoffen, dass sie die Tür für weitere Kooperationen öffnet.“ Weltweit wird an den Impfstoffen der nächsten Generation gearbeitet, die helfen sollen die langfristige Bedrohung durch COVID-19 zu verringern. Dafür sind leistbare, langlebige und sofort einsetzbare Plattformen für flüssige Impfstoffe bedeutsam.

Ziel ist es, dass Innovationen direkt in bereits bestehende Herstellungsprozesse eingegliedert werden können, um die weltweite Nachfrage zu befriedigen. Elarex arbeitet nur mit Materialien, die bereits für die Injektion zugelassen sind. Damit soll der Weg zu einer breiten Anwendung verkürzt werden. Laut Filipe wird jeder, der das als Erster schafft, einen großen Vorteil haben.

„Gleichzeitig ist uns klar, dass die Lösung so einfach wie möglich zu sein hat, damit sie funktionieren kann. Was auch immer wir entwickeln, muss reibungslos, fast unsichtbar in die derzeitigen Herstellungsprozesse passen.“ DeWitte nach arbeiten die Wissenschaftler derzeit im Labormaßstab an einer Entwicklung von Herstellungsprozessen für ihre löslichen Impfstoffprototypen. Elarex würde es zudem freistehen, diese Arbeit selbst zu vermarkten und die Technologie auch der Foundation zur Verfügung zu stellen.

Genesene Corona-Schwerkranke sterben früher

(pte) – Überlebende einer schweren COVID-19-Infektion verfügen über ein mehr als doppelt so hohes Sterberisiko im Verlauf des folgenden Jahres. Das gilt im Vergleich zu Personen mit einem leichten bis mittleren Krankheitsverlauf und jenen, die keine Infektion durchgemacht haben. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung der University of Florida

13.638 Akten ausgewertet

Ungewöhnlich ist den Experten nach, dass das Sterberisiko bei Patienten unter 65 Jahren größer ist. Zusätzlich starben auch nur 20 Prozent der schwer erkrankten Patienten an typischen Corona-Komplikationen wie Blutgerinnungsstörungen oder Lungenversagen. Die Ergebnisse legen nahe, dass eine schwere COVID-19-Erkrankung die Gesundheit langfristig schädigt und betonen die Wichtigkeit ihrer Verhinderung durch die Impfung.

Laut dem leitenden Wissenschaftler Arch Mainous hatte bereits eine frühere Studie gezeigt, dass schwer erkrankte Patienten, die sich erholten, über ein deutlich höheres Risiko verfügten, in den nächsten sechs Monaten ins Krankenhaus eingeliefert zu werden. Für die aktuelle Studie wurde das Sterblichkeitsrisiko in den nächsten zwölf Monaten untersucht.

Die Forscher verfolgten die elektronischen Gesundheitsakten von 13.638 Patienten zurück, bei denen innerhalb des Gesundheitssystems der University of Florida PCR-Tests auf COVID-19 durchgeführt worden waren. 178 Personen erkrankten schwer, 246 leicht oder mittel und der Rest der Tests war negativ. Alle Studienteilnehmer erholten sich. Die Forscher überwachten ihre Ergebnisse in den nächsten zwölf Monaten.

Hohe Sterbewahrscheinlichkeit

Patienten, die eine schwere Erkrankung überlebten, verfügen über eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, im Verlauf des nächsten Jahres zu sterben. Bei schwer erkrankten Patienten unter 65 Jahren stieg die Sterbewahrscheinlichkeit im Vergleich mit gesunden Personen in diesem Zeitraum um 233 Prozent an. Dieser Wert war im Vergleich mit Nichtinfizierten höher als der Anstieg der Wahrscheinlichkeit eines Todes bei schwer erkrankten Patienten über 65 Jahren.

Da diese Todesfälle häufig lange nach der ursprünglichen Infektion eintraten, dürften sie von den Familien der Patienten und den Ärzten nie mit COVID-19 in Verbindung gebracht worden sein. Vor allem standen die meisten Todesfälle bei den schwer erkrankten Überlebenden nicht mit den häufigen Komplikationen der Krankheit selbst, wie Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Problemen, in Zusammenhang.

Tatsächlich entfielen 80 Prozent der Todesfälle auf eine Vielzahl von Ursachen, die normalerweise nicht mit COVID-19 in Verbindung gebracht werden. Dies legt nahe, dass die Patienten eine gesamte Verschlechterung ihrer Gesundheit erlitten hatten, die sie anfällig für verschiedene Leiden gemacht hat. Leicht oder mittelschwer erkrankte Patienten verfügten im Vergleich zu Nichtinfizierten über kein signifikant erhöhtes Sterblichkeitsrisiko. Details wurden in „Frontiers in Medicine“ veröffentlicht.

