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Die dunklen Seiten der Anabolika

Unfruchtbarkeit, Impotenz, Damenbart und Akne

Die dunklen Seiten der Anabolika

Bochum – Testosteron
und seine Abkömmlinge, die anabolen androgenen Steroide (AAS), fördern
nicht nur den Aufbau der Muskeln, sondern angeblich auch die sexuelle
Leistungsfähigkeit von Männern und Frauen. Das jedenfalls versprechen
viele Anbieter von Anabolika im Internet. Sie verschweigen dabei, dass
Anabolika negative Auswirkungen auf Potenz und Sexualleben haben können.
Auch die Hoffnung auf einen schöneren Körper kann schnell enttäuscht
werden, wenn sich unter hohen Dosierungen gefährliche Nebenwirkungen
entwickeln, warnen Experten der Deutschen Gesellschaft für
Endokrinologie (DGE) im European Journal of Endocrinology.

Testosteron
wird natürlicherweise im Hoden gebildet und fördert nicht nur die
Bildung der Spermien, sondern ist auch für die Ausbildung und Erhaltung
des männlichen Körpers verantwortlich. Wird das Hormon oder eines seiner
Varianten von außen zugeführt, kann dies schnell die gegenteilige
Wirkung haben. „Ab einer gewissen Dosis wird die Spermienbildung so weit
gedrosselt, dass die Männer unfruchtbar werden“, erklärt Professor Dr.
med. Dr. h. c. Eberhard Nieschlag. „Testosteron ist deshalb sogar als
Verhütungsmittel für den Mann in der Diskussion“, fügt der ehemalige
Direktor des heutigen Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie
am Universitätsklinikum Münster hinzu, der als Spezialist im Einsatz von
Testosteron bei Erkrankungen mit Unterfunktion der Hoden gilt.

Einen
chronischen Missbrauch des Hormons kann der international renommierte
Experte manchmal an der Größe der Hoden erkennen. „Da 95 Prozent des
Hodens aus den Samenkanälchen bestehen, tritt mit dem Mangel an Spermien
auch ein Schrumpfungsprozess der Hoden ein“, erklärt Professor
Nieschlag. Betroffen sind aber nicht nur die Hoden. Bei einigen
Anabolika-Anwendern komme es auch zu einem Verlust von Libido und
Erektionsfähigkeit. Der Endokrinologe erklärt dies mit der
Verstoffwechselung einiger Anabolika zu Östrogenen. Ein Überschuss
dieser weiblichen Hormone kann dazu führen, dass nicht nur die Muskeln
wachsen, sondern sich auch eine weibliche Brust (Gynäkomastie genannt)
bildet.

Auch
bei Frauen ist die regelmäßige Einnahme von muskelfördernden AAS häufig
mit Störungen der Fruchtbarkeit verbunden. „Zyklusstörungen oder ein
längeres Ausbleiben der Menstruation sind eine häufige Folge des
Anabolikakonsums“, berichtet Dr. med. Elena Vorona vom Zentrum für
Endokrinologie, Diabetologie und Rheumatologie in Dortmund. Starke
sportliche Aktivität aber auch Essstörungen können die Fruchtbarkeit
weiter beeinträchtigen, erklärt die Mitautorin des Fachartikels. Der
Einfluss der einzelnen Faktoren sei für Reproduktionsmediziner häufig
schwer voneinander zu trennen. Auffällig sei aber, dass sportliche
Frauen mit Anabolikamissbrauch oft die geringsten Chancen auf eine
Schwangerschaft haben.

Äußerst
störend sind für viele Frauen auch die Auswirkungen von Anabolika auf
die Haut. Die vermehrte Talgproduktion führt zu einer fettigen Haut, die
zur Akne neigt. Viele Frauen leiden auch darunter, dass Anabolika
Bartwuchs fördern. Gleichzeitig komme es zum vermehrten Ausfall der
Haupthaare. Auch eine Verkleinerung der Brüste könne das Selbstbild
vieler Frauen stören. Die meisten dieser Wirkungen bilden sich nach dem
Absetzen der Hormone zurück, erklärt die Expertin. Eine Vertiefung der
Stimme, die auf einer Vergrößerung des Kehlkopfs beruht, bleibe
allerdings bestehen.

