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Fusionsanlage Wendelstein 7-X in Betrieb gegangen

Erstes Plasma: Fusionsanlage Wendelstein 7-X in Betrieb gegangen

Erfolgreicher Start mit Helium-Plasma / Anfang 2016 werden Plasmen aus Wasserstoff folgen

10. Dezember 2015

Am 10. Dezember 2015 wurde in der
Fusionsanlage Wendelstein 7-X im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik
(IPP) in Greifswald das erste Helium-Plasma erzeugt. Damit hat nach gut
einem Jahr technischer Vorbereitungen und Tests der Experimentierbetrieb
planmäßig begonnen. Wendelstein 7-X, die weltweit größte Fusionsanlage
vom Typ Stellarator, soll die Kraftwerkseignung dieses Bautyps
untersuchen.

10. Dezember 2015: Das erste Plasma in Wendelstein 7-X. Es bestand aus Helium, dauerte eine Zehntel Sekunde und erreichte eine Temperatur von rund einer Million Grad Celsius. (Eingefärbtes Schwarz-Weiß-Foto) Bild vergrößern

10. Dezember 2015: Das erste Plasma in Wendelstein 7-X. Es bestand aus Helium, dauerte eine Zehntel Sekunde und … [mehr]

Nach neun Jahren Bauzeit und über einer Million Montagestunden wurde
im April 2014 die Hauptmontage von Wendelstein 7-X abgeschlossen. 
Seither liefen die Betriebsvorbereitungen. Nacheinander wurden alle
technischen Systeme geprüft – das Vakuum in den Gefäßen, das Kühlsystem,
die supraleitenden Spulen, das von ihnen erzeugte Magnetfeld, das
Steuersystem sowie die Heizapparaturen und Messgeräte. Am 10. Dezember
war es soweit: Im Kontrollraum fuhr die Betriebsmannschaft das
Magnetfeld hoch und startete die computergeregelte Experiment-Steuerung.
Sie speiste rund ein Milligramm Heliumgas in das ausgepumpte
Plasmagefäß ein, schaltete die Mikrowellenheizung für einen kurzen 1,3
Megawatt-Puls an – und im Visier der eingebauten Kameras und Messgeräte
zeigte sich das erste Plasma. „Wir beginnen mit einem Plasma aus dem
Edelgas Helium. Erst im nächsten Jahr wechseln wir zu dem eigentlichen
Untersuchungsobjekt, einem Wasserstoff-Plasma“, erläutert Projektleiter
Professor Dr. Thomas Klinger: „Denn mit Helium ist der Plasmazustand
leichter zu erreichen. Außerdem können wir mit Helium-Plasmen die
Oberfläche des Plasmagefäßes reinigen“.

Das erste Plasma in der
Maschine dauerte eine Zehntel-Sekunde und erreichte eine Temperatur von
rund einer Million Grad. „Wir sind sehr zufrieden“, fasst Dr.
Hans-Stephan Bosch, dessen Bereich für den Betrieb von Wendelstein 7-X
zuständig ist, den Verlauf des ersten Experimentiertags zusammen: „Alles
lief wie vorgesehen“. Als nächstes will man die Dauer der
Plasmaentladungen verlängern und untersuchen, wie die Helium-Plasmen
durch Mikrowellen am besten zu erzeugen und aufzuheizen sind. Nach einer
Pause zum Jahreswechsel geht es im Januar mit Einschlussstudien weiter,
die das erste Plasma aus Wasserstoff vorbereiten.

Hintergrund

Zum Vergleich: Aufnahme im gleichen Blickwinkel in das leere Plasmagefäß, aufgenommen mit einer im Gefäß eingebauten Kamera. Aus wissenschaftlichen Gründen wurde eine Schwarz-Weiß-Kamera gewählt: Sie ist schneller, lichtempfindlicher und liefert Bilder in höherer Auflösung als eine Farbkamera. Bild vergrößern

Zum Vergleich: Aufnahme im gleichen Blickwinkel in das leere Plasmagefäß, aufgenommen mit einer im Gefäß eingebauten … [mehr]

Ziel der Fusionsforschung ist es, ein klima- und umweltfreundliches
Kraftwerk zu entwickeln. Ähnlich wie die Sonne soll es aus der
Verschmelzung von Atomkernen Energie gewinnen. Weil das Fusionsfeuer
erst bei Temperaturen über 100 Millionen Grad zündet, darf der
Brennstoff – ein dünnes Wasserstoffplasma – nicht in Kontakt mit kalten
Gefäßwänden kommen. Von Magnetfeldern gehalten, schwebt er nahezu
berührungsfrei im Inneren einer Vakuumkammer. Für den magnetischen Käfig
haben sich zwei verschiedene Bauweisen durchgesetzt, Tokamak und
Stellarator. Beide Anlagentypen werden im IPP untersucht: In Garching
läuft der Tokamak ASDEX Upgrade, in Greifswald seit heute der
Stellarator Wendelstein 7-X.

