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Mit 27 Kühen im grünen Bereich

(aid) – Mit 27 Milchkühen begegnet Landwirt Ezra Lehman im schleswig-holsteinischen Sterup erfolgreich der Misere auf den Milchmärkten. Während größere und vielfach auch modernere Betriebe unter den schlechten Milchpreisen an den Rand der Existenz getrieben werden, erwirtschaftet Lehman mit seiner eher bescheidenen Herde den Lebensunterhalt für sich und seine sechsköpfige Familie. "Es ist unser einziges wirtschaftliches Standbein", tritt der aus den USA stammende Landwirt Vermutungen entgegen, das "echte Geld" werde auf andere Art und Weise verdient.
Das Geheimnis seines wirtschaftlichen Erfolges ist seine Philosophie einer konsequenten Kostenminimierung. Das beginnt schon bei der Art der Haltung. Auf umfassende Investitionen in Stallanlagen verzichtete der Landwirt. Stattdessen werden die Kühe von April bis November auf der Weide gehalten. Selbst in den Wintermonaten erhalten die Tiere Weidegang, sofern es das Wetter zulässt. Auf diese Weise konnte auf Ausgaben im Bereich der Entmistung verzichtet werden. Die Tiere koten draußen, insofern sei kein Mist auszubringen, das schont auch die Dieselrechnung.
Durch die ausgeprägte Weidehaltung spart der Landwirt Kraftfutter. "Der hohe Frischfutteranteil in der Tagesration der Kühe spart uns pro Kuh und Jahr gut 1,25 Tonnen Kraftfutter", ist der Landwirt stolz, "da kommt bei unseren 27 Kühen schon einiges zusammen". Zudem zeigten sich seine Kühe widerstandsfähiger, "auf Antibiotika verzichte ich bei meinen Kühen seit nunmehr vier Jahren." Als Gras wurde ein spezielles Hoch-Zucker-Gras aus Wales angesät, das sich ideal an den maritimen Standort einfügt und besonders nahrhaft ist.
Aus diese Weise senkte Lehman die Kosten um 11 Cent auf aktuell 33 Cent/kg Milch. Durch eine Aufstockung der Herde auf 60 Kühe sollen die Kosten je kg Milch um weitere zehn Cent gedrückt werden. Da die Produktion den Regeln für amerikanische Biolebensmittel genügt, erhielten die Lehmans im März noch gute 43 Cent.
Die Familie pachtete den etwa 20 Hektar großen Betrieb vor sieben Jahren von der Stiftung Aktion Kulturland. Nach irischen und neuseeländischen Vorbildern folgten die Pächter dem Ansatz des "Low-Cost-Managements". Hierzu zählte auch die Wahl einer geeigneten Rinderrasse, die die Familie in Jersey- und Angler Rinder fand. "Die Tiere geben nur 6.200 Liter Milch pro Jahr, doch ihre Haltung ist wesentlich kostengünstiger", erklärt Lehman seinen Schritt, "die Rinder sind einfach robuster".
aid, Dr. Uwe Scheper

36 auf einen Streich – Forscher beobachten „unmögliche“ Ionisation

36 auf einen Streich – Forscher beobachten „unmögliche“ Ionisation
Weltstärkster Röntgenlaser schießt Rekordzahl von Elektronen aus einem Atom
Mit dem weltstärksten Röntgenlaser hat ein internationales Forscherteam unter Hamburger Leitung ein überraschendes Verhalten von Atomen entdeckt: Mit einem einzigen Röntgenblitz konnte die Gruppe um Daniel Rolles vom Center for Free-Electron Laser Science (CFEL) die Rekordzahl von 36 Elektronen auf einmal aus einem Xenon-Atom herausschießen. Das sind deutlich mehr, als bei der Energie der verwendeten Röntgenstrahlung rechnerisch überhaupt möglich ist. Die Wissenschaftler stellen ihre unerwarteten Beobachtungen im Fachblatt „Nature Photonics“ vor. Das CFEL ist eine Kooperation von DESY, der Max-Planck-Gesellschaft und der Universität Hamburg.

Verliert ein Atom Elektronen, bekommt es eine positive elektrische Ladung – es wird ionisiert. Diese Ion isation ist umso stärker, je mehr Elektronen dem Atom entrissen werden. Die Forscher um Rolles von der Max Planck Advanced Study Group am CFEL hatten an der Linac Coherent Light Source (LCLS) des US-Forschungszentrums SLAC in Kalifornien Atome des Edelgases Xenon mit intensiven Röntgenlaserblitzen beschossen. Die Lichtteilchen (Photonen) der verwendeten Röntgenstrahlung hatten mit 1,5 Kilo-Elektronenvolt (1,5 keV) rund tausendmal mehr Energie als sichtbares Licht. Trifft so ein energiereiches Photon auf ein Elektron in der Xenon-Atomhülle, gibt es seine Energie an das Elektron ab. Durch diesen Stoß kann das Elektron aus der Atomhülle herausgeschubst werden – je nachdem, wie fest es gebunden ist.