Andere
Risiken, die Androgenen häufig nachgesagt werden, haben sich in Studien
nicht bestätigt. Die Anabolika führten weder zur Vergrößerung der
Prostata noch kommt es hier häufiger zum Auftreten neuer
Krebserkrankungen. Auch bei Frauen, welche Androgene zum Doping
zugeführt haben, gebe es keinen Hinweis auf ein erhöhtes
Brustkrebsrisiko. Es kann jedoch zu schweren Schädigungen von Leber,
Herz und Psyche kommen, berichtet DGE-Mediensprecher Professor Dr. med.
Dr. h. c. Helmut Schatz, Bochum: „In den Händen eines versierten Arztes
sind Testosteron-Präparate ein sicheres Medikament. Die Einsatzgebiete
reichen von der gezielten Einleitung der Pubertät bei
Entwicklungsstörungen von Knaben bis zur gezielten Behandlung des
Androgenmangels im Alter.“

Wichtige Information für Rheumakranke

Rheuma birgt hohes Risiko für Begleiterkrankungen

Aktuelle Studie belegt Gefahr der Unterversorgung

Berlin,
Januar 2019 – Menschen mit Gelenkrheuma haben oft auch ein erhöhtes
Risiko für eine Reihe anderer Erkrankungen. Das ist das Ergebnis einer
auf deutschen Krankenkassendaten basierenden Studie, die in der
aktuellen Ausgabe des „Journal of Rheumatology“ erschienen ist. Sowohl
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, als auch Erkrankungen des
Bewegungsapparats, der Lunge oder der Psyche sind demnach unter
Rheumapatienten häufiger als unter gleichaltrigen Vergleichspersonen
ohne rheumatoide Arthritis. Mit Sorge betrachtet die Deutsche
Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) zudem, dass Rheumapatienten
weniger gut rheumatologisch versorgt sind, je mehr Begleiterkrankungen
sie haben. Die DGRh setzt sich deshalb intensiv dafür ein, dass alle
Patienten mit einem Verdacht auf Rheuma umgehend an einen Rheumatologen
überwiesen und dort mitbetreut werden.

Für
ihre Studie haben Mediziner und Statistiker vom Department für
Versorgungsforschung der Universität Oldenburg und dem Deutschen
Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ) die Krankenkassendaten von
insgesamt knapp 97.000 Rheumapatienten und 484.000 Vergleichspersonen
mit ähnlichem Alters- und Geschlechtsprofil analysiert und 26
Begleiterkrankungen – sogenannte Komorbiditäten – erfasst. Wie sich
zeigte, leiden Patienten mit einer Rheumadiagnose besonders häufig auch
unter Bluthochdruck (62,5 Prozent), Arthrose (44 Prozent), hohen
Blutfettwerten (40 Prozent) und Depressionen (31,8 Prozent). „Diese
Krankheiten sind zwar auch bei den Vergleichspatienten die häufigsten“,
sagt Dr. med. Katinka Albrecht vom Programmbereich Epidemiologie und
Versorgungsforschung des DRFZ, wo das Verbundprojekt koordiniert wurde.
Die absoluten Zahlen seien jedoch in der Vergleichsgruppe viel
niedriger: So sei etwa das Arthroserisiko in der Normalbevölkerung nur
rund halb so hoch wie bei Rheumapatienten, Depressionen seien um rund
ein Drittel seltener. Ein deutlicher Unterschied zeigt sich auch bei der
Osteoporose: Während rund jeder vierte Rheumapatient unter dem Verlust
an Knochensubstanz leidet, ist es bei den Vergleichspatienten nur knapp
jeder zehnte.

Die
Krankenkassendaten wurden ergänzt um eine Befragung einer
Zufallsstichprobe betroffener Versicherter. Es zeigte sich, dass die
zusätzliche Krankheitslast nicht ohne Folgen bleibt: Je mehr
Begleiterkrankungen die Patienten aufweisen, desto höher sind ihre
gesundheitlichen Einschränkungen und desto seltener befinden sie sich in
Behandlung bei einem spezialisierten Rheumatologen. „Es ist
naheliegend, dass bei vielen Begleiterkrankungen der Hausarzt die
führende Rolle übernimmt und gerade ältere Patienten nicht mehr für jede
Komorbidität einen Spezialisten aufsuchen“, mutmaßt Albrecht.

