Alle Beiträge von Balu

Niere im Labor gezüchtet

Niere erstmals im Labor gezüchtet
Körpereigene Zellen für Wiederaufbau eingesetzt
 
Niere: Organe sollen künftig aus dem Labor kommen (Foto: Ott Laboratory)

Boston (pte011/15.04.2013/10:30) – Eine im Labor gezüchtete Niere haben Wissenschaftler des Massachusetts General Hospital http://massgeneral.org Tieren implantiert. Das Organ hat in der Folge damit begonnen, Urin zu produzieren. Vergleichbare Verfahren zur Herstellung einfacher Teile des Körpers wurden bereits auch bei Patienten eingesetzt. Diese Niere ist jedoch eines der schwierigsten bisher hergestellten Organe. Die in Nature Medicine http://nature.com/nm publizierte Studie belegt jedoch, dass die im Labor hergestellten Nieren weniger gut arbeiten als die natürlichen.

Keine Abstoßungsreaktion

Experten im Bereich der regenerativen Medizin sehen in diesem Forschungsbereich ein großes Potenzial für die Zukunft. Nieren filtern das Blut, um Abfallstoffe und überflüssiges Wasser herauszufiltern. Sie gehören zu den für Transplantationen am stärksten nachgefragten Organen und die Wartelisten sind lang. Das Team um Harald Ott geht von der Vision aus, eine gebrauchte Niere von allen alten Zellen zu befreien und nur ein Gerüst übrig zu lassen, das einer Wabe ähnlich ist.

Die Niere soll dann mit neuen Zellen vom Patienten wieder aufgebaut werden. Mit diesem Verfahren könnten zwei entscheidende Vorteile gegenüber derzeitigen Organtransplantationen erreicht werden. Das Gewebe würde dem des Patienten entsprechen und die lebenslange Einnahme von Immunsuppressiva zur Verhinderung einer Abstoßung des Spenderorgans entfallen. Zusätzlich würde die Anzahl der für eine Transplantation zur Verfügung stehenden Organe sehr stark ansteigen.

Die aktuelle Studie bedeutet die ersten Schritte genau in diese Richtung. Die Niere einer Ratte wurde von allen alten Zellen gereinigt. Das verbleibende Netz aus Proteinen sieht genau wie eine Niere aus und verfügt über ein Netz von Blutgefäßen sowie die für die Entwässerung notwendige Ausstattung. In diesem Gerüst wurden die richtigen Zellen an die richtigen Stellen im Organ gepumpt, wo sie sich mit der Struktur für den Neuaufbau des Organs verbanden.

Funktioniert, aber nur gering

Die Wissenschaftler haben das neue Organ zwölf Stunden lang im einem speziellen Ofen aufbewahrt, der die Bedingungen im Körper der Ratte nachahmen sollte. Labortests haben zudem ergeben, dass die Urinproduktion der neuen Organe 23 Prozent derer von natürlichen Organen erreichte. In einem nächsten Schritt versuchten die Wissenschaftler, das Organ einer Ratte zu implantieren. Im Körper sank die Funktionsfähigkeit der Niere jedoch auf fünf Prozent.

Laut Ott wäre bereits die Wiederherstellung eines kleinen Teils der Nierenfunktion ausreichend. "Bei einer Hämodialyse würde eine Nierenfunktion von zehn bis 15 Prozent bereits für die Beendigung der Behandlung ausreichen. Es ist nicht notwendig, eine vollständige Funktion zu erreichen", so Ott. Allein in den Vereinigten Staaten warten laut dem Wissenschaftler derzeit rund 100.000 Patienten auf eine Niere. Jährlich werden aber nur rund 18.000 Transplantationen durchgeführt.

Es ist noch ein weiter Weg, bis dieser Ansatz zur Herstellung von neuen Nieren an Patienten getestet werden kann. Das Verfahren muss effektiver und die Nierenfunktion besser werden. Zusätzlich muss sichergestellt werden, dass diese Organe für eine lange Zeit funktionsfähig bleiben. Auch die Größe des Organs stellt eine Herausforderung dar. Es ist bei einer Niere viel schwerer als bei größeren Organen die Zellen an der richtigen Stelle zu positionieren.

SAT-TV: Empfangen, speichern, archivieren

alter Fernseher

TV-Empfang – von analog zu digital

Die Besucher der Berliner Funkausstellung staunten nicht schlecht, als im Jahre 1928 die damalige Reichspost den weltweit ersten Fernseher präsentierte. Der Beginn einer technischen Revolution. Aber erst in den fünfziger Jahren fand das Fernsehen langsam Einzug in deutsche Haushalte.

Die Übertragung der Fernsehbilder fand damals ausschließlich terrestrisch, also erdgebunden, statt. Empfangen wurde über Zimmer- bzw. Dachantenne und selbstverständlich analog, d.h. Bild- und Toninformationen wurden letztlich als kontinuierlich ändernde Spannungen drahtlos übertragen.

Nachteil: Die Rundfunkwellen sind nicht nur störanfällig, sie breiten sich, wie das Licht, geradlinig aus und können so der Krümmung des Erdballs nicht folgen. Viele Zwischenstationen, sprich Übertragungsmasten, sind nötig. Ein anderes Problem sind Hindernisse wie Hochhäuser oder Berge. Signale werden teilweise reflektiert und kommen zeitverzögert im Fernseher an. Ein Doppel- bzw. Geisterbild entsteht.

Verbesserung der Bildqualität durch Satellitentechnik.

Eine wesentliche Verbesserung in der Übertragung von analogen Fernsehsignalen brachte die Satellitentechnik. Dank hochfrequenter Mikrowellen (oberhalb von 11 GHz) kann der Umweg über den Orbit, das sind immerhin 36.000 Kilometer, problemlos überbrückt werden. Hindernisse, abgesehen von extremen Wetterbedingungen, spielen keine Rolle mehr.

Einen Satelliten kann man sich also wie einen 36.000 Meter hohen Funkturm vorstellen. Im Falle des ASTRA-Satelliten „steht“ dieser übrigens auf dem Äquator in Zaire.

Ein Quantensprung war die Einführung des „Digitalen-Fernseh-Rundfunks per Satellit“ – kurz DVB-S. Aufgrund der höheren Bandbreite, bzw. Übertragungsrate können Hunderte Programme in brillanter Bild- und auch Tonqualität empfangen werden. Abgesehen von verschlüsselten Programmen funktioniert das zur Zeit noch ohne Zusatzkosten.