Rechnerisch lassen sich bei der verwendeten Energie bis zu 26 der 54 Elektronen des Edelgases herausschießen, die übrigen sind zu stark gebunden. Tatsächlich beobachteten die Wissenschaftler jedoch, dass bis zu 36 Elektronen aus den Atomen flogen. „Nach unserem Wissen ist das die höchste Ionisation, die jemals mit einem einzigen elektromagnetischen Impuls in einem Atom erreicht worden ist“, betont Rolles, der künftig eine Helmholtz-Nachwuchsgruppe bei DESY leiten wird. „Unsere Beobachtung zeigt, dass die bestehenden theoretischen Ansätze modifiziert werden müssen.“

Ursache für die „unmögliche“ Ionisation ist eine sogenannte Resonanz: Im verwendeten Energiebereich können die Xenon-Elektronen sehr viel Röntgenstrahlung aufnehmen. Manche werden dadurch direkt aus dem Atom hinausbefördert, andere gehen in einen sogenannten angeregten, das heißt energiereicheren Zustand über, sind aber noch gebunden. Fällt eines der angeregten Elektronen jedoch in seinen Ausgangszustand zurück, wird wiederum Energie frei, die einem anderen angeregten Elektron den nötigen Extra-Schubs geben kann, um es ganz aus dem Atom zu befördern. In seltenen Fällen wird auch das bereits angeregte Elektron von einem zweiten Photon aus dem Röntgenblitz getroffen und so aus der Atomhülle geschossen.

„Das LCLS-Experiment hat einen unerwarteten und zuvor unerreichten Ladungszustand produziert, indem gleich Dutzende Elektronen aus einem Atom katapultiert wurden“, unterstreicht Ko-Autor Benedikt Rudek, Doktorand am Heidelberger Max-Planck-Institut für Kernphysik, der die Daten analysiert hat. „Die absorbierte Energie pro Atom war mehr als doppelt so hoch wie erwartet.“ Dieser Resonanzeffekt ist für Xenon gerade bei einer Energie von 1,5 keV besonders stark. Entsprechend beobachteten die Forscher selbst bei einer höheren Energie von 2 keV nur weniger stark ionisierte Atome. Auf Grundlage der Messungen verfeinerten CFEL-Wissenschaftler ein mathematisches Modell, mit dem sich solche Resonanz en in schweren Atomen berechnen lassen. In Folgeexperimenten haben Forscher unter anderem Krypton und Moleküle mit schweren Atomen an der LCLS untersucht, wie Ko-Autor Artem Rudenko betont, der inzwischen an der Kansas State University arbeitet und eines dieser Folgeexperimente geleitet hat.

Die Beobachtungen haben auch praktische Bedeutung für die Forschung: „Unsere Ergebnisse liefern ein Rezept, um den Elektronenverlust in einer Probe zu maximieren“, erläutert Rolles. Das kann erwünscht oder unerwünscht sein. „Beispielsweise können Forscher unser e Ergebnisse nutzen, die ein sehr stark elektrisch geladenes Plasma erzeugen wollen.“ Bei der Untersuchung biologischer Proben hingegen sollten Wissenschaftler die Resonanzbereiche solcher schweren Atome vermeiden. "Die meisten biologischen Proben enthalten einige schwere Atome", betont Rolles. Im Resonanzbereich werden solche Proben an diesen Stellen besonders schnell beschädigt, was die Abbildungsqualität beeinträchtigen kann.

Für die Präzisionsmessungen an der LCLS diente eine von der Max Planck Advanced Study Group (ASG) am CFEL zusammen mit de m Max-Planck-Institut für Kernphysik, dem Max-Planck-Institut für medizinische Forschung und dem Max-Planck-Institut Halbleiterlabor entwickelte Experimentierkammer, die in insgesamt 40 Kisten komplett nach Kalifornien verschifft wurde. Diese CFEL-ASG Multi-Purpose chamber (CAMP) war drei Jahre an der LCLS aufgebaut und kam bei mehr als 20 Experimenten zum Einsatz.

An der Untersuchung waren außer dem Hamburger Center for Free-Electron Laser Science, DESY und dem US-Forschungszentrum SLAC mehrere Max-Planck-Institute sowie rund ein Dutzend Institutionen a us Deutschland, Frankreich, Japan und den USA beteiligt.

Unterernährung bleibt Hauptursache für Kindstod

Unterernährung bleibt Hauptursache für Kindstod
Armutsproblem für 45 Prozent aller Fälle unter fünf Jahren verantwortlich
 
Getreide: 3,1 Mio. Kinder sterben jährlich (Foto: pixelio.de, P. Freitag)

Baltimore (pte011/07.06.2013/10:45) – Unterernährung ist weltweit für 45 Prozent der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren verantwortlich, wie eine Studie der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health http://jhsph.edu ermittelt hat. Eine schlechte Ernährung führt jährlich zum Tod von rund 3,1 Mio. Kindern dieser Altersgruppe.

3,5 Bio. Dollar Kosten pro Jahr

Ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Robert Black hat die verschiedenen Ursachen von Unterernährung in Schwangerschaft und Kindheit untersucht. Laut den Forschern haben die ersten 1.000 Tage des Lebens, von der Empfängnis bis zum zweiten Lebensjahr, dauerhafte Auswirkungen auf die Gesundheit. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin The Lancet http://thelancet.com veröffentlicht.

Zur Fehlernährung gehören Übergewicht und Fettsucht genauso wie Unterernährung. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft sind enorm. Laut einem neuen Bericht der Vereinten Nationen kostet Fehlernährung die Welt rund 3,5 Bio. Dollar, das entspricht 500 Dollar pro Mensch in den Bereichen Gesundheitsversorgung und verlorener Produktivität.

