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Affen sind auch „Gutmenschen“

Schimpansen teilen Nahrung mit Freunden

Max-Planck-Forscher haben Menschenaffen im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste beobachtet

Schimpansen bei Teilen von Nahrung (Foto: Liran Samuni, Taï Chimpanzee Project)
Schimpansen bei Teilen von Nahrung (Foto: Liran Samuni, Taï Chimpanzee Project)

Leipzig
(pte013/10.10.2018/10:30) – In der Natur freilebende Schimpansen teilen
besonders beliebte Nahrungsmittel wie Fleisch, Honig oder große Früchte
vor allem mit ihren Freunden. Dabei beeinflusst weder der Rang eines
Tieres noch die Bettelei des Gegenübers die Entscheidung der
Menschenaffen. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscher-Team
am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie http://www.eva.mpg.de .

Nahrung gegen Gefälligkeit

Die Wissenschaftler haben die Schimpansen im Taï-Nationalpark an der
Elfenbeinküste beim Teilen ihrer Nahrung beobachtet. Sie fanden dabei
heraus, dass die Tiere sehr selektiv vorgehen und unabhängig vom Rang
besonders beliebte Nahrung eher mit ihren Freunden teilen. Belegt werden
konnte auch, dass Schimpansen nach einer erfolgreichen Jagd andere
beteiligte Jäger belohnten, indem sie die Beute mit ihnen teilten.

"Unsere Untersuchungen zeigen: Schimpansen berücksichtigen bei ihrer
Entscheidung, mit wem sie ihre Nahrung teilen, wer ihnen dafür am
wahrscheinlichsten später eine Gefälligkeit erweisen würde",
verdeutlicht Liran Samuni, Studien-Erstautorin die Forschungslage und
ergänzt: "Oder – wie es nach Gruppenjagden der Fall ist – revanchieren
sich die Tiere bei anderen Jägern für die Hilfe bei der gemeinsamen
Jagd."

Oft kooperatives Verhalten

Früheren Studien zu einer anderen Schimpansen-Unterart zufolge, teilten
die Tiere dann häufig ihr Futter, wenn sie sich von bettelnden
Artgenossen belästigt fühlten. "Das war bei den Taï-Schimpansen nicht
der Fall, was die große Variationsbreite kooperativen Verhaltens
zwischen verschiedenen Schimpansenpopulationen verdeutlicht", betont die
leitende Autorin Catherine Crockford.

Auch menschliche Populationen unterscheiden sich in ihrer
Kooperationsbereitschaft und Forschung zu Menschen wie Tieren erklärt,
warum manche Populationen kooperativer sind als andere. "Eine Einheit
mit anderen Artgenossen zu bilden, um nicht selbst Raubtieren zum Opfer
zu fallen, oder die Fähigkeit, gemeinsam reiche Nahrungsquellen zu
erschließen, sind zwei beispielhafte Szenarien, die kooperative
Handlungen begünstigen", erklärt Roman Wittig, der zweite leitende
Studienautor.

Bedrohhte Wildlachse duch Züchtungen

Edmonton (pte/03.10.2006/15:35) – Wolken von Seeläusen aus Aquafarmen
infizieren und töten bis zu 95 Prozent der jungen Wildlachse, wenn
diese auf dem Weg ins Meer sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie
um den Wissenschaftler Martin Krkosek von der University of Alberta in
Edmonton. Den Forschern ist es damit erstmals gelungen zu beweisen,
welche verheerenden Auswirkungen die Zuchtlachse unter ihren
freilebenden Artgenossen anrichten.

"Es ist ein weitere Feststellung, wie gefährlich die Auswirkungen der
Zucht für die wild lebenden Tiere sein können", schreiben die Forscher
in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the
National Academy of Sciences http://www.pnas.org. Die Fischfarmen sind
deswegen errichtet worden, damit die Supermärkte mit billigen Angeboten
überschwemmt werden, merkt das Wissenschaftsmagazin National Geographic
an. "Die wild lebenden Tiere sind durch Überfischung bis an den Rand
des Aussterbens gedrängt worden, nun gibt es Zuchtlachse, die
dementsprechend billig sind." Schon im Vorjahr hatte das Forscherteam
festgestellt, dass die Wildlachs-Bestände durch Seeläuse aus
Zuchtbetrieben wesentlich stärker gefährdet sind als angenommen
(pressetext berichtete http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=050330040 ).
Seeläuse sind parasitische Krustentiere, die auch Fische befallen.