Wie geht das?

Bei der digitalen Übertragung werden die analogen Videosignale zunächst in Nullen und Einsen verwandelt und anschließend in adressierte Datenpakete gepackt. Entscheidend ist jedoch, dass durch das sogenannte MPEG-2-Verfahren Daten reduziert werden. So werden zum Beispiel nur diejenigen Bildinformationen übertragen, die sich zum vorhergehenden Bild verändert haben.

Teilt man ein Fernsehbild in ein Raster, erkennt man, dass z.B. bei der „Tagesschau-Moderation“ der Hintergrund praktisch unverändert bleibt. Hier reicht es, wenn lediglich Standbild und Standdauer übermittelt werden. Weitere Infos auch unter „TechniThek – MP3“.

Ein einziger analoger Fernsehkanal erstreckt sich über eine Bandbreite von etwa 5 bis 7 MHz. Nach digitaler Kompression können auf gleicher Bandbreite bis zu 8 Satellitenkanäle übertragen werden.

Zum digitalen Satellitenempfang benötigt man einen DVB-S-Receiver, auch als Set-Top-Box bezeichnet. Im Empfangsteil wird zunächst aus dem empfangenen Digitalgemisch ein einziger Kanal ausgewählt. Der Datenstrom wird dann im Decoder entpackt und als analoges Videosignal an den Scart-Ausgang gegeben.

Satelliten-Programme konservieren

Wer Fernsehen digital empfängt wird auch bei der Aufzeichnung von Sendungen die digitale Methode bevorzugen. Der gute alte VHS-Rekorder hat längst ausgedient.

Naheliegendste Lösung ist ein DVD-Recorder, der über Scart-Kabel mit dem Satelliten-Receiver verbunden wird. Entscheidender Nachteil: Filme in Überlänge bzw. mit Werbeblöcken erfordern eine längere Aufnahmezeit. Da die Kapazität von DVD-Rohlingen auf 4,7 Gigabyte begrenzt ist, muss die Aufnahmequalität reduziert werden. Das Entfernen der Werbeblöcke ist, wenn überhaupt, mühsam und kann die Bildqualität nicht verbessern.

Weitaus komfortabler ist da schon ein DVD-HDD-Rekorder, also ein DVD-Rekorder mit integrierter Festplatte . Eine Festplatte ist ein Speichermedium, das die binären Daten auf die Oberfläche einer schnell rotierenden Scheibe schreibt. Der Schreibkopf ist nichts anderes als ein winziger Elektromagnet, der die Scheibe an winzigen Stellen magnetisiert. Die „Platte“ hat eine Umdrehungszahl von bis zu 15.000 pro Minute. Umgerechnet heißt das, dass die Platte mit bis zu 250 km/h am Schreibkopf vorbei rast.

Im Gegensatz zur flexiblen Diskette (Floppy-Disk) ist die Festplatte fest, d.h. unbiegsam. Mit ein Grund, weshalb Festplatten im Schnitt 160 GigaByte packen können. Das entspricht mindestens 70 Stunden Film in höchster Qualität – inklusive Werbung. Eine Festplatte ist also ein idealer Zwischenspeicher. Mit Hilfe von Schnittfunktionen kann der Film nun werbefrei auf DVD überspielt werden.

In bester Qualität? Leider nicht ganz. Denn auch DVD-Festplattenrekorder haben ihre Tücken. Grund: Die digitalen Videosignale werden im DVB-Receiver zu Analogsignalen dekodiert, durch’s Scart-Kabel geschickt und im Rekorder erneut digitalisiert. Das geht nicht ohne Verluste.

Ohne Verluste: Receiver mit Festplatte

Abhilfe schafft ein „DVB-Receiver mit integrierter Festplatte“, ein sogenannter Festplatten-Receiver. Hier kann der empfangene MPEG-2-Strom direkt und unverändert auf Festplatte gespeichert werden. Dieses Verfahren kommt also ohne Verluste aus.

Übrigens, der Satelliten-Festplatten-Receiver „TechniSat DigiCorder S2“ ist im November 2006 bei der Stiftung Warentest als Testsieger hervor gegangen (Bezugsquellen).

Selbstverständlich verfügt das Gerät auch über Time-Shifting, also zeitversetztes Fernsehen. Klingelt z.B. während einer Sendung das Telefon, kann das Programm mit der Pausetaste aufgezeichnet werden. Erneutes Drücken setzt das Programm nahtlos fort.

So kann z.B. der Start der „Formel-1“ erst eine halbe Stunde später angesehen werden, während der Rest des Rennens parallel auf  Festplatte aufgezeichnet wird. Man ist also sein eigener Programmdirektor.

Für Schlaumeier: So funktioniert Time-Shifting

Wie aber kann eine Festplatte gleichzeitig gelesen und beschrieben werden? Antwort: Sie kann es mit Hilfe eines Puffers, sprich dem Arbeitsspeicher. Das empfangene Live-Programm wird in einen Arbeitspeicher (1) geladen – bis dieser voll ist. Gleichzeitig schöpft der Fernseher die Bilddaten aus einem zweiten Arbeitsspeicher (2) – bis dieser entleert ist.

In der Zwischenzeit übernimmt die Festplatte rechtzeitig die Daten aus dem vollaufenden Aufnahmespeicher (1) und gibt diese zeitversetzt an den sich leerenden Wiedergabespeicher (2) ab. Da die Festplatte 10 mal schneller arbeitet als Empfang und Wiedergabe, ist die Zeitversetzung locker möglich. Alles klar ?

Der PC macht’s möglich !

Bleibt die Frage, wie sich Filme völlig verlustfrei vom DVB-Festplatten-Receiver auf  DVD kopieren lassen ? Schließlich haben sich Kombigeräte aus Receiver, Festplatte plus DVD-Brenner bis heute nicht recht durchgesetzt – vermutlich aus Kostengründen.

Abhilfe schafft – wie sooft – der PC. Grund: Festplattenreceiver lassen sich ohne Verluste mit dem Computer und damit auch mit dem internen DVD-Brenner koppeln. Analoge Übertragungswege werden umgangen.

Die Übertragung der Aufnahmen in den PC hängt vom verwendeten Receiver ab. Je nach Modell sind nämlich die Audio- und Videodaten entweder separat oder gemeinsam auf Festplatte aufgezeichnet. Man spricht hier von unterschiedlichen Aufzeichnungsformaten.