900.000 Leben wären zu retten

Für die aktuelle Studie analysierten die Wissenschaftler Daten zu Unterernährung und Fettsucht bei Müttern und Kindern in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen seit 2008. Zusätzlich untersuchte das Team nationale und internationale Fortschritte bei Ernährungsprogrammen. Es hat laut den Forschungsergebnissen in den letzten Jahren Fortschritte gegeben.

Trotzdem schätzen die Forscher, dass 2011 weltweit mehr als 165 Mio. Kinder unter Wachstumsstörungen gelitten haben – das heißt, dass sie für ihr Alter zu klein sind und dass rund 50 Mio. von Auszehrung betroffen waren. Rund 900.000 Menschenleben könnten laut den Experten in 34 Ländern gerettet werden, wenn zehn erprobte Ernährungsinterventionen auf 90 Prozent der Welt ausgeweitet würden.

Kein Ausweg aus der Armutsfalle

Laut Black haben die Monate der Schwangerschaft und die Bedingungen in den ersten beiden Lebensjahren große Auswirkungen auf die Sterblichkeit und chronische Erkrankungen bei Erwachsenen. Die Wissenschaftler warnen, dass sich die betroffenen Länder nicht von der Armut befreien werden können, wenn Ernährung nicht zu einer weltweiten Priorität wird. Entwicklungsexperten kommen an diesem Wochenende in London zu einem Ernährungsgipfel zusammen, der von den Regierungen Großbritanniens und Brasiliens veranstaltet wird.

Wie der Arktische Ozean salzig wurde

Wie der Arktische Ozean salzig wurde

AWI-Forscher modellieren Klimaveränderung durch Absenken des Grönland-Schottland-Rückens

Der Arktische Ozean war einst ein gigantischer Süßwassersee. Erst als
die Landbrücke zwischen Grönland und Schottland weit genug abgesunken
war, strömte eine große Menge Salzwasser aus dem Atlantik ein.
Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts haben nun mit Hilfe eines
Klimamodells nachvollzogen, wie dieser Prozess vonstattenging. Dadurch
lässt sich die Geburt der Arktischen Zirkulation wie wir sie heute
kennen auch erstmalig genauer beschreiben. Die Ergebnisse der Studie
erscheinen nun im Fachmagazin Nature Communications.

Jahr für Jahr strömen etwa 3.300 Kubikkilometer Süßwasser in den
Arktischen Ozean. Das entspricht zehn Prozent der jährlichen
Wassermenge, die alle Flüsse der Welt zusammen in die Ozeane bringen. In
dem warmen und feuchten Klima des Eozäns (etwa 56 bis 34 Millionen
Jahre vor heute) war der Zufluss von Süßwasser vermutlich sogar noch
deutlich größer. Doch im Gegensatz zu heute gab es in dieser
erdgeschichtlichen Periode keinen Wasseraustausch mit den anderen
Ozeanen. Der Einstrom von salzhaltigem Atlantik- und Pazifikwasser, der
heute vom Pazifischen Ozean über die Beringstraße sowie vom Nordatlantik
über die Schwelle des Grönland-Schottland-Rückens den Weg in den
Arktischen Ozean findet, war damals nicht möglich, da diese heute
unterseeischen Regionen über dem Wasser lagen.

Erst durch das Verschwinden der Landbrücke zwischen Grönland und
Schottland konnte eine erste Ozeanpassage entstehen, die die Arktis mit
dem Nordatlantik verbindet und einen Wasseraustausch ermöglicht.
Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für
Polar- und Meeresforschung (AWI) haben nun diese geologischen
Veränderungen in einem Klimamodell berücksichtigt und den Einfluss auf
das Klima simuliert. Dafür haben sie in ihren Simulationen die
Landbrücke bis zu einer Tiefe von 200 Meter schrittweise abgesenkt.
„Dieser tektonische Absenkungsprozess dauerte in der Realität mehrere
Millionen Jahre“, sagt Klimawissenschaftler Michael Stärz, Erstautor der
Studie. „Interessanterweise traten die größten Veränderungen im
Zirkulationsmuster und den Eigenschaften des Arktischen Ozeans jedoch
erst auf, als die Absenkung der Landbrücke Tiefen unterhalb von etwa 50
Metern erreichte.“

Diese Schwellwerttiefe entspricht der Mächtigkeit der obersten
winddurchmischten Wasserschicht. Sie legt fest, in welcher Tiefe das
relativ leichte arktische Oberflächenwasser aufhört und die
darunterliegende Schicht des einströmenden Nordatlantikwassers beginnt.
„Erst wenn der Ozeanrücken unterhalb der winddurchmischten Schicht
liegt, kann das schwerere salzhaltige Nordatlantikwasser relativ
ungestört über die Passage in die Arktis einströmen“, erklärt Stärz.
„Nachdem die Öffnung der Ozeanpassage zwischen Grönland und Schottland
diese kritische Tiefe überwunden hatte, entstand daraus der Ozean mit
Salzgehalten wie wir sie heutzutage von der Arktis kennen.“ Die
Entstehung von Ozeanpassagen spielt eine entscheidende Rolle für die
globale Klimageschichte. Sie führen zu einer Änderung der ozeanischen
Wärmetransporte zwischen den mittleren und polaren Breitengraden.

Unterstützt wird die Annahme eines einst isolierten arktischen
Ozeanbeckens auch durch den Fund fossiler Süßwasseralgen aus eozänen
Tiefseesedimenten, die im Rahmen einer internationalen Bohrung nahe des
Nordpols im Jahr 2004 gewonnen wurden. Die einstige Landbrücke liegt
mittlerweile in etwa 500 Metern Wassertiefe und besteht fast
ausschließlich aus vulkanischem Basaltgestein. Island ist der einzige
Teil, der noch immer über dem Wasser liegt.