Gerade
multimorbide Patienten sollten jedoch besonders intensiv
rheumatologisch betreut werden. Denn mit der Zahl der Krankheiten und
der eingenommenen Medikamente steigt das Risiko von medikamentösen
Wechselwirkungen und anderen Komplikationen deutlich an. „Dass gerade
diese Patientengruppe eine schlechtere rheumatologische Behandlung
erhält, ist absurd und muss geändert werden“, sagt Prof. Dr. med.
Hanns-Martin Lorenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Rheumatologie, Leiter der Sektion Rheumatologie am Universitätsklinikum
Heidelberg und medizinisch-wissenschaftlicher Leiter des
ACURA-Rheumazentrums Baden Baden. Als zentrale Ansprechpartner sei es
vor allem Aufgabe der Hausärzte, Patienten mit Verdacht auf Rheuma auf
die Möglichkeiten und die Notwendigkeit einer gezielten Therapie
aufmerksam zu machen und an einen internistischen Rheumatologen zu
überweisen. Denn bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter
anti-entzündlicher Therapie ließen sich die Symptome in vielen Fällen
beherrschen und Folgeschäden wie dauerhafte Bewegungseinschränkungen
vermeiden.

Endokrinologen starten Informationskampagne

Endokrinologen starten Informationskampagne

„Hormongesteuert?!“ klärt über Hormone und Stoffwechsel auf

Lübeck
– Von Diabetes, Osteoporose oder Schilddrüsen-Erkrankungen sind in
Deutschland Millionen von Menschen betroffen. Allen diesen Erkrankungen
liegt eine Störung des Hormonstoffwechsels zugrunde. Um diese
zielgerichtet zu behandeln, ist ein Experte aus dem Fachbereich der
Endokrinologie, der Lehre von Hormonen und Stoffwechsel, gefragt.
Dennoch ist die Endokrinologie in der Bevölkerung wenig bekannt. Mit
einer Informationskampagne will die Deutsche Gesellschaft für
Endokrinologie (DGE) dies nun ändern. Auf der Pressekonferenz ihrer 58.
Jahrestagung am 18. März 2015 in Lübeck informieren Experten über
Hormone und Stoffwechselstörungen und geben den Startschuss für die
Kampagne „Hormongesteuert?!“.

„Was
eine Kardiologe, ein Gynäkologe oder ein Urologe ist, weiß in
Deutschland fast jeder. Nur der Begriff des Endokrinologen ist im
Allgemeinen wenig bekannt“, beklagt Professor Dr. med. Martin Reincke,
Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik IV am Klinikum der
Ludwig-Maximilians-Universität München und Präsident der DGE. Das liege
nicht daran, dass es nur wenige Menschen mit Hormonstörungen gebe. Das
Gegenteil sei der Fall, so der Experte. In Deutschland leben etwa sieben
Millionen Menschen mit Diabetes. 16 Millionen sind schwer übergewichtig
und haben ein metabolisches Syndrom, das heißt sie leiden unter
verschiedenen Krankheiten wie einem gestörten Zucker- und
Fettstoffwechsel, Bluthochdruck und haben damit ein erhöhtes Risiko für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Von Schilddrüsen-Erkrankungen ist fast ein
Drittel der Bevölkerung betroffen, über sieben Millionen vor allem
ältere Menschen haben Osteoporose, also Knochenschwund. Und eine Million
Frauen im gebärfähigen Alter hat ein Syndrom der polyzystischen Ovarien
(PCOS), das für Zyklusstörungen, Zysten in den Eierstöcken und
ungewollte Kinderlosigkeit verantwortlich ist.

„Die
Endokrinologie befasst sich auch mit eher seltenen Erkrankungen, die
jedoch zusammengenommen sehr viele Menschen in Deutschland betreffen und
die fachärztlich versorgt werden müssen“, ergänzt Professor Reincke.