Bild schürt Verschwörungstheorien zu Corona – Beschwerden den Deutschen Presserats

Presserat prüft Sammelbeschwerde mehrerer Wissenschaftler gegen BILD

Der Deutsche Presserat prüft aktuell eine Sammelbeschwerde mehrerer Wissenschaftler gegen BILD und BILD.DE. Der Presserat bestätigt damit entsprechende Medienberichte.

Die Redaktion hatte am 4. Dezember drei namentlich genannte und im Bild gezeigte Wissenschaftler als „Lockdown-Macher“ bezeichnet. Gegen den Beitrag und besonders gegen dessen Überschrift hatte die Humboldt-Universität nach eigenen Angaben Beschwerde beim Deutschen Presserat eingereicht.

„Insgesamt liegen uns dazu 84 Beschwerden vor“, bestätigte Sonja Volkmann-Schluck, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Presserat. „Die Beschwerdeführer kritisieren, es werde der falsche Eindruck erweckt, dass Wissenschaftler Corona-Maßnahmen beschließen, für die aber die Politik verantwortlich sei. Dies schüre Verschwörungstheorien und sei zudem ein Aufruf zur Hetze gegen Wissenschaftler.“

Der Deutsche Presserat prüft jetzt, ob er ein Verfahren gegen BILD und BILD.DE einleitet. Dabei geht es um die Frage, ob die Redaktion ihrer Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 des Pressekodex nachgekommen ist bzw. ob die Berichterstattung dem Wahrhaftigkeitsgebot nach Ziffer 1 des Pressekodex entspricht.

Der Deutsche Presserat ist die Freiwillige Selbstkontrolle der Printmedien und deren Online-Auftritte in Deutschland. Anhand von Beschwerden überprüft er die Einhaltung ethischer Regeln im Journalismus, die im Pressekodex festgehalten sind.

Triage: Hilfe bei der Suche nach Leben und Tod – Beispiel Corona

KI erkennt Corona-Patienten für Intensivstation

(pte) – Forscher der University of Waterloo und das Start-up DarwinAI  haben eine neue Technologie auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) entwickelt, die Medizinern während der COVID-19-Pandemie dabei hilft, das Beste aus den eingeschränkten Ressourcen zu machen, indem sie Patienten identifiziert, die eine Behandlung auf der Intensivstation benötigen.

Mediziner nicht ersetzen

Die KI-Software nutzt für ihre Entscheidung 200 Punkte klinischer Daten. Dazu gehören Vitalparameter, die Ergebnisse von Bluttest und die medizinische Vorgeschichte. Laut dem leitenden Wissenschaftler Alexander Wong handelt es sich dabei um einen sehr wichtigen Schritt beim sogenannten klinischen „Decision Support Process“ für die Triage von Patienten und der Entwicklung von Behandlungsplänen.

Die Experten haben den Algorithmus mit Daten von fast 400 Fällen am Hospital Sirio-Libanes in São Paulo trainiert, bei denen Ärzte die Entscheidung getroffen hatten, ob Patienten auf die Intensivstation kommen sollten. Basierend auf den von diesen Daten gelernten Lektionen, kann das neuronale Netzwerk die Notwendigkeit einer Einlieferung auf die Intensivstation mehr als 95 Prozent genau ermitteln.

Es identifiziert auch die Schlüsselfaktoren, die dieser Entscheidung zu Grunde liegen, damit die Mediziner ihnen eher vertrauen können. Anstatt Ärzte zu ersetzen, soll die KI sie mit einem neuen Werkzeug ausstatten, um fundiertere Entscheidungen zu treffen und sicherzustellen, dass die Patienten, die die Intensivpflege am dringendsten benötigen, sie auch bekommen.

Open Source für Optimierung

„Ziel ist es, Medizinern dabei zu helfen, basierend auf früheren Fallgeschichten und Ergebnissen raschere und konsistentere Entscheidungen zu treffen. Es geht um die Erweiterung ihrer Expertise, um die Nutzung medizinischer Ressourcen zu optimieren und die Patientenversorgung zu individualisieren“, unterstreicht Wong. Die Technologie wurde für Forscher auf der ganzen Welt für weitere Verbesserungen frei zugänglich gemacht.