Fettsucht in Europa: Kampfansage

      Brüssel/Berlin, 15.03.2005 um 16:01 


      Markos Kyprianou, Europäischer Kommissar für Gesundheit und
      Verbraucherschutz, hat sich verpflichtet, mit Industrie und
      Verbrauchervertretern, Gesundheitsexperten und führenden Politikern
      zusammenzuarbeiten, um gegen Fettleibigkeit in Europa vorzugehen. Laut
      heute veröffentlichen Angaben steigt die Zahl der übergewichtigen
      Schulkinder in Europa um 400 000 pro Jahr. Den Angaben der Internationalen
      Taskforce für Adipositas (IOTF) zufolge sind wahrscheinlich mehr als 200
      Mio. Erwachsene in der EU übergewichtig oder fettleibig. „Fettleibigkeit
      steigt rasant, und die Gewichtszunahme der Europäer hat verheerende Folgen
      für die öffentliche Gesundheit und bringt enorme volkswirtschaftliche
      Kosten mit sich. Europa steht vor einer Epidemie, die genau so schlimm ist
      wie die nordamerikanische. Insbesondere die weiter steigende Rate von
      Übergewicht und Fettleibigkeit bei Schulkindern macht mir Sorge”, sagte
      Kommissar Kyprianou. „Die EU-Aktionsplattform, die wir heute ins Leben
      rufen, ist Europas Beitrag zur Bewältigung dieser Herausforderung. Die
      Industrie, die Zivilgesellschaft und die Regierungen müssen
      zusammenarbeiten, um der steigenden Fettleibigkeit unserer Kinder
      entgegenzuwirken”.


      Kommissar Kyprianou fuhr fort, „Die Plattform wird freiwillige Maßnahmen
      in den Bereichen der Verbraucherinformation und –aufklärung, Marketing und
      Werbung, Förderung körperlicher Bewegung, Lebensmittelzusammensetzung und
      Portionsgrößen erwägen. Ich hoffe, dass 2006 die ersten Initiativen
      angenommen werden und dass diese von praktischem Nutzen sind. Entscheidend
      ist, ob der Prozess der Zusammenarbeit, den wir heute einleiten, zu
      Ergebnissen führen kann”.


      Die zunehmende Verbreitung von Fettleibigkeit, insbesondere bei jungen
      Menschen, hat Gesundheitsexperten auf den Plan gerufen. Sie ist ein
      Risikofaktor für viele schwere Erkrankungen, wie Herzkrankheiten,
      Bluthochdruck, Schlaganfall, Atemwegserkrankungen, Arthritis und bestimmte
      Krebsarten. Auch für die steigende Zahl der an Typ-2-Diabetes Erkrankten
      wird die Fettleibigkeitsepidemie in Europa verantwortlich gemacht. Falsche
      Ernährung und Bewegungsmangel gehören zu den führenden Ursachen
      vermeidbarer Todesfälle in Europa, wobei die Fettleibigkeit
      schätzungsweise 2-8 % der Kosten im Gesundheitswesen verursacht.


      Die Europäische Aktionsplattform für Ernährung und körperliche Bewegung
      bringt die wichtigsten Vertreter der Lebensmittelindustrie, des
      Einzelhandels, des Gaststättengewerbes, der Werbebranche, der
      Verbraucherverbände und der nichtstaatlichen Gesundheitsorganisationen auf
      EU-Ebene zusammen.


      In den kommenden Monaten werden die Mitglieder der Plattform Aktionspläne
      mit Vorschlägen zur Förderung einer gesünderen Ernährung und mehr
      sportlicher Bewegung unterbreiten. Nationale und lokale Initiativen sollen
      durch die Maßnahmen unterstützt werden und damit dazu beizutragen,
      Katalysatorwirkung für neue Initiativen in der gesamten EU zu entfalten.

Allgemein- und Viszeralchirurgie auf dem Prüfstand

München – In der Medizin verändern neue wissenschaftliche Erkenntnisse auch bisher bewährte Standards. Das Wissen verdoppelt sich derzeit in knapp fünf Jahren. Beispielsweise wird heute die Entfernung von Lymphknoten bei Krebsoperationen kritisch hinterfragt. Wichtig ist deshalb, Verfahren in der Diagnostik und in der Therapie immer wieder auf den Prüfstand zu stellen. Neue Erkenntnisse aus der Forschung, die zukünftig chirurgische Eingriffe im Bauchraum optimieren werden, sind die Themen des 11. Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV). Dieser findet vom 28. April bis 1. Mai 2009 in München statt.

Über neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Krebschirurgie informieren Experten verschiedener Fachrichtungen in der DGAV-Präsidentensitzung. „Darin hinterfragen wir bisherige Standards und informieren, wo Änderungen notwendig und sinnvoll sind“, meint Professor Dr. med. Hans-Peter Bruch, Präsident der DGAV, Lübeck. Dazu gehört zum Beispiel die Entfernung der Lymphknoten bei Krebsoperationen. Können Lymphnotenmetastasen überhaupt metastasieren – oder sind sie nicht vielmehr ein Hinweis auf das Erkrankungsstadium? Auch neue Erkenntnisse aus der Molekulargenetik zur Diagnose und Früherkennung des Krebses, die Operationen verhindern könnten, sind Thema dieser Vortragstagung.