"Diese neuen Resultate werden die Debatte um Zuchtlachse aus Aquafarmen
definitiv neu anregen", zeigt sich der Fischereiexperte Ray Hilborn von
der University of Washington in Seattle überzeugt. Seeläuse sind für
adulte Lachse keine besonders große Gefahr und kommen auch häufig vor.
Für Jungtiere bedeuten diese Parasiten aber häufig den Tod, da diese
große Löcher in die Haut der Fische bohren und dort offene Wunden
hinterlassen. Ein weiteres Problem für die Wildbestände sind
freigekommene Zuchttiere. In einer anderen Studie konnten 80 Prozent
der Lachsbestände in Norwegen zu Fischfarmen zurückverfolgt werden. Im
Jahr 2002 sind mehr als 600.000 Lachse aus einer einzigen Fischfarm auf
den Färöer-Inseln freigekommen. In Schottland sollen es mittlerweile
auch über eine Million solcher Lachse geben, die von Zuchtfarmen in die
Wildnis gelangten. "Das Problem hier entsteht, weil die Zuchtformen
jene sind, die einen klaren kompetativen Vorteil genießen und die
regulären heimischen Arten verdrängen", so Jeremy Read, Direktor des
Atlantic Salmon Trust http://www.atlanticsalmontrust.org, einer
Umweltorganisation zum Schutz der Lachse.

"Wir haben immer schon vor den Auswirkungen der Aquakulturen gewarnt.
Bei den Lachsfarmen muss man von einer Massentierhaltung sprechen, noch
schlimmer ist die Mast von Tunfischen", so Nina Thüllen, Meeresbiologin
bei Greenpeace-Österreich http://www.greenpeace.at , im
pressetext-Interview. Thüllen sieht neben den Krankheiten und Parasiten
das größte Problem allerdings bei der Nahrung der Zuchtlachse. "Das ist
eine reine Proteinverschiebung, denn Zuchtfische brauchen Fischmehl als
Nahrung. Und dieses stammt wieder aus dem Meer", so Thüllen. Andere
Arten würden hemmungslos abgefischt, damit man genügend Futter für die
Aquafarmen zur Verfügung habe. "Damit wird erneut ein Freibrief für den
Raubbau mit unkontrollierter Fischerei in den Meeren gegeben." Ein
weiteres Problem stelle die große Menge an Fäkalien aus den Aquafarmen
dar. Die Menge an eingesetzten Antibiotika wurde durch das Einführen
von Impfaktionen jedes einzelnen Lachses zurückgedrängt.

Flugrouten antarktischer Raubmöwen erforscht

Tiere fliegen nicht immer instinktiv gleichen Weg zum Überwintern
 
Hans-Ulrich Peter: Forscht seit 1983 in der Antarktis (Foto: uni-jena.de)

Jena (pte001/06.12.2011/06:00) – Raubmöven folgen nicht immer der gleichen Route in den Norden. Ein Großteil der Südpolar-Skuas, die zu den Raubmöwen gehören, verbringen den antarktischen Winter im Nordatlantik, während etwa ein Drittel, zehntausende Kilometer entfernt, im Nordpazifik überwintern. Dieses ungewöhnliche Verhalten hat ein internationales Forscherteam unter der Leitung des Polar-Ornithologen Hans-Ulrich Peter von der Friedrich-Schiller-Universität Jena http://www.uni-jena.de beobachtet.

Überwinterung in zwei Ozeanen

Um die Flugrouten der Vögel zu bestimmen, hat Doktorand Matthias Kopp unter der Leitung von Peter die Tiere in ihren Brutgebieten auf King George Island, rund 120 Kilometer vor dem antarktischen Festland, mit Datenloggern versehen. Mit Hilfe dieser Datenlogger konnte er die Positionsdaten der Raubmöven über mehrere Jahre aufzeichnen und ausgewerten.