Im Falle des Technisat-Modells braucht man zunächst ein sogenanntes USB-Link-Kabel, auch als „Host-to-Host-Kabel“ bezeichnet. Mit Hilfe einer kleinen Elektronik in der Kabelmitte wird damit der gegenseitige Datenaustausch zwischen zwei Geräten mit USB-A-Anschlüssen geregelt.

Wer einen USB-Stick mit mind. 4 GB oder eine „Externe Festplatte“(Bezugsquellen) besitzt, kann auf das „Kabelwirrwarr“ verzichten. Den beladenen Stick bzw. die Festplatte schließen Sie schließlich an den PC an.

Als Überspiel-Software benötigt man das Programm Mediaport“. Technisat Mediaport ist eine Software, mit welcher Dateien zwischen Technisat Empfangsgerät und einem PC übertragen werden können.

Das Programm ermöglicht nicht nur den Transfer, es enthält auch den Treiber fürs USB-Link-Kabel. Die aktuelle Version – und das ist entscheidend – enthält auch eine Funktion (Projekt X), die die getrennten Audio- und Videodaten ins nützlichere MPEG-Format konvertiert.

Jetzt mal Schritt für Schritt:

  1. USB-Link-Kabel anschließen
  2. Programm Mediaport aufrufen. Links erscheint Digicorder und Recording.
  3. Film markieren.
  4. Dann auf Erstellen, Einstellungen, O.K.
  5. Rechts Zielordner angeben, z.B. Desktop und auf den großen Rechtspfeil klicken.

Schon wird der Film auf den PC übertragen und ins MPEG-Format umgewandelt. Der Film befindet sich schließlich auf dem Desktop. Fertig.

Die Überspielung via USB-Stick bzw. Externer Festplatte funktioniert über die Menüführung (Fernbedienung) des Festplattenreceivers.

  1.  „Menü“ drücken.
  2.    Festplatte verwalten
  3.   Aufnahmen kopieren
  4.   Film markieren
  5.  Blaue Funktionstaste
  6.    Exportieren … OK
  7.  Gelbe Funktionstaste

Mit Hilfe von Brennprogrammen (z.B. Nero) können Sie den Film nun auf DVD brennen.

Sollte Sie die Werbung stören, können Sie mit professionellen Schnittprogrammen, z.B. der „Studio-Software“ von Pinnacle , die Werbeblöcke herausschneiden und schließlich auf DVD (Bezugsquellen) brennen. Näheres dazu unter TechniThek „Abschied vom Band …“

Der feine Unterschied

Bei vielen anderen Festplattenreceivern werden die Audio- und Videodaten gemeinsam abgespeichert. Äußerlich meist erkennbar an der USB-B-Anschluss-Buchse.

In der Sendung haben wir stellvertretend die „Grobi TV-Box“ empfohlen. Das Gerät besteht u.a. aus einem digitalen SAT & DVB-T oder SAT & Kabelempfänger und verfügt über eine sagenhaft große 250 GB-Festplatte.

Zur Bearbeitung empfehle ich das äußerst komfortable Programm „DVR-Studio Pro“, das Sie sich einfach aus dem herunter laden können.

„DVR-Studio Pro“ unterstützt Geräte von über 80 Herstellern. Welche dies sind verrät ein Blick auf die Homepage. Das Programm bietet Übertragung, Schnitt und DVD-Erstellung gewissermaßen aus einer Hand. Die Erstellung einer DVD dauert damit weniger als 1 Stunde. Nötig ist nur noch ein einfaches USB-A-USB-B-Kabel.

Idee und Text: Horst Minge

 

 

 

 

Diabetes 2 stets individuell behandeln

Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
(Prof. Helmut Schatz, Bochum)

Diabetes
Typ-2 personalisiert behandeln! Paradigmenwechsel in der gemeinsamen
Therapie-Leitlinie 2018 der Amerikanischen (ADA) und Europäischen (EASD)
Diabetesgesellschaft

Bochum, 6. November 2018:

Auf dem EASD-Kongress in Berlin wurden am 5. Oktober 2018 die neuen
Leitlinien der ADA und EASD zur Therapie des Typ-2-Diabetes vorgestellt
und online in Diabetologia (1) und Diabetes Care (2)  publiziert. Die
Behandlung soll heute nicht mehr nur in Abhängigkeit von der
Glukosestoffwechseleinstellung, beurteilt am HbA1c-Wert erfolgen,  sondern patientenzentriert:
dies bedeutet ein Paradigmenwechsel, wenn Therapieentscheidungen in
Sinne des neuen Consensus-Statements auch viele Ärzte schon längere Zeit
mit ihren Patienten gemeinsam getroffen haben. Die
Herz-Kreislaufsituation, aber auch andere individuelle Besonderheiten
sollen bei einem Patienten im Vordergrund stehen und berücksichtigt
werden. Gleichwohl bleibt der HbA1c-Wert bei einem Patienten wichtig.
Als dessen Ziel wird für die meisten Menschen (mit nicht stärker
eingeschränkter Lebenserwartung wie etwa im höheren Alter) oder wie in
einer Schwangerschaft  ein Wert von 7% / 53 mmol/mol oder darunter
angesehen.

 Metformin bleibt – zusätzlich zu Lebensstilmodifikationen – das Medikament der ersten Wahl.  Dann folgen, basierend auf den Studien der letzten Jahre,  die
weiteren Antidiabetika, in Abhängigkeit von Patienteneigenschaften und 
persönlichen Momenten wie etwa der Akzeptanz einer Behandlungsform durch
den Patienten selbst, aber auch den Kosten.

Die Patienten werden in verschiedene Kategorien unterteilt (siehe Abbildung, aus Lit.1):

Atherosklerotische kardiovaskuläre  Erkrankungen  (ASCVD):

GLP-1-Rezptoragonisten (GLP-1-RA)  mit nachgewiesenem CVD Nutzen oder
SGLT2-Hemmer mit nachgewiesenem CVD Nutzen, wenn eGFR adäquat (siehe Abbildung);

–  bei vorwiegender Herzinsuffizienz (HF) oder Chronischer Nierenerkrankung (CKD):

SGLT2-Hemmer mit nachgewiesener HF-Senkung oder, wenn diese nicht geeignet
GLP-1-RA mit nachgewiesenem CVD-Nutzen.

– Ohne ASCVD oder CKD:

– Dringende Notwendigkeit einer Hypoglykämieminimierung: DPP4-Hemmer oder GLP-1-RA oder SGLT2-Hemmer oder Thiazolidindione.