Krebschirurgie ist eines der Gebiete, in der der Erfolg des Eingriffes wesentlich von Erfahrung und Können des Operateurs abhängt: Bösartige Tumore im Bauchraum erfordern – bedingt durch ihre Lage – individuelle Abwägungen, welches Verfahren die besten Erfolgsaussichten für die Erkrankten bietet. Sie erfordern gut ausgebildete Viszeralchirurgen und entsprechend ausgestattete Kliniken. Aus- und Weiterbildung des Nachwuchses und Qualitätssicherung sind deshalb weitere Schwerpunktthemen des diesjährigen Kongresses.

Der 11. Jahreskongress der DGAV wird außerdem eine Plattform für junge Chirurgen sein. Sie können ihre wissenschaftlichen Arbeiten im „DGAV-Posterzelt“ diskutieren. Wie junge Chirurgen für die Allgemein- und Viszeralchirurgie begeistert werden können, diskutieren Experten auch in mehreren Vorträgen. Denn derzeit entscheiden sich nicht mal drei Prozent der Medizinstudenten für die Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Die medizinische Fachgesellschaft DGAV fördert den chirurgischen Schwerpunkt Allgemein- und Viszeralchirurgie in Wissenschaft und Praxis. Sie engagiert sich insbesondere in der Aus- und Weiterbildung sowie in der Qualitätssicherung, arbeitet interdisziplinär mit anderen chirurgischen Schwerpunktfächern im In- und Ausland zusammen und koordiniert die viszeralchirurgische Forschung sowie deren Transfer in die Praxis.

Im Rahmen des 126. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie vom 28. April bis 1. Mai 2009 veranstaltet die DGAV ihren 11. Jahreskongress. Dort informiert sie über aktuelle Entwicklungen in zahlreichen Vortragsveranstaltungen und in einer Pressekonferenz am 28. April 2009 im ICM München.

 

GI begrüßt die KI-Strategie

GI begrüßt die KI-Strategie der Bundesregierung als wichtigen Impuls für die Spitzenforschung

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) bewertet die „Strategie
Künstliche Intelligenz“ der Bundesregierung als einen sehr wichtigen und
vielversprechenden ersten Schritt auf dem Weg, Deutschland und Europa
zur KI-Weltspitze zu entwickeln. Gleichwohl schlägt die GI
Konkretisierungen im Zuge der Umsetzung der Strategie vor, insbesondere
bei der interdisziplinären Forschung, bei der Vermeidung militärischer
KI-Forschung und bei der Stärkung des akademischen Mittelbaus.

Deutschland und Europa sollen in Zukunft
führender Standort für Künstliche Intelligenz (KI) werden. Dafür hat die
Bundesregierung auf der Kabinettssitzung in Potsdam eine „Strategie
Künstliche Intelligenz“ beschlossen. Sie will damit einen „Rahmen für
eine ganzheitliche politische Gestaltung der weiteren Entwicklung und
Anwendung Künstlicher Intelligenz in Deutschland“ setzen. Die
Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) und der GI-Fachbereich ‚Künstliche
Intelligenz‘ (GI-FBKI) als größte nationale, gemeinnützige
KI-Organisation in Europa begrüßen diese KI-Strategie, sehen allerdings
Konkretisierungsbedarf für deren Umsetzung bei der interdisziplinären
Forschung, bei der Vermeidung militärischer KI-Forschung und bei der
Stärkung des akademischen Mittelbaus in der KI-Forschung.

Prof. Dr. Hannes Federrath, Präsident der GI:
„Die Gesellschaft für Informatik und insbesondere der Fachbereich
‚Künstliche Intelligenz‘ begrüßen die Bestrebung der Bundesregierung
sowohl Forschung und Entwicklung als auch Anwendung von KI in
Deutschland und Europa auf ein weltweit führendes Niveau zu bringen. Wir
unterstützen insbesondere die verantwortungsvolle und am Gemeinwohl
orientierte Entwicklung und Nutzung von KI. Die Strategie hat alle
wesentlichen Vorschläge aufgenommen, die die GI im Rahmen des
Konsultationsprozesses eingebracht hat. Jetzt muss die Bundesregierung
schnell in den Umsetzungsmodus kommen und die aufgezeigten Maßnahmen in
konkretes Regierungshandeln überführen.“

PD Dr. Matthias Klusch, Sprecher des GI-FBKI:
„Wir begrüßen ausdrücklich die Bestrebung der Bundesregierung, die KI in
Forschung, Lehre und praktischer Anwendung unter der Bezeichnung
„Artificial Intelligence (AI) made in Germany“ signifikant zu fördern.
Insbesondere unterstützen wir die Absicht, dass die Förderung auf einer
breiten wissenschaftlichen und technologischen Basis unter
Berücksichtigung bereits in Deutschland bestehender, exzellenter
Kompetenzen in der KI als Ganzes erfolgen soll und nicht auf das
KI-Teilgebiet Maschinelles Lernen beschränkt wird. Neben dem Aufbau von
weiteren Zentren für KI-Spitzenforschung in Deutschland, mit besonderer
Position des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz,
ist auch eine breitere Förderung von Hochschulen notwendig, um die
Exzellenz auch in der Breite und durch optimale Ausbildung von
benötigten Fachkräften in der KI zu ermöglichen. 