Gegenwärtig traut man nur einem Tokamak – dem internationalen
Testreaktor ITER, der in weltweiter Zusammenarbeit zurzeit in Cadarache
aufgebaut wird – ein energielieferndes Plasma zu. Wendelstein 7-X, die
weltweit größte Fusionsanlage vom Typ Stellarator, wird keine Energie
erzeugen. Trotzdem soll die Anlage beweisen, dass auch Stellaratoren
kraftwerkstauglich sind. Mit Wendelstein 7-X soll die Qualität von
Plasmagleichgewicht und -einschluss erstmals der eines Tokamaks
ebenbürtig werden. Und mit 30 Minuten langen Entladungen soll die Anlage
das wesentliche Plus der Stellaratoren vorführen, die Fähigkeit zum
Dauerbetrieb. Dagegen können Tokamaks ohne aufwändige Zusatzmaßnahmen
lediglich in Pulsen arbeiten.

Die Montage von Wendelstein 7-X begann im April 2005: Ein Ring aus 50
supraleitenden, etwa 3,5 Meter hohen Magnetspulen ist das Kernstück der
Anlage. Ihre speziellen Formen sind das Ergebnis ausgefeilter
Optimierungsrechnungen der Abteilung „Stellarator-Theorie“ und ihrer
über zehnjährigen Suche nach einem besonders wärmeisolierenden
magnetischen Käfig. Die Spulen sind auf ein stählernes Plasmagefäß
aufgefädelt und von einer ringförmigen Stahlhülle umschlossen. In ihrem
luftleer gepumpten Innenraum werden die Spulen mit flüssigem Helium auf
Supraleitungstemperatur bis nahe an den absoluten Nullpunkt abgekühlt.
So verbrauchen sie nach dem Einschalten kaum Energie. Der von ihnen
erzeugte Magnetfeldkäfig hält im Inneren des Plasmagefäßes das
Forschungsobjekt der Wissenschaftler in Schwebe, das 30 Kubikmeter
füllende ultra-dünne Plasma.

Die Fusionsanlage Wendelstein 7-X Bild vergrößern

Die Fusionsanlage Wendelstein 7-X

Die von Bund, Land und EU getragenen Investitionskosten für
Wendelstein 7-X beliefen sich auf 370 Millionen Euro. Die Bauteile
fertigten Firmen in ganz Europa; Aufträge im Wert von weit über 70
Millionen gingen an Unternehmen in der Region. Zahlreiche
Forschungseinrichtungen im In- und Ausland waren am Aufbau der Anlage
beteiligt. So trug im Rahmen der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher
Forschungszentren das Karlsruher Institut für Technologie die
Verantwortung für die Mikrowellen-Plasmaheizung; das Forschungszentrum
Jülich baut Messgeräte und fertigte die aufwändigen Verbindungen der
supraleitenden Magnetspulen. Den Einbau übernahmen Spezialisten der
Polnischen Akademie der Wissenschaften in Krakau. Die US-amerikanischen
Fusionsinstitute in Princeton, Oak Ridge und Los Alamos trugen u.a. mit
magnetischen Zusatzspulen und Messgeräten zur Ausrüstung von Wendelstein
7-X bei.                          

Isabella Milch

Wenn der Darm nicht zur Ruhe kommt

Wenn der Darm nicht zur Ruhe kommt
Familienstudie zu chronisch-entzündlichen
Darmerkrankungen
In Deutschland sind etwa 320.000 Menschen
von
einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) betroffen. Etwa ein
Fünftel
der Betroffenen ist jünger als 15 Jahre. Der Krankheitsverlauf ist
unterschiedlich schwer und verläuft oft in Schüben. Er umfasst
hauptsächlich
Darmbeschwerden, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen
können.
Forscherinnen und Forscher des Exzellenzclusters „Entzündungsforschung“

untersuchen die Ursachen für diese vielfältige Krankheit in
Familienverbünden.
Ziel ist es besser zu verstehen, warum manche Familienmitglieder
erkranken
während andere gesund bleiben. Diese Erkrankung im familiären Umfeld zu

untersuchen ist einzigartig in Deutschland. Die Familienstudie wird von
der
Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Die Erforschung von CED ist seit vielen
Jahren ein
wesentlicher Forschungsschwerpunkt in Kiel. Mittlerweile wird CED als
Barrierestörung verstanden, im aktuellen Fokus der Forschung steht
insbesondere
die Darmflora. Die Erkrankung tritt familiär gehäuft auf:
Familienangehörige von
Patientinnen und Patienten mit einer CED entwickeln 30- bis 50-mal
häufiger eine
CED als die Allgemeinbevölkerung. Neben dieser genetischen Veranlagung
werden
Veränderungen der Darmflora, Infektionen, das Ernährungsverhalten und
andere
vorwiegend westliche Lebensstilfaktoren für die Krankheitsentstehung
verantwortlich gemacht. Das Kieler Forschungsteam will mit seiner Studie
die
Lebensqualität von Betroffenen, insbesondere von Kindern, und deren
Familien
verbessern. „Die chronisch-entzündliche Darmerkrankung entsteht
vermutlich durch
ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren“, fasst Professor
Wolfgang
Lieb, wissenschaftlicher Leiter des Forschungsteams und Mitglied im
Exzellenzcluster „Entzündungsforschung“, zusammen. "Eine umfangreiche
und
fundierte Datenbasis ist eine wichtige Voraussetzung, um dieses
Zusammenspiel zu
verstehen.“
Diese hochsensiblen Daten, also
Informationen über
die Teilnehmenden sowie deren Bioproben und medizinische Informationen,
werden
mehrfach pseudonymisiert. Dies bedeutet, dass von medizinischen und
Probeninformationen unbefugt kein Rückschluss auf
personenidentifizierende Daten
möglich ist. Der Datenschutz der Familienstudie folgt einem seit langem