"Anhand dieser Daten können wir jetzt erstmals eindeutig sagen, dass die Südpolar-Skuas nicht, wie ihre nahen Verwandten die Braunen Skuas, vor der Küste Argentiniens, sondern überwiegend auf der Nordhalbkugel überwintern. Das Besondere an diesen Möven ist, dass sie in zwei Ozeanen überwintern", sagt Peter gegenüber pressetext. Wo die Tiere genau überwintern und auf welchen Routen sie ihre Winterquartiere ansteuern, darüber konnten die Forscher bisher lediglich spekulieren.

"Die Beobachtungen einzelner Tiere ließ uns zwar vermuten, dass die Tiere im Atlantik überwintern. Dass ein erheblicher Teil von ihnen sich im Winter in der Mitte des Nord-Pazifiks aufhält, war bisher jedoch nicht bekannt", so der Jenaer Wissenschaftler. Die Flugrouten der Vögel führen nach Norden und die Rückreise nach Süden jeweils in Form einer Schleife, die sich auf Höhe des Äquators kreuzen. Zusammen betrachtet, beschreiben die Tiere auf ihrem Flug eine große "Acht".

Ausgedehnte Ruhephasen nötig

Während die Skuas, die ihr Winterquartier im Atlantik haben, zunächst in einem breiten Korridor entlang der Ostküste Südamerikas gen Norden fliegen, ändern sie – nachdem sie den Äquator passiert haben – die Richtung und schwenken nach Nordwesten ein. Ende Mai erreichen sie ihr Quartier im Nordatlantik. Mit dem Wind und der Meeresströmung wandern sie während der drei Monate, die sie hier auf offener See verbringen, mehr als 1.000 Kilometer ostwärts, bevor sie Ende August den Rückflug antreten.

Vor der Ankunft in ihrem Brutgebiet auf King Georg Island legen sie jedoch noch einen Zwischenstopp ein: Bis zu drei Wochen lang rasten die Vögel vor der Küste Patagoniens und füllen ihre Kraftreserven auf. Auch die Flugroute in den Nordpazifik führt zunächst entlang der Küste Südamerikas und wechselt über dem Äquator die Richtung gen Nordwesten. Mitte Mai – zwei Wochen früher als ihre Artgenossen, die im Atlantik überwintern – erreichen die Skuas ihr Winterquartier im Pazifik.

Auch hier lassen sich die Tiere bis Ende August von Wind und Wellen bis zu 3.000 Kilometer ostwärts treiben. Der Rückweg führt sie in einem weiten Bogen südwestwärts in Richtung Neuseeland und schwenkt schließlich in südöstlicher Richtung auf den antarktischen Kontinent ein. Auch sie rasten einige Tage, bevor sie in ihr Brutgebiet zurückkehren. "Wir vermuten, dass die Tiere diese Ruhephase brauchen, um sich von den Strapazen der langen Reise durch die nahrungsarmen Tropen zu erholen", sagt Polar-Ornithologen Peter.

Magelernährung bei Senioren ein großes Problem

Magelernährung bei Senioren ein großes Problem
1,6 Millionen über 60-jährige Deutsche sind schlecht ernährt
 
Senioren: Schlechte Ernährung ist ein Teufelskreis (Foto: aboutpixel.de/maçka)

Gronau (pte005/14.06.2011/06:10) – In Deutschland leiden rund 1,6 Mio. der rund 19,4 Mio. über 60-jährigen Menschen unter Mangelernährung. Davon leben 1,3 Mio. zu Hause und rund 330.000 in Alten- und Pflegeheimen. . "Jeder zweite Krankenhauspatient über 75 Jahre ist bei seiner Aufnahme in die Klinik mangelernährt", berichte Jürgen Sasse, Chefarzt der Geriatrie am Johanniter-Krankenhaus in Gronau (Leine).