Eine der zentralen, künftigen
Herausforderungen für die KI-Forschung stellt die Entwicklung von
Methoden für eine geeignete Integration von unterschiedlichen
KI-Technologien dar, wie die formal-logische Inferenz von Wissen,
automatisches Planen oder Lernen mit neuronalen Netzen, das sogenannte
‚Deep Learning‘. Das kann zur Entwicklung von neuen, innovativen
KI-Systemen und Anwendungen führen, die in einer realen Umwelt mit und
für den Menschen sicher und verständlich nachvollziehbar, situativ
optimal lernen, planen und handeln. Dabei sollte sich die KI-Forschung
interdisziplinär auch am notwendigen kritischen, gesellschaftlichen
Diskurs über Risiken und Chancen ihrer Anwendung und wirtschaftlichen
Verwertung in Bereichen wie Industrie und Arbeit 4.0, Gesundheitswesen
und autonomes Fahren, aktiv beteiligen – schon allein um überzogen
optimistischen oder dystopischen Vorstellungen in diesem Kontext
entgegenzuwirken.“

Mehr verantwortungsvolle, interdisziplinäre und keine militärische KI-Forschung 

Die GI begrüßt deshalb ausdrücklich auch die
Pläne der Bundesregierung zu einer verantwortungsvollen und am
Gemeinwohl orientierten Entwicklung und Nutzung von KI und fordert mehr
interdisziplinäre Forschung. 

Prof. Dr. Christina B. Class, Sprecherin des
GI-Fachbereichs ‚Informatik und Gesellschaft‘: „Der zunehmende Einsatz
von KI wird nicht nur die Arbeitswelt und Geschäftsbeziehungen
verändern, sondern die gesamte Gesellschaft. Daher müssen nicht nur die
Sozialpartner, sondern alle betroffenen Gruppen einbezogen werden. Ein
sogenanntes ‚Ethics by, in and for design‘ ist nicht ausreichend, um
allen Fragen zu begegnen. Forschungsförderung muss sich auch auf
interdisziplinäre Fragen beziehen. Die Veränderungen, die auf uns
zukommen, müssen in allen Bereichen bewusst gestaltet werden, um die
Grundwerte unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung zu bewahren.
Wir hoffen, dass die Bundesregierung die Strategie um tragfähige
Vorhaben in diesen Fragen ergänzt.“

Die Erforschung von KI-Anwendungsmöglichkeiten
zum Schutz der äußeren Sicherheit und für militärische Zwecke im Rahmen
der Ressortzuständigkeiten sieht die GI äußerst kritisch. So
unterstützt der GI-Fachbereich ‚Künstliche Intelligenz‘ die Initiative
gegen intelligente, autonome Waffensysteme mit Entscheidungsgewalt zur
Tötung von Menschen (https://futureoflife.org/lethal-autonomous-weapons-pledge),
sieht darin auch einen weiteren wichtigen Beitrag zu einem möglichen
Markenkern der „AI made in Germany“ und fordert eine solche
Berücksichtigung in der Konkretisierung der KI-Strategie der
Bundesregierung. 

Notwendiger Ausbau informatischer Bildung zu KI und in der Breite 

Die Bundesregierung will, dass allen
Schülerinnen und Schülern, die ab dem Schuljahr 2018/2019 eingeschult
werden, bis zum Ende ihrer Schullaufbahn „ein umfassender Kanon
digitaler Kompetenzen“ vermittelt wird. Die GI begrüßt diesen Anspruch
ausdrücklich. Damit die allgemeinbildende Schule dem jedoch gerecht
werden kann, braucht es allerdings mehr als den „Digital-Pakt“, der in
erster Linie auf die nötige digitale Infrastruktur abzielt. Der Ausbau
der informatischen Bildung, auch aber nicht nur zu Künstlicher
Intelligenz, in den allgemeinbildenden und den berufsbildenden Schulen
ist einer der wichtigsten Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit unseres
Landes, da diese Aufgabe nicht von anderen Fächern nebenbei erfüllt
werden kann.

Prof. Dr. Torsten Brinda, Sprecher des
GI-Fachbereichs ‚Informatik und Ausbildung/ Didaktik der Informatik‘:
„Es ist unerlässlich, dass dabei ein wesentliches Augenmerk auf die
Informatik als Leitwissenschaft der Digitalisierung gerichtet wird, und
dass flächendeckend und verpflichtend alle Schülerinnen und Schüler
entsprechende Kompetenzen erwerben. Das ist in der erforderlichen
inhaltlichen Tiefe in der Breite fächerintegriert nicht möglich – es
erfordert einerseits ein Fach „Informatik“ für alle und andererseits
entsprechende Investitionen in die dafür erforderliche Ausbildung von
Informatik-Lehrkräften. Der Bund muss den Ländern dafür gezielt Anreize
setzen. Nur so können kommende Generationen zu mündigen und
verantwortungsvollen Gestaltern des digitalen und gesellschaftlichen
Wandels ausgebildet werden.“