etablierten Verfahren, das insbesondere von der zuständigen
Kontroll-Dienststelle des Landes Schleswig-Holstein (Unabhängiges
Landeszentrum
für Datenschutz, ULD) freigegeben wurde. „Kein Teilnehmender muss Angst
haben,
dass personenidentifizierende Daten nach außen gegeben werden“, betont
Studienärztin und Clustermitglied Dr. Marie Tempel. „Unser Konzept zum
Datenschutz und zum Umgang mit Forschungsdaten war von fundamentaler
Wichtigkeit, damit die Studie von der Ethikkommission grünes Licht
erhielt.“

Für die Studienteilnahme werden
deutschlandweit
noch Probandinnen und Probanden gesucht. CED-Betroffene sowie betroffene
und
gesunde Familienangehörige 1. Grades (Kinder, Geschwister und Eltern)
von
Patientinnen und Patienten mit CED sollen in die Studie eingeschlossen
und
langfristig wissenschaftlich begleitet werden. Betroffene können auch
alleine
teilnehmen. Um die Krankheitsverläufe mit Daten und Proben über einen
längeren
Zeitraum zu dokumentieren, treten die Forschenden in Intervallen von ein
bis
zwei Jahren erneut an die Teilnehmenden heran.

Sauerstoffmangel gefährdet Flugpassagiere

Belfast (pte/26.04.2005/15:28) – 54 Prozent der Flugpassagiere
riskieren während eines Fluges ihre Gesundheit, denn der
Sauerstoffgehalt in ihrem Blut sinkt auf eine derartig niedrige
Konzentration, dass sie eigentlich mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt
werden müssten. Durchschnittlich sinkt der Sauerstoffgehalt um bis zu
vier Prozent ab. Forscher des Belfast City Hospitals
http://www.bch.n-i.nhs.uk warnen Personen mit Herz – und
Lungenproblemen und raten zur Konsultierung eines Arztes vor einem
Flug. Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe des
Anaesthesia Journals http://bja.oupjournals.org/ veröffentlicht worden.

Die Forscher untersuchten den Sauerstoffgehalt von Passagieren auf
Langstreckenflügen (über zwei Stunden) und verglichen sie mit den
Sauerstoffwerten von Passagieren auf Kurzstreckenflügen. Überraschend
zeigte sich, dass die Ergebnisse beinahe ident waren. Der
Sauerstoffgehalt im Blut der Patienten lag am Erdboden bei 97 Prozent.
Während des Fluges sank er jedoch auf 93 Prozent. "Wir denken, dass die
reduzierten Sauerstoffwerte in Kombination mit zusätzlichen
Risikofaktoren wie Dehydration, Immobilität und geringer
Luftfeuchtigkeit zu Erkrankungen während und nach eines Fluges führen
können", erklärte Studienleiterin Susan Humphreys.

Für gesunde Passagiere hat eine kurzfristige Reduktion des
Sauerstoffgehaltes keine nachteiligen Auswirkungen, doch für herz- und
lungenkranke Patienten könnte dies ein mögliches Gesundheitsrisiko
bergen. "Erst in den vergangenen Jahren ist dies zu einem zunehmenden
Problem geworden, da moderne Flugzeuge in immer größeren Höhen fliegen
können", resümierte Humphreys.

MP3-Erfinder des Fraunhofer IIS in die »Consumer Electronics Hall of

In einem Festakt in San Diego, Kalifornien, USA, hat die
amerikanische Consumer Electronics Association Prof. Dieter Seitzer,
Prof. Heinz Gerhäuser, Prof. Karlheinz Brandenburg in ihre Hall of
Fame aufgenommen.

Die drei Wissenschaftler werden damit stellvertretend für das
Fraunhofer-Forscherteam geehrt, das seit den frühen achtziger Jahren
das weltberühmte Audiocodierformat MP3 entwickelt hatte. Die CEA
zeichnet damit alljährlich Pioniere der Unterhaltungselektronik aus,
die mit ihren Erfindungen und ihrem Einsatz einen wesentlichen
Beitrag zu heute nicht mehr wegzudenkenden Produkten geleistet haben.
So finden sich unter anderem prominente Persönlichkeiten wie Ray
Dolby oder die Gründer des Computerunternehmens HP William Hewlett
and David Packard.