Laut einem Bericht des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) zur Qualität in der ambulanten und stationären Pflege wurden bei 34,4 Prozent der stationär untergebrachten Patienten Mängel bei der Ernährungs- und Flüssigkeitsversorgung festgestellt. Bei den ambulant versorgten Frauen und Männern waren es 29,6 Prozent.

Mit verantwortlich dafür sind physiologische Veränderungen wie ein verringertes Verlangen nach Nahrung (Alters-Anorexie), abnehmende Sinneswahrnehmungen (Geruch, Geschmack, Sehen), eine gesteigerte Aktivität von Sättigungsfaktoren im Magen-Darm-Trakt sowie Veränderungen diverser Botenstoffe und Hormone.

Negative Folgen

"Durch akute Erkrankungen sowie durch Fehl- und Mangelernährung wird der Muskelabbau beschleunigt", erklärte der Gronauer Arzt gegenüber pressetext. Und durch die Sarkopenie steigt auch das Sturz- und Frakturrisiko. Krankheiten und Medikamente wirken sich negativ auf den Gesamtenergieumsatz bei älteren Menschen aus und bei meist geringerer körperlicher Aktivität nimmt die Körperzellmasse ab.

"Senioren benötigen eine Kost mit erhöhter Nährstoffdichte, der Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen – zum Beispiel Vitamin D – bleibt gleich oder ist sogar erhöht", meint Sasse. Jüngere, zu Hause lebende Senioren, hätten Studien ergeben, nähmen zu wenig Obst, Gemüse, Fisch und Milchprodukte und zuviel tierische Fette zu sich. Neben Vitamin D fehlten ihnen Ballaststoffe, Kalzium und Folsäure.

"Einsamkeit, Armut und mangelnde Einkaufsmöglichkeiten sind Ursachen von Mangelernährung im Alter", analysiert Sasse. Zudem tragen auch körperliche Einschränkungen wie Schluckstörungen, Lähmungen, Mundtrockenheit, ein schlechter Zahnstatus sowie eine Abnahme des Seh-, Geruchs- und Geschmacksvermögens zur Mangelernähung ebenso bei wie psychische Einschränkungen.

Teufelskreis der Mangelernährung

Kommen soziale, psychische, körperliche, geistige und finanzielle Faktoren zusammen und führen zu schlechten Gewohnheiten oder einer ungünstigen Lebensmittelwahl, entstehe schnell ein "Teufelskreis der Mangelernährung", warnt der Mediziner. Reduziertes Durstempfinden und Flüssigkeitsmangel etwa könnten zu einer raschen Austrocknung bis hin zum Zusammenbruch des Kreislaufs und der Nierenfunktion führen. "Der Mangelernährte liegt öfter und länger im Krankenhaus, stirbt früher, hat einen verzögerten Heilungsprozess, wird früher ins Heim eingewiesen und erleidet mehr Infektionen", so das Resümee des Arztes.

Vor allem ältere Menschen sollten daher unbedingt darauf achten, Lebensmittel mit "erhöhter Nährstoffdichte" zu verzehren, um den Bedarf an essentiellen Nährstoffen sicher zu stellen. Auf dem Speiseplan soll mehrmals täglich Obst, Gemüse sowie Milchprodukte und Fisch stehen. Darüber hinaus sollte auf regelmäßige Mahlzeiten geachtet und auch die körperliche Aktivität nicht vernachlässigt werden., rät der Mediziner abschließend.

Mindert Magnesiumverzehr die Anfälligkeit für Herzkreislauf-Erkrankungen?

Mindert Magnesiumverzehr die Anfälligkeit für Herzkreislauf-Erkrankungen?
Ernährungswissenschaftler Jürgen Vormann im Gespräch
 
Prof. Dr. Jürgen Vormann
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Bonn (pts008/27.02.2012/10:00) – Laut Statistischem Bundesamt sind Herz-/Kreislauferkrankungen für 41% aller Todesfälle in Deutschland verantwortlich und damit die häufigste Todesursache. Uns ist durchaus bewusst, dass unsere Ernährung einen gewissen Einfluss auf unsere Herzgesundheit hat. Aber wie genau diese Zusammenhänge aussehen, wissen wir kaum. Die Wissenschaft hat hier in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Die Grundlage sind epidemiologische Untersuchungen, Studien an größeren Bevölkerungsteilen über Jahre hinweg, die die Häufigkeit, Verteilung und Ursachen von Krankheiten feststellen.