Wissenschaftlichen Mittelbau in der KI stärken und Brain-Drain vermeiden

Die KI-Strategie sieht vor, ein Programm zur
wissenschaftlichen Nachwuchsförderung und Lehre im Bereich KI
aufzulegen; insbesondere sollen 100 KI-Professuren neu geschaffen
werden. Das ist sehr zu begrüßen! Dabei ist sehr zu hoffen, dass diese
Stellen nicht nur international konkurrenzfähig bestens und permanent
ausgestattet werden, sondern auch inhaltlich die KI als Ganzes exzellent
abdecken können und sich nicht, wie auf dem aktuellen Stellenmarkt
bereits stark tendenziell sichtbar, nur rein auf maschinelles Lernen
oder verwandte Felder wie Data Science beschränken. Ansonsten besteht
das sehr hohe Risiko, dass im internationalen Vergleich unser
wissenschaftlicher Mittelbau in der deutschen KI-Forschung bereits auf
kurze und mittlere Sicht extrem geschwächt wird – und damit auch ein
ansteigendes Abwandern von Fachkräften und Experten in der KI ins
Ausland („Brain-Drain“) einhergeht. Spitzenforschung braucht einen
starken akademischen Mittelbau von Nachwuchswissenschaftlern: Sie sind
das Rückgrat deutscher Spitzenforschung und wesentlicher Erfolgsfaktor
für den Wissenschafts- und insbesondere den Informatik-Standort
Deutschland.

Dr. Kerstin Lenk, Sprecherin des GI-Beirats
für den wissenschaftlichen Nachwuchs: „Gerade im akademischen Mittelbau
sind die Arbeitsverhältnisse oft prekär. Das ist ein generelles Problem.
Um die Abwanderung des hoch qualifizierten wissenschaftlichen
Nachwuchses in die Wirtschaft oder das Ausland kurzfristig zu
verlangsamen und langfristig zu stoppen, sind konkrete Maßnahmen
erforderlich. Befristete Arbeitsverträge, schlechte Arbeitsverhältnisse
und Vergütung machen Wissenschaft für viele Nachwuchstalente zur
unattraktiven Risikokarriere.“

Über die Gesellschaft für Informatik e.V. und den GI-Fachbereich ‚Künstliche Intelligenz‘

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ist
mit rund 20.000 persönlichen und 250 korporativen Mitgliedern die größte
und wichtigste Fachgesellschaft für Informatik im deutschsprachigen
Raum und vertritt seit 1969 die Interessen der Informatikerinnen und
Informatiker in Wissenschaft, Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung,
Gesellschaft und Politik. Mit 14 Fachbereichen, über 30 aktiven
Regionalgruppen und unzähligen Fachgruppen ist die GI Plattform
und Sprachrohr für alle Disziplinen in der Informatik. Weitere
Informationen finden Sie unter www.gi.de.

Der GI-Fachbereich ‚Künstliche Intelligenz‘
(GI-FBKI) ist Träger der von der GI geförderten wissenschaftlichen
Arbeit auf allen Teilgebieten der Künstlichen Intelligenz. Der
Fachbereich veranstaltet eine jährliche Fachtagung KI, auf der
insbesondere Arbeiten aus seinen aktuell 11 Fachgruppen und
Arbeitskreisen zum Fachgebiet Künstliche Intelligenz vorgestellt werden.
Ferner gibt der Fachbereich die Zeitschrift „Künstliche Intelligenz“ im
Springer Verlag heraus, die neben fachlichen Aufsätzen zur KI auch über
Aktivitäten im Fachbereich berichtet. Der GI-FBKI ist mit über 1.000
Mitgliedern eine der größten und wichtigsten nationalen KI-Verbände in
Europa und Teil der europäischen KI-Dachorganisation EurAI (European
Association for Artificial Intelligence). Weitere Informationen finden
Sie unterwww.kuenstliche-intelligenz.de

Private Postings töten Beziehung

Facebook: Private Postings töten Beziehung
Partner fühlt sich nicht länger einzigartig – Bedachtes Agieren wichtig
 
Herz: Häufiges Posten über Beziehung wirkt negativ (Foto: pixelio.de, S. Hainz)

Lawrence/Wien (pte001/14.02.2013/06:00) – Das übertriebene öffentliche Mitteilen von Details über das Privatleben über Facebook kann Liebesbeziehungen zerstören. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Erhebung der University of Kansas http://ku.edu , die besagt, dass Personen innerhalb einer Beziehung es nicht wertschätzen, wenn der Partner seine Gefühle auf der Plattform offenbart. Eines der negativen Aspekte dabei ist der Verlust des sich "Einzigartig-Fühlens", der mit den Bekundungen einhergeht. Intime Gefühle werden somit nicht nur mit dem Partner, sondern mit der gesamten Facebook-Community geteilt wird. Die Forscher richteten für die Untersuchung mehrere Test-Profile ein. Je höher die Offenheit der persönlichen Gefühle war, umso geringer wurde die Intimität wahrgenommen.

Beziehungsstatus macht stolz

"Es gibt zwei Seiten der Medaille. Details über die Intimität der Personen sollten innerhalb der Beziehung bleiben. Dabei meine ich nicht nur Sexualität, sondern beispielsweise Streitigkeiten oder Dinge, die zu einer persönlichen Kränkung führen können", erklärt Paartherapeutin Claudia Bernt http://claudiabernt.at im Interview mit pressetext.

Auf der anderen Seite können bestimmte Facebook-Aktivitäten den Partner auch stolz machen, wie unter anderem die Änderung des Beziehungsstatus auf "In einer Beziehung". "Natürlich kann das auch heikel sein, wenn sich das Paar wieder trennt und der Status wieder geändert wird, da es den anderen kränken kann und es zusätzlich alle anderen auch mitbekommen. Der Zeitpunkt, um diese Veränderung Freunden und Bekannten mitzuteilen, kann nicht mehr selbst gewählt werden, wenn der Partner das soziale Netzwerk unabgesprochen durch die Statusänderung informiert", führt die Expertin aus. Eine positive oder negative Auswirkung auf den Partner sei demnach stets von den Inhalten abhängig.