Körpergewicht: Dringend nötige Verhinderung einer Zunahme oder Förderung einer Abnahme: GLP-1-RA mit gutem reduzierendem Effekt oder SGLT2-Hemmer

– Wichtigkeit niedriger Kosten: Sulfonylharnstoffe oder Thiazolidindione.

Die nächsten Schritte einer Therapieeskalation sind auf der
nachfolgenden Original-Abbildung in ihrer Komplexität dargestellt. Bitte
klicken Sie die Grafik für eine vergrößerte Darstellung an.

Helmut Schatz

Genschnelltest erkennt Antibiotikaresistenz

pte20190301009 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Genschnelltest erkennt Antibiotikaresistenz

Neues Verfahren der American University bringt Ergebnis innerhalb von nur zehn Minuten

(pte009/01.03.2019/11:30) – Forscher der American University http://american.edu haben einen genetischen Schnelltest entwickelt, der erkennt, ob
Bakterien über ein Gen verfügen, das Resistenzen gegen zwei
weitverbreitete Antibiotika verursacht. Diese Medikamente werden häufig
zur Behandlung von Halsentzündungen und anderen Atemwegserkrankungen
eingesetzt.

Gen mef(A) entscheidend

Das neue Verfahren funktioniert so genau wie auf Bakterienkulturen
basierende Methoden. Das Ergebnis steht jedoch in Minuten und nicht erst
in Stunden oder Tagen fest. Der Test weist nach, ob eine Person über
Bakterien verfügt, die das Gen mef(A) enthalten. Dieses Gen führt zu
Resistenzen bei den Antibiotika Erythromycin und Azithromycin. Damit ist
es bereits vor der Verabreichung eines Medikaments möglich
festzustellen, ob eine Resistenz vorliegt. So lässt sich laut
Forschungsleiterin Megan M. Nelson verhindern, dass wirkungslose
Antibiotika verschrieben werden.

Die Zunahme von antibiotikaresistenten Bakterien ist ein weltweites
Problem. Allein in den USA erkranken jährlich mehr als zwei Mio.
Menschen an Infektionen, die gegen Antibiotika resistent sind. Laut den
Centers for Disease Control and Prevention sterben mindestens 23.000
Menschen an den Folgen. Der Schnelltest soll das eindämmen. Die Forscher
wollen in einem nächsten Schritt bei der U.S. Food and Drug
Administration um die Zulassung des Tests ansuchen. Die
Forschungsergebnisse wurden in "BMC Infectous Diseases" veröffentlicht.

Browser-Schlacht tobt in Europa

Browser-Schlacht tobt in Europa
Microsoft bei Betriebssystemen, Google bei Suche führend
 
Safari auf dem iPad: hilft Apple zu Marktanteilen (Foto: flickr.com, Jon Fingas)

Merignac (pte021/21.03.2013/13:55) – Der französische Webanalytik-Spezialist AT Internet http://atinternet.com hat anhand der Januar-Zugriffe auf 17.877 Webseiten analysiert, welche Rolle verschiedene IT-Riesen im europäischen Web wirklich spielen. Den heute, Donnerstag, veröffentlichten Ergebnissen nach tobt inzwischen eine echte Browser-Schlacht zwischen Microsoft, Mozilla, Google und auch Apple. Zwar hat gesamteuropäisch der Internet Explorer (IE) immer noch die Nase vorn, doch ist Chrome inzwischen in manchen Ländern der meistgenutzte Browser. Eher langweilig ist das Rennen bei Betriebssystem sowie der Suche, wo Microsoft bzw. Google unangefochten an der Spitze liegen.

Dreikampf wird Vierkampf

Gegenüber dem Vorjahr hat der Internet Explorer laut AT Internet rund ein Viertel seines Marktanteils in Europa eingebüßt und hält nun bei 30,7 Prozent. Mozillas Firefox ist auf Platz drei abgerutscht, hinter den großen Gewinner Chrome, den mittlerweile fast jeder vierte Europäer nutzt. In Spanien hat der Google-Browser den IE mittlerweile schon vom Thron gestoßen, während Deutschland nach wie vor eine Firefox-Hochburg ist – im Januar 2013 erfolgten hier 40,2 Prozent der Webseiten-Zugriffe mit dem Mozilla-Browser. In Großbritannien spielt sogar Apple eine große Browser-Rolle, mit 29,6 Prozent liegt hier Safari nur knapp hinter dem IE auf Platz zwei.

Apple profitiert dabei klar vom Trend zum mobilen Internet und der Tatsache, dass AT Internet die OS-X- und iOS-Versionen von Safari in seiner Statistik zusammenlegt. Dadurch wird der Browser-Dreikampf zunehmend zum Vierkampf – vor allem am Wochenende, wenn Büro-Computer mit IE-Zwang ausgeschaltet bleiben. Denn dann liegt nicht nur Chrome mit 25,6 Prozent in der gesamteuropäischen Statistik sogar knapp vor dem Microsoft-Browser. Auch Safari trumpft auf, denn an Wochenenden entfällt schon fast jeder fünfte Webseiten-Zugriff auf eine Version des Apple-Browsers. Damit kommt die Nummer vier Firefox etwa so nahe wie dieser dem Spitzenreiter.

Mobile Machtdemonstration

Auch im Bereich der Betriebssysteme, die Webseiten-Besucher nutzen, unterstreicht die AT-Internet-Statistik die wachsende Bedeutung von Smartphones und Tablets. Schon jeder 25. Nutzer in Europa greift unter einem Google-Betriebssystem – also vor allem Android – auf Webseiten zu. Apple-Betriebssysteme bringen es in der Web-Zugriffsstatistik sogar auf 16,2 Prozent. Das ist in wesentlichen Teilen iOS – also iPhones und iPads – zu verdanken, denn OS X hat derzeit nur rund sieben Prozent Marktanteil bei klassischen Computern. Eben diesen verdankt Microsoft, dass es mit 78,4 Prozent Anteil an den Seiten-Zugriffen noch die klare Betriebssystem-Großmacht ist.

Eindeutig ist indes die Situation auf dem europäischen Suchmarkt. Mit über 90 Prozent Anteil ist Google die unangefochtene Nummer eins. Ernsthafte Gegner sind nicht in Sicht, am stärksten scheint noch Microsofts Bing, das in Großbritannien wenigstens die Drei-Prozent-Marke knackt. In Deutschland dagegen liegt Bing mit 1,5 Prozent sogar nur auf Platz drei, knapp hinter der T-Online-Suche. Von nordamerikanischen Verhältnissen, wo Bing und die nunmehr damit betriebene Yahoo-Suche zusammen auf etwa 15 Prozent Marktanteil kommen, kann Microsoft in Europa nur träumen.