Derzeit wird die neue Technologie in ein größeres klinisches Decision-Support-System eingebaut, das von der laufenden COVID-Net-Open-Source-Initiative entwickelt wird, die Ärzte ebenfalls dabei unterstützt, COVID zu erkennen und die Schwere mit Unterstützung der KI festzustellen. Ausgangspunkt dabei ist die Analyse von medizinischen Bildern. Die Forschungsergebnisse werden am 10. Dezember online im Rahmen der Conference on Neural Information Processing Systems präsentiert.

Vom Sterben auf der Intensivstation

(Morning Briefing) – Nirgends stecken sich derzeit mehr Menschen mit dem Coronavirus an als dort, wo die Impfquote besonders niedrig ist. So beispielsweise in Thüringen: Dort sind nur 63,2 Prozent der Menschen doppelt gegen das Coronavirus geimpft. Die 7-Tage Inzidenz in Thüringen liegt derzeit bei 1.023.

Doch welche Auswirkungen hat eine hohe Inzidenz wirklich auf die Belegung von Intensivbetten? Darüber spreche ich im heutigen Morning-Briefing Podcast mit Dr. Caterina Reuchsel. Sie ist die Leiterin der Intensivstation in der Waldklinik Gera. Bei ihr liegen die COVID Patienten. Derzeit ausschließlich Ungeimpfte.

Viele verlangten dann auf der Intensivstation nach der Impfung; zu spät. Dem infizierten Körper wird grundsätzliche keine Impfung mehr verabreicht.

Nirgends stecken sich derzeit mehr Menschen mit dem Coronavirus an als dort, wo die Impfquote besonders niedrig ist. So beispielsweise in Thüringen: Dort sind nur 63,2 Prozent der Menschen doppelt gegen das Coronavirus geimpft. Die 7-Tage Inzidenz in Thüringen liegt derzeit bei 1.023.

Doch welche Auswirkungen hat eine hohe Inzidenz wirklich auf die Belegung von Intensivbetten? Darüber spreche ich im heutigen Morning-Briefing Podcast mit Dr. Caterina Reuchsel. Sie ist die Leiterin der Intensivstation in der Waldklinik Gera. Bei ihr liegen die COVID Patienten. Derzeit ausschließlich Ungeimpfte. Über diese sagt Frau Dr. Reuchsel:

Keiner der Patienten hat damit gerechnet, dass er bei uns landet. Alle sind überrascht. “

 

Begrüßenswerte Diskussion über Werte bei Wikimedia

An der Diskussion habe ich mich beteiligt und finde, dass es in der heutigen postfaktischen Zeit für einen so verbreiteten digitalen Lexikon wie Wikimedia sehr wichtig war, dieses Thema aufzugreifen.

Jean Pütz

Hier geht’s zum Wikimedia-Artikel

Liebe Teilnehmende der Workshops im Rahmen des Wertedialogs,

vielen Dank für euer Interesse an dem Thema Werte für Wikimedia Deutschland. Insgesamt haben ca. 35 aktive Mitglieder an den beiden Workshops teilgenommen und mit uns gemeinsam den Text “Vorschlag zu möglichen Werten von Wikimedia Deutschland” diskutiert.

Vielen Dank auch für eure tollen Ideen und Vorschläge. Insgesamt sehen wir die Workshops mit euch als vollen Erfolg, da die vielen Anregungen eine sehr gute Grundlage für die weitere Überarbeitung des Vorschlags legen.

Gleichzeitig konnten nicht alle von euch an den Workshops teilnehmen. Vielleicht haben Einzelne von euch auch noch im Nachgang weitere Gedanken gehabt. Falls ihr möchtet könnt ihr uns per Email bis Mi, 15. Dezember weitere Überlegungen zum Textvorschlag schicken. Orientiert euch dabei gerne an den Fragen des Workshops:

1) Wie gut passen die vorgeschlagenen Werte zu Wikimedia Deutschland?
2) Was könnte noch verbessert werden?
3) Was fehlt noch in dem Vorschlag?

Bitte bezieht diese Fragen, wie auch im Workshop, auf den Text “Vorschlag zu möglichen Werten von Wikimedia Deutschland” (im Anhang dieser E-Mail). Wenn ihr im Workshop dabei wart und eure Überlegungen mit uns geteilt habt, haben wir dies natürlich schon alles dokumentiert. Seht dies bitte als ein zusätzliches Angebot, was ihr nutzen könnt (oder auch nicht).

Über weitere Feedbackmöglichkeiten zu einem überarbeiteten Vorschlag im Februar werden wir euch zeitnah informieren.