Der Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Vormann, Leiter des Instituts für Prävention und Ernährung in Ismaning/München, fasst die internationalen Erkenntnisse so zusammen: "Große epidemiologische Untersuchungen deuten auf eine erhebliche schützende Bedeutung einer hohen Magnesiumzufuhr für das Herz-/Kreislaufsystem hin. In der in den USA durchgeführten ARIC-Studie an zirka 14.000 Teilnehmern konnte eine deutliche Verminderung des Koronar-Risikos bei hoher Magnesiumkonzentration festgestellt werden. Andere Untersuchungen zeigten, dass ernährungsbedingter Magnesiummangel bei einem Drittel der Probanten zu massiven Herzrhythmusstörungen führte."

Unser heutiges Lebensmittelangebot konzentriert sich leider viel zu sehr auf pflanzliche Kohlenhydratspeicher wie Weißmehlprodukte oder Reis. Auch industriell verarbeitete Fette oder fetthaltige Milch- und Fleischprodukte stehen zu oft auf unserem Speisezettel. Der Anteil der Nahrung, mit der wir Magnesium aufnehmen, wie zum Beispiel Vollkornprodukte, Nüsse, Kerne, Gemüse, besonders Blattgemüse, Hülsenfrüchten, gewisse Obstsorten, ist dagegen in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Eine Ergänzung der Nahrung mit Magnesium aus der Apotheke wie etwa mit Magnesium-Diasporal 300 macht es leicht, den Bedarf trotzdem zu decken. Das Trinkgranulat mit reinem Magnesiumcitrat, wie es auch als Baustein im Körper vorkommt, ist einfach zu dosieren: Der Inhalt eines 300-mg-Briefchens löst sich schnell in Wasser, Saft oder Tee auf und ist die ideale Basis zur Deckung des täglichen Magnesiumbedarfs. Es enthält keine künstlichen Süß- oder Farbstoffe und hat einen angenehm leichten Orangengeschmack.