Am Dienstag, 16. Oktober, nahmen Seitzer, Gerhäuser und Brandenburg
die Trophäen bei einem feierlichen Empfang von CEA-Präsident Gary
Shapiro entgegegen. Prof. Dieter Seitzer erinnerte aus diesem Anlass
an die Anfangsjahre der Audiocodierung. So seien erste
Signalprozessoren noch von riesigen Ausmaßen gewesen. Bis heute haben
sich das Erlanger Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS
und das daraus hervorgegangene Fraunhofer-Institut für Digitale
Medientechnologie IDMT in Ilmenau weltweit einen ausgezeichneten Ruf
im Bereich der Audiocodierung erarbeitet. Prof. Seitzer, Prof.
Gerhäuser und Prof. Brandenburg dankten den Mitarbeitern und allen
beteiligten Forschern und betonten: »Nur durch ausgezeichnete
Teamarbeit war diese Entwicklung zum Welterfolg möglich. Wir freuen
uns und fühlen uns sehr geehrt über die internationale Auszeichnung.«

Weitere Infos und Hintergründe in unserer Pressemeldung vom 28.
März; online unter www.iis.fraunhofer.de/pr/Presse/index.jsp.


Das 1985 gegründete Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen
IIS mit dem Hauptsitz in Erlangen und weiteren Standorten in
Nürnberg, Fürth und Dresden ist heute das größte Fraunhofer-
Institut in der Fraunhofer-Gesellschaft. Mit der Entwicklung des
Audiocodierverfahrens MP3 ist das Fraunhofer IIS weltweit bekannt
geworden.
In enger Kooperation mit den Auftraggebern aus der Industrie forschen
und entwickeln die Wissenschaftler auf folgenden Gebieten:
Digitaler Rundfunk, Audio- und Multimediatechnik, digitale
Kinotechnik, Entwurfsautomatisierung, integrierte Schaltungen und
Sensorsysteme, drahtgebundene, drahtlose und optische Netzwerke,
Lokalisierung und Navigation, Hochgeschwindigkeitskameras,
Ultrafeinfokus-Röntgentechnologie, Bildverarbeitung und
Medizintechnik sowie IuK-Technologien für die Logistik-
Dienstleistungswirtschaft.
480 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der
Vertragsforschung für die Industrie, für Dienstleistungsunternehmen
und öffentliche Einrichtungen. Das Budget von 58 Millionen Euro wird
bis auf eine Grundfinanzierung in Höhe von 20 Prozent aus der
Auftragsforschung finanziert.

Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS

Am Wolfsmantel 33
91058 Erlangen

Institutsleitung
Prof. Dr.-Ing. Heinz Gerhäuser
(geschäftsführend)
Prof. Dr.-Ing. Günter Elst

Wie Fettleibigkeit Männer unfruchtbar macht

Wie Fettleibigkeit Männer unfruchtbar macht

Leipzig – Die Zeugungsfähigkeit des Mannes nimmt mit dem Alter ab. Dies könnte unter anderem durch ein höheres Körpergewicht im Alter bedingt sein. Denn Fettleibigkeit – aber auch Untergewicht – vermindern bereits bei jungen Männern die Fruchtbarkeit, wie Forscher des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) in einer Studie belegen. Sie konnten darin zeigen, wie das Körpergewicht die Spermien auf molekularer Ebene beeinflusst.

Beruht ein unerfüllter Kinderwunsch auf mangelndem Zeugungsvermögen des Mannes, ist die andrologische Sprechstunde an der Hautklinik am Universitätsklinikum Leipzig die richtige Anlaufstelle. Mitunter sind deformierte oder bewegungsunfähige Spermien die Ursache. Aufschluss gibt in vielen Fällen eine mikroskopische Untersuchung des Samenergusses, das sogenannte Spermiogramm. Zwischen 1999 und 2005 haben die Forscher an der Leipziger Universitätsklinik Spermiogramme von mehr als 2000 Männern erstellt. Zu den dabei belegten Erkenntnissen gehört, dass das Körpergewicht des Mannes die Zeugungsfähigkeit deutlich beeinflusst.

„Der Body-Mass-Index (BMI) spielt eine entscheidende Rolle für die Anzahl gesunder, normal gestalteter Spermien pro Samenerguss“, sagt Professor Dr. med. Uwe Paasch, Leiter der Andrologischen Abteilung. Extremes Untergewicht, vor allem aber Übergewicht verringere die Zahl der Samenzellen. Ein weiterer Faktor, der die Zeugungsfähigkeit beeinflusst, ist das Alter. „Männer können zwar auch noch im hohen Alter Kinder zeugen“, so der Androloge. Die Wahrscheinlichkeit nehme aber ab. Ein Grund könnte darin liegen, dass die meisten Menschen ab dem mittleren Alter an Körpergewicht zunehmen. Professor Paasch: „Die beiden Faktoren Alter und Gewicht sind dann schwer voneinander zu trennen.“

Die Ergebnisse der Leipziger Andrologen weisen auch auf eine besondere Risikogruppe hin: „Wir sehen in der Sprechstunde häufig Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, deren auffälliges Merkmal Fettleibigkeit ist“, so Professor Paasch. Das Spermiogramm zeigt bei ihnen nur eine geringe Zahl normal gestalteter Samenzellen. Ihre Spermien scheinen sich durch den Einfluss der überschüssigen Pfunde auf molekularer Ebene zu verändern. Professor Paasch vermutet, dass ein Lebensstil mit wenig Bewegung und ungesunder Ernährung eine Rolle spielt.