Tödliche Krankenhausinfektionen – Neue Expertenschätzungen

fzm – In Deutschland sterben jeden Tag vier bis zwölf Menschen an Infektionen, die sie im Krankenhaus erworben haben und die bei einer besseren Hygiene hätten vermieden werden können. Zu dieser Einschätzung gelangt ein Expertenteam in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2010).

Alle Infektionen, die Patienten im Krankenhaus erworben haben, werden als nosokomial bezeichnet. Dabei ist es nicht erforderlich, dass die Ansteckung über andere Patienten oder das Personal erfolgt, wie dies beispielsweise bei Ausbrüchen von Noroviren der Fall ist. Die Hygienexpertin Professor Dr. med. Petra Gastmeier von der Berliner Charité spricht dann von exogenen Infektionen, die sie als weitestgehend vermeidbar einstuft. Schwieriger ist die Situation bei Krankheitserregern, welche die Patienten selbst mit in die Klinik bringen. Haut und Schleimhäute sind von einer Vielzahl von Mikroorganismen besiedelt, erläutert die Expertin. Zur Gefahr werden sie erst, wenn sie über Katheter in normalerweise sterile Körperhöhlen, beispielsweise die Harnblase, oder ins Blut gelangen. Hinzu kommt, dass viele Patienten abwehrgeschwächt sind, was sie hilflos gegen den Angriff von ansonsten harmlosen Keimen macht. Diese endogenen Infektionen sind nur teilweise vermeidbar, berichtet Professor Gastmeier von der Berliner Charité.

Das Nationale Referenzzentrum für die Surveillance (Überwachung) von nosokomialen Infektionen, die Deutsche Sepsis-Gesellschaft, das Aktionsbündnis Patientensicherheit und die Deutsche Gesellschaft für Infektiologe nennen in einem Positionspapier Zahlen. Danach kommt es jedes Jahr an deutschen Kliniken zu 400 000 bis 600 000 nosokomialen Infektionen. Wie viele davon vermieden werden könnten, ist unklar. In Studien gelinge es, die Zahl der Infektionen durch verbesserte Hygienemaßnahmen zu halbieren, berichtet Professor Gastmeier. Im normalen Klinikalltag sei dies nicht zu erreichen, da Studien meistens unter Idealbedingungen durchgeführt würden. Für realistisch hält die Expertin die Vermeidung jeder dritten bis fünften Infektion. Dies würde bedeuten, dass jedes Jahr in Deutschland 80 000 bis 180 000 Patienten verschont würden von zusätzlichen Behandlungen, Schmerzen und längeren Liegezeiten im Krankenhaus, zu denen es infolge von Krankenhausinfektionen kommt.

Einigen Patienten würde durch die konsequente Umsetzung vorbeugender Maßnahmen auch das Leben gerettet. Die Medizinerin gibt die Zahl der vermeidbaren jährlichen Todesfälle infolge nosokomialer Infektionen mit 1500 bis 4500 an, was die erwähnten vier bis zwölf Todesfälle pro Tag ergibt. Auch hierbei handelt es sich um Schätzungen. Sie ergeben sich laut Professor Gastmeier jedoch aus zwei unabhängigen Quellen. Dies sind einmal epidemiologische Studien, die die Hygienexpertin an zwölf Krankenhäusern durchgeführt hat. Aber auch das Kompetenznetzwerk Sepsis kommt in seinen Hochrechnungen zu ähnlichen Zahlen. Eine Sepsis ist die ungehinderte Vermehrung von Krankheitserregern im Blut und die häufigste Todesursache bei nosokomialen Infektionen. Die genannten Zahlen berücksichtigen laut Professor Gastmeier bereits jene Patienten, die auch ohne eine nosokomiale Infektion an ihrer Krankheit gestorben wären.

P. Gastmeier et al.:
Wie viele nosokomiale Infektionen sind vermeidbar?
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2010; 135 (3): S. 91-93

Ökologische Pflanzenzüchtung

Nutzung und Sicherung genetischer Ressourcen

Die Entwicklung qualitativ hochwertiger Pflanzensorten für den ökologischen Anbau steht im Mittelpunkt einer neu eingerichteten Fachgruppe an der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Göttingen. Die „Fachgruppe Genetische Ressourcen und Ökologische Pflanzenzüchtung“ soll im Praxisbetrieb anwendbare züchterische Methoden entwickeln, um mit Problemen im ökologischen Anbau umzugehen, wie beispielsweise der begrenzten Nährstoffverfügbarkeit und der nötigen Feldresistenz gegen Schadpilze. Die Universität Göttingen wird dabei von der gemeinnützigen Software AG-Stiftung aus Darmstadt sechs Jahre lang finanziell unterstützt.

„Um das kreative Potenzial der Pflanzenzüchtung wieder verstärkt gesellschaftlich zu verankern, arbeiten wir gemeinsam mit Menschen aus der gesamten Wertschöpfungskette – Züchtung, Saatgutproduktion, Anbau, Beratung, Groß- und Einzelhandel sowie Verbrauch – zusammen“, sagt der Leiter der Fachgruppe Dr. Bernd Horneburg. „Mit der Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft ist auch der Bedarf an ökologischer Pflanzenzüchtung gestiegen; deshalb ist die Ausbildung von Nachwuchs eine zentrale Aufgabe.“ Schon seit 2003 werden in internationaler Zusammenarbeit im Göttinger Freiland-Tomatenprojekt robuste Tomaten gezüchtet. Die Standortanpassung von Landsorten der Linse wird untersucht und an der Möglichkeit der Anpassung von Sojabohnen an kühlere Klimate wird gearbeitet.

Die Fachgruppe soll darüber hinaus die Entwicklung von frei zugänglichen, nachbaufähigen Sorten und die Sicherung genetischer Ressourcen für zukünftige Generationen unterstützen. „Die Sicherung der Nahrungsqualität, die Transparenz der Forschung, die Förderung durch eine gemeinnützige Einrichtung und nicht zuletzt die Nachhaltigkeit des Projekts sind gute Gründe für eine Zusammenarbeit der Universität mit der Stiftung“, sagt Professorin Dr. Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Universität Göttingen. (aid)

Abschied vom Band, VHS auf DVD gebrannt

VHS: Probleme am (Fließ-) Band

„Bandsalat“ im Videorecorder! Sicher kennen auch Sie die Probleme mit archivierten Video-Schätzchen. Die Bänder können sich an den Videoköpfen verheddern, und bei der Wiedergabe gibt’s Streifen, Aussetzer und blasse Farben.