Weitere Informationen: http://www.diasporal.de

Holzpelletangebot in Deutschland nimmt weiter zu

Mannheim, 30.05.2008 – Steigerung der Kapazitäten bei der Holzpelletproduktion trägt zur anhaltenden Preisstabilität beim Brennstoff bei. Der Deutsche Energie-Pellet-Verband e.V. (DEPV) rechnet für dieses Jahres mit einer Produktionskapazität von ca. 1,3 Millionen Tonnen Pellets in Deutschland.  
Pelletpreis seit einem Jahr konstant bei rund 180 Euro/Tonne
„Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern und Strom stehen Holzpellets verlässlich für Preisstabilität“, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Energie-Pellet-Verbandes (DEPV), Martin Bentele, am Freitag, 30.Mai 2008, in Mannheim. Schon seit über einem Jahr bewegt sich der Pelletpreis bundesweit bei rund 180 Euro/Tonne. „Hierfür sind auch die deutlich ausgeweiteten Produktionskapazitäten verantwortlich“, sagte Bentele und verwies auf eine aktuelle Umfrage des DEPV unter den deutschen Pelletproduzenten. Danach wurden im ersten Quartal 2008 rund 325.000 Tonnen Holzpellets erzeugt, was im Vergleich zum Vorjahr, eine Steigerung um rund 120 Prozent bedeutet. In 2007 wurden nach der Umfrage in Deutschland rund 1,1 Millionen Tonnen Pellets erzeugt. „Für das laufende Jahr rechne ich mit einer Produktion von rund 1,3 Millionen Tonnen“, betonte der DEPV-Geschäftsführer, was gegenüber dem Jahr 2005 eine Steigerung um 500 Prozent bedeuten würde. 
Der Inlandsverbrauch der hier produzierten Holzpellets betrug im Jahr 2007 knapp 50 Prozent. Die Ursache hierfür liegt, laut DEPV, in einem noch unbefriedigenden Absatz. In diesem Jahr rechnet Bentele in Deutschland mit einem Anwachsen des Bestands auf 100.000 Pelletheizungen. Die restliche Produktion werde notgedrungen exportiert, vor allem nach Belgien oder Skandinavien, wo Pellets in Kohlekraftwerken zur Verbesserung der CO2-Bilanz eingesetzt würden. Unsicherheiten um die Deckung der Nachfrage sind durch die aktuelle Überproduktion widerlegt. Spätestens im kommenden Jahr rechnet der DEPV mit einem deutlichen Nachfrageanstieg. Die Produktion ist darauf gut vorbereitet, sagte Bentele. 500.000 Pelletheizungen könnten mit der gegenwärtigen Produktionskapazität bedient werden, die vom DEPV für 2008 auf bis zu 2,5 Millionen Tonnen beziffert wird. Auf die preisliche Entwicklung wirkt die hohe Produktion stabilisierend. Ein durchschnittlicher Haushalt (3.000 Liter Heizöläquivalent/Jahr) kann beim Heizen mit Pellets (6 Tonnen, Pelletpreis Mai 2008: 178 Euro/Tonnen) gegenüber Heizöl (Heizölpreis 29.Mai 2008: 94 Euro/100 Liter) rund 1.750 Euro bzw. über 250 Prozent der Betriebskosten einsparen.  
Rund 60 Unternehmen produzieren in Deutschland Holzpellets
Mit der Steigerung der Pelletproduktion hat auch die Anzahl der Pelletproduzenten weiter zugenommen. Sie liegt heute bundesweit bei 60 Unternehmen, mit Schwerpunkt in den bewaldeten Mittelgebirgen in Süd- und Mitteldeutschland. Dies liegt vor allem daran, dass Pellets zum überwiegenden Teil aus Holzspänen produziert werden, die in Sägewerken bei der Schnittholzproduktion anfallen. „Die Bundesländer mit den größten Waldflächen und Sägewerkskapazitäten sind Bayern und Baden-Württemberg mit zusammen rund 70 Prozent“, sagte Bentele. Auch bei der Verteilung der Heizungen sei eine Südlastigkeit festzustellen. Rund 40 Prozent der Anlagen stünden in Bayern, 20 Prozent in Baden-Württemberg. Jeweils knapp 10 Prozent in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Barrier-Riff steht vor dem Ende

IPCC-Bericht warnt vor katastrophalen Klimaschäden

Sydney (pte/30.01.2007/13:50) – Das berühmte Great Barrier Reef an der
Ostküste Australiens könnte schon bald zu einem toten Riff werden,
befürchten Forscher. Wenn nämlich die Wassertemperaturen derart hoch
bleiben, werden die Korallen dies nicht überleben, sondern die bereits
vorhandene Korallenbleiche weiter antreiben, berichtet die australische
Tageszeitung The Age http://www.theage.com.au/ .

Der UN-Ausschuss für den Klimawandel – dem Intergovernmental Panel on
Climate Change (IPCC) http://www.ipcc.ch/ -, der zurzeit mit 500
Forschern in Paris tagt, geht von dieser tristen Situation aus. Zudem
warnen die Experten davor, dass die Erwärmung in den Küstenregionen
Milliarden Dollar an Schäden verursachen werden. Bei weiter anhaltender
Erwärmung könnte die Korallenbleiche zu einem jährlichen Ereignis
werden. Ein weiteres Problem, das mit der Erwärmung einhergeht, ist die
Übersäuerung des Meerwassers. Das Barrier-Riff ist mit seiner
Gesamtlänge von mehr als 2.000 Kilometern der größte lebende Organismus
des Planeten Erde. Es ist auch das einzige "Lebewesen", das sogar vom
Weltraum aus sichtbar ist. Mehr als 1.500 Fischarten leben dort. Zudem
gehört das Riffsystem zu den größten Tourismusattraktionen Australiens,
das jährlich Millionen von Besuchern anlockt.

"Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass die Zahl der
Korallenriffe unter den gegebenen Umständen deutlich abnehmen wird", so
der Wiener Meeresbiologe Jörg Ott von der Universität Wien
http://www.univie.ac.at/marine-biology im pressetext-Interview. Dabei
könne es sein, dass sie auf ein Zehntel ihres einstigen Bestandes
zurückgehen, meint Ott. Wobei es zu großen regionalen Unterschieden
kommen werde. "Wenn die dünne Haut der lebenden Substanz von Korallen
zerstört ist, geht die weitere Zerstörung eines Riffes schnell vor
sich", erklärt der Wissenschaftler. Es gebe aber Berichte, wonach
einige der Korallenriffe sich in den vergangenen Jahren wieder erholt
hätten. "Ein Negativ-Faktor ist allerdings die Übersäuerung der Ozeane,
denn diese erschwert es kalkhaltigen Lebewesen wie Korallen oder
Muscheln Kalk zu bilden." Die Versauerung sei definitiv auf eine
Erhöhung des CO2 zurückzuführen. "Durch diese Tatsache werden die
Korallen quasi in einen Zangenangriff genommen: Einerseits wollen ihre
Symbionten das wärmere Wasser nicht, andererseits macht die
Übersäuerung die Bildung von Kalk schwerer", erklärt Ott abschließend
im pressetext-Interview.

Die gesamte IPCC-Studie sollte erst am Freitag veröffentlicht werden.
Bekannt wurde aber bereits jetzt, dass sich die Temperaturen bis 2100
um bis zu 4,5 Grad weiter erhöhen werden. Damit verbunden werde der
Meeresspiegel zwischen knapp 13 und 58 Zentimetern steigen. Der Bericht
des IPCC liefert die bisher umfassendste wissenschaftliche Grundlage
für die internationale Politik. IPCC-Präsident Rajendra Pachauri
kündigte Beweise dafür an, dass der CO2-Ausstoß den Klimawandel
beeinflusse. Er hoffe, die Studie werde die Menschen schockieren und
die Regierungen zum Handeln bringen. "Nie war der Bedarf an
verlässlichen Daten zur Erderwärmung so groß wie heute", so Pachauri.
Seit dem letzten Bericht 2001 beschleunigte sich der Anstieg des
Meeresspiegels ebenso wie das Schmelzen der Gletscher. Der Ausstoß von
Treibhausgas ist weiter gestiegen. Die UN-Wissenschaftler fürchten, der
vom Menschen in Gang gebrachte Klimawandel könnte nicht mehr gestoppt
werden.

Revolution in der Energietechnik

Dresdner Physiker entwickeln widerstandsfreie Stromleitungen aus spröder

Keramik. Bernhard Holzapfel und Ludwig Schultz vom Leibniz-Institut für

Festkörper- und Werkstoffforschung in Dresden bezwingen die Tücken des

spröden Materials und erhalten den Wissenschaftspreis des Stifterverbandes

für die Deutsche Wissenschaft.

Bonn/Berlin – Der diesjährige Wissenschaftspreis des Stifterverbandes für

die Deutsche Wissenschaft in der Kategorie „Gesellschaft braucht

Wissenschaft“ geht auf Vorschlag der Leibniz-Gemeinschaft an Dr. Bernhard

Holzapfel und Prof. Ludwig Schultz vom Leibniz-Institut für Festkörper- und

Werkstoffforschung in Dresden. Das entschied eine hochrangig besetzte Jury

unter Leitung von Prof. Dr. Treusch, Vorstandsvorsitzender des

Forschungszentrums Jülich, kürzlich in Berlin. Die beiden Wissenschaftler

werden für ihre grundlagen- und anwendungsbezogenen Forschungsarbeiten auf

dem Gebiet der Hochtemperatur-supraleiter (HTSL) ausgezeichnet. Die Arbeiten

der beiden Physiker machen zum Beispiel widerstandsfreie Stromleitungen

möglich. Die Preisverleihung findet auf der Jahrestagung der

Leibniz-Gemeinschaft am 23. November 2006 in Berlin statt.