Mittels neuer Techniken untersucht der Männermediziner am UKL deshalb die verschiedenen Eiweiße in den Samenzellen. „Unsere Forschungen deuten auf Abweichungen bei einer ganzen Reihe von Eiweißen hin“, erläutert der Experte. „Darunter sind Proteine, die für die Funktion der Samenzellen wichtig sind.“ Wie genau das Übergewicht die Bildung der Spermien stört, ist noch unklar. Derzeit führt die Forschungsgruppe am Universitätsklinikum Leipzig eine größere Studie durch, um die Ergebnisse zu bestätigen.

Darminfarkt: Frühe Diagnose kann Leben retten

Darminfarkt: Frühe Diagnose kann Leben retten

fzm, Stuttgart, August 2014 – Es beginnt mit heftigen
Bauchschmerzen, die nach einigen Stunden wieder nachlassen können. Wenn
dann die Schmerzen erneut zunehmen und andere Beschwerden hinzukommen,
ist der Darm meistens schon irreparabel geschädigt. Der Darm- oder
Mesenterialinfarkt gehört zu den gefährlichsten medizinischen Notfällen
im Bauchraum, erläutert ein Experte in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche
Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2014).
Eine Überlebenschance haben die Patienten nur bei einer frühzeitigen
Diagnose.

Gewebe, das nicht durchblutet wird, stirbt ab. Der Darm
gehört wie Herz und Gehirn zu den lebenswichtigen Organen. Bei einer
Blockade der Durchblutung entscheidet eine frühzeitige Therapie über
Leben und Tod. Beim Herzinfarkt und auch beim Schlaganfall können Ärzte
heute viele Menschen retten oder vor Behinderungen bewahren. Beim
Mesenterialinfarkt dagegen hat sich die Sterblichkeit in den letzten 40
Jahren nicht verbessert, berichtet Professor Tobias Keck vom Campus
Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Je nach Ursache
sterben bis zu 90 Prozent der Patienten. Die meisten Patienten könnten
überleben, wenn die Diagnose frühzeitig gestellt würde.

Dies gelingt meistens nicht, weil die Beschwerden beim
Darminfarkt unklar sind. Bauchschmerzen können viele Ursachen haben und
die Alarmzeichen wie Ileus oder Peritonismus fehlen in den ersten
Stunden meistens. Beim Ileus oder Darmverschluss sind die Schmerzen von
Erbrechen und Blähungen begleitet. Beim Aushorchen mit dem Stethoskop
herrscht „Totenstille“. Beim Peritonismus, einer Reizung des Bauchfells,
ist die Bauchwand gespannt und jegliche Berührung bei der Untersuchung
vergrößert die Qualen. Da diese Zeichen anfangs fehlen, schöpfen die
Ärzte keinen Verdacht. „Wichtig für die Diagnose ist, daran zu denken
und die mesenteriale Durchblutungsstörung in die diagnostischen
Überlegungen einzubeziehen“, rät Professor Keck seinen Kollegen.

Einen einfachen und sicheren Labortest gibt es nicht. Am
leichtesten kann ein Darminfarkt mit einer Computertomographie
diagnostiziert werden. Die Bilder zeigen den Ärzten nicht nur Lage und
Ausdehnung des Infarkts, häufig ist auch die Ursache erkennbar – eine
wichtige Voraussetzung für rasches Handeln. Bei einer Embolie können die
Ärzte das Blutgerinnsel mit einem Katheter aus der Darmarterie bergen.
Blutgerinnsel in Venen können durch Einspritzen eines Enzyms aufgelöst
werden. Wenn eine Engstelle im Blutgefäß Ursache der
Durchblutungsstörung ist, können die Chirurgen über einen Bypass einen
Umgehungskreislauf anlegen. In all diesen Fällen kann eine frühzeitige
Therapie lebensrettend sein. Abgestorbene Darmschlingen müssen in einer
offenen Bauchoperation entfernt werden. Dabei hoffen die Chirurgen
darauf, dass genügend Dünndarm zur Aufnahme der Nahrung übrig bleibt. Um
ein Kurzdarmsyndrom zu verhindern, müssen je nach Lage des
Mesenterialinfarkts 35 bis 100 Zentimeter des Dünndarms gerettet werden
können.