Ursache hierfür ist das Speicherverfahren des Videorekorders. Während der Aufnahme durchfließen die analogen Bildsignale eine Spule im Videokopf. Das dadurch erzeugte Magnetfeld magnetisiert das metallbeschichtete Trägermaterial. Aus Platzgründen erfolgt dies auf Schrägspuren. Der Ton wird, wie schon bei der Musikkassette, auf eine kontinuierliche Längsspur aufgezeichnet. Die so ausgerichteten magnetischen Teilchen sind also eine direkte, d.h. analoge, Abbildung der Bild- und Toninformationen.

Kein Wunder also, dass Videobänder gegen Staub, Hitze und vor allem Magnetfeldern aus, z.B. Netzgeräten und Trafos, empfindlich reagieren. Dies belegt auch ein kleiner Versuch:

Auf einer Kunststoffplatte sind Eisenspäne aufgestreut – ähnlich wie auf einem Magnetband. Bringt man einen Magneten in die Nähe, verändert sich die Anordnung der Späne. Die gespeicherten Bild- und Tondaten werden also beeinflusst und gestört.

Als alternatives Speichermedium hat sich die Digital Versatile Disc, kurz DVD, durchgesetzt. Wie auch bei der Compact Disk werden die Daten durch eine bestimmte Abfolge aus Vertiefungen, den Pits, und Erhöhungen, den Lands, in der DVD-Oberfläche erzeugt. Das kann man schön an der 7000-fachen Vergrößerung erkennen.

Das Prinzip eines DVD-Players kann man an einem gebastelten Modell erläutern. Es besteht aus einem Laserpointer und einer glänzenden Lochscheibe:
Fällt der rote Laserstrahl auf eine Erhöhung, wird dieser reflektiert. Beim Übergang auf eine Vertiefung wird die Reflexion unterbrochen. Beim Sprung auf die Erhöhung gibt es wieder eine Reflexion. Ein Wechsel wird als 1 aufgefasst. Wo kein Wechsel statt findet, werden Nullen gesetzt. Aus diesen binären, d.h. digitalen, Informationen werden Bild und Ton erzeugt.

Im Vergleich zur VHS ist die DVD also nicht nur leicht und handlich, sie ist vor allem, Dank berührungsloser optischer Abtastung, verlust- und verschleißfrei.

Vom Pressen und Brennen

Bei der DVD-Pressung wird zunächst in mehreren Schritten ein Presswerkzeug (Stamper) hergestellt, auf dem bereits sämtliche Daten enthalten sind. Kleine Polycarbonatkörnchen werden erhitzt und eingespritzt. Unter hohem Druck wird das Polycarbonat dann zusammengedrückt. Es entstehen die 0,6mm dicken Polycarbonatscheiben, die bereits sämtliche Daten enthalten. Technisch handelt es sich also um ein Spritzgussverfahren. Die Polycarbonatscheibe wird anschließend dünn mit Aluminium beschichtet.
Danach werden die beiden (!) Scheiben mit den Aluminiumflächen aneinandergeklebt und mit Schutzlack versehen. Im Vergleich zur CD-Pressung besteht eine DVD aus 2 Datenschichten und damit aus 2 verklebten Scheiben.

Moderne Presswerke, z.B. die „kdg mediatech AG“ (Bezugsquellen), haben die DVD und CD längst neu erfunden: Gepresst werden Spezialprodukte wie z.B.: 8-cm-CD, Visitenkarten-CD, ICON-Disc (teilmetallisierte Motiv-CD), Duft-CD, Pit Art Disc. Mastering, DVD-Authoring.

Im Gegensatz zur industriellen Pressung (Replikation) können DVD’s zu Hause dupliziert, das heißt, gebrannt werden. DVD-Rohlinge enthalten im Innern eine organische Farbschicht als Datenträger. Diese Schicht wird sichtbar, wenn man einen DVD-Rohling mit einem Teppichmesser aufspaltet. Der Laserstrahl des DVD-Brenners, trifft auf diese Farbschicht und hinterlässt winzige nicht-reflektierende Flecke – ähnlich den Pits.

Beim Brennen werden also nicht, wie oft behauptet, kleine Vertiefungen eingebrannt!

Von Band auf Scheibe

Was liegt bei diesem Know How also näher, als seine komplette VHS-Sammlung auf DVD zu sichern ?

Damit die vielen analogen Bild- und Tondaten auf einer DVD Platz finden, müssen diese verdichtet werden. Die Verdichtung bzw. Kompression von Videodaten erfolgt durch das sogenannte MPEG-2-Verfahren.

Wie auch schon beim MP3-Prinzip, also beim Verdichten von Tönen, werden die analogen Bildsignale zunächst in Nullen und Einsen verwandelt. Überflüssige Signale werden eliminiert und der Rest in platzsparende Pakete gebündelt.

Bei der späteren Wiedergabe der DVD werden die Pakete wieder entschlüsselt und in Fernsehbilder verwandelt.

Soweit die Theorie. Wie bekommt man aber nun das Band auf die Scheibe?

Im einfachsten Fall, wird der Videorekorder einfach via Scart- oder Cinch-Kabel mit dem DVD-Recorder verbunden. Nachteil: Die Signalqualität bei älteren Videogeräten lässt sehr zu wünschen übrig und wird durch den externen Übertragungsweg zusätzlich beeinträchtigt.

Besser sind da schon Kombigeräte aus VHS- und DVD-Rekorder. Die Signalübertragung erfolgt intern und wird zusätzlich über spezielle Filter zur Bildverbesserung und Rauschunterdrückung optimiert. Allerdings darf man auch hier keine Wunderdinge erwarten, denn aus einem schlechten Original wird noch lange keine hochwertige Kopie.

Überrascht hat uns allerdings das Kombigerät „JT 9011“ des, für seine Digitalkameras bekannten, Herstellers JAY-Tech (Bezugsquellen). Die auf DVD gebrannten Filme wirkten deutlich frischer als das Original auf VHS.

Damit betagte Videoaufnahmen in ganz neuem Glanz erstrahlen, empfiehlt sich allerdings, wie so oft, der Umweg über den PC, sprich Notebook.