„Die
Aufgaben der Endokrinologie gehen heute jedoch noch weiter“, merkt
DGE-Mediensprecher Professor Dr. med. Dr. h. c. Helmut Schatz aus Bochum
an. „Es ist ein integratives Kernfach, das innere Medizin, Gynäkologie
und Kinderheilkunde miteinander verbindet. Hinzu kommen Bereiche wie die
Sportmedizin, wenn es sich beispielsweise um die Leistungsstimulation
durch Doping handelt“, ergänzt der Mediensprecher. Von besonderem
Interesse seien auch das Gebiet der „Lifestyle-Medikamente“ wie
beispielsweise das „Kuschelhormon“ Oxytocin und zukünftig wohl auch der
Zusammenhang zwischen Mikrobiom (Darmbakterien) und Hormon- und
Stoffwechselsystem, so Professor Schatz.

Am
18. März 2015 startet die Fachgesellschaft die Informationskampagne
„Hormongesteuert?!“. Ziel ist es, der Bevölkerung zu erklären, warum die
Endokrinologie für jeden wichtig ist, wie Hormone und Stoffwechsel
unser Leben bestimmen und so auch ein Bewusstsein für bestimmte
Erkrankungen zu schaffen.
Auf der Kampagnen-Website www.hormongesteuert.net werden die häufigsten endokrinen Erkrankungen vorgestellt. Vertiefend
können sich interessierte Laien zudem auf der Homepage der
Fachgesellschaft unter
www.endokrinologie.net noch ausführlicher informieren.

Eine
Plakat- und Postkarten-Aktion mit bekannten Motiven aus Filmklassikern
wie „Titanic“, „Baywatch“, „Terminator“ und „Blechtrommel“ und dem
Slogan „Hormongesteuert?!“ flankiert die Kampagne auf humorvolle Weise.
Wer möchte, kann sich die Motive ab dem 18. März 2015 von der
DGE-Homepage
http://www.endokrinologie.net/presse_150318.php herunterladen.

Darmbakterien beeinflussen Gehirnfunktion

Darmbakterien beeinflussen Gehirnfunktion
UCLA-Forscher: "Erster stichhaltiger Beweis für direkte Verbindung"
 
Joghurts: Inhaltsstoffe wirken auf das Gehirn (Foto: flickr.com/heidarewitsch)

Los Angeles (pte003/31.05.2013/06:10) – Wissenschaftler der University of California in Los Angeles (UCLA) http://ucla.edu haben eigenen Angaben zufolge den ersten stichhaltigen Beweis dafür gefunden, dass die Bakterien, die in unseren Nahrungsmitteln und unserem Darm enthalten sind, direkt die Gehirnfunktion von Menschen beeinflussen können. Im Zuge einer Studie mit Frauen zwischen 18 und 36 Jahren konnten sie zeigen, dass jene Probandinnen, die regelmäßig günstige Mirkoorganismen zu sich nehmen, anschließend veränderte Gehirnaktivitäten aufwiesen. Überraschenderweise ist dabei offenbar ganz egal, ob sich die weiblichen Testpersonen in ruhigen oder einer speziellen emotionalen Testsituation befanden.

"Keine Einbahnstraße"

"Von unseren Patienten hören wir immer wieder, dass sie keinerlei Depressionen oder Angstzuständen ausgesetzt waren, bevor sie damit anfingen, Probleme mit ihrem Darm zu bekommen", zitiert das US-Portal ScienceDaily Kirsten Tillisch, Studienautorin und Associate Professor für Medizin an der David Geffen School of Medicine der UCLA http://healthsciences.ucla.edu/dgsom . "Unsere Studie beweist, dass die Darm-Gehirn-Verbindung keine Einbahnstraße ist", betont die Forscherin, die für die aktuelle Untersuchung mit UCLA-Kollegen des Gail and Gerald Oppenheimer Family Center for Neurobiology of Stress und des Ahmanson-Lovelace Brain Mapping Center kooperiert hat.