M. Hoffmann und T. Keck:
Mesenteriale Durchblutungsstörungen: Diagnostik und Therapie
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2014; 139 (30); S.1540-1544

Software erkennt heiße News

Software erkennt heiße News an Wikipedia
Viele gleichzeitige Änderungen zeigen wichtige Ereignisse auf
 
Wikipedia-Bearbeitung: das könnte wichtig sein (Foto: Sarah Stierch, flickr.com)

Hamburg/Brüssel/Washington (pte002/15.04.2013/06:05) – Ein internationales Forscherteam um den deutschen Google-Mitarbeiter Thomas Steiner hat eine Software entwickelt, die anhand von Wikipedia-Einträgen erkennt, was aktuell heiße Nachrichten sind. Dazu beobachtet der in einer Live-Demo vorliegende "Wikipedia Live Monitor" http://bit.ly/wikimonitor die Änderungen, die an Artikeln vorgenommen werden. Denn viele gleichzeitige Bearbeitungen in verschiedenen Sprachversionen sind ein Zeichen, dass es wirklich eine weltbewegende Neuigkeit gibt – wie ein regelrechter Bearbeitungs-Krieg nach dem Tod Michael Jacksons 2009 gezeigt hat.

Nach Angaben von Steiner gegenüber pressetext gibt es verschiedene Ideen, wie die neue Software in Zukunft eingesetzt werden könnte. Die wohl offensichtlichsten sind, Daten für ein News-Ranking heranzuziehen oder die Klassifizierung von Nachrichten zu erleichtern. Aber auch andere Anwendungen wie eine "Storification" von News durch Verbindung von Social Media mit Wikipedia-Inhalten wären denkbar.

Bearbeitung zeigt Aufreger

Die Idee hinter der Software ist eigentlich einfach. Gibt es eine aktuelle Nachricht, die wirklich viele Menschen bewegt, führt das im Informationszeitalter auch dazu, dass es sehr schnell zu vielen Bearbeitungen passender Wikipedia-Einträge kommt. Nach dem Jackson-Tod beispielsweise haben etliche User praktisch gleichzeitig versucht, seinen Wikipedia-Eintrag um Todeszeitpunkt, Umstände des Todes und andere Details zu ergänzen. Die Software beobachtet also die Änderungs-Aktivität bei diversen Sprachversionen der Wikipedia und identifiziert anhand von gleichzeitigen Bearbeitungen äquivalenter Artikel in diversen Sprachen mögliche Kandidaten für heiße News.

Vergangenen Freitag konnte pressetext beobachten, wie schnell das funktioniert, denn da gab es die Auslosung für das Halbfinale der UEFA Champions League. Anhand der vielen Änderungen an Wikipedia-Artikeln zur Fußball-Eliteliga hat der Wikipedia Live Monitor binnen kürzester Zeit auf ein heißes Thema geschlossen. Freilich war hier vorab klar, dass es ein heißes Thema gibt. Interessanter dürfte die Software für unerwartete Ereignisse sein, wobei den Forschern zufolge ein zusätzliches Erfassen von Wikipedia-Klassifizierungen sinnvoll wäre. Denn wird beispielsweise jemand aus der Kategorie "lebende Personen" gestrichen, ist das ein Hinweis auf einen aktuellen Todesfall.

Abschätzen, was wichtig ist

Das System erlaubt dem User schon jetzt, Vorgaben zu machen – beispielsweise, wie viele Bearbeitungen von äquivalenten Artikeln es geben muss und wie viele verschiedene Nutzer die Änderungen vornehmen müssen, ehe das System etwas als "Breaking News"-Kandidaten einstuft. Dabei geht es Steiner zufolge darum, dass einzelne Nutzer sinnvolle Abschätzungen bekommen, was aus ihrer Sicht wichtig genug und somit relevant ist. Gerade mit geplanten Erweiterungen würden sich noch zusätzliche Möglichkeiten eröffnen – beispielsweise, dass ein angebundenes System automatisch mit dem Liveschalten passender Storys auf einen Promi-Storyfall reagiert.

Das ist vorerst aber noch Zukunftsmusik, doch glauben die Entwickler an das Potenzial des quelloffenen Wikipedia Live Monitors, den sie Mitte Mai auf der World Wide Web Conference http://www2013.org näher vorstellen werden. So habe die Software gegenüber dem Ansatz, aktuell wichtige Nachrichten automatisch an Postings auf sozialen Netzwerken zu erkennen, den Vorteil, dass es selten zu "False Positives" – einem Einstufen unwichtiger Nachrichten als große News – kommt. Wirklich Wichtiges werde aber ebenso gut erkannt und das letztlich mit viel weniger Rechenaufwand.