Das Phänomen Supraleitung, also vollkommen verlustfreier Stromtransport,

fasziniert seit der Entdeckung der ersten Supraleiter im Jahre 1911

Wissenschaftler und Laien gleichermaßen. Als vor genau 20 Jahren die

Entdeckung der Hochtemperatur-supraleitung in oxidischen Keramiken durch den

Deutschen Georg Bednorz und den Schweizer Alex Müller bekannt wurde, führte

dies schnell zu euphorischen Anwendungsvisionen in Elektronik, Messtechnik

und Energietechnik. Die damals einsetzende und intensiv öffentlich

geförderte grundlagen- und anwendungs-orientierte Forschung zeigte in den

folgenden Jahren aber sehr deutlich, dass ein harter Weg von der Entdeckung

des Phänomens bis zum Verständnis und zur technologischen Anwendung dieser

Materialklasse zu überwinden ist. Für Anwendungen in der Energietechnik

werden Kilometer lange Drähte und Kabel mit hoher Stromtragfähigkeit

benötigt. Das ist für die Materialklasse der Hochtemperatur-supraleiter

(HTSL) eine materialwissenschaftliche Herausforderung ersten Ranges. Zum

einen lassen sich die spröden Keramiken nicht – wie zum Beispiel

metallisches Kupfer – durch einfache mechanische Verformung zu langen

Drähten ziehen. Zum anderen zeigte sich, dass eine hohe Stromtragfähigkeit

der Hochtemperatur-supraleiter nur in weitgehend einkristallinen Bereichen

möglich ist.

Es mussten also völlig neuartige Technologien entwickelt werden, die die

Herstellung kilometerlanger, nahezu einkristalliner Drähte erlauben. Darüber

hinaus müssen derartige Herstellungstechniken kostengünstig und skalierbar

sein, um den Verdrängungswettbewerb mit dem konventionellen Leitermaterial

Kupfer erfolgreich bestehen zu können. „Aufgrund der von Bernhard Holzapfel

und Ludwig Schultz gemeinsam durchgeführten wegbereitenden

Grundlagenarbeiten für die erfolgreiche Realisierung von HTSL-Bandleitern

hat die Materialforschung auf diesem Gebiet nunmehr einen Stand erreicht,

der eine umfassende technologische Anwendung im Bereich der Energietechnik

realisierbar erscheinen lässt“, heißt es in der Begründung der Jury. Durch

ihre von Beginn an interdisziplinäre Herangehensweise konnten Dr. Bernhard

Holzapfel und Prof. Ludwig Schultz entscheidende Beiträge erarbeiten, die

nunmehr die Basis für die technologische Realisierung von

Hochtemperatur-supraleiterkabeln bilden und aktuell von mehreren Firmen

genutzt werden. Stromkabel auf HTSL-Basis, die verlustfrei Strom leiten,

könnten eines Tages zur Entschärfung der sich abzeichnenden Energiekrise

beitragen. Der zu erwartende praktische Nutzen der Arbeiten ist mit ein

Preiskriterium.

Seit 1990 arbeiten Dr. Bernhard Holzapfel und Prof. Ludwig Schultz, erst bei

der Siemens AG und dann am Leibniz-Institut für Festkörper- und

Werkstoffforschung Dresden, gemeinsam erfolgreich auf dem Gebiet der

Hochtemperatursupraleitung. –Mit dem Wissenschaftspreis des Stifterverbandes

für die Deutsche Wissenschaft in der Kategorie „Gesellschaft braucht

Wissenschaft“ werden Weg weisende wissenschaftliche Arbeiten gewürdigt, die

einen praktischen Nutzen in Wirtschaft, Politik, Gesellschaft oder Forschung

erwarten lassen und von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mindestens

eines Leibniz-Instituts maßgeblich durchgeführt wurden. Die Jury besteht aus

zehn stimmberechtigten Mitgliedern aus Wissenschaft und öffentlichem Leben.