Vor allem sogenannte probiotische Bakterien, wie sie beispielsweise oft in Joghurts vorkommen, könnten der Expertin zufolge einen potenziell positiven Effekt auf das Gehirn des Menschen haben. "Viele von uns haben einen Becher Joghurt in ihrem Kühlschrank stehen, den wir entweder zum Genuss oder für die Zufuhr von Kalzium konsumieren. Unsere Ergebnisse belegen, dass einige der Inhaltsstoffe von Joghurts tatsächlich die Art und Weise verändern können, wie unser Gehirn auf die Umwelt reagiert", so Tillisch.

Drei Testgruppen

Um zu ihren Ergebnissen zu kommen, hat das UCLA-Forscherteam insgesamt 36 gesunde Frauen im Alter zwischen 18 und 55 in drei unterschiedliche Gruppen geteilt: Während die erste im Zeitraum von vier Wochen jeweils zweimal pro Tag einen speziellen Joghurt mit probiotischen Inhaltsstoffen zu essen bekam, wurde die zweite lediglich mit einem ähnlich aussehenden und schmeckenden Milchprodukt ohne derartige Bakterien abgespeist. Die dritte Gruppe bekam keines dieser Nahrungsmittel vorgesetzt.

Die Gehirnfunktionen wurden dabei sowohl vor dem Start als auch nach Beendigung der Untersuchung per funktioneller Magnetresonanztomographie während Ruhephasen und emotionalen Testsituationen überprüft. Dabei wiesen die Frauen aus der ersten Gruppe eine verringerte Gehirnaktivität im Bereich des somatosensiblen Cortex auf, dem Teil der Großhirnrinde, der die zentrale Verarbeitung der haptischen Wahrnehmung erledigt.

"Die Entdeckung, dass die Veränderung unserer Darmbakterien einen direkten Einfluss auf unsere Gehirnfunktion haben kann, birgt eine signifikante Bedeutung für die zukünftige Forschung. Diese könnte unter Umständen den Weg für spezielle Ernährungs- oder Medikamentbehandlungen ebnen, um die Gehirnaktivität generell zu verbessern", sind die UCLA-Forscherinnen überzeugt.

Schlaganfall häufiger als Herzinfarkt

Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft fordert bessere Versorgungsstrukturen

Berlin – In den Industrieländern erkranken und sterben mehr Menschen an
einem Schlaganfall als bisher angenommen wurde. Eine in England
durchgeführte Studie kam jüngst sogar zu dem Ergebnis, dass der
Schlaganfall die häufigste Herzkreislauferkrankung überhaupt ist, noch
vor dem Herzinfarkt. Da das Erkrankungsrisiko im Alter deutlich
ansteigt, könnte die Bedeutung des Schlaganfalls in Zukunft weiter
zunehmen. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft fordert deshalb
vermehrte Investitionen in Forschung und Krankenversorgung.

Herzinfarkt und die meisten Schlaganfälle haben eine gemeinsame
Ursache. Die Zivilisationserkrankung Gefäßverkalkung, Atherosklerose
genannt, löst einen plötzlichen Gefäßverschluss aus. Die Durchblutung
ist jäh unterbrochen und das Gewebe stirbt innerhalb kurzer Zeit ab. Im
Herzen kommt es zum Infarkt, im Gehirn zum Schlaganfall. Trotz der
Ähnlichkeit empfinden die meisten Menschen den Herzinfarkt als
bedrohlicher, zumal er sie in den "besten Jahren" zu treffen scheint,
während an einem Schlaganfall doch eher ältere Menschen erkranken.
"Diese Einschätzung ist ebenso falsch wie die Ansicht, dass
Herzinfarkte wesentlich häufiger seien als Schlaganfälle. Die Studie
der Oxford-Neurologen ergibt ein völlig anderes Bild", so Professor Dr.
Martin Grond, 1. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft.