Viele Grüße
Julia
Wikimedia

COVID-19-Impfung: Gründe für früheres Boostern

(Uni Kiel) – Wer wegen einer chronisch-entzündlichen Erkrankung mit TNF-alpha-Blockern behandelt wird, benötigt vermutlich früher als andere eine Auffrischungsimpfung gegen SARS-CoV-2. Darauf verweist eine Studie des Exzellenzclusters „Precision Medicine in Chronic Inflammation“.

Patientinnen und Patienten mit rheumatischen Erkrankungen oder Entzündungskrankheiten von Darm (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) und Haut (Schuppenflechte) werden häufig mit Wirkstoffen behandelt, die das Immunsystem unterdrücken. Diese immunsuppressiven Therapien können Krankheitsschübe verhindern, eventuell aber auch den Erfolg einer COVID-Impfung schmälern. Ob das tatsächlich der Fall ist, hat ein Kieler Forschungsteam des Exzellenzclusters „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) untersucht. Die im März 2021 veröffentlichte Auswertung des kurzfristigen Impferfolgs ergab, dass die neuen mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 bei Menschen mit chronischen Entzündungserkrankungen und immunsuppressiver Therapie wirksam und verträglich sind. Um die langfristige Impfantwort abschätzen zu können, wurden 23 Patientinnen und Patienten mit immunsuppressiver Therapie ein halbes Jahr nach der zweiten Impfung erneut untersucht und mit 24 gesunden Kontrollpersonen verglichen. Bei einigen von ihnen waren die Antikörperspiegel gegen SARS-CoV-2 stark abgefallen, wie die im rheumatologischen Fachjournal RMD Open veröffentlichte Studie zeigt.

TNF-Therapie: Schneller Rückgang der Antikörperspiegel

„Wir haben gesehen, dass die 13 Patientinnen und Patienten, die mit TNF-alpha-Blockern behandelt wurden, deutlich niedrigere Antikörperspiegel hatten als gesunde Personen, während die Patientinnen und Patienten in unserer Kohorte, die andere Basistherapien bekommen, auch nach sechs Monaten nicht signifikant anders aussehen als Gesunde“, berichtet die federführende Autorin Bimba F. Hoyer, Professorin für Rheumatologie an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Leiterin des Exzellenzzentrums für Entzündungsmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel. Daraus ergebe sich aber nicht zwangsläufig, dass die mit TNF-alpha-Blockern behandelten Personen keinen Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus mehr hätten. Denn nicht nur die spezifisch gegen das Virus gerichteten Antikörper schützen vor einer Infektion, sondern auch spezialisierte Immunzellen. „Diese zelluläre Impfantwort ist auch nach sechs Monaten bei Patientinnen und Patienten mit TNF-alpha-Blocker-Therapie nahezu unverändert vorhanden. Ein gewisser Schutz ist vermutlich noch da, aber im Vergleich zu anderen Personen wird er etwas schlechter sein“, erklärt Hoyer. „Nach sechs Monaten brauchen die ganz sicher eine Auffrischungsimpfung, aber wahrscheinlich würde man gut daran tun, sie früher zu boostern.“ Ob eventuell auch andere immunsuppressive Therapien den Impfschutz beeinträchtigen, dazu lasse sich aus der relativ kleinen Studie keine Aussage treffen.

Erhöhtes Risiko für Impfdurchbrüche

Der auffälligste Unterschied zwischen den mit TNF-alpha-Blockern behandelten Personen und den anderen Gruppen wurde bei den Konzentrationen der neutralisierenden Antikörper beobachtet. Neutralisierende Antikörper binden sich auf ganz besondere Weise an einen Viruspartikel und verhindern, dass das Virus eine Zelle infiziert. Noch gibt es keinen Grenzwert für die Konzentration von neutralisierenden Antikörpern, ab dem ein Immunschutz vorliegt. „Erste Daten aus Durchbruchsinfektionen deuten aber darauf hin, dass abnehmende Spiegel neutralisierender Antikörper mit einem abnehmenden Schutz gegen SARS-CoV2 korrelieren“, betont die Kieler Rheumatologin. Der in der Kieler Studie beobachtete rasche Rückgang der Antikörperspiegel im Zusammenhang mit einer TNF-Blocker-Therapie müsse noch in größeren Studien bestätigt werden, sollte aber schon jetzt bei der Planung von Auffrischungsimpfungen bedacht werden. Und prinzipiell könnte diese Problematik auch bei anderen Impfungen auftreten.