Erste Möglichkeit ist eine TV-Tuner-Karte. En miniature gibt’s die auch schon als externen Multimedial-Stick.

Einfach z.B. per S-VHS-Kabel mit dem Videorecorder verbinden. Verfügt der Rekorder nur über einen Scart-Ausgang, hilft ein Adapter.

Nachteil: Ein PC der Pentium III-Klasse und darunter ist nicht leistungsstark genug, um Video- und Tonspur bei der Umwandlung synchron zu halten.

Optimal sind sogenannte Videokonverter- bzw. Capture-Boxen (Pinnacle/Bezugsquellen). Im Gegensatz zu den TV-Karten enthalten die Boxen einen MPEG-2-Chip. Dieser nimmt dem Prozessor im PC gewissermaßen die Arbeit ab und kann Filme in Echtzeit und ohne Verluste digitalisieren.

Die Box wird einfach an den „USB-2.0“-Port des Rechners angeschlossen. Verfügt ihr Rechner über einen veralteten USB-1.0-Anschluss, müssen Sie sich die schnellere USB-2.0-Controller-Karte oder eine FireWire-Karte  besorgen.

Konverterbox und Videorecorder werden über Cinch- oder Super-Video-Kabel verbunden.

Damit der analog gespeicherte Film digitalisiert und auf Festplatte übertragen werden kann, benötigt man außerdem eine passende Capture-, d.h., Überspiel-Software. Besonders komfortabel ist die „Studio Plus“-Software sowie „DaViDeo“..

Schon während der Überspielung lässt sich der Film, Dank Retuschierfunktion, umfangreich restaurieren. Wie z.B. Helligkeit, Kontrast, Schärfe und Farbe.

Nach der Speicherung liegt der Film schließlich auf Festplatte. Vorausgesetzt natürlich, die Festplatte bietet genügend Speicherplatz. Eine 80 GB-Platte sollte es schon sein.

Wer möchte kann nun außerdem überflüssiges Material, wie z.B. Werbeunterbrechungen und Abspänne einfach heraus schneiden.

Vor dem Brennen muss noch festgelegt werden, wie viel Film man auf den DVD-Rohling quetschen möchte. Die 4,7 Gigabyte reichen für rund 120 Minuten Film in Top-Qualität. Ist der Film länger kann die Qualität verringert werden. Wollen Sie keine Abstriche in der Bildqualität machen, brennen Sie den Film einfach auf zwei DVDs.
Während des Brennvorgangs wird der Film gleichzeitig ins MPEG-2-Format komprimiert.

Adé DVD ?

Mittelfristig dürften übrigens die neuartigen HD-DVDs oder Blu-Ray-Disks interessant sein. Wie der Name schon sagt, wird hier mit blauem Laserstrahl, d.h. mit sehr kurzen Wellenlängen, gelesen und gebrannt. Dadurch können die Pits und Lands noch kleiner und enger gehalten werden. Die Speicherkapazität ist so um bis zu 5 Mal höher als bei der DVD.

Nachteil: HD-DVD und Blue-Ray-Disk sind zur Zeit noch vergleichsweise kratzempfindlich und Laufwerke mit Brennfunktion sind im Schnitt für stolze 1000 Euro erhältlich. Experten prophezeien, dass sich in naher Zukunft lediglich ein System, also entweder HD-DVD oder Blu-Ray-Disk, durchsetzen wird. Dies bleibt abzuwarten.

Der Techni-Tipp

Last but not least mein persönlicher Techni-Tipp: Entgegen weitverbreiteter Meinung, macht der Zahn der Zeit auch vor gebrannten DVDs nicht halt. Eine aktuelle Langzeitstudie der Fernuni Hagen ergab, dass sich Datenverluste schon nach wenigen Jahren bemerkbar machen können.

Mein Tipp: Lagern Sie Ihre Scheiben dunkel und verwenden Sie ausschließlich Markenprodukte (Intenso). Diese sind meist lichtresistenter als No-Name-Produkte. Der Datenverlust von wiederbeschreibbaren, sowie zweilagig beschreibbaren Rohlingen, erkennbar an den Kürzeln RW und der Aufschrift „Double Layer“ ist u.U. wahrscheinlicher.

Nach spätestens fünf Jahren sollten Sie die Silberlinge einfach kopieren – diesmal ohne Qualitätsverlust, versteht sich.

Und noch ein Tipp: Die oben genannte „Studio Plus“-Software lässt sich auch ganz nebenbei als Video-Schnittgenerator einsetzen. Damit bekommen selbstgedrehte Videofilme den letzten Schliff.

Übrigens, der technische Fortschritt ermöglicht es, dass mittlerweile hervorragende Camcorder zu äußerst günstigen Preisen erhältlich sind. Zum Beispiel die „PocketDV AHD“ filmt in HD-DV, besitzt einen optischen Zoom und verfügt über einen gut funktionierenden Bildstabilisator.

Text, Idee & Experimente: Jean Pütz und Horst Minge

 

 

 

Artenvielfalt und Bioproduktivität in Ökosystemen

Neue Erkenntnisse zur Artenvielfalt und Bioproduktivität in Ökosystemen

Universität Bayreuth an interkontinentalem Forschungsnetzwerk beteiligt

Forscher untersuchen Almwiese
Forscher untersuchen Almwiese
[ Fotos ]

Bayreuth (pts012/17.07.2015/11:00) – Erstmals wurden in
weltweit koordinierten Forschungsarbeiten die Zusammenhänge zwischen
pflanzlicher Biomasse und pflanzlicher Artenvielfalt in Ökosystemen
untersucht. Dabei stellte sich heraus: Der größte Artenreichtum ist dort
zu beobachten, wo die Produktion von Biomasse weder sehr niedrig noch
besonders hoch ist, sondern sich auf einem mittleren Niveau bewegt. Wenn
die Zahl der Arten sinkt, wird die Leistungsfähigkeit von Ökosystemen
geschwächt.