Über drei Jahre wurden alle Gefäßerkrankungen bei 91.000 Bewohnern im
Bezirk Oxfordshire registriert und analysiert. Anders als in früheren
epidemiologischen Untersuchungen wurden auch ältere Menschen über 65
Jahren erfasst. Ergebnis: Beide Erkrankungen werden im Alter häufiger.
Und: Der Herzinfarkt ist keineswegs die Erkrankung des mittleren
Erwachsenenalters, und Schlaganfälle treffen keineswegs nur ältere
Menschen. Diese neuen Erkenntnisse müssen nach Ansicht von Professor
Grond, Siegen, Konsequenzen haben: Denn trotz der vielen
Gemeinsamkeiten fehlen für Schlaganfallpatienten die engen
Versorgungsstrukturen, die für Herzinfarkt-Patienten seit Jahren üblich
sind. "Darüber hinaus ist bei älteren Patienten eine gute
prophylaktische Versorgung und eine optimale Nachsorge doppelt
wichtig", so Grond. Denn nur so können die bei dieser Patientengruppe
häufig auftretenden Behinderungen nach einem Schlaganfall gemildert
oder verhindert werden. Mit seinem Kollegen und Leiter der Studie, de m
Oxford-Neurologen Peter Rothwell, ist sich Grond einig: Die
Krankenversorgung des Schlaganfalls muss verbessert werden und eine
Benachteilung in der Forschung dürfe es nicht länger geben.

Studie: Oxford Vascular Study publiziert im Lancet 2005; 366: 1773-83

Essgeschwindigkeit provoziert Fettsucht

Das Hinunterschlingen des Essens könnte das Risiko eines Menschen übergewichtig zu werden nahezu verdoppeln. Wissenschaftler der Osaka University http://www.osaka-u.ac.jp/eng haben die Essensgewohnheiten von fast 3.000 Menschen untersucht. Ian McDonald von der University of Nottingham meinte, dass Probleme bei den Systemen mitverantwortlich sein könnten, die dem Körper mitteilen, wann der genug gegessen hat. Auch er geht davon aus, dass das bewusste und langsame Essen einen Einfluss auf das Gewicht haben kann. Details der Studie wurden im British Medical Journal http://www.bmj.com/ veröffentlicht.

Die Forscher untersuchten den Zusammenhang zwischen Essgeschwindigkeit, Sättigungsgefühl und Übergewicht. Fast die Hälfte der 3.000 freiwilligen Teilnehmer gab an, dass sie dazu neigten schnell zu essen. Im Vergleich mit jenen, die nicht schnell aßen, waren männliche Schnellesser um 84 Prozent eher übergewichtig. Bei den Frauen war die Wahrscheinlichkeit etwas mehr als doppelt so hoch. Jene Schnellesser, die zusätzlich dazu neigten zu essen bis sie satt waren, waren drei Mal so wahrscheinlich übergewichtig.

Die australischen Wissenschaftlerinnen Elizabeth Denney-Wilson und Karen Campbell schreiben in einem begleitenden Leitartikel, dass der Mechanismus der heute dazu beiträgt, dass wir fett werden bis vor gar nicht so langer Zeit einen evolutionären Vorteil bedeutete haben könnte. War das Angebot an Nahrungsmitteln knapp, wurde einfach so viel Essen so rasch wie möglich hinuntergeschlungen. Jason Halford von der University of Liverpool betonte laut BBC, dass die Essgewohnheiten langsam als entscheidender Bereich in der Fettsucht-Forschung angesehen werden. Dafür verantwortlich sei unter anderem die Publikation einer Studie, die nachwies, dass eine genetische Variation und das Gefühl der Sättigung miteinander in Zusammenhang stehen.

 

Hobbytipp Nr. 266

Nr. 266: Honig – Gesunder Blütennektar

Bei dem Titel unserer Hobbythek „Honig – Gesunder Blütennektar“ haben wir
etwas vereinfacht, denn das, was wir als Honig kennen, ist mehr als der bloße
Nektar, den die Bienen in den Blüten sammeln. Zum Honig wird der Nektar erst
dadurch, daß ihn die Bienen in ihrem Honigmagen durch eigene Enzyme veredeln
und ihm das Wasser entziehen.