Frauen teilen Gefühle eher mit

Ob Frauen oder Männer einen größeren Drang zum Veröffentlichen privater Angelegenheiten haben, kann die Fachfrau nur spekulieren. "Wenn man von den zahlreichen Therapiesitzungen, Geschlechterforschungen und Ähnlichem ausgeht, sind Frauen eher bereit, über ihre Gefühle zu sprechen als Männer", sagt sie.

Demnach sei es naheliegend, dass sie sich auch über Facebook mehr mitteilen. "Männer sind grundsätzlich vorsichtiger, denn alles, was mit Gefühlen zu tun hat, stellt auch eine Angriffsfläche dar", so Bernt.

Alemtuzumab zur MS-Behandlung zugelassen

Alemtuzumab zur MS-Behandlung zugelassen

Profit vor Patientenwohl

Ein Jahrzehnt lang wurde der Wirkstoff
Alemtuzumab unter dem Handelsnamen MabCampath zur Behandlung von Leukämie
eingesetzt. Um den Umsatz zu erhöhen, wurde die Indikation jedoch im
vergangenen Jahr aufgegeben. Das Medikament erhielt nun unter dem Namen
Lemtrada eine Zulassung zur MS-Therapie und soll zu einem weit höheren Preis
verkauft werden. Die Leukämie-Patienten werden im Regen stehen gelassen.

Die Firma GENZYME, eine Tochter von SANOFI, erhielt
in der vergangenen Woche
für den monoklonalen Antikörper Alemtuzumab eine Zulassung
zur Behandlung von Multipler Sklerose. Die Firma BAYER war an der Entwicklung
des Präparats beteiligt und partizipiert an den Erlösen. Im letzten Jahr war
das Medikament zur Krebsbehandlung vom Markt genommen worden, obwohl es für
einige Formen der Leukämie die beste Behandlungsmöglichkeit darstellt.

Hintergrund des zunächst unverständlich wirkenden
Schachzugs: Nur wenige hundert PatientInnen in Deutschland benötigen das Leukämie-Präparat,
die Einnahmen waren dadurch begrenzt. Der Markt für MS-Medikamente hingegen ist
weitaus interessanter: allein in Deutschland gibt es rund 130.000 Betroffene, weltweit
sind es 2,5 Millionen. MS-PatientInnen leben zudem länger und müssen daher
länger behandelt werden.

Für MS wird jedoch eine viel geringere Dosis benötigt, jährlich
zwischen 30 und 60 mg. Zur Behandlung von Leukämie hingegen wurden in einem
Therapiezyklus 1.100 mg verabreicht. Da ein Wirkstoff für unterschiedliche
Anwendungen nicht unterschiedliche Preise haben darf, standen die Konzerne vor
einem Problem: zu dem früheren Preis versprach die MS-Therapie mit Alemtuzumab
keine großen Umsätze. Orientiert sich der Preis hingegen an den üblichen
Behandlungskosten von MS, würde er sich für Leukämie-Patienten extrem erhöhen,
was zu Kritik von Betroffenen und Krankenkassen führen würde. Um dem Dilemma zu
entgehen, gaben SANOFI und BAYER die wenig lukrative Indikation „Leukämie“
lieber ganz auf.

Philipp Mimkes von der Coordination
gegen BAYER-Gefahren
kritisiert: „Wieder einmal wird deutlich,
dass für BAYER, SANOFI & Co. allein der Profit zählt. Das Patientenwohl ist
dabei nachrangig. Nebenbei zeigt sich, dass die Preisbildung von Medikamenten
nichts mit den Entwicklungskosten zu tun hat: ein und dasselbe Medikament kann
vollkommen unterschiedliche Preise haben – je nachdem, was sich am Markt
durchsetzen lässt.“

Scharfe Kritik hatte bereits im vergangenen Jahr die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaftgeäußert:
Aus Sicht der AkdÄ übernimmt ein pharmazeutischer Unternehmer mit der
Zulassung eines Arzneimittels auch die Verantwortung für eine dauerhaft sichere
und unkomplizierte Versorgung der betroffenen Patienten. Mit der freiwilligen
Marktrücknahme und dem geplanten „Indikations-Hopping“ entzieht
sich der pharmazeutische Unternehmer seiner Verantwortung auf inakzeptable
Weise. Um ein solches Vorgehen zukünftig zu verhindern, müssen die gesetzlichen
Rahmenbedingungen entsprechend angepasst werden.“
Torsten
Hoppe-Tichy, Präsident des Bundesverbands
Deutscher Krankenhausapotheker
ergänzte: „Der
Stakeholder-Value wird hier in bisher nicht dagewesener Weise vor das
Patientenwohl gesetzt.“

Die SCHERING AG, die später in den BAYER-Konzern aufging,
hatte sich an der Entwicklung von Alemtuzumab beteiligt. Dank der
Lizenzabkommen mit GENZYME profitiert BAYER bis heute von der Vermarktung. Im
jüngsten Geschäftsbericht hieß es hierzu: „BAYER beteiligt sich weiterhin
an der gemeinsamen Entwicklung und hat bei erfolgreichem Abschluss die
Möglichkeit einer weltweiten Co-Promotion sowie Anspruch auf Lizenzgebühren und
umsatzabhängige Meilensteinzahlungen.“