Weltweit hängt das Leben und Überleben von Menschen
davon ab, dass Ökosysteme grundlegende Serviceleistungen erbringen, wie
beispielsweise die Neubildung von Grundwasser, die Speicherung
wertvoller Nährstoffe, die Filterung von Schadstoffen oder die
Bereitstellung von Grünfutter. Diese Vielfalt natürlicher
Serviceleistungen ist in der Regel umso eher gewährleistet, je größer
die Artenvielfalt in einem Ökosystem ist. Bislang waren
wissenschaftliche Befunde zur Artenvielfalt, die an einzelnen Standorten
gewonnen wurden, nur schwer miteinander vergleichbar. Denn die
angewendeten Methoden waren zu unterschiedlich. Nun aber hat ein
internationaler Forschungsverbund erstmals in weltweit koordinierten
Forschungsarbeiten die Zusammenhänge zwischen pflanzlicher Biomasse und
pflanzlicher Artenvielfalt in Ökosystemen untersucht. Überall wurde die
gleiche Methodik auf standardisierten Untersuchungsflächen angewendet –
und zwar so, dass an jedem Standort nährstoffarme, mittlere und
nährstoffreiche Flächen erforscht wurden.

30 Versuchsflächen in 19 Ländern

Mehr als 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler –
darunter ein Forschungsteam der Universität Bayreuth – haben an diesem
Projekt mitgewirkt. Auf insgesamt 30 Versuchsflächen, die sich auf 19
Länder in sechs Kontinenten verteilen, haben sie Daten ermittelt, die
zuverlässige Rückschlüsse auf die produzierte Biomasse erlauben und es
zugleich ermöglichen, die Zahl der an der Biomasseproduktion beteiligten
Pflanzenarten realistisch einzuschätzen. In den meisten Fällen handelte
es sich um Grünlandflächen, die als Weideland genutzt oder regelmäßig
gemäht werden. Aber auch natürliches Grasland war vertreten.

Größter Artenreichtum bei mittlerer Produktivität

Die jetzt im Wissenschaftsmagazin "Science"
veröffentlichten Ergebnisse dieses Forschungsverbundes weisen alle in
die gleiche Richtung: Artenvielfalt und Produktivität hängen eng
zusammen. Die größte Artenvielfalt wurde in der Regel auf
Versuchsflächen ermittelt, auf denen die Biomasseproduktion ein
mittleres Niveau erreicht. In unproduktiven Ökosystemen hingegen ist der
Beitrag der Artenvielfalt zur Biomasseproduktion eher gering. Denn hier
sind die Arten zahlreichen Stressfaktoren ausgesetzt, wie etwa
Trockenheit oder einem Mangel an mineralischen Nährstoffen. In
hochproduktiven Ökosystemen, also an nährstoffreichen und gut
wasserversorgten Standorten, erobern einige wenige Arten eine
dominierende Stellung, weil sie besonders leistungsfähig sind. Für die
Produktivität dieser Ökosysteme hat die Artenvielfalt nur eine geringe
Bedeutung.

Eine mittlere Produktivität von Ökosystemen geht daher –
so das zentrale Ergebnis der Studie – weltweit mit einer
vergleichsweise großen Artenvielfalt einher. Wenn in diesen
Lebensgemeinschaften der Artenreichtum schwächer wird oder verloren
geht, ist damit ein Verlust ökosystemarer Leistungsfähigkeit verbunden.

Konsequenzen für Umwelt- und Naturschutz

"Aus unserer Studie lassen sich zahlreiche Anregungen
für umweltpolitische Maßnahmen ableiten, die auf den Erhalt der für den
Menschen so wichtigen Artenvielfalt abzielen. So sollte insbesondere im
mitteleuropäischen Grünland die Artenvielfalt unbedingt erhalten werden.
Wenn wir Arten verlieren, verlieren wir kostenlose Leistungen der Natur
und müssen diesen Verlust dann über Düngung oder Maschineneinsatz
kompensieren. Dies wiederum hätte Umweltbelastungen und einen erhöhten
Energieverbrauch zur Folge. Die natürlichen Leistungen sind jedoch ohne
Risiken und kostenfrei", erklärt Prof. Beierkuhnlein, der an der
Universität Bayreuth den Lehrstuhl für Biogeografie innehat. "Unsere in
‚Science‘ veröffentlichten Ergebnisse bestätigen übrigens eine ältere
Forschungshypothese, die zuvor noch nie systematisch auf globaler Ebene
überprüft werden konnte. Im Rahmen unseres multinationalen Projekts
haben wir sie jedoch zuverlässig erhärten können," fügt der Bayreuther
Ökologe hinzu. Er betont aber zugleich, dass mit diesen Arbeiten erst
ein Anfang gemacht sei. Weitere Untersuchungen würden folgen müssen, um
die Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zwischen der in Ökosystemen
produzierten Biomasse und der Zahl der daran beteiligten Arten noch
genauer aufzuklären.

Forschungsbeiträge aus der Universität Bayreuth

Seitens der Universität Bayreuth war ein vierköpfiges
Forschungsteam an den interkontinentalen Forschungsarbeiten beteiligt.
Prof. Beierkuhnlein und Reinhold Stahlmann, MAS, haben die
Forschungsflächen in Deutschland untersucht, die sich alle im Umland der
Stadt Bayreuth befinden. Zusammen mit Prof Dr. Anke Jentsch,
Professorin für Störungsökologie an der Universität Bayreuth, war Prof.
Beierkuhnlein auch für die Messungen in Österreich zuständig, die auf
Forschungsflächen in den Ötztaler Alpen stattfanden. "Diese Region ist
vor allem deshalb besonders interessant, weil es sich um besonders
artenreiche Bergwiesen handelt, die mit erheblichem Arbeitsaufwand auf
traditionelle Weise bewirtschaftet werden", erklärt Prof. Jentsch.
Camilla Wellstein, die als Postdoc am Bayreuther Lehrstuhl für
Biogeographie tätig war und heute an der Universität Bozen lehrt, hat an
der Untersuchung der italienischen Forschungsflächen mitgearbeitet.

HerbDiv-Net – ein multinationales Forschungsnetzwerk

Die multinationalen Forschungsarbeiten, die von Dr.
Lauchlan Fraser an der Thompson Rivers University in Kamloops/Kanada
geleitet wurden, sind Teil des Forschungsnetzwerks "HerbDivNet". Die
Mitglieder dieses Netzwerks verfolgen gemeinsam das Ziel, durch
aufeinander abgestimmte wissenschaftliche Experimente an global oder
regional verteilten Standorten (Coordinated Distributed Experiments,
CDE) generalisierbare Erkenntnisse zu gewinnen, die für strategische
Planungen im Umwelt- und Naturschutz unerlässlich sind. Prof. Dr. Anke
Jentsch gehört dem Leitungsgremium von "HerbDivNet" an.

Veröffentlichung:

Lauchlan H. Fraser et al.,

Worldwide evidence of a unimodal relationship between productivity and plant species richness,