Die Kichererbse – Ein Hauch von Orient

(aid) – Ein Blick auf die Speisekarte beim Türken oder Inder um die Ecke zeigt es: Kichererbsen sind ein fester Bestandteil der Speisen im Nahen und Mittleren Osten. Aber auch aus deutschen Küchen dringen zunehmend orientalische Gerüche.
Ursprünglich stammt die Kichererbse aus Vorderasien wo sie schon vor 8000 Jahren verzehrt wurde. In der Antike gelangte sie nach Nordafrika und Indien und die Römer nahmen sie dann aus Pompeji mit, um sie schließlich auch im Mittelmeerraum zu beheimaten. Daher stammt das Wort "Kicher" auch vom lateinischen Begriff für Erbse: cicer (sprich: kiker). Daraus wurde im Althochdeutschen dann "Kihhira" und schließlich ihr heutiger Vorname "Kicher". Die Kichererbse ist somit streng genommen eine Erbseerbse. Immer noch wird sie vor allem in ihren Ursprungsländern, aber auch in Mexiko und im Mittelmeerraum angebaut. Dort ist sie Grundlage für die bekannten Falafel-Bällchen in der Türkei, für viele Couscous-Gerichte im Arabischen Raum und dem Hummus im Nahen Osten.
Ihre Verbreitung auf der ganzen Welt verdankt die Kichererbse ihren vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in der Küche. Und zwar zu Recht, denn sie ist ein wahres Multitalent. Ihr nussiges Aroma passt nämlich zu Eintöpfen, als Beilage zu Fleisch und Salaten, zu Reisgerichten als Fleischersatz oder als Püree. Sie wird zu Brotaufstrichen oder Dips verarbeitet und sogar für süße Backwaren verwendet. Für das heimische Kochvergnügen hat man die Wahl zwischen der größeren, rundlich, beige-gelben Kichererbse aus dem Mittelmeerraum und Lateinamerika oder der kleinen, kantigen, farbigen Sorte aus Indien. Die getrockneten Kichererbsen müssen jedoch vor dem Garen mindestens zwölf Stunden, am besten über Nacht in Wasser einweichen. Die oben schwimmenden Erbsen sollten dabei aussortiert und weggeworfen werden, denn diese quellen nicht im Wasser und bleiben auch beim Kochen hart. Für ganz Eilige gibt es im Handel auch vorgegarte Dosenerbsen. Diese müssen nur noch kurz mitgekocht werden. Und selbst nach längeren Garzeiten behält die Kichererbse dann ihre Form und bleibt fest. Aber auch das Kichererbsenmehl ist nahezu überall einsetzbar. Es kann zum Beispiel die Basis von aromatischen Pfannkuchen sein, als Grundlage von Saucen genutzt werden oder für einen Pizzateig herhalten. Die Kichererbse eignet sich auch gut zum Rösten in der Pfanne. Die Griechen knabbern sie wie Nüsse zum Ouzo.
Und nun noch eine gute Nachricht für Magenempfindliche: die Kichererbse hat das geringste Blähpotenzial unter den Hülsenfrüchten. Und auch sonst können sich ihre Inhaltsstoffe sehen lassen. Sie enthält Mineralstoffe wie Kalium, Phosphor, Kalzium und Magnesium und reichlich an den Spurenelementen von Eisen, Kupfer und Zink. Aber vor allem die B-Vitamine sowie die essenziellen, also für den Körper unentbehrlichen Aminosäuren Arginin, Leucin und Lysin machen sie so wertvoll. Außerdem sorgt die Kichererbse mit fast 20 Prozent Eiweiß und über 40 Prozent insbesondere langkettiger Kohlenhydrate für eine lang anhaltende Sättigung. Und mit nur 150 g Kichererbsen deckt man sogar die Empfehlung der täglichen Zufuhr an Ballaststoffen.
aid, Andrea Kornblum

Kinderchirurgen warnen vor Überlastungsschäden

Kinderchirurgen warnen vor Überlastungsschäden

Düsseldorf – Verletzungen beim Sport sind bei Kindern und Jugendlichen einer der Hauptgründe, einen Arzt aufzusuchen. Bis zur Hälfte aller Schäden durch Sport sind Folge von zu viel und zu intensivem Training. Gerade in der Wachstumsphase kann Überlastung dauerhafte Folgen haben, warnt die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH). Experten diskutieren Ursachen, kindgerechte Behandlungskonzepte und Vorbeugung von Überlastungsschäden auf einer Pressekonferenz im Rahmen der 51. Herbsttagung der DGKCH am Freitag, dem 13. September 2013 von 11.00 bis 12.00 Uhr  im CCD, Düsseldorf.

Brüche, Zerrungen und Prellungen sind bei Kindern und Jugendlichen häufige Folge von Sport. Aber auch bleibende Schäden wie verformte Füße, Schultern und Gelenke, Wachstumsstörungen oder Wirbelgleiten gehen auf das Konto übermäßiger körperlicher Betätigung. „Gerade in der Pubertät macht der Körper einen erneuten deutlichen Wachstumsschub“, erläutert Professor Dr. med. Peter Schmittenbecher, Direktor der Kinderchirurgischen Klinik am Klinikum Karlsruhe: „In dieser Phase reagieren die Gewebe besonders empfindlic h auf übermäßige Belastung.“ Dies gelte beim Sport vor allem dann, wenn ausreichende Ruhe- und Erholungszeiten fehlen.