PDF-Download: Hobbytipp Nr. 266

Magen-Darm-Erkrankungen: Fortschritte durch bildgebende Verfahren

Köln – Innovative bildgebende Verfahren erlauben Medizinern immer
tiefere Einblicke in die Entstehungsmechanismen funktioneller
Magen-Darm-Erkrankungen. "Diese Verfahren werden in der Zukunft
entscheidend dazu beitragen, die Symptomentstehung bei Patienten mit
einem Reizmagen oder Reizdarm besser zu verstehen", sagt PD Dr. med.
Anne Rühl vom Lehrstuhl für Humanbiologie der Technischen Universität
München. Im Rahmen der 60. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für
Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) werden die modernen
diagnostischen Verfahren unter anderem in einem Forschungsforum unter
ihrem Vorsitz behandelt.

Vom "Reizdarm" oder vom "Reizmagen" sprechen Experten dann, wenn
Patienten mindestens drei Monate über anhaltende oder immer wieder
kehrende Beschwerden im Verdauungstrakt klagen und dafür keine
strukturellen oder biochemischen Ursachen gefunden werden können. Zu
den Symptomen gehören Völlegefühl und Übelkeit, Erbrechen,
Bauchschmerzen mit Verstopfung oder Durchfall. Bisher ist weitgehend
unklar, wie diese Beschwerden entstehen. Mit Hilfe von
"Imagingverfahren" versuchen Wissenschaftler nun, die Rolle des
zentralen Nervensystems, beziehungsweise des Darmnervensystems bei der
Krankheitsentstehung genauer zu erforschen. Mit der funktionellen
Magnetresonanztomographie konnten sie bereits zeigen, dass das Gehirn
von Patienten mit einer funktionellen Erkrankung anders auf Reizungen
des Magen-Darmtrakts reagiert als das von Gesunden. Andere
Neuroimaging-Verfahren erlauben es, neuronale Erregungsprozesse in der
Darmwand direkt zu beobachten.

Nanodraht-LEDs läuten neue Beleuchtungs-Ära ein

Nanodraht-LEDs läuten neue Beleuchtungs-Ära ein

Natürlicheres Licht bei signifikant weniger Stromverbrauch realisierbar

LED-Weihnachtsbeleuchtung: Bald mit Nanodrähten (Foto: pixelio.de/Foto Hiero)
LED-Weihnachtsbeleuchtung: Bald mit Nanodrähten (Foto: pixelio.de/Foto Hiero)

Kopenhagen (pte012/26.06.2015/12:30) –

LEDs aus Nanodrähten benötigen gegenüber herkömmlichen LEDs deutlich
weniger Energie und geben besseres Licht ab, wie das dänische Niels Bohr
Institutet http://nbi.ku.dk herausgefunden hat. Die Forscher untersuchten Nanodrähte unter einem
Röntgenmikroskop und konnten dabei auch eine Anleitung erstellen, wie
die Nanodrähte beschaffen sein sollten, um die effizientesten Resultate
zu schaffen.

Geheimnis Gallium-Nitrit

Nanodrähte sind ungefähr zwei Mikrometer hoch und zehn
bis 500 Nanometer im Durchmesser. Für LEDs bestehen die Minidrähte aus
Gallium-Nitrit, beides halbleitende Materialien. Die Lichtquelle in
solch einer Diode ist abhängig von der mechanischen Belastung, die
zwischen den beiden Materialien existiert.

"Wir haben eine Vielzahl von Nanodrähten untersucht,
und obwohl die Drähte prinzipiell identisch sein sollten, können wir
sehen, dass sie unterschiedlich sind und eine abweichende Struktur
aufweisen. Wir haben 20 Nanodrähte gemessen und konnten die inneren und
äußeren Schichten der Drähte sehen. Wenn es einen Defekt gab,
funktionierten sie nicht so gut", so Robert Feidenhansl, Professor am
Niels Bohr Institutet in Kopenhagen.

Großes Anwendungsspektrum

Die neuen Informationen lassen sich nun dazu verwenden,
um die Schichtenstruktur in den Nanodrähten zu optimieren. Feidenhansl
sieht in Nanodrähten großes Potenzial. "Die Nanodrähte produzieren ein
natürlicheres Licht als die herkömmlichen LEDs und verbrauchen dabei
viel weniger Strom. Zusätzlich können sie in Mobiltelefonen, TV-Geräten
und vielen anderen Formen von Beleuchtung eingesetzt werden", so der
Experte abschließend.