Besonders die Wachstumsfugen und die noch im Wachstum befindlichen unausgereiften Knochen, Gelenke und Sehnen seien gefährdet. Sind die Beanspruchungen zu hoch, führe das zu vielen kleinen, für das Auge nicht sichtbaren Verletzungen, sogenannten mikrotraumatischen Überlastungsverletzungen. In der Folge drohen Brüche, chronische Sehnenentzündungen bis hin zu verformten Knochen, all das begleitet von anhaltenden  Schmerzen. Besonders gefährdet, so Schmittenbecher, seien junge Turner, Schwimmer und Langstreckenläufer. Aber auch jede andere Sportart, die in dieser Phase im Übermaß und ohne Ausgleich be trieben werde, berge dieses Risiko in sich.

„Sport im Kindesalter ist für eine gesunde Entwicklung unverzichtbar“, sagt Professor Schmittenbecher. Aber auf das richtige Maß komme es an. „Kein Übertraining für Kinder bis zum Abschluss der pubertären Wachstumsphase“, fordert deshalb der Vertreter der DGKCH. Zudem sei eine frühzeitige Spezialisierung auf eine Sportart zu vermeiden. „Wichtig ist ein altersgerechter, abwechslungsreicher Trainingsaufbau mit ausreichend Aufwärm- und Ruhezeiten.“ Mindestens zwei Ruhetage pro Woche und höchstens drei bis vier Stunden Training pro Tag sollten es sein, so der Experte. Und auch das Umfeld müsse stimmen: Kinder sollten mit passenden Turnschuhen von gute r Qualität und falls nötig Gelenkschutz und Helm ausgerüstet sein. Außerdem sollten sie auf orthopädisch geeignetem Untergrund wie gedämpften Hallenböden trainieren. Zu viel Ehrgeiz von Seiten der Trainer und Eltern schade nur: „Die meisten Kinder sind von Natur aus nicht zum Ausnahmeathleten gemacht. Für den Versuch, dies zu erzwingen, zahlt ihr Körper einen hohen Preis.“

Welche Sportarten bei Kindern und Jugendlichen Verletzungen und Sportschäden nach sich ziehen, diskutieren Experten auf der Pressekonferenz der DGKCH am Freitag, dem 13. September 2013 von 11.00 bis 12.00 Uhr im CCD, Düsseldorf. Sie erörtern auch, welche modernen, kindgerechten Behandlungskonzepte es für Knochenbrüche und Bänderrisse gibt – von Physiotherapie bis zur Schlüsselloch-Operation.

 

Dienstagmorgen bester Zeitpunkt fürs Krankmelden

Dienstagmorgen bester Zeitpunkt fürs Krankmelden

Schnupfen und psychische Probleme immer weniger als Grund akzeptiert

Kalender: Dienstag ist bester Tag zum Fernbleiben (Foto: berwis, pixelio.de)
Kalender: Dienstag ist bester Tag zum Fernbleiben (Foto: berwis, pixelio.de)

London/Wien (pte002/22.11.2016/06:00) –

Die beste Zeit, um sich beim Chef per Anruf oder Nachricht
krankzumelden, ist der Dienstagmorgen um 06:38 Uhr. Das zeigt eine
aktuelle Umfrage des britischen Marktforschers Attest http://askattest.com . Mehr als 1.000 Angestellte wurden für die Erhebung befragt. Ergebnis:
Der zweite Tag der Woche ist besonders glaubwürdig, Montag und Freitag
hingegen gar nicht.

Viele Arbeitgeber misstrauisch

Ergänzt wird die Attest-Befragung von einer Studie des Unternehmens Benenden http://benenden.kent.sch.uk . Danach können auch die Gründe des Krankmeldens entweder für Sympathie
oder Misstrauen beim Arbeitgeber und den Kollegen sorgen. Erbrechen,
Durchfall, Grippe und Migräne sind in den meisten Fällen kein Grund für
Bedenken. Hingegen wird Entschuldigungen im Zuge eines Schnupfens, von
zu viel Stress oder psychischen Probleme in den meisten Fällen nur wenig
Glauben geschenkt.

"Leider werden psychische Probleme nicht als
gleichwertige Krankheiten angesehen. Das könnte sich ändern, wenn es für
psychische Krankheiten auch ein definiertes Heilungsziel geben und der
betreffende Mensch dann wieder als völlig gesund deklariert werden
könnte. Die Bevorzugung von Rehabilitation gegenüber Frühpensionierung
könnte in diese Richtung wirken. Das Weiterarbeiten sollte dann in
irgendeiner Form belohnt werden", erklärt Psychologe Wolf-Dietrich Zuzan http://psychnet.at/wolf-dietrichzuzan gegenüber pressetext.

Verständnis selten

Laut den Wissenschaftlern sind die aktuellen Ergebnisse
der Umfrage besorgniserregend, denn die Anzahl von Burnout-Diagnosen
und anderen psychischen Erkrankungen sei in den vergangenen Jahren stark
gestiegen. Dennoch gebe es bei Arbeitgebern oft kein bis nur wenig
Verständnis für das Krankmelden auf Grund von Stress und Überlastung. In
der Umfrage zeigte sich zudem, dass viele Angestellten lieber vorgeben,
an Übelkeit zu leiden, anstatt vor ihrem Chef zuzugeben, dass sie ein
psychisches Problem haben.